| (19) |
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(11) |
EP 3 035 877 B1 |
| (12) |
EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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01.07.2020 Patentblatt 2020/27 |
| (22) |
Anmeldetag: 20.08.2014 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC):
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| (86) |
Internationale Anmeldenummer: |
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PCT/EP2014/067760 |
| (87) |
Internationale Veröffentlichungsnummer: |
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WO 2015/024976 (26.02.2015 Gazette 2015/08) |
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| (54) |
CHIRURGISCHES INSTRUMENT ZUM MANIPULIEREN, POSITIONIEREN UND FIXIEREN EINES CHIRURGISCHEN
STABES RELATIV ZU EINEM IMPLANTAT
SURGICAL INSTRUMENT FOR MANIPULATING, POSITIONING AND FIXING A SURGICAL ROD IN RELATION
TO AN IMPLANT
INSTRUMENT CHIRURGICAL PERMETTANT DE MANIPULER, POSITIONNER ET FIXER UNE TIGE CHIRURGICALE
PAR RAPPORT À UN IMPLANT CHIRURGICAL
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Benannte Vertragsstaaten: |
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AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL
NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR |
| (30) |
Priorität: |
21.08.2013 DE 102013109058
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| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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29.06.2016 Patentblatt 2016/26 |
| (73) |
Patentinhaber: Aesculap AG |
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78532 Tuttlingen (DE) |
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Erfinder: |
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- FISCHER, Kay
78532 Tuttlingen (DE)
- KRUEGER, Sven
78647 Trossingen (DE)
- MARX, Irene
78647 Trossingen (DE)
- SCHNEIDER, Lisa
72275 Alpirsbach (DE)
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| (74) |
Vertreter: Winter, Brandl, Fürniss, Hübner,
Röss, Kaiser, Polte - Partnerschaft mbB |
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Patent- und Rechtsanwaltskanzlei
Alois-Steinecker-Strasse 22 85354 Freising 85354 Freising (DE) |
| (56) |
Entgegenhaltungen: :
US-A- 6 036 692 US-A1- 2010 228 302
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US-A1- 2008 234 765 US-A1- 2011 184 469
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein chirurgisches Instrument, mit dem ein chirurgischer
Stab relativ zu einem Implantat, insbesondere zu einer Pedikelschraube, manipuliert,
positioniert und fixiert werden kann.
[0002] Die Verwendung von Pedikelschrauben ist in der Chirurgie allgemein bekannt. Sie werden
in der Regel zusammen mit einem Stab verwendet, um beispielsweise Wirbelkörper zueinander
zu fixieren. Dabei werden die Pedikelschrauben in zueinander zu fixierende Wirbelkörper
geschraubt und nachfolgend üblicherweise mittels eines Stabs miteinander verbunden.
Zu diesem Zweck weist der Kopf der Pedikelschraube, der auch als Tulpe bezeichnet
wird, eine meist U-förmige Aussparung auf. Zum Fixieren von Knochen oder Knochenteilen
zueinander wird der Stab in die Tulpe eingelegt und dort mittels einer Verschraubung
geklemmt, so dass die Pedikelschrauben und damit auch die Knochen oder Knochenteile,
in die diese eingeschraubt sind, über den Stab zueinander fixiert sind. Das Klemmen
des Stabs erfolgt in der Regel mit Madenschrauben, sogenannten Setscrews.
[0003] Unter Umständen kann es vorkommen, dass der Stab vor dem Klemmen nicht oder nur teilweise
in der Tulpe liegt. In einem solchen Fall muss er zunächst korrekt in der Tulpe positioniert
werden und kann erst nachfolgend in dieser Position mittels Einschrauben der Setscrew
in der Tulpe geklemmt werden. Um den Stab in der Ausnehmung der Pedikelschraube zu
positionieren, wird er mit einem Rod Pusher oder Rod Rocker genannten Instrument in
die Tulpe hinein gedrückt oder die Pedikelschraube an ihn herangezogen.
[0004] Der mittels eines solchen Instruments in die Tulpe gezwungene Stab steht zwangsläufig
meist unter Spannung. Dann ist es notwendig, die Setscrew zumindest teilweise in die
Tulpe einzuschrauben, während der Stab mittels des Rod Pushers gehalten wird, so dass
er in der dazu bestimmten Ausnehmung der Tulpe verbleibt. Das Einschrauben der Setscrew
erfolgt in der Regel mit einem Schraubendreher, wobei dafür Sorge zu tragen ist, dass
sich die Pedikelschraube beim Einschrauben der Setscrew nicht verdreht. Abhängig vom
Design des Implantates ist es von Vorteil oder sogar zwingend notwendig, die Setscrew
genau in Richtung der Gewindeachse einzubringen, was bei bestimmten Operationsbedingungen
problematisch sein kann. Aus dem Stand der Technik ist zu diesem Zweck bekannt, zur
Führung der Setscrew und/oder des Schraubendrehers eine Führungsgeometrie im Implantat
vorzusehen. Es ist auch bekannt, neben dem Rod Pusher ein zusätzliches Führungsinstrument
einzusetzen. Um ein Verdrehen der Pedikelschraube beim Eindrehen der Setscrew zu vermeiden,
ist die Verwendung von Gegenhaltern bekannt, mit denen die Pedikelschraube manuell
durch den Chirurgen oder anderes OP-Personal gehalten wird.
[0005] Zum Positionieren eines chirurgischen Stabs in einem Implantat sind aus dem Stand
der Technik verschiedene Instrumente bekannt. Ein Beispiel ist ein hebelartiges Instrument,
dessen eine Seite einen Handgriff und dessen gegenüberliegende Seite einen gabelartigen
Instrumentenkopf aufweist. Der Instrumentenkopf ist schwenkbar am Kopf eines Implantats,
z.B. einer Pedikelschraube, anordbar und besitzt eine hebelartig beabstandete Anlagefläche
für den chirurgischen Stab. Durch Schwenken des Instruments um den Kopf des Implantats
wird die Anlagefläche für den chirurgischen Stab in Richtung der Stabaufnahme der
Pedikelschraube bewegt. Der Stab kann dann mittels des Instruments in der gewünschten
Position gehalten werden. Nachteilig ist, dass die Anordnung und Positionierung des
Instruments am Implantat mit einer gewissen Unsicherheit behaftet ist, so dass es
sich unter Umständen lösen kann. Des Weiteren erfüllt das Instrument ausschließlich
die Funktion der Positionierung und des Haltens des Stabs in der Stabaufnahme der
Pedikelschraube und muss zu diesem Zweck manuell in der dazu erforderlichen Position
gehalten werden. Es bietet mit Nachteil keine Führung, die dem Chirurgen beim Einschrauben
der Setscrew behilflich ist.
[0006] Ein anderes Beispiel für ein bekanntes Instrument ist eine Zange, deren implantatseitigen
Zangenarme zu einer Aufnahme für den Kopf einer Pedikelschraube ausgebildet sind.
