(19)
(11) EP 3 034 246 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
22.06.2016  Patentblatt  2016/25

(21) Anmeldenummer: 14198739.6

(22) Anmeldetag:  18.12.2014
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
B25F 5/02(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
BA ME

(71) Anmelder: HILTI Aktiengesellschaft
9494 Schaan (LI)

(72) Erfinder:
  • Lübkert, Ernst-Rudolf
    86899 Landsberg am Lech (DE)
  • Kristen, Ferdinand
    82205 Gilching (DE)
  • Daigeler, Erich
    86875 Waal (DE)
  • Massler, Orlaw
    9497 Triesenberg (LI)
  • Lampe-Amid, Stefan
    86916 Kaufering (DE)
  • Keller, Benjamin
    86929 Ramsach (DE)
  • Deutschenbauer, Josef
    89346 Bibertal/Kissendorf (DE)
  • Schmalz, Robert
    87700 Memmingen (DE)
  • Petricevic, Nikol
    9466 Sennwald (CH)

(74) Vertreter: Hilti Aktiengesellschaft Corporate Intellectual Property 
Feldkircherstrasse 100 Postfach 333
9494 Schaan
9494 Schaan (LI)

   


(54) Druckflächenstruktur auf einem Werkzeuggehäuse


(57) Gehäusevorrichtung für eine Werkzeugmaschine, enthaltend wenigstens einen in einem Druckverfahren, beispielsweise einem Tampondruckverfahren, verwendbaren Bereich, welcher eine erste Ebene und eine zweite Ebene enthält, wobei die zweite Ebene im Wesentlichen parallel zu der ersten Ebene in einer Richtung (X) versetzt angeordnet ist, wobei auf der zweiten Ebene eine Vielzahl an zu bedruckenden Erhebungen angeordnet sind.




Beschreibung


[0001] Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Gehäusevorrichtung für eine Werkzeugmaschine, enthaltend wenigstens einen in einem Druckverfahren, beispielsweise einem Tampondruckverfahren, verwendbaren Bereich, welcher eine erste Ebene und eine zweite Ebene enthält, wobei die zweite Ebene im Wesentlichen parallel zu der ersten Ebene in einer Richtung versetzt angeordnet ist.

[0002] Das Gehäuse von Werkzeugmaschinen, beispielsweise Bohrhämmer, Winkelschleifer, Sägen oder dergleichen, besteht für gewöhnlich aus einem Polymer, wie z.B. Polyamid, Polycarbonat oder dergleichen. Die Werkzeugmaschinen und insbesondere die Oberfläche der Gehäuse der Werkzeugmaschinen unterliegen aufgrund ihrer Verwendung und Einsatzgebiete einer starken Beanspruchung. Die Beanspruchung der Gehäuseoberfläche entsteht hauptsächlich durch den ständigen Kontakt mit Bruchstücken, Bohrmehl sowie Bohrklein während der Bearbeitung eines Werkstoffs durch die Werkzeugmaschine. Da es sich oftmals hierbei um einen mineralischen Werkstoff, wie z.B. Beton, Ziegel, etc., ein Metall oder Holz handelt, können die Bruchstücke, das Bohrmehl sowie das Bohrklein auf Dauer einen erheblichen Verschleiß sowie deutlich sichtbare Schäden an der Gehäuseoberfläche der Werkzeugmaschinen verursachen. Problematisch ist dieser Verschleiß insbesondere an Stellen des Werkzeugmaschinengehäuses, an denen eine farbliche Beschriftung oder Markierung, wie z.B. ein Firmenlogo, eine Typenbezeichnung oder ein Bedienhinweise, angebracht (gedruckt) ist und über die Lebensdauer der Werkzeugmaschine auch deutlich sichtbar bestehen bleiben soll.

