[0001] Die Erfindung betrifft die Verwendung von flexiblen Behältern zur Lagerung von Flüssigkeiten,
insbesondere von wässrigen Polymerdispersionen.
[0002] Infrastruktureinrichtungen zur Lagerung großer Flüssigkeitsmengen werden in den unterschiedlichsten
Industrien benötigt, beispielsweise in der Petroindustrie, der chemischen Industrie
oder auch der Lebensmittelindustrie. Die Speicherkapazität solcher Flüssigkeitslager
beträgt beispielsweise 50.000 Kubikmeter, kann aber je nach Bedarf des jeweiligen
Anwenders in unterschiedlichsten Größen bereitgestellt werden. Geläufig sind flexible
Behälter, beispielsweise aus Kunststoff oder Gummi, auch als Kissen- oder Flexi-Tanks
bezeichnet, welche mit Flüssigkeit befüllt und zur Lagerung auf dem bloßen Boden abgelegt
oder, zur Druckentlastung, zwischen Erdwälle eingebracht werden. Alternativ können
die befüllten flexiblen Behälter in Wasserbassins gelagert werden zum Schutz vor mechanischen
Beschädigungen durch die Umgebung und zur Druckentlastung der flexiblen Behälter,
wie beispielsweise in der
WO-A1 2008/014203 beschrieben. Die flexiblen Behälter der
WO-A1 2008/014203 sind zylinderförmig ausgestaltet mit flexiblen Seitenwänden und abgeflachten, rigiden
oder starren Böden bzw. Deckeln. Auch die
US 2798639 beschreibt vergleichbare Systeme. Die
WO-A1 81/03011 offenbart kugelförmige flexible Behälter. Flexible Behälter sind im Vergleich zu
Metalltanks leichter und zudem faltbar und somit schneller und einfacher installierbar
und auch nicht rostanfällig.
[0004] Eine Herausforderung besteht weiterhin darin, die als Lagergut in solchen flexiblen
Behältern befindlichen Flüssigkeiten auf einfache und effiziente Weise möglichst vollständig
aus den flexiblen Behältern entnehmen zu können, so dass auch der Aufwand zur Reinigung
der flexiblen Behälter nach Entnahme der Flüssigkeiten reduziert wird. Zudem ist es
bei den bisher bekannten flexiblen Behältern nur sehr aufwändig oder überhaupt nicht
möglich, die darin befindliche Menge an Flüssigkeit zuverlässig zu bestimmen.
[0005] Vor diesem Hintergrund bestand die Aufgabe, Infrastruktureinrichtungen zur Lagerung
von Flüssigkeiten bereitzustellen, mit denen ein oder mehrere der vorgenannten Probleme
gelöst werden können.
[0006] Die Erfindung wird gemäß Anspruch 1 gelöst.
[0007] Der flexible Behälter kann auch als Hohlkörper bezeichnet werden. Im hohlen Innenraum
des Hohlkörpers wird die Flüssigkeit gelagert. Lagerung bedeutet allgemein, dass sich
die Flüssigkeit für eine gewisse Zeit im flexiblen Behälter befindet. Ein flexibler
Behälter hat ein Fassungsvermögen für vorzugsweise 2 bis 50.000 Kubikmeter, besonders
bevorzugt 5 bis 3.000 Kubikmeter und am meisten bevorzugt 10 bis 300 Kubikmeter Flüssigkeit.
[0008] Der flexible Behälter hat vorzugsweise die Form eines Zylinders, Sackes, Kissens
oder Beutels, der einen Boden hat, der konisch auf die Stelle zuläuft, an der Flüssigkeit
aus dem flexiblen Behälter entnommen werden kann (Entnahmestelle). Der flexible Behälter
kann hierbei auch unregelmäßig geformt sein und von den vorgenannten Formen abweichen.
Der flexible Behälter hat vorzugsweise keine quadratische, rechteckige, quaderförmige
oder runde Form und insbesondere keine Kugelform oder keine ellipsoide Form.
[0009] Konisch zulaufend bedeutet, dass sich der Boden des flexiblen Behälters, d.h. die
Unterseite des flexiblen Behälters, zu der Entnahmestelle hin verengt bzw. verjüngt.
