[0001] Die Erfindung betrifft einen Schutzanzug, wie insbesondere Feuer- oder Chemieschutzanzug,
nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1. Dieser Schutzanzug weist einen Rumpfabschnitt
auf, der in einem oberen Bereich einen Schulterabschnitt bildet, an dem sich zwei
Ärmel weg erstrecken. Ferner weist der Schutzanzug, eine oberhalb des Rumpfabschnittes
vorgesehene oder anbringbare Haube und eine Haltevorrichtung zur permanenten oder
zeitweisen Befestigung eines elektronischen Gerätes auf.
[0002] In
DE 10 2014 006 897 ist ein gattungsgemäßer Schutzanzug beschrieben, der an einer Außenseite eines Unterarmabschnittes
eine Aufnahme aufweist. Diese dient zur einsehbaren und geschützten Unterbringung
eines elektronischen Gerätes, wie beispielsweise eines Pulsmessers oder eines tragbaren
Computers. Hierdurch können dem Träger des Schutzanzuges verschiedene Informationen
und die Möglichkeit zur Kommunikation mit anderen Personen während des Einsatzes zur
Verfügung gestellt werden.
[0003] Alternativ oder zusätzlich zu der Verfügungsstellung von Informationen und einer
Kommunikationsmöglichkeit besteht bei vielen Anwendungsfällen das Bedürfnis nach einer
Übertragung von Bildern des jeweiligen Arbeits-/Einsatz-Ortes des Schutzanzugträgers,
insbesondere in Echtzeit, zu einer anderen Person, wie beispielsweise einem Einsatzleiter.
Die Übertragung solcher Bilder mittels eines in der oben genannten Aufnahme am Unterarmabschnitt
untergebrachten elektronischen Gerätes ist hierbei relativ umständlich und erlaubt
nur eine sehr begrenzte Qualität der zu übertragenden Bilder.
[0004] Die Aufgabe der Erfindung ist es, bei einem Schutzanzug die genannten Nachteile zu
vermeiden und eine qualitativ hochwertige und komfortable Bildübertragung zu ermöglichen.
[0005] Diese Aufgabe wird durch einen Schutzanzug mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
Dabei ist die Haltevorrichtung durch eine Kamerahaltevorrichtung gebildet, die an
einem kopfseitigen Bereich des Schutzanzuges angeordnet ist. Dieser kopfseitige Bereich
besteht dabei aus der Haube, dem Rumpfabschnitt, wie insbesondere einem oberen Bereich
des Rumpfabschnittes, einschließlich des Schulterabschnittes, und/oder einem jeweiligen
Oberarmabschnitt der Ärmel. Hierdurch kann die Aufnahme der für die Übertragung vorgesehenen
Bilder mittels einer digitalen Kamera erfolgen, die in einem Bereich des Schutzanzuges
gehalten ist, der einen besonders guten Einblick in den Arbeits- beziehungsweise Einsatzbereich
des Schutzanzugträgers erlaubt. Durch die Bereitstellung einer speziellen Kamerahaltevorrichtung
kann diese dabei auf die Form und Größe einer jeweils besonders geeigneten Kameraform
abgestimmt sein, wie beispielsweise zur Aufnahme einer speziellen digitalen Action-Kamera
oder einer sonstigen digitalen Kamera, die insbesondere für eine Echtzeitübertragung
von Einzelbildern und/oder Filmen geeignet ist. Darüber hinaus ist die Kamerahaltevorrichtung
hierdurch in einem Bereich des Schutzanzuges angeordnet, der bei üblichen Bewegungsabläufen
des Schutzanzugträgers relativ gleichmäßigen und langsamen Bewegungen ausgesetzt ist.
Hierdurch ist die Aufnahme qualitativ hochwertiger und insbesondere wackelfreier Bilder
mittels der in der Kamerahaltevorrichtung aufgenommenen Kamera möglich.
[0006] In einer besonders vorteilhaften Ausführungsform ist die Kamerahaltevorrichtung an
einem starren Bereich des Schutzanzuges vorgesehen. Hierdurch kann die in der Kamerahaltevorrichtung
aufzunehmende Kamera besonders positionsstabil am Schutzanzug gelagert werden, wodurch
die Qualität der mittels der Kamera aufgenommenen Bilder insbesondere auch in der
Bewegung des Schutzanzugträgers erhöht werden kann.