[0003] Beschriftung und Markierung werden häufig durch ein Tampondruckverfahren auf die Oberfläche der Werkzeuggehäuse angebracht. Der Tampondruck ist ein indirektes Tiefdruckverfahren, bei dem die Druckfarbe durch einen elastischen Tampon aus Silikonkautschuk von der Druckform auf den Bedruckstoff übertragen wird. Das Druckbild, das übertragen werden soll, wird mit einem Positiv-Film (Offsetfilm) auf ein Klischee belichtet. Dieses Klischee wird dann ausgewaschen; das belichtete Druckbild bleibt vertieft auf der Oberfläche des Klischees zurück. Man unterscheidet Stahlklischees und Kunststoffklischees. Bei Stahlklischees wird das Druckbild in die Stahloberfläche geätzt. Stahlklischees finden bei wiederkehrenden Druckbildern mit sehr hohen Stückzahlen Verwendung.
Der Vorteil dieser Druckübertragung besteht in der Verformbarkeit des Tampons, durch den das Bedrucken von gewölbten Flächen (konvex, konkav oder unregelmäßig) möglich wird. Der Tampon nimmt aufgrund seiner Elastizität die Form des zu bedruckenden Körpers an und kann so ideal das Motiv auf den Bedruckstoff übertragen. Das Druckbild wird auf den Druckkörper übertragen. Die Farbübertragung auf den Bedruckstoff liegt auf Grund des Silikons im Tampon bei annähernd 100 %.

[0004] Nachteilig an dem Tampondruckverfahren ist die verhältnismäßig dünne Farb- bzw. Druckschicht, die zur Erzeugen der Beschriftung und Markierung auf die Oberfläche der Werkzeugmaschine aufgetragen wird. Diese dünne Farbschicht wird durch die vorstehend beschriebene Beanspruchung und Verschleiß relativ schnell abgetragen, sodass die Beschriftungen und Markierungen nicht mehr erkennbar sind.

[0005] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, die vorstehend genannten Nachteile zu beseitigen und insbesondere eine Gehäusevorrichtung für eine Werkzeugmaschine zur Verfügung zu stellen, an der die Erkennbarkeit von auf die Oberfläche gedruckten Beschriftung und Markierung trotz starker Beanspruchung und Verschleiß der Gehäusevorrichtung verbessert bzw. verlängert ist.

[0006] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäss durch den Gegenstand des unabhängigen Anspruchs 1 gelöst.

[0007] Es wird eine Gehäusevorrichtung für eine Werkzeugmaschine bereitgestellt, enthaltend wenigstens einen in einem Druckverfahren, beispielsweise einem Tampondruckverfahren, verwendbaren Bereich, welcher eine erste Ebene und eine zweite Ebene enthält, wobei die zweite Ebene im Wesentlichen parallel zu der ersten Ebene in einer Richtung versetzt angeordnet ist.

[0008] Erfindungsgemäss ist vorgesehen, dass auf der zweiten Ebene eine Vielzahl an zu bedruckenden Erhebungen angeordnet sind.

[0009] Hierdurch kann ein effektiver Schutz für die Farbe der Beschriftung an der Gehäuseoberfläche gegen eine abrasive Wirkung speziell von relativ großen und mit viel kinetischer Energie ausgestatteten Bruchstücken des zu bearbeitenden Werkstoffs erzeugt werden, sodass wenigstens teilweise die Beschriftung auch noch nach einer längeren Beanspruchung so erhalten bleibt, dass diese deutlich sicht- bzw. lesbar bleibt.

[0010] Gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform der vorliegenden Erfindung kann es möglich sein, dass sich jede Erhebung wenigstens entlang einer ersten Richtung erstreckt. Hierdurch wird die Herstellung der Gehäusevorrichtung wesentlich erleichtert und Herstellkosten reduziert.

