[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Reduzierung des Energieverbrauchs einer
Förderpumpe gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1 und eine Anlage zum Fördern von
Wasser aus mindestens einem Brunnen in ein Leitungsnetz gemäß dem Oberbegriff des
Anspruchs 10.
[0002] Verfahren und Anlagen der eingangs genannten Art werden vor allem in Wasserwerken
eingesetzt, um aus Trinkwasserbrunnen Trinkwasser in ein Wasserleitungsnetz zu fördern,
können jedoch auch in Industrieanlagen eingesetzt werden, die große Frischwassermengen
benötigen.
[0003] Bei den Förderpumpen handelt es sich zumeist um elektrische Kreiselpumpen, die als
Tauchpumpen innerhalb des Brunnens eingesetzt werden. Die Förderpumpen liegen entweder
direkt am Netz oder sind mit einem Frequenzumrichter ausgestattet, mit dem die Antriebsdrehzahl
der Förderpumpe entsprechend einer Soll-Durchflussmenge geregelt wird.
[0004] Während bei direkt am Netz liegenden Förderpumpen der Energieverbrauch überhaupt
nicht beeinflussbar ist, stellt er bei Förderpumpen mit Frequenzumrichter zumeist
nur einen zweitrangigen Faktor bei der Steuerung oder Regelung der Pumpen dar.
[0005] Da jedoch Förderpumpen zum Fördern von Wasser aus Brunnen einen großen Energiebedarf
besitzen, bietet eine Reduzierung des Energieverbrauchs durch einen verbrauchsoptimierten
Betrieb der Förderpumpen ein erhebliches Energieeinsparungspotenzial.
[0006] Die
EP 2 610 693 A1 offenbart ein Verfahren zur Optimierung der Energieeffizienz einer Pumpanlage mit
mindestens einer den Flüssigkeitsspiegel eines Speichers steuernden Pumpe. Das Verfahren
umfasst zwei Stadien, ein Identifizierungs-Stadium und ein Energieoptimierungs-Stadium.
Im ersten Stadium wird die Pumpe mit einer Reihe von Strömungsbedingungen betrieben,
um Datenpunkte zu bestimmen, auf deren Basis dann Energieeffizienz-Optimierungseigenschaften
ermittelt werden. Im nachfolgenden zweiten Stadium wird eine aktuelle geodätische
Höhe bestimmt und auf der Grundlage derselben sowie der Optimierungseigenschaften
ein Energieverbrauchsminimierungswert für die Pumpensteuerung gewählt.
[0007] Die
EP 2 944 821 A1 offenbart ein Verfahren zur energieoptimierten Drehzahlregelung eines Pumpenaggregats.
In Abhängigkeit von einer vorgegebenen Anlagenkennlinie wird durch Auswertung einer
mathematischen Funktion, die einer Soll-Durchflussmenge den dafür benötigten volumenstromspezifischen
Energieverbrauch des Pumpenaggregats zuordnet, diejenige Drehzahl berechnet, bei der
dieser volumenstromspezifische Energieverbrauch minimal ist, und dann das Pumpenaggregat
mit dieser Drehzahl betrieben.
[0008] Aus der
JP S54 122401 A ist eine hocheffiziente Steuerung für Entwässerungspumpen bekannt, bei dem die aktuelle
Förderhöhe berechnet und dieser entsprechende analoge Signale in einen funktionalen
Operator gegeben werden, in dem eine Kennlinie eines maximalen Wirkungsgrades gespeichert
ist. Der Operator berechnet dann unter Zugrundelegung der aktuellen Förderhöhe die
Pumpendrehzahl für einen Betrieb mit maximalem Wirkungsgrad.
[0009] Die
EP 0 150 068 A2 offenbart ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Regelung von verschiedenen Betriebsparametern
von Pumpen. Die Regelung erfolgt nach Kennlinien, für deren Beschreibung die Drehzahl
und der Leistungsbedarf als elektrische Messgrößen verwendet werden.
[0010] Ausgehend hiervon liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und eine
Anlage der eingangs genannten Art dahingehend zu verbessern, dass die Förderpumpe
möglichst nahe bei oder in ihrem energetisch günstigsten Betriebspunkt arbeitet.
[0011] Diese Aufgabe wird bei dem erfindungsgemäßen Verfahren durch die Verfahrensschritte
des Anspruchs 1 und bei der erfindungsgemäßen Anlage durch die Merkmale des Anspruchs
10 gelöst.
[0012] Die erfindungsgemäße Lösung gestattet es auch in komplexeren Brunnenanlagen, im Betrieb
für jede Förderpumpe einzeln und unabhängig von den anderen Förderpumpen den zu einem
gegebenen Zeitpunkt energetisch günstigsten Betriebspunkt zu ermitteln und diesen
Betriebspunkt dann durch eine Veränderung der Antriebsdrehzahl der jeweiligen Förderpumpe
einzustellen, um den Energieverbrauch jeder Förderpumpe separat zu minimieren.
[0013] Dazu ist es lediglich erforderlich, für jede Förderpumpe die Absenkung des Wasserspiegels
im Brunnen sowie den Druck und die Förder- oder Durchflussmenge am Ausgang der Pumpe
zu ermitteln, wobei die letztere zur Steuerung bzw. Regelung der Förderpumpe und zur
Verifizierung der Berechnung benötigt wird.
[0014] Vorzugsweise handelt es sich bei der Förderpumpe um eine mit einem Frequenzumrichter
ausgestattete elektrische Förderpumpe, deren Antriebsdrehzahl mittels des Frequenzumrichters
gesteuert oder geregelt wird, indem die Frequenz des am Antriebsmotor der Förderpumpe
anliegenden Wechselstroms und damit die Antriebsdrehzahl der Förderpumpe verändert
oder eingestellt wird. Dabei wird die Soll-Durchflussmenge des energetisch günstigsten
Betriebspunkts an die Steuer- oder Regeleinheit übertragen, welche die Soll-Durchflussmenge
mit einer gemessenen Ist-Durchflussmenge vergleicht und aus der Differenz der beiden
Durchflussmengen einen Stellwert für den Frequenzumrichter generiert. Daraufhin verändert
der Frequenzumrichter die Frequenz des Wechselstroms so lange, bis die Ist-Durchflussmenge
der Soll-Durchflussmenge entspricht.
[0015] Grundsätzlich lässt sich der Energieverbrauch der Förderpumpe mit jeder der beiden
Durchflussmengen Q1 oder Q2 bereits beträchtlich reduzieren. Um eine maximale Reduzierung
des Energieverbrauchs zu erzielen, werden jedoch erfindungsgemäß beide Durchflussmengen
Q1 und Q2 ermittelt und miteinander verglichen, um die jeweils optimale Soll-Durchflussmenge
zu erhalten. Bei diesem Vergleich sind grundsätzlich drei Ergebnisse möglich:
- 1) Die Durchflussmenge Q1 im Betriebspunkt der Förderpumpe mit dem geringsten spezifischen
Leistungs- oder Energiebedarf ist identisch mit der Durchflussmenge Q2 im berechneten
Schnittpunkt der Pumpenwirkungsgradkennlinie mit hohem Wirkungsgrad und der dynamischen
Anlagenkennlinie. In diesem Fall stellt diese identische Durchflussmenge die Soll-Durchflussmenge
dar, an welche die Ist-Durchflussmenge der Förderpumpe durch Veränderung von deren
Antriebsdrehzahl herangeführt wird.
- 2) Die Durchflussmenge Q1 im Betriebspunkt der Förderpumpe mit dem geringsten spezifischen
Leistungs- oder Energiebedarf ist größer als die Durchflussmenge Q2 im berechneten
Schnittpunkt der Pumpenwirkungsgradkennlinie mit hohem Wirkungsgrad und der dynamischen
Anlagenkennlinie. In diesem Fall wird die Durchflussmenge im Betriebspunkt der Förderpumpe
mit dem geringsten spezifischen Leistungs- oder Energiebedarf als Soll-Durchflussmenge
gewählt, an welche die Ist-Durchflussmenge der Förderpumpe herangeführt wird, weil
dann der spezifische Leistungs- oder Energiebedarf trotz der größeren Durchflussmenge
Q1 geringer ist.
- 3) Die Durchflussmenge Q1 im Betriebspunkt der Förderpumpe mit dem geringsten spezifischen
Leistungs- oder Energiebedarf ist kleiner als die Durchflussmenge Q2 im berechneten
Schnittpunkt einer Pumpenwirkungsgradkennlinie mit hohem Wirkungsgrad und der dynamischen
Anlagenkennlinie. In diesem Fall wird wie folgt vorgegangen: Solange die Durchflussmenge
Q1 erreicht wird, wird die Ist-Durchflussmenge der Förderpumpe an diese Durchflussmenge
Q1 als Soll-Durchflussmenge herangeführt. Wenn hingegen die Durchflussmenge Q1 von
der Förderpumpe nicht mehr erreicht wird, dann wird die Ist-Durchflussmenge der Förderpumpe
an die Durchflussmenge Q2 als Soll-Durchflussmenge herangeführt.
[0016] Bei dem Betriebspunkt mit dem geringsten spezifischen Leistungs- oder Energiebedarf
handelt es sich um denjenigen Betriebspunkt der Förderpumpe, in dem eine Kennlinie
des spezifischen Leistungs- oder Energiebedarfs der Förderpumpe, vorzugsweise einschließlich
des Antriebsmotors, eines zur Regelung der Förderpumpe dienenden Frequenzumrichters
und einer zur Stromzufuhr zum Antriebsmotor dienenden Stromleitung ein Minimum aufweist.
Bei der Durchflussmenge, die bei dem Minimum des spezifischen Leistungs- oder Energiebedarfs
von der Förderpumpe in die Leitung oder das Leitungsnetz gefördert wird, handelt es
sich um die Durchflussmenge Q1.
[0017] Zur Ermittlung des Betriebspunkts mit dem geringsten spezifischen Leistungs- oder
Energiebedarf der Förderpumpe wird eine Kennlinie berechnet, die den jeweiligen spezifischen
Leistungs- oder Energiebedarf der Förderpumpe in Abhängigkeit von der dynamischen
Anlagenkennlinie angibt, die wiederum aus der geodätischen Höhe, der Absenkung des
Wasserspiegels im Brunnen und Leitungsverlusten in der Leitung oder im Leitungsnetz
berechnet wird. Das Minimum dieser berechneten Kennlinie stellt den Betriebspunkt
mit dem geringsten spezifischen Leistungs- oder Energiebedarf dar.
[0018] Zweckmäßig werden die Kennlinie des spezifischen Leistungs- oder Energiebedarfs der
Förderpumpe, die Pumpenwirkungsgradkennlinie und die dynamische Anlagenkennlinie in
einem zur Kennzeichnung von Förderpumpen in Brunnenanlagen üblichen Diagramm oder
Koordinatensystem dargestellt, in dem auf der Abszisse die Förder- oder Durchflussmenge
der Förderpumpe und auf der Ordinate die Förderhöhe der Förderpumpe aufgetragen sind,
wobei die erstere zweckmäßig in m
3/h und die letztere zweckmäßig in mWS (Meter Wassersäule) angegeben wird.