Die Zange kann durch den Chirurgen geöffnet, den Pedikelschraubenkopf umfassend an
dieser angeordnet und nachfolgend geschlossen werden, so dass die Aufnahme der Zange
sicher am Schraubenkopf angeordnet ist. Die Zange weist eine Ratsche auf, mittels
der sie in der geschlossenen Stellung verbleibt und ohne Lösen der Ratsche nicht von
der Pedikelschraube entfernt werden kann. Die Zangenarme sind hebelartig ausgebildet
und weisen im geschlossenen Zustand zwischen sich eine Anlagefläche für den chirurgischen
Stab auf, so dass dieser durch Schwenken der Zange um den Pedikelschraubenkopf in
die dazu vorgesehene Aufnahme der Tulpe eingebracht werden kann. Die Zange kann einfach
am Pedikelschraubenkopf angeordnet werden, allerdings sind für einen dauerhaft sicheren
Sitz am Pedikelschraubenkopf eine korrekte Positionierung und die Aufbringung eines
ausreichenden Schließdrucks erforderlich. Auch muss auch die Zange manuell in der
zum Positionieren und Klemmen des chirurgischen Stabs erforderlichen Position gehalten
werden. Das Instrument bietet mit Nachteil keine Führung, die dem Chirurgen beim Einschrauben
der Setscrew behilflich ist.
[0007] Eine andere bekannte Vorrichtung besitzt axial ausgerichtete, zueinander konzentrische
Hülsen, die mittels eines Hebelratschenmechanismus in axialer Richtung zueinander
bewegbar sind. Eine innere Hülse wird am Kopf einer Pedikelschraube angeordnet. Eine
zu der inneren Hülse bewegbare äußere Hülse besitzt eine Aufnahme für einen chirurgischen
Stab oder bildet eine solche Aufnahme aus. Durch eine Betätigung des Hebelmechanismus
bewegt sich die äußere Hülse zusammen mit dem chirurgischen Stab auf die innere Hülse,
die am Pedikelschraubenkopf angeordnet ist, zu, so dass der Stab relativ zum Schraubenkopf
in dessen Aufnahme positioniert wird. Die Innenräume der inneren und der äußeren Hülse
bilden gleichzeitig eine zum Pedikelschraubenkopf stets ausgerichtete Führung für
ein Schraubwerkzeug zum Einschrauben einer Setscrew aus.
[0008] Aus der Patentschrift
US 8,449,549 B2 ist schließlich ein als Rod Coercer bezeichnetes zangenartiges Instrument in mehreren
Ausführungsformen bekannt. Es umfasst zwei drehbar um ein erstes Scharnier aneinander
angeordnete Zangenbranchen mit Griffen für eine nutzerseitige Betätigung. Die der
Griffseite gegenüberliegenden pedikelschraubenseitigen Enden der Zangenbranchen bilden
gemeinsam im geschlossenen Zustand der Zange eine Anlagefläche für einen chirurgischen
Stab aus. An den pedikelschraubenseitigen Enden ist um ein zweites Scharnier, dessen
Schwenkachse zu der des ersten Scharniers orthogonal ist, schwenkbar jeweils ein Implantatgreifarm
angeordnet. Bei einem Öffnen des Instruments öffnen sich auch dessen Implantatgreifarme
sowie dessen pedikelschraubenseitige Enden. Bei einem Schließen des Instruments schließen
sich dessen Implantatgreifarme sowie dessen pedikelschraubenseitigen Enden. Das Instrument
wird im geöffneten Zustand an einer Pedikelschraube angesetzt und nachfolgend geschlossen.
Dabei sollen die Implantatgreifarme den Pedikelschraubenkopf umschließen und die pedikelschraubenseitigen
Enden mehr oder weniger definiert aneinander anliegen und die Anlagefläche für den
chirurgischen Stab ausbilden. Die pedikelschraubenseitigen Enden sind aufgrund der
zwei zueinander orthogonalen Schwenkachsen der Scharniere in zwei Raumrichtungen zueinander
frei beweglich. In der Folge kann bei einem Gebrauch des Instruments das rechte Arbeitsende
eine andere Position als das linke Arbeitsende aufweisen, und ein Verkippen der beiden
Arbeitsenden zueinander ist möglich. Das Instrument ermöglicht dem Chirurgen in der
Folge kein direktes Gefühl und Feedback hinsichtlich der Situation am Pedikelschraubenkopf.
Die Handhabung des Instruments und insbesondere dessen Positionierung relativ zum
Pedikelschraubenkopf und dem chirurgischen Stab sind schwierig. Das Instrument besitzt
keine Führungseinrichtung für die Setscrew oder für ein Werkzeug zum Einschrauben
der Setscrew. Die Funktion des Instruments als Gegenhalter, um beim Einschrauben der
Setscrew ein Verdrehen der Pedikelschraube zu verhindern, hängt mit Nachteil von der
korrekten Positionierung auf dem Pedikelschraubenkopf und einem ausreichend hohen
Schließdruck des Instruments ab.
[0010] Ausgehend vom vorstehend beschriebenen Stand der Technik liegt der Erfindung die
Aufgabe zugrunde, einem Chirurgen das Manipulieren, Positionieren und Fixieren eines
chirurgischen Stabs relativ zu einem in einem Knochen oder einem Knochenstück eingeschraubten
Implantat, insbesondere einer Pedikelschraube, in verlässlicher und schneller Weise
zu ermöglichen. Dabei soll insbesondere das Einschrauben einer Fixierungsschraube
für den Stab in das Implantat erleichtert werden. Das Instrument soll einfach und
zu günstigen Kosten herzustellen und für den nutzenden Chirurgen einfach anzuwenden
sein.
[0011] Die Aufgabe wird gelöst durch ein chirurgisches Instrument zum Manipulieren und Positionieren
eines chirurgischen Stabs relativ zu einem chirurgischen Implantat, insbesondere einer
Pedikelschraube, gemäß den Merkmalen des Anspruchs 1.
[0012] Das Instrument ist zangenartig mit zwei Branchen ausgebildet, die über ein Scharnier
drehbar miteinander gekoppelt sind, wobei jede der Branchen ein Arbeitsende aufweist,
welche Arbeitsenden bestimmt und eingerichtet sind, beim Schließen des Instruments
durch Drehen der Branchen um das Scharnier mit dem Implantat in Eingriff zu gelangen
und das Instrument relativ zum Implantat um eine Schwenkachse quer zu dessen Längsachse
verschwenkbar zu positionieren, wobei zumindest eine der Branchen eine Anlagestruktur
für einen chirurgischen Stab aufweist, mit der der Stab bei einem Verschwenken des
Instruments um die Schwenkachse relativ zu einer Stabaufnahme des Implantats manipuliert
und positioniert wird, und wobei an zumindest einer der Branchen eine Führungsstruktur
ausgebildet ist, zum Führen einer nach der Positionierung des Stabs in der Stabaufnahme
einzuschraubenden Fixierungsschraube für den Stab und/oder eines Werkzeugs zum Einschrauben
der Fixierungsschraube.
[0013] Die vorliegende Erfindung ermöglicht, die Funktionen des Manipulierens und Positionierens
des Stabs einerseits zusammen mit einer Führung der Fixierungsschraube und/oder des
Werkzeugs zum Einschrauben der Fixierungsschraube andererseits kombiniert mittels
Verwendung eines einzigen Instruments zu verwirklichen und erspart dem Operateur das
Aufsetzen und Halten eines separaten Führungsinstrumentes sowie die Notwendigkeit
einer dritten Hand bzw. eines Assistenten. Die Handhabung des Instruments ist daher
deutlich vereinfacht gegenüber dem Stand der Technik. Da ein separates Handhaben eines
Führungsinstruments für die Fixierungsschraube bzw. das Werkzeug zum Eindrehen der
Fixierungsschraube nicht notwendig ist, kann bei einer OP mit Vorteil Zeit eingespart
werden. Das Instrument nach der Erfindung ist mit Vorteil komplett einhändig zu bedienen,
so dass der Chirurg seine freie Hand für andere Zwecke, insbesondere zum Einschrauben
der Fixierungsschraube, nutzen kann. Das Einschrauben der Fixierungsschraube wird
deutlich vereinfacht und Fehler werden vermieden. Dies ist insbesondere bei unübersichtlichen
OP-Bedingungen von Vorteil, wenn der Chirurg den Stab ohne ausreichende Sicht positionieren
und fixieren muss.
