[0001] Die Erfindung betrifft eine Leiteranschlussklemme zum Anklemmen wenigstens eines
elektrischen Leiters, mit wenigstens einem Isolierstoffgehäuse und wenigstens einem
Kontakteinsatz, der wenigstens eine Klemmfeder und wenigstens eine Stromschiene aufweist,
wobei die Klemmfeder einen Anlageabschnitt und einen zum Klemmen des elektrischen
Leiters gegen die Stromschiene ausgebildeten Klemmabschnitt aufweist, der an einem
Anlageabschnitt-seitigen Ende des Klemmabschnitts unmittelbar oder mittelbar mit dem
Anlageabschnitt verbunden ist, wobei die Klemmfeder wenigstens einen an den Klemmabschnitt
angrenzenden Betätigungsabschnitt hat, der an dem dem Anlageabschnittseitigen Ende
abgewandten Ende des Klemmabschnitts angeordnet ist. Der Klemmabschnitt einer Klemmfeder
wird zum Teil auch als Klemmschenkel bezeichnet, der Anlageabschnitt auch als Anlageschenkel.
[0002] Eine solche Leiteranschlussklemme ist aus der
EP 2 400 595 A1 bekannt. Die dort beschriebene Leiteranschlussklemme ist bereits sehr ausgereift
und hat sich in der Praxis bewährt.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine weitere zumindest ebenso vorteilhafte
Leiteranschlussklemme anzugeben.
[0004] Diese Aufgabe wird gelöst durch eine Leiteranschlussklemme zum Anklemmen wenigstens
eines elektrischen Leiters, mit wenigstens einem Isolierstoffgehäuse und wenigstens
einem Kontakteinsatz, der wenigstens eine Klemmfeder und wenigstens eine Stromschiene
aufweist, wobei die Klemmfeder einen Anlageabschnitt und einen zum Klemmen des elektrischen
Leiters gegen die Stromschiene ausgebildeten Klemmabschnitt aufweist, der an einem
Anlageabschnittseitigen Ende des Klemmabschnitts unmittelbar oder mittelbar mit dem
Anlageabschnitt verbunden ist, wobei die Klemmfeder wenigstens einen an den Klemmabschnitt
angrenzenden Betätigungsabschnitt hat, der an dem dem Anlageabschnitt-seitigen Ende
abgewandten Ende des Klemmabschnitts angeordnet ist, wobei der Betätigungsabschnitt
als durch eine Druckkraft zu beaufschlagender Betätigungsabschnitt ausgebildet ist.
Mittels der Druckkraft-Beaufschlagung des Betätigungsabschnitts kann eine zwischen
der Stromschiene und dem Klemmabschnitt, insbesondere dessen Klemmkante, gebildete
Klemmstelle geöffnet werden. Dies erlaubt das problemlose Einführen elektrischer Leiter,
insbesondere feindrähtiger und mehrdrähtiger Leiter, sowie das Entfernen elektrischer
Leiter aus der Leiteranschlussklemme.
[0005] Durch die Druckkraft-Beaufschlagung des Betätigungsabschnitts, im Gegensatz zu einer
Zugkraft-Beaufschlagung, lassen sich andere Bauformen und Ausführungsformen von Leiteranschlussklemmen
realisieren. Ein weiterer Vorteil ist, dass der Betätigungsabschnitt vergleichsweise
kurz ausgebildet sein kann, z.B. eine Länge von maximal 20 % der Länge des Klemmabschnitts
aufweisen kann. Auf diese Weise ist die Klemmfeder trotz des von dem Klemmabschnitt
abgehenden Betätigungsabschnitts vergleichsweise kompakt und lässt sich gut in kleinbauenden
Isolierstoffgehäusen unterbringen.
[0006] Der Anlageabschnitt dient zur Anlage und zum Abstützen der Klemmfeder im Isolierstoffgehäuse.
Der Anlageabschnitt liegt z.B. an einer Anlagefläche des Isolierstoffgehäuses an diesem
an.
[0007] Die Klemmfeder kann z.B. aus Flachmaterial bestehen, z.B. aus einem Stück Metallblech,
das entsprechend gebogen ist. Soweit in diesem Zusammenhang der Begriff der Länge
oder Längsrichtung verwendet wird, bezieht sich dies auf diejenige Erstreckungsrichtung
des Flachmaterials, die die größte Abmessung aufweist. Soweit der Begriff der Breite
verwendet wird, handelt es sich um eine orthogonal zur Längsrichtung gerichtete Dimension
des Flachmaterials. Als Dicke der Klemmfeder wird dabei die Materialdicke des Flachmaterials
bezeichnet.
