(19)
(11) EP 3 038 795 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
28.06.2017  Patentblatt  2017/26

(21) Anmeldenummer: 14802319.5

(22) Anmeldetag:  11.11.2014
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
B24D 3/00(2006.01)
B24D 5/16(2006.01)
B24D 9/08(2006.01)
B24D 3/28(2006.01)
B24D 7/16(2006.01)
B24D 18/00(2006.01)
(86) Internationale Anmeldenummer:
PCT/EP2014/003013
(87) Internationale Veröffentlichungsnummer:
WO 2015/067377 (14.05.2015 Gazette  2015/19)

(54)

VULKANFIBER-SCHLEIFWERKZEUG

VULCANIZED FIBER GRINDING TOOL

OUTIL ABRASIF À FIBRES VULCANISÉES


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR

(30) Priorität: 11.11.2013 DE 102013017962
11.11.2013 DE 202013010146 U

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
06.07.2016  Patentblatt  2016/27

(73) Patentinhaber: Günter Wendt GmbH
51570 Windeck (DE)

(72) Erfinder:
  • WENDT-GINSBERG, Marion
    51570 Windeck (DE)

(74) Vertreter: Lüdcke, Joachim Moritz 
Patentanwalt Kamper Strasse 1
51789 Lindlar
51789 Lindlar (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
EP-A2- 2 286 959
GB-A- 1 058 502
DE-A1-102009 038 583
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft ein Vulkanfiber-Schleifwerkzeug. Vulkanfiber-Schleifscheiben, gehören zu den Schleifmitteln auf Unterlage und sind in der DIN ISO 16057 im Einzelnen beschrieben. Als Trägermaterial von Schleifmittel auf Unterlage können Papier, Gewebe, Polyester und Fiber (Vulkanfiber) eingesetzt werden. Diese Trägermaterialien ermöglichen die Herstellung von Schleifwerkzeugen mit einem gleichmäßigen Besatz an Schleifkörnern verschiedenster Körnungen und Schleifmittel. Von allen einsetzbaren Trägermaterialien ist Vulkanfiber das mit der höchsten Festigkeit und Härte.

    [0002] Da das Trägermaterial der Schleifmittel auf Unterlage flexibel ist, werden solche Schleifmittel auch als flexible Schleifmittel bezeichnet. Für den Einsatz solcher Schleifwerkzeuge in Blattform ist ein unterstützendes Tragteil für den Einsatz beim Schleifen mit Maschinen erforderlich, üblicherweise in Form eines sogenannten Stütztellers, wie er in der DIN ISO 15636 genormt ist.

    [0003] Im Gegensatz dazu stehen Schleifwerkzeuge mit gebundenem Korn, auch als gebundene Schleifmittel bezeichnet, bei denen die Schleifkörner in einer Kunstharzmasse eingebettet sind. Diese Schleifwerkzeuge werden in Form von Schleifsteinen und Schleifscheiben zur Formgestaltung und Oberflächenbearbeitung von Werkstücken eingesetzt. Solche Schleifwerkzeuge sind starr, was zum einen die Erzeugung einer Oberflächenkontur erleichtert, jedoch das Problem mit sich bringt, dass Schleifkorn unkontrolliert und in größeren Fraktionen ausbrechen kann und so zu ungleichmäßigem Schliffbild auf der Oberfläche des Werkstückes führt.

    [0004] Vulkanfiber-Schleifscheiben sind im industriellen Einsatz sehr beliebt, weil sie von den Schleifmitteln auf Unterlage die beste Festigkeit bei guter Elastizität bieten und sich daher durch verhältnismäßig hohe Standzeit, hohe Abtragsleistung und sehr hohe Kornhaftung auszeichnen. Sie sind besonders für die Erzeugung einer gleichmäßigen Oberflächenstruktur auf einem Werkstück geeignet. Die bisher bekannten Vulkanfiber-Schleifscheiben sind mit einem Stützteller einzusetzen, siehe z.B. die Einsatzvorschriften im Werkzeughandbuch PFERD, D 21, Seite 6/204 und 7/204. Das Werkzeughandbuch PFERD, D 21, kann bei der Firma August Rüggeberg GmbH & Co. KG, Marienheide, Deutschland, bezogen werden.

    [0005] Vulkanfiber-Schleifscheiben können entweder mit einem zentralen Loch nach Form A2 - DIN ISO 16057 ausgeführt werden - dies ist die in den USA beliebtere Ausführungsform - oder mit zusätzlich sternförmig angeordneten Schlitzen gemäß Form A1 - DIN ISO 16057; dies ist die beliebtere Ausführungsform in Europa.

    [0006] Dabei sind für solche Vulkanfiber-Schleifscheiben im Wesentlichen zwei Systeme zur Befestigung der Schleifscheibe auf einem Stützteller bekannt und verbreitet. Vorwiegend im europäischen Raum ist verbreitet, die Vulkanfiberschleifscheibe über einen Gewindebolzen, der über den Stützteller werkstückseitig hervorsteht, zu stecken und mit einem scheibenförmigen Befestigungselement zu sichern. Entweder hat das scheibenförmige Befestigungselement selbst ein Muttergewinde und wird unmittelbar mit dem Bolzen oder über eine separate Mutter verschraubt. Um Beschädigungen auf der Oberfläche zu reduzieren, werden Gewindebolzen und Befestigungselement in einer zentralen Vertiefung in dem Stützteller angeordnet, also "versenkt". Bei einer solchen Anordnung sind die erwähnten Schlitze in der Schleifscheibe vorteilhaft. Eine solche Befestigung ist z.B. in der GB 1058502 A1 näher beschrieben und aus dem Handbuch Produkte und Preise 2008/2009 der LUKAS-ERZETT Vereinigte Schleif- und Fräswerkzeugfabriken GmbH & Co. KG, Engelskirchen, DE, Seiten 246, 247, 251 bekannt.

    [0007] Im amerikanischen Raum wird verbreitet ein Stahlring mit einem Gewindegang mittig in die Vulkanfiberscheibe eingepresst oder gestanzt, um die Scheibe schneller auf dem Stützteller befestigen zu können. Eine solche Anordnung ist beispielsweise in US 3,667,169 A beschrieben. Hierfür ist die Ausführungsform mit zentralem Loch vorteilhaft.

    [0008] Diese herkömmlichen Befestigungsmethoden für eine Schleifscheibe auf einem Stützteller erfordern nach allgemeiner Auffassung einen minimalen Anstellwinkel der Schleifscheibe gegenüber dem Werkstück von etwa 15°, um eine Berührung des Befestigungselements mit dem Werkstück und damit eine Beschädigung der Oberfläche des Werkstücks zu vermeiden, siehe Werkzeughandbuch PFERD, D 21, Seite 6/204.