[0019] In diesem Diagramm oder Koordinatensystem gibt die Kennlinie des spezifischen Leistungs-
oder Energiebedarfs den zur Förderung von einem m
3 Wasser aus dem Brunnen in die Leitung oder das Leitungsnetz erforderlichen fördermengenbezogenen
Leistungs- oder Energiebedarf an, der zweckmäßig in kWh pro m
3 ausgedrückt wird. Bei dieser Kennlinie handelt es sich um eine Kurve, die mit zunehmender
Durchflussmenge in der Art einer relativ steilen Parabel bis zu einem Minimum abfällt
und dann in Form einer relativ flachen Parabel wieder ansteigt.
[0020] Die nachfolgend auch vereinfacht als Wirkungsgradkennlinie bezeichnete Pumpenwirkungsgradkennlinie
ist eine "statische" Kennlinie, die einen bestimmten Wirkungsgrad der Förderpumpe
in Abhängigkeit von der Durchflussmenge am Ausgang der Förderpumpe und deren Förderhöhe
anzeigt. Die Pumpenwirkungsgradkennlinie ist eine mit zunehmender Förder- oder Durchflussmenge
und zunehmender Förderhöhe ansteigende Kurve, deren Steigung mit zunehmender Förder-
oder Durchflussmenge und zunehmender Förderhöhe größer wird. Bei der Pumpenwirkungsgradkennlinie
handelt es sich bevorzugt um die Wirkungsgradkennlinie für den maximalen Wirkungsgrad
der Förderpumpe, der bei Förderpumpen für Brunnenanlagen, wie Kreiselpumpen, gewöhnlich
im Bereich von etwa 70 bis 80 Prozent liegt, so dass der energetisch günstigste Betriebspunkt
eingestellt werden kann. Beiderseits von der bevorzugten Wirkungsgradkennlinie finden
sich jeweils Paare von Wirkungsgradkennlinien, bei denen die Pumpe mit gleichem aber
geringerem Wirkungsgrad arbeitet. Wenn eine Wirkungsgradkennlinie verwendet wird,
die in einem Toleranzbereich von weniger als etwa 5 Prozent von der Wirkungsgradkennlinie
für den maximalen Wirkungsgrad gelegen ist, ist zumeist auch noch eine Energieeinsparung
möglich, jedoch ist die Energieeinsparung dann nicht mehr optimal.
[0021] Die dynamische Anlagenkennlinie stellt den Widerstand der Leitung oder des Leitungsnetzes
bei einer bestimmten Förder- oder Durchflussmenge am Ausgang der Förderpumpe dar.
Die dynamische Anlagenkennlinie ist ebenfalls eine gekrümmte, mit zunehmender Förder-
oder Durchflussmenge und zunehmender Förderhöhe ansteigende Kurve, ist jedoch flacher
als die Pumpenwirkungsgradkennlinie und schneidet diese.
[0022] Das erfindungsgemäße Verfahren wird bevorzugt durch eine geeignete Software implementiert,
auf die von der Steuer- oder Regeleinheit zugegriffen wird. Da Wirkungsgradkennlinien
von Förderpumpen von den Herstellern der Förderpumpen zumeist in Form von gezeichneten
Diagrammen bereitgestellt werden, die von der Software nicht direkt verarbeitet werden
können, wird die gewünschte Pumpenwirkungsgradkennlinie aus der entsprechenden gezeichneten
Pumpenwirkungsgradkennlinie des Herstellers in eine elektronische Form überführt,
die sich mittels der Software auswerten bzw. verarbeiten lässt. Dazu werden gemäß
einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung aus der Pumpenwirkungsgradkennlinie
des Herstellers, vorzugsweise aus der Pumpenwirkungsgradkennlinie für den maximalen
Wirkungsgrad, Wertepaare extrahiert und mittels einer Polynomregression (polynomiale
Regression) in eine für die Berechnung und Anzeige verwendbare elektronische Form
umgewandelt. In entsprechender Weise werden auch andere nachfolgend beschriebene Kennlinien
in eine mittels der Software auswertbare bzw. zu verarbeitende elektronische Form
gebracht.
[0023] Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung wird zur Berechnung der Kennlinie
des spezifischen Leistungs- oder Energiebedarfs eine Gesamtwirkungsgradkennlinie berechnet,
die den Gesamtwirkungsgrad der Förderpumpe einschließlich des Antriebsmotors, des
Frequenzumrichters und der Stromleitung in Abhängigkeit von der aktuellen Anlagenkennlinie
anzeigt oder wiedergibt.
[0024] Aus dieser Gesamtwirkungsgradkennlinie wird für jede Durchflussmenge bzw. für eine
Mehrzahl von inkrementalen Durchflussmengenstützpunkten die jeweilige Gesamtleistung
berechnet. Zur Berechnung der Kennlinie des spezifischen Leistungs- oder Energiebedarfs
braucht die jeweilige Gesamtleistung nur noch durch die jeweils zugehörige Durchflussmenge
dividiert werden, um die Kennlinie bzw. eine Mehrzahl von inkrementalen Stützpunkten
der Kennlinie zu erhalten.
[0025] Die Berechnung der Gesamtwirkungsgradkennlinie erfolgt bevorzugt im mehreren Schritten,
wobei in einem ersten Schritt aus einer in der Regel vom Hersteller der Förderpumpe
zur Verfügung gestellten Pumpenkennlinie für die maximale Frequenz oder Drehzahl Pumpenkennlinien
für eine Reihe von anderen Frequenzen oder Drehzahlen abgeleitet werden. Bevorzugt
werden dabei Pumpenkennlinien der Förderpumpe für etwa fünf bis zehn verschiedene
Frequenzen ermittelt. Diese Frequenzen umfassen zweckmäßig die maximale Frequenz,
die vom Frequenzumrichter am Antriebsmotor angelegt wird, sowie eine Reihe von weiteren
Frequenzen in vorbestimmten Frequenzabständen zwischen der maximalen Frequenz und
der niedrigsten, vom Frequenzumrichter einstellbaren Frequenz, bei der die Förderpumpe
noch arbeiten darf. Bei einer Förderpumpe, die für eine maximale Frequenz von 100
Hz ausgelegt ist, beträgt die maximale Frequenz 100 Hz, während die niedrigste Frequenz
etwa 65 Hz beträgt.
[0026] In einem zweiten Schritt werden dann die Schnittpunkte der aktuellen Anlagenkennlinie
mit den im ersten Schritt berechneten Pumpenkennlinien berechnet und für jeden dieser
Schnittpunkte die zugehörige Durchflussmenge ermittelt.
[0027] In einem dritten Schritt werden aus einer in der Regel vom Hersteller der Förderpumpe
zur Verfügung gestellten Pumpenwirkungsgradkennlinie für die maximale Frequenz oder
Drehzahl Pumpenwirkungsgradkennlinien für eine Reihe von anderen Frequenzen oder Drehzahlen
abgeleitet, wie zuvor für die Pumpenkennlinie beschrieben.
[0028] In einem vierten Schritt wird aus jeder der im zweiten Schritt ermittelten Durchflussmengen
und aus der zugehörigen im dritten Schritt ermittelten Pumpenwirkungsgradkennlinie
der Pumpenwirkungsgrad η bei der jeweiligen Frequenz ermittelt.
[0029] In einem fünften Schritt wird aus den erhaltenen Wertepaaren von Durchflussmenge
und Pumpenwirkungsgrad η eine Pumpenwirkungsgradkennlinie zu der aktuellen Anlagenkennlinie
berechnet. Diese Berechnung erfolgt vorzugsweise durch Polynomregression (polynomiale
Regression).
[0030] Aus der Pumpenwirkungsgradkennlinie wird dann in einem sechsten Schritt eine aktuelle,
ebenfalls von der Anlagenkennlinie abhängige Gesamtwirkungsgradkennlinie berechnet,
in die neben der Pumpenwirkungsgradkennlinie vorzugsweise auch Wirkungsgradkennlinien
des elektrischen Antriebsmotors, des Frequenzumrichters und ggf. der Stromleitung
eingehen. Die Berechnung der Gesamtwirkungsgradkennlinie erfolgt durch Multiplikation
der Pumpenwirkungsgradkennlinie mit den anderen zu berücksichtigenden Wirkungsgradkennlinien.
[0031] Die Wirkungsgradkennlinien des elektrischen Antriebsmotors der Förderpumpe, des Frequenzumrichters
und der zur Stromzufuhr zum Antriebsmotor dienenden Stromleitung sind in der Regel
von den Herstellern dieser Komponenten erhältlich, so dass sie nicht berechnet werden
brauchen.
[0032] Die aus der Anlagenkennlinie abgeleiteten bzw. von der Anlagenkennlinie abhängigen
Kennlinien, wie zum Beispiel die Gesamtwirkungsgradkennlinie und die Kennlinie des
spezifischen Leistungs- oder Energiebedarfs werden wie die Anlagenkennlinie ständig
neu berechnet, vorzugsweise in kurzen Zeitabständen und/oder immer dann, wenn sich
die Anlagenkennlinie verändert.
Dies ist zum Beispiel dann der Fall, wenn sich die Absenkung des Wasserspiegels im
Brunnen oder Leitungsverluste in der Leitung oder im Leitungsnetz verändern.
[0033] Die Ermittlung der dynamischen Anlagenkennlinie aus der geodätischen Höhe, der Absenkung
des Wasserspiegels im Brunnen und den Rohrleitungsverlusten im Leitungsnetz erfolgt
vorzugsweise, indem die Kennlinien dieser Größen in dem oben genannten Diagramm oder
Koordinatensystem durch die verwendete Software elektronisch addiert werden.
[0034] Bei der Anlagenkennlinie handelt es sich um eine "dynamische" Kennlinie, in deren
Berechnung die konstante geodätische Höhe sowie eine "dynamische" Kennlinie der Absenkung
des Wasserspiegels im Brunnen und eine "dynamische" Kennlinie der Leitungsverluste
im Leitungsnetz einfließen. Aus der Anlagenkennlinie lässt sich entnehmen, welchen
Widerstand das Leitungsnetz der Pumpe bei einer bestimmten Förder- oder Durchflussmenge
entgegensetzt, wodurch wiederum berechnet werden kann, welcher Druck notwendig ist,
um die bestimmte Förder- oder Durchflussmenge durch das Leitungsnetz zu fördern. Aus
der aktuellen Anlagenkennlinie lässt sich entnehmen, welchen Widerstand das Leitungsnetz
der Pumpe bei der aktuellen Förder- oder Durchflussmenge entgegensetzt.
[0035] Bei der geodätischen Höhe handelt es sich um die Höhendifferenz zwischen dem höchstgelegenen
Punkt des Leitungsnetzes, in das die Förderpumpe fördert, und dem Ruhewasserspiegel
in dem Brunnen, aus dem die Förderpumpe fördert. Der Ruhewasserspiegel ist der Wasserspiegel,
der sich in dem Brunnen einstellt, wenn kein Wasser aus dem Brunnen gefördert wird.
