[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen Schließzylinder mit Plättchenzuhaltungen
für ein Zylinderschloss, insbesondere für Kraftfahrzeuge, bevorzugt für Land- oder
Baumaschinen, sowie ein Zylinderschloss mit einem derartigen Schließzylinder und einem
dazu passenden Schlüssel.
[0002] Die
EP 2 083 136 A2 offenbart einen Schließzylinder, der ein Zylindergehäuse aufweist, in dem ein Zylinderkern
um eine Zylinderachse drehbar gelagert ist. Der Zylinderkern weist einen sich axial
erstreckenden Schlüsselkanal und sich senkrecht dazu erstreckende, den Zylinderkern
durchsetzende Führungsschlitze auf. Die Führungsschlitze sind in axialer Richtung
zueinander benachbart angeordnet. In jedem Führungsschlitz sind jeweils zwei rechteckrahmenförmige
Plättchenzuhaltungen angeordnet. Die Plättchenzuhaltungen greifen in ihrer Sperrlage
bei abgezogenem Schlüssel aufgrund von Federbelastung durch jeweils eine Druckfeder
in Sperrnuten des Zylindergehäuses, so dass der Zylinderkern drehfest im Zylindergehäuse
sitzt. Die rechteckförmigen Plättchenzuhaltungen weisen jeweils eine nach außen weisende
Widerlagernase auf, an welcher sich die Druckfeder abstützt und durch welche die Bewegung
der Plättchenzuhaltungen in Sperrrichtung begrenzt wird. Die Widerlagernase und die
Druckfeder sind in einem kreiszylindrischen Kanal des Zylinderkerns geführt, welcher
an die Umgebung mündet.
[0003] Die rechteckrahmenförmigen Plättchenzuhaltungen der
EP 2 083 136 A2 weisen zudem eine mittige Schlüsselaufnahmeaussparung zur Aufnahme eines Schlüssels
auf. In der Schlüsselaufnahmeaussparung sind in den Schlüsselkanal hineinragende Steuerstufen
zum Zusammenwirken mit Steuerbahnen eines passenden Wendeschlüssels vorhanden.
[0004] Aus der
DE 27 03 537 A1 ist ebenfalls ein gattungsgemäßer Schließzylinder mit Zylindergehäuse und Zylinderkern
bekannt. Der Zylinderkern weist einen sich axial erstreckenden Schlüsselkanal und
sich senkrecht dazu erstreckende, den Zylinderkern durchsetzende Führungsschlitzpaare
auf. Die Führungsschlitzpaare sind in axialer Richtung zueinander benachbart angeordnet.
Dabei besteht ein Führungsschlitzpaar aus zwei in einer zur Zylinderachse senkrechten
Richtung zueinander beabstandeten Führungsschützen. In jedem Führungsschlitz ist jeweils
eine längliche Plättchenzuhaltung angeordnet. Die länglichen Plättchenzuhaltungen
weisen jeweils eine Schlüsselaufnahmenut zur Aufnahme eines Schlüssels auf, wobei
Nutkanten als Steuerstufen zum Zusammenwirken mit Steuerbahnen eines passenden Schlüssels
dienen. Zudem weisen die bekannten Plättchenzuhaltungen ebenfalls jeweils eine Widerlagernase
zur Abstützung der jeweiligen Druckfeder und zur Begrenzung der Bewegung der Plättchenzuhaltungen
in Sperrrichtung auf.
[0005] An gattungsgemäße Zylinderschlösser werden hohe Anforderungen gestellt. Sie müssen
unter anderem möglichst viele Schlüsselkombinationen haben, um eine möglichst hohe
Sicherheit zu gewährleisten (ECE-Regelung Nr. 116-5.2.6). Zudem müssen sie so gebaut
sein, dass ein Drehen des sich in der Verriegelungsstellung befindlichen Schließzylinders
bei einem Drehmoment von weniger als 2,45 Nm nur mit dem passenden Schlüssel möglich
ist (ECE-Regelung Nr. 116-5.2.10).
[0006] Bei den bekannten rechteckrahmenförmigen Plättchenzuhaltungen besteht das Problem,
dass diese sich bereits ab einem geringeren Drehmoment verformen. Dies resultiert
einerseits aus der Rechteckform. Je nach Drehrichtung erfolgt eine Abstützung der
Plättchenzuhaltungen im Zylinderkern zudem über die Widerlagernase. Dies führt ebenfalls
zu Verwindungen der Plättchenzuhaltungen. Der Kanal, in dem sich die Druckfeder befindet,
ist zudem deutlich breiter als die Plättchendicke bzw. Höhe der Plättchenzuhaltungen.
Deswegen stützen sich die Plättchenzuhaltungen, wenn zwei in einem Führungsschlitz
angeordnet sind, nicht über ihre gesamte Plättchendicke an dem Zylinderkern ab, sondern
nur an einem kleinen Vorsprung des Zylinderkerns. Dieser wird ebenfalls bei zu hoher
Belastung abgeschert.
[0007] Auch bei den bekannten länglichen Plättchenzuhaltungen besteht das Problem, dass
diese sich leicht verbiegen, insbesondere dann, wenn die Drehrichtung so ist, dass
die Abstützung am Zylinderkern über die Widerlagernase erfolgt.
[0008] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist somit die Bereitstellung eines Schließzylinders
mit Plättchenzuhaltungen für ein Zylinderschloss für Kraftfahrzeuge, insbesondere
für Land- und Baumaschinen, das eine hohe Anzahl an Schlüsselkombinationen gewährleistet
und die Einleitung hoher Drehmomente ermöglicht. Dabei soll der Schließzylinder zudem
kostengünstig herstellbar und konstruktiv einfach aufgebaut sein.
[0009] Weitere Aufgabe ist die Bereitstellung eines Zylinderschlosses für Kraftfahrzeuge,
insbesondere für Land- und Baumaschinen, mit einem derartigen Schließzylinder und
einem dazu passenden Schlüssel.
[0010] Diese Aufgabe wird durch einen Schließzylinder mit den Merkmalen von Anspruch 1 und
ein Zylinderschloss mit den Merkmalen von Anspruch 21 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen
der Erfindung sind in den sich jeweils anschließenden Unteransprüchen gekennzeichnet.
[0011] Es zeigen:
- Figur 1:
- Eine perspektivische Explosionsdarstellung des erfindungsgemäßen Schließzylinders
- Figur 2:
- Eine erste Seitenansicht des erfindungsgemäßen Schließzylinders ohne Zylindergehäuse,
Plättchenzuhaltungen in sperrender Stellung
- Figur 3:
- Eine weitere Seitenansicht des erfindungsgemäßen Schließzylinders ohne Zylindergehäuse,
Plättchenzuhaltungen in sperrender Stellung
- Figur 4:
- Eine weitere Seitenansicht des erfindungsgemäßen Zylinderschlosses ohne Zylindergehäuse,
Plättchenzuhaltungen in sperrender Stellung
- Figur 5:
- Eine weitere Seitenansicht des erfindungsgemäßen Schließzylinders ohne Zylindergehäuse,
Plättchenzuhaltungen in sperrender Stellung
- Figur 6:
- Einen Schnitt entlang der Linie A-A in Figur 2 mit Plättchenzuhaltungen in ihrer sperrenden
Ausgangsstellung
- Figur 7:
- Eine perspektivische Ansicht des erfindungsgemäßen Schließzylinders ohne Zylindergehäuse
mit gestricheltem Zylinderkern ohne ein Einsatzteil
- Figur 8:
- Eine Draufsicht auf mehrere Plättchenzuhaltungen mit unterschiedlicher Anordnung einer
Steuer- und Widerlagernase
- Figur 9:
- Eine schematische breitseitige Ansicht eines Wendeschlüssels für das erfindungsgemäße
Zylinderschloss
- Figur 10:
- Eine schematische Querschnittsansicht eines Schlüsselbarts des Schlüssels
[0012] Der erfindungsgemäße Schließzylinder 1 (Fig. 1 bis 7) weist ein Zylindergehäuse 2,
eine Zylinderachse 3, einen Zylinderkern 4, sowie mehrere Plättchenzuhaltungen 5a;5b
auf. Zudem weist der Schließzylinder 1 eine die Zylinderachse 3 enthaltende Längsmittenebene
bzw. erste Längsmittenebene 6 und eine dazu senkrechte, ebenfalls die Zylinderachse
3 enthaltende Quermittenebene bzw. zweite Längsmittenebene 7 auf.
