[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung und ein Verfahren zur einfachen und sicheren
Befestigung eines Geräteträgers, bevorzugt für Beiboote, an einer Segel- oder Motoryacht
und zum sicheren Transport der daran befestigten Geräte während der Fahrt.
[0002] Solche Geräteträger dienen insbesondere zur Befestigung und Halterung von Beibooten,
mit oder ohne Motor, am Heck von Segel- oder Motoryachten, die zur Sicherheit für
die Besatzung und zum sicheren Anlanden am Ufer mitgeführt werden.
[0003] Herkömmliche Methoden für das Mitführen eines Beibootes basieren auf folgenden Prinzipien:
- 1. Das Beiboot liegt auf dem Bug des Schiffes.
- 2. Das Beiboot liegt auf dem Kabinendach.
- 3. Das Beiboot ist mit einer Leine an die Segelyacht oder das Motorschiff angehängt,
bevorzugt am Heck oder während der Hafenmanöver oft auch an der Seite mit einer Leine
zur Bug- oder Mittschiffs-Klampe.
- 4. Das Beiboot wird an Davits hängend mitgeführt.
[0004] Sämtliche der oben genannten Mitführungsarten haben entscheidende Nachteile.
[0005] Wird das Beiboot auf dem Schiff selbst transportiert (1 und 2), wird der Skipper
und die Crew in Ihrer Sicht nach vorne behindert. Abhängig von der Größe des Beibootes
ist diese Sichtbehinderung aus Sicherheitsgründen eigentlich nicht zu verantworten
oder behindert notwendige Manöver.
[0006] Ferner belegt das Beiboot wertvollen Platz auf dem naturgemäß bei Schiffen beengten
Flächen. In der Regel wird das Beiboot im Bereich der Arbeitsfläche im Bugbereich
abgelegt. Damit gehen mehrere Gefahren einher. Zum einen kann die Crew notwendige
Arbeiten bei Problemen mit dem Vorsegel, Gennaker oder Spinnaker mangels Platz nur
eingeschränkt durchführen. Zum anderen können sich das oder die Vorsegel-Leinen (Schoten)
bei Segelmanövern im Beiboot verfangen.
[0007] Das zu Wasser lassen beziehungsweise das Hochziehen des Beibootes ist häufig nur
durch mindestens zwei Crewmitglieder durch kräfte- und zeitraubende Arbeit möglich.
[0008] Bei der dritten Lösung wird das Beiboot durch eine Leine am Heck der Yacht vertäut.
Ab ca. 20 Knoten Windgeschwindigkeit (entspricht ca. Windstärke 4) und entsprechendem
Seegang, kann das Beiboot vom Wasser abheben und durch die Luft geschleudert werden
wobei gegebenenfalls wichtige Teile des Schiffes beschädigt, die Crew verletzt werden
oder die Zugleine reißen kann. Im schlimmsten Fall geht das Beiboot verloren.
[0009] Beim Anhängen des Beibootes Mitschiffs oder von der Bug-Klampe aus, kann es bei größeren
Wellen vorkommen, dass sich das Beiboot unter den Rumpf des Schiffes zieht und damit
Schäden am Beiboot und am Rumpf der Schiffes, gegebenenfalls am Bugstrahlruder oder
der Schiffsschraube, möglich sind.
[0010] Der notwendige Außenborder vom Beiboot muss bei diesen drei Alternativen zeitweilig
abgebaut und separat verstaut werden. Ausnahmen sind eigentlich aus Sicherheitsgründen
oder Umweltschutzgründen selbst bei der dritten Alternative nicht möglich.
[0011] In der vierten Lösung wäre der Außenborder zwar nicht notwendigerweise abzubauen,
aber die Lösung mit Hilfe von Davits ist gegenüber den anderen Lösungen teuer und
benötigt entsprechend Platz an Bord für die Davits, so dass sie praktikabel nur bei
größeren Yachten und Schiffen zweckmäßig sind.
[0012] Keiner der Yacht-Hersteller und Werften hat sich bisher dieses Problems angenommen
obwohl teilweise sicherheitsrelevante Probleme entstehen können.
[0013] Eine alternative Lösung für eine Haltevorrichtung ist in dem US Patent Nr.
US 5,018,475 beschrieben. Über eine lösbare Verbindung werden zwei Ausleger einer Haltevorrichtung
am Beiboot in zwei Ösen an der Plattform der Yacht eingehängt und mittels eines federbetätigte
Schnappverschlusses am Herausrutschen aus den Ösen gehindert. Dadurch wird eine mehr
oder weniger feste Verbindung zwischen Beiboot und Yacht geschaffen, die nur noch
eine Drehung um die beide Ösen verbindende Achse erlaubt. In der Deutschen Patentanmeldung
Nr.
10 2012 006 766 A1 wurde bereits eine zu den vorstehenden Lösungen vereinfachte mechanische Haltevorrichtung
beschrieben. Deren Inhalt wird hierin vollständig übernommen.
[0014] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine verbesserte Haltevorrichtung zu entwickeln,
mit welcher ein Beiboot oder ein anderes mitzuführendes Anbauteil im Heckbereich eines
Schiffes noch sicherer und einfacherer mitgeführt werden können. Erfindungsgemäß wird
die Aufgabe durch eine Haltevorrichtung gemäß Anspruch 1 gelöst. Die zur Befestigung
des Beibootes oder des lösbar mitzuführenden Anbaus am Schiff erforderliche Mechanik
der Haltevorrichtung besteht aus zwei wesentlichen Teilen, nämlich:
- einer Anzahl von Auslegern (d.h. einer oder mehrere, bevorzugt mindestens zwei, aber
auch drei oder mehrere) mit einer hakenförmigen Kupplung, die an dem Beiboot oder
Anbauteil feste oder abnehmbar angebracht sind
- einer Anzahl von Aufnehmern (d.h. einer oder mehrere, bevorzugt mindestens zwei, aber
auch drei oder mehrere), die mindestens eine Kupplungsachse umfassen und am Heck oder
einem dort feste installierten Anbau des Schiffes so angebracht sind, dass die Ausleger
mit der hakenförmigen Kupplung in die Kupplungsachse eingehängt und durch Drehung
des Auslegers oder des Aufnehmers um die Kupplungsachse ab einem bestimmten Drehwinkel
wie in Anspruch 1 definiert arretiert werden.