[0008] Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung weist die Leiteranschlussklemme
folgende Merkmale auf:
- a) der Betätigungsabschnitt weist eine Beaufschlagungsfläche zur Beaufschlagung durch
ein Betätigungselement auf,
- b) der Klemmabschnitt weist eine Klemmkante zum Klemmen des elektrischen Leiters gegen
die Stromschiene auf,
- c) die Klemmfeder ist aus Flachmaterial mit auf entgegengesetzten Seiten des Flachmaterials
gebildeten Hauptoberflächen ausgebildet, die die größten Oberflächen der Klemmfeder
sind,
- d) die Beaufschlagungsfläche ist an der Hauptoberfläche angeordnet, an der die Klemmkante
gebildet ist.
[0009] Dies erlaubt eine einfache und kompaktbauende Realisierung eines mit Druckkraft zu
beaufschlagenden Betätigungsabschnitts einer Klemmfeder, insbesondere wenn der Betätigungsabschnitt
- wie hier - an den am Anlageabschnitt-abgewandten Ende an den Klemmabschnitt angrenzt.
[0010] Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung weist der Betätigungsabschnitt
eine konvexe Beaufschlagungsfläche zur Beaufschlagung durch ein Betätigungselement
auf. Dies erlaubt eine einfache und kompaktbauende Realisierung eines mit Druckkraft
zu beaufschlagenden Betätigungsabschnitts einer Klemmfeder, insbesondere wenn der
Betätigungsabschnitt - wie hier - an den am Anlageabschnitt-abgewandten Ende an den
Klemmabschnitt angrenzt.
[0011] Das Betätigungselement kann ein externes Betätigungselement sein, das nicht Teil
der Leiteranschlussklemme ist, z.B. ein Schraubendreher. Das Betätigungselement kann
gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung auch ein Teil der Leiteranschlussklemme
sein, z.B. ein zumindest teilweise im Isolierstoffgehäuse angeordneter Betätigungshebel.
Der Betätigungshebel kann schwimmend oder fest gelagert sein. Als Gegenlager für den
Betätigungshebel können z.B. einer oder mehrere innere Bereiche des Isolierstoffgehäuses
und/oder Bereiche der Klemmfeder und/oder der Stromschiene vorgesehen sein.
[0012] Ein weiterer Vorteil ist, dass bei einer Leiteranschlussklemme mit integriertem Betätigungselement,
z.B. einem Betätigungshebel, dieses Betätigungselement hinsichtlich seiner Drehachse
näher an der Klemmstelle, d.h. näher an der Stromschiene, angeordnet sein kann. Auch
dies begünstigt die Realisierung einer besonders kompakt bauenden Leiteranschlussklemme.
[0013] Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung steht der Betätigungsabschnitt
gegenüber der Klemmkante der Klemmfeder in Erstreckungsrichtung des Klemmabschnitts
hervor. Insbesondere kann vorgesehen sein, dass der Betätigungsabschnitt quer zur
Klemmkante gegenüber der Klemmkante hervorsteht. Hierdurch lassen sich mechanisch
günstige Kräfteverhältnisse realisieren, die zu geringen Betätigungskräften bei der
Beaufschlagung des Betätigungsabschnitts führen. Ein weiterer Vorteil ist, dass eine
Betätigung der Klemmfeder auf der Rückseite, d.h. der von Leitereinführungsöffnung
abgewandten Seite, des Halterahmens möglich ist.
[0014] Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung ist der Betätigungsabschnitt
in Form von wenigstens zwei die Klemmkante der Klemmfeder zwischen sich aufnehmenden
Betätigungsarmen ausgebildet, die von dem Klemmabschnitt abragen. Dies hat den Vorteil,
dass eine mechanisch günstige, symmetrische Krafteinleitung der Druckkraft auf den
Betätigungsabschnitt realisiert werden kann. Zudem begrenzen die Betätigungsarme die
Klemmkante seitlich, sodass diese zugleich als Einführhilfe für einen elektrischen
Leiter dienen können. So kann die Klemmfeder am Klemmabschnitt-seitigen Ende z.B.
gabelartig mit zwei abstehenden Zinken geformt sein, die den Betätigungsabschnitt
bzw. die Betätigungsarme bilden.