[0014] Nach dem Niederdrücken des Stabs kann die Fixierungsschraube im Wesentlichen kräftefrei
und seitlich geführt in die Stabaufnahme bzw. Tulpe eindreht werden. Dadurch wird
verhindert, dass die Fixierungsschraube schief in das Gewinde gedreht (Cross-Threading)
und unter Umständen das Gewinde dabei beschädigt wird.
[0015] Nach einer Ausführungsform kann wenigstens ein Arbeitsende der Branchen des Instruments
einen Zapfen oder eine ähnliche Struktur aufweist, der bzw. die beim Schließen des
Instruments durch Drehen der Branchen um das Scharnier in eine dazu vorgesehene Ausnehmung
oder ähnliche Struktur in dem Implantat, insbesondere im Kopf des Implantats bzw.
einer Tulpe einer Pedikelschraube, eingreift und darin relativ zum Implantat um die
Achse des Zapfens drehbar gehalten ist. Bei dieser Ausführungsform ist in vorteilhafter
Weise das gesamte Instrument um die durch den Zapfen ausgebildete Drehachse schwenkbar.
Dem Chirurgen wird daher ein deutliches Gefühl vermittelt, ob z. B. das Instrument
korrekt am Implantat angeordnet ist und ob der Stab korrekt und in einer gewünschten
Lage in dem Implantat positioniert ist. Auch ist ein sicherer Sitz des Instruments
am Implantat sichergestellt. Durch die Anordnung von Zapfen in Ausnehmungen des Implantats
ist das Instrument gegenüber dem Implantat zwar um die durch die Zapfen und Ausnehmungen
gebildete Schwenkachse quer zur Implantatachse schwenkbar, allerdings nicht um die
Implantatachse. Auf diese Weise wirkt das Instrument mit Vorteil als Verdrehsicherung
beim Einschrauben der Fixierungsschraube. Nach dem Stand der Technik war zu diesem
Zweck ein separater Gegenhalter erforderlich, so dass durch diese Ausführungsform
der Erfindung eine weitere Vereinfachung für den Chirurgen erreicht wird. Des Weiteren
kann die Fixierungsschraube mit einem hohem Drehmoment angezogen werden, ohne dass
dieses auf das Implantat übertragen wird.
[0016] Nach einer weiteren Ausführungsform ist die Führungsstruktur in Form einer vorzugsweise
ebenen Führungsfläche ausgebildet, die orthogonal zur Schwenkachse des Instruments
orientiert ist und unabhängig vom Schwenkwinkel des Instruments relativ zum Implantat
die Führung für die Fixierungsschraube und/oder das Werkzeug zum Einschrauben der
Fixierungsschraube bildet.
[0017] Mit anderen Worten die Führungsstruktur ist derart ausgebildet, dass sie über den
gesamten zu erwartenden Schwenkbereich des Instruments eine Führung oder seitliche
Abstützung der Fixierungsschraube und/oder das Werkzeug bietet bzw. dass sich die
Führungsstruktur dem jeweiligen Schwenkwinkel folgt.
[0018] Nach einer weiteren Ausführungsform ist die Anlagestruktur an einer der Branchen
ausgebildet und erstreckt sich bei geschlossenem Instrument im Wesentlichen quer über
den gesamten Bereich zwischen den Branchen. So ist auch bei einem nicht vollständig
geschlossenen Instrument eine sichere Anlage des Stabs gewährleistet.
[0019] Nach einer Ausführungsform ist an dem Arbeitsende jeder Branche jeweils ein bogenförmiger
Vorsprung einstückig angeformt, wobei die Innenflächen der beiden Vorsprünge im Wesentlichen
eine Verlängerung der Stabaufnahme bilden und eine seitliche Führung für die Fixierungsschraube
und/oder das Werkzeug zum Einschrauben der Fixierungsschraube bilden.
[0020] Nach einer Ausführungsform sind die Innenflächen der Vorsprünge in der geschlossenen
Stellung des Instruments planparallel zur Schwenkebene.
[0021] Nach einer Ausführungsform entspricht die Bogenlänge des Vorsprungs dem zu erwartenden
Schwenkwinkel des Instruments. Somit wird sichergestellt, dass die Fixierungsschraube
und/oder das Werkzeug zum Einschrauben der Fixierungsschraube während der gesamten
Schwenkbewegung seitlich geführt sind.
[0022] Nach einer weiteren Ausführungsform weist wenigstens eine der Branchen eine auf einem
Kreisbogen um die Schwenkachse des Instruments relativ zum Implantat geführte Führungseinheit
mit einer teilzylinderförmigen oder zylinderförmigen Führungsfläche für die Fixierungsschraube
und/oder das Werkzeug zum Einschrauben der Fixierungsschraube auf. Bei dieser Ausführungsform
ist eine Führung der Fixierungsschraube bzw. des Einschraubwerkzeugs in zwei Raumrichtungen
orthogonal zur Längsachse des Implantats stets gewährleistet.
[0023] Nach einer weiteren Ausführungsform weist die Führungseinheit einen Bolzen auf, der
in einer in der Branche ausgebildeten bogenförmigen Nut oder Führungsbahn geführt
ist. Der Bolzen kann einen runden, ovalen oder langgestreckten Querschnitt aufweisen.
Bei einem Bolzen mit rundem Querschnitt ist der Bolzen in der Führungsnut und damit
die gesamte Führungseinheit frei drehbar, was unter gewissen Umständen, z.B. bei einem
schiefen oder verkanteten Ansetzen des Instruments am Implantat eine korrekte Anordnung
und Anlage der Führungseinheit am Implantat erleichtert. Bei anderen Querschnittsformen
wird diese freie Drehbarkeit verhindert und eine Ausrichtung der Führungseinheit relativ
zur Schwenkachse des Instruments um das Implantat ist stets sichergestellt.
[0024] Insbesondere kann der Bolzen in der Nut mittels einer Feder insbesondere als Rückstellglied
in eine Endlage vorgespannt sein. In dieser Endlage ist die Führungseinheit mit Vorteil
derart zum Instrument angeordnet und ausgerichtet, dass sie bei einem Ansetzen des
Instruments am Implantat flach auf dem Implantat aufliegt, wobei die Führungsflächen
der Führungseinheit bereits in einer geeigneten Orientierung zum Führen der Fixierungsschraube
bzw. des Werkzeugs ausgerichtet sind. Nachdem das Instrument von dem Implantat gelöst
wurde, stellt das Rückstellglied die Führungseinrichtung zurück in die Ausgangsposition.
[0025] Nach einer weiteren Ausführungsform kann die Führungseinheit eine zylinderförmige
Durchgangsöffnung aufweisen, deren Innenwand die Führungsfläche für die Fixierungsschraube
und/oder das Werkzeug zum Einschrauben der Fixierungsschraube ausbildet. Bei dieser
Ausführungsform ist eine Führung der Fixierungsschraube bzw. des Einschraubwerkzeugs
in zwei Raumrichtungen orthogonal zur Längsachse des Implantats stets gewährleistet.