[0013] Das Zylindergehäuse 2 (Fig. 1) ist hohlzylindrisch ausgebildet und weist eine Gehäusewandung
8 sowie eine in axialer Richtung durch die Gehäusewandung 8 durchgehende, kreiszylindrische
Kernaufnahmeaussparung 9 auf. Die Gehäusewandung 8 umgibt somit die Kernaufnahmeaussparung
9. Das Zylindergehäuse 2 weist außerdem vier Sperrnuten 10a;10b zur Aufnahme der Plättchenzuhaltungen
5a;5b in deren sperrender Stellung bzw. Sperrstellung auf. Die Sperrnuten 10a;10b
weisen eine Längserstreckung parallel zur Zylinderachse 3 auf. Zudem erstrecken sich
die Sperrnuten 10a;10b von der Kernaufnahmeaussparung 9 her in die Gehäusewandung
8 hinein. Die Sperrnuten 10a;10b weisen jeweils eine Nutbodenfläche 11 und zwei Nutseitenflächen
12 auf.
[0014] Dabei liegen sich jeweils zwei Sperrnuten 10a;10b in einer zur Längsmittenebene 6
parallelen, zur Zylinderachse 3 senkrechten Plättchengleitrichtung 13 gegenüber. Die
sich in Plättchengleitrichtung 13 gegenüberliegenden Sperrnuten 10a;10b sind zudem
symmetrisch zur Quermittenebene 7 angeordnet.
[0015] Die vier Sperrnuten 10a;10b sind zudem vorzugsweise symmetrisch zur Längsmittenebene
6 und symmetrisch zur Quermittenebene 7 angeordnet. Das Vorhandensein von vier Sperrnuten
10a;10b ermöglicht es, dass ein passender Schlüssel 50 (Fig. 9, 10) nach Drehung um
180° abgezogen werden kann, falls dies gewünscht ist. Zwei sich in Plättchengleitrichtung
13 gegenüberliegende Sperrnuten 10a;10b sind aber für die Zwecke der Erfindung ausreichend.
Insbesondere sind zwei sich in Plättchengleitrichtung 13 gegenüberliegende Sperrnuten
10a;10b dann ausreichend, wenn eine Impulsschaltung vorliegt.
[0016] Die länglichen bzw. leistenförmigen Plättchenzuhaltungen 5a;5b (Fig. 1-8) weisen
zwei sich gegenüberliegende, ebenflächige Plättchenoberseiten 14a;14b sowie eine umlaufende
Plättchenkante 15 auf. Die beiden Plättchenoberseiten 14a;14b sind im eingebauten
Zustand der Plättchenzuhaltungen 5a;5b senkrecht zur Zylinderachse 3. Die Plättchenzuhaltungen
5a;5b weisen zudem eine längliche Führungs- und Sperrleiste 16 auf, die eine Längserstreckung
parallel zur Plättchengleitrichtung 13 aufweist. Die Führungs- und Sperrleiste 16
weist ein erstes Leistensperrende 16a und ein zweites Leistensperrende 16b auf, wobei
sich die beiden Leistenenden 16a;16b in Richtung der Plättchengleitrichtung 13 gegenüberliegen.
Die Führungs- und Sperrleiste 16 weist zudem eine erste Leistenlängskante bzw. Leistengleitkante
17a, eine zweite Leistenlängskante bzw. Leistengleitkante 17b und zwei Leistenendkanten
18a;18b auf. Die beiden Leistengleitkanten 17a;17b erstrecken sich jeweils parallel
zur Plättchengleitrichtung 13 und von dem ersten Leistensperrende 16a zum zweiten
Leistensperrende 16b. Die zweite Leistengleitkante 17b erstreckt sich durchgehend,
also ununterbrochen von der einen zur anderen Leistenendkante 18a;18b. Die beiden
Leistenendkanten 18a;18b verbinden jeweils die beiden Leistengleitkanten 17a;17b miteinander
und erstrecken sich vorzugsweise schräg zur Plättchengleitrichtung 13.
[0017] Erfindungsgemäß weisen die Plättchenzuhaltungen 5a;5b zudem jeweils einen Steuer-
und Widerlagervorsprung bzw. eine Steuer- und Widerlagernase 19 auf, die sich an die
erste Leistengleitkante 17a anschließt und von dieser absteht. Die plattenförmige
Steuer- und Widerlagernase 19 ist dabei benachbart zum ersten Leistensperrende 16a
angeordnet. Das heißt, sie ist näher zum ersten Leistensperrende 16a als zum zweiten
Leistensperrende 16b angeordnet.
[0018] Die Steuer- und Widerlagernase 19 weist eine Steuer- und Widerlagerkante 20, eine
Federabstützkante 21 und eine Nasenendkante 22 auf. Die Steuer- und Widerlagerkante
20 sowie die Federabstützkante 21 schließen sich dabei an die erste Leistengleitkante
17a an und erstrecken sich von dieser weg. Die Nasenendkante 22 verbindet die Steuer-
und Widerlagerkanten 20 und die Federabstützkante 21 miteinander.
[0019] Die Steuer- und Widerlagerkante 20 und die Federabstützkante 21 sind vorzugsweise
zueinander parallel und erstrecken sich senkrecht zur Zylinderachse 3 und senkrecht
zur Plättchengleitrichtung 13. Zudem ist die Steuer- und Widerlagerkante 20 dem zweiten
Leistensperrende 16b zugewandt und die Federabstützkante 21 ist dem ersten Leistensperrende
16a zugewandt. Die Nasenendkante 22 ist parallel zur Plättchengleitrichtung 13 bzw.
parallel zu den beiden Leistengleitkanten 17a;17b. Die Steuer- und Widerlagerkante
20 dient unter anderem zum Zusammenwirken mit korrespondierenden Steuerbahnen 49a;49b
des passenden Schlüssels 50 (Fig. 9, 10) des erfindungsgemäßen Zylinderschlosses.
Infolgedessen sind die Steuer- und Widerlagernasen 19, insbesondere die Steuer- und
Widerlagerkanten 20, der einzelnen Plättchenzuhaltungen 5a;5b des Schließzylinders
1 in Plättchengleitrichtung 13 zueinander versetzt (siehe Fig. 8). Das heißt, in ihrer
nicht sperrenden Stellung haben die Steuer- und Widerlagerkanten 20 der einzelnen
Plättchenzuhaltungen 5a;5b des Schließzylinders 1 alle einen anderen Abstand zur Quermittenebene
7. Bzw. die Steuer- und Widerlagerkanten 20 der einzelnen Plättchenzuhaltungen 5a;5b
des Schließzylinders 1 haben in Plättchengleitrichtung 13 gesehen alle einen anderen
Abstand A von dem zweiten Leistensperrende 16b.
[0020] Der Zylinderkern 4 (Fig. 1-7) weist ein Einsteckende 4a sowie ein diesem in Richtung
der Zylinderachse 3 gegenüberliegendes Betätigungsende 4b auf. Zudem weist der Zylinderkern
4 in an sich bekannter Weise eine Schlüsseleinsteckbuchse 23, einen kreiszylindrischen
Führungskörper 24 sowie zumindest einen, vorzugsweise zwei, Mitnehmerzapfen 25 zur
Betätigung einer Schlossmechanik zur Entriegelung des Zylinderschlosses und einen
Schlüsselkanal 26 auf. Die Schlüsseleinsteckbuchse 23 ist am Einsteckende 4a angeordnet.
