[0001] Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine Dämpfvorrichtung zur Dämpfung einer
Bewegung eines bewegbar gelagerten Möbelteiles oder eines bewegbar gelagerten Möbelbeschlagbauteiles
eines Möbelbeschlages, mit einem in einer Fluidkammer angeordneten Kolben, wobei eine
Dämpfwirkung durch eine Relativbewegung zwischen Fluidkammer und Kolben erfolgt und
wobei der Kolben am Ende des Dämpfungshubes relativ zur Fluidkammer eine eingedrückte
Endstellung einnimmt und wobei die Dämpfvorrichtung zur Deaktivierung der Dämpfungswirkung
eine Verriegelungsvorrichtung mit einem manuell oder mit einem Werkzeug zu betätigenden
Arretierelement aufweist.
[0002] Im Weiteren bezieht sich die Erfindung auf ein Möbelscharnier mit einer Dämpfvorrichtung
zum Dämpfen einer Schließbewegung und/oder einer Öffnungsbewegung des Möbelscharniers.
[0003] Eine gattungsgemäße Dämpfvorrichtung ist beispielsweise aus der
WO 2009/140706 A1 der Anmelderin bekannt geworden, wobei die Dämpfungsfunktion der Dämpfvorrichtung
bei Nichtgebrauch über ein manuell zu verstellendes Schaltorgan deaktiviert werden
kann. Bei diesem Dokument des Standes der Technik wird gemäß einer Ausführungsvariante
der Zylinder des Lineardämpfers über das Schaltorgan arretiert, sodass der Kolben
beim Dämpfungshub eine Relativbewegung zum feststehenden Zylinder ausführen kann,
wodurch auch eine Dämpfwirkung generiert wird. Zur Deaktivierung der Dämpfungsfunktion
wird hingegen das Schaltorgan verstellt, wodurch der Zylinder entriegelt wird. Wenn
nun der Dämpfer mit Kraft beaufschlagt wird, so wird der Zylinder innerhalb eines
Dämpfergehäuses verfahren, wobei jedoch aufgrund der fehlenden Relativbewegung zwischen
Zylinder und Kolben auch keine Dämpfwirkung generiert wird. Nachteilig dabei ist,
dass der Bauraum des Dämpfers aufgrund des verfahrbaren Zylinders relativ groß zu
dimensionieren ist.
[0004] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, eine Dämpfvorrichtung der eingangs
erwähnten Gattung unter Vermeidung des oben genannten Nachteiles anzugeben.
[0005] Dies wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des Patentanspruchs 1 gelöst. Weitere
vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den abhängigen Unteransprüchen
angegeben.
[0006] Gemäß der Erfindung ist also vorgesehen, dass durch das Arretierelement der Verriegelungsvorrichtung
- welches manuell und/oder mit einem Werkzeug zu betätigen ist - die Relativstellung
zwischen der Fluidkammer und dem Kolben in der eingedrückten Endstellung lösbar arretierbar
ist.
[0007] Auf diese Weise ist es also möglich, die Dämpfvorrichtung im vollständig eingefahrenen
Zustand (d.h. wenn sich der Kolben im oder nahe des Bodenbereiches der Fluidkammer
befindet) lösbar zu arretieren, wobei die deaktivierte bzw. komprimierte Dämpfvorrichtung
eine sehr kompakte und platzsparende Stellung einnehmen kann. Ein Vorteil liegt hierbei
darin, dass die deaktivierte Dämpfvorrichtung in ihrer Montagestellung verbleiben
kann, wobei ein bewegbares Möbelteil oder bewegbar gelagertes Möbelbeschlagbauteil
den eingezogenen Dämpfer nicht beaufschlagen kann.
[0008] Die vorgeschlagene Dämpfvorrichtung kann insbesondere im Zusammenhang mit Möbelscharnieren
eingesetzt werden, welche einen Scharniertopf aufweisen. Der Scharniertopf ist in
bekannter Weise in einer - vorzugsweise kreisförmigen - Möbelstandardbohrung versenkbar.