Ein Abrutschen des Werkzeugs ist durch die geschlossene Bauweise der Führung nicht
zu erwarten und kann sicher verhindert werden. Nach einer weiteren Ausführungsform
kann die Führungseinheit zweigeteilt sein und an jeder der Branchen ein Teil der Führungseinheit
angeordnet sein. Auf diese Weise kann das zweite Arbeitsende ebenfalls eine Zwangsführung,
ein Rückstellglied und eine Führungseinrichtung für einen Lagerungszapfen bzw. eine
gegen Verdrehen gesicherte Lagerung aufweisen.
[0026] Weitere Merkmale und Vorteile der vorliegenden Erfindung ergeben sich aus der folgenden
beispielhaften Beschreibung besonders bevorzugter Ausführungsformen der Erfindung
anhand der Figuren. Dabei zeigt:
Fig. 1 in einer schematischen perspektivischen Darstellung einen mit zwei Pedikelschrauben
zu verbindenden Stab,
Fig. 2 in einer schematischen perspektivischen Darstellung eine erste Ausführungsform
des Instruments,
Fig. 3 einen Arbeitsbereich einer Branche des Instruments der Figur 2 in einer vergrößerten
schematischen perspektivischen Darstellung,
Fig. 4 das Aufsetzen des Instruments der Figuren 2 und 3 auf eine Pedikelschraube
als ersten Arbeitsgang aus zwei unterschiedlichen Blickrichtungen,
Fig. 5 das Herunterdrücken des Stabes als zweiten Arbeitsgang aus zwei unterschiedlichen
Blickrichtungen,
Fig. 6 das Einschrauben einer Fixierungsschraube in die Pedikelschraube,
Fig. 7 eine zweite Ausführungsform des Instruments in einer schematischen perspektivischen
Darstellung,
Fig. 8 die Verwendung der Ausführungsform der Figur 7 in zwei schematischen Ansichten
und
Fig. 9 eine dritte Ausführungsform des Instruments in einer schematischen perspektivischen
Darstellung.
[0027] Die Figur 1 zeigt schematisch eine Situation während eines spinalen Eingriffs, bei
dem zwei in Figur 1 nicht dargestellte Wirbel mittels zweier Pedikelschrauben 1 und
2 als Implantate und eines chirurgischen Stabs 3 zueinander fixiert werden. Jede Pedikelschraube
1, 2 weist einen Kopf 4 auf, der auch als Tulpe bezeichnet wird. Der Kopf 4 ist im
Wesentlichen U-förmig ausgebildet und weist eine Ausnehmung oder Stabaufnahme 8 auf,
die zur Klemmung des Stabs 3 eingerichtet und bestimmt ist. An den Kopf 4 anschließend
besitzt die Pedikelschraube 1, 2 einen Schaft 5, der mit einem Knochengewinde versehen
ist, das in den Wirbel eingeschraubt wird. In der Stabaufnahme 8 des Kopfs 4 ist ein
Innengewinde 6 ausgebildet, in das eine in der Figur 1 nicht dargestellte Fixierungsschraube
7 (siehe z.B. in Figur 6) für den Stab 3, die auch als Setscrew bezeichnet wird, einzuschrauben
ist. Der Stab 3 ist in der in Figur 1 dargestellten Situation in die Stabaufnahme
8 der Pedikelschraube 1 eingelegt, jedoch noch nicht fixiert. An der von der Stabaufnahme
8 abgewandten Außenseite des Kopfs 4 sind zwei einander gegenüberliegende Ausnehmungen
9 ausgebildet, von denen in Figur 1 jeweils nur eine sichtbar ist. Diese dienen, wie
nachfolgend genauer ausgeführt wird, als Ansätze für das Instrument an der Pedikelschraube.
[0028] Eine erste Ausführungsform des Instruments 10 ist in Figur 2 gezeigt. Das Instrument
10 ist zangenartig mit zwei Branchen 11 und 12 ausgebildet und in Figur 2 im geschlossenen
Zustand gezeigt. Die beiden Branchen 11 und 12 sind mittels eines Scharniers 13 relativ
zueinander um dessen Achse drehbar gekoppelt. Die Branche 11 weist endseitig eine
Fingeröse 14 und ein am gegenüberliegenden Ende ausgebildetes Arbeitsende 15 auf,
das im Detail in Figur 3 dargestellt ist. Die Branche 12 weist endseitig eine Fingeröse
16 und ein am gegenüberliegenden Ende ausgebildetes Arbeitsende 17 auf. Im Bereich
der Fingerösen 14, 16 sind die Branchen 11, 12 mittels eines Ratschenmechanismus 18
miteinander verrastet bzw. verrastbar. Unter Lösen des Ratschenmechanismus 18 können
die Branchen 11, 12 auseinandergespreizt werden, wobei sich die beiden Arbeitsenden
15, 17 voneinander entfernen.
[0029] Die Bewegungsrichtung des Arbeitsendes 15 beim Öffnen und Schließen des Instruments
10 ist in Figur 3 mittels eines Doppelpfeils A gekennzeichnet. Das Arbeitsende 15
weist einen Zapfen 19 auf, dessen Zapfenachse 21 sich im Wesentlichen in die Bewegungsrichtung
erstreckt, also orthogonal zur Achse des Scharniers 13 ist. Der Zapfen 19 ist am Ende
eines Zapfenarms 20 angeordnet, ragt in Richtung des (nicht dargestellten) Arbeitsendes
17 der anderen Branche 12 vor und ist dazu eingerichtet und bestimmt, in eine Ausnehmung
9 der Pedikelschraube 1, 2 einzugreifen, wenn das Instrument 10 an dieser angeordnet
und geschlossen wird.
[0030] Von der Zapfenachse 21 um einen Hebelarm X beabstandet ist am Arbeitsende 15 ein
in Richtung des gegenüberliegenden Arbeitsendes 17 ragender Vorsprung 22 als Anlagestruktur
für einen chirurgischen Stab 3 ausgebildet. Der Vorsprung 22 weist eine bogenförmige
Anlagefläche 23 auf, an der der Stab 3 bei einer Manipulation mittels des Instruments
10 anliegt und abrollt oder gleitet. Der Vorsprung 22 ragt über die Teilungsebene
des Instruments 10, in der die in Figur 3 mit der Bezugsziffer 24 bezeichnete Innenfläche
der Branche 11 verläuft, hinaus und erstreckt sich des Instruments 10 im Wesentlichen
quer über den gesamten sich im geschlossenen Zustand zwischen den Arbeitsenden 15,17
erstreckenden Bereich zwischen diesen. Die Zapfenachse 21 ist im Wesentlichen parallel
zur Anlagefläche 23.
[0031] Das Arbeitsende 15 weist schließlich einen Vorsprung 25 auf, der tangential zur Zapfenachse
21 ausgerichtet ist. Der Vorsprung 25 ist bogenförmig ausgebildet und von der Zapfenachse
21 um seinen Krümmungsradius R beabstandet. An der zum gegenüberliegenden Arbeitsende
17 der Branche 12 weisenden Seite des Vorsprungs 25 ist eine ebene Führungsfläche
26 ausgebildet. Diese ist für eine Führung einer Setscrew 7 und/oder eines Werkzeugs
27 zu deren Einschrauben bestimmt und eingerichtet.