[0011] Des Weiteren ist es möglich, dass sich eine erste Anzahl an Erhebungen entlang einer ersten Richtung und eine zweite Anzahl an Erhebungen entlang mindestens einer zweiten Richtung erstreckt. Hierdurch weisen die Erhebungen auf der zweiten Ebene eine wesentlich höhere Anzahl an zu bedruckenden Flächen auf. Die hohe Anzahl an zu bedruckenden Flächen bietet einen noch höheren Schutz für die Farbschicht auf der Gehäusevorrichtung gegen stärke Beanspruchung und Verschleiß während der Verwendung der Werkzeugmaschine.

[0012] Entsprechend einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform ist es möglich, dass wenigstens eine Erhebung eine Querschnittsfläche in Form eines gleichschenkligen Dreiecks enthält. Die Höhe des Dreiecks kann zwischen 0,1 und 0,3 mm betragen. Insbesondere kann die Höhe des Dreiecks dabei 0,2 mm betragen. Hierdurch ist ein besonders hoher Schutz der Farbschicht auf der Gehäusevorrichtung gegen die abrasive Wirkung von auf die Gehäusevorrichtung treffenden Bruchstücke des zu bearbeitenden Werkstoffs gewährleistet.

[0013] Darüber hinaus ist es erdenklich, dass wenigstens eine Erhebung eine Querschnittsfläche in Form eines Halbkreises enthält. Hierbei ist es möglich, dass der Radius des Halbkreises zwischen 0,05 und 0,15 betragen. Insbesondere kann der Radius des Halbkreises dabei 0,1 mm betragen.

[0014] Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform der vorliegenden Erfindung kann es möglich sein, dass jede Erhebung in Form einer Pyramide oder Pyramidenstumpfs ausgestaltet ist. Die Höhe der Pyramide oder des Pyramidenstumpfs kann zwischen 0,05 und 0,15 mm betragen. Insbesondere kann die Höhe der Pyramide oder des Pyramidenstumpfs dabei 0,1 mm betragen. Hierdurch ist eine höchstmögliche Anzahl an zu bedruckenden Flächen bereitgestellt, um einen noch höheren Schutz für die Farbschicht auf der Gehäusevorrichtung gegen stärke Beanspruchung und Verschleiß während der Verwendung der Werkzeugmaschine zu gewährleisten.

[0015] Entsprechend einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform ist es möglich, dass ein Abstand zwischen einem ersten Punkt auf einer ersten Erhebung und einem zu dem ersten Punkt korrespondierenden zweiten Punkt auf einer zweiten Erhebung zwischen 0,2 bis 10 mm beträgt. Hierdurch sind ausreichend große Flächen zwischen den einzelnen Erhebungen geschaffen, die mit Farbe zur Erzeugen der Beschriftung auf der Oberfläche der Werkzeugmaschine gefüllt werden können.

[0016] Gemäß einer weiteren Ausführungsform der vorliegenden Erfindung kann es möglich sein, dass die Oberfläche der ersten Ebene eine erste Rauheit und die Oberfläche der zweiten Ebene eine zweite Rauheit enthalten. Hierbei ist es möglich, dass die Oberfläche der zweiten Ebene eine höhere Rauheit aufweist als die Oberfläche der ersten Ebene. Dabei kann die Oberfläche der zweiten Ebene einen Mittenrauwert Ra zwischen 3,5 und 4,5 µm. Die Oberfläche der ersten Ebene weist dabei eine Mittenrauwert Ra zwischen unter 3,5 µm auf. Durch den höheren Mittenrauwert für die Oberfläche der zweiten Ebene im Verhältnis zu dem niedrigeren Mittenrauwert für die Oberfläche der ersten Ebene weist die auf die Oberfläche der zweiten Ebene aufgedruckte Farbe einen besseren Widerstand gegen die abrasive Wirkung der auf die Gehäuseoberfläche auftreffenden Bruchstücke eines zu bearbeitenden Werkstoffs auf.