[0007] Vorteilhafterweise ist die Kamerahaltevorrichtung an einer Außenseite der Haube oder
des Rumpfabschnittes angeordnet, wodurch die in der Kamerahaltevorrichtung aufgenommene
Kamera besonders gut in Blickrichtung des Schutzanzugträgers ausgerichtet werden kann.
Hierdurch ist es beispielsweise möglich, zumindest Teile des Blickfeldes, das sich
dem Schutzanzugträger während eines Einsatzes bietet, mittels der Kamera aufzunehmen
und die Bilder einer anderen Person zuzusenden.
[0008] Dabei ist es günstig, wenn die Kamerahaltevorrichtung eine an einer Außenseite des
Schutzanzuges vorgesehene Außentasche aufweist, in der die Kamera aufgenommen werden
kann. Hierdurch ist eine sichere und insbesondere bedarfsweise Aufnahme der Kamera
möglich. Dabei kann die Außentasche beispielsweise in einem Brust- oder am Schulterabschnitt
des kopfseitigen Bereichs angeordnet sein, um einen vom jeweiligen Schutzanzugträger
eingesehenen Arbeitsbereich besonders gut aufnehmen zu können. Vorteilhafterweise
weist die Außentasche dabei eine verschließbare Eintrittsöffnung auf, wodurch das
elektronische Gerät beziehungsweise die Kamera zu allen Seiten geschützt in der Aufnahme
aufgenommen werden kann. Ferner ist es günstig, wenn an der Außentasche Dichtmittel
zum flüssigkeitsdichten Verschließen der Eintrittsöffnung, wie beispielsweise eine
Labyrinthabdeckung oder wasserdichte Reiß- oder Klettverschlussmittel, vorgesehen
sind. Hierdurch kann das in der Außentasche aufgenommene elektronische Gerät gegen
eindringende Feuchtigkeit wie beispielsweise Löschwasser geschützt werden. Vorteilhafterweise
ist die Eintrittsöffnung mittels der Dichtmittel dabei zusätzlich aerosol-, partikel-
und gasdicht verschließbar. Auf diese Weise kann ein in der Außentasche aufgenommenes
elektronisches Gerät, wie insbesondere ein mobiles Telefon mit integrierter Kamera,
wirksam gegen jegliche Beaufschlagung mit schädlichen Medien geschützt werden. Hierbei
ist es günstig, wenn die Dichtmittel ein chemisch beständiges Klebeband aufweisen.
Ein solches Klebeband ermöglicht eine zuverlässige und gleichzeitig kostengünstige
Abdichtung der Eintrittsöffnung und der Außentasche insgesamt gegenüber einem Eintritt
von schädlichen Flüssigkeiten oder sonstigen Medien. Das Klebeband kann dabei beispielsweise
zusätzlich an einem üblichen Reiß- oder Klettverschluss der Eintrittsöffnung angebracht
werden, wodurch diese besonders zuverlässig und dicht verschlossen werden kann. Zudem
ist es von Vorteil, wenn die Außentasche wenigstens teilweise transparent ausgebildet
ist. Hierdurch ist es möglich, das elektronische Gerät beziehungsweise die Kamera
derart am Schutzanzug aufzunehmen, dass es durch die Außentasche vor äußeren Einflüssen,
wie Hitze, Feuchtigkeit oder chemische Stoffe geschützt ist, während es beispielsweise
einen Arbeitsbereich des jeweiligen Schutzanzugträgers filmisch aufnimmt. Vorteilhafterweise
ist die Außentasche wenigstens teilweise durch ein in einem Brustbereich des Schutzanzuges
angebrachtes Flächenmaterial, wie beispielsweise eine Kunststofffolie, gebildet. Hierdurch
ist eine besonders einfache Herstellung der Außentasche möglich. Hierbei ist es besonders
günstig, wenn das Flächenmaterial durch ein transparentes Kunststoffmaterial gebildet
ist, wodurch die in der Außentasche aufgenommene Kamera durch das Flächenmaterial
hindurch Aufnahmen vom Arbeitsbereich des Schutzanzugträgers machen kann. Beispielsweise