[0032] Das Arbeitsende 17 der Branche 12 ist im Wesentlichen spiegelverkehrt zum Arbeitsende
15 ausgebildet. Allerdings weist das Arbeitsende 17 keinen Vorsprung 22 als Anlagestruktur
für den chirurgischen Stab 3 auf (gut erkennbar in Figur 4). Im geschlossenen Zustand
des Instruments 10 weisen die gegenüberliegenden Führungsflächen 26 der Vorsprünge
25 einen ausreichenden Abstand voneinander auf, so dass der Stab 3 mit Spiel zwischen
ihnen angeordnet sein kann. Der Abstand zwischen den Führungsflächen 26 entspricht
in etwa dem Durchmesser einer Setscrew oder eines Werkzeugs, um diese einzuschrauben,
so dass eine Führung in einer Raumrichtung (quer zur Scharnierachse des Scharniers
13) erzielt wird.
[0033] Die Verwendung und Funktion der in den Figuren 2 und 3 gezeigten Ausführungsform
wird nun mit Bezug auf die Figuren 4 bis 6 beschrieben. In Figur 4 ist das Instrument
10 nach Ansetzen an die Pedikelschraube 2 aus zwei verschiedenen Blickrichtungen gezeigt.
Um das Instrument 10 anzusetzen, wird es von einer Bedienperson an den Fingerösen
14 und 16 ergriffen und geöffnet, so dass sich die Arbeitsenden 15 und 17 und damit
die Zapfen 19 voneinander entfernen. Im geöffneten Zustand kann das Instrument 10
an dem Kopf 4 der Pedikelschraube 2 angeordnet und geschlossen werden. Beim Schließen
des Instruments 10 dringen die Zapfen 19 der beiden Arbeitsenden 15 und 17 in die
zu diesem Zweck am Kopf 4 vorgesehenen Ausnehmungen 9 ein. Diese bilden zusammen mit
den darin eingreifenden Zapfen 19 ein Schwenklager aus, dessen Schwenkachse quer zur
Längsachse der Pedikelschraube 1, 2 verläuft und um das das gesamte Instrument 10
relativ zur Pedikelschraube 2 und zum Stab 3 schwenkbar ist. Die entsprechende Schwenkrichtung
ist in Figur 5 mittels eines Doppelpfeils B verdeutlicht. Beim Schließen des Instruments
10 (Bewegungsrichtung A) gelangt der Ratschenmechanismus 18 in Eingriff, hält die
Branchen 11, 12 des Instruments 10 in der entsprechend geschlossenen Position zueinander
und sperrt es gegen unbeabsichtigtes Öffnen. Das Instrument 10 ist in dem in Figur
4 gezeigten Zustand also über den Ratschenmechanismus 18 verriegelt und verbleibt
ohne bewusste nutzerseitige Betätigung in dieser Position. Wie insbesondere die linke
Abbildung der Figur 4 zeigt, ist der Stab 3 über der Stabaufnahme 8 positioniert und
noch nicht in diese eingeführt.
[0034] Um dem Stab 3 in die Stabaufnahme 8 zu drücken, wird das Instrument 10 im weiterhin
geschlossenen Zustand durch den Chirurgen um die durch die Zapfen 19 und die Ausnehmungen
9 gebildete Schwenkachse, also die Zapfenachse 21, geschwenkt. Diese Bewegung ist
schematisch in zwei Ansichten aus unterschiedlichen Blickrichtungen in Figur 5 gezeigt.
Bei der genannten Schwenkbewegung um die Zapfenachse gelangt der Vorsprung 22 mit
seiner bogenförmigen Anlagefläche 23 mit dem Stab 3 in Eingriff und drängt diesen
bei fortgeführter Schwenkbewegung weiter in die Stabaufnahme 8. Die gegenüberliegenden
Vorsprünge 25 bewegen sich bei dieser Schwenkbewegung auf einer entsprechenden bogenförmigen
Bahn um die Ausnehmungen 9 der Pedikelschraube, wobei die Führungsflächen 26 unabhängig
vom jeweiligen Schwenkwinkel stets kurz oberhalb des Kopfes 4 mit der Stabaufnahme
8 bleiben. Auf diese Weise ist eine Führung der Setscrew bzw. des Einschraubwerkzeugs
für diese unabhängig vom Schwenkwinkel, der von der Eindrücktiefe des Stabs 3 in die
Stabaufnahme 8 abhängt, sichergestellt.
[0035] Figur 6 zeigt schließlich das Einschrauben der Setscrew 7 mittels eines Werkzeugs
27 in das Innengewinde 6 des Kopfs 4 der Pedikelschraube 1, 2. Es ist zu erkennen,
dass die einander gegenüberliegenden Führungsflächen 26 zunächst die Setscrew 7 und
bei fortgesetztem Einschrauben das Werkzeug 27 seitlich führen. Bei der dargestellten
Ausführungsform erfolgt die Führung quer zum Stab 3. Aus Figur 6 geht des Weiteren
hervor, dass das Instrument 10 neben der beschriebenen Funktion der Manipulation und
Positionierung des Stabs 3 relativ zur Pedikelschraube 1, 2 und des Einführens des
Stabs 3 in die Stabaufnahme 8 als weitere Funktion die eines Gegenhalters übernimmt,
der bei einem Einschrauben der Setscrew 7 in das Innengewinde 6 sicherstellt, dass
sich die (in den Knochen eingeschraubte) Pedikelschraube 1, 2 nicht dreht und so unbeabsichtigt
weiter in den Knochen hinein- oder aus diesem herausdreht. Eine Drehung der Pedikelschraube
1, 2 um ihre Längsachse relativ zum Instrument 10 wird durch den Eingriff der Zapfen
19 in die Ausnehmungen 9 verhindert.
[0036] Eine zweite Ausführungsform der Erfindung in Form eines Instruments 100 ist in einer
schematischen perspektivischen Darstellung in Figur 7 dargestellt. Das Instrument
100 gleicht im Wesentlichen dem in den Figuren 2 bis 6 gezeigten Instrument 10, mit
folgenden Ausnahmen. Nur an dem Arbeitsende 15 der Branche 11 ist ein bogenförmiger
Vorsprung 28 ausgebildet, dessen Krümmung um den Zapfen 19 verläuft. In dem Vorsprung
28 ist eine ebenfalls bogenförmige Führungsbahn 29 ausgebildet, deren Krümmung um
den Zapfen 19 als Mittelpunkt verläuft. In der Führungsbahn 29 ist ein Bolzen 30 einer
Führungseinheit 31 geführt. Der Radius der Krümmung der Führungsbahn 29 entspricht
dem Abstand der Rotationsachse des Instruments 100 um den Kopf 4 (also der Längsachse
des Zapfens 19) von der Lagerung der Führungseinrichtung 31 in der Führungsbahn 29
(also der Längsachse des Bolzens 30). Der Bolzen 30 ist in der Führungsbahn 29 auf
dem Kreisbogen um den Zapfen 19 herum translatorisch verschiebbar. Da der Bolzen 30
einen runden Querschnitt aufweist, ist er außerdem um seine Längsachse drehbar. Die
fest mit dem Bolzen 30 verbundene oder einteilig damit ausgeführte Führungseinheit
31 ist damit zusammen mit dem Bolzen 30 relativ zum Vorsprung 28 und zum Arbeitsende
15 translatorisch bogenförmig entsprechend der Form der Führungsbahn 29 bewegbar und
um die Längsachse des Bolzens 30 drehbar. In der Führungsbahn 29 ist neben dem Bolzen
30 eine Feder 32 angeordnet, die den Bolzen 30 in die in der Figur 7 dargestellte
Endlage am Ende der Führungsbahn 29 drängt.