    [0009] Da die üblichen Stützteller aus Gummi oder einem gummiähnlichen ausreichend elastischen Kunststoff bestehen, ergibt sich bei den Vulkanfiberscheiben in Verbindung mit deren hoher Abtragsleistung das Risiko einer Überhitzung. Hierzu ist in der EP 1 741 515 A1 als Lösung ein Stützteller beschrieben, der eine Vielzahl von Kühlkanälen aufweist, die für eine rückseitige Kühlung der Schleifscheibe sorgen sollen. Ferner wird dort noch eine Schnellwechselaufnahme für die Scheibe auf dem Tragteller beschrieben, die eine spezielle Flanscheinrichtung umfasst, die an die nicht mit Schleifmittel versehene Rückseite der Schleifscheibe angeklebt werden soll.

    [0010] In der DE 20 2009 011470 U1 und der DE10 2009 038583 A1 wird dazu ausgeführt, dass die in der EP 1 741 515 A1 beschriebene Lösung im Wesentlichen für die Feinbearbeitung mit Vulkanfiber-Schleifscheiben feiner Körnung geeignet sei. Bei Einsatz grober Körnungen zum Schruppschleifen bestehe die Gefahr, dass die Unterlage, also das Trägermaterial der Vulkanfiber-Schleifscheibe, zerreiße. Als Lösung wird vorgeschlagen, einen in der üblichen Weise aus mit Phenolharz getränkten und verpressten Glasfasern bestehenden Tragteller vorzusehen und auf diesen Tragteller die Vulkanfiber-Schleifscheibe mittels einer Klebstoffschicht zu befestigen, wobei in einer bevorzugten Ausführungsform die Schleifscheibe wenige Millimeter über den Tragteller hinausragen soll. Auf der einer Schleifseite abgewandten Rückseite des Tragtellers soll ferner ein Metallring zur Aufnahme einer Antriebswelle einer Antriebsmaschine vorgesehen sein.

    [0011] Aus der US 3,844,072 A ist ein beidseitig mit einem Schleifmittel beschichtetes elastisches Schleifwerkzeug bekannt, das eine innere Scheibe aus einem Kunststoff oder Metall umfasst, auf die beidseitig je eine Scheibe aus einem porösen Schaumstoffmaterial aufgeklebt ist, auf die jeweils wieder außenseitig eine weitere Scheibe aus einem festeren Material aufgeklebt ist, auf die schließlich jeweils außenseitig eine Schleifscheibe, z.B. aus Sandpapier, aufgeklebt ist. Die innere Scheibe umfasst dabei übliche Verbindungsmittel zum Anschluss an eine Maschine. Das Schleifwerkzeug soll durch die beidseitige Ausstattung mit einer Schleifscheibe durch einfaches Wenden auf der Maschine besonders praktisch sein. Die Elastizität soll durch die Scheiben aus einem porösen Schaumstoffmaterial erreicht werden. Die Verwendung des Schleifwerkzeuges soll auf einer Maschinenwelle mit einem Stützteller aus Kunststoff erfolgen. Ferner wird vorgeschlagen, anstelle des Aufbaues aus mehreren scheibenförmigen Schichten einen stabilen Kunststoffkern aus einem Thermoplasten vorzusehen und diesen mit einem Schaumstoff zu umspritzen, auf den dann die Decklagen zur Aufnahme der Schleifscheiben aufgeklebt werden sollen. Durch Verwendung eines härteren Kerns soll die Notwendigkeit eines externen Stütztellers entfallen.

    [0012] Aus EP 0 450 209 B1 und DE 690 07 467 T2 ist eine flexible, nicht gebundene doppelseitige Einwegschleifscheibe zur drehbaren Verbindung mit einem Trägerelement bekannt. Die dort offenbarte Schleifscheibe soll eine kreisförmige Verstärkungseinrichtung in Form eines Zwischenteils zwischen den Schleifoberflächen aufweisen, die eine zentrale Öffnung definiert, und zwei gegenüberliegende, im wesentlichen runde ebene Oberflächen hat. Die Schleifscheibe soll durch die Verstärkungseinrichtung entfernbar mit dem Trägerelement verbunden werden können, so dass beide Schleifoberflächen zur Endbearbeitung eines Gegenstands verwendet werden können. Vorteilhaft soll die mit der Verbindungseinrichtung an einem Ende eines Trägerelements verbindbare Einrichtung ein Zwischenteil aufweisen, das eine zentrale Bohrung definiert, sich in der zentralen Öffnung befindet und an der Verstärkungseinrichtung angebracht ist, wobei die zentrale Bohrung und die zentrale Öffnung koaxial zueinander sein sollen. Alternativ soll die Verstärkungseinrichtung ein Zwischenteil in Form einer Scheibe mit zwei gegenüberliegenden im wesentlichen ebenen Oberflächen aufweisen, oder ein anderes, ähnlich flaches, ebenes Element mit zwei gegenüberliegenden, im wesentlichen parallelen, scheibentragenden Oberflächen, die eine zentrale Bohrung aufweisen. Ein erstes Scheibenelement soll auf einer Seite ein Schleifmaterial einer gewünschten Korngröße tragen, während eine zweite gegenüberliegende Seite der Scheibe an der scheibentragenden Oberfläche mit einem beliebigen, in diesem Zusammenhang bekannten, Klebstoff befestigt sein soll. Ein zweites Scheibenelement, auf dessen einer Seite ein Schleifmaterial einer gewünschten Korngröße aufgebracht wurde, soll mit der zweiten gegenüberliegenden Seite haftend mit der anderen scheibentragenden Oberfläche des Zwischenteils verbunden sein, um eine Einwegschleifscheibe mit zwei schleifenden Oberflächen zum Abschleifen eines Gegenstandes zu bilden. Das Zwischenteil soll bevorzugt aus einem Chemiefasergewebe oder Kunststoff von großer Festigkeit oder einem Metall wie Aluminium, Stahl, Messing, Kupfer usw., oder einem ähnlichen Werkstoff hergestellt sein. Es soll wichtig sein, dass der für das Zwischenteil ausgewählte Werkstoff von ausreichender Festigkeit ist, um die Einwegschleifscheibe ausreichend festzuhalten, während sie den Schleifkräften ausgesetzt ist. Gegebenenfalls soll die Anordnung mit einem zusätzlichen Stütz- oder Verstärkungselement verwendet werden, das aus Gummi oder ähnlichem Material hergestellt sein soll. Als besonderer Vorteil wird angegeben, unterschiedliche Körnungen auf beiden Seiten des Schleifwerkzeuges kombinieren zu können, auf die dann jeweils durch Wenden der Schleifscheibe zugegriffen werden kann.