ist das Flächenmaterial aus einem transparenten Kunststoff gebildet, wie insbesondere
aus Thermoplasten (wie beispielsweise teilkristalline Thermoplaste wie PE, PP, PET,
und PA, amorphe Thermoplaste wie PVC, PC), aus Duroplasten (wie beispielsweise Phenoplaste
wie Polyurethanharze und Epoxidharze) oder aus Elastomeren (wie beispielsweise Naturkautschuk
(NR), AcrylnitrilButadien-Kautschuk (NBR), Styrol-Butadien-Kautschuk (SBR), ChloroprenKautschuk
(CR), Butadien-Kautschuk (BR), CSM (Hypalon), Butylkautschuk (IIR), Fluorkautschuk
beziehungsweise fluoriertes Elastomer (FKM, FFKM, FFPM), Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuk
(EPDM), Polyvinylidenfluorid (PVDF) oder Kunststoff-Folien (wie beispielsweise PTFE,
FEP). Hierdurch kann je nach vorgesehenem Verwendungszweck des Schutzanzuges ein chemisch
ausreichend widerstandsfähiges Material für die Außentasche verwendet werden.
[0009] Zudem ist es günstig, wenn die Kamerahaltevorrichtung eine schlaufenförmige Aufnahme
aufweist, was eine besonders kostengünstige Herstellung der Kamerahaltevorrichtung
ermöglicht. Bei einer entsprechenden Verformbarkeit der schlaufenförmigen Aufnahme
können dabei auch Kameras mit unterschiedlich geformten Gehäusen aufgenommen werden,
wie beispielsweise im Wesentlichen rechteckige oder zylindrische Kameras beziehungsweise
Kamerateile. Vorteilhafterweise ist die schlaufenförmige Aufnahme dabei durch zwei
miteinander verbindbare Verschlussteile gebildet, was eine einfache Befestigung beziehungsweise
Entfernung der betreffenden Kamera erlaubt. Ferner ist es dabei günstig, wenn die
Verschlussteile durch zwei Klettverschlussteile gebildet sind, wodurch die schlaufenförmige
Aufnahme jeweils auf unterschiedlich große Kameragehäuse eingestellt werden kann.
In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform ist die schlaufenförmige Aufnahme
durch ein hülsenförmig angebrachtes flexibles Material gebildet. Hierdurch kann die
betreffende Kamera zur Festlegung am Schutzanzug lediglich in die hülsenförmige Kamerahaltevorrichtung
eingeschoben werden. Ferner ist es günstig, wenn die schlaufenförmige Aufnahme wenigstens
teilweise elastisch ausgebildet ist. Hierdurch kann eine Kamera mit einem größenmäßig
auf die hülsenförmige Aufnahme abgestimmten Gehäuse durch die Ausbildung elastischer
Rückstellkräfte besonders stabil in der Kamerahaltevorrichtung gehalten werden. Vorteilhafterweise
ist an der schlaufenförmigen Aufnahme eine transparente Schutzabdeckung vorgesehen.
Hierdurch ist die Aufnahme von Bildern mittels der Kamera durch die transparente Schutzabdeckung
hindurch möglich, wodurch insbesondere eine Linse der in der Kamerahaltevorrichtung
aufgenommenen Kamera gegen äußere Beaufschlagungen geschützt werden kann. Ferner ist
es günstig, wenn sich die schlaufenförmige Aufnahme im Wesentlichen quer zu einer
Oberfläche eines an der Haube vorgesehenen Visiers erstreckt. Hierdurch können beispielsweise
handelsübliche stabförmige Kameras, die koaxial zur Haupterstreckung ihres Gehäuses
belichtet werden, besonders stabil in Blickrichtung des Schutzanzugträgers befestigt
werden. Alternativ hierzu ist es günstig, wenn sich die schlaufenförmige Aufnahme
im Wesentlichen parallel zur Oberfläche des Visiers erstreckt. Hierdurch können beispielsweise
handelsübliche stabförmige Kameras, die quer zur Haupterstreckung ihres Gehäuses belichtet
werden, besonders stabil in Blickrichtung des Schutzanzugträgers befestigt werden.