Die geodätische Höhe ist ein konstanter Wert, der von der Förder- oder Durchflussmenge
unabhängig ist. In dem oben genannten Diagramm oder Koordinatensystem ist die nachfolgend
auch vereinfacht als geodätische Kennlinie bezeichnete Kennlinie der geodätischen
Höhe daher eine parallel zur Abszisse verlaufende Gerade.
[0036] Die nachfolgend auch vereinfacht als Absenkungskennlinie bezeichnete Kennlinie der
Absenkung des Wasserspiegels im Brunnen ist eine "dynamische" Kennlinie, die für jeden
Brunnen im Normal- oder Regelbetrieb der Förderpumpe durch schrittweise oder bevorzugt
kontinuierliche Messungen ermittelt wird. Dabei wird der Ist-Wasserstand im Brunnen
zum Beispiel mittels eines Druckmessers am Boden des Brunnens oder in Höhe der Tauchpumpe
ermittelt und vom Ruhewasserstand subtrahiert. Die "dynamische" Kennlinie zeigt den
Verlauf der Absenkung des Wasserspiegels in Abhängigkeit von der Förder- oder Durchflussmenge
und der Förderhöhe der Förderpumpe an. In dem oben genannten Diagramm oder Koordinatensystem
ist die Absenkung des Wasserspiegels im Brunnen eine von der Förder- oder Durchflussmenge
abhängige Kennlinie, die in der Regel mit der Förder- oder Durchflussmenge linear
ansteigt.
[0037] Die Leitungsverluste des Leitungsnetzes werden für jede Förderpumpe aus dem am Ausgang
der Pumpe herrschenden Druck abgeleitet, der während des Normal- oder Regelbetriebs
der Pumpe schrittweise oder bevorzugt kontinuierlich ermittelt wird. Bei der nachfolgend
auch vereinfacht als Leitungskennlinie bezeichneten Kennlinie der Leitungsverluste
handelt es sich um eine "dynamische" Kennlinie, die in dem oben genannten Diagramm
oder Koordinatensystem eine gekrümmte Kurve ist, die mit zunehmender Förder- oder
Durchflussmenge und mit zunehmender Förderhöhe ansteigt, wobei die Steigung zunimmt.
[0038] Bei Brunnenanlagen mit einer einzigen Förderpumpe steigen die Leitungsverluste des
Leitungsnetzes gewöhnlich im Quadrat der Förder- oder Durchflussmenge an. Um die Ermittlung
der Leitungsverluste aus dem Druck am Ausgang der Förderpumpe zu erleichtern, wird
bevorzugt der Druck in der Leitung vor der ersten Verzweigung des Leitungsnetzes hinter
der Förderpumpe gemessen. Das Höhenniveau, in dem der Druck im Leitungsnetz gemessen
wird, fließt in die Berechnung ein, wenn der Druck nicht unmittelbar am Ausgang der
Förderpumpe gemessen wird, sondern zum Beispiel am Brunnenkopf, der bei Tauchpumpen
auf einem höheren Niveau als der Ausgang der Pumpe gelegen ist. Die Messung des Drucks
am Brunnenkopf wird bevorzugt, weil sich die Leitung dort noch nicht verzweigt hat
und weil die Messung des Drucks dort einfacher als innerhalb des Brunnens am Ausgang
der Förderpumpe ist.
[0039] Während bei bisherigen Verfahren zum Betrieb von Brunnenanlagen mit Förderpumpen
der Absenkung des Wasserspiegels im Brunnen "statisch" durch Pumpversuche ermittelt
wird und die Leitungsverluste aus Tabellen oder Diagrammen entnommen werden, werden
die Kennlinien der Absenkung des Wasserspiegels und der Leitungsverluste des Leitungsnetzes
bei dem erfindungsgemäßen Verfahren "dynamisch" durch Messung von Größen ermittelt,
aus denen sich die momentane Absenkung des Wasserspiegels und die momentanen Leitungsverluste
des Leitungsnetzes für jede Förderpumpe getrennt ableiten lassen.
[0040] Anders als die bekannte statische Ermittlung der Absenkung des Wasserspiegels im
Brunnen durch Pumpversuche gestattet es die erfindungsgemäße dynamische Ermittlung
der Absenkung darüber hinaus auch noch, eine Verstopfung des Brunnens zu erkennen.
Eine solche Verstopfung, bei der nicht ausreichend Wasser in den Brunnen nachströmen
kann, macht sich in der Regel dadurch bemerkbar, dass sich im Betrieb der Förderpumpe
nicht nach einiger Zeit ein konstanter Förderwasserspiegel einstellt, bei dem sich
die Förder- oder Durchflussmenge der Förderpumpe und der Zufluss in den Brunnen die
Waage halten, sondern dass der Förderwasserspiegel immer weiter absinkt.
[0041] Wie bereits angegeben, werden für jede Förderpumpe neben der Absenkung des Wasserspiegels
im zugehörigen Brunnen noch der Druck und die Förder- oder Durchflussmenge am Ausgang
der Pumpe ermittelt. Wie der Druck braucht jedoch auch die Förder- oder Durchflussmenge
nicht direkt am Ausgang der Förderpumpe gemessen werden. Stattdessen kann die Messung
an einer beliebigen Stelle vor der ersten Verzweigung der Leitung erfolgen und erfolgt
bevorzugt am Brunnenkopf. Die Messung der Förder- oder Durchflussmenge wird vorzugsweise
mittels eines induktiven Messgeräts vorgenommen und erfolgt gemäß einer weiteren vorteilhaften
Ausgestaltung der Erfindung wie die Messung der Absenkung des Wasserspiegels und des
Drucks schrittweise oder bevorzugt kontinuierlich.
[0042] Eine weitere bevorzugte Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, dass auf einem Bildschirm
die Kennlinie des spezifischen Leistungs- oder Energiebedarfs der Förderpumpe, die
Pumpenwirkungsgradkennlinie, die momentane Anlagenkennlinie und eine Pumpenkennlinie
für die momentane Antriebsdrehzahl der Förderpumpe sowie angezeigt werden.
[0043] Bei der Pumpenkennlinie handelt es sich um eine "dynamische" Kennlinie, die für eine
bestimmte Antriebsdrehzahl oder Frequenz der Förderpumpe in dem oben genannten Diagramm
oder Koordinatensystem deren Betriebspunkte in Form einer Förder- oder Durchflussmenge
der Förderpumpe in Abhängigkeit von der Förderhöhe zeigt. Die Pumpenkennlinien sind
in dem oben genannten Diagramm oder Koordinatensystem gekrümmte, mit zunehmender Förder-
oder Durchflussmenge und zunehmender Förderhöhe abfallende Kurven, deren Steigung
zumeist mit zunehmender Förder- oder Durchflussmenge und zunehmender Förderhöhe größer
wird. Die Pumpenkennlinien werden wie die Pumpenwirkungsgradkennlinie aus gezeichneten
Diagrammen der Hersteller durch Extraktion von Wertepaaren und Polynomregression in
elektronische Form umgewandelt, so dass sie sich mittels der Software auf dem Bildschirm
darstellen lassen. Die Darstellung erfolgt für die jeweilige Antriebsdrehzahl der
Förderpumpe, so dass die zugehörige Frequenz benötigt wird.
[0044] Zusammen mit den genannten Kennlinien werden auf dem Bildschirm zweckmäßig auch das
Minimum der Kennlinie des spezifischen Leistungs- oder Energiebedarfs sowie der Schnittpunkt
der Pumpenkennlinie mit der momentanen Anlagenkennlinie und der Schnittpunkt der Pumpenwirkungsgradkennlinie
mit der momentanen Anlagenkennlinie angezeigt.
[0045] Damit kann vom Bedienungspersonal am Minimum der Kennlinie des spezifischen Leistungs-
oder Energiebedarfs die Durchflussmenge Q1 abgelesen werden, bei welcher der spezifische
Leistungs- oder Energiebedarf der Förderpumpe am geringsten ist. Am Schnittpunkt der
Pumpenwirkungsgradkennlinie mit der Anlagenkennlinie kann weiter die Durchflussmenge
Q2 abgelesen werden. Durch die Anzeige des Schnittpunkt der Pumpenkennlinie mit der
Anlagenkennlinie, der den berechneten momentanen Ist-Betriebspunkt der Förderpumpe
darstellt, ist zudem ersichtlich, ob dieser Ist-Betriebspunkte mit dem erfindungsgemäß
ermittelten Soll-Betriebspunkt übereinstimmt oder sich im Falle einer Abweichung an
diesen annähert, was eine Kontrolle erleichtert.
[0046] Außerdem kann das Bedienungspersonal am Bildschirm unmittelbar vergleichen, ob die
Durchflussmenge am Minimum der Kennlinie des spezifischen Leistungs- oder Energiebedarfs
oder diejenige am Schnittpunkt der Pumpenwirkungsgradkennlinie mit der Anlagenkennlinie
größer oder kleiner ist, um danach eine der zuvor unter 2) bzw. 3) genannten Alternativen
zu wählen.
[0047] Der aus dem Schnittpunkt der Pumpenkennlinie mit der Anlagenkennlinie berechnete
Ist-Betriebspunkt, der aus dem Schnittpunkt der Pumpenwirkungsgradkennlinie mit der
Anlagenkennlinie berechnete Soll-Betriebspunkt und der Betriebspunkt mit dem geringsten
spezifischen Leistungs- oder Energiebedarf der Förderpumpe werden jeweils in Form
einer Förder- oder Durchflussmenge ausgegeben, wobei der erstere die Ist-Förder- oder
Durchflussmenge und die letzteren energetisch günstigere Soll-Förder- oder Durchflussmengen
darstellen. Eine dieser Soll-Förder- oder Durchflussmengen wird der Steuer- oder Regeleinheit
zugeführt, wie zuvor bereits beschrieben, die daraus einen Stellwert für den Frequenzumrichter
erzeugt.
[0048] Im Betrieb einer Brunnenanlage mit einer oder mehreren Brunnen, aus denen jeweils
eine Förderpumpe fördert, verändert sich in der Regel die Anlagenkennlinie jeder Förderpumpe
dauernd, zum Beispiel wenn der Wasserspiegel im zugehörigen Brunnen absinkt oder sich
die Leitungsverluste im Leitungsnetz verändern oder bei Brunnenanlangen mit mehreren
Brunnen eine oder mehrere Förderpumpen zu- oder abgeschaltet werden. Die Veränderung
der Anlagenkennlinie bewirkt eine Verschiebung der Anlagenkennlinie in dem oben genannten
Diagramm oder Koordinatensystem. Dadurch ergeben sich auch eine andere Kennlinie des
spezifischen Leistungs- oder Energiebedarfs sowie neue Schnittpunkte der Anlagenkennlinie
mit der Pumpenwirkungsgradkennlinie. Die Steuer- oder Regeleinheit ermittelt dann
erfindungsgemäß das neue Minimum der Kennlinie des spezifischen Leistungs- oder Energiebedarfs
sowie die neuen Schnittpunkte und stellt diese auf dem Bildschirm dar. Zugleich ermittelt
sie die zugehörige Soll-Förder- oder Durchflussmenge und vergleicht sie mit der gemessenen
Ist-Förder- oder Durchflussmenge, um den Sollwert für den Frequenzumrichter zu erzeugen.