    [0013] Die DE 1 853 136 U beschreibt eine beidseitig mit Schleifmittel belegte Vulkanfiberscheibe, jedoch soll nur ein radial äußerer Bereich der Schleifscheibe mit dem Schleifmittel belegt sein. Die Scheibe soll in herkömmlicher Art auf der Spindel einer Werkzeugmaschine befestigt sein. Der Vorteil soll in einer Materialersparnis liegen, wobei die Scheibe nach Verbrauch des Schleifmittels auf der einen Seite zur weiteren Benutzung auf der Spindel umgedreht werden soll.

    [0014] Die DE 20 2010 012 502 U1 zeigt eine Schleifscheibe mit vielen Löchern für die Absaugung von Schleifstaub. Die Scheibe ist in herkömmlicher Weise zur Benutzung auf einem Stützteller bestimmt. Der Stützteller soll dabei Löcher zur Absaugung von Schleifstaub aufweisen. In dem Dokument wird ein Muster aus Radiusstrahlen und Lochkreisen mit einer bestimmten Verteilung von kreisrunden Löchern beschreiben. Durch die Verteilung der Löcher soll erreicht werden, dass stets eine annähernd gleichmäßige Absaugleistung erreicht werden kann, unabhängig von der rotatorischen Positionierung von Stützteller und Schleifscheibe zueinander. Damit soll bei häufigem Wechsel der Schleifscheiben eine zeitaufwendige Ausrichtung von Schleifscheibe zu Stützteller vermieden werden.

    [0015] Alternativ dazu beschreibt die WO 2007/143400 A2 eine Schleifscheibe zur Verwendung mit einem ebenfalls beschriebenen Stützteller für die Verwendung auf einer Schleifmaschine mit einer Absaugeinrichtung, wobei in der Schleifscheibe längliche Löcher oder Schlitze vorgesehen sein sollen. Die Schlitze oder Langlöcher können auch gekrümmt sein. Die Langlöcher sollen eine gleichmäßige Breite über ihre Länge aufweisen. Ferner liegen bei den gezeigten geraden und gekrümmten Langlöchern die Endmittelpunkte eines Langloches auf einem gemeinsamen Radiusstrahl. Auch durch diese vorgeschlagene Ausgestaltung der Absauglöcher in der Schleifscheibe soll erreicht werden, dass stets eine annähernd gleichmäßige Absaugleistung erreicht werden kann, unabhängig von der rotatorischen Positionierung von Stützteller und Schleifscheibe zueinander.

    [0016] Verschiedene Nachteile bei der Verwendung von Vulkanfiber-Schleifscheiben, wie schlechte Wärmeableitung bei feinen Körnungen, Reißgefahr beim Arbeiten mit groben Körnungen, die Notwendigkeit eines Stütztellers, ein notwendiger minimaler Anstellwinkel bei der Bearbeitung zur Vermeidung der Oberflächenbeschädigung, die Gefahr des Kontaktes zwischen Werkstück und Stützteller beim Schleifen von engen Nuten und die Wechselzeit für das Werkzeug im Verhältnis zur Standzeit bei industriellem Einsatz, wurden im Stand der Technik behandelt und es wurden eine Vielzahl von möglichen Lösungen vorgeschlagen, die wiederum meist neue Probleme mit sich bringen oder zumindest erhebliche Kosten verursachen. Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein verbessertes Vulkanfiber-Schleifwerkzeug bereitzustellen, dass die aus dem Stand der Technik bekannten Nachteile vermindert.

    [0017] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch ein Vulkanfiber-Schleifwerkzeug mit zwei Vulkanfiber-Schleifscheiben, die mittels einer zwischen den Vulkanfiber-Schleifscheiben angeordneten Kleberschicht vollflächig miteinander verklebt sind, so dass die mit dem Schleifmittel versehenen Außenseiten der Vulkanfiber-Schleifscheiben voneinander weg weisen.

    [0018] Die Anmelderin hat überraschender Weise herausgefunden, dass mit der erfindungsgemäßen Ausbildung eines Vulkanfiber-Schleifwerkzeuges die sonst bestehende Gefahr eines Ausreißens der Vulkanfiber-Schleifscheiben weitestgehend beseitigt ist. Da das erfindungsgemäße Vulkanfiber-Schleifwerkzeug beidseitig genutzt werden kann, wird diese Ausreißsicherheit bei sehr viel günstigeren Kosten im Vergleich zu den bekannten Lösungen erreicht.

    [0019] Die erfindungsgemäße Lösung hat sich in weiter unerwarteter Weise auch ohne Einsatz eines zusätzlichen Stütztellers als ausreichend fest gezeigt. Durch Entfall eines separaten Stützteller verringern sich für den Anwender die Werkzeug-Gesamtkosten und auch das Gewicht bei Einsatz auf Handwerkzeugen. Ferner wird durch den Entfall des zusätzlichen Stütztellers die Wärmeabfuhr verbessert.

    [0020] Schließlich ermöglicht die erfindungsgemäße Lösung durch den Wegfall des Stütztellers und die sehr geringe Dicke auch das Bearbeiten von Oberflächen in schmalen Nuten. Mit dem erfindungsgemäßen Vulkanfiber-Schleifwerkzeug können nicht nur wesentlich schmalere Nuten erreicht werden, als mit den bekannten Werkzeugen, sondern auch bei breiteren Nuten entfällt das Risiko des Kontaktes eines Stütztellers mit einer Wange der Nut und damit einer Beschädigung des Werkstücks.

    [0021] Das erfindungsgemäße Werkzeug kann hervorragend einfach mittels eines zentralen Loches an einer Werkzeugmaschinenspindel in herkömmlicher Weise, z.B. mit Scheibe und Mutter, befestigt werden und nach Verschleiß des Werkzeugs wird so materialsortenreiner Abfall erhalten. Es ist auch möglich, in einem zentralen Bereich des Vulkanfiber-Schleifwerkzeugs in der Kleberschicht ferner ein Mitnehmerelement einzubetten um eine schnellere Befestigung des Vulkanfiber-Schleifwerkzeugs mit einem maschinellen Antrieb zu erreichen, insbesondere, wenn das Mitnehmerelement eine Anlagefläche zur Anlage des Vulkanfiber-Schleifwerkzeugs an dem maschinellen Antrieb aufweist, wobei das Mitnehmerelement gekröpft ausgebildet ist, so dass die Anlagefläche axial versetzt zu einer Längsmittenebene des Vulkanfiber-Schleifwerkzeugs angeordnet ist. Dieses erfindungsgemäße Schleifwerkzeug lässt sich auf einer Seite vollflächig zum Schleifen aufsetzen, entsprechend einem Anstellwinkel von 0°. Dies ist besonders einfach, wenn in dem Mitnehmerelement im Bereich der Anlagefläche nur ein Gewindegang ausgebildet ist.