[0010] In einer weiteren alternativen Ausführungsform ist die Kamerahaltevorrichtung im
kopfseitigen Bereich an einer Innenseite eines Fensters angeordnet, das in ein Anzugsmaterial
des Rumpfabschnittes oder der Haube eingesetzt ist. Hierdurch ist es möglich, die
Kamera im Inneren des Schutzanzuges und somit geschützt aufzunehmen und zu benutzen.
[0011] Dabei ist es besonders vorteilhaft, wenn die Kamerahaltevorrichtung eine Innentasche
ausbildet, in der die Kamera besonders stabil gelagert werden kann. Zudem ist es dabei
günstig, wenn das Fenster durch ein transparentes Folienmaterial gebildet ist, wodurch
es besonders einfach und dicht in das Anzugsmaterial des Schutzanzuges eingearbeitet
werden kann.
[0012] Zudem ist es günstig, wenn die Kamerahaltevorrichtung an einer Innenseite der Haube
angeordnet ist, wie beispielsweise an einem Visier oder einem Visierrahmen oder einem
sonstigen starren Teil oder Abschnitt des Schutzanzuges. Hierdurch ist die Kamera
selbst innerhalb des Schutzanzuges angeordnet und kann somit vor äußeren Beaufschlagungen,
beispielsweise durch Hitze oder chemische Substanzen, geschützt werden.
[0013] Darüber hinaus ist es günstig, wenn zusätzlich zu der Kamerahaltevorrichtung eine
weitere Haltevorrichtung für ein mit einer in der Kamerahaltevorrichtung aufnehmbaren
Kamera verbindbares Datenaustauschgerät vorgesehen ist. Das Datenaustauschgerät kann
dabei beispielsweise durch einen tragbaren Computer beziehungsweise durch ein Smartphone
gebildet sein, und ist über eine Verkabelung oder kabellos mit der Kamera verbindbar.
Auf diese Weise können die von der Kamera aufgenommenen Bilder unabhängig mittels
eines separat gehaltenen Gerätes weiterverarbeitet werden, wodurch die Kamera selbst
einfacher und kompakter ausgeführt werden kann. Vorteilhafterweise kann dabei zwischen
der Kamerahaltevorrichtung und der weiteren Haltevorrichtung ein Aufnahmekanal vorgesehen
sein, in dem die Verkabelung zwischen der Kamera und dem Datenaustauschgerät störungsfrei
geführt werden kann.
[0014] Hierbei ist es günstig, wenn in der weiteren Haltevorrichtung ein Sendegerät als
Datenaustauschgerät aufgenommen ist. Hierdurch können die von der Kamera erstellten
Bilder auch über weitere Distanzen hinweg an eine andere Person gesendet werden. Dabei
ist es günstig, wenn das Sendegerät durch ein Smartphone gebildet ist, wodurch am
Sendegerät selbst auch Informationen für den Träger des Schutzanzuges empfangen und
wiedergegeben beziehungsweise angezeigt werden können.
[0015] In einer vorteilhaften Ausführungsform ist an der Kamerahaltevorrichtung eine Kamera
mit einem im Wesentlichen hülsenförmigen Gehäuse aufgenommen, wodurch eine besonders
einfache Befestigung der Kamera an der Kamerahaltevorrichtung möglich ist. Alternativ
hierzu ist jedoch auch die Verwendung von Kameras mit einer im Wesentlichen rechteckigen
beziehungsweise quadratischen Form möglich.
[0016] In einer besonders vorteilhaften Ausführungsform ist an der Kamerahaltevorrichtung
eine Kamera mit einem im Wesentlichen L-förmigen Gehäuse aufgenommen, was eine besonders
stabile und gegen Verlieren geschützte Befestigung der Kamera in einer parallel zur
Oberfläche des Visiers ausgerichteten Aufnahme ermöglicht. Dabei ist es ferner besonders
vorteilhaft, wenn die Kamera und das Sendegerät über eine kabellose Verbindung, wie
insbesondere eine Bluetooth-Verbindung, miteinander verbunden werden können.