Die beiden Mitnehmerzapfen 25 sind am Betätigungsende 4a angeordnet. Sie sind in Bezug
zur Zylinderachse 3 exzentrisch angeordnet und stehen von dem Führungskörper 24 in
Richtung der Zylinderachse 3 ab.
[0021] Der kreiszylindrische Führungskörper 24 dient zur drehbaren Lagerung des Zylinderkerns
4 in dem Zylindergehäuse 2 um die Zylinderachse 3. Dazu weist der Führungskörper 24
eine kreiszylindrische Führungskörperaußenfläche 27 auf, deren Durchmesser dem Durchmesser
der Kernaufnahmeaussparung 9 des Zylindergehäuses 2 entspricht. Im zusammengebauten
Zustand des Schließzylinders 1 ist das Zylindergehäuse 2 um den Zylinderkern 4 herum
angeordnet, wobei die Führungskörperaußenfläche 27 an der Kernaufnahmeaussparung 9
gleitbar anliegt.
[0022] Der Schlüsselkanal 26 dient in an sich bekannter Weise zur Aufnahme und Führung eines
Schlüssels. Er erstreckt sich parallel zur Zylinderachse 3 und vom Einsteckende 4a
her in den Zylinderkern 4 hinein. Der Schlüsselkanal 26 erstreckt sich dabei durch
die Einsteckbuchse 23 durch in den Führungskörper 24 hinein. Zudem weist der Führungskörper
24 vorzugsweise zwei an sich bekannte Zentrierleisten 42 (Fig. 6) auf, welche in den
Schlüsselkanal 26 hinein ragen. Die Zentrierleisten 42 erstrecken sich parallel zur
Zylinderachse 3. Beidseits der Längsmittenebene 6 ist jeweils eine Zentrierleiste
42 vorhanden. In Plättchengleitrichtung 13 sind die beiden Zentrierleisten 42 vorzugsweise
zueinander versetzt.
[0023] Der Führungskörper 24 ist herstellungsbedingt vorzugsweise zweigeteilt ausgebildet
und weist einen Grundkörper 28 und ein in diesen eingestecktes Einsteckteil 29 auf,
worauf weiter unten näher eingegangen wird. Im Folgenden wird der Führungskörper 24
zunächst als Ganzes beschrieben:
[0024] Zur Aufnahme der Plättchenzuhaltungen 5a;5b weist der Führungskörper 24 mehrere Führungsschlitze
30 auf, die sich in Richtung der Plättchengleitrichtung 13 durch den Führungskörper
24 hindurch erstrecken. Dabei sind die Führungsschlitze 30 in axialer Richtung zueinander
benachbart und zueinander fluchtend angeordnet. Zudem sind alle Führungsschlitze 30
neben dem Schlüsselkanal 26 angeordnet. Bzw. alle Führungsschlitze 30 sind auf derselben
Seite in Bezug zur Längsmittenebene 6 angeordnet. Sie sind also alle nur auf einer
Seite der Längsmittenebene 6 angeordnet. Auf der anderen Seite sind keine Führungsschlitze
30 vorhanden. Die Führungsschlitze 30 weisen dabei eine Höhe, also eine Erstreckung
in Richtung der Zylinderachse 3 auf, die einer Plättchendicke d (Fig. 2) zweier Plättchenzuhaltungen
5a;5b entspricht. Dadurch können in einem Führungsschlitz 30 zwei Plättchenzuhaltungen
5a;5b übereinander angeordnet werden. Die Führungsschlitze 30 weisen zwei Schlitzführungsflächen
31a;31b auf, die sich parallel zur Plättchengleitrichtung 13 bzw. parallel zur Längsmittenebene
6 erstrecken. Zudem sind die Schlitzführungsflächen 31a;31b in einer zur Plättchengleitrichtung
13 und zur Zylinderachse 3 senkrechten bzw. einer zur Längsmittenebene 6 senkrechten
Richtung voneinander beabstandet. Der Abstand der beiden Schlitzführungsflächen 31a;31b
voneinander entspricht dabei dem Abstand der beiden Leistengleitkanten 17a;17b voneinander.
[0025] Wie bereits erläutert, erstrecken sich die Führungsschlitze 30 jeweils in Richtung
der Plättchengleitrichtung 13 durch den Führungskörper 24 durch. Die Führungsschlitze
30 weisen somit ein erstes und zweites, jeweils offenes Schlitzende 30a;30b auf. In
seiner nicht betätigten bzw. gesperrten bzw. verriegelten Ausgangsstellung ist der
Führungskörper 24 dabei so angeordnet, dass die Führungsschlitze 30 in Plättchengleitrichtung
13 fluchtend zu den beiden sich in Plättchengleitrichtung 13 gegenüberliegenden Sperrnuten
10a;10b angeordnet sind.
[0026] Die Führungsschlitze 30 weisen an jedem ihrer Schlitzenden 30a;30b zudem eine Schlitzverbreiterung
32a;32b auf. Im Bereich der Schlitzverbreiterungen 32a;32b verbreitert sich der Führungsschlitz
30 jeweils in Richtung auf die Zylinderachse 3 bzw. auf die Längsmittenebene 6 zu.
Die Schlitzverbreiterungen 32a;32b münden jeweils in den Schlüsselkanal 26. Zudem
erstrecken sich die Schlitzverbreiterungen 32a;32b jeweils von dem jeweiligen Schlitzende
30a;30b gesehen in den Führungskörper 24 hinein. Sie sind also zum jeweiligen Schlitzende
30a;30b hin zum Zylindergehäuse 2 hin offen. Die Schlitzverbreiterungen 32a;32b werden
in Plättchengleitrichtung 13 nach Innen begrenzt durch eine Widerlagerfläche 33. Die
Widerlagerfläche 33 schließt sich an die der Zylinderachse 3 zugewandte Schlitzführungsfläche
31 a an, steht von dieser ab und ist vorzugsweise senkrecht zu dieser. Zudem erstreckt
sich die Widerlagerfläche 33 bis zum Schlüsselkanal 26, aber nicht in diesen hinein.
Seitlich werden die Schlitzverbreiterungen 32a;32b begrenzt durch eine Verbreiterungsführungsfläche
34, welche sich parallel zu den Schlitzführungsflächen 31a;31b erstreckt. In Bezug
zu den beiden Schlitzführungsflächen 31 a;31 b ist die Verbreiterungsführungsfläche
34 zur Zylinderachse 3 bzw. zur Längsmittenebene 6 hin versetzt.
[0027] Die beiden Schlitzverbreiterungen 32a;32b eines Führungsschlitzes 30 weisen dabei
jeweils lediglich die halbe Höhe des übrigen Führungsschlitzes 30 auf. Das heißt,
die Schlitzverbreiterungen 32a;32b erstrecken sich nur über die halbe Höhe des Führungsschlitzes
30 bzw. die Höhe der beiden Schlitzverbreiterungen 32a;32b entspricht jeweils der
Plättchendicke d einer Plättchenzuhaltung 5a;5b. Dabei sind die beiden Schlitzverbreiterungen
32a;32b eines Führungsschlitzes 30 in Richtung der Zylinderachse 3 zueinander um den
Betrag einer Plättchendicke d versetzt angeordnet. Bzw. die beiden Schlitzverbreiterungen
32a;32b eines Führungsschlitzes 30 sind in Richtung der Plättchengleitrichtung 13
nicht fluchtend zueinander angeordnet. Dadurch können zwei Plättchenzuhaltungen 5a;5b
jeweils zueinander um 180° verdreht und übereinander in demselben Führungsschlitz
30 angeordnet werden:
[0028] Die Plättchenzuhaltungen 5a;5b sind in Plättchengleitrichtung 13 hin und her verschieblich
in den Führungsschlitzen 30 angeordnet. Die beiden in demselben Führungsschlitz 30
angeordneten Plättchenzuhaltungen 5a;5b liegen dabei mit ihren Plättchenoberseiten
14a;14b aneinander gleitbar an. Aufgrund der zueinander verdrehten Anordnung liegt
die zweite Plättchenoberseite 14b der ersten Plättchenzuhaltung 5a an der ersten Plättchenoberseite
14a der zweiten Plättchenzuhaltung 5b an. Die Plättchenoberseiten 14a;14b sind dabei
senkrecht zur Zylinderachse 3.