    [0022] Insbesondere in Verbindung mit Werkzeug-Schnellwechseleinrichtungen kann es vorteilhaft sein, wenn in einem zentralen Bereich des Vulkanfiber-Schleifwerkzeugs ferner ein Mitnehmerelement angeordnet ist zur Verbindung des Vulkanfiber-Schleifwerkzeugs mit einem maschinellen Antrieb, wobei das Mitnehmerelement die Schleifscheiben durch ein zentrales Loch durchgreift und die verklebten Vulkanfiber-Schleifscheiben an dem Mitnehmerelement befestigt sind.

    [0023] In Verbindung mit gängigen Handwerkzeugmaschinen, wie Winkelschleifern, ist es für einen raschen und einfachen Werkzeugwechsel vorteilhaft, wenn in dem Mitnehmerelement ein ein- oder mehrgängiges Schrauben- oder Muttergewinde ausgebildet ist.

    [0024] In einer weiteren besonders vorteilhaften Ausgestaltung eines erfindungsgemäßen Schleifwerkzeuges weist das Schleifwerkzeug quer zu einer Längsmittenebene des Vulkanfiber-Schleifwerkzeugs Durchgangslöcher auf. Diese Löcher ermöglichen einerseits während des Betriebes eine Sicht auf das Werkstück, andererseits verbessern sie die Wärmeabfuhr von der Werkstückoberfläche.

    [0025] Grundsätzlich ist es bekannt, Schleifwerkzeuge mit Aussparungen oder Öffnungen zu versehen, um während der Bearbeitung eines Werkstückes einen Blick auf die bearbeitete Werkstückoberseite zuzulassen. Beispielsweise sind Aussparungen bei Fächerschleifscheiben aus der DE 20 2004 004 027 U1, der US 2005 0202 768 A1, der US 2006 0160 480 A1, und der DE 20 2005 009 665 U1 bekannt. Im Gegensatz zu Vulkanfiberschleifscheiben benötigt man beim Einsatz von Fächerschleifscheiben keinen Stützteller. Es handelt sich bei Fächerschleifscheiben um eine andere Art eines Schleifwerkzeuges, bei dem einzelnen Schleifblättchen schindelartig überdeckend auf einem Trägerteller aufgeklebt sind.

    [0026] Bei Kombinationen von Trägerplatten oder Stütztellern mit Schleifscheiben ist das Vorsehen von Löchern in Schleifscheibe und Stützteller oder Trägerplatte beispielsweise in DE 29 802 791 U1, US 6 007 415 A, EP 0 868 262 B1, DE 696 11 764 T2, DE 699 07 280 T2, WO 00/35634 A und WO 97/21521 A beschrieben.

    [0027] Im Werkzeughandbuch Pferd D21, Seite 43/204, sind Schleifscheiben und passende Stützteller mit Löchern beschrieben. Allerdings sollen diese Löcher bei entsprechend ausgerüsteter Maschine zum Absaugen von Schleifstaub während des Schleifens dienen, um ein Zusetzen der Schleifscheibe zu verzögern.

    [0028] Nachteilig bei allen diesen beschriebenen Ausgestaltungen mit Stützteller ist es insbesondere, dass bei einem Wechsel der Schleifscheibe die neue Schleifscheibe mit ihren Löchern zu den Löchern in der Tragplatte oder dem Stützteller ausgerichtet werden muss. Berücksichtigt man die Ausführungen in der DE 20 2009 011 470 U1, wonach bei industriellem Einsatz die Standzeit solcher Schleifscheiben teilweise weniger als eine Minute beträgt, kommt den Werkzeugwechselzeiten für die Gesamtbearbeitungsdauer extreme wirtschaftliche Bedeutung zu. Die erfindungsgemäße Ausgestaltung bringt daher gegenüber den bekannten Lösungen einen enormen wirtschaftlichen Vorteil für den Verwender eines solchen erfindungsgemäßen Werkzeugs.

    [0029] Aus der DT 2 121 842 OS ist noch bekannt, Aussparungen und Schlitze in einer Schleifscheibe vorzusehen, bei der das Schleifmittel auf eine dünne Metalltragscheibe geklebt ist. Die beschriebene Scheibe soll speziell für das Nachbearbeiten von spanabhebenden Werkzeugen geeignet sein. Durch die spezielle Ausgestaltung auch der Aussparungen und Schlitze soll eine Sollbruch-Randzone gebildet werden, die eine mehrfache Benutzung der Scheibe mit verringertem Radius erlauben soll. Aus der DT 1 652 912 OS ist bekannt, Aussparungen in Schleifscheiben vorzusehen, wobei sich die Aussparungen auf einen Randbereich beschränken sollen, in dem die Schleifscheibe nicht durch einen Stützteller unterstützt wird.

    [0030] Für eine bessere Sicht auf die Werkstückoberfläche ist es vorteilhaft, wenn sich die Durchgangslöcher auf einem oder mehreren konzentrisch zu einer Drehachse des Vulkanfiber-Schleifwerkzeugs angeordneten Lochkreisen befinden.

    [0031] Als besonders vorteilhaft hat sich gezeigt, wenn die Durchgangslöcher eine längliche Gestalt aufweisen, wobei vorzugsweise die Länge der Durchgangslöcher wenigstens das dreifache der größten Breite der Durchgangslöcher beträgt, insbesondere, wenn sich die Breite der länglichen Durchgangslöcher von einem ersten Endabschnitt eines Durchgangsloches zu einem zweiten Endabschnitt des Durchgangsloches vermindert und vorzugsweise der erste Endabschnitt einen größeren radialen Abstand von einer Drehachse des Vulkanfiber-Schleifwerkzeugs aufweist, als der zweite Endabschnitt. Dadurch wird einerseits die Sicht auf die wesentlichen Teile der zu bearbeitenden Werkstückoberfläche verbessert und zugleich eine verbesserte Wärmeabfuhr von der Werkstückoberfläche erreicht. Vorzugsweise sind dabei der erste Endabschnitt und der zweite Endabschnitt eines Durchgangsloches auf unterschiedlichen Radiusstrahlen um die Drehachse des Vulkanfiber-Schleifwerkzeugs angeordnet. Besonders vorteilhaft beträgt dabei der durch die Radiusstrahlen eines Durchgangsloches um die Drehachse in der Längsmittenebene des Vulkanfiber-Schleifwerkzeugs eingeschlossene Winkel wenigstens 30°, vorzugsweise nicht mehr als 60°.