[0015] Bei mehreren Aufnehmern werden diese gemäß einer bevorzugten Ausführungsform im gleichen
Abstand montiert wie die Ausleger am Beiboot oder einem mitzuführenden Anbauteil,
so dass jeweils ein Ausleger in ein korrespondierendes Anbauteil eingreifen kann.
Wenn mehr Aufnehmer als Ausleger im System beinhaltet sind, werden diese bevorzugt
so angeordnet, dass mindestens zwei Ausleger in zwei korrespondierende Aufnehmer eingreifen
können. Die freien Aufnehmer können entweder für weitere Anbauteile verwendet werden
oder dienen zur unterschiedlichen Positionierung des Beibootes oder des mitzuführenden
Anbauteils.
[0016] Alternativ zu der vorhergehenden Ausführungsform ist es auch möglich, zwei oder mehrere
Ausleger in einen Aufnehmer einzuhängen, wenn dieser zum Beispiel als eine Einzelstange
ausgebildet ist, in die mehrere Ausleger gleichzeitig eingreifen können.
[0017] Hierzu kann der Aufnehmer zum Beispiel aus einem Rohr beziehungsweise einer Stange
mit 10 bis 100 cm Länge, bevorzugt etwa 10 bis 20 cm für eine Kupplung von einzelnen
Auslegern bzw. etwa 50 bis 100 cm, insbesondere etwa 60 bis 70 cm, für die Kupplung
von zwei oder mehreren Auslegern in die gleiche Stange sein. Diese Ausführungsvariante
ist billiger zu produzieren, einfacher am Schiff zu befestigen und vielfältiger nutzbar,
als einzelne, speziell in der Breite an die Ausleger angepasste Aufnehmer und haben
die gleiche Funktionalität. Jedoch kann durch den fehlenden seitlichen Halt, die Fixierung
des Beibootes oder der Anbauten etwas unsicherer werden, wobei die generelle Arretierung
ebenso geleistet werden kann.
[0018] Das allgemeine Prinzip der erfindungsgemäßen Haltevorrichtung wird im Folgenden an
Hand des Mitführens eines Beibootes detaillierter beschrieben, ohne die Haltevorrichtung
auf diese Anwendung zu beschränken. Das Heck des Beibootes wird entweder direkt oder
durch Verwendung einer Leine hochgehoben und die Ausleger werden in die Aufnehmer
an dem Schiff, insbesondere einer Motor- oder Segelyacht (im Folgenden auch einfach
"Yacht" genannt) eingehakt. Wie sich bei der Beschreibung zeigen wird, eignet sich
dieses Prinzip insbesondere für kleinere Yachten, zum Beispiel Yachten mit einer Länge
von bis zu 20 Metern.
[0019] Die Aufnehmer an der Yacht haben zwei wesentliche Vorteile. Durch die Konstruktion
ergibt sich eine Art Fanghaken, der es erlaubt, die Ausleger ohne großen Kraftaufwand
auf die Aufnehmer zu legen und in die Kupplungsachsen einzuhängen. Damit ist das Beiboot
schon mal vorläufig an der Yacht gesichert.
[0020] Über einen im achterlichen Bereich oder am Masten des aufnehmenden Schiffes und am
Bug des Beibootes angebrachten Seilzug wird das Beiboot mit dem Bug voran in eine
annähernd aufrechte Position gezogen. Das Beiboot ist somit an seinem Heck mit dem
Heck der aufnehmenden Yacht verbunden. Mit dem Bug steht es in einem Winkel zwischen
45° und 90° nach oben.
[0021] Durch die Form und Art der hakenförmigen Kupplung im Ausleger wird beim Hochziehen
des Beibootes zunächst das Beiboot mit dem daran montierten Ausleger auf der Hauptachse
bis zum Anschlag der hakenförmigen Kupplung geschoben. Dann wird das Beiboot an seinem
Bug nach oben gezogen. Dabei bewegt sich der Bug des Beibootes bogenförmig zusammen
mit dem Ausleger auf der Hauptachse nach oben und die hakenförmige Kupplung dreht
sich um die Kupplungsachse in eine Arretierungsposition, in der ein Herausrutschen
der hakenförmigen Kupplung von der Kupplungsachse verhindert ist. Das Gewicht des
Beibootes und die spezielle Konstruktion der hakenförmigen Kupplung der Ausleger beziehungsweise
der Aufnehmer führen zu einer sehr festen Verbindung von Ausleger und Aufnehmer in
der Arretierungsposition. Selbst bei hohen Windstärken bis ca. 35 Knoten konnte kein
Problem festgestellt werden. Auch bei mechanischer Belastung der Kupplung durch, z.B.
Wind, Wellengang, Kränkung oder sonstige Einflüsse lässt sich das Beiboot am Heck
in der Arretierungsposition nicht mehr bewegen. Es ist somit sicher und fest arretiert.
[0022] Durch die feste Arretierung und die einfache Mechanik ist es nunmehr auch möglich,
schwere Beiboote (z.B. größer 70 kg) zu verwenden oder einen Motor (z.B. Außenborder)
am Beiboot zu belassen, währen das Beiboot in der erfindungsgemäßen Haltevorrichtung
transportiert wird.
[0023] Die erfindungsgemäße Haltevorrichtung erlaubt es, das Beiboot durch wenige Handgriffe,
durchgeführt in umgekehrter Reihenfolge wieder zu Wasser zu lassen. Wenn heute dazu
ein Aufwand von zwei Crew-Mitgliedern, viel Kraft und Zeit notwendig ist, so ermöglicht
die erfindungsgemäße Haltevorrichtung dies in wenigen Minuten durch eine Person nahezu
ohne Krafteinsatz. Die Kraftanstrengung ist dabei deutlich geringer und der Vorgang
ist auch von körperlich schwächeren Crew-Mitgliedern leicht durchzuführen.
[0024] Das Mitführen eines Beibootes am Heck der Yacht behindert nicht mehr die Sicht des
Skippers und der Crew, da es nicht mehr auf dem Bug oder Kabinendach in direkter Sichtverbindung
nach vorne liegt.
[0025] Da das Beiboot nicht mehr auf Deck gehievt bzw. nicht mehr vom Deck über den Seezaun
zu Wasser gelassen werden muss, ist das Risiko des Zerstörens des Seezaunes oder des
Beibootes während des Handlings des Beiboots aufgehoben.
[0026] Das Risiko des Verlustes des Beibootes wird deutlich reduziert. Es ist sicher befestigt
und wird auch durch höhere Windstärken nicht vertrieben. Dabei wird auch die Verletzungsgefahr
oder Beschädigungsgefahr bei Sturm durch ein durch die Luft geschleudertes Beiboot
verringert.
[0027] Der ohnehin auf dem Schiff nur begrenzte Raum beziehungsweise die für Manöver erforderliche
Arbeitsfläche wird durch das Beiboot nicht weiter reduziert. Ein Verfangen der Schoten
am Beiboot während eines Segelmanövers ist ausgeschlossen.
[0028] Durch die vorstehend beschriebene einfache Bedienbarkeit und sichere Arretierungsmöglichkeit
der erfindungsgemäßen Haltevorrichtung kann diese gemäß einem weiteren Gesichtspunkt
der Erfindung auch für Zusatzanwendungen an Schiffen, insbesondere Motor- und Segelyachten,
verwendet werden. Dabei können die Ausleger zur Halterung von Geräteträgern für Bade-
oder Angelplattformen, Grillplattformen, Fahrrad-oder Zweiradträger (z. B. für leichte
Mofas oder elektrische Fahrräder), Solarpanels, Tischen und ähnlichen Geräten verwendet
werden. Das zugrundeliegende Prinzip ist das gleiche wie vorstehend zur Halterung
eines Beibootes am Heck einer Yacht beschrieben wurde. Dabei können diese Halterungen
auch für die Halterung von Anbauteilen, zum Beispiel im Bugbereich oder Seitenbereich
eines Schiffes, eingesetzt werden. Der Vorteil liegt darin, dass die Haltevorrichtung
vielfältig einsetzbar ist, die Anbauten außenbords mitgeführt und sicher gehalten
werden können. So kann zum Beispiel bei Verwendung einer Plattform als Grillplattform
ein Grill (z.B. typischer Gas-Grill der Firma Weber) komplett außenbords verwendet
werden und nach Gebrauch wieder an Bord verstaut werden. Diese Maßnahme erhöht die
Sicherheit bei dessen Verwendung.
[0029] Weitere erfindungsgemäße Ausgestaltungen ergeben sich aus der nachstehenden Beschreibung
von bevorzugten Ausführungsformen der erfindungsgemäßen Haltevorrichtung.
[0030] Erfindungsgemäß weisen die Aufnehmer zusätzlich zur Kupplungsachse eine Blockiervorrichtung,
wie zum Beispiel eine Blockierachse oder ein Blockierblech auf. Die Blockiervorrichtung
greift beispielsweise in die hakenförmige Kupplung ein und verhindert eine lineare
Bewegung des jeweiligen Auslegers im Arretierungszustand, bevorzugt nach einer Drehung
des Auslegers um etwa 25 bis 40 Grad aus der Horizontalen, weiter bevorzugt um etwa
27 bis etwa 35, insbesondere ab etwa 30 Grad. Beispielsweise ist die Blockiervorrichtung
durch die Drehung dann so weit in die Aussparung der hakenförmigen Kupplung am Ausleger
eingetreten, dass sie bei einer linearen Bewegung an die Nase der hakenförmigen Kupplung
anstoßen würde und somit ein Herausrutschen der hakenförmigen Kupplung aus der Kupplungsachse
verhindert. Der Drehwinkel, ab dem eine solche Blockade eintreten soll, kann durch
die Position der Blockiervorrichtung, zum Beispiel bei einer bevorzugt parallel zur
Kupplungsachse angebrachten Blockierachse, oder durch die besondere Form des Blockierblechs,
bevorzugt eine S-Form, die sich vom rückwandigen Teil des Aufnehmers nach oben schlängelt
und an der Kupplungsachse befestigt ist, bestimmt werden. Die vorstehenden Werte für
die Drehung bis zur Blockierung sind lediglich bevorzugte Werte, die für andere Anwendungen
wie spezielle Anbauten oder Beiboote auch entsprechend kleiner oder größer gewählt
werden können.
[0031] Gemäß einem weiteren Gesichtspunkt der erfindungsgemäßen Haltevorrichtung ist diese
so ausgestaltet, dass das Beiboot oder Anbauteil während der Fahrt mittels eines an
einem von den Befestigungspunkten der Ausleger beabstandeten Punkt befestigten Seilzug
in Arretierungsposition, bevorzugt in einem Drehwinkel zwischen 30 und 90 Grad, bezogen
auf die horizontale Lage des Beibootes oder Anbauteils, gehalten wird. Um ein zufälliges
Herausrutschen aus der Kupplungsachse zu verhindern, ist es bevorzugt, dass der Drehwinkel
etwas größer als der kleinste zur Sicherung geeignete Drehwinkel ist.
[0032] Die erfindungsgemäße Haltevorrichtung kann gemäß einem weiteren Gesichtspunkt Ausleger
jeweils auf der Steuerbord- und Backbord-Seite des Heckspiegels des Beibootes aufweisen,
die mit der hakenförmigen Kupplung vom Beiboot weg zeigend angebracht sind. Durch
die Verwendung von zwei Auslegern und entsprechenden Aufnehmern kann eine verbesserte
Stabilität erreicht werden. Dies ist insbesondere bei schwereren oder weit ausreichenden
Anbauten zweckmäßig. Bei Verwendung eines Außenborders kann dieser zwischen den beiden
Auslegern angebracht werden und ist auch bei am Beiboot fest montierten Auslegern
funktionsfähig. Um genügend Platz für einen Außenborder zu schaffen, werden die Ausleger
bevorzugt in einem Abstand, von der Mitte des Beibootes aus gesehen, von zwischen
25 cm und 50 cm nach links und rechts angeordnet. So ergibt sich ein Abstand der beiden
Ausleger von etwa 50 cm bis 100 cm, je nach Breite des Beibootes. Weiter bevorzugt
ist der vertikale Abstand zum Beispiel auf 70 cm normiert, um ein austauschbares Haltesystem
zu schaffen, in dem mehrere Beiboote oder Anbauteile austauschbar mit dem gleichen
System verwendet werden können. Die Austauschbarkeit und eine Norm von 70 cm gewährleisten
die Verwendung des Systems mit allen heute gängigen Beibooten mit Spiegel.
[0033] Für die Befestigung am Spiegel eines Beibootes ist eine L-förmige Konstruktion der
Ausleger zweckmäßig, wobei der kleinere Schenkel bevorzugt feste oder abnehmbar mit
dem Spiegel verbunden ist und der längere Schenkel die hakenförmige Kupplung aufweist.
Beide Schenkel schließen bevorzugt einen Winkel von etwa 80 und 90 Grad ein, so dass
der längere Schenkel bevorzugt in etwa in der Horizontalen vom Spiegel des Beibootes
wegweist. Für gängige Schlauchboote beträgt der Winkel etwa 83 Grad.
[0034] Die Höhe, in welcher die beiden Ausleger angebracht werden, ist beim schwimmenden
Beiboot ungefähr in der Höhe der Wasserfläche oder etwas darüber.
[0035] Beispielhafte Materialien für die Ausleger bestehen aus Vierkantmaterial oder abgerundetem
Vierkantmaterial oder Vierkant-Rohren aus Kunststoff, Karbonfaser-Material, Aluminium,
Edelstahl oder Stahlblechen, um eine entsprechende Stabilität zu gewährleisten. Die
Kanten sind dabei bevorzugt abgerundet, da dadurch die Stabilität der Konstruktion
weiter erhöht werden kann. Alternativ können auch Rohre in runder oder ovaler Form
oder U- bzw. I-förmige Trägerelemente für die Ausleger verwendet werden. Um zum Beispiel
die Stabilität und die Funktionalität der hakenförmigen Kupplung zu gewährleisten,
kann optional an den Enden eines solchen Auslegers ein Vierkantrohr aufgeschweißt
werden.
[0036] Weiter bevorzugt können die Ausleger einen verlängerbaren Auslegerarm (längerer Schenkel)
aufweisen, der aus zwei zusammensteckbaren und miteinander fixierbaren Formrohrteilen
aufgebaut ist und an dessen Ende die hakenförmige Kupplung angeordnet ist. Am kurzen
Schenkel weisen diese eine Befestigungseinheit für die Anbringung am Spiegel eines
Beibootes auf. Durch die Verwendung von zusammensteckbaren Auslegerarmelementen kann
die Länge des Auslegers auf die baulichen Gegebenheiten des Beibootes angepasst werden.
Durch die mögliche Verschiebung und Arretierung, wie zum Beispiel mittels herkömmlicher
Schnapp- oder Steckverschlüsse, sonstigen Schnellverschlüssen oder festen Arretierungsmöglichkeiten,
des langen Schenkels des Auslegers kann der Abstand des Beibootes auch während des
Transports eingestellt werden, zum Beispiel, um am Heck mehr Platz zu schaffen oder
um mit dem Heck näher ans Kai heranfahren zu können.
[0037] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Haltevorrichtung kann
der oder die Aufnehmer aus einem U-förmigen Grundbauteil aus Kunststoff, Karbonfaser-Verbundmaterial,
Aluminium, Edelstahl oder Stahlblech bestehen, das feste oder drehbar gelagert mit
dem Schiff verbunden ist. Wenn das Grundbauteil des Aufnehmers drehbar gelagert ist,
dient die Drehung zur Arretierung des eingehängten Auslegers wie vorstehend beschrieben
ist. Dabei ist nach der Drehung des Grundbauteils des Aufnehmers in eine Arretierungsposition
dieses ebenfalls zu arretieren, um eine Sicherung der Kupplung des Aufnehmers mit
dem Ausleger zu gewährleisten. Bei Drehung des Auslegers um einen festen Aufnehmer
hingegen übernimmt zum Beispiel die Halteleine am Bug des Beibootes diese Sicherungsfunktion.
[0038] Bevorzugt weist das U-förmige Grundbauteil mindestens eine Kupplungsachse und mindestens
eine Blockierachse oder mindestens ein Blockierblech zwischen den beiden Seitenteilen
auf, wobei der Ausleger mit der hakenförmigen Kupplung in die Kupplungsachse drehbar
eingehängt ist. Die Anordnung der Kupplungsachse und der Blockierachse im Aufnehmer
sind an die Form und Ausfräsung des hakenförmigen Kupplungsteils angepasst, so dass
nach einer Drehung von etwa 30 Grad, die Blockierachse ein Herausrutschen des hakenförmigen
Kupplungsteils des Auslegers aus der Kupplungsachse des Aufnehmers verhindert. Beispielsweise
blockiert die Blockierachse oder das Blockierblech eine lineare Bewegung des Kupplungsteils
in der Arretierungsposition, erlaubt diese Bewegung aber im nicht gedrehten Zustand
(Ausgangszustand beim Einhängen des Auslegers in den Aufnehmer).
[0039] Für ein zweckmäßige Anordnung der Haltevorrichtung, insbesondere für den Transport
eines Beibootes oder einer Badeplattform, ist es vorteilhaft, wenn der oder die Aufnehmer
entweder außen am Heck oder versenkt im Heck des Schiffes angebracht sind, da sie
dadurch bei den meisten Manövern nicht im Weg sind und dadurch die Verletzungsgefahr
verringert wird. Dabei können die Aufnehmer entweder direkt am Schiff befestigt werden
oder sie werden an eine bereits bestehende Plattform im Heckbereich montiert. Wenn
sie direkt am Heck oder auf einer Plattform montiert werden, können sie mit einem
Schutz-und Verstärkungselement, z.B. aus Holz oder Kunststoff, ummantelt sein, um
Verletzungen zu verhindern bzw. um Beschädigungen zu vermeiden. Dazu können die U-förmigen
Grundbauteile ummantelt werden oder direkt in einer Versenkung am Heck, z.B. einer
Heckklappe, angebracht werden, so dass nur Aussparungen mit der Kupplungsachse und
der optionalen Blockierachse frei liegen, in die die Ausleger eingehängt werden.
[0040] Die Herstellung erfolgt zum Beispiel durch Unternehmen in der Metall-, Kunststoff-,
Kohlefaser-Verbundwerkstoffe- und Holz-Branche. Nach Fertigstellung der Metallteile
werden diese durch ein geeignetes Verfahren gegen Umwelteinflüsse (insbesondere Seewasser)
behandelt, z.B. eloxiert. Einige Elemente der Erfindung können entweder aus Aluminium,
Edelstahl, Stahl, Kohlefaser-Verbundwerkstoffen, Holz oder aus schlagfestem Kunststoff
sein, sofern sie seewasserbeständig (Salzwasser) sind.
[0041] Im Folgenden wird die erfindungsgemäße Haltevorrichtung an Hand von Figuren beschrieben,
wobei für gleiche Bauelemente die gleichen Bezugszeichen verwendet werden. Die Figuren
sind lediglich zur Erläuterung gedacht, ohne die Erfindung auf spezielle Ausführungen
einzuschränken. Auch die Dimensionen sind beispielhafte Veranschaulichen des allgemeinen
Prinzips der Erfindung.
- Figur 1
- zeigt eine Anwendungsmöglichkeit der erfindungsgemäßen Haltevorrichtung.
- Figur 2
- zeigt eine Seitenansicht eines Auslegers.
- Figur 3A
- zeigt eine Vergrößerung der hakenförmigen Kupplung des Auslegers aus Fig. 2.
- Figur 3B
- zeigt die Vorderansicht des Auslegers aus Fig. 2.
- Figur 4
- zeigt eine räumliche Darstellung eines Aufnehmers.
- Figur 5
- zeigt den Aufnehmer aus Fig. 4 in der Seitendarstellung.
- Figur 6
- zeigt den Aufnehmer aus Fig. 4 von unten.
- Figur 7
- zeigt den Aufnehmer aus Fig. 4 von vorne.
- Figur 8
- zeigt den Aufnehmer im eingebauten Zustand.
- Figur 9
- zeigt eine Seitenansicht des Auslegers im Aufnehmer im Arretierungszustand.
- Figur 10
- zeigt einen alternativen Aufnehmer in der Seitendarstellung.
[0042] In der Figur 1 ist eine Anwendungsmöglichkeit der erfindungsgemäßen Haltevorrichtung
gezeigt. Am Heck 18 eines Schiffes 17 ist der Aufnehmer 19 als erster Teil der erfindungsgemäßen
Haltevorrichtung feste angebracht. Der Aufnehmer ist mit dem zweiten Teil der erfindungsgemäßen
Haltevorrichtung, nämlich dem Ausleger 20 lösbar verbunden. Der Ausleger 20 ist feste
am Spiegel des Beibootes 16 festgemacht. Das Beiboot wird über eine nicht gezeigte
Schnur hochgezogen und in dieser Arretierungsposition (Drehwinkel
α ca. 80 Grad) gehalten.
[0043] Der am Beiboot zu befestigende Teil der erfindungsgemäßen Haltevorrichtung wird als
Ausleger bezeichnet. Figur 2 zeigt eine Seitenansicht eines Auslegers, wie er in der
erfindungsgemäßen Haltevorrichtung eingesetzt werden kann. Der Ausleger wird am Heck
des Beibootes, dem Spiegel, feste oder wieder abnehmbar festgemacht.
[0044] Der hier gezeigte Ausleger besteht aus zwei Teilen. Ein Teil des Auslegers wird aus
zwei einzelnen Stücken zu einem nahezu rechtwinkligen, L-förmigen Teil zusammengebaut.
Dabei werden quadratische (hier gezeigt), runde oder rechteckige Formrohre verwendet.
Dieser Teil wird als Befestigungsschenkel 1 bezeichnet.
[0045] Der zweite Teil des Auslegers verlängert einen Teil des L-förmigen Befestigungsschenkels
1. Dieser Teil wird ebenfalls aus quadratischen (hier gezeigt), runden oder rechteckigen
Formrohren produziert und dient zur einfachen Längenverstellung. Dazu sind die beiden
Teile des Auslegers ineinander schiebbar ausgestaltet. Durch die mögliche Verschiebung
des beweglichen Teils des Auslegers kann der Abstand zur Yacht eingestellt werden.
Der verlängernde Teil des Auslegers wird auch als langer Schenkel 2 bezeichnet und
umfasst an seinem Ende die hakenförmige Kupplung 3. Beide Teile 1 und 2 bilden zusammen
den Ausleger.
[0046] Die hakenförmige Kupplung 3 ist in Figur 3A in Seitenansicht vergrößert dargestellt,
so dass man die Form der Ausfräsung erkennt. Figur 3B zeigt die hakenförmige Kupplung
in der Vorderansicht, wobei der hohle Grundkörper 4 des Auslegers deutlich wird.
[0047] Der zum Ausleger passende Aufnehmer 6 wird am Heck der Yacht festgemacht (siehe Figur
4). Der Ausleger wird mit der hakenförmigen Kupplung 3, hier eine hakenförmige Ausfräsung,
in die Kupplungsachse 7 des Aufnehmers an der Yacht eingehängt.
[0048] Figur 4 zeigt einen erfindungsgemäß einsetzbaren Aufnehmer 6, der zwischen beiden
parallelen Seiten der U-förmigen Anordnung zwei Achsen, nämlich eine Kupplungsachse
7 und eine Blockierachse 8, aufweist. Figur 5 zeigt die Achsenpositionen von der Seite.
Die Kupplungsachse 7 dient zum Einhängen der hackenförmigen Kupplung am Ausleger und
als Drehachse für den Ausleger bei der Arretierung. Die zweite Achse wird als Blockierachse
8 bezeichnet und sorgt für die feste Arretierung des Auslegers nach einer Drehung
um etwa 30 Grad.
[0049] Beide Achsen können unterschiedliche Dicken und eine ganz bestimmte Anordnung haben.
Die Kupplungsachse 7 muss die Last des Beibootes tragen und ist deshalb in drei bis
vierfacher Stärke im Vergleich zur Blockierachse 8 ausgeführt. Die Blockierachse dient
der Arretierung, das heißt verhindert eine lineare Verschiebung des Auslegers in der
Arretierungsposition, und trägt keine Last. Deshalb kann sie dünner als die Kupplungsachse
sein. Die Blockierachse 8 befindet sich in einem bestimmten Abstand und Winkel zur
Hauptachse, damit eine Arretierung beim Drehen des eingehängten Auslegers zustande
kommen kann. Hierauf wird später noch detaillierter eingegangen.
[0050] Figur 6 zeigt den Aufnehmer mit den beiden Achsen 7 und 8 von unten und Figur 7 von
vorne.
[0051] Die Figur 8 zeigt den Aufnehmer im eingebauten Zustand. Das U-förmige Grundbauteil
des Aufnehmers mit den beiden Achsen ist dabei in ein linkes und rechtes Schutz- und
Verstärkungselement 11.1 und 11.2 eingebettet, um zusätzliche Stabilität für die Konstruktion
zu bieten und um die Sicherheit des Bootsführers und der Mitfahrer zu gewährleisten.
Die beiden Elemente 11.1 und 11.2 sind hier zum Beispiel aus seewasserbeständigem
Kunststoff hergestellt, wobei sich Holz-, Metall- oder Verbundwerkstoffe ebenso dafür
eignen würden.
[0052] In der Figur 9 werden die Funktion und das Zusammenspiel der einzelnen Komponenten
der erfindungsgemäßen Haltevorrichtung deutlich.
[0053] Der Ausleger (genauer gesagt der lange Schenkel des Auslegers, der im Folgenden mit
2 bezeichnet wird) ist am Heck des Beibootes (nicht gezeigt) festgemacht. Mit seinem
Ende, der hakenförmigen Kupplung 3, wird dieser in den Aufnehmer 6, der am Heck der
Yacht angebracht ist, eingehängt. Dabei kommt die Ausfräsung des Auslegers auf der
Kupplungsachse 7 des am Heck der Yacht (nicht gezeigt) angebrachten Aufnehmers 6 zum
Liegen. Yacht und Beiboot stehen nun Heck an Heck und das Beiboot ist mit dem Ausleger
2 im Aufnehmer 6 eingehängt.
[0054] Als nächster Schritt wird nun versucht, durch eine Leine am Bug des Beibootes, dieses
durch Zug an der Beiboot-Bugleine nach oben zu ziehen. Die Leine kann dabei vom Bug
des Beibootes in Richtung Mastspitze und von dort über einen Winch ins Cockpit des
Schiffes laufen. Dort kann die Drehposition des Beibootes unter Zuhilfenahme des Winches
bestimmt werden. Sollte bei Yachten keine Dirk zur Verfügung stehen, so kann ein am
Achterstag vertäuter Seilzug hierfür verwendet werden.
[0055] Durch die sich ergebenden Kräfte sowie deren Richtungen und durch die Anordnung der
Achsen (Pins) im Aufnehmer 6 und durch die Form und Art der Ausfräsung im Ausleger
2, wird beim Hochziehen des Beibootes, zunächst der Ausleger 2 auf der Kupplungsachse
7 bis zum Ende der Ausfräsung geschoben. Nachdem dieser horizontalen, linearen Bewegung
durch das Ende der Ausfräsung kein Raum mehr gegeben wird, wird nun die Zugbewegung
am Bug des Schlauchbootes in eine Drehbewegung auf der Kupplungsachse 7 des Aufnehmers
umgesetzt. Der Bug des Beibootes wird nach oben gezogen. Dabei bewegt sich auch der
Ausleger 2 bogenförmig auf der Kupplungsachse 7 nach oben.
[0056] Die äußere Nase des Auslegers 2 wird nun gegen die Blockierachse 8 im Aufnehmer 6
gedrückt. Je größer der bogenförmige Winkel, relativ zur Horizontalen, ist, desto
weiter wird nun die Nase am Ausleger in die Blockierachse des Aufnehmers gedreht.
Ist das Schlauchboot in einer Stellung von circa 30 Grad zur Horizontalen (ungefähre
Position in Figur 8), so hat sich die Ausfräsung soweit auf die Blockier-Achse 8 geschoben,
dass der Ausleger 2 nicht mehr von der Kupplungsachse 7 des Aufnehmers 6 rutschen
kann. Das Schlauchboot kann nun nicht mehr durch eine lineare Bewegung aus der Halterung
entfernt werden. Es kann dann noch bis ca. 80 Grad nach oben gezogen werden. Dann
ist es vollständig gesichert.
[0057] Die Blockierachse 8 dient zur Verhinderung der linearen Bewegung des in die Kupplungsachse
7 eingehängten Auslegers 2, die insbesondere bei Wind, Wellenschlag, Kränkung des
Schiffes oder anderen Schlägen auf das Boot auf den Ausleger übertragen werden. Durch
die Arretierung mit Hilfe der Blockierachse 8 ist diese lineare Bewegung aber verhindert,
so dass mit einfachen Mitteln eine deutlich erhöhte Sicherheit gegenüber einer lediglich
auf dem Schwerkraftprinzip beruhenden Sicherung (z.B. ohne zweite Achse) gewährleistet
wird.
[0058] Alternativ zu der vorstehend aufgeführten Haltevorrichtung mit zwei Achsen, nämlich
einer Kupplungsachse und einer Blockierachse im Aufnehmer, kann die erfindungsgemäße
Haltevorrichtung anstelle der Blockierachse ein Blech zum Arretieren der Ausleger
besitzen. Die Figur 10 zeigt eine solche alternative Ausführungsform einer erfindungsgemäßen
Haltevorrichtung. Die Haltevorrichtung ist bis auf die alternative Lösung der Blockiervorrichtung
analog wie die in den Figuren 4 bis 9 dargestellte Haltevorrichtung aufgebaut, außer
dass sie ein S-förmiges Blockierblech 9 zum Arretieren des Auslegers 2 in der Arretierungsposition
(hier gezeigt) besitzt. Das S-förmige Blech ist dabei vom rückwärtigen Teil des Aufnehmers
6 derart in einer S-Form nach oben gebogen und an der Kupplungsachse 7 befestigt,
dass die Nase der hakenförmigen Kupplung 3 in der Arretierungsposition hinter das
Blech eingreift und somit ein Herausrutschen des Auslegers von der Kupplungsachse
auf Grund einer linearen Bewegung verhindert.
[0059] Die in den Figuren dargestellte Haltevorrichtung kann auch zum Transport und zur
Sicherung von anderen Anbauteilen, wie zum Beispiel, Badeplattformen oder Halterungen
für Solarpanels usw. eingesetzt werden, wobei das gleich Prinzip der Arretierung angewendet
werden kann. Die beispielhaften Erläuterungen an Hand eines Beibootes dienten lediglich
zur detaillierten Beschreibung des allgemeinen Prinzips der erfindungsgemäßen Haltevorrichtung
und der Fachmann kennt weitere Ausgestaltungen und Anwendungsbeispiele für diese Haltevorrichtung.
Insbesondere ist diese nicht nur am Heckbereich einer Yacht nutzbar, sondern kann
auch in anderen Bereichen einer Yacht eingesetzt werden. Die Erfindung besitzt Bedeutung
für alle Besitzer von Segel- oder Motoryachten, insbesondere für solche bis zu einer
Länge von ca. 20 Metern. Durch die Arretierungsmöglichkeit "Heck an Heck" ist jederzeit
ein nachträgliches Nachrüsten einer Segel- oder Motoryacht mit der erfindungsgemäßen
Haltevorrichtung möglich.
1. Haltevorrichtung zum Befestigen eines Beibootes (16) oder eines lösbar mitzuführenden
Anbauteils im Heckbereich (18) eines Schiffes (17), umfassend:
- eine Anzahl von Auslegern (20,1,2) mit einer hakenförmigen Kupplung (3), die an
dem Beiboot oder Anbauteil feste oder abnehmbar angebracht sind,
- eine Anzahl von Aufnehmern (6), die mindestens eine Kupplungsachse (7) umfassen
und am Heck oder einem dort fest installierten Anbau des Schiffes so angebracht sind,
dass die Ausleger (1,2) mit der hakenförmigen Kupplung (3) in die Kupplungsachse (7)
eingehängt und durch Drehung des Auslegers (1,2) oder des Aufnehmers (6) um die Kupplungsachse
(7) ab einem bestimmten Drehwinkel arretiert werden,
dadurch gekennzeichnet, dass die Aufnehmer (6) zusätzlich zur Kupplungsachse (7) eine Blockiervorrichtung (8,9)
aufweisen, die in die hakenförmige Kupplung (3) eingreift und eine lineare Bewegung
des jeweiligen Auslegers (1,2) im Arretierungszustand verhindert.
2. Haltevorrichtung gemäß Anspruch 1, wobei das Beiboot (16) oder Anbauteil während der
Fahrt mittels eines an einem von den Befestigungspunkten der Ausleger (1,2) beabstandeten
Punkt befestigten Seilzug in Arretierungsposition, bevorzugt in einem Drehwinkel zwischen
30 und 90 Grad, bezogen auf die horizontale Lage des Beibootes oder Anbauteils, gehalten
wird.
3. Haltevorrichtung gemäß einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Ausleger (1,2)
jeweils auf der Steuerbord- und Backbord-Seite des Heckspiegels des Beibootes (16)
mit der hakenförmigen Kupplung (3) vom Beiboot weg zeigend angebracht sind.
4. Haltevorrichtung gemäß einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Ausleger (1,2)
aus Vierkantmaterial oder abgerundetem Vierkantmaterial oder Vierkant-Rohren aus Kunststoff,
Karbonfaser-Material, Aluminium, Edelstahl oder Stahlblechen bestehen.
5. Haltevorrichtung gemäß einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Ausleger (1,2)
einen verlängerbaren Auslegerarm (2), der aus zwei zusammensteckbaren und miteinander
fixierbaren Formrohrteilen aufgebaut ist und an dessen Ende die hakenförmige Kupplung
(3) angeordnet ist, und eine Befestigungseinheit (1) aufweisen.
6. Haltevorrichtung gemäß einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Aufnehmer (6)
aus einem U-förmigen Grundbauteil aus Kunststoff, Karbonfaser-Verbundmaterial, Aluminium,
Edelstahl oder Stahlblech bestehen, das feste oder drehbar gelagert mit dem Schiff
verbunden ist.
7. Haltevorrichtung gemäß Anspruch 6, wobei das U-förmige Grundbauteil mindestens eine
Kupplungsachse (7) und mindestens eine Blockierachse (8) oder mindestens ein Blockierblech
(9) zwischen den beiden Seitenteilen aufweisen, wobei der Ausleger (1,2) mit der hakenförmigen
Kupplung (3) in die Kupplungsachse (7) drehbar eingehängt ist.
8. Haltevorrichtung gemäß einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Aufnehmer (6)
entweder außen am Heck (18) oder versenkt im Heck des Schiffes (17) angebracht sind.
9. Verwendung der Haltevorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche für Zusatzanwendungen
an Schiffen (17), insbesondere Motor- und Segelyachten, dadurch gekennzeichnet, dass die Ausleger (20,1,2) zur Halterung von Geräteträgern für Badeplattformen, Grillplattformen,
Solarpanels, Tischen und ähnlichen Geräten verwendet werden.
1. Holding device for fastening, to the stern area (18) of a ship (17), a ship's boat
(16) or an additional component to be detachably carried along, comprising:
- a plurality of arms (20, 1, 2) with a hook-shaped coupling (3) which is rigidly
or detachably connected to the ship's boat or additional component,
- a plurality of receiving portions (6) which comprise at least one coupling shaft
(7) and are mounted on the stern or an additional part of the ship permanently installed
on the stern in such a way that said arms (1,2) are hooked into the coupling shaft
(7) by the hook-shaped coupling (3), and by a rotation of the arm (1, 2) or the receiving
portion (6) about the coupling shaft (7) are locked in place when a defined angle
of rotation is reached,
characterized in that
the receiving portions (6) have, in addition to the coupling shaft (7), a locking
device (8,9) which engages in the hook-shaped coupling (3) thus inhibiting the linear
movement of each arm (1, 2) once it is arrested.