[0037] Die Führungseinheit 31 weist eine Durchgangsöffnung 33 auf, die sie in Richtung der
Längsachse der Pedikelschraube 1, 2 durchdringt. Die Durchgangsöffnung 33 dient als
Führung für eine nicht dargestellte Setscrew 7 bzw. für ein nicht dargestelltes Schraubwerkzeug
27. Im Gegensatz zu der Ausführungsform der Figuren 2 bis 6 wird bei der Ausführungsform
der Figuren 7 und 8 eine Führung in zwei Ebenen erreicht, nämlich quer zum Stab 3
und in Richtung dessen Längsachse.
[0038] In Figur 8 ist die Verwendung dieser Ausführungsform anhand zweier unterschiedlicher
Stellungen des Instruments 100 gezeigt. Figur 7 und die rechte Abbildung der Figur
8 zeigt das Instrument 100 in seiner Ausrichtung zum Ansetzen am Kopf 4 der Pedikelschraube
1, 2. In dieser Stellung ist die Führungseinheit 31 aufgrund der Wirkung der Feder
32 in die obere rechte Endlage in der Führungsbahn 29 gedrängt. Die zum Kopf 4 der
Pedikelschraube 1, 2 weisende Unterseite der Führungseinheit 31 ist in dieser Position
parallel zur Oberseite des Kopfs 4 ausgerichtet und liegt flach und flächig auf dieser
auf. Die Zapfen 19 greifen in die seitlichen Ausnehmungen 9 der Pedikelschraube 1,
2 ein.
[0039] Nach dem Ansetzen des Instruments 100 wird dieses um die durch die Zapfen 19 und
die Ausnehmungen 9 gebildete Schwenkachse geschwenkt. Da die Führungseinheit 31 flach
auf der Oberseite des Kopfs 4 aufliegt, kann sie dieser Schwenkbewegung nicht folgen
und verschiebt sich relativ zum Arbeitsende 15 in der Führungsbahn 29, wobei sie relativ
zum Kopf 4 der Pedikelschraube in gleicher Position verbleibt. Durch die Schwenkbewegung
wird der Stab 3, wie bereits im Zusammenhang mit der Ausführungsform der Figuren 2
bis 6 beschrieben, in die Stabaufnahme 8 gedrängt. Das Einschrauben der Setscrew erfolgt
nun durch die Durchgangsöffnung 33 in zwei Raumrichtungen definiert geführt. Die Setscrew
7 kann dabei vor dem Ansetzen des Instruments 100 oder erst nach dem Eindrücken des
Stabs 3 in die Stabaufnahme 8 in der Durchgangsöffnung eingesetzt werden. Die zweite
Ausführungsform entspricht im Übrigen der ersten Ausführungsform.
[0040] Eine dritte Ausführungsform der Erfindung in Form eines Instruments 110 ist in Figur
9 in einer schematischen perspektivischen Darstellung gezeigt. Das Instrument 110
gleicht im Wesentlichen dem Instrument 100 der Figuren 7 und 8, mit der Ausnahme,
dass der Bolzen 30 keinen runden, sondern einen länglichen Querschnitt aufweist, so
dass er sich zwar entlang der Führungsbahn 29 translatorisch bewegen kann, sich jedoch
nicht um seine Längsachse drehen kann. Da eine Drehung der Führungseinheit 31 in der
Führungsbahn 29 nicht möglich ist, ist deren korrekte Positionierung flach auf der
Oberseite des Kopfs 4 der Pedikelschraube 1, 2 aufliegend stets sichergestellt.
[0041] In einer weiteren Ausführungsform, die in den Figuren nicht dargestellt ist, die
jedoch den Ausführungsformen der Figuren 7 bis 9 im Wesentlichen entspricht, ist die
Führungseinheit 31 hälftig geteilt. Die eine Hälfte der Führungseinheit 31 ist in
der Führungsbahn 29 der Branche 11 geführt. Die andere Branche 12 weist ebenfalls
einen Vorsprung 28 mit einer Führungsbahn 29 auf, in der die zweite Hälfte der Führungseinheit
31 identisch geführt ist. Die dritte und vierte Ausführungsform entspricht im Übrigen
der ersten Ausführungsform.
1. Chirurgisches Instrument (10; 100; 110) zum Manipulieren und Positionieren eines chirurgischen
Stabs (3) relativ zu einem chirurgischen Implantat (1, 2), wobei
das Instrument (10; 100; 110) zangenartig mit zwei Branchen (11, 12) ausgebildet ist,
die über ein Scharnier (13) drehbar miteinander gekoppelt sind;
jede der Branchen (11, 12) ein Arbeitsende (15, 17) aufweist, welche Arbeitsenden
(15, 17) bestimmt und eingerichtet sind, beim Schließen des Instruments (10; 100;
110) durch Drehen der Branchen (11, 12) um das Scharnier (13) mit dem Implantat (1,
2) in Eingriff zu gelangen und das Instrument (10; 100; 110) relativ zum Implantat
(1, 2) um eine Schwenkachse (21) quer zu dessen Längsachse verschwenkbar zu positionieren;
zumindest eine der Branchen (11, 12) eine Anlagestruktur (22, 23) für einen chirurgischen
Stab (3) aufweist, mit der der Stab (3) bei einem Verschwenken des Instruments (10;
100; 110) um die Schwenkachse (21) relativ zu einer Stabaufnahme (8) des Implantats
(1, 2) manipuliert und positioniert wird; und
an zumindest einer der Branchen (11, 12) eine Führungsstruktur (25, 26, 31, 33) ausgebildet
ist, zum Führen einer nach der Positionierung des Stabs (3) in der Stabaufnahme (8)
einzuschraubenden Fixierungsschraube (7) für den Stab (3) und/oder zum seitlichen
Führen eines Werkzeugs (27) zum Einschrauben der nach der Positionierung des Stabs
(3) in der Stabaufnahme (8) einzuschraubenden Fixierungsschraube (7) für den Stab
(3),
dadurch gekennzeichnet, dass
an dem Arbeitsende (15, 17) zumindest einer Branche (11, 12) ein bogenförmiger Vorsprung
(25) einstückig angeformt ist, wobei die Innenfläche (26) des Vorsprungs (25) eine
Verlängerung der Stabaufnahme (8) und eine seitliche Führung für die Fixierungsschraube
(7) und/oder das Werkzeug (27) zum Einschrauben der Fixierungsschraube (7) oder für
eine dazu separat ausgebildete Führungsstruktur bildet.
2. Chirurgisches Instrument (10; 100; 110) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungsstruktur (25, 26, 31, 33) so ausgebildet ist, dass beim Einschrauben
der Fixierungsschraube (7) zunächst die Fixierungsschraube (7) und bei fortgesetztem
Einschrauben der Fixierungsschraube (7) das Werkzeug (27) geführt wird.
3. Chirurgisches Instrument (10; 100; 110) nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens ein Arbeitsende (15, 17) einen Zapfen (19) aufweist, der beim Schließen
des Instruments (10; 100; 110) durch Drehen der Branchen (11, 12) um das Scharnier
(13) in eine dazu vorgesehene Ausnehmung (9) in dem Implantat (1, 2) eingreift und
darin relativ zum Implantat (1, 2) um die Achse (21) des Zapfens (19) drehbar gehalten
ist.
