[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Absturzsicherung von Personen umfassend
ein Gurtzeug mit Armschlaufen und Beinschlaufen, wobei am Gurtzeug, insbesondere an
den Armschlaufen wenigstens eine erste Sicherungsöse angeordnet ist, an welcher ein
Fangseil anbringbar bzw. angebracht ist, insbesondere wobei die wenigstens eine erste
Sicherungsöse im Rückenbereich, bevorzugt im Nackenbereich der weiterhin bevorzugt
dort gekreuzten Armschlaufen angeordnet ist.
[0002] Ein solches Gurtzeug kann z.B. eine Gurtkonstruktion aufweisen, bei der zwei Armschlaufen
und zwei Beinschlaufen vorgesehen sind, wobei eine Armschlaufe und eine Beinschlaufe
auf einer jeweiligen Körperseite in der Gurtführung, insbesondere durch Kreuzung eines
Gurtes im seitlichen Körperbereich ineinander übergehen. Arm- und Beinschlaufe einer
jeweiligen Körperseite können so z.B. durch eine im Wesentlichen 8-förmige Führung
eines Gurtes realisiert sein.
[0003] Dabei muss nicht zwingend ein in sich einstückiger Gurt eine solche gekreuzte Schlaufe
bilden, sondern es kann auch eine Zusammensetzung aus mehreren verbundenen Gurtstücken
vorliegen. Z.B. kann für einen Armschlaufenbereich und einen Beinschlaufenbereich
auf einer jeweiligen Körperseite jeweils ein separates Gurtstück verwendet werden,
die miteinander verbunden sind, z.B. durch lösbare Verbinder.
[0004] Andere Konstruktionen gängiger Gurtzeuge können auch einen Hüftgurt und/oder Brustgurt
vorsehen, insbesondere der die Verbindung von Armschlaufen und Beinschlaufen und/oder
die Verbindung der Gurte von einer Körperseite zur anderen vornimmt. Z.B. können zwei
Armschlaufen mit einem Hüftgurt und auch zwei Beinschlaufen mit diesem Hüftgurt verbunden
sein.
[0005] Die jeweiligen Verbindungen zwischen den Schlaufen und einem Hüftgurt können z.B.
ebenfalls über Gurte erfolgen.
[0006] Die Erfindung ist grundsätzlich mit jeder Art von Gurtzeug einsetzbar, welches wenigstens
ein Paar von Armschlaufen und Beinschlaufen aufweist unabhängig davon, wie deren Verbindung
untereinander erfolgt.
[0007] Die Positionsangabe "im Rückenbereich" oder "im Nackenbereich" bezieht sich auf die
Bezeichnung der Position der wenigstens einen Öse, wenn das Gurtzeug von einer Person
korrekt und ordnungsgemäß angelegt wurde. Dies gilt auch für noch folgende Ortsangaben.
Andere Orts- oder Richtungsangaben beziehen sich auf eine stehende Person oder eine
hängende Person mit nach oben weisendem Kopf und nach unten weisenden Füßen.
[0008] Unter einem Hüftgurt wird ein Gurt verstanden, den eine Person um die Hüfte herumlegen
kann. Ein solcher Gurt kann öffenbar und schließbar und in der Umfangslänge einstellbar
sein. Analoges gilt für einen evtl. Brustgurt. Insbesondere eine Umfangslängeneinstellbarkeit
kann auch bei den Schlaufen von Armen und/oder Beinen vorgesehen sein.
[0009] Unter einer Sicherungsöse wird weiterhin jegliches Element verstanden, das geeignet
ist, eine Verbindung zwischen Fangseil und Gurtzeug, bzw. auch dem später beschriebenen
erfindungsgemäßen Halteseil herzustellen. Z.B. kann ein Metallring, eine Gurtschlaufe
oder auch ein Karabinerhaken eine solche Sicherungsöse bilden.
[0010] Vorrichtungen dieser Art sind im Stand der Technik bekannt und werden eingesetzt,
um in Höhen arbeitende Personen vor einem Absturz zu sichern, nämlich dadurch, dass
ein Fangseil an einem seiner Enden an wenigstens einer ersten Sicherungsöse des Gurtzeugs
befestigt wird und mit dem anderen Ende an einem ortsfesten Sicherungselement. So
ist eine arbeitende Person praktisch angeseilt und zieht das Fangseil bei der Arbeit
hinter sich her. Da das Fangseil bevorzugt im oberen Rücken- bzw. Nackenbereich am
Gurtzeug befestigt ist stört es nicht weiter im vor der Person liegenden Arbeitsbereich.
[0011] Stürzt eine Person z. B. bei Arbeiten in Höhen ab, so wird das Seil gestrafft, gegebenenfalls
unter Ausnutzung einer dämpfenden Wirkung eines im Seil angeordneten Dämpfungselementes,
so dass die in dem Gurtzeug eingegurtete Person durch das sich straffende Seil aufgefangen
wird und hiernach am Fangseil hängt, idealerweise ohne sich verletzt zu haben.
[0012] Die Anordnung bzw. Befestigung des Fangseiles am Gurtzeug ist bei solchen Absturzsicherungen
bevorzugt derart gewählt, dass das Seil an der vorgenannten wenigstens einen ersten
Öse in einem Nacken- oder Schulterbereich des Gurtzeuges eingreift, so dass sich die
abrupte Bremskraft sowie auch die durch das freie Hängen erzeugte Gewichtskraft sowohl
über die Armschlaufen als auch die beiden Beinschlaufen, ggfs. auch über Brust und/oder
Hüftgurt auf den Körper der hängenden Person übertragen wird. Durch diese Kraftübertragung
auf mehrere Körperbereiche der Person wird im Wesentlichen vermieden, dass die Person
bei einem Absturz körperlichen Schäden davonträgt.
[0013] Es wird hierdurch auch sichergestellt, dass die Abbremsung der fallenden Person im
Wesentlichen in einer aufrechten Lage der Person erfolgt. Durch das rückwärtige Eingreifen
der wenigstens einen Sicherungsöse im Rücken- bzw. Nacken- oder Schulterbereich wird
auch sichergestellt, dass beim Abbremsen des Falls der Kopf im Halsbereich nicht nach
hinten knicken kann, sondern nur nach vorne mit dem Kinn in Richtung zur Brust.
[0014] Absturzsicherungen können zwar verhindern, dass eine Person durch Absturz unmittelbar
zu Tode kommt, es ergibt sich jedoch weiterhin das Problem, dass nach einer längeren
Zeit des Hängens am Fangseil, üblicherweise spätestens nach 20 min., ein orthostatischer
Schock bzw. ein sogenanntes Hängetrauma auftritt, was bei der Person ebenso zum Tode
führen kann. Bei Verwendung solcher bekannten Absturzsicherungen ist es daher zwingend
nötig, eine hängende Person sehr kurzfristig aus der hängenden Lage durch Rettung
zu befreien, um ein solches Hängetrauma und damit einhergehende gesundheitliche Beeinträchtigungen
und gar den Tod zu vermeiden.
[0015] Solche Rettungsmaßnahmen können jedoch nicht in allen Fällen in der notwendigen kurzen
Zeit durchgeführt werden, insbesondere wenn beispielsweise erst Höhenretter zum Einsatzort
gebracht werden müssen.
[0016] Es ist daher Aufgabe der Erfindung, eine Absturzsicherung mit einem Gurtzeug der
eingangs genannten Art derart weiterzubilden, dass eine hängende Person gegen das
Auftreten eines Hängetraumas geschützt werden kann. Demnach ist es auch eine weitere
Aufgabe der Erfindung ein Verfahren zur Vermeidung eines Hängetraumas bereitzustellen,
mit dem eine Person unter Nutzung einer Absturzsicherung mit einem Gurtzeug der eingangs
genannten Art vor dem Eintritt eines Hängetraumas bewahrt werden kann.
[0017] Gemäß der Erfindung wird diese Aufgabe dadurch gelöst, dass im vorderen Bereich des
Gurtzeuges, wenigstens eine zweite Sicherungsöse angeordnet ist, an der ein Halteseil
befestigbar bzw. befestigt ist und am Gurtzeug, insbesondere oberhalb eines evtl.
Hüftgurtes, insbesondere an wenigstens einer der Armschlaufen, ein Halteelement angeordnet
ist, mit dem das Halteseil im durch das Gewicht einer Person unbelasteten Zustand
nah zum Gurtzeug, insbesondere das Gurtzeug, bevorzugt wenigstens eine Armschlaufe
kontaktierend in einer Haltelage haltbar bzw. gehalten ist und im durch das Gewicht
einer Person belasteten Zustand aus der Haltelage lösbar ist.
[0018] In einem Verfahren zur Vermeidung eines Hängetraumas bei einer Person, die mit einer
ein Gurtzeug aufweisenden Absturzsicherung abgestützt ist und mittels des Gurtzeugs
an einem Fangseil hängt, welches an einem im Nacken der hängenden Person angeordneten
Bereich des Gurtzeuges befestigt ist, so dass die Person sowohl in den Arm- als auch
in den Beinschlaufen des Gurtzeuges hängt, kann es somit erfindungsgemäß vorgesehen
sein, insbesondere unter Einsatz der vorbeschriebenen Vorrichtung, dass ein zum Fangseil
separates und insbesondere zum Fangseil (zumindest oberhalb des Körpers) parallel
verlaufendes Halteseil, welches an einem im vorderen Bereich der hängenden Person
angeordneten Gurtteil des Gurtzeuges befestigt ist, nach dem Absturz gestrafft wird
und hierdurch das Fangseil von der Gewichtskraft der Person entlastet und das Halteseil
durch die Gewichtskraft der Person belastet wird, so dass die Person in eine in Beinschlaufen
des Gurtzeuges sitzende Position überführt wird.
[0019] Der genannte vordere Bereich des Gurtzeuges kann bei der Vorrichtung sowie auch dem
Verfahren gebildet sein durch einen Gurtbereich des Gurtzeugs der auf der vorderen
Körperseite der Person verläuft, z.B. durch den vorderen Hüft- oder Bauchbereich eines
Hüftgurtes, insbesondere des einzigen oder eines von zwei Hüftgurten des Gurtzeuges
oder durch einen Bereich vorne an einem Brustgurt oder einen Bereich vorne an einer
oder beiden Armschlaufen.
[0020] Als vordere Körperseite wird dabei jeder Teil des Körpers verstanden, der in Geradeaus-Blickrichtung
vor dem Körperschwerpunkt, insbesondere vor der anatomischen Frontalebene des Körpers
liegt, so dass durch das Umverteilen der Körperlast vom Fangseil auf das Halteseil
automatisch eine Drehung des Körpers der Person so erfolgt, dass der Kopf nach hinten
und die Füße nach vorne umverlagert werden.
[0021] Sowohl bei dem Verfahren als auch bei der Vorrichtung ist es wesentlich, dass zusätzlich
zu einem Fangseil, welches vorgesehen ist, den Absturz einer Person abzufangen, noch
ein weiteres Halteseil verwendet wird, das ebenso am Gurtzeug befestigt ist und beispielsweise
zumindest oberhalb der Person parallel zum Fangseil verläuft, welches jedoch in seiner
Länge oder Nachführung so gewählt ist, dass es trotz einer Befestigung oder Umlenkung
z. B. am gleichen Sicherungsort wie das Fangseil bei einem Absturz den Sturz selbst
nicht abfängt, also hierdurch nicht gestrafft wird, demnach also zunächst bei einem
Absturz oder nach einem Absturz dieses Seil durch die Gewichtskraft der Person nicht
belastet ist.
[0022] Ein solches Seil wird gemäß der vorbeschriebenen Vorrichtung mit einem Halteelement
so am Gurtzeug befestigt, dass es nahe zum Gurtzeug bzw. nahe zum Körper der das Gurtzeug
tragenden Person festgelegt ist, z. B. das Gurtzeug, insbesondere eine Armschlaufe
oder beide Armschlaufen hierbei kontaktiert und hierdurch eine Haltelage aufweist,
in der dieses zusätzliche zweite Seil eine Person bei der Arbeit nicht stört, da es
trotz einer Anordnung vor dem Bauch-/Brustbereich der Person nicht in den Arbeitsbereich
z. B. in den Arbeitsbereich der durch die Hände der Person erreichbar ist hineingelangt,
weil es in der Haltelage nahe zum Gurtzeug, also körpernah festgehalten wird.
[0023] Ein solches Halteseil ist demnach während der Arbeit und auch nach einem erfolgten
Absturz zunächst völlig passiv an der Vorrichtung zur Absturzsicherung angeordnet.
[0024] Erst nachdem eine Person abgestürzt ist, ist es nach dem erfindungsgemäßen Verfahren
vorgesehen, dass dieses zusätzliche Halteseil gestrafft wird, beispielsweise dadurch,
dass es durch eine Winde oder durch eine weitere Person eingeholt wird oder auch durch
die abgestürzte Person selbst gestrafft wird, so dass sich hierdurch das Gewicht der
Person, welches zunächst vom Fangseil abgefangen ist, sodann auf das Halteseil überträgt
und hierdurch das Halteseil aus der vorherigen Haltelage herausgelöst wird.
[0025] Eine Person kann das Halteseil z.B. selbst straffen, wenn ein oberer, also von der
Person nach oben weggeführter Seilabschnitt des Halteseiles an wenigstens einer über
der Person angeordneten Umlenkrolle, die z.B. ortsfest angeordnet ist, zur Person
zurückgeführt wird. So kann sich die Person selbst am Halteseil hochziehen, was besonders
einfach ist, wenn die Umlenkung nicht nur durch eine einzige Umlenkrolle, sondern
durch eine untersetzende Flaschenzugkonstruktion erfolgt.
[0026] Erst nach einem erfolgten Absturz wird demnach das Halteseil aktiv verwendet, wobei
es gemäß einer bevorzugten Ausführung der Vorrichtung vorgesehen sein kann, dass das
Halteelement so ausgebildet ist, dass das Halteseil bei einer Belastung durch das
Gewicht einer Person aus der Haltelage freigegeben wird durch eine Ablösung des Halteelementes
vom Gurtzeug, insbesondere von einer Armschlaufe oder durch Freigeben des Halteseiles
aus dem Halteelement, welches das Halteseil z.B. bereichsweise umschließt.
[0027] Beispielsweise kann es hierfür vorgesehen sein, dass das Halteelement schlauch- oder
hülsenförmig ausgebildet ist, so dass das Halteseil durch das Halteelement hindurchgeführt
werden kann, wobei das Halteelement beispielsweise aus einem Textil ausgeführt sein
kann und wobei die Verbindung des Halteelementes zum Gurtzeug oder aber der Schlauch-
bzw. der Hülsenmantel des Halteelementes eine Sollbruchstelle aufweist, die unter
der Belastung des Gewichts einer Person aufbricht, z.B. ein Klettverschluß. So wird
sichergestellt, dass das Halteseil sich aus der Haltelage herauslöst, wenn die Gewichtskraft
einer Person auf das Halteseil einwirkt, so dass die Gewichtskraft der Person sodann
über die wenigstens eine zweite Sicherungsöse auf das Halteseil übertragen wird und
aufgrund der Tatsache, dass die Sicherungsöse im vorderen Gurtbereich angeordnet ist,
die Person sodann von der zunächst im Nacken hängenden Lage in eine sitzende Lage
überführt wird, insbesondere in welcher die Person zumindest auch oder sogar ausschließlich
in Beinschlaufen des Gurtzeuges sitzt. Solche Beinschlaufen, welche die Person in
der sitzenden Lage halten können auch nachträglich nach einem Absturz z.B. von der
abgestürzten Person selbst am Gurtzeug befestigt werden.
[0028] Hierdurch kann wirksam ein orthostatischer Schock und somit das sogenannte Hängetrauma
vermieden werden, da die sitzende Lage einer für die Person anatomisch günstigen Lage
entspricht, in der keine Gefäßabschnürung oder Blutversackung auftritt.
[0029] Die erfindungsgemäße Vorrichtung kann weiter bevorzugt vorsehen, dass das schlauch-
oder hülsenförmige Halteelement sich längs eines vorderen, brustseitigen Gurtabschnittes
einer Armschlaufe erstreckt, insbesondere wenn das Halteseil durch das Halteelement
bis zur oder zumindest bis in die Nähe der ersten Sicherungsöse geführt ist.
[0030] So wird das Halteseil zwar über den Bauch -und Brustbereich einer das Gurtzeug tragenden
Person geführt, befindet sich hier jedoch, solange es nicht aktiv wird, in der vorgenannten
Haltelage und stört nicht im Arbeitsbereich der Person und kann sodann, z.B. ab der
ersten Sicherungsöse, an welcher das Fangseil befestigt ist, im Wesentlichen parallel
zu diesem zu einer Befestigungsstelle geführt werden, insbesondere zu derjenigen,
an der auch das Fangseil befestigt ist oder in deren Nähe.
[0031] Eine solche Haltevorrichtung kann z.B. durch ein Schulterpolster gebildet werden,
dass um eine oder beide Armschlaufen herumgelegt werden kann. Ein solches Schulterpolster
kann in Umfangsrichtung um die jeweilige Armschlaufe herumgelegt und verschlossen
werden, z.B. durch einen Klettverschluß. So wie eine Armschlaufe kann demnach auch
das Halteseil in dieses Polster eingelegt und dieses hiernach verschlossen werden.
Durch die Belastung des Halteseiles mit der Gewichtskraft der Person wird es aus dem
Schulterpolster durch automatisches Aufreissen des Klettverschlusses herausgezogen.
[0032] Die erfindungsgemäße Vorrichtung kann in einer möglichen Ausführung vorsehen, dass
es nur ein Paar von Armschlaufen und ein Paar von Beinschlaufen am Gurtzeug gibt,
insbesondere die ggfs. durch einen Hüftgurt verbunden sind, wobei sodann die wenigstens
eine Sicherungsöse im Nackenbereich der bevorzugt dort gekreuzten Armschlaufen dieses
Gurtzeuges angeordnet ist und die wenigstens eine zweite Sicherungsöse an im vorderen
Hüft- bzw. Bauchbereich oder Brustbereich der Person am Gurtzeug befestigt ist, bevorzugt
am Hüftgurt, weiter bevorzugt körpermittig, also insbesondere in der anatomischen
Sagittalebene.
[0033] Die Erfindung kann auch vorsehen, dass sich das Halteseil an seinem unteren zur Person
weisenden Ende in zwei Seilstücke aufspaltet, die zu beiden Seiten der Sagittalebene
der Person am Gurtzeug, aber immer noch im vorderen Bereich, also vor dem Schwerpunkt
bzw. vor der anatomischen Frontalebene am Gurtzeug befestigt sind. Z.B. kann die Befestigung
der unteren Enden beider Seilstücke seitlich an jeweiligen zweiten Sicherungsösen
an einem Hüftgurt oder auch vorne im Brustbereich beider Armschlaufen erfolgen. Bevorzugt
ist der Ort der Aufspaltung des Halteseiles so gelegen, dass dieser Ort in der sitzend
nach einem Absturz gehaltenen Position der Person über dem Kopf liegt. Die Aufspaltung
kann durch einen bevorzugt starren Bügel realisiert sein, an dem mittig der obere
Abschnitt des Halteseiles befestigt ist und an dessen äußeren Enden die beiden Seilstücke
des unteren Abschnittes des Halteseiles befestigt sind. So kann durch den Bügel ein
Abstand zwischen den Seilstücken bewirkt werden, bevorzugt ein solcher, dass der Kopf
einer Person durch diesen Abstandsbereich zwischen den Seilstücken hindurchpasst.
[0034] Die Vorrichtung kann jedoch auch vorsehen, dass das Gurtzeug zweiteilig ausgebildet
ist und ein erstes Gurtzeugteil sowie ein zweites Gurtzeugteil umfasst, insbesondere
die miteinander verbunden werden können, z.B. durch Gurte, wobei das erste Gurtzeugteil
einen ersten Hüftgurt, zwei mit dem ersten Hüftgurt verbundene Armschlaufen und ein
erstes Paar von zwei mit dem ersten Hüftgurt verbundenen Beinschlaufen aufweist, wobei
an den Armschlaufen dieses ersten Gurtzeugteiles die wenigstens eine erste Sicherungsöse
angeordnet ist.
[0035] Ein solches erstes Gurtzeugteil kann grundsätzlich einer dem Stand der Technik bekannten
Absturzsicherung entsprechen. Erfindungsgemäß kann nun das zweite Gurtzeugteil einen
zweiten Hüftgurt und ein zweites Paar von zwei mit dem zweiten Hüftgurt verbundenen
Beinschlaufen aufweisen, wobei am zweiten Hüftgurt oder dem zweiten Paar von Beinschlaufen
die wenigstens eine zweite Sicherungsöse angeordnet ist, an welcher das Halteseil
befestigbar bzw. befestigt ist.
[0036] Eine solche Ausbildung des Gurtzeuges aus zwei Gurtzeugteilen hat den Vorteil, dass
die beiden Gurtzeugteile jeweils separat an ihre jeweilige Funktion optimal angepasst
werden können, nämlich das erste Gurtzeugteil an die Funktion, einen Fall einer abstürzenden
Person abzufangen und die Kräfte optimal auf den Körper der fallenden Person zu verteilen,
wobei das zweite Gurtzeugteil in der Ausbildung von Hüftgurt und Beinschlaufen dahingehend
optimiert sein kann, eine besonders anatomisch günstige Sitzposition mit diesem Gurtzeugteil
einer Person zu erzielen, die über die zweite Sicherungsöse am Halteseil nach dessen
Aktivierung hängt. Das zweite Gurtzeugteil kann hier auch als Nachrüstprodukt angeboten
werden, um bestehende Gurtzeuge mit der erfindungsgemäßen Funktion nachrüsten zu können.
[0037] Eine bevorzugte Ausführung, welche die Ausführung des aufgeteilten Haltseiles aufgreift
kann vorsehen, dass das Halteseil mehrteilig ausgebildet ist mit einem oberen Seilabschnitt
und einem dem Gurtzeug zugewandten unteren Seilabschnitt, wobei der untere Seilabschnitt
zwei nebeneinander, insbesondere parallel mit Abstand verlaufende, bevorzugt elastisch
flexible Seilstücke umfasst, die mit dem oberen Seilabschnitt, insbesondere über einen
den Abstand definierenden Bügel, verbunden sind, wobei die unteren Enden der Seilstücke
über jeweils eine zweite Sicherungsöse mit einem vorderen Bereich des Gurtzeuges,
bevorzugt dem vorderen Bereich der Armschlaufen verbunden sind.
[0038] Die zweiten Sicherungsösen können hier so ausgebildet sein, dass die Gurte der Armschlaufen
an diesen befestigt werden können, z.B. dadurch, dass ein Gurtstück einer jeweiligen
Armschlaufe zu einer Schlaufe gebogen wird und diese durch die Ausnehmung der Sicherungsöse
hindurchgeführt wird. Hiernach kann ein Querriegel durch die gebildete Gurtschlaufe
geführt werden, der das Zurückziehen der Schlaufe aus der Sicherungsöse verhindert.
[0039] Die Erfindung kann vorsehen, dass nur die bevorzugt elastischen Seilstücke des unteren
Seilabschnittes des mehrteiligen Halteseiles in dem Halteelement gehalten sind, insbesondere
jeweils in einem zur jeweiligen Armschlaufe eigenen Bereich des Halteelementes. Der
eingangs genannte Bügel kann in der nicht aktiven Lage des Halteseile z.B. im Nackenbereich
angeordnet sein.
[0040] An jedem der Seilstücke kann z.B. über einen Zwischengurt eine separate Beinschlaufe
befestigt oder zumindest befestigbar sein, insbesondere der Zwischengurt lösbar an
einem Verbinder des jeweiligen Seilstückes befestigbar sein. So müssen die Beinschlaufen,
die zum sitzenden Halten der abgestürzten Person genutzt werden, nicht bereits anfänglich
am Gurtzeug angeordnet sein, sondern können dort erst angebracht werden, wenn ein
Absturz erfolgt ist.
[0041] Die Erfindung hat den Vorteil, dass durch ein separates Bereitstellen eines solchen
zuvor beschrieben unteren Seilabschnittes, der vorgesehen ist mit einem oberen Seilabschnitt
zur Ausbildung eines mehrteiligen Halteseiles verbunden zu werden, ebenso eine einfache
Nachrüstung für bestehende Gurtzeuge möglich wird, um eine erfindungsgemäße Vorrichtung
auszubilden.
[0042] Ein solcher Nachrüstsatz für Gurtzeuge kann zusätzlich zu einem solchen unteren Seilabschnitt
auch ein Halteelement und/oder ein einfaches Seil als oberen seilabschnitt umfassen,
um insgesamt eine erfindungsgemäße Vorrichtung zu bilden.
[0043] Ausführungsformen der Erfindung sowie das Verfahren werden anhand der nachfolgenden
Figuren näher erläutert.
[0044] Die Fig. 1 zeigt zunächst in Rückenansicht einer Person 1 eine Absturzsicherung mit
einem Gurtzeug, welches in dieser Darstellung an die Person angelegt ist, wobei dieses
Gurtzeug einen Hüftgurt 2 aufweist sowie zwei Armschlaufen 3a und 3b, wobei die Gurtanteile
dieser beiden Armschlaufen jeweils vom Hüftgurt 2 ausgehen, über die Schulter der
Person geführt sind und zum Hüftgurt zurückgeführt sind. In dieser, hier gezeigten
Darstellung ist die Ausführung derart, dass die Armschlaufen im oberen Rücken- bzw.
Nackenbereich der Person einander kreuzend geführt sind und in diesem Kreuzungsbereich
eine erste Sicherungsöse 4 angeordnet ist, in welcher z.B. mit einem Karabinerhaken
5 ein Fangseil befestigt ist. An dem Hüftgurt 2 ist weiterhin ein erstes Paar von
Beinschlaufen 7a und 7b befestigt, durch welches die Beine der Person hindurchreichen.
[0045] Dieser Anteil des Gurtzeuges, der vorliegend mit durchgezogenen Linien gezeichnet
ist, entspricht im Wesentlichen dem Gurtzeug einer Absturzsicherung des bekannten
Standes der Technik.
[0046] Die Ausführung weist hier ergänzend erfindungsgemäß einen weiteren hier gestrichelt
dargestellten Gurtzeugteil auf, umfassend einen zweiten Hüftgurt 8 sowie zwei weitere
Beinschlaufen 9a und 9b. Dieses zweite Paar von Beinschlaufen 9a, 9b ist hier in Richtung
zu den Füßen der Person von dem ersten Paar Beinschlaufen 7a, 7b beabstandet.
[0047] Alternativ - aber nicht gezeigt - kann der Hüftgurt 8 einteilig mit dem Hüftgurt
2 ausgebildet sein oder beide Hüftgurte 2 und 8 sind separat aber zumindest verbunden,
z.B. durch dazwischen verlaufende Gurte oder Hüftgurt 2 und 8 werden durch einen einzigen
Hüftgurt gleichzeitig ausgebildet, insbesondere der somit beide Funktionen (Absturzsicherung
und Hängetraumavermeidung) vereint.
[0048] Gemäß der Front-Darstellung der Person in der Fig. 2 ist es erkennbar, dass an dem
zweiten Hüftgurt 8 eine zweite Sicherungsöse 10 angeordnet ist, an welcher ein zusätzliches
Halteseil 11 z.B. ebenfalls mit einem Karabinerhaken befestigt ist. Dieses Halteseil
11 wird hier ausgehend von der zweiten Sicherungsöse 10 entlang der Erstreckung einer
der beiden Armschlaufen, hier der Armschlaufe 3b bis über die Schulter und bis in
den Bereich der ersten Sicherungsöse 4 geführt, wie es die Fig. 1 wiederum von der
Rückseite darstellt.
[0049] An der Armschlaufe 3b ist das zusätzliche Halteseil 11 in einer Haltelage fixiert
mittels eines hier nicht weiter gezeigten Halteelementes. Dieses Halteelement kann
in einem einfachsten Fall z. B. ein Faden sein, mit dem dieses Seil an dem Gurtbereich
der Armschlaufe 3b, der sich im Bauch-/Brustbereich der tragenden Person befindet,
z.B. durch Vernähen oder Umschlingen befestigt ist, so dass bei einer Aktivierung
d. h. bei einer Kraftbelastung dieses Seiles dieser Faden aufreißt und sich das Halteseil
11 von der Armschlaufe 3b löst.
[0050] In anderer Ausführung kann es auch vorgesehen sein, dass sich längs der Erstreckung
des bauch-/brustseitigen Bereiches der Armschlaufe 3b ein z. B. textiler Schlauch
erstreckt, durch welchen das Halteseil 11 hindurchgeführt ist, wobei bei Belastung
des Halteseiles 11 entweder der gesamte textile Schlauch vom Gurtbereich der Armschlaufe
3b abreißt oder aber der Schlauch selbst aufreißt, wodurch in beiden Fällen wiederum
das Halteseil 11 freigegeben wird. An dem zweiten Hüftgurt 8 ist weiterhin über Verbindungsgurte
12 das weitere Paar von Beinschlaufen 9a und 9b befestigt.
[0051] Die Fig. 3 zeigt den Einsatz der in den Fig. 1 und 2 dargestellten Absturzsicherung,
nämlich in der Fig. 3 links oben zunächst die Situation, nach welcher die Person 1
abgestürzt ist und am Fangseil 6 hängt, welches über die erste Sicherungsöse 4 im
Nackenbereich an den Armschlaufen 3a und 3b befestigt ist.
[0052] Die Person hängt somit im Wesentlichen aufrecht und etwas kopfüber geneigt und mit
den Armen und Beinen nach unten weisend am Fangseil 6. In dieser Position ist zwar
die Person gegen den Absturztod gesichert worden, es kann jedoch besonders durch Abschnürungen
aufgrund der Gurte und Blutversackungen zu einem Hängetrauma kommen, welches bereits
nach 20 min. ebenso zum Tod der Person führen kann.
[0053] Nach dem erfindungsgemäßen Verfahren insbesondere mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung
ist es nun vorgesehen, das lose parallel zum Fangseil 6 verlaufende zusätzliche Halteseil
11 zu straffen z. B. durch eine Hilfsperson, die hierfür eine Winde einsetzen kann,
so dass die Gewichtskraft der hängenden Person allmählich von dem Fangseil 6 auf das
Halteseil 11 übertragen wird und dieses aus der Haltelage d. h. der befestigten Position
an der Armschlaufe 3b gelöst, z.B. herausgerissen wird.
[0054] Frei hängend kann die Gewichtskraft der Person über die zweite Sicherungsöse im vorderen
Hüft- bzw. Bauchbereich des Hüftgurtes 8 aufgenommen werden. Die Fig. 3 zeigt rechts
unten, dass die abgestürzte Person durch die Umlagerung des Gewichtes vom Fangseil
6 auf das Halteseil 11 in eine anatomisch günstigere sitzende Position überführt wird,
in welcher ein Hängetrauma vermieden wird.
[0055] Aus dieser hängenden Position kann die Person problemlos gerettet werden, auch nach
Überschreitung solcher Zeiten wie typischerweise 20 min., nach denen ansonsten in
einer hängenden Position gemäß Fig. 3 links oben ein Hängetrauma einsetzen würde.
[0056] Die Figuren 4ff beschreiben eine weitere bevorzugte Ausführung der Erfindung, gemäß
der das Halteseil 11 mehrteilig ausgebildet ist. In der Figur 4 ist im Wesentlichen
der untere Seilabschnitt 11 b eines erfindungsgemäßen mehrteiligen Halteseiles 11
dargestellt. Nach oben rechts führt der obere Halteseilabschnitt 11a von der Person
weg. Dieser obere Abschnitt entspricht im Wesentlichen einem einfachen Seil.
[0057] Der untere Abschnitt umfasst einen Bügel 11d, an dem mittig der obere Seilabschnitt
11a befestigt ist und an dessen beiden äußeren Enden 11 f jeweils ein nach unten zum
Gurtzeug der Person führendes Seilstück 11c befestigt ist. Dieses Seilstück 11 c kann
bevorzugt jeweils elastisch sein, z.B. einen Gummizug enthalten oder aus diesem ausgebildet
sein. Selbstverständlich ist auch eine nicht dehnbare Ausführung der Seilstücke möglich.
[0058] An den unteren Enden der Seilstücke 11 c sind jeweils die zweiten genannten Sicherungsösen
10 ausgebildet, durch welche die Gurte von Armschlaufen eines Gurtzeuges in einer
Schlaufen hindurchgeführt und mit den Querriegeln 10a gegen Zurückziehen gesichert
werden können. Die Art der Befestigung zwischen den Seilstücken und den Armschlaufen
ist nicht auf diese gezeigte Art beschränkt, sondern kann auch durch andere Arten
von Sicherungsösen erfolgen.
[0059] Die Verbinder 11 e sind vorgesehen, um separate Beinschlaufen hieran zu befestigen.