[0017] Weitere Vorteile ergeben sich aus der folgenden Figurenbeschreibung. In den Figuren sind verschiedene Ausführungsbeispiele der vorliegenden Erfindung dargestellt. Die Figuren, die Beschreibung und die Ansprüche enthalten zahlreiche Merkmale in Kombination. Der Fachmann wird die Merkmale zweckmässigerweise auch einzeln betrachten und zu sinnvollen weiteren Kombinationen zusammenfassen.

[0018] In den Figuren sind gleiche und gleichartige Komponenten mit gleichen Bezugszeichen beziffert.

[0019] Es zeigen:
Fig. 1
eine Seitenansicht auf eine Werkzeugmaschine mit der erfindungsgemäßen Gehäusevorrichtung;
Fig. 2
eine Detailansicht der Gehäusevorrichtung mit Beschriftung;
Fig. 3
eine perspektivische Detailansicht der Gehäusevorrichtung gemäß einer ersten Ausführungsform mit einer Anzahl an dreieckförmigen Erhebungen auf der zweiten Ebene;
Fig. 4
eine perspektivische Detailansicht der Gehäusevorrichtung ohne Erhebungen auf der zweiten Ebene;
Fig. 5
eine Schnittansicht der Gehäusevorrichtung gemäß der ersten Ausführungsform mit dreieckförmigen Erhebungen entlang der Schnittlinie A-A in der Fig. 2;
Fig. 5a
eine Schnittansicht der Gehäusevorrichtung gemäß einer zweiten Ausführungsform mit dreieckförmigen Erhebungen entlang der Schnittlinie A-A in der Fig. 2;
Fig. 6
eine Schnittansicht der Gehäusevorrichtung gemäß der ersten Ausführungsform mit dreieckförmigen Erhebungen entlang der Schnittlinie A-A in der Fig. 2 mit Bruchstücken eines durch die Werkzeugmaschine zu bearbeitenden Werkstoffs;
Fig. 7
eine detaillierte Schnittansicht der Gehäusevorrichtung gemäß der ersten Ausführungsform mit dreieckförmigen Erhebungen entlang der Schnittlinie A-A in der Fig. 2 mit Bruchstücken eines durch die Werkzeugmaschine zu bearbeitenden Werkstoffs;
Fig. 8
eine Schnittansicht der Gehäusevorrichtung gemäß einer dritten Ausführungsform mit halbkreisförmigen Erhebungen entlang der Schnittlinie A-A in der Fig. 2; und
Fig. 9
eine perspektivische Detailansicht der Gehäusevorrichtung gemäß einer vierten Ausführungsform mit einer Anzahl an Erhebungen in Pyramidenform auf der zweiten Ebene.

Ausführungsbeispiel:



[0020] Fig. 1 zeigt eine Werkzeugmaschine 1 mit einer erfindungsgemäßen Gehäusevorrichtung 2. Die Werkzeugmaschine 1 ist in Form eines Elektroschraubers ausgestaltet. Bei der Werkzeugmaschine 1 kann es sich alternativ auch um einen Bohrhammer, einen Meißelhammer, eine Bohrmaschine, einen Kombihammer, einen Winkelschleifer, eine Säge oder ähnliches handeln.

[0021] Die Gehäusevorrichtung 2 der Werkzeugmaschine 1 besteht aus einem schlagfesten Kunststoff, wie z.B. Polyamid, Polycarbonat, oder ähnliches. Auf der Oberfläche 3 der Gehäusevorrichtung 2 ist eine Beschriftung in Form der Buchstabenreihe "ABCDE" angebracht (vgl. Fig. 1). Bei der Beschriftung handelt es sich um eine auf die Oberfläche 3 der Gehäusevorrichtung 2 aufgedruckte Farbe. Die Farbe wird durch ein Tampondruckverfahren auf die Oberfläche 3 der Gehäusevorrichtung 2 aufgetragen. Alternativ kann auch ein anderes geeignetes Druckverfahren verwendet werden.

