(19)
(11) EP 3 032 005 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
15.06.2016  Patentblatt  2016/24

(21) Anmeldenummer: 15193176.3

(22) Anmeldetag:  05.11.2015
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
E05B 63/18(2006.01)
E05B 47/00(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
BA ME
Benannte Validierungsstaaten:
MA MD

(30) Priorität: 10.12.2014 DE 202014009713 U

(71) Anmelder: KFV Karl Fliether GmbH & Co. KG
42551 Velbert (DE)

(72) Erfinder:
  • GUL, Abid Akhtar
    42277 Wuppertal (DE)
  • SUDE, Andreas
    59174 Kamen (DE)
  • THODE, Patrick
    45219 Essen (DE)

   


(54) MAGNETANORDNUNG


(57) Die Erfindung betrifft eine Magnetanordnung zum Zusammenwirken mit einem mechanischen und oder elektromechanischen Sensor, der bei Annäherung eines Magneten (1, 2) seinen Zustand in einer definierten Weise ändert. Um das Ansprechverhalten zu optimieren, ist vorgesehen, dass der Magnet (1, 2) zumindest ein nebeneinanderliegendes und in Richtung des Sensors weisendes Polpaar (3, 4 oder 5, 6) eines Permanentmagneten aufweist.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft eine Magnetanordnung nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

[0002] Magnetanordnungen dieser Art sind bereits bekannt.

[0003] Es ist bereits bekannt, Automatik-Verriegelungen mit Auslösern zu versehen, die magnetisierte Sperr oder Wirkelemente aufweisen. Dazu sieht die EP 2096241 A2 vor, dass ein Verriegelungselement bei in Schließstellung gelangendem Türflügel selbsttätig in die "Verriegelungsstellung" überführt wird. Diese Verriegelungseinheit ist dadurch gekennzeichnet, dass die Schlosskette von einem Sperrelement in der "Entriegelungsstellung" gehalten wird und dass in oder an einer der Verriegelungseinheit zugeordneten türrahmenseitigen Schließleiste ein Auslösemagnet angeordnet ist, welcher zum selbsttätigen Verriegeln derart auf das Sperrelement arbeitet, dass dieses die Schlosskette freigibt, sodass das Verriegelungselement selbsttätig in die Verriegelungsstellung überführt wird.

[0004] Bei der EP 2314810 A2, bei der im Unterschied zur vorgenannten Anmeldung ein Tastarm vorgesehen ist, der einen Permanentmagneten trägt und dem stulpseitig ein ferromagnetischer Sperrbolzen zugeordnet ist, der bei vorgelagertem Tastarm seine Freigabestellung einnimmt, in der die Treibstange freigegeben ist. Im Gegensatz zur erstgenannten Druckschrift wird ein genauer Arbeitspunkt erreicht.

[0005] Die EP 0599809 A2 und die EP 0537805 A2 sehen eine Anordnung eines Magneten und eines Magnetfeldsensors vor, mit denen die Schaltstellung des Treibstangenbeschlages detektiert werden kann. In die gleiche Richtung weist auch die DE 29519486 U1 und die DE 19518527 A1.

[0006] Nachteilig bei dem vorstehend genannten Stand der Technik ist es, dass die Permanentmagnete eine gewisse Streuung besitzen, die dazu führt, dass die Sensoren vorzeitig ausgelöst werden, wenn die Sensoren und die Permanentmagnete noch nicht wie gewünscht zueinander ausgerichtet sind. Wenn die Permanentmagnete schwächer dimensioniert werden, erreichen diese die gewünschte Auswirkung auf den Sensor nicht.

[0007] Aus der DE 4329960 A1 ist eine Anordnung zur Erzeugung eines definierten variablen Magnetfeldes bekannt geworden. Dabei sind eine Vielzahl von Dauermagneten jeweils einzeln drehbar um ihre Mittelachse gelagert. Die Verdrehung der Magnete erfolgt dabei derart, dass sich benachbarte Dauermagnete im Gegensinn zur Veränderung der Stärke des Multipolfeldes oder im Gegensinn zur Veränderung des Multipolfeldes verdrehen lassen. Dies wird im Wesentlichen über Drehkopplung der Permanentmagnete mittels Zahnräder bewirkt.

[0008] Aus der DE 29914387 U1 ist eine Vorrichtung zum Bündeln von Feldlinien eines primären Magnetfeldes zu einem sekundären Magnetfeld höherer Feldliniendichte bekannt. Dies wird durch eine Wedel erreicht, die aus drahtförmigen ferromagnetischem Material gefertigt ist und sich innerhalb des primären Magnetfeldes dreht.

[0009] Die letztgenannten Lösungen erlauben zwar Anpassungen an die erwünschten Magnetfeldstärken und -dichten, setzen jedoch erheblichen Bauteilaufwand und sich drehende Komponenten voraus.

[0010] Die Erfindung sucht dementgegen nach einer einfachen und kostengünstigen Möglichkeit das Zusammenwirken mit einem mechanischen und/oder elektromechanischen Sensor zu verbessern und ein verbessertes Ansprechverhalten des Sensors bei Annäherung der Magnetanordnung zu erreichen.

[0011] Zur Lösung sieht die Erfindung vor, dass die Magnetanordnung zumindest ein nebeneinanderliegendes und in Richtung des Sensors weisendes Polpaar eines Permanentmagneten aufweist. Die Anordnung eines nebeneinanderliegenden Polpaars führt dazu, dass die Magnetfeldlinien deutlich fokussierter vom Pol ausgehen.