Die in der Figur 4 gezeigte Anordnung von Teilen, welche einen unteren Seilabschnitt
11 b des Halteseiles 11 bildet, kann so auch als Nachrüstsatz verkauft werden.
[0060] Figur 5 visualisiert den unteren Seilabschnitt 11 b in gestrichelten Linien nach
dem Befestigen am Gurtzeug, bzw. hier konkret an den beiden Armschlaufen 3a, 3b. Entlang
der Erstreckung der Armschlaufen sind die Seilstücke 11 c auf deren vorderen Bereich
bis über die Schulter nach hinten bis in den Nackenbereich gelegt, wo gemäß Figur
6 der Bügel 11d angeordnet ist, der die Seilstücke 11c mit dem oberen Seilabschnitt
11 a verbindet, insbesondere hierbei auch einen Abstand zwischen den Seilstücken definiert.
Diese Führung erfolgt zumindest im vorderen Bereich der Armschlaufe durch ein hier
nicht gezeigtes Halteelement, mit dem die Seilstücke 11 c bei Nichtbenutzung körpernah
gehalten werden, insbesondere in Kontakt zur jeweiligen Armschlaufe3a, 3b. Ein solches
Halteelement kann durch ein schlauchartiges oder hülsenartiges bevorzugt textiles
Element gebildet sein, das um eine Armschlaufe und das jeweilige Seilstück herumgelegt
und verschlossen werden kann, z.B. mit einem Klettverschluss.
[0061] Der obere Seilabschnitt 11a des erfindungsgemäßen mehrteiligen Halteseiles 11 erstreckt
sich nach oben weg. Das Fangseil ist hier aus Gründen der Übersichtlichkeit nicht
gezeigt. Es wäre an der Sicherungsöse 4 befestigt.
[0062] Figur 7 visualisiert die Situation nach einem Absturz der Person. Diese hängt zunächst
am Fangseil 6, das über die Öse 4 mit dem Gurtzeug verbunden ist. Hier zieht die Person
1 selbst am oberen zur Person zurückgeführten Halteseilabschnitt 11a und dehnt hierdurch
die elastischen Seilstücke 11c, so dass der Bügel 11 d in eine Position oberhalb des
Kopfes geführt wird. Der Kopf kann hierbei durch den Abstandbereich zwischen den Seilstücken
11c hindurchgeführt werden, so dass der Bügel in eine Position über und bevorzugt
vor den Kopf gelangt. Durch die an den Seilstücken 11 c wirkenden Kräfte werden diese
aus der Halterung an den Armschlaufen 3a, 3b herausgezogen, z.B. weil deren Klettverschlüsse
aufreissen.
[0063] Die Figur 8 zeigt die Situation in der umgelagerten Position. Die Person hängt nun
nur am Halteseil 11 über die Seilstücke 11 c, wobei das Fangseil 6 entlastet ist.
An den Verbindern 11e, die an den Seilstücken 11c angeordnet sind, sind separate Beinschlaufen
9a, 9b befestigt, was die Person selbst vorgenommen haben kann. Die Person kann die
Schlaufen zunächst über die Beine führen , z.B. die Schlaufen dafür öffnen und wieder
verschließen und hiernach über die Gurtelemente 9c an den Verbindern 11e befestigen.
Hierdurch kommt die Person in eine sitzende Lage ohne Gefahr eines Traumas.
1. Vorrichtung zur Absturzsicherung von Personen umfassend ein Gurtzeug mit Armschlaufen
(3a, 3b) und Beinschlaufen (7a, 7b), wobei im Rückenbereich, bevorzugt im Nackenbereich
des Gurtzeugs, insbesondere an den bevorzugt dort gekreuzten Armschlaufen (3a, 3b)
wenigstens eine erste Sicherungsöse (4) angeordnet ist, an welcher ein Fangseil (6)
anbringbar / angebracht ist, dadurch gekennzeichnet, dass im vorderen Bereich des Gurtzeugs, wenigstens eine zweite Sicherungsöse (10) angeordnet
ist, an der ein Halteseil (11) befestigbar / befestigt ist und am Gurtzeug, insbesondere
an wenigstens einer der Armschlaufen (3a, 3b), wenigstens ein Halteelement angeordnet
ist, mit dem das Halteseil (11) im unbelasteten Zustand nah zum Gurtzeug, insbesondere
das Gurtzeug kontaktierend in einer Haltelage haltbar / gehalten ist und im durch
das Gewicht einer Person belasteten Zustand aus der Haltelage lösbar ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Halteelement ausgebildet ist, das Halteseil (11) bei Belastung durch das Gewicht
einer Person aus der Haltelage freizugeben durch Ablösung des Halteelementes vom Gurtzeug
oder durch Freigeben des Halteseiles aus dem Halteelement.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Halteelement schlauch- oder hülsenförmig ausgebildet ist, insbesondere aus einem
Textil, wobei die Verbindung des Halteelementes zum Gurtzeug oder der Schlauch- bzw.
Hülsenmantel eine Sollbruchstelle aufweist, die unter Belastung durch das Gewicht
einer Person aufbricht.
4. Vorrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das schlauch- oder hülsenförmige Halteelement sich längs eines Gurtabschnittes einer
Armschlaufe (3b) erstreckt, insbesondere wodurch das Halteseil (11) durch das Halteelement
bis zur oder zumindest bis in die Nähe der ersten Sicherungsöse (4) geführt ist.
5. Vorrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Gurtzeug ein erstes Gurtzeugteil und ein zweites Gurtzeugteil umfasst, insbesondere
die miteinander verbunden sind, wobei das erste Gurtzeugteil einen ersten Hüftgurt
(2), zwei mit dem ersten Hüftgurt verbundene Armschlaufen (3a, 3b) und ein erstes
Paar von zwei mit dem ersten Hüftgurt (2) verbundenen Beinschlaufen (7a, 7b) aufweist
und an den Armschlaufen (3a, 3b) die wenigstens eine erste Sicherungsöse (4) angeordnet
ist und das zweite Gurtzeugteil einen zweiten Hüftgurt (8) und ein zweites Paar von
zwei mit dem zweiten Hüftgurt verbundenen Beinschlaufen (9a, 9b) aufweist und an dem
zweiten Hüftgurt (8) oder an dem zweiten Paar von Beinschlaufen (9a, 9b) die wenigstens
eine zweite Sicherungsöse (10) angeordnet ist.
6. Vorrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Halteseil (11) mehrteilig ausgebildet ist mit einem oberen Seilabschnitt (11a)
und einem dem Gurtzeug zugewandten unteren Seilabschnitt (11 b), wobei der untere
Seilabschnitt (11 b) zwei nebeneinander, insbesondere parallel verlaufende, bevorzugt
elastisch flexible Seilstücke (11c) umfasst, die mit dem oberen Seilabschnitt (11
a), insbesondere über einen Bügel (11d), verbunden sind, wobei die unteren Enden der
Seilstücke (11c) über jeweils eine zweite Sicherungsöse (10) mit einem vorderen Bereich
des Gurtzeuges, bevorzugt einem vorderen Bereich der Armschlaufen (3a, 3b) verbunden
sind.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass nur die Seilstücke (11 c) des unteren Seilabschnittes des Halteseiles (11) in dem
Halteelement gehalten sind, insbesondere jeweils in einem eigenen Bereich des Halteelementes.
8. Vorrichtung nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass an jedem der Seilstücke (11 c) über einen Zwischengurt (9c) eine separate Beinschlaufe
(9a, 9b) befestigt oder zumindest befestigbar ist, insbesondere der Zwischengurt lösbar
an einem Verbinder (11e) des jeweiligen Seilstückes (11 c) befestigbar ist.
9. Unterer Seilabschnitt (11b), der vorgesehen ist mit einem oberen Seilabschnitt (11a)
zur Ausbildung eines Halteseiles (11) verbunden zu werden, dadurch gekennzeichnet, dass er zwei nebeneinander, insbesondere parallel verlaufende, bevorzugt elastisch flexible
Seilstücke (11c) umfasst, die an den äußeren Enden (11f) eines Bügels (11d) befestigt
sind, der, insbesondere mittig zwischen den äußeren Enden (11e), mit einem oberen
Seilabschnitt (11 a) verbindbar ist, wobei die unteren Enden der Seilstücke (11 c)
jeweils eine zweite Sicherungsöse (10) aufweisen, mit denen das jeweilige Seilstück
(11c) lösbar mit einem Gurtelement, insbesondere einer Armschlaufe (3a, 3b) eines
Gurtzeuges verbindbar ist, insbesondere zur Bildung einer Vorrichtung nach einem der
vorherigen Ansprüche 6 bis 8.
10. Nachrüstsatz für Gurtzeuge umfassend einen unteren Seilabschnitt (11 b) nach Anspruch
9 und ein Halteelement zur Bildung einer Vorrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche
1 bis 8.
11. Verfahren zur Vermeidung eines Hängetraumas bei einer Person, die mit einer ein Gurtzeug
aufweisenden Absturzsicherung abgestürzt ist und mittels des Gurtzeugs an einem Fangseil
(6) hängt, welches an einem im Nacken der hängenden Person angeordneten Gurtteil des
Gurtzeuges befestigt ist, so dass die Person sowohl in den Arm- (3a, 3b) als auch
in Beinschlaufen (7a, 7b) des Gurtzeuges hängt, dadurch gekennzeichnet, dass ein zum Fangseil (6) separates, insbesondere zum Fangseil (6) parallel verlaufendes
Halteseil (11), das an einem im vorderen Bereich der hängenden Person angeordneten
Gurtteil des Gurtzeuges befestigt ist, insbesondere am Bauchbereich oder Brustbereich
oder vorderen Hüftbereich oder vorderen Armbereich des Gurtzeuges befestigt ist, gestrafft
wird und hierdurch das Fangseil (6) von der Gewichtskraft der Person entlastet und
das Halteseil (11) durch die Gewichtskraft der Person belastet wird, so dass die Person
in eine in Beinschlaufen (9a, 9b) des Gurtzeuges sitzende Position überführt wird.
12. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass durch die Straffung des Halteseiles (11) ein im rückwärtigen Nackenbereich der Person
liegender Bügel (11d) eines unteren Seilabschnittes (11 b) des Halteseils (119 vom
Nackenbereich abgehoben und unter Dehnung daran befestigter nebeneinander verlaufender
elastischer Seilstücke (11 c), die jeweils an einem vorderen Bereich des Gurtzeuges,
insbesondere jeweils an einer Armschlaufe (3a, 3b) befestigt sind, über den Kopf der
Person, insbesondere bis in einen vorderen Körperbereich angehoben wird.
13. Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Straffung von der abgestürzten Person selbst vorgenommen wird, wofür die Person
an einem oberen über wenigstens eine Umlenkrolle zur Person zurückgeführten Seilabschnitt
(11 a) des Halteseiles (11) zieht und hierdurch selbst seine Gewichtskraft von Fangseil
(6) auf das Halteseil (11) überträgt,
14. Verfahren nach Anspruch 12 oder 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Person separat mitgeführte Beinschlaufen (9a, 9b) über daran jeweils befestigte
Zwischengurte (9c) an den Seilstücken (11c) befestigt, insbesondere mittels lösbarer
Verbinder (11 e).