[0015] Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung ist im geschlossenen Zustand
der Leiteranschlussklemme und ohne eingeführten Leiter ein Stromschienenabschnitt
der Stromschiene zwischen den Betätigungsarmen angeordnet. Dies erlaubt eine platzsparende
Anordnung der genannten Bauteile.
[0016] Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung nimmt die Breite der Klemmfeder
vom Klemmabschnitt zum Betätigungsabschnitt hin zu. Dies hat den Vorteil, dass eine
an sich schlanke Klemmfeder mit zugleich relativ breiter Klemmkante realisiert werden
kann. Hiermit geht eine Materialersparnis bei zugleich günstigen elektrischen Kontaktierungseigenschaften
einher. Es können damit auch große Leiterquerschnitte geklemmt werden.
[0017] Die Klemmfeder kann hinsichtlich ihrer übrigen Formgebung je nach Anwendungsfall
unterschiedlich ausgebildet sein. So kann die Klemmfeder z.B. zwischen dem Klemmabschnitt
und dem Anlageabschnitt einen Verbindungsabschnitt aufweisen, der den Klemmabschnitt
mit dem Anlageabschnitt verbindet. Der Verbindungsabschnitt kann z.B. als Verbindungssteg
oder Federbogen ausgebildet sein. Insbesondere kann die Klemmfeder einen sich an den
Anlageabschnitt anschließenden Federbogen und einen sich an den Federbogen anschließenden
Klemmabschnitt aufweisen. Hieran schließt sich dann der Betätigungsabschnitt an. Der
Federbogen kann z.B. eine Krümmung um etwa 180° (+/- 20°) aufweisen.
[0018] Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung erstreckt sich der Betätigungsabschnitt
zu seinem Ende hin von der Wirkrichtung der am Klemmabschnitt wirkenden Federkraft
der Klemmfeder weg. Dies erlaubt eine einfache und kompaktbauende Realisierung eines
mit Druckkraft zu beaufschlagenden Betätigungsabschnitts einer Klemmfeder, insbesondere
wenn der Betätigungsabschnitt - wie hier - an den am Anlageabschnitt-abgewandten Ende
an den Klemmabschnitt angrenzt
[0019] Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung erstreckt sich der Betätigungsabschnitt
von dem Klemmabschnitt vor zunächst im Wesentlichen in der gleichen Richtung wie der
Klemmabschnitt und erstreckt sich im weiteren Verlauf von der Wirkrichtung der Federkraft
des Klemmabschnitts fort. Diese Richtungsänderung in der Erstreckungsrichtung kann
insbesondere in einem Abstand von der Klemmkante am Betätigungsabschnitt ausgebildet
sein, z.B. derart, dass sich der Betätigungsabschnitt von dem Klemmabschnitt fort
zunächst im Wesentlichen in der gleichen Richtung wie der Klemmabschnitt erstreckt
und sich in einem Abstand von der Klemmkante erst von der Wirkrichtung der Federkraft
des Klemmabschnitts fort erstreckt. Dort, wo sich der Betätigungsabschnitt von der
Wirkrichtung der Federkraft des Klemmabschnitts fort erstreckt, kann er sich im Wesentlichen
entgegengesetzt zur Wirkrichtung der Federkraft des Klemmabschnitts oder im Winkel
dazu fort erstrecken.
[0020] Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung weist der Kontakteinsatz wenigstens
einen Halterahmen mit einer fensterartigen Öffnung auf, in der zumindest die Klemmfeder
unter Vorspannung eingespannt ist. Dies hat den Vorteil, dass die Klemmfeder vormontiert
mit dem Halterahmen bereitgestellt werden kann und dann als vormontierte Einheit in
das Isolierstoffgehäuse eingesetzt werden kann. Zudem können relativ einfach und materialsparend
ausgebildete Klemmfedern eingesetzt werden. Der Halterahmen kann als separates Bauteil
oder in Baueinheit, z.B. einstückig, mit der Stromschiene ausgeführt sein. Alternativ
kann auch die Stromschiene selbst als Halterahmen ausgebildet sein. Schließlich ist
es auch möglich, separate Bauteile für die Klemmfeder, die Stromschiene und den Halterahmen
zu realisieren. Dies erlaubt vielfältige Designmöglichkeiten bei der Auslegung der
Leiteranschlussklemme.