Dieser ändert daraufhin die Frequenz und die Antriebsdrehzahl der Förderpumpe, wodurch
sich die Pumpenkennlinie und damit der momentane Betriebspunkt der Förderpumpe in
dem oben genannten Diagramm oder Koordinatensystem so weit verschiebt, bis die Ist-Förder-
oder Durchflussmenge der Soll-Förder- oder Durchflussmenge entspricht. Dies ist dann
der Fall, wenn entweder die Ist-Förder- oder Durchflussmenge der Durchflussmenge am
Minimum der Kennlinie des spezifischen Leistungs- oder Energiebedarfs entspricht oder
wenn der Schnittpunkt der Pumpenkennlinie und der Anlagenkennlinie mit dem Schnittpunkt
der Pumpenwirkungsgradkennlinie und der Anlagenkennlinie zusammenfällt.
[0049] Somit wirkt entweder das Minimum der Kennlinie des spezifischen Leistungs- oder Energiebedarfs
oder der Schnittpunkt der Pumpenwirkungsgradkennlinie mit hohem Wirkungsgrad und der
Anlagenkennlinie als Führungsgröße bei der Steuerung oder Regelung der Förderpumpe,
wobei das energetische Einsparpotenzial darin liegt, dass der jeweilige als Ist-Durchflussmenge
ausgedrückte momentane Betriebspunkt der Förderpumpe diesem Minimum oder Schnittpunkt
nachgeführt wird.
[0050] Im Folgenden wird die Erfindung anhand von zwei in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispielen
näher erläutert.
Fig. 1 zeigt eine schematische Darstellung einer erfindungsgemäßen Brunnenanlage mit
einem Brunnen und einer Förderpumpe;
Fig. 2 zeigt eine schematische Darstellung einer erfindungsgemäßen Brunnenanlage mit
mehreren Brunnen und mehreren Förderpumpen;
Fig. 3 zeigt ein Diagramm der aus einer geodätischen Kennlinie, einer Absenkungskennlinie
und einer Leitungskennlinie zusammengesetzten Anlagenkennlinie der Brunnenanlage aus
Fig. 1 in Abhängigkeit von der Förder- oder Durchflussmenge und der Förderhöhe der
Förderpumpe;
Fig. 4 zeigt ein entsprechendes Diagramm der Anlagenkennlinie aus Fig. 3 sowie einer
Pumpenwirkungsgradkennlinie und zwei Pumpenkennlinien der Förderpumpe der Brunnenanlage
aus Fig. 1;
Fig. 5 zeigt ein entsprechendes Diagramm der Anlagenkennlinie, der Pumpenwirkungsgradkennlinie
und zwei Pumpenkennlinien der Förderpumpe, von denen eine mittels des erfindungsgemäßen
Verfahrens so verschoben worden ist, dass sie durch den Schnittpunkt der Pumpenwirkungsgradkennlinie
und der Anlagenkennlinie verläuft;
Fig. 6 zeigt ein Diagramm entsprechend Fig. 4, das auf einem Bildschirm eines Rechners
einer Leitwarte der Brunnenanlage dargestellt wird;
Fig. 7 zeigt ein Diagramm entsprechend Fig. 4 und Fig. 6, das jedoch zusätzlich eine
Kennlinie des spezifischen Leistungs- oder Energiebedarfs der Förderpumpe sowie die
Förder- oder Durchflussmenge im Minimum dieser Kennlinie und die Förder- oder Durchflussmenge
am Schnittpunkt der Pumpenwirkungsgradkennlinie und der Anlagenkennlinie anzeigt;
Fig. 8 zeigt ein Diagramm mit Pumpenkennlinien bei verschiedenen Frequenzen sowie
der Anlagenkennlinie zur Berechnung von Wirkungsgradkennlinien der Förderpumpe;
Fig. 9 zeigt ein Diagramm mit den berechneten Wirkungsgradkennlinien der Förderpumpe
bei verschiedenen Frequenzen, den Wirkungsgradkennlinien eines Antriebsmotors und
eines Frequenzumrichters der Förderpumpe, der Wirkungsgradkennlinie einer Stromleitung
zum Antriebsmotor, sowie einer Gesamtwirkungsgradkennlinie, die zur Berechnung der
Kennlinie des spezifischen Leistungs- oder Energiebedarfs dient und auf dem Bildschirm
dargestellt werden kann.
[0051] Die in Fig. 1 dargestellte Brunnenanlage 10 besteht im Wesentlichen aus einem einzigen
Trinkwasserbrunnen 12 und einer im Brunnen 12 installierten Förderpumpe 14, die Trinkwasser
aus dem Brunnen 12 durch eine Leitung 18 in einen Vorratsbehälter 16 pumpt.
[0052] Bei der Pumpe 14 handelt es sich um eine Tauchpumpe, die innerhalb des Brunnens 12
im Wasser untergetaucht und zum Beispiel als Kreiselpumpe mit einem elektrischen Antriebsmotor
15 ausgebildet ist. Der Vorratsbehälter 16 kann beispielsweise ein Hochreservoir oder
eine Verdüsung sein.
[0053] Die Brunnenanlage 10 umfasst weiter Mittel 20 zum kontinuierlichen Ermitteln der
Absenkung des Wasserspiegels im Brunnen 12, ein am Brunnenkopf 22 angeordnetes Druckmessgerät
24 zur kontinuierlichen Messung des Wasserdrucks in der Leitung 18 hinter der Pumpe
14 und ein ebenfalls am Brunnenkopf 22 angeordnetes Durchflussmengen-Messgerät 26
zur kontinuierlichen Messung der Förder- oder Durchflussmenge der Pumpe 14.
[0054] Die Mittel 20 umfassen ein Druckmessgerät 28, das etwa in Höhe der Pumpe 14 im Brunnen
12 angeordnet ist und kontinuierlich den hydrostatischen Druck der Wassersäule oberhalb
des Druckmessgeräts 28 erfasst. Wie in Fig. 1 durch eine schraffierte Fläche dargestellt,
schwankt die Höhe der Wassersäule im Brunnen zwischen einem Ruhewasserspiegel H
0, der sich einstellt, wenn die Pumpe 14 längere Zeit kein Wasser aus dem Brunnen 12
fördert, und einem Betriebswasserspiegel H
1, der sich im Betrieb der Förderpumpe 14 einstellt, wenn sich die von der Pumpe 14
geförderte Wassermenge und der Wasserzustrom aus der Umgebung in den Brunnen 12 die
Waage halten. Aus dem hydrostatischen Druck der Wassersäule im Brunnen lässt sich
die jeweilige Absenkung des Wasserspiegels H
Abs (Fig. 1) ermitteln, die der Höhendifferenz ΔH zwischen dem Ruhewasserspiegel H
0 und dem momentanen Ist-Wasserspiegel H
Ist entspricht und in der Regel zwischen den beiden Werten H
0 und H
1 liegt.
[0055] Darüber hinaus umfasst die Brunnenanlage 10 eine Steuer- und Regeleinheit 30 zum
Steuern und Regeln der Antriebsdrehzahl der Förderpumpe 14. Die Steuer- und Regeleinheit
30 ist durch Signalleitungen 32 mit den Messgeräten 24, 26 und den Mitteln 20 verbunden.
Außerdem kommuniziert die Steuer- und Regeleinheit 30 einerseits mit einem Rechner
34 einer Steuerwarte 36 der Brunnenanlage 10 und andererseits mit einem Frequenzumrichter
38, der durch eine Stromleitung 40 mit dem Antriebsmotor 15 der Förderpumpe 14 verbunden
ist. Der Rechner 34 umfasst einen Bildschirm 42, auf dem Kennlinien der Brunnenanlage
10 und der Förderpumpe 14 sowie das Ergebnis der Steuerung und Regelung der Antriebsdrehzahl
zur visuellen Überprüfung dargestellt werden können. Mittels des Frequenzumrichters
38 kann die Frequenz der am Antriebsmotor 15 der Pumpe 14 anliegenden Wechselspannung
verändert und damit die Antriebsdrehzahl der Pumpe 14 stufenlos von der vom Hersteller
vorgegebenen Mindestdrehzahl bis zur Nenndrehzahl verändert werden, ohne dass das
Antriebsdrehmoment absinkt.
[0056] Das am Brunnenkopf 22 angeordnete Druckmessgerät 24 misst den Wasserdruck in der
Leitung 18 in Höhe des Brunnenkopfs 22. Der gemessene Wasserdruck in der Leitung 18
wird über die Steuer- und Regeleinheit 30 zum Rechner 34 übertragen, wo der gemessene
Druck und der hydrostatische Druck der Wassersäule zwischen dem Ausgang der Förderpumpe
14 und der Messstelle am Brunnenkopf 22 addiert werden, um den Druck am Ausgang der
Förderpumpe 14 zu berechnen. Die Leitungsverluste in der Leitung 18 stehen in einer
definierten Beziehung zum Druck am Ausgang der Förderpumpe 14 und können vom Rechner
34 aus dem vom Druckmessgerät 24 gemessenen Druck berechnet werden.
[0057] Bei dem Durchflussmengen-Messgerät 26 handelt es sich um ein induktives Messgerät,
von dem aus die gemessene Förder- oder Durchflussmenge in der Leitung zur Steuer-
und Regeleinheit 30 und zum Rechner 34 übertragen wird. Da sich die Leitung 18 vor
dem Brunnenkopf 22 nicht verzweigt, entspricht die gemessene Förder- oder Durchflussmenge
der Förder- oder Durchflussmenge am Ausgang der Pumpe 14.
[0058] Der vom Druckmessgerät 28 gemessene Druck der Wassersäule wird zur Steuer- und Regeleinheit
und von dort zum Rechner übertragen, der aus dem gemessenen Druck die Absenkung des
Wasserspiegels H
Abs berechnet.
[0059] Für die Steuerung bzw. Regelung der Förderpumpe 14 wird weiter die geodätische Höhe
H
geod benötigt, d.h. die Höhendifferenz zwischen dem Ruhewasserspiegel H
0 und dem höchsten Punkt der Steigleitung, wie in Fig. 1 dargestellt.
[0060] Der Rechner 34 erzeugt aus der geodätischen Höhe H
geod, der momentanen Absenkung des Wasserspiegels H
Abs und dem momentanen Druck am Ausgang der Förderpumpe 14 jeweils eine Kennlinie dieser
Größen. Zum besseren Verständnis sind diese Kennlinien in Fig. 3 in einem Diagramm
oder Koordinatensystem dargestellt, in dem die Abszisse die Förder- oder Durchflussmenge
der Förderpumpe in m
3/h und die Ordinate die Förderhöhe der Förderpumpe 14 in mWS angibt.
[0061] Da es sich bei der geodätischen Höhe H
geod um eine Konstante handelt, ist die Kennlinie eine zur Abszisse parallele Gerade,
die in Fig. 3 durch eine punktierte Linie A dargestellt ist. Bei der Kennlinie der
Absenkung des Wasserspiegels handelt es sich ebenfalls um eine Gerade, die aber proportional
zur Förder- oder Durchflussmenge der Förderpumpe 14 ansteigt, wie in Fig. 3 durch
eine unterbrochene Linie B dargestellt. Die Kennlinie der Leitungsverluste ist eine
gekrümmte Kurve, die aufgrund des steigenden Leitungswiderstands entsprechend dem
Quadrat der Förder- oder Durchflussmenge ansteigt, wie in Fig. 3 durch eine strichpunktierte
Linie C dargestellt.
[0062] Aus diesen drei Kennlinien A, B und C wird vom Rechner 34 als Summe der drei Kennlinien
A, B und C eine Anlagenkennlinie berechnet, die in Fig. 3 durch eine durchgezogene
Linie D dargestellt ist. Die Anlagenkennlinie D ist eine dynamische Kennlinie, die
sich bei jeder Veränderung des Drucks am Ausgang der Pumpe 14 und jeder Veränderung
der Absenkung des Wasserspiegels im Diagramm verschiebt.
[0063] Im Rechner 34 sind für dasselbe Diagramm oder Koordinatensystem eine Pumpenwirkungsgradkennlinie
mit maximalem Wirkungsgrad und eine Pumpenkennlinie gespeichert, von denen die erstere
eine parabolisch ansteigende Kurve ist, wie in Fig. 4 durch eine unterbrochene Linie
E dargestellt, und die letztere eine abfallende gekrümmte Kurve ist, wie in Fig. 4
durch eine punktierte Linie F dargestellt. Neben diesen beiden Kurven E und F zeigt
Fig. 4 auch die Anlagenkennlinie D.
[0064] Die Pumpenwirkungsgradkennlinie E ist eine statische Kennlinie, die den maximalen
Wirkungsgrad der Pumpe 14 in Abhängigkeit von der Förder- oder Durchflussmenge und
von der Förderhöhe angibt. Bei einer als Kreiselpumpe ausgebildeten Förderpumpe 14
beträgt der maximale Wirkungsgrad zum Beispiel etwa 72 bis 78 %. Die Pumpenkennlinie
F ist eine dynamische Kennlinie, die für eine bestimmte Frequenz oder Antriebsdrehzahl
der Förderpumpe 14 deren Betriebspunkte in Form einer Förder- oder Durchflussmenge
in Abhängigkeit von der Förderhöhe zeigt.
[0065] Da sowohl Pumpenwirkungsgradkennlinien und Pumpenkennlinien in der Regel nicht in
einer Form vorliegen, die eine Verarbeitung der Kennlinien durch Software zulässt,
sondern vom jeweiligen Pumpenhersteller in Form von gezeichneten Diagrammen geliefert
werden, ist es erforderlich, diese Kennlinien in eine zur elektronischen Verarbeitung
geeignete Form umzuwandeln. Wie in Fig. 4 für eine Hersteller-Pumpenkennlinie G für
die maximale Frequenz oder Antriebsdrehzahl schematisch dargestellt ist, erfolgt dies
dadurch, dass aus der gezeichneten Kennlinie eine Reihe von Wertepaaren X extrahiert
und anschließend durch Polynomregression eine Kurve erzeugt wird, die von der im Rechner
34 implementierten Software verarbeitet und auf Bildschirm 42 dargestellt werden kann
und in Fig. 4 als strichpunktierte Linie G dargestellt ist. Bei der genannten Polynomregression
handelt es sich um ein bekanntes Verfahren, das daher hier nicht näher beschrieben
werden braucht.
[0066] Um die Förderpumpe 14 stets in einem energetisch günstigsten Betriebspunkt zu betreiben,
werden vom Rechner kontinuierlich die Schnittpunkte S1 und S2 der momentanen Anlagenkennlinie
D mit der Pumpenkennlinie F für die momentane Antriebsdrehzahl oder Frequenz sowie
mit der Pumpenwirkungsgradkennlinie E für den maximalen Wirkungsgrad berechnet. Der
Schnittpunkt S1 in Fig. 4 und 5 stellt den momentanen Betriebspunkt der Pumpe 14 dar,
während der Schnittpunkt S2 in Fig. 4 und 5 einen energetisch günstigeren Betriebspunkt
darstellt.
[0067] Darüber hinaus berechnet der Rechner 34 kontinuierlich eine Kennlinie, die den jeweiligen
spezifischen Leistungs- oder Energiebedarf der Förderpumpe 14 einschließlich ihres
Antriebsmotors 15, ihres Frequenzumrichters 38 und ihrer Stromleitung 40 in Abhängigkeit
von der Förder- oder Durchflussmenge am Ausgang der Förderpumpe 14 und von der Förderhöhe
angibt. Das Minimum dieser Kennlinie stellt den Betriebspunkt mit dem geringsten spezifischen
Leistungs- oder Energiebedarf dar. Diese Kennlinie ist in Fig. 7 durch die Kurve J
dargestellt.
[0068] Die Kennlinie J wird vom Rechner 34 in mehreren Schritten berechnet:
Im ersten Schritt wird aus einer gezeichneten Hersteller-Pumpenkennlinie für eine
maximale Pumpenfrequenz von 100 Hz eine Reihe von Wertepaaren X extrahiert und anschließend
durch Polynomregression eine Kurve G100 erzeugt, die von der im Rechner 34 implementierten
Software verarbeitet und auf Bildschirm 42 dargestellt werden kann. Aus dieser Kurve
G100 in Fig. 8 werden dann weitere Pumpenkennlinien G95, G90, G85, G80, G75, G70 und
G65 für niedrigere Frequenzen von 95 Hz, 90 Hz, 85 Hz, 80 Hz, 75 Hz, 70 Hz und 65
Hz abgeleitet, wie in Fig. 8 dargestellt. Die genannten Frequenzen sind nur Beispiele.
Es können auch andere Frequenzen verwendet werden.
[0069] Im zweiten Schritt werden dann die Schnittpunkte S100, S95, S90, S85, S80, S75, S70
und S65 der aktuellen Anlagenkennlinie D mit den Pumpenkennlinien G100, G95, G90,
G85, G80, G75, G70 und G65 berechnet und für jeden dieser Schnittpunkte S100, S95,
S90, S85, S80, S75, S70 und S65 die zugehörige Durchflussmenge Q100, Q95, Q90, Q85,
Q80, Q75, Q70 und Q65 ermittelt, die auf der Abszisse unterhalb des jeweiligen Schnittpunkts
S100, S95, S90, S85, S80, S75, S70 und S65 abgelesen werden kann.
[0070] Im dritten Schritt wird aus einer gezeichneten Hersteller-Pumpenwirkungsgradkennlinie
für die maximale Pumpenfrequenz von 100 Hz eine Reihe von Wertepaaren X extrahiert
und anschließend durch Polynomregression eine Kurve K100 erzeugt, die von der im Rechner
34 implementierten Software verarbeitet und auf dem Bildschirm 42 in einem Diagramm
dargestellt werden kann, wobei die Abszisse die Durchflussmenge und die Ordinate den
Wirkungsgrad in % angibt. Wie in Fig. 9 dargestellt, werden aus dieser Kurve K100
dann weitere Pumpenwirkungsgradkennlinien K95, K90, K85, K80, K75, K70 und K65 für
die Frequenzen von 95 Hz, 90 Hz, 85 Hz, 80 Hz, 75 Hz, 70 Hz und 65 Hz abgeleitet.
[0071] Im vierten Schritt wird aus jeder der Durchflussmengen Q100, Q95, Q90, Q85, Q80,
Q75, Q70 und Q65 und der zugehörigen Pumpenwirkungsgradkennlinie K 100, K95, K90,
K85, K80, K75, K70 und K65 der Pumpenwirkungsgrad η100, η95, η90, η85, η80, η75, η70
und η65 (nicht dargestellt) bei der jeweiligen Frequenz von 100 Hz, 95 Hz, 90 Hz,
85 Hz, 80 Hz, 75 Hz, 70 Hz und 65 Hz ermittelt.
[0072] Im fünften Schritt wird aus den erhaltenen Wertepaaren Q100, n100; Q95, η95; Q90,
η90; Q85, η85; Q80, η80; Q75, η75 sowie Q65, η65 von Durchflussmenge Q und Pumpenwirkungsgrad
η durch Polynomregression eine zugehörige Pumpenwirkungsgradkennlinie (nicht dargestellt)
berechnet, die ebenfalls von der aktuellen Anlagenkennlinie D abhängig ist.
[0073] Im sechsten Schritt wird aus dieser Pumpenwirkungsgradkennlinie sowie einer Wirkungsgradkennlinie
KM des elektrischen Antriebsmotors 15, einer Wirkungsgradkennlinie KU des Frequenzumrichters
38 und einer Wirkungsgradkennlinie KL der Stromleitung durch Multiplikation eine Gesamtwirkungsgrad-Kennlinie
M berechnet, die den Gesamtwirkungsgrad der Förderpumpe 14 einschließlich ihres Antriebsmotors
15, ihres Frequenzumrichters 38 und ihrer Stromleitung 40 in Abhängigkeit von momentanen
Anlagenkennlinie D darstellt. Die Kennlinien KM, KU und KL werden entweder vom Hersteller
der jeweiligen Komponente 15, 38 bzw. 40 geliefert oder aus gezeichneten Herstellerkennlinien
durch Extraktion von Wertepaaren und anschließende Polynomregression in eine Form
überführt, die von der Software verarbeitet und auf dem Bildschirm 42 dargestellt
werden kann.
[0074] Im siebenten Schritt wird aus der Gesamtwirkungsgrad-Kennlinie M für eine Mehrzahl
von Durchflussmengenstützpunkten, zum Beispiel 60 m
3/h, 65 m
3/h, 70 m
3/h, ... 130 m
3/h, 135 m
3/h, 140 m
3/h die jeweils zugehörige Gesamtleistung berechnet.
[0075] Im achten Schritt wird daraus die Kennlinie J des spezifischen Leistungs- oder Energiebedarfs
berechnet, indem für jeden Durchflussmengenstützpunkt die zugehörige Gesamtleistung
durch die zugehörige Durchflussmenge dividiert wird und die resultierenden Werte zu
der Kennlinie J interpoliert werden.
[0076] Zur Ermittlung des energetisch günstigsten Betriebspunkts der Förderpumpe 14 berechnet
dann der Rechner 34 die Förder- oder Durchflussmenge am Minimum der Kennlinie J des
spezifischen Leistungs- oder Energiebedarfs und zeigt diese auf dem Bildschirm 42
durch eine vertikale Linie Q1 an. Gleichzeitig berechnet der Rechner 34 auch die Förder-
oder Durchflussmenge im Schnittpunkt S2 der Pumpenwirkungsgradkennlinie E mit der
Anlagenkennlinie D und zeigt diese durch eine vertikale Linie Q2 ebenfalls auf dem
Bildschirm an, wie in Fig. 7 dargestellt.
[0077] Anschließend vergleicht der Rechner 34 die beiden auf diese Weise berechneten Förder-
oder Durchflussmengen Q1 und Q2. Wenn der Vergleich ergibt, dass die Förder- oder
Durchflussmengen Q1 und Q2 identisch sind, dann übermittelt der Rechner 34 eine dieser
Förder- oder Durchflussmengen Q1, Q2 als Soll-Durchflussmenge an die Steuer- und Regeleinheit
30. Wenn der Vergleich ergibt, dass die Förder- oder Durchflussmenge Q1 größer ist
als die Förder- oder Durchflussmenge Q2, übermittelt der Rechner 34 die Förder- oder
Durchflussmenge Q1 als Soll-Durchflussmenge an die Steuer- und Regeleinheit 30. Wenn
der Vergleich ergibt, dass die Förder- oder Durchflussmenge Q1 kleiner ist als die
Förder- oder Durchflussmenge Q2, wie in Fig. 7 dargestellt, dann übermittelt der Rechner
34 die Förder- oder Durchflussmenge Q1 als Soll-Durchflussmenge an die Steuer- und
Regeleinheit 30, solange diese Förder- oder Durchflussmenge Q1 von der Förderpumpe
14 erreicht wird. Wenn die Förderpumpe 14 diese Förder- oder Durchflussmenge Q1 nicht
mehr erreicht, weil die spezifischen Gesamtdruckverhältnisse in der Leitung 18 oder
dem Leitungsnetz 52 der Brunnenanlage 10 dies nicht mehr ermöglichen, dann übermittelt
der Rechner 34 die Förder- oder Durchflussmenge Q2 als Soll-Durchflussmenge an die
Steuer- und Regeleinheit 30.
[0078] In der Steuer- und Regeleinheit 30 wird die vom Rechner 34 übermittelte Soll-Durchflussmenge
mit der vom Durchflussmengen-Messgerät 26 gemessenen und an die Steuer- und Regeleinheit
30 übermittelten momentanen Ist-Durchflussmenge verglichen. Die Steuer- und Regeleinheit
30 erzeugt dann aus einer eventuellen Differenz der beiden Werte einen Stellwert für
den Frequenzumrichter 38, der daraufhin durch eine entsprechende Frequenzänderung
die Antriebsdrehzahl der Förderpumpe 14 so lange verändert, bis die Ist-Durchflussmenge
mit der Soll-Durchflussmenge übereinstimmt. Je nachdem, ob der Rechner 34 die Förder-
oder Durchflussmenge Q1 oder Q2 als Soll-Durchflussmenge an die Steuer- und Regeleinheit
30 übermittelt hat, verschiebt sich durch die Veränderung der Frequenz die Pumpenkennlinie
F, bis ihr Schnittpunkt S1 mit der Anlagenkennlinie D entweder genau oberhalb des
Minimums der Kennlinie J liegt oder mit dem Schnittpunkt S2 zusammenfällt. Das letztere
ist in Fig. 5 für die bei der neuen Frequenz berechnete Pumpenkennlinie H dargestellt.
[0079] Zur Überwachung der Brunnenanlage 10 und der energieoptimalen Steuerung bzw. Regelung
der Förderpumpe 14 wird außerdem das in Fig. 7 dargestellte Diagramm auf dem Bildschirm
42 des Rechners 34 angezeigt. Auf diese Weise kann das Bedienungspersonal einerseits
auch visuell vergleichen, welche der Förder- oder Durchflussmengen Q1 oder Q2 größer
ist. Zum anderen kann das Bedienungspersonal sehen, ob der Schnittpunkt S1 der Pumpenkennlinie
F mit der Anlagenkennlinie D wie gewünscht genau oberhalb des Minimums der Kennlinie
J liegt oder mit dem Schnittpunkt S2 zusammenfällt bzw. ob der Schnittpunkt S1 wie
gewünscht dem Minimum oder dem Schnittpunkt S2 nachgeführt wird, wenn sich der gemessene
Druck am Ausgang der Pumpe 14 und/oder die Absenkung des Wasserspiegels im Brunnen
12 verändern und sich dadurch die Anlagenkennlinie D verschiebt.
[0080] Neben den in Fig. 4 und 5 dargestellten Kennlinien D, E, F und H werden auf dem Bildschirm
42 des Rechners 36 auch die gemessene Ist-Durchflussmenge und die Soll-Durchflussmenge
am Ausgang der Pumpe 14 als Zahlenwerte nebeneinander angezeigt. Auf diese Weise kann
das Bedienungspersonal die beiden Werte auf einen Blick miteinander vergleichen.
[0081] Darüber hinaus werden auch der momentane spezifische Leistungs- oder Energiebedarf
der Förderpumpe 14, der gemessene Druck am Ausgang der Förderpumpe 14, der momentane
Wasserspiegel im Brunnen 12, die Ist-Frequenz des zur Förderpumpe 14 zugeführten Wechselstroms
und die Förder- oder Durchflussmenge am Ausgang der Förderpumpe 14 als Zahlenwerte
angezeigt.
[0082] Die Brunnenanlage 50 in Fig. 2 unterscheidet sich von der zuvor beschriebenen Brunnenanlage
10 dadurch, dass sie mehrere Brunnen 12 und mehrere Förderpumpen 14 umfasst, die durch
ein gemeinsames Leitungsnetz 52 in den Vorratsbehälter 16 fördern, jedoch mittels
einer einzigen Steuer- und Regeleinheit 30 und eines einzigen Rechners 34 gesteuert
bzw. geregelt werden. Die Förderpumpen 14 können bei Bedarf einzeln zu- oder abgeschaltet
werden, wenn die zu fördernde Wassermenge vergrößert oder verkleinert werden soll.
Durch die Zu- oder Abschaltung einzelner Förderpumpen 14 ergeben sich für die anderen
momentan im Betrieb befindlichen Förderpumpen 14 ständig neue Anlagenkennlinien D,
die vom Rechner 34 mit Hilfe der Software kontinuierlich berechnet werden.
[0083] Die Berechnung erfolgt für jede im Betrieb befindliche Förderpumpe 14 separat und
unabhängig von den jeweils anderen im Betrieb befindlichen Förderpumpen 14 in der
zuvor beschriebenen Art und Weise, indem für jede einzelne der im Betrieb befindlichen
Förderpumpen 14 kontinuierlich eine zugehörige Anlagenkennlinie D berechnet wird,
indem danach die Kennlinie J des spezifischen Leistungs- oder Energiebedarfs und deren
Minimum sowie darüber hinaus auch ggf. die Schnittpunkte S1 und S2 der berechneten
Anlagenkennlinie D mit der zugehörigen Pumpenkennlinie F und mit der zugehörigen Pumpenwirkungsgradkennlinie
E für den maximalen Wirkungsgrad ermittelt werden und indem schließlich die Ist-Durchflussmenge
im Schnittpunkt S1 der berechneten Anlagenkennlinie D mit der zugehörigen Pumpenkennlinie
F durch Veränderung der Frequenz und der Antriebsdrehzahl der Pumpe 14 mittels der
Steuer- und Regeleinheit und des zugehörigen Frequenzumrichters 38 an die Soll-Durchflussmenge
Q1 bzw. Q2 im Minimum der Kennlinie J oder im Schnittpunkt S2 der berechneten Anlagenkennlinie
D mit der zugehörigen Pumpenwirkungsgradkennlinie E herangeführt wird.
[0084] Da die Ermittlung des Drucks am Ausgang jeder Förderpumpe 14 und die momentane Absenkung
des Wasserspiegels in jedem Brunnen 12 sowie die Berechnung für jede Förderpumpe 14
unabhängig von den anderen Brunnen 12 bzw. Förderpumpen 14 vorgenommen wird, kann
das zuvor beschriebene Verfahren auch zur Steuerung oder Regelung komplexer Brunnenanlagen
50 eingesetzt werden, indem bei allen Förderpumpen 14 der Brunnenanlage 50 auf die
zuvor beschriebene Art und Weise kontinuierlich der berechnete energetisch günstigste
Betriebspunkt eingestellt wird.
1. Verfahren zur Reduzierung des Energieverbrauchs einer Förderpumpe (14), die Wasser
aus einem Brunnen (12) in eine Leitung (18) oder ein Leitungsnetz (52) fördert, wobei
die Ist-Durchflussmenge der Förderpumpe (14) durch Veränderung der Antriebsdrehzahl
eines elektrischen Antriebsmotors (15) der Förderpumpe (14) an eine Soll-Durchflussmenge
herangeführt wird, wobei die Soll-Durchflussmenge entweder der hiernach als "erste
Durchflussmenge" gekennzeichneten Durchflussmenge (Q1) im Betriebspunkt der Förderpumpe
(14) mit dem geringsten spezifischen Leistungs- oder Energiebedarf entspricht, zu
dessen Ermittlung eine Kennlinie (J) des jeweiligen spezifischen Leistungs- oder Energiebedarfs
der Förderpumpe (14) in Abhängigkeit von einer dynamischen Anlagenkennlinie (D) berechnet
wird, oder der hiernach als "zweite Durchflussmenge" gekennzeichneten Durchflussmenge
(Q2) im berechneten Schnittpunkt (S2) einer Pumpenwirkungsgradkennlinie (E) mit hohem
Wirkungsgrad und der dynamischen Anlagenkennlinie (D), wobei die dynamische Anlagenkennlinie
(D) aus der geodätischen Höhe (Hgeod), der Absenkung des Wasserspiegels (HAbs) im Brunnen (12) und Leitungsverlusten in der Leitung (18) oder im Leitungsnetz (52)
berechnet wird und wobei die Pumpenwirkungsgradkennlinie (E) mit hohem Wirkungsgrad
innerhalb eines Toleranzbereichs von 5 % von einer Wirkungsgradkennlinie für den maximalen
Wirkungsgrad liegt,
wobei die erste Durchflussmenge (Q1) mit der zweiten Durchflussmenge (Q2) verglichen
wird,
wobei, wenn die erste Durchflussmenge (Q1) größer ist als die zweite Durchflussmenge
(Q2), die erste Durchflussmenge (Q1) als Soll-Durchflussmenge gewählt wird,
und wobei, wenn die erste Durchflussmenge (Q1) kleiner ist als die zweite Durchflussmenge
(Q2), die Ist-Durchflussmenge der Förderpumpe (14) an die erste Durchflussmenge (Q1)
herangeführt wird, solange die erste Durchflussmenge (Q1) erreicht wird, und
die Ist-Durchflussmenge der Förderpumpe (14) an die zweite Durchflussmenge (Q2) herangeführt
wird, wenn die erste Durchflussmenge (Q1) nicht mehr erreicht wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass in Abhängigkeit von der dynamischen Anlagenkennlinie (D) ein Minimum der Kennlinie
(J) des spezifischen Leistungs- oder Energiebedarfs der Förderpumpe (14) berechnet
wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass zur Berechnung der Kennlinie (J) des spezifischen Leistungs- oder Energiebedarfs
der Förderpumpe (14) eine von der Anlagenkennlinie (D) abhängige Gesamtwirkungsgrad-Kennlinie
(M) berechnet wird.
4. Verfahren nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Kennlinie (J) des spezifischen Leistungs- oder Energiebedarfs der Förderpumpe
(14) kontinuierlich, in kurzen Zeitabständen oder bei jeder Veränderung der Anlagenkennlinie
(D) neu berechnet wird.
5. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Leitungsverluste in der Leitung (18) oder im Leitungsnetz (52) im Betrieb der
Förderpumpe (14) aus dem kontinuierlich oder schrittweise ermittelten Druck am Ausgang
der Förderpumpe (14) abgeleitet werden.
6. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Absenkung (HAbs) des Wasserspiegels im Betrieb der Förderpumpe (14) kontinuierlich oder schrittweise
aus einem Ruhewasserspiegel (H0) und einem Ist-Wasserstand im Brunnen (12) abgeleitet wird.
7. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Pumpenwirkungsgradkennlinie (E) eine dynamische Pumpenwirkungsgradkennlinie ist,
die aus einer gezeichneten Pumpenwirkungsgradkennlinie abgeleitet wird, indem aus
der gezeichneten Pumpenwirkungsgradkennlinie Wertepaare extrahiert und mittels Polynomregression
umgewandelt werden.
8. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Ist-Durchflussmenge am Ausgang der Förderpumpe (14) ermittelt und mit der Soll-Durchflussmenge
im Betriebspunkt der Förderpumpe (14) mit dem geringsten spezifischen Leistungs- oder
Energiebedarf oder mit der Soll-Durchflussmenge im berechneten Schnittpunkt (S2) der
Pumpenwirkungsgradkennlinie (E) und der dynamischen Anlagenkennlinie (D) verglichen
wird und dass die Antriebsdrehzahl der Förderpumpe (14) mittels eines Frequenzumrichters
(38) geregelt wird, dem ein aus der Differenz der Soll-Durchflussmenge und der Ist-Durchflussmenge
berechneter Stellwert zugeführt wird.
9. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass auf einem Bildschirm (42) die Pumpenwirkungsgradkennlinie (E), die momentane Anlagenkennlinie
(D) und eine Pumpenkennlinie (F) für die momentane Antriebsdrehzahl der Förderpumpe
(14), der Schnittpunkt (S1) der Pumpenkennlinie (F) mit der momentanen Anlagenkennlinie
(D) und der Schnittpunkt (S2) der Pumpenwirkungsgradkennlinie (E) mit der momentanen
Anlagenkennlinie (D) sowie die Kennlinie (J) des spezifischen Leistungs- oder Energiebedarfs
der Förderpumpe (14) zusammen mit der Durchflussmenge (Q1) im Minimum der Kennlinie
(J) angezeigt werden.
10. Brunnenanlage (10, 50) mit mindestens einer Förderpumpe (14) zum Fördern von Wasser
aus einem Brunnen (12) in eine Leitung (18) oder ein Leitungsnetz (52), mit einer
Steuer- oder Regeleinheit (30); die eine Ist-Durchflussmenge der Förderpumpe (14)
durch Veränderung der Antriebsdrehzahl eines elektrischen Antriebsmotors (15) der
Förderpumpe (14) an eine Soll-Durchflussmenge heranführt, wobei die Soll-Durchflussmenge
entweder der hiernach als "erste Durchflussmenge" gekennzeichneten Durchflussmenge
(Q1) im Betriebspunkt der Förderpumpe (14) mit dem geringsten spezifischen Leistungs-
oder Energiebedarf entspricht, zu dessen Ermittlung eine Kennlinie (J) des jeweiligen
spezifischen Leistungs- oder Energiebedarfs der Förderpumpe (14) in Abhängigkeit von
einer dynamischen Anlagenkennlinie (D) berechnet wird, oder der hiernach als "zweite
Durchflussmenge" gekennzeichneten Durchflussmenge (Q2) im berechneten Schnittpunkt
(S2) einer Pumpenwirkungsgradkennlinie (E) mit hohem Wirkungsgrad und der dynamischen
Anlagenkennlinie (D), wobei die dynamische Anlagenkennlinie (D) aus der geodätischen
Höhe (Hgeod), der Absenkung des Wasserspiegels (HAbs) im Brunnen (12) und Leitungsverlusten in der Leitung (18) oder im Leitungsnetz (52)
berechnet wird und wobei die Pumpenwirkungsgradkennlinie (E) mit hohem Wirkungsgrad
innerhalb eines Toleranzbereichs von 5 % von einer Wirkungsgradkennlinie für den maximalen
Wirkungsgrad liegt,
wobei ein mit der Steuer- und Regeleinheit (30) kommunizierender Rechner (34) die
erste Durchflussmenge (Q1) mit der zweiten Durchflussmenge (Q2) vergleicht, wobei,
wenn die erste Durchflussmenge (Q1) größer ist als die zweite Durchflussmenge (Q2),
der Rechner (34) die erste Durchflussmenge (Q1) als Soll-Durchflussmenge wählt,
wobei, wenn die erste Durchflussmenge (Q1) kleiner ist als die zweite Durchflussmenge
(Q2), der Rechner (34) die erste Durchflussmenge (Q1) als Soll-Durchflussmenge wählt,
solange die Förderpumpe (14) die erste Durchflussmenge (Q1) erreicht, und die zweite
Durchflussmenge (Q2) wählt, wenn die Förderpumpe (14) die erste Durchflussmenge (Q1)
nicht mehr erreicht.
11. Brunnenanlage nach Anspruch 10, gekennzeichnet durch mehrere Förderpumpen (14), wobei die Steuer- oder Regeleinheit (30) die Ist-Durchflussmenge
von jeder der Förderpumpen (14) durch Veränderung der Antriebsdrehzahl ihres elektrischen
Antriebsmotors (15) an eine Soll-Durchflussmenge heranführt, wobei die Soll-Durchflussmenge
der Durchflussmenge (Q1) im Betriebspunkt der jeweiligen Förderpumpe (14) mit dem
geringsten spezifischen Leistungs- oder Energiebedarf oder der Durchflussmenge (Q2)
im berechneten Schnittpunkt (S2) einer Pumpenwirkungsgradkennlinie (E) mit hohem Wirkungsgrad
und einer dynamischen Anlagenkennlinie (D) entspricht.
12. Brunnenanlage nach Anspruch 10 oder 11, gekennzeichnet durch Mittel (24, 34) zur kontinuierlichen oder schrittweisen Ermittlung des Drucks am
Ausgang der Förderpumpe (14) oder Förderpumpen (14).
1. Method for reducing the energy consumption of a delivery pump (14) which delivers
water from a well (12) into a line (18) or a line network (52), wherein the actual
throughflow rate of the delivery pump (14) is brought to a target throughflow rate
by changing of the drive rotational speed of an electric drive motor (15) of the delivery
pump (14), wherein the target throughflow rate corresponds either to the throughflow
rate (Q1), indicated hereinafter as "first throughflow rate", at the operating point
of the delivery pump (14) with the lowest specific power or energy requirement, a
characteristic curve (J) of the respective specific power or energy requirement of
the delivery pump (14) being calculated in dependence on a dynamic system characteristic
curve (D) for the purpose of determining said operating point, or to the throughflow
rate (Q2), indicated hereinafter as "second throughflow rate", at the calculated point
of intersection (S2) of a pump efficiency characteristic curve (E) with high efficiency
and the dynamic system characteristic curve (D), wherein the dynamic system characteristic
curve (D) is calculated from the geodetic height (Hgeod), the drop in the water level (Hdrop) in the well (12) and line losses in the line (18) or in the line network (52), and
wherein the pump efficiency characteristic curve (E) with high efficiency lies within
a tolerance range of 5% of an efficiency characteristic curve for the maximum efficiency,
wherein the first throughflow rate (Q1) is compared with the second throughflow rate
(Q2),
wherein, if the first throughflow rate (Q1) is greater than the second throughflow
rate (Q2), the first throughflow rate (Q1) is selected as the target throughflow rate,
and wherein, if the first throughflow rate (Q1) is less than the second throughflow
rate (Q2), the actual throughflow rate of the delivery pump (14) is brought to the
first throughflow rate (Q1) as long as the first throughflow rate (Q1) is reached,
and the actual throughflow rate of the delivery pump (14) is brought to the second
throughflow rate (Q2) if the first throughflow rate (Q1) is no longer reached.
2. Method according to Claim 1, characterized in that a minimum of the characteristic curve (J) of the specific power or energy requirement
of the delivery pump (14) is calculated in dependence on the dynamic system characteristic
curve (D).
3. Method according to Claim 2, characterized in that, for the purpose of calculating the characteristic curve (J) of the specific power
or energy requirement of the delivery pump (14), an overall efficiency characteristic
curve (M), which depends on the system characteristic curve (D), is calculated.
4. Method according to Claim 2 or 3, characterized in that the characteristic curve (J) of the specific power or energy requirement of the delivery
pump (14) is recalculated continuously, at short time intervals or whenever the system
characteristic curve (D) is changed.
5. Method according to one of the preceding claims, characterized in that the line losses in the line (18) or in the line network (52) during the operation
of the delivery pump (14) are derived from the pressure at the outlet of the delivery
pump (14), which pressure is determined continuously or in steps.
6. Method according to one of the preceding claims, characterized in that the drop (Hdrop) in the water level during the operation of the delivery pump (14) is derived continuously
or in steps from a still water level (H0) and an actual water level in the well (12).
7. Method according to one of the preceding claims, characterized in that the pump efficiency characteristic curve (E) is a dynamic pump efficiency characteristic
curve which is derived from a displayed pump efficiency characteristic curve in that value pairs are extracted from the displayed pump efficiency characteristic curve
and subjected to transformation by means of polynomial regression.
8. Method according to one of the preceding claims, characterized in that the actual throughflow rate at the outlet of the delivery pump (14) is determined
and is compared with the target throughflow rate at the operating point of the delivery
pump (14) with the lowest specific power or energy requirement or with the target
throughflow rate at the calculated point of intersection (S2) of the pump efficiency
characteristic curve (E) and the dynamic system characteristic curve (D), and in that the drive rotational speed of the delivery pump (14) is regulated by means of a frequency
converter (38), which is supplied with an adjustment value calculated from the difference
between the target throughflow rate and the actual throughflow rate.
9. Method according to one of the preceding claims, characterized in that the pump efficiency characteristic curve (E), the instantaneous system characteristic
curve (D) and a pump characteristic curve (F) for the instantaneous drive rotational
speed of the delivery pump (14), the point of intersection (S1) of the pump characteristic
curve (F) and the instantaneous system characteristic curve (D) and the point of intersection
(S2) of the pump efficiency characteristic curve (E) and the instantaneous system
characteristic curve (D), and the characteristic curve (J) of the specific power or
energy requirement of the delivery pump (14), together with the throughflow rate (Q1)
at the minimum of the characteristic curve (J), are displayed on a screen (42).