4. Chirurgisches Instrument (10; 100; 110) nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungsstruktur (25, 26, 31, 33) in Form einer Führungsfläche (26, 33) ausgebildet
ist, die orthogonal zur Schwenkachse (21) des Instruments (10; 100; 110) orientiert
ist und unabhängig vom Schwenkwinkel des Instruments (10; 100; 110) relativ zum Implantat
(1, 2) die Führung für die Fixierungsschraube (7) und/oder das Werkzeug (27) zum Einschrauben
der Fixierungsschraube (7) bildet.
5. Chirurgisches Instrument (10; 100; 110) nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Anlagestruktur (22, 23) an einer der Branchen (11, 12) ausgebildet ist und sich
bei geschlossenem Instrument (10; 100; 110) im Wesentlichen quer über den gesamten
Bereich zwischen den Branchen (11, 12) erstreckt.
6. Chirurgisches Instrument (10; 100; 110) nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungsstruktur (25, 26, 31, 33) oder zumindest ein Teil davon beim Verschwenken
des Instruments (10; 100; 110) mitverschwenkt wird, insbesondere um das proximale
Ende des Implantats (1, 2) geschwenkt wird.
7. Chirurgisches Instrument (10; 100; 110) nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungsstruktur (25, 26, 31, 33) oder zumindest ein Teil davon über den gesamten
zu erwartenden Schwenkbereich des Instruments (10; 100; 110) das Implantat (1, 2)
in axialer Verlängerung der Stabaufnahme (8) seitlich einfasst.
8. Chirurgisches Instrument (10; 100; 110) nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass jede Branche (11, 12) einstückig ausgebildet ist und die Führungsstruktur (25, 26)
oder zumindest ein Teil davon an zumindest einem Arbeitsende der Branche (11, 12)
ausgebildet ist.
9. Chirurgisches Instrument (100; 110) nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungsstruktur eine an wenigstens einer der Branchen (11, 12) auf einem Kreisbogen
um die Schwenkachse (21) geführte Führungseinheit (31) mit einer teilzylinderförmigen
oder zylinderförmigen Führungsfläche für die Fixierungsschraube (7) und/oder das Werkzeug
(27) zum Einschrauben der Fixierungsschraube (7) aufweist.
10. Chirurgisches Instrument (100; 110) nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungseinheit (31) einen Bolzen (30) aufweist, der in einer in der Branche
(11, 12) ausgebildeten bogenförmigen Nut (29) geführt ist.
11. Chirurgisches Instrument (100; 110) nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Nut (29) in dem bogenförmigen Vorsprung (25) ausgebildet ist.
12. Chirurgisches Instrument (100; 110) nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Bolzen (30) in der Nut (29) mittels einer Feder (32) in eine Endlage vorgespannt
ist.
13. Chirurgisches Instrument (100; 110) nach einem der Ansprüche 9 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungseinheit (31) zweigeteilt ist und an jeder der Branchen (11, 12) ein Teil
der Führungseinheit angeordnet ist.
14. Chirurgisches Instrument (100; 110) nach einem der Ansprüche 9 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungseinheit (31) eine zylinderförmige Durchgangsöffnung (33) aufweist, deren
Innenwand die Führungsfläche für die Fixierungsschraube (7) und/oder das Werkzeug
(27) zum Einschrauben der Fixierungsschraube (7) ausbildet.
1. A surgical instrument (10; 100; 110) for manipulating and positioning a surgical rod
(3) relative to a surgical implant (1, 2), wherein
the instrument (10; 100; 110) is realized as a sort of pliers comprising two legs
(11, 12) which are rotatably coupled to each other by means of a hinge (13);
each of the legs (11, 12) comprises a working end (15, 17), said working ends (15,
17) being intended and arranged to come into engagement with the implant (1, 2) upon
closing the instrument (10; 100; 110) by rotating the legs (11, 12) around the hinge
(13) and to pivotally position the instrument (10; 100; 110) relative to the implant
(1, 2) around a swivel axis (21) which is transverse to its longitudinal axis; and
at least one of the legs (11, 12) comprises a contact structure (22, 23) for a surgical
rod (3), by means of which the rod (3) is manipulated and positioned relative to a
rod seating (8) of the implant upon swiveling the instrument (10; 100; 110) around
the swivel axis (21),
at least one of the legs (11, 12) is provided with a guide structure (25, 26, 31,
33) for guiding a fixation screw (7), to be screwed in, for the rod (3) after having
positioned the rod (3) in the rod seating (8) and/or for laterally guiding a tool
(27) for screwing in the fixation screw (7), to be screwed in, for the rod (3) after
having positioned the rod (3) in the rod seating (8),
characterized in that
a curved protrusion (25) is integrally formed on the working end (15, 17) of at least
one leg (11, 12), the inner surface (26) of the protrusion (25) forming a prolongation
of the rod seating (8) and a lateral guide for the fixation screw (7) and/or for the
tool (27) for screwing in the fixation screw (7) or for a guide structure formed separately
thereto.
2. The surgical instrument (10; 100; 110) according to claim 1, characterized in that the guide structure (25, 26, 31, 33) is realized such that during screwing in of
the fixation screw (7), at first the fixation screw (7) is guided and for continued
screwing in of the fixation screw (7), the tool (27) is guided.
3. The surgical instrument (10; 100; 110) according to one of the preceding claims, characterized in that at least one working end (15, 17) comprises a pin (19) which upon closing the instrument
(10; 100; 110) by rotating the legs (11, 12) around the hinge (13) engages a dedicated
recess (9) in the implant (1, 2) and is retained therein so as to be rotatable relative
to the implant (1, 2) around the axis (21) of the pin (19).
4. The surgical instrument (10; 100; 110) according to one of the preceding claims, characterized in that the guide structure (25, 26, 31, 33) is realized in the form of a guide surface (26,
33) which is oriented to be perpendicular to the swivel axis (21) of the instrument
(10; 100; 110) and forms the guide for the fixation screw (7) and/or for the tool
(27) for screwing in the fixation screw (7) independently of the swiveling angle of
the instrument (10; 100; 110) relative to the implant (1, 2).
5. The surgical instrument (10; 100; 110) according to one of the preceding claims, characterized in that the contact structure (22, 23) is formed on one of the legs (11, 12) and extends
substantially across the entire area between the legs (11, 12) if the instrument (10;
100; 110) is closed.
6. The surgical instrument (10; 100; 110) according to one of the preceding claims, characterized in that the guide structure (25, 26, 31, 33) or at least a part thereof is swiveled upon
swiveling the instrument (10; 100; 110), and is swiveled in particular around the
proximal end of the implant (1, 2).
7. The surgical instrument (10; 100; 110) according to one of the preceding claims, characterized in that the guide structure (25, 26, 31, 33) or at least a part thereof laterally encompasses
the implant (1, 2) in axial prolongation of the rod seating (8) across the entire
expectable swiveling zone of the instrument (10; 100; 110).
8. The surgical instrument (10; 100; 110) according to one of the preceding claims, characterized in that each leg (11, 12) is formed in one piece and the guide structure (25, 26) or at least
a part thereof is arranged on at least one working end of the leg (11, 12).
9. The surgical instrument (100; 110) according to one of the preceding claims, characterized in that the guide structure comprises a guide unit (31) which is guided on at least one of
the legs (11, 12) on a circular arc around the swivel axis (21) and comprises a partially
cylindrical or cylindrical guide surface for the fixation screw (7) and/or for the
tool (27) for screwing in the fixation screw (7).