[0022] Fig. 2 zeigt eine Detailansicht der auf der Oberfläche 3 der Gehäusevorrichtung 2 aufgedruckten Beschriftung "ABCDE". Insbesondere ist in Fig. 2 ein Teilbereich des Buchstabens "A" gezeigt. Wie zu erkennen ist, besteht der für den Buchstaben bedruckte Bereich aus einer Vielzahl an Strukturmerkmalen. Wie nachfolgend detailliert beschrieben sind die Strukturmerkmale in Form von Erhebungen 4 gestaltet.

[0023] Wie in Fig. 3 gezeigt, enthält die Gehäusevorrichtung 2 gemäß einer ersten Ausführungsform im Wesentlichen eine erste Ebene 5 und eine zweite Ebene 6. Die erste Ebene 5 ist dabei in Richtung X im Wesentlichen parallel zu der zweiten Ebene 6 angeordnet. Die erste Ebene 5 befindet sich dadurch in Richtung X oberhalb der zweiten Ebene 6. Durch die erste Ebene 5 und die zweite Ebene 6 ist eine Vertiefung 7 entgegen der Richtung X in der Gehäusevorrichtung 2 erzeugt. Wie bereits vorstehend erwähnt, bildet die Vertiefung 7 im Wesentlichen den für die Beschriftung "ABCDE" zu bedruckenden Bereich, da jeder Buchstabe in Form einer Vertiefung 7 in der Oberfläche 3 der Gehäusevorrichtung 2 gebildet ist. In die Vertiefung 7 ist die Farbe durch das vorstehend erwähnte Tampondruckverfahren aufgebracht, um einen farblichen Kontrast zu der Farbe der Gehäusevorrichtung 2 zu erzeugen. Der Boden 8 der Vertiefung 7 ist dabei durch die zweite Ebene 6 gebildet. In der Vertiefung 7, d.h. zwischen der ersten Ebene 5 und der zweiten Ebene 7, ist eine Vielzahl von Erhebungen 4 vorgesehen. Gemäß der in Fig. 3 gezeigten Ausführungsform erstrecken sich die Erhebungen 4 in Richtung Y. Jede Erhebung 4 weist in einer Ebene, welche sich zwischen der Richtung X und Z aufspannt, eine dreieckförmige Querschnittsfläche. Die Dreiecke sind dabei als gleichschenklige Dreiecke ausgeformt. Es ist jedoch auch möglich, dass die Dreiecke in einer anderen Form gestaltet sind. Nur zur Verdeutlichung der Anordnung der ersten Ebene 5 und der zweiten Ebene 6 zueinander ist in Fig. 4 die Gehäusevorrichtung 2 mit der ersten Ebene 5 und der zweiten Ebene 6, hierbei sind jedoch keine Erhebungen 4 dargestellt. Die zweite Ebene 6 liegt entgegen der Richtung X unterhalb der ersten Ebene 5.

[0024] Fig. 5 zeigt eine Schnittansicht entlang des Schnitts A-A in Fig. 2 durch die Gehäusevorrichtung 2. Entsprechend der zu Fig. 3 beschriebenen ersten Ausführungsform der Gehäusevorrichtung 2 weist jede Erhebung 4 eine dreieckförmige Querschnittsfläche auf. Die Erhebungen 4 sind auf der zweiten Ebene 6 positioniert und weisen eine Höhe B mit einem Wert von ca. 0,2 mm auf. Wie bereits vorstehend und zu Fig. 3 beschrieben ist die zweite Ebene 6 sowie die auf der zweiten Ebene 6 positionierten Erhebungen 4 in der Vertiefung 7 angeordnet. Die Breite D der Vertiefung 7 weist einen Wert von 15 mm auf. Gemäß einer alternativen Ausführungsform kann die Breite D der Vertiefung 7 auch 25 mm betragen. Gleichwohl ist es gemäß einer weiteren Ausführungsform auch möglich, dass die Breite D der Vertiefung 7 einem Wert von 2,5 bis 10 mm entspricht. Die Höhe C der Vertiefung 7 weist einen Wert von 0,5 mm auf. Gemäß einer weiteren Ausführungsform kann die Höhe C der Vertiefung 7 auch ca. 0,2 mm betragen. Entsprechend einer weiteren Ausführungsform ist die Höhe C der Vertiefung 7 gleich der Höhe B der Erhebungen 4.