[0017] In einer besonders vorteilhaften Ausführungsform des Schutzanzuges ist in der Kamerahaltevorrichtung
ein Mobiltelefon mit integrierter Kamera aufgenommen. Auf diese Weise können sowohl
die Kamera als auch die für die, beispielsweise an eine Einsatzleitung erfolgende
Bildübertragung benötigten Mittel durch ein einziges elektronisches Gerät zur Verfügung
gestellt werden. Die Datenübertragung kann hierbei beispielsweise über eine Mobilfunk-,
eine Wifi- oder eine Bluetooth-Verbindung erfolgen. In jedem Fall kann der Träger
des Schutzanzuges auf diese Weise besonders einfach und schnell mit einer Einsatzleitung
verbunden werden, um dieser den von ihm eingesehenen Arbeitsbereich online anzeigen
zu können.
[0018] In den Figuren ist eine beispielhafte Ausführungsform der Erfindung dargestellt.
Es zeigen:
- Figur 1
- eine Ansicht eines Schutzanzuges mit einer erfindungsgemäßen Kamerahaltevorrichtung,
- Figur 2
- eine vergrößerte Ansicht einer Haube des Schutzanzuges gemäß Fig. 1,
- Figur 3
- eine Ansicht eines oberen Bereiches des Schutzanzuges mit verschiedenen alternativen
Positionierungen der Kamerahaltevorrichtung,
- Figur 4
- eine Ansicht der Haube des Schutzanzuges mit einer alternativen Ausführungsform der
Kamerahaltevorrichtung mit einer schlaufenförmigen Aufnahme,
- Figur 5
- eine rückseitige perspektivische Ansicht der Kamerahaltevorrichtung gemäß Fig. 4,
- Figur 6
- eine rückseitige perspektivische Ansicht einer weiteren alternativen Ausführungsform
der Kamerahaltevorrichtung mit einer hülsenförmigen Aufnahme,
- Figur 7
- eine vorderseitige perspektivische Ansicht der Kamerahaltevorrichtung gemäß Fig. 6,
- Figur 8
- eine rückseitige perspektivische Ansicht einer weiteren alternativen Ausführungsform
der Kamerahaltevorrichtung zur Aufnahme einer Kamera mit L-förmigem Gehäuse,
- Figur 9
- eine Ansicht des Schutzanzuges mit der Kamerahaltevorrichtung gemäß Fig. 8 und
- Figur 10
- eine Ansicht des Schutzanzuges mit einer alternativen Ausführungsform der Kamerahaltevorrichtung.
[0019] Fig. 1 zeigt einen Schutzanzug 2 in Form eines Feuer- oder Chemieschutzanzuges. Dieser
weist einen Rumpfabschnitt 4 auf, der in einem oberen Bereich einen Schulterabschnitt
6 bildet, an dem sich zwei Ärmel 8 weg erstrecken. Oberhalb des Rumpfabschnittes 4
ist zudem eine Haube 10 vorgesehen, die mit dem Rumpfabschnitt 4 fest verbunden ist.
Alternativ hierzu kann die Haube 10 auch separat zum Rumpfabschnitt 4 ausgebildet
sein, so dass sie von diesem abgenommen werden kann. In jedem Fall weist die Haube
10 ein Visier 12 auf, das beispielsweise über eine Rahmenanordnung 14 mit dem Material
der Haube verbunden ist.
[0020] Die Haube 10 bildet zusammen mit dem insbesondere oberen Bereich des Rumpfabschnittes
4, einschließlich des Schulterabschnittes 6, und einem jeweiligen Oberarmabschnitt
16 der Ärmel 8 einen kopfseitigen Bereich 18 des Schutzanzuges 2, an dem eine Haltevorrichtung
in Form einer Kamerahaltevorrichtung 20 vorgesehen ist. Die Kamerahaltevorrichtung
20 dient dabei zur Befestigung einer digitalen Kamera 22, beispielsweise in Form einer
Actionkamera, mittels der ein Einsatzbereich eines Trägers des Schutzanzuges 2 fotografisch
und/oder filmisch aufgenommen werden kann. Die Kamerahaltevorrichtung 20 kann dabei
alternativ zu der dargestellten Ausführungsform auch an jede andere bekannte und geeignete
Form der Kamera 22 beziehungsweise eines Teils davon angepasst sein, wie beispielsweise
an eine rechteckige beziehungsweise quadratische, rundliche oder zylindrische Form.