[0012] Eine Weiterbildung sieht vor, dass der Sensor ein mechanischer Auslöser ist, der seinerseits eine zweite Magnetanordnung mit einem in Richtung der ersten Magnetanordnung weisenden Polpaar besitzt. Durch diese Maßnahme wird eine Betätigung des Auslösers nur dann erfolgen, wenn sich die entsprechend der Anwendung gewünschten Polpaare genau gegenüberliegen.

[0013] Dabei kann es auch von Vorteil sein, dass der mechanische Auslöser das Sperrelement einer Verriegelungseinrichtung ist, die unter Einfluss eines Kraftspeichers steht, der in Richtung einer Verriegelungsstellung wirksam ist.

[0014] Der zwischen den Magneten befindliche Luftspalt lässt sich verringern, wenn die erste Magnetanordnung an einem Tastarm angebracht ist, der in Richtung der zweiten Magnetanordnung beweglich angeordnet ist.

[0015] Die Verwendung ist auch vorteilhaft, wenn der Sensor ein Reedkontakt ist.

[0016] Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen ergeben sich aus den Zeichnungen. Es zeigt:
Fig. 1
eine schematische Darstellung der Magnetanordnung


[0017] Das in der Fig. 1 dargestellte Ausführungsbeispiel veranschaulicht die Erfindung anhand zweier sich gegenseitig beeinflussender Magnete 1, 2. Jeder der Magnete 1, 2 ist als bi-polarer Magnet mit zwei nebeneinanderliegenden Polen 3, 4 und 5, 6 ausgestattet. Wird beim bekannten Stand der Technik nur ein in Richtung des korrespondierenden Magneten weisender Pol vorgesehen, ist der erste Magnet 1 so angeordnet, dass ein Nordpol 3 und ein Südpol 4 in Richtung des bewegten Magneten 2 weisen. Dieser bildet einen Sensor, ist zweipolig ausgestattet und auch dessen Pole 5, 6 weisen in Richtung des zugeordneten ersten Magneten 1. Dabei sind die Pole 5, 6 jedoch spiegelsymmetrisch zu den Polen 3, 4 des ersten Magneten 1 angeordnet. Liegen sich die Magnete 1, 2 unmittelbar gegenüber, ziehen sich die Pole 3 und 5 sowie die Pole 4 und 6 jeweils an. Hingegen kommt es bei einer davon abweichenden Ausrichtlage bei einer Bewegung entlang der Bewegungsrichtung 7 dazu, dass sich gleiche und abstoßende Pole 4 und 5 oder 3 und 6 gegenüberliegen, was keine wechselseitige Anziehung bewirkt.

[0018] Der zweite Magnet 2 bildet dabei in der Magnetanordnung den Sensor, dem zumindest ein nebeneinanderliegendes und in Richtung des Sensors weisendes Polpaar 3, 4 des ersten Magneten 1 gegenüberliegt.

[0019] Der zweite Magnet 2 kann dabei, ein mechanischer Auslöser sein oder an diesem angebracht sein. Der zweite Magnet 2 soll dabei ein in Richtung der ersten Magnetanordnung weisendes Polpaar besitzen. Da der mechanische Auslöser als Sperrelement einer Verriegelungseinrichtung, zumindest gewisse Reibungskräfte überwinden muss und gegebenenfalls auch unter Einfluss eines Kraftspeichers steht, der in Richtung einer Verriegelungsstellung wirksam ist, sind die durch die Anordnung erhöhten Kräfte vorteilhaft. Um die räumliche Nähe der ersten und zweiten Magneten 1, 2 sicherzustellen, kann der erste oder zweite Magnet 1, 2 an einem Tastarm entsprechend der EP 2314810 A2 angebracht sein. Diesbezüglich wird vollinhaltlich auf die EP 2314810 A2 Bezug genommen.

[0020] Gleichwohl ist durch die Fokussierung des Magnetfeldes des ersten oder zweiten Magneten bei der Anordnung auch ein Reedkontakt vorteilhaft, der mit einem der genannten Magneten 1, 2 zusammenwirkt.

Bezugszeichenliste



[0021] 
1
Magnet
2
Magnet
3
Pol
4
Pol
5
Pol
6
Pol
7
Bewegungsrichtung



Ansprüche

1. Magnetanordnung zum Zusammenwirken mit einem mechanischen und oder elektromechanischen Sensor, der bei Annäherung eines Magneten (1, 2) seinen Zustand in einer definierten Weise ändert,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Magnet (1, 2) zumindest ein nebeneinanderliegendes und in Richtung des Sensors weisendes Polpaar (3, 4 oder 5, 6) eines Permanentmagneten aufweist.
 
2. Magnetanordnung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Sensor ein mechanischer Auslöser oder teil desselben ist, der seinerseits einen zweiten Magneten (2) mit einem in Richtung der ersten Magneten (1) weisenden Polpaar (5, 6) besitzt.
 
3. Magnetanordnung nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass der mechanische Auslöser das Sperrelement einer Verriegelungseinrichtung ist, die unter Einfluss eines Kraftspeichers steht, der in Richtung einer Verriegelungsstellung wirksam ist.
 
4. Magnetanordnung nach Anspruch 2 und 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass der erste Magnet (1) an einem beweglichen Tastarm angebracht ist.
 
5. Magnetanordnung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Sensor ein Reedkontakt ist.
 




Zeichnung







Recherchenbericht









Recherchenbericht




Angeführte Verweise

IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde ausschließlich zur Information des Lesers aufgenommen und ist nicht Bestandteil des europäischen Patentdokumentes. Sie wurde mit größter Sorgfalt zusammengestellt; das EPA übernimmt jedoch keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.

In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente