[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen Kolbenverdichter zum Verdichten von Fluiden.
Insbesondere betrifft die vorliegende Erfindung einen derartigen Kolbenverdichter,
der mittels eines Gewindetriebs angetrieben wird.
[0002] Kolbenverdichter zum Verdichten von Fluiden wie zum Beispiel Gasen sind hinlänglich
bekannt. Deren Wirkung beruht darauf, dass in einem Zylinder ein Kolben läuft und
dabei abwechselnd ein Raum, auch als Verdichtungsraum bezeichnet, in dem Zylinder
vergrößert und verkleinert wird.
[0003] Kolbenverdichter sind vielseitig einsetzbar zum Beispiel zur Erzeugung von Druckluft
(zum Beispiel
DE 44 29 097 A1) oder von kryogenen Flüssigkeiten (zum Beispiel
DE 10 2006 000 835 A1).
Dabei erfolgt der Antrieb des Kolbens der Verdichtereinheit über einen Kurbelantrieb,
wobei der Kolben über einen Pleuel mit einer Kurbel verbunden ist.
[0004] Bei herkömmlichen Kolbenverdichtern wird das Ansaugen des zu verdichtenden Mediums,
die Verdichtung und der Ausstoß durch Saug- und Druckventile gesteuert. Eine Bestimmung
der Masse beziehungsweise des Volumens des verdichteten Mediums und der Ausstoßmenge
ist damit nur schwer und ungenau möglich.
[0005] Wünschenswert wäre zudem ein flexibles System, bei dem das Arbeitsvolumen, das heißt,
das Volumen wenn keine Verdichtung stattfindet, des Verdichtungsraums variabel ist.
[0006] Bei den bekannten Kolbenverdichter sind Verdichtereinheit und Kolbenantrieb unabhängige
Einheiten mit entsprechendem Raumbedarf.
[0007] Wünschenswert wäre daher ein Kolbenverdichter mit kompakter Bauweise, der platzsparend
ist.
[0008] Ein weiteres Problem ist die Kühlung der Vorrichtung, um die in Folge der Verdichtung
der Fluide gebildete Wärme abführen zu können, was zur Komplexität der Vorrichtung
beiträgt.
[0009] US-Patent 6,068,448 betrifft einen Kolbenverdichter mit Kugelgewindetrieb zum Verdichten von komprimierbaren
Fluiden, wobei der Kugelgewindetrieb eine zylinderförmige Kugelspindel und eine Kugelmutter
zur linearen Bewegung der Kugelspindel aufweist. Beide Enden der Kugelspindel sind
jeweils mit einem Kolben verbunden, so dass die Kolben durch die lineare Bewegung
der Kugelspindel in einem gegenüberliegend angeordneten Verdichtungsraum hin- und
herbewegt werden können.
[0010] US-Patent 6,398,514 B1 beschreibt einen Kolbenverdichter mit Kugelgewindetrieb zum Verdichten von komprimierbaren
Fluiden. Der Kolbenverdichter weist ein Bauteil auf, das aus zwei zylinderförmigen
Bauteilen besteht, wobei das eine zylinderförmige Bauteil als Kugelspindel ausgestaltet
ist, und das andere zylinderförmige Bauteil an einem Ende eine Öffnung aufweist, die
mit einem Verdichtungsraum versehen ist. In der Konstruktion gemäß
US-Patent 6,398,514 B1 ist die Kugelspindel der rotierende Teil durch den die Kugelmutter in lineare Auf-
und Abbewegung versetzt wird.
[0011] Das belgische Patent
BE 719392 beschreibt ein Antriebssystem mit einer Kurbelwelle, wobei die Kurbelwelle von zwei
verschiedenen Motoren umgeben ist, die die Kurbelwelle antreiben. Einer dieser Motoren
ist als Kugelgewindetrieb ausgestaltet, wobei der Teil der Kurbelwelle, der von diesem
Motor umgeben ist, als Kugelspindel ausgestaltet ist. Es handelt sich hierbei um einen
Antrieb für ein Fahrzeug, eine Verdichtung von Fluiden und insbesondere Dosierung
von Fluiden ist nicht vorgesehen.
[0012] Es war Aufgabe der vorliegenden Erfindung einen Kolbenverdichter für die Verdichtung
von Fluiden zur Verfügung zu stellen, der eine genaue Bestimmung des Ausstoßvolumens
an verdichtetem Medium erlaubt, der einen Verdichtungsraum aufweist, dessen Arbeitsvolumen
veränderlich gestaltet werden kann, und der auf einfache Art und Weise gekühlt werden
kann. Gemäß einem weiteren Aspekt betrifft die vorliegende Erfindung einen Kolbenverdichter,
der eine kompakte, raumsparende Konstruktion aufweist.
[0013] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch einen Kolbenverdichter zur Verdichtung von
Fluiden mit Verdichtungsraum für die Verdichtung und einem Verdichtungskolben gelöst,
wobei für den Antrieb des Kolbenverdichters ein Gewindetrieb vorgesehen ist mit einem
zylinderförmigen Bauteil, das als Gewindespindel ausgestaltet ist, und einer Gewindemutter
zum Umsetzen einer Drehbewegung in eine lineare Bewegung, wobei in dem zylinderförmigen
Bauteil an mindestens einem Ende eine Öffnung mit Verdichtungsraum vorgesehen ist,
und der Öffnung gegenüberliegend ein Kolben angeordnet ist, wobei durch die lineare
Bewegung des als Gewindespindel ausgestalteten zylinderförmigen Bauteils der Verdichtungsraum
auf den Kolben aufschiebbar ist.
[0014] Mit dem erfindungsgemäßen Kolbenverdichter lassen sich beliebige Fluide wie Gase
oder Flüssigkeiten, wie zum Beispiel kryogene Flüssigkeiten, verdichten.
[0015] Gemäß der Erfindung ist mindestens ein Verdichtungsraum in dem zylinderförmigen Bauteil
vorgesehen, der zu einem Ende des Bauteils hin offen ist. Dieser Öffnung gegenüberliegend
ist ein Kolben angeordnet. Im Betrieb wird das zylinderförmige Bauteil auf den Kolben
zubewegt und der Verdichtungsraum sozusagen um den Kolben herum hin- und herbewegt.
[0016] Es können zwei Verdichtungsräume in dem zylinderförmigen Bauteil vorgesehen sein,
die Boden an Boden angeordnet sind und jeweils zu einem Ende des zylinderförmigen
Bauteils hin offen sind.
In diesem Fall kann den beiden Enden beziehungsweise Öffnungen des zylinderförmigen
Bauteils gegenüberliegend jeweils ein Kolben angeordnet sein. Durch die Hin- und Herbewegung
des zylinderförmigen Bauteils werden abwechselnd der erste beziehungsweise der zweite
Verdichtungsraum auf den ersten beziehungsweise zweiten Kolben aufgeschoben und wieder
zurückgezogen.
[0017] Bei dieser Ausgestaltung sind der oder die Kolben selbst ortsfest und bewegen sich
nicht relativ zu dem zylinderförmigen Bauteil.
[0018] Erfindungsgemäß wird als Antrieb für den Kolbenverdichter ein Gewindetrieb eingesetzt.
Gewindetriebe bestehen aus einer zylinderförmigen Gewindespindel mit einem Gewinde
auf der Außenfläche und einer Gewindemutter, die auf der Gewindespindel aufgefädelt
ist, und dienen zur Umsetzung einer Drehbewegung in eine Längsbewegung.
Hierfür wird erfindungsgemäß die Mutter in eine Drehbewegung versetzt, die - vermittelt
über das Gewinde - in eine lineare Bewegung des Gegenstücks umgesetzt wird.
Das rotierende Teil ist derart gelagert, dass es selbst an einer linearen Bewegung
gehindert ist. Das linear bewegliche Teil des Gewindetriebs ist gegen eine Verdrehung
gesichert.
[0019] Der linear bewegte Teil des Gewindetriebs ist mit einer linear zu bewegenden Konstruktion,
erfindungsgemäß dem zylinderförmigen Bauteil des Kolbenverdichters, fest verbunden
und führt dieses in der Linearbewegung mit.
[0020] Gewindetriebe sind an sich bekannt. Beispiele für bekannte Gewindetriebe, wie sie
auch erfindungsgemäß eingesetzt werden können, sind Kugelgewindetriebe, Rollengewindetriebe,
Planetenwälzgewindetriebe sowie Trapeztriebe.
[0021] Der Antrieb des rotierenden Teil des Gewindetriebs kann über einen beliebigen Motor
entweder direkt oder über Getriebe und Riementriebe erfolgen.
[0022] Gewindetriebe ermöglichen eine hohe Positioniergenauigkeit zwischen Kolben und Verdichtungsraum.
Aufgrund diese hohen Positioniergenauigkeit lässt sich das Verdichtungsvolumen, das
heißt das Volumen, auf das das Fluid verdichtet wird, sehr genau bestimmen und einstellen.
Dadurch ist es möglich, reproduzierbar sehr gut einstellbare Ausstoßvolumina an verdichtetem
Fluid bereitzustellen. Die vorliegende Erfindung ermöglicht zudem eine sehr präzise
massegesteuerte Dosierung an verdichtetem Fluid an einen Verbraucher, wie einer Maschine.
[0023] Erfindungsgemäß bevorzugt sind Kugelgewindetriebe, aufgrund der möglichen sehr präzisen
Positioniergenauigkeit und des geringeren Verschleiß aufgrund reduzierter Reibung.
[0025] Zwischen Gewindespindel und Gewindemutter befindet sich eine Anzahl von Kugeln, die
in Bewegung entlang einer spiralförmigen Laufrinne in der Oberfläche der Spindel und
einer hierzu korrespondierenden Laufrinne in der Innenfläche der Mutter axial bewegt
werden. Dadurch wird eine Drehbewegung der Gewindemutter in eine lineare Bewegung
der Gewindespindel und umgekehrt umgesetzt.
[0026] Erfindungsgemäß ist das zylinderförmige Bauteil selbst die Gewindespindel. Hierzu
ist auf der Außenfläche des zylinderförmigen Bauteils ein entsprechendes Gewinde aufgebracht
und auf dem zylinderförmigen Bauteil eine dazugehörige Gewindemutter aufgefädelt.
In diesem Fall ist die Gewindemutter der rotierende Teil des Gewindetriebs, der auf
beliebige Weise über einen Antrieb in Rotation versetzt wird. Die Rotationsbewegung
der Gewindemutter wird in eine Linearbewegung des zylinderförmigen Bauteils mit Gewinde
übertragen. Die Gewindemutter selbst ist derart gelagert, dass sie an einer Linearbewegung
gehindert ist.
Diese Ausgestaltung ist besonders vorteilhaft, da Kolbenverdichter und Gewindetrieb
eine kompakte, sozusagen integrale Baueinheit bilden, die besonders platzsparend ist.
[0027] Je nach Ausgestaltung kann sich das Gewinde über die gesamte Länge des zylinderförmigen
Bauteils oder aber auch nur über einen Teil davon erstrecken. Beispielsweise können
ein oder beide Endbereiche des zylinderförmigen Bauteils kein Gewinde aufweisen.
[0028] Die Gewindemutter selbst kann auf beliebige Art und Weise angetrieben werden. Der
Antrieb kann elektromotorisch, hydraulisch oder mechanisch sein. Der Antrieb kann
um die Gewindemutter angeordnet sein. Der Antrieb kann ein separates Bauteil sein,
das außerhalb, z. B. neben dem Gewindetrieb, angeordnet ist. Beispielsweise kann der
Antrieb ein seitlich angeflanschter Motor sein.
Die Drehbewegung der Mutter kann auf beliebige Art und Weise vermittelt werden, z.