    [0032] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist das Schleifwerkzeug lediglich als segmentartiges Teil einer Scheibe ausgebildet. Dadurch kann das erfindungsgemäße Schleifwerkzeug besonders vorteilhaft auch mit sogenannten Multi-Tools, die einen rotatorisch-oszillierenden Antrieb für das Werkzeug aufweisen und ansonsten ähnlich wie ein Winkelschleifer ausgestaltet sind, kombiniert und für präzise Oberflächenbearbeitung eingesetzt werden.

    [0033] Die Erfindung soll nachfolgend unter Bezug auf die beigefügten Zeichnungen anhand von Ausführungsbeispielen näher erläutert werden. Es zeigen:
    Fig. 1
    eine erste Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Vulkanfiber-Schleifwerkzeugs in Draufsicht;
    Fig. 2
    das erfindungsgemäße Vulkanfiber-Schleifwerkzeug aus Figur 1 im Querschnitt;
    Fig. 3
    eine zweite Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Vulkanfiber-Schleifwerkzeugs in Draufsicht;
    Fig. 4
    das erfindungsgemäße Vulkanfiber-Schleifwerkzeug aus Figur 3 im Querschnitt;
    Fig. 5
    eine dritte Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Vulkanfiber-Schleifwerkzeugs in Draufsicht;
    Fig. 6
    das erfindungsgemäße Vulkanfiber-Schleifwerkzeug aus Figur 5 im Querschnitt;
    Fig. 7
    eine vierte Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Vulkanfiber-Schleifwerkzeugs in Draufsicht;
    Fig. 8
    das erfindungsgemäße Vulkanfiber-Schleifwerkzeug aus Figur 7 im Querschnitt;
    Fig. 9
    eine fünfte Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Vulkanfiber-Schleifwerkzeugs in Draufsicht;
    Fig. 10
    das erfindungsgemäße Vulkanfiber-Schleifwerkzeug aus Figur 9 im Querschnitt;
    Fig. 11
    eine sechste Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Vulkanfiber-Schleifwerkzeugs in Draufsicht;
    Fig. 12
    das erfindungsgemäße Vulkanfiber-Schleifwerkzeug aus Figur 11 im Querschnitt;
    Fig. 13
    eine siebte Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Vulkanfiber-Schleifwerkzeugs in Draufsicht
    Fig. 14
    das erfindungsgemäße Vulkanfiber-Schleifwerkzeug aus Figur 13 auf einem Winkelschleifer;
    Fig. 15
    eine weitere Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Vulkanfiber-Schleifwerkzeugs als segmentartiges Teil einer Scheibe; und
    Fig. 16
    eine Abwandlung der Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Vulkanfiber-Schleifwerkzeugs aus Figur 15 .


    [0034] Die in den Zeichnungen dargestellte erfindungsgemäße Vulkanfiber-Schleifscheibe ist zum rotatorischen bzw. rotatorisch-oszillierenden Antrieb vorgesehen und ausgebildet, beispielsweise einem üblichen Winkelschleifer. Das in den Figuren dargestellte erfindungsgemäße Vulkanfiber-Schleifwerkzeug, insgesamt mit 1 bezeichnet, umfasst mit zwei Vulkanfiber-Schleifscheiben 2 und 3, die wenigstens auf einer ihrer Außenseiten mit einem Schleifmittel versehen sind und die mittels einer zwischen den Vulkanfiber-Schleifscheiben 2, 3 angeordneten Kleberschicht 4 vollflächig miteinander verklebt sind, so dass die mit dem Schleifmittel versehenen Außenseiten der Vulkanfiber-Schleifscheiben 2, 3 voneinander weg weisen. Die Kleberschicht 4 kann beispielsweise durch einen Kleber auf Epoxidharzbasis gebildet sein.

    [0035] Die in Figur 1 in Draufsicht und in Figur 2 im Querschnitt gezeigte erste Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Vulkanfiber-Schleifwerkzeugs 1 kann hervorragend einfach mittels eines zentralen Loches 5 an einer Werkzeugmaschinenspindel 6 in herkömmlicher Weise, z.B. mit Scheibe und Mutter, befestigt werden. Nach Verschleiß des Werkzeugs 1 kann so materialsortenreiner Abfall erhalten werden, was insbesondere bei Einsatz im industriellen Maßstab den Entsorgungsaufwand und damit die Entsorgungskosten gering hält. Das Loch 5 ist vorteilhaft als Loch mit einem Nenndurchmesser von 22,23 mm ausgeführt. Aufgrund des symmetrischen Aufbaus des Schleifwerkzeuges 1 liegt in der Kleberschicht 4 die Längsmittenebene 7 des Schleifwerkzeugs 1.

    [0036] Wie in Figur 4 gut zu erkennen ist, weist die in den Figuren 3 und 4 dargestellte Ausführungsform eines erfindungemäßen Schleifwerkzeuges 1 in einem zentralen Bereich des Vulkanfiber-Schleifwerkzeugs 1 ferner ein in der Kleberschicht 4 eingebettetes Mitnehmerelement 8 auf zur Verbindung des Vulkanfiber-Schleifwerkzeugs 1 mit einem maschinellen Antrieb, z.B. einer Werkzeugmaschinenspindel 6 eines Winkelschleifers 9, wie in Figur 14 zu erkennen ist. Das dargestellte Mitnehmerelement 8 ist vorteilhaft als Blechpressteil hergestellt und ein Gewindegang 10 im Gewinde M14 oder 5/8-11" ist mit eingeformt, wie auch gut in den Figuren 13 und 14 erkennbar ist. So kann das Schleifwerkzeug unmittelbar auf die Werkzeugmaschinenspindel 6 des Winkelschleifers 9 geschraubt werden, was die Werkzeugwechselzeiten deutlich verkürzt und damit die Gesamtwirtschaftlichkeit beim Einsatz eines erfindungsgemäßen Schleifwerkzeugs 1 verbessert.

    [0037] Weiter ist an das Mitnehmerelement 8 eine Anlagefläche 11 zur Anlage des Vulkanfiber-Schleifwerkzeugs 1 an dem maschinellen Antrieb ausgebildet, z.B. an einem Wellenbund auf einer Werkzeugmaschinenspindel 6 oder einem Distanzstück. Dazu ist das Mitnehmerelement 8 gekröpft ausgebildet, so dass die Anlagefläche 11 axial versetzt zu der Längsmittenebene 7 des Vulkanfiber-Schleifwerkzeugs 1 angeordnet ist, wie besonders gut in Figur 4 zu sehen ist. Bei entsprechend angepasster Gewindelänge der Werkzeugmaschinenspindel 6 oder Verwendung passender Distanzstücke, so dass die Werkzeugmaschinenspindel 6 nicht auf der der Anlagefläche 11 gegenüberliegenden Seite des Vulkanfiber-Schleifwerkzeugs 1 über diese hinausragt, lässt sich das erfindungsgemäße Schleifwerkzeug 1 auf der der Anlagefläche 11 gegenüberliegenden Seite des Vulkanfiber-Schleifwerkzeugs 1 vollflächig zum Schleifen aufsetzen.