[0029] Zudem liegen die beiden Leistengleitkanten 17a;17b paarweise gleitbar an den beiden
Schlitzführungsflächen 31a;31b an. Die ersten Leistengleitkanten 17a der beiden in
demselben Führungsschlitz 30 angeordneten Plättchenzuhaltungen 5a;5b sind zueinander
koplanar und die zweiten Leistengleitkanten 17b der beiden in demselben Füllrungsschlitz
30 angeordneten Plättchenzuhaltungen 5a;5b sind ebenfalls zueinander koplanar.
[0030] Die Steuer- und Widerlagernasen 19 aller Plättchenzuhaltungen 5a;5b weisen dabei
jeweils zur Zylinderachse 3 bzw. zur Längsmittenebene 6 hin, wobei die Steuer- und
Widerlagernasen 19 der beiden in demselben Führungsschlitz 30 angeordneten Plättchenzuhaltungen
5a;5b jeweils auf der anderen Seite der Quermittenebene 7 angeordnet sind. Bzw. die
Steuer- und Widerlagernase 19 der beiden in demselben Führungsschlitz 30 angeordneten
Plättchenzuhaltungen 5a;5b sind in Plättchengleitrichtung 13 gegenüberliegend angeordnet.
Die beiden in demselben Führungsschlitz 30 angeordneten Plättchenzuhaltungen 5a;5b
sind also in Bezug zueinander um 180° um eine zur Längsmittenebene 6 senkrechte Drehachse
gedreht angeordnet.
[0031] Die Steuer- und Widerlagernasen 19 sind dabei jeweils in einer der beiden Schlitzverbreiterungen
32a;32b angeordnet. Dabei liegen die Nasenendkanten 22 jeweils an der Verbreiterungsführungsfläche
34 gleitbar an. Da die Erstreckung der Verbreiterungsführungsfläche 34 in axialer
Richtung der Plättchendicke d entspricht, liegen die Nasenendkanten 22 in axialer
Richtung vollflächig bzw. vollständig an der Verbreiterungsführungsfläche 34 an.
[0032] In ihrer sperrenden Ausgangsstellung ragen die Führungs- und Sperrleisten 16 mit
ihrem zweiten Leistensperrende 16b zudem in jeweils eine der Sperrnuten 10 hinein,
so dass der Zylinderkern 4 unverdrehbar um die Zylinderachse 3 mit dem Zylindergehäuse
2 in Verbindung steht. Die beiden in demselben Führungsschlitz 30 angeordneten Plättchenzuhaltungen
5a;5b ragen dabei in die sich gegenüberliegenden Sperrnuten 10a;10b hinein. Das heißt,
die erste Plättchenzuhaltung 5a ragt in die erste Sperrnut 10a und die zweite Plättchenzuhaltung
5b ragt in die zweite Sperrnut 10b hinein.
[0033] In ihrer sperrenden Ausgangsstellung liegen die Steuer- und Widerlagernasen 19 außerdem
jeweils mit ihrer Steuer- und Widerlagerkante 20 an der Widerlagerfläche 33 des Führungskörpers
24 an. Die Steuer- und Widerlagerkante 20 überragt dabei die Widerlagerfläche 33 in
Richtung auf die Zylinderachse 3 zu. Sie ragt in den Schlüsselkanal 26 hinein. Die
Steuer- und Widerlagernasen 19, insbesondere die Steuer- und Widerlagerkanten 20,
ragen somit in den Schlüsselkanal 26 bereichsweise, insbesondere mit dem über die
Widerlagerfläche 33 überstehenden Teil, hinein. Dadurch gleiten die Steuer- und Widerlagerkanten
20 beim Einführen des Schlüssels 50 in den Schlüsselkanal 26 an dessen Steuerbahnen
49a;49b entlang, was weiter unten näher erläutert wird. Dabei liegen sich die Steuer-
und Widerlagerkanten 20 der beiden in demselben Führungsschlitz 30 angeordneten Plättchenzuhaltungen
5a;5b in Plättchengleitrichtung 13 gegenüber bzw. sind einander zugewandt.
[0034] Erfindungsgemäß stehen nun die beiden in demselben Führungsschlitz 30 angeordneten
Plättchenzuhaltungen 5a;5b mit derselben Drehfeder bzw. Schenkelfeder 35 in ihre sperrende
Stellung antreibbar in Verbindung. Dabei werden die beiden in demselben Führungsschlitz
30 angeordneten Plättchenzuhaltungen 5a;5b in entgegengesetzte Plättchensperrrichtungen
43a;43b bzw. gegensinnig angetrieben.
[0035] Die Schenkelfeder 35 weist eine mittige Wicklung 36 aus Federdraht 37 auf, wobei
die beiden Enden des Federdrahtes 37 jeweils von der Wicklung 36 abstehende Federschenkel
38a;38b mit jeweils einem freien Schenkelende 55 bilden. Eine Federachse 35a ist parallel
zur Zylinderachse 6, aber von dieser beabstandet. Die Federschenkel 38a;38b sind in
axialer Richtung zueinander versetzt. Die Federschenkel 38a;38b weisen dabei jeweils
einen ersten Schenkelabschnitt 39 und einen zweiten Schenkelabschnitt 40 auf. Der
erste Schenkelabschnitt 39 schließt sich jeweils an die Wicklung 36 an, wobei die
beiden ersten Schenkelabschnitte 39 sich in entgegengesetzte Richtungen erstrecken.
Die ersten Schenkelabschnitte 39 gehen jeweils in einem Bogenabschnitt bzw. Knick
41 in den zweiten Schenkelabschnitt 40 über. Die beiden zweiten Schenkelabschnitte
40 erstrecken sich dabei im Wesentlichen in die gleiche Richtung. Die Schenkelfeder
35 hat somit eine U-Form. Das freie Schenkelende 55 ist vorzugsweise jeweils in Richtung
der Federachse 35a abgebogen in Bezug zum jeweiligen zweiten Schenkelabschnitt 40,
wobei sich die beiden Schenkelenden 55 in Bezug zur Richtung der Federachse 35a in
entgegengesetzte Richtungen erstrecken.
[0036] Zur Lagerung der Schenkelfedern 35 weist der Führungskörper 24 jeweils eine Federaufnahmenut
44 auf, welche sich in Umfangsrichtung erstreckt und sich von der Führungskörperaußenfläche
27 in den Führungskörper hinein erstreckt. Die Federaufnahmenut 44 weist einen mittigen
Nutabschnitt 45 zur Aufnahme der Wicklung 36 und zwei sich daran anschließende Schenkelaufnahmeabschnitte
46a;46b zur Aufnahme der beiden Federschenkel 38a;38b auf. Vorzugsweise sind die beiden
Schenkelaufnahmeabschnitte 46a;46b entsprechend der Anordnung der beiden Federschenkel
38a;38b in axialer Richtung zueinander versetzt. Nutbodenflächen 47 der Schenkelaufnahmeabschnitte
46a;46b bilden Anlageflächen für die Federschenkel 38a;38b. Die beiden Schenkelaufnahmeabschnitte
46a;46b münden jeweils in einer der beiden Schlitzverbreiterungen 32a;32b. Die jeweilige
Schlitzverbreiterung 32a;32b ist in Bezug zum Schenkelaufnahmeabschnitt 46a;46b, in
den sie mündet, axial versetzt.
[0037] Vorzugsweise ist der Führungskörper 24 zudem in axialer Richtung benachbart zum jeweiligen
Schenkelaufnahmeabschnitt 46a;46b ebenfalls in radialer Richtung ausgespart. Insbesondere
weist der Führungskörper 24 in axialer Richtung benachbart zum jeweiligen Schenkelaufnahmeabschnitt
46a;46b jeweils eine Federeinführfläche 57a; 57b auf. Die ersten und zweiten Federeinführflächen
57a; 57b sind in axialer Richtung zueinander versetzt. Dabei ist analog wie bei den
Schenkelaufnahmeabschnitten 46a;46b die erste Federeinführflächen 57a auf der einen
Seite der Quermittenebene 7 angeordnet und die andere Federeinführflächen 57b auf
der anderen Seite der Quermittenebene angeordnet. Zudem erstrecken sich die beiden
Federeinführflächen 57a; 57b jeweils von dem mittigen Nutabschnitt 45 aus gesehen
auf die Längsmittenebene 6 zu, wobei der Abstand von der Quermittenebene 7 zunimmt.
Dadurch bilden die beiden Federeinführflächen 57a; 57b zusammen eine Einführrampe
bzw. einen Einführkeil für die Montage der Schenkelfedern 35.
[0038] Eine Schenkelfeder 35 ist jeweils derart in einer der Federaufnahmenuten 44 angeordnet,
dass die Wicklung 36 innerhalb des mittigen Nutabschnittes 45 angeordnet ist. Die
beiden Federschenkel 38a;38b sind jeweils in einem der beiden Schenkelaufnahmeabschnitte
46a;46b angeordnet. Die freien Schenkelenden 55 erstrecken sich dabei in die jeweilige
Schlitzverbreiterung 32a;32b hinein und liegen an der Federabstützkante 21 der Steuer-
und Widerlagernase 19 der in der Schlitzverbreiterung 32a;32b angeordneten Plättchenzuhaltung
5a;5b an. Das heißt, der erste Federschenkel 38a liegt an der Steuer- und Widerlagernase
19 der ersten Plättchenzuhaltung 5a an und der zweite Federschenkel 38b liegt an der
Steuer- und Widerlagernase 19 der zweiten Plättchenzuhaltung 5b an, wobei die beiden
Plättchenzuhaltungen 5a;5b in demselben Führungsschlitz 30 angeordnet sind.
[0039] Die Schenkelfeder 35 ist zudem mittels der freien Schenkelenden 55 in der Schlitzverbreiterung
32a;32b eingehakt. Die Federschenkel 38a;38b sind im Vergleich zur entspannten Stellung
der Schenkelfeder 35 aufgebogen bzw. gespreizt. Die Schenkelfeder ist 35 somit gespannt.
Die Federschenkel 38a;38b drücken die Steuer- und Widerlagernasen 19 der beiden in
demselben Führungsschlitz 30 angeordneten Plättchenzuhaltungen 5a;5b deshalb aufeinander
zu. Die Plättchenzuhaltungen 5a;5b werden also gegensinnig mittels der Schenkelfeder
35 angetrieben, jeweils in ihre sperrende Stellung.
[0040] Wie bereits erläutert, ist der Führungskörper 24 aus Herstellungsgründen vorzugsweise
zweigeteilt ausgeführt und besteht aus dem Grundkörper 28 und dem Einsatzteil 29.
Das Einsatzteil 29 ist als länglicher, sich axial erstreckender Block ausgebildet.
Es wird in eine Richtung senkrecht zur Quermittenebene 7 in den Grundkörper 28 eingeschoben.
Im eingesetzten Zustand begrenzt es dann unter anderem einseitig den Schlüsselkanal
26 sowie die erste Schlitzverbreiterung und bildet einen Teil der Führungskörperaußenfläche
27 sowie der Federaufnahmenuten 44. Gehalten wird es vorzugsweise durch die Schenkelfedern
35, indem diese das Einsatzteil 29 mit dem ersten Federschenkel 38a umgreifen. Das
Einsatzteil 29 kann aber auch eingepresst sein oder anderweitig mit dem Grundkörper
28 fest verbunden sein.
[0041] Bei der Montage wird nun zunächst das Einsatzteil 29 in den Grundkörper 28 eingesetzt.
Dann werden die Plättchenzuhaltungen 5a;5b in die Führungsschlitze 30 eingeführt und
anschließend die Schenkelfedern 35 montiert. Dabei werden die beiden Federschenkel
38a; 38b mit den Schenkelenden 55 an den Federeinführflächen 57a; 57b entlang geführt
und dabei aufgespreizt. Dann schnappen die Federschenkel 38a; 38b von den Federeinführflächen
57a; 57b runter in die Federaufnahmenut 44 ein.
[0042] Vorzugsweise weist der Schließzylinder 1 zudem eine an sich bekannte Montagezuhaltung
48 auf, die zu in an sich bekannter Weise zur axialen Sicherung des Zylinderkerns
4 dient.
[0043] Im Folgenden wird nun auf die Funktionsweise des erfindungsgemäßen Schließzylinders
1 näher eingegangen:
Wie bereits erläutert, befinden sich die Plättchenzuhaltungen 5a;5b, solange kein
passender Schlüssel 50 in den Schließzylinder 1 eingeführt ist, in ihrer sperrenden
Ausgangsstellung. In dieser greifen die zweiten Leistensperrenden 16b in die beiden
Sperrnuten 10a;10b ein, so dass der Zylinderkern 4 um die Zylinderachse 3 unverdrehbar
mit dem Zylindergehäuse 2 in Verbindung steht.
[0044] Der Schlüssel 50 des erfindungsgemäßen Zylinderschlosses ist vorzugsweise als Wendeschlüssel
ausgebildet und weist einen Schlüsselbart 51 mit zwei Schmalkanten 52 und zwei Breitseitenflächen
53 und einer freien Stirnkante 54 auf. Auf beiden Breitseitenflächen 53 weist der
Schlüsselbart 51 jeweils zwei nach außen abstehende Steuerbahnen 49a;49b auf, welche
vorzugsweise durch aufliegende Fräsungen gebildet sind. Die sich diagonal gegenüberliegenden
Steuerbahnen 49a;49b sind dabei identisch. Zudem weist der Schlüsselbart 51 zwei Zentriernuten
56 auf, die jeweils auf einer der beiden Breitseitenflächen 53 angeordnet sind und
sich längs des Schlüsselbartes 51 zwischen den beiden Steuerbahnen 49a;49b erstrecken.
[0045] Wird der Schlüssel 50 in den Schlüsselkanal 26 eingeführt, gleiten in an sich bekannter
Weise zum einen die beiden Zentrierleisten 42 in den Zentriernuten 56, so dass der
Schlüssel 50 im Schlüsselkanal 26 zentriert wird. Außerdem gleiten die Plättchenzuhaltungen
5a;5b mit dem in den Schlüsselkanal 26 hinein ragenden Bereich der Steuer- und Widerlagerkanten
20 an den beiden Steuerbahnen 49a;49b des Schlüssels 50, welche auf derselben Breitseitenflächen
53 des Schlüssels 50 angeordnet sind, entlang. Alle ersten Plättchenzuhaltungen 5a
gleiten dabei an der ersten Steuerbahn 49a und alle zweiten Plättchenzuhaltungen 5b
an der zweiten Steuerbahn 49b entlang.
[0046] Durch Einführen des passenden Schlüssels 50 werden nun die Plättchenzuhaltungen 5a;5b
entgegen die Kraft der Schenkelfeder 35 entgegengesetzt zu ihrer jeweiligen Plättchensperrichtung
43a;43b verschoben. Sie werden also gegensinnig bewegt. Dabei werden die Plättchenzuhaltungen
5a;5b soweit in den Zylinderkern 4 hinein bewegt, bis sie nicht mehr in die Sperrnuten
10a;10b eingreifen. Dann kann der Zylinderkern 4 gedreht werden und das Zylinderschloss
mittels der Mitnehmerzapfen 25 durch Betätigung der Schlossmechanik entriegelt bzw.
entsperrt werden. Würde ein nicht passender Schlüssel 50 eingeschoben werden, würden
die Plättchenzuhaltungen 5a;5b entweder nicht weit genug zurück gezogen werden, so
dass sie mit ihren zweiten Leistensperrenden weiterhin in die jeweilige Sperrnut 10a;
10b hinein ragen. Oder sie würden zu weit zurückgezogen werden, so dass sie dann mit
ihrem ersten Leistensperrende 16a in die gegenüberliegende Sperrnut 10a; 10b eingreifen.
[0047] In der nicht sperrenden Stellung der Plättchenzuhaltungen 5a;5b sind die Widerlagernasen
19 und insbesondere die Federabstützkanten 21 der sich in demselben Führungsschlitz
30 befindlichen Plättchenzuhaltungen 5a;5b weiter auseinander als in der sperrenden
Stellung. Infolgedessen sind die Federschenkel 38a;38b im Vergleich zur sperrenden
Stellung weiter aufgespreizt. Die Schenkelfeder 35 ist weiter gespannt. Aufgrund dessen
kehren die Plättchenzuhaltungen 5a;5b nach Zurückdrehen des Zylinderkerns 4 und Herausziehen
des Schlüssels 50 angetrieben durch die Kraft der Schenkelfeder 35 selbsttätig in
ihre sperrende Ausgangsstellung zurück.
[0048] Vorteil des erfindungsgemäßen Schließzylinders 1 ist einerseits, dass eine Vielzahl
von Schlüsselkombinationen möglich ist.
[0049] Des Weiteren sind die leistenförmigen Plättchenzuhaltungen 5a;5b sehr stabil und
verformen auch bei hohen Drehmomenten nicht. Dies resultiert unter anderem auch daraus,
dass die Plättchenzuhaltungen 5a;5b sich nicht über von der Längsmittenebene 6 weg
weisende Widerlagernasen abstützen. Die Stellen der Krafteinleitung über das Zylindergehäuse
2 und der Abstützung im Zylinderkern 4 bei der Drehbeanspruchung sind sehr nahe zusammen.
Die Krafteinleitung erfolgt an der einen Leistengleitkante 17a;17b und die Abstützung
erfolgt an der anderen Leistengleitkante 17a;17b. Zudem sind die Plättchenzuhaltungen
5a;5b jeweils über ihre gesamte Plättchendicke d sowohl im Zylindergehäuse 2 als auch
im Zylinderkern 4 abgestützt.
[0050] Da die leistenförmigen Plättchenzuhaltungen 5a; 5b keine Schlüsselaufnahmenut aufweisen
wie die bekannten Plättchenzuhaltungen, sind die Plättchenzuhaltungen 5a; 5b stabiler.
Denn die Schlüsselaufnahmenut bedingt eine Kerbwirkung, welche die Festigkeit beeinträchtigt.
Bei den leistenförmigen Plättchenzuhaltungen 5a; 5b ist die zweite Leistengleitkante
17b vom ersten bis zum zweiten Leistensperrende 16a; 16b durchgehend bzw. ungekerbt
ausgebildet. Und die erste Leistengleitkante 17a ist ebenfalls von der Steuer- und
Widerlagernase 19 bis zum zweiten Leistensperrende 16b hin durchgehend bzw. ungekerbt
ausgebildet.
[0051] Des Weiteren war es aufgrund der Schenkelfedern 35 möglich, den Durchmesser des Schließzylinders
1 zu verringern. Denn die bekannten, radial außen angeordneten Druckfedern nehmen
in radialer Richtung mehr Platz ein als die erfindungsgemäßen Schenkelfedern 35.
[0052] Zudem nehmen die Druckfedern auch in axialer Richtung mehr Platz ein, so dass auch
die axiale Baulänge bei dem erfindungsgemäßen Schließzylinder 1 verringert werden
konnte.
[0053] Ferner ist bei dem erfindungsgemäßen Schließzylinder 1 die Einbruchssicherheit erhöht.
Denn, wenn von außen in den Schlüsselkanal 26 hinein geschaut wird, kann man nicht
erkennen, welche Plättchenzuhaltungen 5a; 5b bezüglich der Anordnung der Steuer- und
-widerlagerkanten 20 für das Zylinderschloss verwendet wurden. Die Plättchenzuhaltungen
5a; 5b liegen nämlich alle in gleicher Weise mit ihren Steuer- und Widerlagernasen
19 an den Widerlagerflächen 33 an. Die Widerlagerflächen 33 und somit auch die Steuer-
und - widerlagerkanten 20 aller Plättchenzuhaltungen 5a; 5b weisen somit alle den
gleichen Abstand von der Quermittenebene 7 auf. Bzw. sie sind in axialer Richtung
fluchtend zueinander angeordnet. Beim Stand der Technik hingegen ist von außen erkennbar,
dass die Steuerstufen der einzelnen Plättchenzuhaltungen auf unterschiedlichen Positionen
angeordnet sind.
[0054] Die Einbruchsicherheit ist zudem auch dadurch erhöht, dass die beiden Plättchenzuhaltungen
5a; 5b mit derselben Schenkelfeder 35 in gegensinnige Richtungen angetrieben werden.
Denn, wenn mittels eines Werkzeuges versucht wird, die eine Plättchenzuhaltung 5a
in ihre nicht sperrende Stellung zu bewegen, wird die Schenkelfeder 35 weiter gespannt
und die zweite Plättchenzuhaltung 5b daraufhin mit erhöhter Kraft in ihre sperrende
Stellung gedrückt.
[0055] Im Rahmen der Erfindung liegt es dabei auch, dass die Plättchenzuhaltungen 5a;5b
jeweils in einem eigenen Führungsschlitz angeordnet sind. Erfindungsgemäß stehen dann
jeweils zwei zueinander axial benachbarte Plättchenzuhaltungen 5a;5b mit derselben
Schenkelfeder 35 angetrieben in Verbindung.
[0056] Zudem muss es sich nicht unbedingt um als Schraubenfeder ausgebildete Schenkelfedern
35 handeln, auch wenn dies bevorzugt ist. Erfindungswesentlich ist, dass es sich um
eine, bevorzugt u-förmige, Federklammer bzw. Klammerfeder handelt, welche die beiden
Federschenkel 38a; 38b aufweist, von denen sich der eine Federschenkel 38a an der
ersten Plättchenzuhaltung 5a und der andere Federschenkel 38b an der zweiten Plättchenzuhaltung
5b abstützt. Beispielsweise kann es sich bei der Federklammer auch um einen einfachen
u-förmigen Federbügel, z.B. aus Federdraht oder Metallblech, handeln. Die Federklammer,
insbesondere die Schenkelfeder 35, kann allgemein aus Metall oder auch aus Kunststoff
bestehen.
1. Schließzylinder (1) für ein Zylinderschloss, insbesondere für Kraftfahrzeuge, bevorzugt
für Bau- und Landmaschinen, mit
a) einer Zylinderachse (3) sowie einer die Zylinderachse (3) enthaltenden Längsmittenebene
(6) und einer dazu senkrechten, ebenfalls die Zylinderachse (3) enthaltenden Quermittenebene
(7),
b) einem Zylindergehäuse (2), das eine axiale Kernaufnahmeaussparung (9) sowie zumindest
zwei sich axial erstreckende, zur Kernaufnahmeaussparung (9) hin offene Sperrnuten
(10a;10b) aufweist,
c) einem innerhalb der Kernaufnahmeaussparung (9) gelagerten Zylinderkern (4), der
einen axialen Schlüsselkanal (26) und mehrere, sich in eine zur Quermittenebene (7)
senkrechte Plättchengleitrichtung (13) durch den Zylinderkern (4) hindurch erstreckende
Führungsschlitze (30) aufweist,
d) mehreren leistenförmigen Plättchenzuhaltungen (5a;5b), die in Plättchengleitrichtung
(13) hin- und her verschieblich in einem der Führungsschlitze (30) gelagert sind,
wobei die Plättchenzuhaltungen (5a;5b) jeweils eine sperrende Stellung aufweisen,
in der sie derart in jeweils eine der Sperrnuten (10a;10b) eingreifen, dass der Zylinderkern
(4) um die Zylinderachse (3) unverdrehbar mit dem Zylindergehäuse (2) in Verbindung
steht, und eine nicht sperrende Stellung aufweisen, in der sie soweit in den Zylinderkern
(4) eingefahren sind, dass sie nicht in die Sperrnuten (10a;10b) eingreifen und der
Zylinderkern (4) um die Zylinderachse (3) in dem Zylindergehäuse (2) drehbar ist,
wobei die Plättchenzuhaltungen (5a;5b) jeweils mit einer Feder in eine Plättchensperrrichtung
(43a;43b) in ihre sperrende Stellung angetrieben in Verbindung stehen,
dadurch gekennzeichnet, dass
jeweils zwei Plättchenzuhaltungen (5a;5b) mit einer einzigen Federklammer, bevorzugt
einer Schenkelfeder (35), in ihre jeweilige sperrende Stellung gegensinnig angetrieben
in Verbindung stehen.
2. Schließzylinder (1) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
jeweils zwei Plättchenzuhaltungen (5a;5b) in axialer Richtung übereinander in demselben
Führungsschlitz (30) angeordnet sind, wobei die beiden in demselben Führungsschlitz
(30) angeordneten Plättchenzuhaltungen (5a;5b) mit derselben Federklammer, bevorzugt
Schenkelfeder (35), in ihre sperrende Stellung gegensinnig angetrieben in Verbindung
stehen
und/oder
dass die Plättchenzuhaltungen (5a;5b) und die Führungsschlitze (30) alle auf derselben
Seite der Längsmittenebene (6) angeordnet sind.
3. Schließzylinder (1) nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Federklammern, bevorzugt die Schenkelfedern (35), jeweils in einer sich in Umfangsrichtung
des Zylinderkerns (4) erstreckenden Federaufnahmenut (44) des Zylinderkerns (4) angeordnet
sind, die sich von außen in den Zylinderkern (4) hinein erstreckt.
4. Schließzylinder (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
sich die beiden Sperrnuten (10a;10b), in welche die Plättchenzuhaltungen (5a;5b) in
ihrer sperrenden Stellung eingreifen, in Plättchengleitrichtung (13) gegenüber liegen.
5. Schließzylinder (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Plättchenzuhaltungen (5a;5b) jeweils eine längliche Führungs- und Sperrleiste
(16) aufweisen, die eine Längserstreckung parallel zur Plättchengleitrichtung (13)
sowie ein erstes Leistensperrende (16a) und ein zweites Leistensperrende (16b) aufweist,
wobei die Führungs- und Sperrleiste (16) in der sperrenden Stellung mit dem zweiten
Leistensperrende (16b) in die jeweilige Sperrnut (10a; 10b) eingreift,
wobei vorzugsweise die Führungs- und Sperrleiste (16) eine erste Leistengleitkante
(17a), eine zweite Leistengleitkante (17b) und zwei Leistenendkanten (18a; 18b) aufweist,
wobei sich die beiden Leistengleitkanten (17a;17b) parallel zur Plättchengleitrichtung
(13) erstrecken und die Plättchenzuhaltungen (5a;5b) jeweils mit den beiden Leistengleitkanten
(17a;17b) in dem Führungsschlitz (30) gleitbar geführt sind, und wobei vorzugsweise
sich die zweite Leistengleitkante (17b) durchgehend von der einen zur anderen Leistenendkante
(18a;18b) erstreckt.
6. Schließzylinder (1) nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Plättchenzuhaltungen (5a;5b) jeweils eine Steuer- und Widerlagernase (19) aufweisen,
die sich an die Führungs- und Sperrleiste (16), insbesondere an die erste Leistengleitkante
(17a), anschließt, und von dieser absteht und sich auf die Längsmittenebene (6) zu
erstreckt, wobei die Steuer- und Widerlagernase (19) vorzugsweise benachbart zum ersten
Leistensperrende (16a) angeordnet ist,
wobei vorzugsweise die Steuer- und Widerlagernasen (19) jeweils eine dem zweiten Leistensperrende
(16b) zugewandte Steuer- und Widerlagerkante (20) zur Führung der Plättchenzuhaltung
(5a;5b) entlang einer Steuerbahn (49a;49b) eines passenden Schlüssels (50) des Zylinderschlosses,
eine dem ersten Leistensperrende (16a) zugewandte Federabstützkante (21) und eine
der Längsmittenebene (6) zugewandte, vorzugsweise zu den beiden Leistengleitkanten
(17a;17b) parallele, Nasenendkante (22) aufweisen, wobei die Steuer- und Widerlagerkante
(20) und die Federabstützkante (21) vorzugsweise zueinander parallel sind und sich
bevorzugt senkrecht zur Zylinderachse (3) und senkrecht zur Plättchengleitrichtung
(13) erstrecken,
wobei bevorzugt die Steuer- und Widerlagerkanten (20) der einzelnen Plättchenzuhaltungen
(5a;5b) des Schließzylinders (1) in Plättchengleitrichtung (13) gesehen alle einen
anderen Abstand (A) von dem zweiten Leistensperrende (16b) aufweisen.
7. Schließzylinder (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Zylinderkern (4) zumindest eine, vorzugsweise zwei, Zentrierleisten (42) zum Zusammenwirken
mit jeweils einer korrespondierenden Zentriernut (56) des korrespondierenden Schlüssels
(50) aufweist, welche in den Schlüsselkanal (26) hinein ragen und sich parallel zur
Zylinderachse (3) erstrecken, wobei vorzugsweise beidseits der Längsmittenebene (6)
jeweils eine Zentrierleiste (42) vorhanden ist.
8. Schließzylinder (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Führungsschlitze (30) in axialer Richtung zueinander benachbart und zueinander
fluchtend angeordnet sind
und/oder
die Führungsschlitze (30) jeweils zwei Schlitzführungsflächen (31a;31b) aufweisen,
die sich parallel zur Plättchengleitrichtung (13) erstrecken und in einer zur Längsmittenebene
(6) senkrechten Richtung voneinander beabstandet sind, wobei die beiden Leistengleitkanten
(17a;17b) paarweise an den Schlitzführungsflächen (31 a;31 b) in Plättchengleitrichtung
(13) gleitbar geführt sind.
9. Schließzylinder (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Führungsschlitze (30) ein erstes und ein zweites, jeweils zum Zylindergehäuse
(2) offenes, Schlitzende (30a;30b) aufweisen, wobei vorzugsweise der Zylinderkern
(4) in seiner gesperrten Stellung so angeordnet ist, dass die Führungsschlitze (30)
in Plättchengleitrichtung (13) fluchtend zu den beiden sich in Plättchengleitrichtung
(13) gegenüberliegenden Sperrnuten (10a;10b) angeordnet sind,
wobei vorzugsweise die Führungsschlitze (30) an jedem ihrer Schlitzenden (30a;30b)
eine Schlitzverbreiterung (32a;32b) aufweisen, wobei sich der Führungsschlitz (30)
im Bereich der Schlitzverbreiterungen (32a;32b) jeweils in Richtung auf die Längsmittenebene
(6) zu verbreitert und die Schlitzverbreiterungen (32a;32b) jeweils in den Schlüsselkanal
(26) münden,
wobei bevorzugt die Schlitzverbreiterungen (32a;32b) in Plättchengleitrichtung (13)
begrenzt werden durch eine Widerlagerfläche (33), welche sich an die der Längsmittenebene
(6) zugewandte Schlitzführungsfläche (31a) anschließt und von dieser weg erstreckt,
wobei sich die Widerlagerfläche (33) vorzugsweise bis zum Schlüsselkanal (26) erstreckt,
und die Schlitzverbreiterungen (32a;32b) seitlich begrenzt werden durch eine Verbreiterungsführungsfläche
(34), welche sich parallel zu den Schlitzführungsflächen (31) erstreckt, wobei die
Verbreiterungsführungsfläche (34) in Bezug zu den beiden Schlitzführungsflächen (31a;31b)
zur Längsmittenebene (6) hin versetzt ist.