10. The surgical instrument (100; 110) according to claim 9, characterized in that the guide unit (31) comprises a bolt (30) which is guided in a curved groove (29)
formed in the leg (11, 12).
11. The surgical instrument (100; 110) according to claim 10, characterized in that the groove (29) is formed in the curved protrusion (25).
12. The surgical instrument (100; 110) according to claim 10 or 11, characterized in that the bolt (30) is prestressed in the groove (29) into an end position with the aid
of a spring (32).
13. The surgical instrument (100; 110) according to one of the claims 9 to 12, characterized in that the guide unit (31) is two-part and each of the legs (11, 12) has one part of the
guide unit arranged thereon.
14. The surgical instrument (100; 110) according to one of the claims 9 to 13, characterized in that the guide unit (31) comprises cylindrical through-hole (33) whose inner wall forms
the guide surface for the fixation screw (7) and/or for the tool (27) for screwing
in the fixation screw (7).
1. Instrument chirurgical (10 ; 100 ; 110) destiné à manipuler et à positionner une tige
chirurgicale (3) par rapport à un implant chirurgical (1, 2),
l'instrument (10; 100; 110) étant formé en forme de pince munie de deux branches (11,
12), qui sont couplées de manière à pouvoir pivoter ensemble par l'intermédiaire d'une
charnière (13) ;
chacune des branches (11, 12) présente une extrémité de travail (15, 17), lesdites
extrémités de travail (15, 17) sont définies et agencées, pour venir en prise avec
l'implant (1, 2) lors de la fermeture de l'instrument (10 ; 100 ; 110) par rotation
des branches (11, 12) autour de la charnière (13) et positionner l'instrument (10
; 100 ; 110) de manière à pouvoir pivoter par rapport à l'implant (1, 2) autour d'un
axe de rotation (21) de manière transversale par rapport à son axe longitudinal ;
au moins l'une des branches (11, 12) présente une structure de butée (22, 23) pour
une tige chirurgicale (3), avec laquelle la tige (3) lors d'une rotation de l'instrument
(10 ; 100 ; 110) autour de l'axe de rotation (21) est manipulée et positionnée par
rapport à une réception de tige (8) de l'implant (1, 2) ; et
une structure de guidage (25, 26, 31, 33) est formée sur au moins l'une des branches
(11, 12), pour guider une vis de fixation (7) à visser après le positionnement de
la tige dans la réception de tige (8) pour la tige (3) et/ou pour guider de manière
latérale un outil (27) destiné à visser la vis de fixation (7) à visser après le positionnement
de la tige (3) dans la réception de tige (8) pour la tige (3),
caractérisé en ce que
sur l'extrémité de travail (15, 17) d'au moins une branche (11, 12) une saillie (25)
de forme arquée est formée d'un seul tenant, la surface intérieure (26) de la saillie
(25) formant un prolongement de la réception de tige (8) et un guidage latéral pour
la vis de fixation (7) et/ou l'outil (8) destiné à visser la vis de fixation (7) ou
destiné à une structure de guidage conçue de manière distincte à celui-ci.
2. Instrument chirurgical (10 ; 100 ; 110) selon la revendication 1, caractérisé en ce que la structure de guidage (25, 26, 31, 33) est formée de sorte que lors du vissage
de la vis de fixation (7) la vis de fixation (7) est guidée en premier et l'outil
(27) est guidé en poursuivant le vissage de la vis de fixation (7).
3. Instrument chirurgical (10 ; 100 ; 110) selon l'une quelconque des revendications
précédentes, caractérisé en ce qu'au moins une extrémité de travail (15, 17) présente un tenon (19), qui lors de la
fermeture de l'instrument (10 ; 100 ; 110) par rotation des branches (11, 12) autour
de la charnière (13) vient en prise dans un évidement (9) prévu à cet effet dans l'implant
(1, 2) et est maintenu en rotation dans celui-ci par rapport à l'implant (1, 2) autour
de l'axe (21) du tenon (19).
4. Instrument chirurgical (10 ; 100 ; 110) selon l'une quelconque des revendications
précédentes, caractérisé en ce que la structure de guidage (25, 26, 31, 33) est formée sous forme d'une surface de guidage
(26, 33), qui est orientée de manière orthogonale par rapport à l'axe de rotation
(21) de l'instrument (10 ; 100 ; 110) et forme indépendamment de l'angle de rotation
de l'instrument (10 ; 100; 110) par rapport à l'implant (1, 2) le guidage de la vis
de fixation (7) et/ou de l'outil (27) pour visser la vis de fixation (7).
5. Instrument chirurgical (10 ; 100 ; 110) selon l'une quelconque des revendications
précédentes, caractérisé en ce que la structure de butée (22, 23) est formée sur l'une des branches (11, 12) et s'étend
en cas d'instrument (10 ; 100 ; 110) fermé sensiblement de manière transversale sur
la totalité de la zone située entre les branches (11, 12).
6. Instrument chirurgical (10 ; 100 ; 110) selon l'une quelconque des revendications
précédentes, caractérisé en ce que la structure de guidage (25, 26, 31, 33) ou au moins une partie de celle-ci oscille
avec celle-ci lors de la rotation de l'instrument (10 ; 100 ; 110), en particulier
celle-ci pivote autour de l'extrémité proximale de l'implant (1, 2).
7. Instrument chirurgical (10 ; 100 ; 110) selon l'une quelconque des revendications
précédentes, caractérisé en ce que la structure de guidage (25, 26, 31, 33) ou au moins une partie de celle-ci borde
latéralement l'implant (1, 2) dans le prolongement axial de la réception de tige (8)
sur la totalité de la zone de rotation attendue.
8. Instrument chirurgical (10 ; 100 ; 110) selon l'une quelconque des revendications
précédentes, caractérisé en ce que chaque branche (11, 12) est formée d'un seul tenant et la structure de guidage (25,
26) ou au moins une partie de celle-ci est formée sur au moins une extrémité de travail
de la branche (11, 12).
9. Instrument chirurgical (100, 110) selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce que la structure de guidage présente sur un arc de cercle autour de l'axe de rotation
(21) une unité de guidage (31) guidée avec une surface de guidage de forme partiellement
cylindrique ou de forme cylindrique pour la vis de fixation (7) et/ou l'outil (27)
pour visser la vis de fixation (7).
10. Instrument chirurgical (100 ; 110) selon la revendication 9, caractérisé en ce que l'unité de guidage (31) présente un boulon (30), qui est guidé dans une rainure (29)
formée dans la branche (11, 12).
11. Instrument chirurgical (100; 110) selon la revendication 10, caractérisé en ce que la rainure (29) est formée dans la saillie (25) de forme arquée.
12. Instrument chirurgical (100 ; 110) selon la revendication 10 ou 11, caractérisé en ce que le boulon (30) est précontraint dans la rainure (29) au moyen d'un ressort (32) dans
une position finale.
13. Instrument chirurgical (100; 110) selon l'une quelconque des revendications 9 à 12,
caractérisé en ce que l'unité de guidage (31) est divisée en deux et sur chacune des branches (11, 12)
est disposée une partie de l'unité de guidage.
14. Instrument chirurgical (100; 110) selon l'une quelconque des revendications 9 à 13,
caractérisé en ce que l'unité de guidage (31) présente une ouverture de passage (33) de forme cylindrique,
dont la paroi interne forme la surface de guidage pour la vis de fixation (7) et/ou
l'outil (27) pour visser la vis de fixation (7).
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