[0025] Des Weiteren sind die Erhebungen 4 mit einer Farbschicht 9 zum Erzeugen der Beschriftung "ABCDE" auf der Gehäusevorrichtung 2 überzogen. Wie in Fig. 5 gezeigt, ist die Farbschicht 9 so dünn auf den Erhebungen 4 aufgetragen, dass die Farbschicht 9 der Kontur der Erhebungen 4 sowie der zwischen den Erhebungen 4 liegenden Vertiefungen 7 folgt. Alternativ ist es jedoch auch möglich, dass die Farbschicht 9 so dick auf den Erhebungen 4 aufgetragen ist, dass eine durchgehende Farbschicht 9 bzw. geschlossene Farbschichtdecke über den Erhebungen 4 (d.h. in Richtung X) entsteht, die die Vertiefungen 7 zwischen den Erhebungen 4 vollständig ausfüllt. Die Höhe der Farbschicht 9 entspricht damit der Höhe B. Alternativ kann die Höhe der Farbschicht 9 auch der Höhe C entsprechen.

[0026] Wie ebenfalls in Fig. 5 gezeigt, sind die einzelnen Erhebungen 4 so zueinander positioniert, dass ein erster Punkt auf einer ersten Erhebung 4a in einem Abstand A zu einem zweiten Punkt auf einer zweiten benachbarten Erhebung 4b beabstandet ist. Der zweite Punkt auf der zweiten Erhebung 4b entspricht dabei einem Korrespondenzpunkt auf der ersten Erhebung 4a. Mit anderen Worten: der erste und zweite Punkt befindet sich an derselben Stelle der jeweiligen ersten und zweiten Erhebung 4a, 4b. Folglich haben die einzelnen Erhebungen 4 einen konstanten Abstand A zueinander. Alternativ ist es jedoch auch möglich, dass die einzelnen Erhebungen 4 mit einem unregelmäßigen Abstand zueinander auf der zweiten Ebene 6 angeordnet sind. Der Abstand A beträgt dabei 5 mm. Gemäß einer alternativen Ausgestaltungsform kann der Abstand A auch 0,2 bis 10 mm betragen.

[0027] Fig. 5a zeigt eine zweite Ausführungsform der Gehäusevorrichtung 2, bei der die einzelnen Erhebungen 4 einen abgerundeten Übergang 10 zueinander enthalten. Der abgerundete Übergang 10 weist einen Radius R mit 0,1 mm auf. Der Wert für den Radius R beträgt dabei im Wesentlichen die Hälfte des Werts für die Höhe B.