10. Schließzylinder (1) nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet, dass
die axiale Erstreckung der beiden Schlitzverbreiterungen (32a;32b) eines Führungsschlitzes
(30) jeweils einer Plättchendicke (d) einer Plättchenzuhaltung (5a;5b) entspricht,
wobei die beiden Schlitzverbreiterungen (32a;32b) eines Führungsschlitzes (30) in
axialer Richtung zueinander um den Betrag einer Plättchendicke (d) versetzt angeordnet
sind.
11. Schließzylinder (1) nach einem der Ansprüche 8 bis 10,
dadurch gekennzeichnet, dass
die beiden in demselben Führungsschlitz (30) angeordneten Plättchenzuhaltungen (5a;5b)
mit ihren Plättchenoberseiten (14a;14b) aneinander gleitbar anliegen und die beiden
Leistengleitkanten (17a;17b) paarweise gleitbar an den beiden Schlitzführungsflächen
(31a;31b) anliegen, wobei die ersten Leistengleitkanten (17a) der beiden Plättchenzuhaltungen
(5a;5b) zueinander koplanar sind und die zweiten Leistengleitkanten (17b) der beiden
Plättchenzuhaltungen (5a;5b) zueinander koplanar sind.
12. Schließzylinder (1) nach einem der Ansprüche 6 bis 11,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Steuer- und Widerlagernasen (19) der beiden in demselben Führungsschlitz (30)
angeordneten Plättchenzuhaltungen (5a;5b) jeweils auf der anderen Seite der Quermittenebene
(7) angeordnet sind, wobei die beiden Plättchenzuhaltungen (5a;5b) in Bezug zueinander
um 180° um eine zur Längsmittenebene (6) senkrechte Drehachse gedreht angeordnet sind.
13. Schließzylinder (1) nach einem der Ansprüche 9 bis 12,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Steuer- und Widerlagernasen (19) jeweils in einer der beiden Schlitzverbreiterungen
(32a;32b) angeordnet sind, wobei die Nasenendkanten (22) an der jeweiligen Verbreiterungsführungsfläche
(34) gleitbar anliegen, wobei vorzugsweise die Nasenendkanten (22) in axialer Richtung
vollständig bzw. vollflächig an der Verbreiterungsführungsfläche (34) anliegen.
14. Schließzylinder (1) nach einem der Ansprüche 9 bis 13,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Steuer- und Widerlagernase (19) in der sperrenden Stellung der Plättchenzuhaltungen
(5a;5b) jeweils mit ihrer Steuer- und Widerlagerkante (20) an der Widerlagerfläche
(33) des Zylinderkerns (4) anliegen, wobei die Steuer- und Widerlagerkanten (20) die
Widerlagerfläche (33) in Richtung auf die Längsmittenebene (6) zu jeweils überragen.
15. Schließzylinder (1) nach einem der Ansprüche 6 bis 14,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Steuer- und Widerlagerkanten (20) in den Schlüsselkanal (26) bereichsweise hinein
ragen, insbesondere mit ihrem über die Widerlagerfläche (33) überstehenden Bereich,
wobei vorzugsweise sich die Steuer- und Widerlagerkanten (20) der beiden in demselben
Führungsschlitz (30) angeordneten Plättchenzuhaltungen (5a;5b) in Plättchengleitrichtung
(13) gegenüberliegen.
16. Schließzylinder (1) nach einem der Ansprüche 6 bis 15,
dadurch gekennzeichnet, dass
in der sperrenden Stellung der Plättchenzuhaltungen (5a;5b) die Steuer- und Widerlagerkanten
(20) der jeweils in die gleiche Plättchensperrrichtung (43a oder 43b) angetriebenen
Plättchenzuhaltungen (5a oder 5b) in axialer Richtung zueinander fluchtend angeordnet
sind.
17. Schließzylinder (1) nach einem der Ansprüche 6 bis 16,
dadurch gekennzeichnet, dass
in der sperrenden Stellung der Plättchenzuhaltungen (5a;5b) die Steuer- und -widerlagerkanten
(20) aller Plättchenzuhaltungen (5a; 5b) alle den gleichen Abstand von der Quermittenebene
(7) aufweisen.
18. Schließzylinder (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
jede Federklammer, insbesondere jede Schenkelfeder (35), zwei Federschenkel (38a;
38b) mit jeweils einem freien Schenkelende (55) aufweist, von denen sich der eine
Federschenkel (38a), bevorzugt mit seinem freien Schenkelende (55), an der ersten
Plättchenzuhaltung (5a) und der andere Federschenkel (38b), bevorzugt mit seinem freien
Schenkelende (55), an der zweiten Plättchenzuhaltung (5b) abstützt, wobei vorzugsweise
die, bevorzugt u-förmige, Schenkelfeder (35) Schenkelfeder (35) eine mittige Wicklung
(36) aus Federdraht (37) aufweist und die beiden Enden des Federdrahtes (37) jeweils
die von der
Wicklung (36) abstehenden Federschenkel (38a;38b) mit jeweils dem freien Schenkelende
(55) bilden,
wobei vorzugsweise das freie Schenkelende (55) jeweils in Richtung einer Federachse
(35a) in Bezug zum übrigen Federschenkel (38a;38b) abgebogen ist, wobei sich die beiden
Schenkelenden (55) in Bezug zur Richtung der Federachse (35a) in entgegengesetzte
Richtungen erstrecken.
19. Schließzylinder (1) nach Anspruch 18,
dadurch gekennzeichnet, dass
ein erster Federschenkel (38a) der beiden Federschenkel (38a;38b), insbesondere mit
dem Schenkelende (55), an der einen Plättchenzuhaltung (5a), insbesondere an deren
Steuer- und Widerlagernase (19), bevorzugt an deren Federabstützkante (21), und ein
zweiter Federschenkel (38b) der beiden Federschenkel (38a;38b), insbesondere mit dem
Schenkelende (55), an der anderen Plättchenzuhaltung (5b), insbesondere an deren Steuer-
und Widerlagernasen (19), bevorzugt an deren Federabstützkante (21), anliegt.
20. Schließzylinder (1) nach einem der Ansprüche 9 bis 19,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Federaufnahmenut (44) jeweils in die beiden Schlitzverbreiterungen (32a;32b) mündet.
21. Zylinderschloss, insbesondere für Kraftfahrzeuge, bevorzugt für Bau- und Landmaschinen,
mit einem Schließzylinder (1) und einem dazu passenden Schlüssel (50),
dadurch gekennzeichnet, dass
der Schließzylinder (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche ausgebildet ist,
wobei vorzugsweise der Schlüssel (50) einen Schlüsselbart (51) mit zwei Schmalkanten
(52) und zwei Breitseitenflächen (53) und einer freien Stirnkante (54) aufweist, wobei
der Schlüsselbart (51) auf beiden Breitseitenflächen (53) jeweils zwei nach außen
abstehende Steuerbahnen (49a;49b) aufweist, welche vorzugsweise durch aufliegende
Fräsungen gebildet sind, und
wobei vorzugsweise der Schlüsselbart (51) zwei Zentriernuten (56) aufweist, die jeweils
auf einer der beiden Breitseitenflächen (53) angeordnet sind und sich längs des Schlüsselbartes
(51) zwischen den beiden Steuerbahnen (49a;49b) erstrecken.