[0021] In der Ausführungsform der Kamerahaltevorrichtung 20 gemäß Fig. 1 ist diese beispielshaft
auf einer Innenseite 24 der Haube 10 an der Rahmenanordnung 14 vorgesehen, wie insbesondere
aus Fig. 2 zu entnehmen ist. Dadurch ist die Kamerahaltevorrichtung 20 in einem starren
Bereich des Schutzanzuges 2 vorgesehen, der eine besonders stabile Lagerung der Kamera
22 erlaubt.
[0022] Alternativ hierzu kann die Kamerahaltevorrichtung 20 auch an einer Außenseite 26
des kopfseitigen Bereichs 18 angeordnet sein, wie insbesondere an der Außenseite 26
der Haube 10 oder des Rumpfabschnittes 4, wie in Fig. 3 für unterschiedliche alternativen
Ausführungsformen mit strichpunktierten Linien dargestellt.
[0023] In der Ausführungsform nach Fig. 4 oder 5 ist die Kamerahaltevorrichtung 20 durch
eine schlaufenförmige Aufnahme 28 gebildet. Die schlaufenförmige Aufnahme 28 kann
dabei wie dargestellt durch zwei miteinander verbindbare Verschlussteile 30 gebildet
sein, die beispielsweise durch Klettverschlussteile gebildet sind.
[0024] Alternativ hierzu kann die schlaufenförmige Aufnahme 28 auch durch ein flexibles
Material 32 gebildet sein, das hülsenförmig an dem kopfseitigen Bereich 18 des Schutzanzuges
2 angebracht ist, wie beispielsweise in Fig. 6 dargestellt. Das flexible Material
32 kann dabei insbesondere elastische Materialeigenschaften aufweisen, so dass es
sich beim Einführen der Kamera 20 ausdehnt und diese durch die elastischen Rückstellkräfte
sicher in Position hält.
[0025] Wie in Fig. 7 dargestellt, kann die schlaufenförmige Aufnahme 28 dabei zumindest
an einem visierseitigen Ende 34 verschlossen ausgebildet sein, um die darin aufgenommene
Kamera 22 gegen äußere Beanspruchungen schützen zu können. Hierzu kann an dem visierseitigen
Ende 34 eine transparente Schutzabdeckung 36 vorgesehen sein, die beispielsweise durch
eine transparente Kunststofffolie gebildet ist.
[0026] In den Ausführungsformen nach den Fig. 4 bis 7 weist die Kamera 22 beispielhaft ein
längliches hülsenförmiges Gehäuse 38 auf und wird in Haupterstreckungsrichtung H dieses
Gehäuses 38 belichtet. Dementsprechend ist die jeweilige schlaufenförmige Aufnahme
28 quer zu einer Oberfläche 40 des Visiers 12 ausgerichtet.
[0027] Alternativ hierzu kann das Gehäuse 38 der Kamera 22 beispielsweise L-förmig ausgebildet
sein, wobei eine Linse 42 in diesem Fall senkrecht zur Haupterstreckungsrichtung H
des Gehäuses 38 ausgerichtet ist, wie in Fig. 8 dargestellt. Um auch in diesem Fall
die Kamera 22 derart am Schutzanzug 2 festzulegen, dass deren Linse 42 im Wesentlichen
in Richtung einer Blickrichtung RB des Schutzanzugträgers durch das Visier 12 gerichtet
ist, ist die schlaufenförmige Aufnahme 28 hier parallel zur Oberfläche 40 des Visiers
12 ausgerichtet.