Die Dämpfvorrichtung kann dabei in Montagelage innerhalb des Hohlraumes des Scharniertopfes
angeordnet sein, wobei die Dämpfvorrichtung ab einer vorgegebenen Relativstellung
des Möbelscharniers von einem in den Scharniertopf eintauchbaren Gelenkhebel des Möbelscharniers
beaufschlagbar ist. Die Dämpfvorrichtung kann aufgrund ihrer kompakten Deaktivierungsstellung
im Scharniertopf verbleiben und kann in dieser deaktivierten Betriebsstellung auch
nicht vom Gelenkhebel beaufschlagt werden. Die Schließbewegung und/oder die Öffnungsbewegung
des Möbelscharniers erfolgt daher ungedämpft. Durch eine Verstellung des Arretierelementes
ist die Dämpfungsfunktion wieder aktivierbar, indem die Arretierung des in die Fluidkammer
vollständig eingefahrenen Kolbens wieder gelöst wird. Die Dämpfvorrichtung kann anschließend
- beispielsweise mithilfe einer Rückstellfeder - wieder in eine für den nächsten Dämpfungshub
vorgesehene Bereitschaftsstellung rückgestellt werden.
[0009] Gemäß einem Ausführungsbeispiel der Erfindung kann vorgesehen sein, dass der Kolben
in Montagelage feststehend angeordnet ist und dass die Fluidkammer beim Dämpfungshub
relativ zum feststehenden Kolben verschiebbar gelagert ist. Diese Konstruktion hat
den Vorteil, dass ein die Fluidkammer aufnehmendes Gehäuse auch als Schieber zur Krafteinleitung
verwendet werden kann. Selbstverständlich ist es in mechanischer Umkehr auch möglich,
dass die Fluidkammer in Montagelage feststehend angeordnet ist und dass der Kolben
beim Dämpfungshub relativ zur feststehenden Fluidkammer verschiebbar gelagert ist.
[0010] Gemäß einem bevorzugten Ausführungsbeispiel der Erfindung kann vorgesehen sein, dass
das Arretierelement als linear verschiebbarer Schalter mit wenigstens zwei Schaltstellungen
ausgebildet ist, wobei in einer ersten Schaltstellung die Dämpfungswirkung der Dämpfvorrichtung
aktiviert ist und in einer zweiten Schaltstellung die Dämpfungswirkung der Dämpfvorrichtung
deaktiviert ist. In diesem Zusammenhang kann es vorteilhaft sein, wenn die Richtung
der Verstellbewegung zwischen der ersten Schaltstellung und der zweiten Schaltstellung
des Schalters relativ zur Richtung des Dämpfungshubes quer, vorzugsweise im Wesentlichen
rechtwinklig, verläuft. Auf diese Weise kann der Schalter quer zur Längsrichtung der
Kolbenstange verstellt werden, ohne dass die Verstellbewegung des Schalters zu einer
Relativbewegung zwischen Zylinder und Kolben führt. Ist die Dämpfvorrichtung in einem
Scharniertopf eines Möbelscharniers eingesetzt, so kann der Schalter verstellt werden,
ohne dass die Dämpfvorrichtung durch die Verstellung des Schalters aus der Montagelage
geraten kann. Ein weiterer Vorteil ist der geringe Schaltweg des Schalters, der zur
Aktivierung und Deaktivierung der Dämpfungsfunktion erforderlich ist.
[0011] Die Fluidkammer kann von einem Innenhohlraum eines Dämpfergehäuses oder vom Innenhohlraum
eines Zylinders gebildet werden. Als Dämpfungsfluid kann Luft, Gas oder eine Flüssigkeit
eingesetzt werden. Auch ist es möglich, eine Dämpfungswirkung durch Festkörperreibung
zu generieren.
[0012] Zur Rückstellung der Dämpfvorrichtung in eine für den nächsten Dämpfungshub vorgesehene
Bereitschaftsstellung kann es vorteilhaft sein, dass ein Rückstellmechanismus - vorzugsweise
mit einer Rückstellfeder - vorgesehen ist, durch den der Kolben - auch nach gelöster
Arretierung - wieder in eine ausgefahrene Endstellung relativ zur Fluidkammer bewegbar
ist.
[0013] Das erfindungsgemäße Möbelscharnier ist durch eine Dämpfvorrichtung der beschriebenen
Art gekennzeichnet.
[0014] Gemäß einer möglichen Weiterbildung kann vorgesehen sein, dass das Möbelscharnier
ein korpusseitiges Anschlagteil und einen damit gelenkig verbundenen Scharniertopf
zur Befestigung an Möbelteilen aufweist, wobei die Dämpfvorrichtung in Montagelage
im Wesentlichen vollständig innerhalb des Scharniertopfes angeordnet ist oder wobei
die Dämpfvorrichtung - bei bereits miteinander gelenkig verbundenen Anschlagteil und
Scharniertopf - von oben her in den Scharniertopf einsetzbar und innerhalb des Scharniertopfes
anordenbar ist, wobei die Dämpfvorrichtung mit dem Scharniertopf über zusammenwirkende
Befestigungsmittel in dieser Montagelage miteinander verbindbar ist.
[0015] Weitere Einzelheiten und Vorteile der vorliegenden Erfindung werden anhand der nachfolgenden
Figurenbeschreibung erläutert. Dabei zeigt bzw. zeigen:
- Fig.1
- eine perspektivische Darstellung eines Möbels mit einer Türe, welche über Möbelscharniere
relativ zu einem Möbelkorpus verschwenkbar gelagert ist,
- Fig. 2a, 2b
- perspektivische Darstellungen eines Möbelscharniers mit einer im Scharniertopf anzuordnenden
Dämpfvorrichtung sowie mit einer im Scharniertopf angeordneten Dämpfvorrichtung,
- Fig. 3a-3c
- die Dämpfvorrichtung in einer perspektivischen Darstellung sowie vergrößerte Darstellungen
des Arretierelementes in zwei verschiedenen Schaltstellungen,
- Fig. 4a-4c
- die Dämpfvorrichtung in einer Explosionsdarstellung, eine vergrößerte Detaildarstellung
des Schiebers sowie das Arretierelement in einer perspektivischen Ansicht von unten,
- Fig. 5a-5c
- Die Dämpfvorrichtung in verschiedenen Längsschnitten, wobei zeitliche Abfolgen des
Arretiervorganges zur Deaktivierung der Dämpfungsfunktion dargestellt sind,
- Fig. 6a, 6b
- ein Möbelscharnier mit einer im Scharniertopf integrierten Dämpfvorrichtung sowie
eine vergrößerte Detaildarstellung hierzu,
- Fig. 7
- die Dämpfvorrichtung mit einem Rückstellmechanismus in einer perspektivischen Schnittdarstellung.
[0016] Fig. 1 zeigt eine perspektivische Darstellung eines Möbels 1, wobei ein bewegbares
Möbelteil 3 in Form einer Türe 3a über zwei oder mehrere Möbelscharniere 4 relativ
zu einem Möbelkorpus 2 verschwenkbar gelagert ist. Die Möbelscharniere 4 weisen in
bekannter Weise ein an einem Rahmen 2a zu befestigendes Anschlagteil 5 sowie einen
mit dem Anschlagteil 5 schwenkbar verbundenen Scharniertopf 6 auf. Im Innenhohlraum
des Scharniertopfes 6 ist jeweils eine (hier nicht ersichtliche) Dämpfvorrichtung
gelagert, durch die eine Schließbewegung des Möbelscharniers 4 bis hin zu vollständig
geschlossenen Endlage dämpfbar ist. Je nach Größe und Gewicht des bewegbaren Möbelteiles
3 kann die Dämpfleistung der Dämpfvorrichtungen nicht entsprechend angepasst sein,
d.h. dass bei zu stark vorhandener Dämpfleistung das bewegbare Möbelteil 3 entweder
zu langsam oder gar nicht in die vollständige Schließstellung gelangen kann. Aus diesem
Grund kann die Dämpfwirkung der Dämpfvorrichtungen über eine Verriegelungsvorrichtung
vollständig deaktiviert werden. Hierbei kann es beispielsweise zweckmäßig sein, die
Dämpfwirkung eines ersten Möbelscharniers 4 vollständig zu deaktivieren, während ein
zweites Möbelscharnier 4 eine aktive Dämpfwirkung bereitstellt, welche eine gewünschte
gedämpfte Schließbewegung des bewegbaren Möbelteiles 3 bis hin zur vollständigen Schließstellung
ermöglicht.
[0017] Fig. 2a zeigt eine perspektivische Darstellung eines Möbelscharniers 4, wobei der
Scharniertopf 6 über zumindest einen Gelenkhebel 7 schwenkbar mit dem Anschlagteil
5 in Form eines Scharnierarmes 5a verbunden ist. Über eine Federvorrichtung 8 kann
das Möbelscharnier 4 in die vollständige Schließstellung und/oder in die vollständige
Offenstellung bewegt werden. Zur Dämpfung dieser federunterstützten Bewegung in die
Endlage(n) ist eine Dämpfvorrichtung 9 vorgesehen, welche ein Gehäuse 12 und einen
relativ dazu bewegbaren Schieber 13 aufweist. Die Dämpfvorrichtung 9 ist entweder
bereits ab Werk in den Innenhohlraum 10 des Scharniertopfes 6 eingesetzt oder kann
in alternativer Weise - bei montiertem Anschlagteil 5 und Scharniertopf 6 - in nachrüstbarer
Weise von oben her in den Scharniertopf 6 eingesetzt und innerhalb des Scharniertopfes
6 angeordnet werden, wobei die Dämpfvorrichtung 9 über zusammenwirkende Befestigungsmittel
11 a, 11 b in dieser Montagelage miteinander lösbar verbindbar sind. Im gezeigten
Ausführungsbeispiel weist die Dämpfvorrichtung 9 erste Befestigungsmittel 11 a in
Form einer Führungsnut auf, welche mit am Scharniertopf 6 angeordneten Befestigungsmitteln
11 b in Form eines Befestigungszapfens lösbar verbindbar sind. Die Dämpfvorrichtung
9 weist eine Einführöffnung 14 auf, durch die der Befestigungszapfen 11 b in der Führungsnut
11 a anordenbar ist. Die Dämpfvorrichtung 9 weist zur Deaktivierung der Dämpfungsfunktion
eine Verriegelungsvorrichtung 15 mit einem verstellbaren Arretierelement 15a in Form
eines Schalters auf, durch den der Schieber 13 in der vollständig eingedrückten Stellung
lösbar arretierbar ist.
[0018] Fig. 2b zeigt eine perspektivische Darstellung des Möbelscharniers 4 mit der Dämpfvorrichtung
9 in der Montagestellung. Die Dämpfvorrichtung 9 ist vollständig im Innenhohlraum
10 des Scharniertopfes 6 angeordnet. Bei der Schließbewegung des Möbelscharniers 4
trifft der Gelenkhebel 7 auf den Schieber 13 auf, wodurch der Dämpfungsvorgang eingeleitet
wird. Im Zuge der weiteren Schließbewegung kann der Schieber 13 relativ zum Gehäuse
12 in eine vollständige Endlage eingedrückt werden, wobei diese Endlage durch die
Verriegelungsvorrichtung 15 lösbar arretierbar ist. Der Schieber 13 ist in der Arretierstellung
nicht mehr rückstellbar, wobei also die Dämpfwirkung deaktiviert ist.
[0019] Fig. 3a zeigt eine perspektivische Darstellung der Dämpfvorrichtung 9. Diese weist
ein Gehäuse 12 und einen relativ dazu verschiebbaren Schieber 13 auf. Die Dämpfvorrichtung
9 ist als Lineardämpfer ausgebildet und umfasst eine Kolbenstange 17, welche mit dem
Gehäuse 12 verbunden ist. Bei diesem Ausführungsbeispiel ist also vorgesehen, dass
die Kolbenstange 17 (und damit ein mit der Kolbenstange 17 verbundener Kolben) in
Montagelage feststehend angeordnet ist, während sich eine im Schieber 13 ausgebildete
Fluidkammer relativ zu dieser feststehenden Kolbenstange 17 bewegt. Der Schieber 13
ist als Schiebekeil ausgebildet und weist eine schräge Anschlagfläche 16 auf, welche
ab einer vorgegebenen Relativstellung des Möbelscharniers 4 vom Gelenkhebel 7 (Fig.
2b) beaufschlagbar ist. Fig. 3b zeigt eine vergrößerte Detaildarstellung des Arretierelementes
15a, welches im gezeigten Ausführungsbeispiel als Schalter mit wenigstens zwei Schaltstellungen
ausgebildet ist. In einer ersten Schaltstellung (Fig. 3b) ist die Dämpfungswirkung
der Dämpfvorrichtung 9 aktiviert, während in einer zweiten Schaltstellung (Fig. 3c)
die Dämpfungswirkung der Dämpfvorrichtung 9 deaktiviert ist. Das Gehäuse 12 weist
eine Ausnehmung 31 auf, in welcher das Arretierelement 15a bewegbar gelagert ist,
wobei das Arretierelement 15a die Ausnehmung 31 durchgreift.
[0020] Fig. 4a zeigt die Dämpfvorrichtung 9 in einer Explosionsdarstellung. Im Inneren des
Schiebers 13 ist zumindest eine Fluidkammer ausgebildet, in der wenigstens ein (hier
nicht ersichtlicher) Kolben mit einer Kolbenstange 17 verschiebbar gelagert ist. Gut
erkennbar sind die Befestigungsmittel 11 a in Form von beidseitigen Führungsnuten,
durch die der Schieber 13 beim Dämpfungshub relativ zu den Befestigungszapfen 11 b
des Scharniertopfes 6 verschiebbar ist. Durch die Einführöffnung 14 kann der Befestigungszapfen
11 b in der Führungsnut 11 a angeordnet werden. Das Gehäuse 12 weist ein Lager 18
auf, an dem die Kolbenstange 17 zu befestigen ist. Am Schieber 13 ist ein erstes Feststellelement
19 angeordnet, welches in der eingedrückten Endstellung des Schiebers 13 relativ zu
einem am Schalter 15a angeordneten, zweiten Feststellelement 20 feststellbar ist.
[0021] Fig. 4b zeigt eine vergrößerte Detaildarstellung des Schiebers 13, an dem ein erstes
Feststellelement 19 in Form einer federnden Lasche ausgebildet ist. Fig. 4c zeigt
das als Schalter ausgebildete Arretierelement 15a in einer perspektivischen Ansicht
von unten. An der Unterseite des Arretierelementes 15a ist ein zweites, im Wesentlichen
starres Feststellelement 20 angeordnet, durch welches das erste Feststellelement 19
des Schiebers 13 in der vollständig eingedrückten Endlage des Schiebers 13 feststellbar
ist. Vorzugsweise ist vorgesehen, dass das Arretierelement 15a zusammen mit dem Feststellelement
20 einstückig ausgebildet ist. Ein manuell oder mit einem Werkzeug zu betätigender
Teil des Arretierelementes 15a ist auf einer ersten Seite der Ausnehmung 30 und das
Feststellelement 20 ist auf einer zweiten Seite der Ausnehmung 30 angeordnet.
[0022] Fig. 5a-5c zeigen zeitliche Abfolgen der Arretierung zur Deaktivierung der Dämpfwirkung
in verschiedenen Querschnitten. In Fig. 5a ist der Schieber 13 erkennbar, in dem eine
Fluidkammer 21 ausgebildet ist und in der ein Kolben 22 mit der Kolbenstange 17 gelagert
ist, welche im gezeigten Ausführungsbeispiel feststehend angeordnet sind. Bei der
Schließbewegung des Möbelscharniers 4 trifft der Gelenkhebel 7 (Fig. 2b) auf die schräge
Anschlagfläche 16 des Schiebers 13 auf, woraufhin der Schieber 13 relativ zum feststehenden
Kolben 22 verschiebbar ist. Die Dämpfvorrichtung 9 kann auch bei ausgefahrenem Schieber
13 deaktiviert werden, indem zunächst das als Schalter ausgebildete Arretierelement
15a in die entsprechende Deaktivierungsstellung verstellt wird (Fig. 5a). Erkennbar
ist das am Schieber 13 angeordnete Feststellelement 19 und das am Schalter 15a angeordnete
Feststellelement 20. Beim Dämpfungshub trifft zunächst das am Schieber 13 angeordnete
Feststellelement 19 auf das starre Feststellelement 20 des Schalters 15a auf (Fig.
5a), wobei in der Deaktivierungsstellung des Schalters 15a das federnde Feststellelement
19 über das starre Feststellelement 20 hinweg verfahrbar ist, wobei das federnde Feststellelement
19 entgegen der Kraft seiner federnden Wirkung verbiegbar ist und das federnde Feststellelement
19 durch sein anschließendes Wiederaufschnappen relativ zum starren Feststellelement
20 feststellbar ist (Fig. 5c). In Fig. 5c ist also das am Schieber 13 angeordnete
Feststellelement 19 arretiert, sodass der Schieber 13 - beispielsweise durch einen
Rückstellmechanismus - nicht wieder ausfahrbar ist. Die Dämpfungswirkung der Dämpfvorrichtung
9 ist somit deaktiviert. Durch Überführen des Schalters 15a in eine Aktivierungsstellung
wird das Feststellelement 19 wieder freigegeben, sodass der Schieber 13 wieder rückstellbar
ist.
[0023] Fig. 6a zeigt einen Querschnitt eines Möbelscharniers 4 mit der Dämpfvorrichtung
9 in Montagelage. Das Möbelscharnier 4 weist einen als Scharnierarm 5a ausgebildeten
- vorzugsweise L-förmigen - Anschlagteil 5 auf, der über einen Gelenkhebel 7 schwenkbar
mit einem Scharniertopf 6 verbunden ist. Der Gelenkhebel 7 ist um eine scharniertopfseitige
Drehachse 23 verschwenkbar gelagert. Fig. 6b zeigt eine vergrößerte Detailansicht
des in Fig. 6a eingekreisten Bereiches. Gegen Ende der Schließbewegung trifft der
Gelenkhebel 7 auf die schräge Anschlagfläche 16 des Schiebers 13 auf und verschiebt
diesen relativ zum feststehenden Kolben 22. Der Dämpfungshub der Dämpfvorrichtung
9 verläuft im Wesentlichen rechtwinklig zur Drehachse 23. Durch den Schalter 15a ist
der Schieber 13 in der eingedrückten Endstellung relativ zum Gehäuse 12 der Dämpfvorrichtung
9 arretierbar, wodurch die Dämpfungswirkung deaktivierbar ist.
[0024] Fig. 7 zeigt die Dämpfvorrichtung 9 in einem Längsschnitt. Innerhalb der Fluidkammer
21 ist der Kolben 22 mit der Kolbenstange 17 gelagert. Erkennbar ist ein außerhalb
der Fluidkammer 21 gelegener Rückstellmechanismus 26 in Form zweier Rückstellfedern,
welche sich einerseits an Anschlägen 24 des Gehäuses 12, andererseits an Gegenanschlägen
25 des Schiebers 13 abstützen. Durch den Rückstellmechanismus 26 kann der Schieber
13 nach erfolgtem Dämpfungshub wieder in eine für den nächsten Dämpfungshub vorgesehene
Bereitschaftsstellung rückgestellt werden. Selbstverständlich ist es auch möglich,
eine Rückstellfeder im Inneren der Fluidkammer 21 anzuordnen, welche einerseits am
Boden 30 der Fluidkammer 21 und anderseits am Kolben 22 abstützbar ist und so den
Kolben 22 wieder in die Bereitschaftsstellung drückt.
[0025] Die vorliegende Erfindung beschränkt sich nicht auf das gezeigte Ausführungsbeispiel,
sondern erstreckt sich auf alle Varianten und technischen Äquivalente, welche in die
Reichweite der nachfolgenden Ansprüche fallen können. Auch sind die in der Beschreibung
gewählten Lageangaben, wie z.B. oben, seitlich, usw. auf die unmittelbar dargestellte
Figur bezogen und sind bei einer Lageänderung sinngemäß auf die neue Lage zu übertragen.
1. Dämpfvorrichtung (9) zur Dämpfung einer Bewegung eines bewegbar gelagerten Möbelteiles
(3) oder eines bewegbar gelagerten Möbelbeschlagbauteiles eines Möbelbeschlages, mit
einem in einer Fluidkammer (21) angeordneten Kolben (22), wobei eine Dämpfwirkung
durch eine Relativbewegung zwischen Fluidkammer (21) und Kolben (22) erfolgt und wobei
der Kolben (22) am Ende des Dämpfungshubes relativ zur Fluidkammer (21) eine eingedrückte
Endstellung einnimmt und wobei die Dämpfvorrichtung (9) zur Deaktivierung der Dämpfungswirkung
eine Verriegelungsvorrichtung (15) mit einem manuell oder mit einem Werkzeug zu betätigenden
Arretierelement (15a) aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass durch das Arretierelement (15a) der Verriegelungsvorrichtung (15) die Relativstellung
zwischen der Fluidkammer (21) und dem Kolben (22) in der eingedrückten Endstellung
lösbar arretierbar ist.
2. Dämpfvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Dämpfvorrichtung (9) ein Gehäuse (12) und einen relativ dazu bewegbaren, vorzugsweise
verschiebbaren, Schieber (13) aufweist, wobei vorzugsweise vorgesehen ist, dass das
Arretierelement (15a) am Gehäuse (12) angeordnet und die Fluidkammer (21) im Schieber
(13) ausgebildet ist.
3. Dämpfvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Arretierelement (15a) zwischen einer ersten Schaltstellung, in welcher die Dämpfungswirkung
der Dämpfvorrichtung (9) aktiviert ist, und einer zweiten Schaltstellung, in welcher
die Dämpfungswirkung der Dämpfvorrichtung (9) deaktiviert ist, beweglich gelagert
ist.
4. Dämpfvorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Arretierelement (15a) genau zwei Schaltstellungen aufweist.
5. Dämpfvorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Gehäuse (12) eine Ausnehmung (31) aufweist, in welcher das Arretierelement (15a)
bewegbar gelagert ist, wobei das Arretierelement (15a) die Ausnehmung (31) durchgreift.
6. Dämpfvorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass zum Arretieren der eingedrückten Endstellung ein Feststellelement (20) vorgesehen
ist, welches durch das Arretierelement (15a) relativ zur Richtung des Dämpfungshubes,
vorzugsweise ausschließlich, quer, vorzugsweise im Wesentlichen rechtwinklig, bewegbar
ist, wobei vorzugsweise vorgesehen ist, dass das Arretierelement (15a) zusammen mit
dem Feststellelement (20) einstückig ausgebildet ist.
7. Dämpfvorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass ein manuell oder mit einem Werkzeug zu betätigender Teil des Arretierelementes (15a)
auf einer ersten Seite der Ausnehmung (31) und das Feststellelement (20) auf einer
zweiten Seite der Ausnehmung (31) angeordnet ist.
8. Dämpfvorrichtung nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Feststellelement (20) in der eingedrückten Endstellung des Kolbens (22) mit einem
weiteren, am Schieber (13) angeordneten Feststellelement (19) feststellbar ist.
9. Dämpfvorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Feststellelement (20) im Wesentlichen starr und das weitere Feststellelement
(19) federnd ausgebildet ist.
10. Dämpfvorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Arretierelement (15a) eine Deaktivierungsstellung aufweist, in der die Dämpfwirkung
der Dämpfvorrichtung (9) deaktivierbar ist, wobei in der Deaktivierungsstellung des
Arretierelementes (15a) das federnde Feststellelement (19) über das starre Feststellelement
(20) hinweg verfahrbar ist, wobei das federnde Feststellelement (19) entgegen der
Kraft seiner federnden Wirkung verbiegbar ist und das federnde Feststellelement (19)
durch sein anschließendes Wiederaufschnappen relativ zum starren Feststellelement
(20) feststellbar ist.
11. Dämpfvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass ein Rückstellmechanismus (26) - vorzugsweise mit zumindest einer Rückstellfeder -
vorgesehen ist, durch den der Kolben (22) in eine ausgefahrene Endstellung relativ
zur Fluidkammer (21) bewegbar ist.
12. Dämpfvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Kolben (22) in Montagelage feststehend angeordnet ist und dass die Fluidkammer
(21) beim Dämpfungshub relativ zum feststehenden Kolben (22) verschiebbar gelagert
ist.
13. Dämpfvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass das Arretierelement (15a) als linear verschiebbarer Schalter mit wenigstens zwei
Schaltstellungen ausgebildet ist, wobei in einer ersten Schaltstellung die Dämpfungswirkung
der Dämpfvorrichtung (9) aktiviert ist und in einer zweiten Schaltstellung die Dämpfungswirkung
der Dämpfvorrichtung (9) deaktiviert ist.
14. Möbelscharnier mit einer Dämpfvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 13.
15. Möbelscharnier nach Anspruch 14,
dadurch gekennzeichnet, dass das Möbelscharnier (4) ein korpusseitiges Anschlagteil (5) und einen damit gelenkig
verbundenen Scharniertopf (6) zur Befestigung an Möbelteilen (2, 3) aufweist, wobei
- die Dämpfvorrichtung (9) in Montagelage im Wesentlichen vollständig innerhalb des
Scharniertopfes (6) angeordnet ist oder wobei
- die Dämpfvorrichtung (9) - bei bereits miteinander gelenkig verbundenen Anschlagteil
(5) und Scharniertopf (6) - von oben her in den Scharniertopf (6) einsetzbar und innerhalb
des Scharniertopfes (6) anordenbar ist, wobei die Dämpfvorrichtung (9) mit dem Scharniertopf
(6) über zusammenwirkende Befestigungsmittel (11a, 11b) in dieser Montagelage miteinander
verbindbar ist,
wobei vorzugsweise vorgesehen ist, dass das Arretierelement (15a) - bei im Scharniertopf
(6) angeordneter oder eingesetzter Dämpfvorrichtung (9) - für die manuelle oder mit
einem Werkzeug erfolgende Betätigung zugänglich ist.