    [0038] Bei der in den Figuren 5 und 6 dargestellten Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Vulkanfiber-Schleifwerkzeugs 1 ist in dem zentralen Bereich des Vulkanfiber-Schleifwerkzeugs 1 ein anderes Mitnehmerelement 12 angeordnet zur Verbindung des Vulkanfiber-Schleifwerkzeugs 1 mit einem maschinellen Antrieb 6. Diese handelsübliche Mitnehmerelement 12 ist mit den Vulkanfiberscheiben verklebt und festgeklemmt. An einem Nabenkörper 13 ist ein Sechskant 15 mit angeformt zum Ansatz eines üblichen Werkzeugs bei der Befestigung oder dem Lösen von einer Antriebsspindel 6. In dem Nabenkörper 13 ist ein eingängiges, vorzugsweise ein mehrgängiges Schrauben- oder Muttergewinde ausgebildet als Teil einer Schnellwechselbefestigung des Schleifwerkzeuges 1 an einer Antriebspindel 6.

    [0039] In den Figuren 7 bis 12 sind Ausführungsformen eines erfindungsgemäßen Schleifwerkzeuges 1 dargestellt, die denen aus den Figuren 1 bis 6 entsprechen und die zusätzlich quer zu der Längsmittenebene 7 des Vulkanfiber-Schleifwerkzeugs 1 Durchgangslöcher 16 aufweisen. Die Durchgangslöcher 16 befinden sich auf einem (Figuren 7, 8, 11, 12) oder mehreren (Figuren 9, 10) konzentrisch zu einer Drehachse 17 des Vulkanfiber-Schleifwerkzeugs 1 angeordneten Lochkreisen 21. Die Zahl der Durchgangslöcher 16 kann 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9 oder mehr betragen, die Durchgangslöcher 16 sollten gleichmäßig verteilt angeordnet sein, um eine Unwucht des Schleifwerkzeuges 1 zu vermeiden.

    [0040] Bei den in den Figuren 13 und 14 gezeigten Ausführungsformen eines erfindungsgemäßen Schleifwerkzeuges 1 weisen die Durchgangslöcher 16 eine längliche, tropfenförmige, schweifförmige Gestalt auf, wobei vorzugsweise die Länge der Durchgangslöcher 16 wenigstens das dreifache der größten Breite der Durchgangslöcher 16 beträgt. Ferner vermindert sich die Breite der länglichen Durchgangslöcher 16 von einem ersten Endabschnitt 18 eines Durchgangsloches 16 zu einem zweiten Endabschnitt 19 des Durchgangsloches 16. Der erste Endabschnitt 18 hat einen größeren radialen Abstand von der Drehachse 17 des Vulkanfiber-Schleifwerkzeugs 1 als der zweite Endabschnitt 19. Die Durchgangslöcher 16 dieser Ausführungsformen haben eine Gestalt, wie sie oft für eine Darstellung eines Kometen mit seinem Schweif verwendet wird. Wie gezeigt, können die länglichen Durchgangslöcher 16 in sich gekrümmt ausgebildet sein. Der Bearbeiter hat im Vergleich zu runden Durchgangslöchern einen größeren Blick auf die komplette Bearbeitungsfläche. Als vorteilhaft hat sich erwiesen, dass der Endabschnitt 18 näher am Außenrand des Vulkanfiber-Schleifwerkzeuges 1 und der schmalere zweite Endabschnitt 19 näher zur Drehachse 17 angeordnet sein sollte. Der erste Endabschnitt 18 und der zweite Endabschnitt 19 eines Durchgangsloches 16 sind dabei auf unterschiedlichen Radiusstrahlen 22, 23 um die Drehachse 17 des Vulkanfiber-Schleifwerkzeugs 1 angeordnet. Der durch die Radiusstrahlen 22, 23 eines Durchgangsloches 16 um die Drehachse 17 in der Längsmittenebene 7 des Vulkanfiber-Schleifwerkzeugs 1 eingeschlossene Winkel α beträgt wenigstens 30°, vorzugsweise nicht mehr als 60°, bei der gezeigten Ausführungsform etwa 40° bis 45°.

    [0041] Figuren 15 und 16 zeigen weitere Ausführungsformen eines erfindungsgemäßen Vulkanfiber-Schleifwerkzeugs 1, das als segmentartiges Teil 20 einer Scheibe ausgebildet ist zum Einsatz mit sogenannten Multi-Tools, die einen rotatorisch-oszillierenden Antrieb für das Werkzeug 1 aufweisen und ansonsten ähnlich wie ein Winkelschleifer 9 ausgestaltet sind, und für feine und präzise Oberflächenbearbeitung eingesetzt werden können. Aufgrund der rotatorisch-oszillierenden Bewegung der Werkzeugmaschinenspindel 6 ist ein Mitnehmerelement 14 mit einer formschlüssigen Aufnahme für die Werkzeugmaschinenspindel 6 vorteilhaft. Ein Sechskantloch, wie in Figur 15 zu sehen, oder ein achtfach Stern, wie in Figur 16 dargestellt, ermöglichen es, das Vulkanfiber-Schleifwerkzeugs 1 in verschiedenen Grundpositionen mit der Werkzeugmaschinenspindel 6 zu verbinden je nach der zweckmäßigsten Positionierung der Werkzeugmaschine zum Werkstück. Auch ein solches Vulkanfiber-Schleifwerkzeug 1 in Form eines Segmentes kann Durchgangslöcher 16 mit den oben beschriebenen Vorteilen aufweisen. Eine solche Ausführungsform ist in Figur 16 zu sehen. Selbstverständlich kann ein solches Vulkanfiber-Schleifwerkzeug 1 mit Löchern 16 aus Figur 16 auch ein Mitnehmerelement 14, wie es in Figur 15 zu sehen ist, ausgestattet sein, und umgekehrt. Die Durchgangslöcher 16 können auch die längliche Form und die Anordnung aufweisen, wie sie in Bezug auf Figur 13 beschrieben wurde.