[0021] Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung ist zwischen der Klemmfeder,
insbesondere deren Klemmabschnitt, und dem Halterahmen wenigstens ein Teil der Stromschiene
eingespannt.
[0022] Alternativ kann auch vorgesehen sein, sowohl bei einer Leiteranschlussklemme ohne
Halterahmen als auch mit Halterahmen, dass die Stromschiene zwischen Stromschienenhalteabschnitten
der Klemmfeder an dieser eingespannt ist, d.h. dass die Stromschiene zu einer vormontierten
Einheit mit der Klemmfeder zusammengesetzt werden kann und diese vormontierte Einheit
dann in das Isolierstoffgehäuse der Leiteranschlussklemme eingesetzt werden kann.
[0023] Die Erfindung wird nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen unter Verwendung
von Zeichnungen näher erläutert.
[0024] Es zeigen die
- Figuren 1 bis 5
- einen Kontakteinsatz sowie dessen Einzelteile in unterschiedlichen perspektivischen
Ansichten und die
- Figur 6
- eine Leiteranschlussklemme in perspektivischer Ansicht und die
- Figur 7
- die Leiteranschlussklemme gemäß Figur 6 in einer seitlichen Schnittdarstellung bei
geöffnetem Betätigungshebel und die
- Figur 8
- die Leiteranschlussklemme gemäß Figur 7 bei geschlossenem Betätigungshebel in vergleichbarer
Schnittdarstellung und die
- Figuren 9 bis 11
- eine zweite Ausführungsform eines Kontakteinsatzes und die
- Figur 12
- eine weitere Ausführungsform einer Leiteranschlussklemme in seitlicher Schnittdarstellung
bei geöffnetem Betätigungshebel und die
- Figur 13
- die Leiteranschlussklemme gemäß Figur 12 bei geschlossenem Betätigungshebel in vergleichbarer
Schnittdarstellung und die
- Figuren 14 bis 17
- eine dritte Ausführungsform eines Kontakteinsatzes.
[0025] In den Figuren werden gleiche Bezugszeichen für einander entsprechende Elemente verwendet.
[0026] Unter gleichzeitiger Bezugnahme auf die Figuren 1 bis 5 wird eine erste Ausführungsform
eines Kontakteinsatzes 4 einer Leiteranschlussklemme erläutert. Der Kontakteinsatz
4 weist drei Klemmfedern 5 auf, die über einen Verbindungssteg 56 miteinander verbunden
sind. Die drei Klemmfedern 5 können mit dem Verbindungssteg 56 z.B. einstückig aus
einem Metallblech hergestellt sein. Der Verbindungssteg 56 weist einen ausgestanzten
und nach unten abgewinkelten Bereich 57 auf, der zur definierten Anordnung und Lagefixierung
des Kontakteinsatzes 4 in einem Isolierstoffgehäuse dient. Das Isolierstoffgehäuse
weist an der Stelle des Materialbereichs 57 eine entsprechend geformte Vertiefung
auf.
[0027] Jede der drei Klemmfedern 5 ist ferner wie folgt ausgebildet. Ausgehend von dem Verbindungssteg
56 erstreckt sich nach einem eingeschnürten Bereich 59 ein Anlageabschnitt 50 der
Klemmfeder. An den Anlageabschnitt 50 schließt sich ein Federbogen 58 und an diesem
ein Klemmabschnitt 51 an. Vom Klemmabschnitt 51 geht ein Betätigungsabschnitt 52 ab.
Der Betätigungsabschnitt 52 weist zwei Betätigungsarme 52a, 52b auf, an denen jeweils
an der oberen Seite eine Betätigungsfläche 53 für eine Druckkraft-Betätigung des jeweiligen
Betätigungsarms 52a, 52b vorhanden ist. Zwischen den Betätigungsarmen 52a, 52b befindet
sich eine Klemmkante 54 des Klemmschenkels 51.