[0028] Während der Verwendung der Werkzeugmaschine 1 (insbesondere bei der Verwendung von Bohrhämmern) werden Bruchstücke 11 aus dem zu bearbeitenden (nicht gezeigten) Werkstoff herausgelöst. Diese Bruchstücke 11 treffen aufgrund der von der Werkzeugmaschine 1 auf sie übertragenen kinetischen Energie mit einer relativ hohen Geschwindigkeit auf die Oberfläche 3 der Gehäusevorrichtung 2 (vgl. Fig. 6). Von besonderer Bedeutung sind dabei Bruchstücke 11, die eine derartige Größe, Dichte und Massen aufweisen, dass sie in der Lage sind, die Farbeschicht 9 der Beschriftung von der Oberfläche 3 der Gehäusevorrichtung 2 abzuschlagen. Es hat sich herausgestellt, dass beispielsweise Bruchstücke 11 eines mineralischen Werkstoffs, wie z.B. Beton, mit einem mittleren Durchmesser E von ca. 10 mm und einer durchschnittlichen Geschwindigkeit, mit der diese Bruchstücke 11 von einer durchschnittlichen Werkzeugmaschine 1 aus dem mineralischen Werkstoff gelöst werden, genügend kinetischen Energie besitzen, um eine durchschnittliche Farbeschicht 9, die für gewöhnlich zwischen 10 nm und 78 nm dick ist, von der Oberfläche 3 der Gehäusevorrichtung 2 abzuschlagen. Es ist hierbei zu beachten, dass ein stetiges und kontinuierliches Auftreffen derartiger Bruchstücke 11 auf die Oberfläche 3 der Gehäusevorrichtung 2 über einen langen Zeitraum einen wesentlichen höheren Effekt in Form eines Abriebs der Farbeschicht 9 von der Oberfläche 3 hat, als ein sporadisches und kurzzeitiges Auftreffen derartiger Bruchstücke 11 auf die Oberfläche 3.

[0029] Wie in den Fig. 6 und 7 gezeigt, wird der größte Anteil der Farbschicht 9 auf der Gehäusevorrichtung 2 aufgrund der erfindungsgemäßen Anordnung der Erhebungen 4 auf der zweiten Ebene 6 nicht durch die Bruchstücke 11, welche auf die Oberfläche 3 der Gehäusevorrichtung 2 auftreffen, beeinträchtigt bzw. von der Oberfläche 3 abgeschlagen. Die spezielle Anordnung der Erhebungen 4 zueinander sowie insbesondere durch den Abstand A von maximal 10 mm zwischen den benachbarten Erhebungen 4 verhindert ein zu tiefes Eindringen der vorstehend beschriebenen Bruchstücke 11, sodass die Farbschicht 9 zwischen den einzelnen Erhebungen 4 durch die Bruchstücke unbeeinträchtigt bleibt. Hierdurch können die Farbschicht 9 und damit die Beschriftung an dem Großteil der zweiten Ebene 6 (d.h. an den Erhebungen 4 und vor allem zwischen den Erhebungen 4) auch bei einem intensiven Beschuss durch entsprechend große und schwere Bruchstücke 11 während der Verwendung der Werkzeugmaschine 1 erhalten bleiben.

[0030] Wie ebenfalls in Fig. 7 gezeigt, beträgt die Höhe B der Erhebungen 4 gemessen von der zweiten Ebene 6 einem maximalen Wert von 10 mm. Idealerweise beträgt die Höhe B jedoch 0,2 mm, da sich diese Höhe B aus produktionstechnischen Gründen sowie aus Gründen der Langlebigkeit für die aufgetragene Farbschicht 9 als besonders vorteilhaft erwiesen hat.

[0031] Gemäß einer weiteren Ausführungsform kann der Abstand A zwischen den Erhebungen 4 auch so gewählt werden, dass dieser dem mittleren Durchmesser eines Bruchstücks 11 entspricht, welches gemessen an dessen Material, Dichte, Masse und Geschwindigkeit (d.h. die Geschwindigkeit, mit der das Bruchstück 11 mit Hilfe der Werkzeugmaschine 1 aus dem zu bearbeitenden Werkstoff ausgelöst wird und auf die Gehäusevorrichtung 2 trifft) genügend kinetische Energie aufweist, um die Farbschicht 9 von der zweiten Ebene 6 abzuschlagen.

[0032] Fig. 8 zeigt eine weitere Ausgestaltungsform der erfindungsgemäßen Gehäusevorrichtung 2. Die einzelnen Erhebungen 4 weisen hierbei im Wesentlichen eine halbkreisförmige Querschnittsfläche 12 auf und erstrecken sich wie die Erhebungen 4 zu der Ausführungsform in Fig. 3 entlang der Richtung Y. Wie in Fig. 8 ersichtlich, erstreckt sich die halbkreisförmige Querschnittsfläche 12 in einer Ebene, die sich zwischen den Richtungen X und Z aufspannt. Der Radius r des Halbkreises beträgt idealerweise maximal 0,1 mm, sodass sich die halbkreisförmigen Erhebungen 4 ungefähr 0,2 mm in Richtung X von der zweiten Ebene 6 erstrecken.