    Bezugszeichenliste



    [0042] 
    1
    Vulkanfiber-Schleifwerkzeug, insgesamt
    2
    Vulkanfiber-Schleifscheibe
    3
    Vulkanfiber-Schleifscheibe
    4
    Kleberschicht
    5
    zentrales Loch
    6
    Werkzeugmaschinenspindel
    7
    Längsmittenebene
    8
    Mitnehmerelement
    9
    Winkelschleifer
    10
    Gewindegang
    11
    Anlagefläche
    12
    Mitnehmerelement
    13
    Nabenkörper
    14
    Mitnehmerelement
    15
    Sechskant
    16
    Durchgangsloch
    17
    Drehachse
    18
    erster Endabschnitt
    19
    zweiter Endabschnitt
    20
    segmentartiges Teil
    21
    Lochkreis
    22
    Radiusstrahl
    23
    Radiusstrahl
    α
    Winkel



    Ansprüche

    1. Vulkanfiber-Schleifwerkzeug (1) gekennzeichnet durch zwei Vulkanfiber-Schleifscheiben (2, 3), die mittels einer zwischen den Vulkanfiber-Schleifscheiben (2, 3) angeordneten Kleberschicht (4) vollflächig miteinander verklebt sind, so dass die mit dem Schleifmittel versehenen Außenseiten der Vulkanfiber-Schleifscheiben (2, 3) voneinander weg weisen.
     
    2. Vulkanfiber-Schleifwerkzeug (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass in einem zentralen Bereich des Vulkanfiber-Schleifwerkzeugs (1) in der Kleberschicht (4) ferner ein Mitnehmerelement (8, 14) eingebettet ist zur Verbindung des Vulkanfiber-Schleifwerkzeugs (1) mit einem maschinellen Antrieb (6).
     
    3. Vulkanfiber-Schleifwerkzeug (1) nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Mitnehmerelement (8) eine Anlagefläche (11) zur Anlage des Vulkanfiber-Schleifwerkzeugs (1) an dem maschinellen Antrieb aufweist, wobei das Mitnehmerelement (8, 14) gekröpft ausgebildet ist, so dass die Anlagefläche (11) axial versetzt zu einer Längsmittenebene (7) des Vulkanfiber-Schleifwerkzeugs (1) angeordnet ist.
     
    4. Vulkanfiber-Schleifwerkzeug (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass in einem zentralen Bereich des Vulkanfiber-Schleifwerkzeugs (1) ferner ein Mitnehmerelement (12) angeordnet ist zur Verbindung des Vulkanfiber-Schleifwerkzeugs (1) mit einem maschinellen Antrieb (6), wobei das Mitnehmerelement (12) die Schleifscheiben (2, 3) durch ein zentrales Loch (5) durchgreift und die verklebten Vulkanfiber-Schleifscheiben (2, 3) an dem Mitnehmerelement (12) befestigt sind.
     
    5. Vulkanfiber-Schleifwerkzeug (1) nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass in dem Mitnehmerelement (12) ein ein- oder mehrgängiges Schrauben- oder Muttergewinde ausgebildet ist.
     
    6. Vulkanfiber-Schleifwerkzeug (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Schleifwerkzeug (1) quer zu einer Längsmittenebene (7) des Vulkanfiber-Schleifwerkzeugs (1) Durchgangslöcher (16) aufweist.
     
    7. Vulkanfiber-Schleifwerkzeug (1) nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass sich die Durchgangslöcher (16) auf einem oder mehreren konzentrisch zu einer Drehachse (17) des Vulkanfiber-Schleifwerkzeugs (1) angeordneten Lochkreisen (21) befinden.
     
    8. Vulkanfiber-Schleifwerkzeug (1) nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Durchgangslöcher (16) eine längliche, tropfenförmige Gestalt aufweisen, wobei vorzugsweise die Länge der Durchgangslöcher (16) wenigstens das dreifache der größten Breite der Durchgangslöcher (16) beträgt.
     
    9. Vulkanfiber-Schleifwerkzeug (1) nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass sich die Breite der länglichen Durchgangslöcher (16) von einem ersten Endabschnitt (18) eines Durchgangsloches (16) zu einem zweiten Endabschnitt (19) des Durchgangsloches (16) vermindert.
     
    10. Vulkanfiber-Schleifwerkzeug (1) nach einem der Ansprüche 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Endabschnitt (18) einen größeren radialen Abstand von der Drehachse (17) des Vulkanfiber-Schleifwerkzeugs (1) aufweist, als der zweite Endabschnitt (19).
     
    11. Vulkanfiber-Schleifwerkzeug (1) nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Endabschnitt (18) und der zweite Endabschnitt (19) eines Durchgangsloches (16) auf unterschiedlichen Radiusstrahlen (22, 23) um die Drehachse (17) des Vulkanfiber-Schleifwerkzeugs (1) angeordnet sind.
     
    12. Vulkanfiber-Schleifwerkzeug (1) nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass der durch die Radiusstrahlen (22, 23) eines Durchgangsloches (16) um die Drehachse (17) in der Längsmittenebene (7) des Vulkanfiber-Schleifwerkzeugs (1) eingeschlossene Winkel (α) wenigstens 30° beträgt, vorzugsweise nicht mehr als 60°.
     
    13. Vulkanfiber-Schleifwerkzeug (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Schleifwerkzeug (1) als segmentartiges Teil (20) einer Scheibe ausgebildet ist.
     


    Claims

    1. A vulcanised fibre grinding tool (1), characterised by two vulcanised fibre grinding discs (2, 3), which are adhered to one another over the entire surface by means of an adhesive layer (4) arranged between the vulcanised fibre grinding discs (2, 3), so that the outer sides of the vulcanised fibre grinding discs (2, 3), which are provided with the abrasive, face away from one another.
     
    2. A vulcanised fibre grinding tool (1) according to Claim 1, characterised in that a driver element (8, 14) is furthermore embedded in the adhesive layer (4) in a central region of the vulcanised fibre grinding tool (1) for the purpose of connecting the vulcanised fibre grinding tool (1) to a mechanical drive (6).
     
    3. A vulcanised fibre grinding tool (1) according to Claim 2, characterised in that the driver element (8) has a mounting surface (11) for mounting the vulcanised fibre grinding tool (1) on the mechanical drive, wherein the driver element (8, 14) is of a depressed-centre design so that the mounting surface (11) is arranged axially offset from a longitudinal centre plane (7) of the vulcanised fibre grinding tool (1).
     
    4. A vulcanised fibre grinding tool (1) according to Claim 1, characterised in that a driver element (12) is furthermore arranged in a central region of the vulcanised fibre grinding tool (1) for the purpose of connecting the vulcanised fibre grinding tool (1) to a mechanical drive (6), wherein the driver element (12) reaches through the grinding discs (2, 3) through a central hole (5) and the adhered vulcanised fibre grinding discs (2, 3) are fastened to the driver element (12).
     