B. mittels Riemen, Kette, Zahnrad etc.
[0029] Entsprechend einem herkömmlichen Kolbenverdichter bewegt sich das zylinderförmige
Bauteil, das die Gewindespindel bildet, zwischen zwei Umkehrpunkten hin und her, die
mit dem Ausgangs- beziehungsweise Endvolumen des Verdichtungsraumes korrelieren. Im
Zustand des Ausgangsvolumens hat der Verdichtungsraum sein größtes Volumen und im
Zustand des Endvolumens sein kleinstes Volumen. Dementsprechend ist der eine Umkehrpunkt
der Ausgangspunkt und der andere Umkehrpunkt der Endpunkt. Im Ausgangspunkt ragt der
Kolbenkopf typischerweise etwas in den Verdichtungsraum hinein und dichtet diesen
gegen die Umgebung ab.
[0030] Das Ausgangsvolumen ergibt sich aus der Querschnittsfläche des Verdichtungsraumes
und dem Abstand zwischen Boden des Verdichtungsraumes und Stirnfläche des Kolbens
am Ausgangspunkt. Der Abstand zwischen Boden des Arbeitsraumes und Stirnfläche des
Kolbens am Ausgangspunkt wird auch als wirksame axiale Zylinderhöhe bezeichnet.
[0031] Das Arbeitsvolumen des erfindungsgemäßen Kolbenverdichters kann damit auf einfache
Art und Weise durch die Veränderung der Lage des Bodens und damit des Abstandes zwischen
Boden und Stirnfläche des Kolbens, und/oder durch Veränderung des Durchmessers des
Verdichtungsraumes variiert werden.
[0032] Nachstehend wird anhand einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Kolbenverdichters
bei der das zylinderförmige Bauteil als Gewindespindel ausgestaltet ist und mindestens
einen Verdichtungsraum enthält, das Prinzip des erfindungsgemäßen Kolbenverdichters
näher beschrieben.
[0033] Der Verdichtungsraum kann eine Hülse sein, die in das Innere des zylinderförmigen
Bauteils eingebracht ist. Vorzugsweise ist die Hülse auswechselbar.
Der Außendurchmesser der Hülse ist an den Innendurchmesser des entsprechenden Hohlraums
in dem zylinderförmigen Bauteil angepasst. Da der Innendurchmesser sowie die Länge
der Hülse variieren können, erlaubt diese Ausführungsform auf einfache Art und Weise
eine Variation des Arbeitsvolumens der Verdichtungsräume.
[0034] Für die Kühlung können im Zylindermantel eine oder mehrere Längsbohrungen vorgesehen
sein, die sich von einem Ende des zylinderförmigen Bauteils ausgehend in Längsrichtung
erstrecken. Diese Längsbohrung dient zur Aufnahme eines Kühlrohres über das Kühlmittel
eingeleitet werden kann. Da der Durchmesser des Kühlrohres kleiner gewählt wird als
der Durchmesser der Längsbohrung, wird die Hin- und Herbewegung des zylinderförmigen
Bauteils nicht behindert.
[0035] Die Längsbohrung kann sich über die gesamte Länge des zylinderförmigen Bauteils erstrecken,
dabei kann an beiden Enden jeweils ein Kühlrohr vorgesehen sein.
[0036] Die Kühlrohre selbst sind feststehend und mit einer Zu- beziehungsweise Ableitung
für das Kühlmittel verbunden.
Die Kühlrohre haben vorzugsweise eine Länge, die im Wesentlichen der Tiefe des benachbarten
Verdichtungsraumes entspricht.
Der Verdichtungsraum kann von Kanälen umgeben sein, die mit dem Kühlrohr in Verbindung
stehen, so dass Kühlmittel um den Verdichtungsraum geführt werden kann.
Ist der Verdichtungsraum als einsetzbare Hülse ausgestaltet, kann in der Außenwandung
der Hülse eine spiralförmige Nut vorgesehen sein, die, wenn sie in das Zylinderrohr
eingesetzt ist, als Kühlmittelkanal wirkt.
[0037] Die mindestens eine Längsbohrung ist hier zwischen Zylinderhohlraum und Zylinderaußenfläche
vorgesehen. Durch die Hin- und Herbewegung des zylinderförmigen Bauteils werden die
oder das Kühlrohr ein- beziehungsweise ausgefahren.
[0038] Bei Bedarf können zur Abdichtung gegenüber der Umgebung Dichtungen vorgesehen sein,
die sich vorzugsweise im Bereich der Eintrittsstelle des Kühlrohres in die Längsbohrung
befinden.
[0039] Anstelle eines Kühlrohres kann auch ein Kühlschlauch verwendet werden.
[0040] Damit ist es möglich auch bewegte Teile eines Kolbenverdichters ausreichend zu kühlen.
[0041] Der Verdichtungskolben ist dem freien Ende des zylinderförmigen Bauteils mit Verdichtungsraum
gegenüberliegend angeordnet und ist relativ zu der Gewindespindel nicht beweglich.
Am Ausgangspunkt der Vorrichtung sollte der Kolbenkopf, zumindest teilweise, in das
offene Ende der Gewindespindel hineinragen und den Verdichtungsraum gegen die Umgebung
abdichten.
Vorzugsweise ist auch der Kolben mit einer Kühlung ausgestattet.
[0042] Für die Zufuhr von Fluid, das verdichtet werden soll, bzw. die Ableitung des verdichteten
Fluides können entsprechende Zufuhr- bzw. Abfuhrleitungen in dem Kolben vorgesehen
sein. Diese Leitungen münden vorzugsweise an der Stirnfläche des Kolbenkopfes in den
Verdichtungsraum. An den Mündungen können Ventile oder ähnliche Verschlüsse vorgesehen
sein, um ein Zurückströmen des Fluides bzw. ein vorzeitiges Entweichen des verdichteten
Fluides zu verhindern.
[0043] An den Ausgangspunkten, an denen das verdichtete Fluid den Verdichtungsraum verlässt,
können Sensoren zur Druck- und/oder Temperaturmessung des verdichteten Fluid vorgesehen
sein.
[0044] Die erfindungsgemäße Verdichtungseinheit kann von einem Gehäuse oder einer ähnlichen
Vorrichtung umgeben sein.
Das Gehäuse kann ganz oder teilweise geschlossen sein.
[0045] Die Gewindemutter kann in diesem Fall zweckmäßigerweise an der Gehäusewandung befestigt
sein, die sich entlang der Längsachse des zylinderförmigen Bauteils mit Gewinde erstreckt.
Der Kolben kann an einer Gehäusewand befestigt sein, die dem offenen Ende des zylinderförmigen
Bauteils mit Gewinde mit Verdichtungsraum gegenüberliegt. In der Gehäusewand an der
der Kolben befestigt ist, können Anschlussleitungen vorgesehen sein, die die Zufuhr-
bzw. Abfuhrleitung, die im Kolben verlaufen, mit der Umgebung verbinden. Vorzugsweise
ist der Gehäuseteil, an dem der Kolben angebracht ist, lösbar mit dem übrigen Gehäuse
verbunden. Dies ermöglicht ein einfaches Austauschen des Kolbens und Anpassung der
Kolbendimension an ein gegebenenfalls geändertes Arbeitsvolumens des dazugehörigen
Verdichtungsraumes.
[0046] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform weist der erfindungsgemäße Kolbenverdichter
an beiden Enden des zylinderförmigen Bauteils jeweils einen Kolben auf und das zylinderförmige
Bauteil ist in zwei Verdichtungsräume unterteilt, die durch eine Trennfläche im Inneren
des zylinderförmigen Bauteils voneinander getrennt sein können. Wird das zylinderförmige
Bauteil hin- und her bewegt, wird einmal der Verdichtungsraum an einem Ende verkleinert
und der Verdichtungsraum am anderen Ende vergrößert beziehungsweise umgekehrt. Diese
Ausführungsform erlaubt eine zweistufige Betriebsweise des Kolbenverdichters, indem
das Ausgangsvolumen des einen Verdichtungsraumes kleiner als das Ausgangsvolumen des
zweiten Arbeitsraumes gewählt wird.
[0047] Das in dem Verdichtungsraum mit größerem Ausgangsvolumen vorverdichtete Fluid kann
über eine Verbindung in der Trennfläche zur weiteren Verdichtung dem Verdichtungsraum
mit kleinerem Ausgangsvolumen zugeführt werden. Ein Zurückströmen des komprimierten
Fluides kann durch einen Verschluss in der Verbindung unterbunden werden. Geeignete
Verschlüsse sind Ventile wie Rückschlagventile und ähnliches wie sie bei herkömmlichen
Kolbenverdichtern gleichfalls eingesetzt werden und bekannt sind.
[0048] Im Betrieb sollte der Kolbenkopf am Ausgangspunkt zumindest soweit in die Öffnung
des Verdichtungsraumes hineinragen oder an diesen anschließen, so dass der Verdichtungsraum
gegen die Umgebung abgedichtet ist. Der Verdichtungsraum kann mit Zufuhr- beziehungsweise
Abfuhrleitungen für die Zufuhr von Fluid, das verdichtet werden soll, beziehungsweise
für die Ableitung des verdichteten Fluids versehen sein. An den Mündungen dieser Leitungen
in den Verdichtungsraum sind Ventile oder ähnliche Verschlüsse vorgesehen, um ein
Zurückströmen des Fluids beziehungsweise ein vorzeitiges Entweichen des komprimierten
Fluides zu verhindern.
[0049] Der erfindungsgemäße Kolbenverdichter ermöglicht eine große Variabilität des Arbeitsvolumens
bei wirksamer Kühlung. Insbesondere können die Stirnflächen der Kolben sowie die Böden
der Verdichtungsräume effektiv gekühlt werden, die die Zonen, beziehungsweise Bereiche
eines Kolbenverdichters sind, mit der höchsten Wärmeentwicklung.
[0050] Ein wesentlicher Vorteil des erfindungsgemäßen Kolbenverdichters ist, dass die lineare
Bewegung der Gewindespindel beziehungsweise der Gewindemutter und der Weg, den diese
dabei zurücklegen, ohne weiteres genau bestimmbar und einstellbar sind, sodass das
Verdichtungsvolumen sehr genau berechenbar ist. Beispielsweise kann die lineare Bewegung
des linear bewegten Teils durch Rotationsmessung des rotierenden Teils ermittelt werden,
da diese korrelieren. Weiter kann die lineare Bewegung des linear bewegten Teils direkt
gemessen werden. Beispielsweise können für die direkte Ermittlung der linearen Bewegung
sogenannte inkrementale Wegaufnehmer eingesetzt werden.
[0051] Somit ist es möglich, reproduzierbar festgelegte Volumina an verdichtetem Fluid auszustoßen,
und die Ausstoßvolumina einzustellen. Eine derartige Bestimmung der Ausstoßvolumina
ist mit herkömmlichen Kolbenverdichtern nicht oder nur schwer möglich, da hier die
Bewegung der Kolben und damit das Volumen des verdichteten Fluids nicht ohne Weiteres
ermittelbar ist.
[0052] Erfindungsgemäß ist auch eine präzise massegesteuerte Zudosierung an verdichtete
Fluid möglich, indem die Temperatur und der Druck des verdichteten Fluids bestimmt
werden. Hierfür können am Ausgangspunkt, das heißt der Stelle an der das verdichtete
Fluid den Verdichtungsraum verlässt, entsprechend Temperatur- und Drucksensoren vorgesehen
sein.
[0053] Der erfindungsgemäße Kolbenverdichter kann druckgesteuert betrieben werden. Hierfür
wird zum Beispiel am Ausgangspunkt der Druck des verdichteten Fluids gemessen und
der Betrieb des Kolbenverdichters über den Druck gesteuert, indem der ermittelte Druck
mit einem Sollwert verglichen wird.
[0054] Der erfindungsgemäße Kolbenverdichter kann für einen Kompressor oder eine Pumpe eingesetzt
werden.
[0055] Der erfindungsgemäße Kolbenverdichter kann auf vorteilhafte Weise für zahlreiche
Anwendungen eingesetzt werden, bei denen es insbesondere darauf ankommt definierte
Volumen beziehungsweise Massen an Fluid zuzudosieren, zum Beispiel Maschinenanlagen,
Werkzeuge etc.
[0056] Beispielsweise können Treibfluide für die Schäumungstechnologie wie Spritzguss, Blastechnik
und Extrusion zudosiert werden, sowie Kühlfluide und Schmierfluide.
[0057] Gemäß einer Ausführungsform können zwei oder mehr Kolbenverdichtereinheiten parallel
zum kombinierten Zudosieren von unterschiedlichen Fluiden betrieben werden, wie zum
Beispiel zum kombinierten Zudosieren von chemischen Treibfluid und physikalischen
Treibfluid oder kombinierten Zudosieren von Kühlfluid und Schmierfluid.
[0058] Ein Beispiel für eine konkrete Anwendung ist die Kühlung mit CO
2 von Schneidwerkzeugen und Spanen bei der spanenden Bearbeitung, wie zum Beispiel
Bohren, Fräsen, Drehen etc. Mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung ist eine exakte
und gleichmäßige Zudosierung von CO
2 als Kühlmittel möglich, sodass eine Erhitzung von Schneidwerkzeug und Span verhindert
wird. Dadurch ist eine Erhöhung der Vorschubleistung des Schneidwerkzeuges und Erhöhung
des Abtrags möglich. Aufgrund des verringerten Verschleißes des Schneidwerkzeugs kann
dessen Standzeit verlängert werden. Es wird eine verbesserte Qualität der Oberfläche
des Werkstückes erzielt, da eine Beeinträchtigung der Oberfläche des Werkstücks aufgrund
übermäßiger Erhitzung beim Abspanen nicht eintreten kann. Dies ist insbesondere bei
Kunststoffen ein Vorteil, da diese bei Erwärmung weich werden. Auch wurde beobachtet,
dass die Oberflächenspannung im Werkstück drastisch reduziert wird.
[0059] Besonders vorteilhaft ist die Zudosierung von Kühlmittel wie CO
2, zusammen mit einem Schmiermittel, wie zum Beispiel Ölen, Emulsionen etc.
[0060] Gemäß einer weiteren Ausgestaltung kann die Zudosierung an Fluid leistungsgesteuert
erfolgen. Beispielsweise erfordert eine höhere Leistung, die eine Werkzeugmaschine
aufbringen muss, in der Regel auch einen erhöhten Kühlbedarf und erhöhte Kühlmittelzufuhr.
[0061] Da die Leistung mit dem Stromverbrauch des Motors der Werkzeugmaschine korreliert,
wird über die Messung des Stromverbrauchs der Kühlmittelbedarf ermittelt und entsprechend
geregelt.
[0062] Eine weitere Anwendungsmöglichkeit ist das Befüllen von Airbagpatronen mit Gas. Bisher
musste der Füllzustand über Wiegen bestimmt werden um feststellen zu können, ob die
Patrone voll gefüllt ist.
Mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung ist es möglich, das für die Befüllung erforderliche
Gasvolumen durch entsprechende Einstellung des Kolbenverdichters definiert zuzudosieren.
[0063] Gemäß einer weiteren Ausgestaltung können zwei oder mehrere zylinderförmige Bauteile
mit einem Antrieb verbunden sein. Dadurch ist es möglich, simultan oder auch zeitlich
versetzt, je nach Anforderung, Fluidvolumina zu dosieren und verabzureichen. Beispielsweise
können 100 oder mehr zylinderförmige Bauteile gleichzeitig betrieben werden, um so
eine Verabreichung eines oder mehrerer Fluide über eine zum Beispiel größere Fläche
zu bewirken.
[0064] Gemäß einer weiteren Anwendungsform können zwei oder mehrere unterschiedliche Fluide
simultan zu dosiert werden. Hierzu können beispielsweise zwei oder entsprechend viele
erfindungsgemäße Apparaturen synchron geschaltet sein, so dass ein entsprechendes
Fluidgemisch zu einer Anwendung zu dosiert werden kann.
[0065] Wie aus der vorstehenden Beschreibung ohne weiteres ersichtlich ist, ermöglicht die
erfindungsgemäße Vorrichtung zahlreiche Varianten.
[0066] Nachfolgend wird die vorliegende Erfindung anhand der beigefügten Figuren näher erläutert.
Dabei zeigt
- Figur 1
- ein Beispiel für eine Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Kolbenverdichters, bei der
das zylinderförmige Bauteil als Gewindespindel wirkt und den Verdichtungsraum enthält,
und
- Figur 2
- eine weitere Ausgestaltung eines erfindungsgemäßen Kolbenverdichters mit seitlich
angeordnetem Antrieb.
[0067] Figur 1 zeigt ein Beispiel für eine Ausführungsform des erfindungsgemäßen Kolbenverdichters
mit zylinderförmigen Bauteil 1 und einem ersten Verdichtungsraum 2 und einem zweiten
Verdichtungsraum 3, die im Inneren des zylinderförmigen Bauteils 1 vorgesehen sind,
mit Öffnungen an den Enden des zylinderförmigen Bauteils.
[0068] Die in Figur 1 gezeigte Ausgestaltung ist mit einem Kugelgewindetrieb dargestellt,
wobei das zylinderförmige Bauteil 1 gleichzeitig als Kugelspindel ausgestaltet ist.
[0069] Den Enden des zylinderförmigen Bauteils 1 gegenüberliegend sind korrespondierend
zu dem ersten und zweiten Verdichtungsraum 2, 3 ein erster Kolben 4 und ein zweiter
Kolben 5 angeordnet.
[0070] Die Verdichtungsräume 2, 3 sind durch einen Trennbereich 6 voneinander abgetrennt,
der sich über die Querschnittsfläche des zylinderförmigen Bauteils 1 erstreckt, wodurch
die Verdichtungsräume 2, 3 voneinander und gegeneinander abgegrenzt sind.
[0071] In dem in der Figur 1 gezeigten oberen Teil des Kolbenverdichters befindet sich der
Kolben 4 in seiner Endposition mit kleinsten Volumen des Verdichtungsraumes 2. In
dem in der Figur 1 gezeigten unteren Teil des Kolbenverdichters ist der Kolben 5 in
seiner Ausgangsposition mit größtem Arbeitsvolumen des Verdichtungsraumes 3.
[0072] In der Ausgangsposition ragt der Kolben 5 zumindest teilweise in den Verdichtungsraum
3 hinein und dichtet den Verdichtungsraum 3 dadurch gegenüber der Umgebung ab. Der
Verdichtungsraum 3 hat in dieser Position seine maximale wirksame axiale Zylinderhöhe.
[0073] Zur besseren Dichtwirkung können in den Umfangflächen der Kolbenköpfe umlaufende
Nuten mit Dichtungen vorgesehen sein
[0074] In dem Ausführungsbeispiel gemäß Figur 1 ist der Kolbenverdichter von einem Gehäuse
7 umgeben.
Die Kolben 4, 5 sind mit einem Ende jeweils ortsfest an der den offenen Enden des
zylinderförmigen Bauteils 1 gegenüberliegenden Abschlussflächen 8, 9 des Gehäuses
7 befestigt. Mit ihrem anderen Ende erstrecken sie sich bis in das der jeweiligen
Abschlussfläche 8, 9 gegenüberliegende offene Ende des zylinderförmigen Bauteils 1.
[0075] Die Kolben 4, 5 weisen vorzugsweise eine Länge auf, die derart gewählt ist, dass
sie in ihrer Ausgangsposition die Abdichtung des dazugehörigen Verdichtungsraums bewirken
können.
Im Betrieb wird das zylinderförmige Bauteil 1 über die Kugelmutter 10 linear in axialer
Richtung hin und her bewegt. Hierfür hat das zylinderförmige Bauteil 1 in seiner äußeren
Mantelfläche eine Laufrinne 11 für die Kugeln. In der in der Figur gezeigten Ausführungsform
erstreckt sich die Laufrinne 11 über die gesamte Länge des zylinderförmigen Bauteils
1.
[0076] Die Kugelmutter 10, die das zylinderförmige Bauteil 1 umgibt, ist hier an den Seitenwänden
des Gehäuses 7 ortsfest befestigt.
[0077] Ein Antrieb 18 umgibt die Kugelmutter und versetzt diese in Rotation. Schematisch
ist als Antrieb ein Elektromotor dargestellt. Vorteilhafterweise ist der Antrieb 18
in das Gehäuse integriert.
[0078] In Folge der Rotation der Kugelmutter 10 wird das zylinderförmige Bauteil 1 in eine
lineare, hier Auf- und Abbewegung, versetzt.
[0079] In der Figur ist das zylinderförmige Bauteil 1 in seiner höchsten Position gezeigt.
[0080] Für die Fluidzufuhr und -abfuhr des komprimierten Fluides sind in den Kolben (4,
5) Leitungen (12, 13) vorgesehen, die in der Stirnfläche der Kolben (4, 5) münden.
Je nachdem, ob die Leitung der Fluidzufuhr (12) oder der Abfuhr (13) des komprimierten
Fluides dient, sind an den Mündungsenden der Leitungen entsprechende Ventile, wie
ein Einlassventil oder Auslassventil, vorgesehen.
[0081] Beispielsweise kann als Auslassventil ein Rückschlagventil oder ähnliches eingesetzt
werden.
[0082] Das Einlassventil kann beispielsweise ein Kugelrückschlagventil, ein Tellerfederventil,
ein Kegelsitzventil oder Lamellenventil sein.
[0083] Prinzipiell können Ein- beziehungsweise Auslassventile verwendet werden, wie sie
für handelsübliche Kolbenverdichter eingesetzt werden und bekannt sind.
[0084] Für die Kühlung sind zwei Längsbohrungen 14, 15 vorgesehen, die sich jeweils über
die gesamte Länge des zylinderförmigen Bauteils 1 erstrecken.
An beiden Enden einer Längsbohrung 14, 15 befindet sich ein Kühlrohr. Die Kühlrohre
haben hier vorzugsweise eine Länge, die so bemessen ist, dass sie sich zu dem Zeitpunkt
an dem der Kolben maximal in den benachbarten Verdichtungsraum eingreift, in einer
Position befinden, die in etwa der Eingriffstiefe des Kolbens entspricht. Die Kühlrohre
sind in der Figur durch Querstriche angedeutet, die das Ende des entsprechenden Kühlrohres
andeuten sollen, das sich in die Längsbohrung 14, 15 erstreckt.
Anstelle der Kühlrohre können auch Schläuche verwendet werden.
[0085] Um die Verdichtungsräume 2, 3 können Kanäle herum verlaufen, die mit den Kühlrohren
in Verbindung stehen, um eine Zirkulation des Kühlmittels um die Verdichtungsräume
herum zu ermöglichen.
[0086] Der oder die Verdichtungsräume 2, 3 können integraler Bestandteil des zylinderförmigen
Bauteils 1 sein und in dessen Korpus hineingearbeitet sein.
[0087] Gemäß einer Ausgestaltung können die Verdichtungsräume 2, 3 Hülsen sein, die als
Innenrohre in entsprechende Hohlräume in dem zylinderförmigen Bauteil 1 einsetzbar
und vorzugsweise auswechselbar sind. Das zylinderförmige Bauteil 1 kann ein Hohlzylinder
sein, in den die Hülsen eingesetzt werden können.
[0088] Durch Variation des Innendurchmessers der Hülsen und/oder der Höhe kann hierbei auf
einfache Art und Weise das Arbeitsvolumen der Verdichtungsräume 2, 3 in den Hülsen
variiert werden.
Entsprechend können bei Bedarf die Kolben ausgetauscht werden und Kolben mit unterschiedlichem
Durchmesser und/oder Länge eingesetzt werden.
[0089] Vorteilhafterweise sind die Abschlussflächen 8, 9 mit Kolben 4, 5 und darin befindlichen
Anschlussleitungen auswechselbar.
[0090] Bei dieser Ausgestaltung kann auf einfache Art und Weise in ein und demselben Kolbenverdichter
durch Austausch der Innenhülsen und/oder der Abschlussflächen das zur Verfügung stehende
Arbeitsvolumen des erfindungsgemäßen Kolbenverdichters variiert werden, ohne den kompletten
Kolbenverdichter auswechseln zu müssen.
[0091] Für eine zweistufige Arbeitsweise können die Verdichtungsräume 2, 3 ein unterschiedlich
großes Arbeitsvolumen aufweisen und über eine oder mehrere Verbindungsleitungen, die
zum Beispiel mit Einlass- bzw. Auslassventilen ausgerüstet sind, in Verbindung stehen.
Ein in dem Verdichtungsraum mit dem größeren Arbeitsvolumen vorverdichtetes Fluid
wird dann über die Verbindungsleitung in den Verdichtungsraum mit kleineren Volumen
zur weiteren Verdichtung eingespeist.
[0092] Die Position der Kugelmutter relativ zum zylinderförmigen Bauteil 1 sowie der Hub
des zylinderförmigen Bauteil 1 als Kugelspindel richten sich nach den jeweiligen Anforderungen
der konkreten Vorrichtung.
[0093] In der Figur 2 ist ein erfindungsgemäßer Kolbenverdichter gezeigt, der im Aufbau
im Wesentlichen der Ausgestaltung von Figur 1 entspricht. Allerdings ist hier der
Antrieb 18 außerhalb des Gehäuses 7 mit dem Kugelgewindetrieb angeordnet und an dieses
angeflanscht. Die Drehbewegung der Kugelmutter 10 wird über einen Riemen 19 vermittelt.
[0094] Der erfindungsgemäße Kolbenverdichter erlaubt zahlreiche Variationen. Die eine Kolbenseite
kann als Niederdrucksystem und die andere Kolbenseite als Hochdrucksystem ausgeführt
sein.
Es können in den Verdichtungsräumen unterschiedliche Medien gleichzeitig verdichtet
werden.
Beispielsweise kann auf der einen Seite eine Flüssigkeit und auf der anderen Seite
ein Gas verdichtet werden.
Insbesondere wenn als Verdichtungsräume auswechselbare Hülsen eingesetzt werden, ermöglicht
der erfindungsgemäße Kolbenverdichter eine Variation des zur Verfügung stehenden Arbeitsvolumens
für ein und dieselbe Vorrichtung. Ein Austausch der gesamten Vorrichtung ist nicht
erforderlich.
Bezugszeichenliste
[0095]
1. Zylinderförmiges Bauteil (als Kugelspindel ausgestaltet)
2. erster (oberer) Verdichtungsraum
3. zweiter (unterer) Verdichtungsraum
4. erster (oberer) Kolben
5. zweiter (unterer) Kolben
6. Trennbereich
7. Gehäuse
8. (obere) Abschlussfläche
9. (untere) Abschlussfläche
10. Kugelmutter
11. Laufrinne
12. Fluidzufuhr
13. Fluidabfuhr
14. Kühlmitteleingang
15. Kühlmittelausgang
18. Antrieb
19. Riemen
1. Kolbenverdichter zur Verdichtung von Fluiden mit Verdichtungsraum (2, 3) für die Verdichtung
und einem Verdichtungskolben (4, 5),
wobei für den Antrieb des Kolbenverdichters ein Gewindetrieb vorgesehen ist mit einem
zylinderförmigen Bauteil, das als Gewindespindel (1) ausgestaltet ist, und einer Gewindemutter
(10) zum Umsetzen einer Drehbewegung in eine lineare Bewegung,
dadurch gekennzeichnet,
dass in der Gewindespindel (1) an mindestens einem Ende eine Öffnung mit Verdichtungsraum
(2, 3) vorgesehen ist, und der Öffnung gegenüberliegend ein Kolben (4, 5) angeordnet
ist,
wobei durch die lineare Bewegung der Gewindespindel (1) der Verdichtungsraum (2, 3)
auf den Kolben (4, 5) aufschiebbar ist.
2. Kolbenverdichter nach Anspruch 1,
wobei in beiden Enden der Gewindespindel (1) jeweils ein offener Verdichtungsraum (2, 3)
vorgesehen ist, und beiden Verdichtungsräumen (2, 3) gegenüberliegend ein Kolben (4,
5) angeordnet ist, wobei durch die lineare Bewegung der Gewindespindel (1) die Verdichtungsräume
(2, 3) abwechselnd auf die Kolben (4, 5) zur Verdichtung aufschiebbar sind.
3. Kolbenverdichter nach einem der Ansprüche 1 oder 2,
wobei die Gewindespindel (1) ein Hohlzylinder ist, der ein Innenrohr aufweist, das den
mindestens einen Verdichtungsraum (2, 3) umgibt.
4. Kolbenverdichter nach Anspruch 3,
wobei das Innenrohr eine auswechselbare Hülse ist.
5. Kolbenverdichter nach Anspruch 4,
wobei in beiden Enden der Gewindespindel (1) eine auswechselbare Hülse als Verdichtungsraum
(2, 3) angeordnet ist.
6. Kolbenverdichter nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei der Kolbenverdichter zwei Verdichtungsräume (2, 3) aufweist, die ein unterschiedlich
großes Arbeitsvolumen haben.
7. Kolbenverdichter nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei der oder die Verdichtungsräume (2, 3) und/oder der oder die Kolben (4, 5) ein Kühlsystem
(14, 15) aufweisen.
8. Kolbenverdichter nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei der Kolbenverdichter von einem ganz oder teilweise geschlossenem Gehäuse (7) umgeben
ist.
9. Kolbenverdichter nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei der Gewindetrieb ausgewählt ist unter einem Kugelgewindetrieb, Rollengewindetrieb,
Planetenwälzgewindetrieb und Trapezgewindetrieb.
10. Kolbenverdichter nach Anspruch 9,
wobei der Gewindetrieb ein Kugelgewindetrieb ist.
11. Kolbenverdichter nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei zwei oder mehrere Gewindespindeln (1) mit einem Antrieb verbunden und gleichzeitig
betrieben werden.
12. Verwendung eines Kolbenverdichters nach einem der vorhergehenden Ansprüche zum Dosieren
von Fluiden,
wobei die Dosierung volumengesteuert, massegesteuert, leistungsgesteuert und / oder druckgesteuert
erfolgt.