[0028] Die beschriebene Klemmfederanordnung mit den drei Klemmfedern 5 ist in einem Halterahmen
8 montiert, wie insbesondere die Figuren 1 und 3 zeigen. Der Halterahmen 8 weist für
jede Klemmfeder 5 eine fensterartige Öffnung 80 auf, durch die sich im unteren Bereich
der Anlageschenkel 50 bzw. dessen eingeschnürter Bereich 59 und im oberen Bereich
der Klemmschenkel 51 hindurch erstrecken. Der Halterahmen 8 ist einstückig mit einer
Stromschiene 6 ausgebildet, die im oberen Bereich verläuft, wo die Klemmschenkel angeordnet
sind. Durch herausgestanzte und gebogene Materialabschnitte des Halterahmens 8 werden
Stromschienenabschnitte 60 geschaffen, die jeweils mit der Klemmkante 54 einer Klemmfeder
5 eine Klemmstelle für einen anzuklemmenden elektrischen Leiter bilden. Wie insbesondere
in der Figur 3 erkennbar ist, verlaufen die Stromschienenabschnitte 60 zwischen den
jeweiligen Betätigungsarmen 52a, 52b einer Klemmfeder 5 hindurch, wenn kein elektrischer
Leiter dort eingeführt ist und der Betätigungsabschnitt 52 nicht beaufschlagt ist.
Die jeweilige Klemmfeder 5 ist damit unter einer gewissen Vorspannung in der fensterartigen
Öffnung 80 eingespannt und gibt eine Federkraft in einer Wirkrichtung W ab. Zum Öffnen
der Klemmstelle, d.h. um die Klemmkante 54 von dem Stromschienenabschnitt 60 zu entfernen,
wird auf die Beaufschlagungsflächen 53 eine Druckkraft F aufgebracht, wie in Figur
4 dargestellt.
[0029] Sofern kein elektrischer Leiter in der Klemmstelle eingeführt ist, liegt die Klemmkante
54 am Stromschienenabschnitt 60 an. Anderenfalls wird zwischen der Klemmkante 54 und
dem Stromschienenabschnitt 60 der elektrische Leiter aufgenommen.
[0030] Die Figur 5 zeigt ferner, dass der Halterahmen 8 innerhalb der jeweiligen fensterartigen
Öffnung 80 einen verjüngten Bereich 83 aufweist, d.h. ein Bereich mit geringerer lichter
Weite. Dieser ist hinsichtlich seiner lichten Weite an die Breite des eingeschnürten
Bereichs 59 an der Klemmfeder 5 angepasst. Auf diese Weise wird die Einheit aus den
Klemmfedern 5 formschlüssig in den fensterartigen Öffnungen 80 fixiert.
[0031] Die Figur 6 zeigt eine Leiteranschlussklemme 1 mit einem Isolierstoffgehäuse 3. Die
Leiteranschlussklemme 1 weist drei Anschlussmöglichkeiten für elektrische Leiter 2
auf. Hierzu sind im Isolierstoffgehäuse 3 drei Leitereinführungsöffnungen 10 ausgebildet.
Beispielhaft zeigt die Figur 6, wie in der linken Leitereinführungsöffnung 10 ein
elektrischer Leiter 2 eingesteckt ist. Um eine jeweilige Klemmstelle der Leiteranschlussklemme
1 ohne externes Werkzeug öffnen zu können, weist die Leiteranschlussklemme 1 darin
eingebaute Betätigungshebel 7 auf. Für jede Klemmfeder bzw. Klemmstelle ist ein Betätigungshebel
7 vorhanden. Die Betätigungshebel 7 können von einer geschlossenen Stellung, wie bei
den rechten zwei Hebeln 7 in Figur 6 dargestellt, in eine geöffnete Stellung, wie
beim linken Hebel 7 dargestellt, und umgekehrt verschwenkt werden. In der geöffneten
Stellung wird die Klemmstelle durch Druckkraft-Beaufschlagung der jeweiligen Beaufschlagungsflächen
53 an der Klemmfeder mittels des Hebels 7 bzw. eines mit dem Hebel 7 verbundenen Beaufschlagungselements
geöffnet.
[0032] In der Leiteranschlussklemme 1 gemäß Figur 6 kann ein Kontakteinsatz 4 gemäß den
Figuren 1 bis 5 angeordnet sein. Dies ist in den Figuren 7 bis 8 anhand zweier seitlicher
Schnittdarstellungen gezeigt. Die Figur 7 zeigt die Leiteranschlussklemme bei geöffnetem
Betätigungshebel 7 und eingeführtem elektrischen Leiter 2, die Figur 8 bei geschlossenem
Betätigungshebel 7 und ohne eingeführten elektrischen Leiter.
[0033] Erkennbar ist in der Figur 7 insbesondere, dass ein vorderer abisolierter Bereich
des elektrischen Leiters 2 zwischen der Stromschiene 6 und der Klemmkante 54 der Klemmfeder
5 festgeklemmt ist und damit elektrisch kontaktiert und mechanisch fixiert ist. Erkennbar
ist außerdem, dass das Isolierstoffgehäuse 3 aus mehreren Gehäuseteilen, z.B. zwei
Gehäuseteilen 30, 31, gebildet sein kann, die z.B. mittels einer Rast- oder Schnapp-Verbindung
miteinander verbunden sind.
[0034] Erkennbar ist in der Figur 8 außerdem, dass bei geschlossenem Betätigungshebel 7
und ohne eingeführten elektrischen Leiter 2 die Klemmfeder 5 sich in ihrer normal
vorgespannten Position befindet, d.h. die Klemmkante 54 liegt am Stromschienenabschnitt
60 an. Der Kontakteinsatz 4 sieht dann z.B. wie in Figur 1 dargestellt aus. Zwischen
dem Betätigungshebel 7 und der Klemmfeder 5 kann ein im Querschnitt U-förmiger Stößel
ausgebildet sein, über den die Betätigungskraft des Betätigungshebels 7 auf die Betätigungsarme
52a, 52b übertragen wird. Auch der Betätigungshebel 7 kann im Querschnitt U-förmig
ausgebildet sein. In beiden Fällen wird mittels der U-Form der Vorteil erzielt, dass
ein elektrischer Leiter 2 durch diese U-Form hindurch geführt werden kann.
[0035] Die in den Figuren 9 bis 11 dargestellte zweite Ausführungsform eines Kontakteinsatzes
4 ist in der Figur 9 in Form von Einzelteilen und in den Figuren 10 und 11 im zusammenmontierten
Zustand in verschiedenen Ansichten dargestellt. Der Kontakteinsatz 4 ist aus drei
Arten von Bauteilen aufgebaut. Ein Bauteil ist eine durchgehende Stromschiene 6, die
drei Stromschienenstücke 61 aufweist. Die Stromschienenstücke 61 ragen vom sie verbindenden
Abschnitt der Stromschiene 6 in derselben Richtung ab. Als weitere Bauteile sind Halterahmen
8 und Klemmfedern 5 vorhanden. Hierbei wird jeweils eine Klemmfeder 5 mit jeweils
einem Halterahmen an einem der Stromschienenstücke 61 befestigt. Die Klemmfedern 5
sind vergleichbar ausgebildet wie die Klemmfedern 5 gemäß der ersten Ausführungsform,
wobei in der zweiten Ausführungsform der die Klemmfedern 5 verbindende Verbindungssteg
56 nicht vorhanden ist. Auch die Halterahmen 8 sind als einzelne Bauteile ohne sie
verbindende Materialbereiche ausgebildet. Die Klemmfeder 5 wird dabei an der Seite,
an der die Klemmkante 54 gebildet ist, an einer unteren Haltefläche 81 des Halterahmens
8 eingehängt. An der Seite des Anlageabschnitts 50 wird die Klemmfeder 5 an einer
oberen Haltefläche 82 des Halterahmens 8 eingehängt. Hierbei wird wiederum der eingeschnürte
Bereich 59 in einen verjüngten Bereich 83 in der fensterartigen Öffnung 80 des Halterahmens
8 eingesetzt, um auf diese Weise die Klemmfeder 5 auf der Seite des Anlageabschnitts
50 am Rahmen 8 mechanisch zu fixieren.
[0036] Die Figuren 10 und 11 lassen die Einbausituation der Stromschiene 6 erkennen.Erkennbar
ist, dass die Stromschienenstücke 61 durch die Öffnungen 80 der Halterahmen 8 hindurchragen
und dort gehalten sind, indem sie zwischen der unteren Haltefläche 81 und der Klemmfeder
5 eingespannt sind.
[0037] Sofern kein elektrischer Leiter in der Klemmstelle eingeführt ist, liegt die Klemmkante
54 am Stromschienenabschnitt 61 an. Anderenfalls wird zwischen der Klemmkante 54 und
dem Stromschienenabschnitt 61 der elektrische Leiter aufgenommen.
[0038] Wie man erkennt, ergibt sich wegen der durchgehenden Stromschiene 6 ein als robuste
Baueinheit vormontierbarer Kontakteinsatz 4.
[0039] Die Figur 12 zeigt eine weitere Ausführungsform einer Leiteranschlussklemme 1 in
seitlicher Schnittdarstellung, wobei ein Betätigungshebel 7 sich in der geöffneten
Stellung befindet. Die Figur 13 zeigt die Leiteranschlussklemme 1 gemäß Figur 12 in
vergleichbarer Ansicht bei geschlossenem Betätigungshebel 7. In die Leitereinführungsöffnung
10 ist in beiden Fällen kein elektrischer Leiter eingeführt. In der Leiteranschlussklemme
1 kann einer der hier beschriebenen Kontakteinsätze 4 eingesetzt sein, z.B. in der
zweiten Ausführungsform gemäß den Figuren 9 bis 11. Erkennbar ist in der Figur 12
insbesondere eine mit dem Betätigungshebel 7 verbundene Betätigungsscheibe 70, die
über eine Betätigungskontur die Betätigungsfläche 53 der Klemmfeder 5 mit einer Druckkraft
beaufschlagt (in der Darstellung gemäß Figur 12 von unten), sodass der Klemmschenkel
51 nach oben ausgelenkt ist und von dem Stromschienenstück 61 entfernt ist. Bei geschlossenem
Betätigungshebel 7, wie in der Figur 13 erkennbar ist, liegt dagegen der Klemmabschnitt
51 mit seiner Klemmkante 54 am Stromschienenstück 61 an.
[0040] Die Figuren 14 bis 17 zeigen in verschiedenen Ansichten eine dritte Ausführungsform
eines Kontakteinsatzes einer Leiteranschlussklemme, z.B. einer der zuvor beschriebenen
Leiteranschlussklemmen, und dessen Einzelteile. Hierbei zeigen die Figuren 14, 16
und 17 den vollständigen Kontakteinsatz und die Figur 15 eine Klemmfeder 5.
[0041] Die Klemmfeder 5 kann als einstückiges Blechteil ausgebildet sein. Sie weist drei
Klemmabschnitte 51 und zwei Anlageabschnitte 50 auf, die über einen Verbindungssteg
10 miteinander verbunden sind. Die Klemmabschnitte 51 sind wie zuvor bereits beschrieben
mit davon jeweils abgehenden Betätigungsabschnitten 52 mit Betätigungsarmen 52a, 52b
ausgebildet, die jeweils eine Beaufschlagungsfläche 53 aufweisen. Zwischen den Betätigungsarmen
52a, 52b befindet sich die Klemmkante 54. Zwischen jeweils zwei Klemmabschnitten 51
ist jeweils einer der zwei Anlageabschnitte 50 nach oben hin hervorgebogen. Ein Anlageabschnitt
50 teilt sich zu seinem freien Ende hin in jeweils einen zentralen Haltearm 12 sowie
zwei links und rechts vom Haltearm 12 angeordnete Stützarme 11 auf. Die Stützarme
11 sind vom Anlageabschnitt 50 nach oben herausgebogen und zeigen in Richtung eines
freien Endes eines Haltearms 12, der im Abstand von der Abbiegestelle der Stützarme
11 ebenfalls zu einem Bogen geformt ist, und zwar insbesondere mit mehr als 90° Winkel.
[0042] Die Stromschiene 6 kann ähnlich wie die Stromschiene 6 bei der zweiten Ausführungsform
mit jeweils einem Stromschienenabschnitt 61 für jeden Klemmabschnitt 51 ausgebildet
sein. In dem zentralen, die Stromschienenabschnitte 61 verbindenden Teil weist die
Stromschiene 6 jeweilige Vertiefungen 62 auf, in die die Stützarme 11 endseitig eingreifen
können (insbesondere in Figur 16 erkennbar). Dabei greifen die Haltearme 12 um die
Stromschiene 6 herum, und zwar zwischen den Stromschienenabschnitten 61 hindurch.
Auf diese Weise wird die Stromschiene 6 zwischen den Stützarmen 11 und den Haltearmen
12 eingespannt und an der Klemmfeder 5 fixiert.
[0043] Soweit nicht ausdrücklich anders beschrieben, ist im Übrigen die Funktion der Klemmabschnitte
51 mit den Betätigungsabschnitten 52 bei allen Ausführungsformen der Kontakteinsätze
gleich.