10. Well system (10, 50) having at least one delivery pump (14) for delivering water from
a well (12) into a line (18) or a line network (52), having a control or regulating
unit (30) which brings an actual throughflow rate of the delivery pump (14) to a target
throughflow rate by changing of the drive rotational speed of an electric drive motor
(15) of the delivery pump (14), wherein the target throughflow rate corresponds either
to the throughflow rate (Q1), indicated hereinafter as "first throughflow rate", at
the operating point of the delivery pump (14) with the lowest specific power or energy
requirement, a characteristic curve (J) of the respective specific power or energy
requirement of the delivery pump (14) being calculated in dependence on a dynamic
system characteristic curve (D) for the purpose of determining said operating point,
or to the throughflow rate (Q2), indicated hereinafter as "second throughflow rate",
at the calculated point of intersection (S2) of a pump efficiency characteristic curve
(E) with high efficiency and the dynamic system characteristic curve (D), wherein
the dynamic system characteristic curve (D) is calculated from the geodetic height
(Hgeod), the drop in the water level (Hdrop) in the well (12) and line losses in the line (18) or in the line network (52), and
wherein the pump efficiency characteristic curve (E) with high efficiency lies within
a tolerance range of 5% of an efficiency characteristic curve for the maximum efficiency,
wherein a processor (34) which communicates with the control and regulating unit (30)
compares the first throughflow rate (Q1) with the second throughflow rate (Q2),
wherein, if the first throughflow rate (Q1) is greater than the second throughflow
rate (Q2), the processor (34) selects the first throughflow rate (Q1) as the target
throughflow rate,
and wherein, if the first throughflow rate (Q1) is less than the second throughflow
rate (Q2), the processor (34) selects the first throughflow rate (Q1) as the target
throughflow rate as long as the delivery pump (14) reaches the first throughflow rate
(Q1), and selects the second throughflow rate (Q2) if the delivery pump (14) no longer
reaches the first throughflow rate (Q1).
11. Well system according to Claim 10, characterized by multiple delivery pumps (14), wherein the control or regulating unit (30) brings
the.actual throughflow rate of each of the delivery pumps (14) to a target throughflow
rate by changing of the drive rotational speed of the electric drive motor (15) thereof,
wherein the target throughflow rate corresponds to the throughflow rate (Q1) at the
operating point of the respective delivery pump (14) with the lowest specific power
or energy requirement or to the throughflow rate (Q2) at the calculated point of intersection
(S2) of a pump efficiency characteristic curve (E) with high efficiency and a dynamic
system characteristic curve (D) .
12. Well system according to Claim 10 or 11, characterized by means (24, 34) for determining continuously or in steps the pressure at the outlet
of the delivery pump (14) or delivery pumps (14).
1. Procédé de réduction de la consommation d'énergie d'une pompe d'alimentation (14)
qui alimente en eau une canalisation (18) ou un réseau de canalisations (52) à partir
d'un puits (12),
dans lequel le débit réel de la pompe d'alimentation (14) est amené à tendre vers
un débit nominal en modifiant le régime d'entraînement d'un moteur électrique d'entraînement
(15) de la pompe d'alimentation (14), dans lequel le débit nominal correspond soit
au débit (Q1), désigné ci-après "premier débit", au point de fonctionnement de la
pompe d'alimentation (14) pour la puissance spécifique ou le besoin en énergie spécifique
le plus faible, pour la détermination duquel une courbe caractéristique (J) de la
puissance spécifique ou du besoin en énergie spécifique de la pompe d'alimentation
(14) est calculée en fonction d'une courbe caractéristique dynamique du système (D),
soit au débit (Q2), désigné ci-après "second débit", au point d'intersection (S2)
calculé d'une courbe caractéristique de pompe (E) à haut rendement et de la courbe
caractéristique dynamique du système (D), dans lequel la courbe caractéristique dynamique
du système (D) est calculée à partir de la hauteur géodésique (Hgeod), de l'abaissement du niveau d'eau (HAbs) dans le puits (12) et de pertes de canalisation dans la canalisation (18) ou dans
le réseau de canalisations (52) et dans lequel la courbe caractéristique de rendement
de pompe (E) à haut rendement se situe dans une plage de tolérance de 5% d'une courbe
caractéristique de rendement pour le rendement maximal, dans lequel le premier débit
(Q1) est comparé au second débit (Q2), dans lequel, lorsque le premier débit (Q1)
est supérieur au second débit (Q2), le premier débit (Q1) est sélectionné comme débit
nominal et dans lequel, lorsque le premier débit (Q1) est inférieur au second débit
(Q2), le débit réel de la pompe d'alimentation (14) est amené à tendre vers le premier
débit (Q1) tant que le premier débit (Q1) est atteint et le débit réel de la pompe
d'alimentation (14) est amené à tendre vers le second débit (Q2) lorsque le premier
débit (Q1) n'est plus atteint.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'un minimum de la courbe caractéristique (J) de la puissance spécifique ou du besoin
en énergie spécifique de la pompe d'alimentation (14) est calculé en fonction de la
courbe caractéristique dynamique du système (D).
3. Procédé selon la revendication 2, caractérisé en ce que, pour calculer la courbe caractéristique (J) de la puissance spécifique ou du besoin
en énergie spécifique de la pompe d'alimentation (14), on calcule une courbe caractéristique
de rendement global (M) qui dépend de la courbe caractéristique du système (D).
4. Procédé selon la revendication 2 ou 3, caractérisé en ce que la courbe caractéristique (J) du besoin en énergie spécifique de la pompe d'alimentation
(14) est recalculée en continu, à des intervalles de temps courts ou à chaque modification
de la courbe caractéristique du système (D).
5. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que les pertes de canalisation dans la canalisation (18) ou dans le réseau de canalisations
(52) pendant le fonctionnement de la pompe d'alimentation (14) sont déduites de la
pression déterminée en continu ou par étapes à la sortie de la pompe d'alimentation
(14).
6. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'abaissement (HAbs) du niveau d'eau pendant le fonctionnement de la pompe d'alimentation (14) est déduit
en continu ou par étapes d'un niveau d'eau au repos (H0) et d'un niveau d'eau réel dans le puits (12).
7. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que la courbe caractéristique de rendement de pompe (E) est une courbe caractéristique
de rendement de pompe dynamique qui est déduite d'une courbe caractéristique de rendement
de pompe en extrayant des paires de valeurs de la caractéristique de rendement de
pompe caractérisée et en les transforment par régression polynomiale.
8. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le débit réel à la sortie de la pompe d'alimentation (14) est déterminé et est comparé
au débit nominal au point de fonctionnement de la pompe d'alimentation (14) pour la
puissance spécifique ou le besoin en énergie spécifique ou pour le débit nominal au
point d'intersection (S2) calculé de la courbe caractéristique de rendement (E) et
de la courbe caractéristique dynamique du système (D) et en ce que le régime d'entraînement de la pompe d'alimentation (14) est régulé au moyen d'un
convertisseur de fréquence (38) auquel est fournie une valeur de réglage calculée
à partir de la différence entre le débit nominal et le débit réel.
9. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que la courbe caractéristique de rendement de pompe (E), la courbe caractéristique instantanée
du système (D) et une courbe caractéristique de pompe (F) pour le régime d'entraînement
instantané de la pompe d'alimentation (14), le point d'intersection (S1) de la courbe
caractéristique de pompe (F) avec la courbe caractéristique instantanée du système
(D), et le point d'intersection (S2) de la courbe caractéristique de rendement de
pompe (E) avec la courbe caractéristique instantanée du système (D) et la courbe caractéristique
(J) de la puissance spécifique ou du besoin en énergie spécifique de la pompe d'alimentation
(14) sont affichés sur un écran d'affichage (42) avec le débit (Q1) au minimum de
la courbe caractéristique (J).
10. Installation de puits (10, 50) comportant au moins une pompe d'alimentation (14) pour
l'alimentation en eau une canalisation (18) ou un réseau de canalisations (52) à partir
d'un puits (12), comportant une unité de commande ou de régulation (30) qui fait tendre
un débit réel de la pompe d'alimentation (14) vers un débit nominal en modifiant le
régime d'entraînement d'un moteur d'entraînement électrique (15) de la pompe d'alimentation
(14), dans lequel le débit nominal correspond soit au débit (Q1), désigné ci-après
"premier débit", au point de fonctionnement de la pompe d'alimentation (14) pour la
puissance spécifique ou le besoin en énergie spécifique le plus faible, pour la détermination
duquel une courbe caractéristique (J) de la puissance spécifique ou du besoin en énergie
spécifique de la pompe d'alimentation (14) est calculée en fonction d'une courbe caractéristique
dynamique du système (D), soit au débit (Q2), désigné ci-après "second débit", au
point d'intersection (S2) calculé d'une courbe caractéristique de pompe (E) à haut
rendement et de la courbe caractéristique dynamique du système (D), dans lequel la
courbe caractéristique dynamique du système (D) est calculée à partir de la hauteur
géodésique (Hgeod), de l'abaissement du niveau d'eau (HAbs) dans le puits (12) et de pertes de canalisation dans la canalisation (18) ou dans
le réseau de canalisations (52) et dans lequel la courbe caractéristique de rendement
de pompe (E) à haut rendement se situe dans une plage de tolérance de 5% d'une courbe
caractéristique de rendement pour le rendement maximal, dans lequel un ordinateur
(34) communiquant avec l'unité de commande (30) compare le premier débit (Q1) au second
débit (Q2),
dans lequel, lorsque le premier débit (Q1) est supérieur au second débit (Q2), l'ordinateur
(34) sélectionne le premier débit (Q1) comme débit nominal, dans lequel, lorsque le
premier débit (Q1) est inférieur au second débit (Q2), l'ordinateur (34) sélectionne
le premier débit (Q1) comme débit nominal tant que la pompe d'alimentation (14) atteint
le premier débit (Q1) et sélectionne le second débit (Q2) lorsque la pompe d'alimentation
(14) n'atteint plus le premier débit (Q1).
11. Installation de puits selon la revendication 10, caractérisée par plusieurs pompes d'alimentation (14), dans lequel l'unité de commande ou de régulation
(30) fait tendre le débit réel de chacune des pompes d'alimentation (14) vers un débit
nominal en faisant varier le régime d'entraînement de son moteur d'entraînement électrique
(15), dans lequel le débit nominal correspond au débit (Q1) au point de fonctionnement
de la pompe d'alimentation (14) respective pour la puissance spécifique ou le besoin
énergétique spécifique le plus faible ou au débit (Q2) au point d'intersection calculé
(S2) d'une courbe caractéristique de rendement de pompe (E) pour un rendement élevé
et d'une courbe caractéristique dynamique du système (D).
12. Installation de puits selon la revendication 10 ou 11, caractérisée par des moyens (24, 34) destinés à déterminer en continu ou par étapes la pression à
la sortie de la pompe d'alimentation (14) ou des pompes d'alimentation (14).