    5. A vulcanised fibre grinding tool (1) according to one of Claims 2 to 4, characterised in that a single- or multi-pitch screw thread or internal thread is constructed in the driver element (12).
     
    6. A vulcanised fibre grinding tool (1) according to one of the preceding claims, characterised in that the grinding tool (1) has through holes (16) arranged transversely to a longitudinal centre plane (7) of the vulcanised fibre grinding tool (1).
     
    7. A vulcanised fibre grinding tool (1) according to Claim 6, characterised in that the through holes (16) are located on one or more hole circles (21) arranged concentrically to an axis of rotation (17) of the vulcanised fibre grinding tool (1).
     
    8. A vulcanised fibre grinding tool (1) according to Claim 6, characterised in that the through holes (16) have an elongated drop-shaped form, with the length of the through holes (16) preferably being at least three times the greatest width of the through holes (16).
     
    9. A vulcanised fibre grinding tool (1) according to Claim 8, characterised in that the width of the elongated through holes (16) decreases from a first end portion (18) of a through hole (16) to a second end portion (19) of the through hole (16).
     
    10. A vulcanised fibre grinding tool (1) according to one of Claims 8 or 9, characterised in that the first end portion (18) has a larger radial spacing from the axis of rotation (17) of the vulcanised fibre grinding tool (1) than the second end portion (19).
     
    11. A vulcanised fibre grinding tool (1) according to Claim 10, characterised in that the first end portion (18) and the second end portion (19) of a through hole (16) are arranged at different radius lines (22, 23) about the axis of rotation (17) of the vulcanised fibre grinding tool (1).
     
    12. A vulcanised fibre grinding tool (1) according to Claim 11, characterised in that the angle (α) which is formed by the radius lines (22, 23) of a through hole (16) about the axis of rotation (17) in the longitudinal centre plane (7) of the vulcanised fibre grinding tool (1) is at least 30°, preferably no more than 60°.
     
    13. A vulcanised fibre grinding tool (1) according to one of the preceding claims, characterised in that the grinding tool (1) is constructed as a segment-like part (20) of a disc.
     


    Revendications

    1. Outil abrasif à fibres vulcanisées (1) caractérisé par deux disques de meulage à fibres vulcanisées (2, 3) qui sont collés l'un à l'autre sur toute la surface au moyen d'une couche de colle (4) agencée entre les disques de meulage à fibres vulcanisées (2, 3) de sorte que les côtés extérieurs pourvus du moyen de meulage des disques de meulage à fibres vulcanisées (2, 3) soient éloignés l'un de l'autre.
     
    2. Outil abrasif à fibres vulcanisées (1) selon la revendication 1, caractérisé en ce que dans une zone centrale de l'outil abrasif à fibres vulcanisées (1) dans la couche de colle (4), un élément d'entraînement (8, 14) est en outre intégré pour la liaison de l'outil abrasif à fibres vulcanisées (1) avec un entraînement mécanique (6).
     
    3. Outil abrasif à fibres vulcanisées (1) selon la revendication 2, caractérisé en ce que l'élément d'entraînement (8) présente une surface d'appui (11) pour l'appui de l'outil abrasif à fibres vulcanisées (1) sur l'entraînement mécanique, dans lequel l'élément d'entraînement (8, 14) est réalisé courbé de sorte que la surface d'appui (11) soit agencée en déport axial d'un plan médian longitudinal (7) de l'outil abrasif à fibres vulcanisées (1).
     
    4. Outil abrasif à fibres vulcanisées (1) selon la revendication 1, caractérisé en ce que dans une zone centrale de l'outil abrasif à fibres vulcanisées (1), un élément d'entraînement (12) est en outre agencé pour la liaison de l'outil abrasif à fibres vulcanisées (1) avec un entraînement mécanique (6), dans lequel l'élément d'entraînement (12) traverse les disques de meulage (2, 3) par un trou central (5) et les disques de meulage à fibres vulcanisées (2, 3) collés sont fixés sur l'élément d'entraînement (12).
     
    5. Outil abrasif à fibres vulcanisées (1) selon l'une quelconque des revendications 2 à 4, caractérisé en ce qu'un filet de vis ou d'écrou à un ou plusieurs pas est réalisé dans l'élément d'entraînement (12).
     
    6. Outil abrasif à fibres vulcanisées (1) selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'outil abrasif (1) présente des trous débouchants (16) transversalement à un plan médian longitudinal (7) de l'outil abrasif à fibres vulcanisées (1).
     
    7. Outil abrasif à fibres vulcanisées (1) selon la revendication 6, caractérisé en ce que les trous débouchants (16) se trouvent sur un ou plusieurs cercles troués (21) agencés de manière concentrique à un axe de rotation (17) de l'outil abrasif à fibres vulcanisées (1).
     
    8. Outil abrasif à fibres vulcanisées (1) selon la revendication 6, caractérisé en ce que les trous débouchants (16) présentent une forme oblongue en forme de goutte, dans lequel la longueur des trous débouchants (16) s'élève de préférence au moins au triple de la plus grande largeur des trous débouchants (16).
     
    9. Outil abrasif à fibres vulcanisées (1) selon la revendication 8, caractérisé en ce que la largeur des trous débouchants (16) oblongs se réduit d'une première section d'extrémité (18) d'un trou débouchant (16) à une seconde section d'extrémité (19) du trou débouchant (16).
     
    10. Outil abrasif à fibres vulcanisées (1) selon l'une quelconque des revendications 8 ou 9, caractérisé en ce que la première section d'extrémité (18) présente une plus grande distance radiale de l'axe de rotation (17) de l'outil abrasif à fibres vulcanisées (1), que la seconde section d'extrémité (19).
     
    11. Outil abrasif à fibres vulcanisées (1) selon la revendication 10, caractérisé en ce que la première section d'extrémité (18) et la seconde section d'extrémité (19) d'un trou débouchant (16) sont agencées sur différents rayons de rayon (22, 23) autour de l'axe de rotation (17) de l'outil abrasif à fibres vulcanisées (1).
     
    12. Outil abrasif à fibres vulcanisées (1) selon la revendication 11, caractérisé en ce que l'angle (α) formé par les rayons de rayon (22, 23) d'un trou débouchant (16) autour de l'axe de rotation (17) dans le plan médian longitudinal (7) de l'outil abrasif à fibres vulcanisées (1) s'élève à au moins 30°, de préférence à pas plus de 60°.
     
    13. Outil abrasif à fibres vulcanisées (1) selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'outil abrasif (1) est réalisé comme une partie de type segment (20) d'un disque.
     




    Zeichnung
































    Angeführte Verweise

    IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



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    In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente




    In der Beschreibung aufgeführte Nicht-Patentliteratur