2. Holding device according to claim 1 wherein the ship's boat (16) or additional component
is retained in the arresting position during the journey by means of a rope winch
mounted at a point away from the attachment point of the arms (1, 2), preferably at
a rotating angle between 30 and 90 degrees relative to the horizontal position of
the ship's boat or additional component.
3. Holding device according to any one of the preceding claims wherein the arms (1, 2)
are mounted at the starboard side and the port side of the transom of the ship's boat
(16) with the hook-shaped coupling (3) pointing away from the ship's boat.
4. Holding device according to any one of the preceding claims wherein the arms (1, 2)
are made of square-type material or rounded square-type material or square-type tubes
made of plastic, carbon fibre material, aluminium, stainless steel or steel plates.
5. Holding device according to any one of the preceding claims comprising the arms (1,
2) having an extendible arm (2) consisting of two shaped tubes which can be put together
and fixated with each other and at the end of which the hook-shaped coupling (3) is
arranged, and a fixation unit (1).
6. Holding device according to any one of the preceding claims wherein the receiving
portions (6) consist of a U-shaped basic component made of plastic, carbon-fibre composite
material, aluminium, stainless steel or steel plate which is firmly connected or pivoted
to the ship.
7. Holding device according to claim 6 wherein the U-shaped basic component has at least
one coupling shaft (7) and at least one locking shaft (8) or at least one locking
plate (9) between the two lateral parts wherein the arm (1, 2) with the hook-shaped
coupling (3) is pivoted in the coupling shaft (7).
8. Holding device according to any one of the preceding claims wherein the receiving
portions (6) are either attached at the outside of the stern (18) or counter-sunk
in the stern of the ship (17).
9. Use of the holding device according to any one of the preceding claims for additional
applications in ships (17), in particular motor yachts and sailing yachts, characterised in that the arms (20, 1, 2) are used for holding device carriers for bathing platforms, barbecue
platforms, solar panels, tables and similar devices.
1. Dispositif de maintien pour la fixation, à la poupe (18) d'un bateau (17), d'un canot
(16) ou d'une partie rapportée à emporter de façon détachable, comportant :
- une pluralité de bras (20, 1, 2) ayant un accouplement en forme de crochet (3),
qui sont montés de façon fixe ou amovible sur le canot ou la partie rapportée ;
- une pluralité d'éléments de réception (6), qui comportent au moins un axe d'accouplement
(7) et sont montés à la poupe ou sur une extension du bateau qui y est installée de
façon permanente de telle sorte que les bras (1, 2) sont accrochés par l'accouplement
en forme de crochet (3) dans l'axe d'accouplement (7) et, par une rotation du bras
(1, 2) ou de l'élément de réception (6) autour de l'axe d'accouplement (7), sont arrêtés
lorsque un angle de rotation défini est atteint,
caractérisé par le fait que
les éléments de réception (6) présentent, en plus de l'axe d'accouplement (7), un
dispositif de blocage (8, 9), qui vient en prise dans l'accouplement en forme de crochet
(3) et empêche un mouvement linéaire du bras respectif (1, 2) dans l'état d'arrêt.
2. Dispositif de maintien selon la revendication 1, dans lequel le canot (16) ou la partie
rapportée est maintenu dans la position d'arrêt pendant le voyage au moyen d'un câble
de traction fixé à un point à distance des points de fixation des bras (1, 2), de
préférence dans un angle de rotation entre 30 et 90 degrés, par rapport à la position
horizontale du canot ou de la partie rapportée.
3. Dispositif de maintien selon l'une des revendications précédentes, dans lequel les
bras (1, 2) sont montés respectivement sur le côté tribord et le côté bâbord de la
traverse du canot (16) avec l'accouplement en forme de crochet (3) tourné à l'opposé
du canot.
4. Dispositif de maintien selon l'une des revendications précédentes, dans lequel les
bras (1, 2) sont faits d'un matériau de section carrée ou d'un matériau de section
carrée arrondie ou de tubes de section carrée en matière plastique, matériau à base
de fibres de carbone, aluminium, acier inoxydable ou tôles d'acier.
5. Dispositif de maintien selon l'une des revendications précédentes, dans lequel les
bras (1, 2) présentent un bras extensible (2), qui est formé de deux parties de tube
façonnées emboîtables et aptes à être fixées l'une à l'autre et à l'extrémité duquel
l'accouplement en forme de crochet (3) est disposé, et une unité de fixation (1).
6. Dispositif de maintien selon l'une des revendications précédentes, dans lequel les
éléments de réception (6) sont faits d'un composant de base en forme de U en matière
plastique, matériau composite à base de fibres de carbone, aluminium, acier inoxydable
ou tôle d'acier, qui est relié de manière fixe ou monté pivotant sur le bateau.
7. Dispositif de maintien selon la revendication 6, dans lequel le composant de base
en forme de U présente au moins un axe d'accouplement (7) et au moins un axe de blocage
(8) ou au moins une tôle de blocage (9) entre les deux parties latérales, le bras
(1, 2) ayant l'accouplement en forme de crochet (3) étant accroché de façon tournante
dans l'axe d'accouplement (7).
8. Dispositif de maintien selon l'une des revendications précédentes, dans lequel les
éléments de réception (6) sont disposés soit à l'extérieur de la poupe (18) soit encastrés
dans la poupe du bateau (17).
9. Utilisation du dispositif de maintien selon l'une des revendications précédentes pour
des utilisations supplémentaires sur des bateaux (17), en particulier des yachts à
moteur et des yachts à voile, caractérisée par le fait que les bras (20, 1, 2) sont utilisés pour le maintien de supports d'appareils pour des
plateformes de baignade, des plateformes de barbecue, des panneaux solaires, des tables
et des appareils similaires.