[0033] Fig. 9 zeigt eine weitere Ausgestaltungsform der erfindungsgemäßen Gehäusevorrichtung 2. Die Erhebungen 4 sind dabei in Form von einzelnen Pyramiden ausgestaltet. Der Abstand A einer als Pyramide ausgestalteten Erhebung 4 zu einer benachbarten Erhebung 4 beträgt wie in den zuvor beschriebenen Ausführungsformen maximal 10 mm. Alternativ können die einzelnen Erhebungen 4 auch in Form von Pyramidenstumpfen ausgestaltet sein.


Ansprüche

1. Gehäusevorrichtung (2) für eine Werkzeugmaschine (1), enthaltend wenigstens einen in einem Druckverfahren, beispielsweise einem Tampondruckverfahren, verwendbaren Bereich, welcher eine erste Ebene (5) und eine zweite Ebene (6) enthält, wobei die zweite Ebene (6) im Wesentlichen parallel zu der ersten Ebene (5) in einer Richtung (X) versetzt angeordnet ist
dadurch gekennzeichnet, dass auf der zweiten Ebene (6) eine Vielzahl an zu bedruckenden Erhebungen (4) angeordnet sind.
 
2. Gehäusevorrichtung (2) nach Anspruch 1
dadurch gekennzeichnet, dass sich jede Erhebung (4) wenigstens entlang einer ersten Richtung (Y) erstreckt.
 
3. Gehäusevorrichtung (2) nach Anspruch 1
dadurch gekennzeichnet, dass sich eine erste Anzahl an Erhebungen (4) entlang einer ersten Richtung (Y) und eine zweite Anzahl an Erhebungen (4) entlang mindestens einer zweiten Richtung (Z) erstreckt.
 
4. Gehäusevorrichtung (2) nach wenigstens einem Ansprüche 1 bis 3
dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens eine Erhebung (4) eine Querschnittsfläche in Form eines gleichschenkligen Dreiecks enthält.
 
5. Gehäusevorrichtung (2) nach Anspruch 4
dadurch gekennzeichnet, dass die Höhe (B) des Dreiecks zwischen 0,1 und 0,3 mm beträgt.
 
6. Gehäusevorrichtung (2) nach wenigstens einem Ansprüche 1 bis 3
dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens eine Erhebung (4) eine Querschnittsfläche in Form eines Halbkreises (12) enthält.
 
7. Gehäusevorrichtung (2) nach Anspruch 6
dadurch gekennzeichnet, dass der Radius (R) des Halbkreises zwischen 0,05 und 0,15 mm beträgt.
 
8. Gehäusevorrichtung (2) nach wenigstens einem Ansprüche 1 bis 3
dadurch gekennzeichnet, dass jede Erhebung (4) in Form einer Pyramide oder Pyramidenstumpfs ausgestaltet ist.
 
9. Gehäusevorrichtung (2) nach Anspruch 8
dadurch gekennzeichnet, dass die Höhe der Pyramide oder des Pyramidenstumpfs zwischen 0,05 und 0,15 mm beträgt.
 
10. Gehäusevorrichtung (2) nach wenigstens einem der vorstehenden Ansprüche
dadurch gekennzeichnet, dass ein Abstand (A) zwischen einem ersten Punkt auf einer ersten Erhebung (4, 4a) und einem zu dem ersten Punkt korrespondierenden zweiten Punkt auf einer zweiten Erhebung (4, 4b) zwischen 0,2 und 10 mm beträgt.
 




Zeichnung


































Recherchenbericht









Recherchenbericht