1. Leiteranschlussklemme (1) zum Anklemmen wenigstens eines elektrischen Leiters (2),
mit wenigstens einem Isolierstoffgehäuse (3) und wenigstens einem Kontakteinsatz (4),
der wenigstens eine Klemmfeder (5) und wenigstens eine Stromschiene (6) aufweist,
wobei die Klemmfeder (5) einen Anlageabschnitt (50) und einen zum Klemmen des elektrischen
Leiters (2) gegen die Stromschiene (6) ausgebildeten Klemmabschnitt (51) aufweist,
der an einem Anlageabschnitt-seitigen Ende des Klemmabschnitts (51) unmittelbar oder
mittelbar mit dem Anlageabschnitt (50) verbunden ist, wobei die Klemmfeder (5) wenigstens
einen an den Klemmabschnitt (51) angrenzenden Betätigungsabschnitt (52) hat, der an
dem dem Anlageabschnittseitigen Ende abgewandten Ende des Klemmabschnitts (51) angeordnet
ist, dadurch gekennzeichnet, dass der Betätigungsabschnitt (52) als durch eine Druckkraft (F) zu beaufschlagender Betätigungsabschnitt
(52) ausgebildet ist.
2. Leiteranschlussklemme (1) nach dem vorhergehenden Anspruch,
gekennzeichnet durch folgende Merkmale:
a) der Betätigungsabschnitt (52) weist eine Beaufschlagungsfläche (53) zur Beaufschlagung
durch ein Betätigungselement (7) auf,
b) der Klemmabschnitt (51) weist eine Klemmkante (54) zum Klemmen des elektrischen
Leiters (2) gegen die Stromschiene (6) auf,
c) die Klemmfeder (5) ist aus Flachmaterial mit auf entgegengesetzten Seiten des Flachmaterials
gebildeten Hauptoberflächen (55) ausgebildet, die die größten Oberflächen der Klemmfeder
(5) sind,
d) die Beaufschlagungsfläche (53) ist an der Hauptoberfläche (55) angeordnet, an der
die Klemmkante (54) gebildet ist.
3. Leiteranschlussklemme nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass der Betätigungsabschnitt (52) eine konvexe Beaufschlagungsfläche (53) zur Beaufschlagung
durch ein Betätigungselement (7) aufweist.
4. Leiteranschlussklemme nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass der Betätigungsabschnitt (52) gegenüber einer Klemmkante (54) der Klemmfeder (5)
in Erstreckungsrichtung des Klemmabschnitts (51) hervor steht.
5. Leiteranschlussklemme nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass der Betätigungsabschnitt (52) in Form von wenigstens zwei eine Klemmkante (54) der
Klemmfeder (5) zwischen sich aufnehmenden Betätigungsarmen (52a, 52b) ausgebildet
ist, die von dem Klemmabschnitt (51) abragen.
6. Leiteranschlussklemme nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass im geschlossenen Zustand der Leiteranschlussklemme und ohne eingeführten Leiter ein
Stromschienenabschnitt (60, 61) der Stromschiene (6) zwischen den Betätigungsarmen
(52a, 52b) angeordnet ist.
7. Leiteranschlussklemme nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Breite der Klemmfeder (5) vom Klemmabschnitt (51) zu dem Betätigungsabschnitt
(52) hin zunimmt.
8. Leiteranschlussklemme nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass der Betätigungsabschnitt (52) sich zu seinem freien Ende hin von der Wirkrichtung
(W) der am Klemmabschnitt wirkenden Federkraft der Klemmfeder (5) weg erstreckt.
9. Leiteranschlussklemme nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass sich der Betätigungsabschnitt (52) von dem Klemmabschnitt (51) fort zunächst im Wesentlichen
in der gleichen Richtung wie der Klemmabschnitt (51) erstreckt und sich im weiteren
Verlauf von der Wirkrichtung (W) der Federkraft des Klemmabschnitts (51) fort erstreckt.
10. Leiteranschlussklemme nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass der Kontakteinsatz (4) wenigstens einen Halterahmen (8) mit einer fensterartigen
Öffnung (80) aufweist, in der zumindest die Klemmfeder (5) unter Vorspannung eingespannt
ist.
11. Leiteranschlussklemme nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen der Klemmfeder (5), insbesondere deren Klemmabschnitt (51), und dem Halterahmen
(8) wenigstens ein Teil der Stromschiene (6) eingespannt ist.