13. Verwendung eines Kolbenverdichters nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei zwei oder mehr unterschiedliche Fluide simultan zu dosiert werden.
1. Piston compressor for the compression of fluids having a compression chamber (2, 3)
for the compression process and a compression piston (4, 5), wherein, for the purposes
of driving the piston compressor, there is provided a screw drive having a cylindrical
component which is in the form of a threaded spindle (1) and a threaded nut (10) for
converting a rotary movement into a linear movement,
characterized in
that an opening with a compression chamber (2, 3) is provided in the threaded spindle
(1) at at least one end, and a piston (4, 5) is arranged opposing the opening,
wherein the compression chamber (2, 3) is slideable on the piston (4, 5) by the linear movement
of the threaded spindle (1).
2. A piston compressor in accordance with Claim 1,
wherein a respective open compression chamber (2, 3) is provided in both ends of the threaded
spindle (1) and a piston (4, 5) is arranged opposing both compression chambers (2,
3), wherein, for the compression process, the compression chambers (2, 3) are slideable
on the pistons (4, 5) in alternating manner by the linear movement of the threaded
spindle (1).
3. A piston compressor in accordance with either of the Claims 1 or 2,
wherein the threaded spindle (1) is a hollow cylinder which comprises an inner tube that
surrounds the at least one compression chamber (2, 3).
4. A piston compressor in accordance with Claim 3,
wherein the inner tube is a replaceable sleeve.
5. A piston compressor in accordance with Claim 4,
wherein a replaceable sleeve serving as a compression chamber (2, 3) is arranged in both
ends of the threaded spindle (1).
6. A piston compressor in accordance with any of the preceding Claims,
wherein the piston compressor comprises two compression chambers (2, 3) which have working
volumes of a different size.
7. A piston compressor in accordance with any of the preceding Claims,
wherein the compression chamber or the compression chambers (2, 3) and/or the piston or the
pistons (4, 5) comprise a cooling system (14, 15).
8. A piston compressor in accordance with any of the preceding Claims,
wherein the piston compressor is surrounded by a totally or partially closed housing (7).
9. A piston compressor in accordance with any of the preceding Claims,
wherein the screw drive is selected from a ball screw drive, a roller screw drive, a planetary
roller screw drive and a trapezoidal screw drive.
10. A piston compressor in accordance with Claim 9,
wherein the screw drive is a ball screw drive.
11. A piston compressor in accordance with any of the preceding Claims,
wherein two or more threaded spindles (1) are connected to one drive and are operated simultaneously.
12. Use of a piston compressor in accordance with any of the preceding Claims for dosing
out fluids,
wherein the dosage process is effected in volume-controlled, mass-controlled, power-controlled
and/or pressure-controlled manner.
13. Use of a piston compressor in accordance with any of the preceding Claims,
wherein two or more different fluids are dosed simultaneously.
1. Compresseur à piston pour comprimer des fluides avec une chambre de compression (2,
3) pour la compression et un piston de compression (4, 5), dans lequel, pour l'entraînement
du compresseur à piston, un mécanisme de vis-écrou est prévu avec une pièce cylindrique,
qui est conçue en tant que vis (1), et un écrou fileté (10) pour convertir un mouvement
rotatif en un mouvement linéaire,
caractérisé en ce
qu'une ouverture avec la chambre de compression (2, 3) est prévue à au moins une extrémité
dans la vis (1), et un piston (4, 5) est disposé à l'opposé de l'ouverture,
dans lequel la chambre de compression (2, 3) peut être poussée sur le piston (4, 5) par le mouvement
linéaire de la vis (1).
2. Compresseur à piston selon la revendication 1,
dans lequel respectivement une chambre de compression (2, 3) ouverte est prévue dans les deux
extrémités de la vis (1), et un piston (4, 5) est disposé à l'opposé des deux chambres
de compression (2, 3), dans lequel, par le mouvement linéaire de la vis (1), les chambres
de compression (2, 3) sont poussées alternativement sur les pistons (4, 5) pour la
compression.
3. Compresseur à piston selon l'une quelconque des revendications 1 ou 2,
dans lequel la broche filetée (1) est un cylindre creux, qui présente un tube intérieur, qui
entoure la au moins une chambre de compression (2, 3).
4. Compresseur à piston selon la revendication 3,
dans lequel le tube intérieur est une douille interchangeable.
5. Compresseur à piston selon la revendication 4,
dans lequel une douille interchangeable en tant que chambre de compression (2, 3) est disposée
dans les deux extrémités de la vis (1).
6. Compresseur à piston selon l'une quelconque des revendications précédentes,
dans lequel le compresseur à piston présente deux chambres de compression (2, 3), qui ont un
volume de travail de taille différente.
7. Compresseur à piston selon l'une quelconque des revendications précédentes,
dans lequel la ou les chambres de compression (2, 3) et/ou le ou les pistons (4, 5) présentent
un système de refroidissement (14, 15).
8. Compresseur à piston selon l'une quelconque des revendications précédentes,
dans lequel le compresseur à piston est entouré par un carter (7) entièrement ou partiellement
fermé.
9. Compresseur à piston selon l'une quelconque des revendications précédentes,
dans lequel le mécanisme de vis-écrou est choisi parmi un mécanisme de vis-écrou à billes, mécanisme
de vis-écrou à galets, mécanisme de vis-écrou à roulement planétaire et mécanisme
de vis-écrou trapézoïdal.
10. Compresseur à piston selon la revendication 9,
dans lequel le mécanisme de vis-écrou est un mécanisme de vis-écrou à billes.
11. Compresseur à piston selon l'une quelconque des revendications précédentes,
dans lequel deux vis (1) ou plus sont reliées à un entraînement et fonctionnement simultanément.
12. Utilisation d'un compresseur à piston selon l'une quelconque des revendications précédentes
pour le dosage de fluides,
dans laquelle le dosage s'effectue de manière commandée par le volume, commandée par la masse,
commandée par la puissance et/ou commandée par la pression.
13. Utilisation d'un compresseur à piston selon l'une quelconque des revendications précédentes,
dans lequel deux fluides différents ou plus sont ajoutés de manière dosée simultanément.