[0028] Wie in Fig. 9 dargestellt, kann zusätzlich zu der Kamerahaltevorrichtung 20 zudem
eine weitere Haltevorrichtung 44 vorgesehen sein, die zur Aufnahme eines Datenaustauschgerätes
46 dient. Dieses Datenaustauschgerät 46 kann dabei beispielsweise Bilddateien von
der Kamera 22 zur weiteren Bearbeitung empfangen. Die weitere Bearbeitung kann dabei
beispielsweise in der Speicherung der Bilddateien und/oder in der Versendung der Bilddateien
an andere Personen, wie beispielsweise einen Einsatzleiter bestehen. Hierzu kann das
Datenaustauschgerät 46 beispielsweise durch ein Smartphone gebildet sein.
[0029] Um dabei einen guten Zugriff auf das Datenaustauschgerät 46 zu ermöglichen, kann
dieses beispielsweise an einer Außenseite 26 eines der Ärmel 8 angeordnet sein. Die
Verbindung zwischen Kamera 22 und Datenaustauschgerät 46 kann dabei beispielsweise
über eine Verkabelung 48 erfolgen. Um diese dabei störungsfrei am Schutzanzug 2 aufnehmen
zu können, kann dabei an dessen Innenseite 24 ein Aufnahmekanal 50 vorgesehen sein,
in dem die Verkabelung 48 zumindest abschnittsweise verlegt ist.
[0030] Alternativ hierzu kann der Datenaustausch zwischen der Kamera 22 und dem Datenaustauschgerät
46 auch mittels einer kabellosen Verbindung erfolgen, wie beispielsweise über Bluetooth.
[0031] In einer weiteren alternativen Ausführungsform gemäß Fig. 10 des Schutzanzuges 2
weist die Kamerahaltevorrichtung 20 in einem Brustabschnitt 58 des kopfseitigen Bereichs
18 eine Außentasche 52 auf beziehungsweise ist im Wesentlichen durch diese Außentasche
52 gebildet. Die Außentasche 52 dient dabei zur Aufnahme eines elektronischen Gerätes
in Form eines mobilen Telefons 60, wie insbesondere eines Smartphones, in das die
Kamera 22 integriert ist. Hierzu ist an der Außentasche 52 eine Eintrittsöffnung 54
vorgesehen, die durch Dichtmittel 56 flüssigkeitsdicht verschlossen werden kann. Dabei
können die Dichtmittel 56 beispielsweise durch einen abgedichteten Reißverschluss
gebildet sein.
[0032] Die Dichtmittel 56 können darüber hinaus auch derart ausgebildet sein, dass sie ein
aerosol-, partikel- und gasdichtes Verschließen der Eintrittsöffnung 54 beziehungsweise
der Außentasche 52 insgesamt ermöglichen. Hierzu können die Dichtmittel 56 beispielsweise
ein zusätzliches chemisch beständiges Klebeband aufweisen, das an der Außenseite angebracht
wird (nicht dargestellt).
[0033] Die Außentasche 52 ist beispielsweise durch ein am Brustabschnitt 58 angebrachtes
Flächenmaterial, wie insbesondere ein transparentes Kunststoffmaterial gebildet. Auf
diese Weise kann mittels der integrierten Kamera 22 des mobilen Telefons 60 durch
das Flächenmaterial der Außentasche 52 hindurch der jeweilige Arbeitsbereich des Trägers
des Schutzanzuges 2 aufgenommen werden. Die hierbei erzeugten Aufnahmen können dabei
mittels des mobilen Telefons 60 problemlos an ein anderes elektronisches Gerät, wie
beispielsweise ein weiteres mobiles Telefon gesendet werden. Auf diese Weise kann
beispielsweise ein Einsatzleiter die am Arbeitsplatz des Schutzanzugträgers aufgenommenen
Bilder online einsehen, um dessen Einsatz beispielsweise zu überwachen und/oder mit
anderen Einsatzkräften zu koordinieren.
[0034] In einer weiteren alternativen Ausführungsform gemäß Fig. 11 des Schutzanzuges 2
weist die Kamerahaltevorrichtung 20 in dem Brustabschnitt 58 des kopfseitigen Bereichs
18 eine Innentasche 62 auf beziehungsweise ist im Wesentlichen durch diese Innentasche
62 gebildet. Die Innentasche 62 dient dabei zur Aufnahme des mobilen Telefons 60,
in das die Kamera 22 integriert ist. Dabei ist die Innentasche 62 an einer Innenseite
64 eines in das Anzugsmaterial eingelassenen Fensters 66 angeordnet. Das Fenster 66
kann hierbei beispielsweise durch ein transparentes Folienmaterial gebildet sein,
das beispielsweise umlaufend mit dem übrigen Anzugsmaterial des Rumpfabschnittes 4
vernäht und zusätzlich abgedichtet ist.
[0035] Auf diese Weise kann mittels der integrierten Kamera 22 des mobilen Telefons 60 durch
das Fenster 66 hindurch der jeweilige Arbeitsbereich des Trägers des Schutzanzuges
2 aufgenommen werden. Die hierbei erzeugten Aufnahmen können auch hier mittels des
mobilen Telefons 60 problemlos an ein anderes elektronisches Gerät, wie beispielsweise
ein weiteres mobiles Telefon gesendet werden, Gleichzeitig ist das mobile Telefon
60 dabei im Inneren des Schutzanzuges 2 geschützt aufgenommen.
1. Schutzanzug (2), wie insbesondere Feuer- oder Chemieschutzanzug,
mit einem Rumpfabschnitt (4), der in einem oberen Bereich einen Schulterabschnitt
(6) bildet, an dem sich zwei Ärmel (8) weg erstrecken,
mit einer oberhalb des Rumpfabschnittes (4) vorgesehenen oder anbringbaren Haube (10)
und
mit einer Haltevorrichtung zur permanenten oder zeitweisen Befestigung eines elektronischen
Gerätes,
dadurch gekennzeichnet, dass die Haltevorrichtung durch eine Kamerahaltevorrichtung (20) gebildet ist, die an
einem kopfseitigen Bereich (18) des Schutzanzuges (2) angeordnet ist.
2. Schutzanzug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Kamerahaltevorrichtung (20) an einem starren Bereich des Schutzanzuges (2) vorgesehen
ist.
3. Schutzanzug nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Kamerahaltevorrichtung (20) an einer Außenseite (26) der Haube (10) oder des
Rumpfabschnittes (4) angeordnet ist.
4. Schutzanzug nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Kamerahaltevorrichtung eine Außentasche aufweist.
5. Schutzanzug nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Kamerahaltevorrichtung (20) eine schlaufenförmige Aufnahme (28) aufweist.
6. Schutzanzug nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die schlaufenförmige Aufnahme (28) durch zwei miteinander verbindbare Verschlussteile
(30) gebildet ist.
7. Schutzanzug nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Kamerahaltevorrichtung (20) im kopfseitigen Bereich (18) an einer Innenseite
(64) eines Fensters (66) angeordnet ist, das in ein Anzugsmaterial eingesetzt ist.
8. Schutzanzug nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Kamerahaltevorrichtung (20) eine Innentasche (62) aufweist.
9. Schutzanzug nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Fenster (66) durch ein transparentes Folienmaterial gebildet ist.
10. Schutzanzug nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Kamerahaltevorrichtung (20) benachbart zu einem an der Haube (10) vorgesehenen
Visier (12) an einer Innenseite (24) der Haube (10) angeordnet ist.
11. Schutzanzug nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass zusätzlich zu der Kamerahaltevorrichtung (20) eine weitere Haltevorrichtung (44)
für ein mit einer in der Kamerahaltevorrichtung (20) aufnehmbaren Kamera (22) verbindbares
Datenaustauschgerät (46) vorgesehen ist.
12. Schutzanzug nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass das Datenaustauschgerät (46) durch ein Smartphone gebildet ist.
13. Schutzanzug nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass an der Kamerahaltevorrichtung (20) eine Kamera (22) aufgenommen ist, die ein im Wesentlichen
hülsenförmiges Gehäuse (38) aufweist.
14. Schutzanzug nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass an der Kamerahaltevorrichtung (20) eine Kamera (22) aufgenommen ist, die ein im Wesentlichen
L-förmiges Gehäuse aufweist.
15. Schutzanzug nach einem der Ansprüche 1 bis 20, dadurch gekennzeichnet, dass in der Kamerahaltevorrichtung ein Mobiltelefon mit integrierter Kamera aufgenommen
ist.