Alternative Bezeichnungen für konisch sind trichterförmig, kegelförmig, keilförmig
oder paraboloid. Es kann sich auch um einen Klöpperboden handeln. Der Boden eines
flexiblen Behälters kann auch die Form eines Kegels annehmen, wobei sich an der Kegelspitze
die Entnahmestelle befindet. Der Kegel ist üblicherweise ein Hohlkörper. Der Kegel
kann abgeschnitten, gerade oder schräg sein und in regelmäßiger oder unregelmäßiger
Weise von der Kegelform abweichen. Der Boden hat also im Allgemeinen ein Gefälle hin
zur Entnahmestelle. Das Gefälle des Bodens beträgt vorzugsweise 5° bis 44°, besonders
bevorzugt 10° bis 20° und am meisten bevorzugt 10° bis 15°. Die Entnahmestelle befindet
sich im Allgemeinen an der tiefsten Stelle des Bodens.
[0010] Der flexible Behälter basiert vorzugsweise auf einer flexiblen Membran. Die flexible
Membran hat eine Dicke von 2 bis 10 mm und besonders bevorzugt von 3 bis 5 mm. Die
flexible Membran ist vorzugsweise aus Kunststoffmaterial, gegebenenfalls in Form eines
Verbundmaterials aufgebaut. Bevorzugte Kunststoffmaterialien sind Polyvinylchlorid,
vorzugsweise Polyurethane, Polyester, Polypropylen, Gummi, insbesondere Neopren-Kautschuk
oder Nitrilkautschuk. Beispiele für Verbundmaterialien sind Faser- oder Gewebe-verstärkte
Kunststoffmaterialien. Geeignete Materialien für Fasern basieren beispielsweise auf
Glas, Metallen oder organischen Polymeren, insbesondere Polyamid, Polypropylen oder
Cellulose. Textile Fasern sind bevorzugt. Die flexible Membran kann auch aus mehreren
Lagen von gleichen oder verschiedenen Kunststoffmaterialien und/oder Verbundmaterialien
aufgebaut sein.
[0011] Die Oberfläche oder die Oberflächen der flexiblen Membran können auch beschichtet
sein, beispielsweise mit Plastomeren oder Elastomeren, wie Polyvinylchlorid oder Polyacrylnitril.
Auf diese Weise kann die Beständigkeit der flexiblen Behälter gegenüber mechanischen
Belastungen oder chemischen Beanspruchungen durch zu lagernde Flüssigkeiten bzw. durch
das flüssige Medium verbessert werden. Der flexible Behälter ist im Allgemeinen undurchlässig
für zu lagernde Flüssigkeiten und das den flexiblen Behälter umgebende flüssige Medium.
[0012] Der flexible Behälter kann an einer oder mehreren Stellen verstärkt sein. Zur Verstärkung
kann auf den flexiblen Behälter ein weiteres Material aufgebracht sein, oder die flexible
Membran, beispielsweise das Kunststoffmaterial, kann an dieser Stelle eine größere
Schichtdicke aufweisen, vorzugsweise zusätzlich 1 bis 10 mm oder 1 bis 5 mm. Die Verstärkungen
können ringförmig oder in Form von Scheiben oder Bändern auf die flexiblen Behälter
angebracht sein. Dadurch werden die flexiblen Behälter belastbarer. Vorzugsweise ist
der Bereich um die Entnahmestelle bzw. der Bereich, in dem der flexible Behälter konisch
zuläuft, verstärkt. Dieser Bereich ist vorzugsweise rigide oder nicht vollständig
elastisch. Dies unterstützt die möglichst vollständige und restlose Entnehmbarkeit
von Flüssigkeit aus dem flexiblen Behälter. Die sonstigen Bereiche des flexiblen Behälters
sind im Allgemeinen nicht starr, rigide, steif oder unelastisch.
[0013] Der flexible Behälter hat im Allgemeinen eine Entnahmevorrichtung, beispielsweise
eine Auslassleitung, gegebenenfalls mehrere oder vorzugsweise eine Füllvorrichtung,
beispielsweise eine Zuleitung, gegebenenfalls ein oder mehrere Probeentnahmevorrichtungen,
gegebenenfalls ein oder mehrere Temperatursteuerungsvorrichtungen und gegebenenfalls
ein oder mehrere Entlüftungsleitungen und gegebenenfalls ein oder mehrere Überdrucksicherungen.
[0014] Die Entnahmevorrichtung kann gegebenenfalls auch als Füllvorrichtung verwendet werden.
Vorzugsweise sind die Entnahmevorrichtung und die Füllvorrichtung nicht identisch.
Die Füllvorrichtung ist vorzugsweise gegenüber der Entnahmevorrichtung, befindet sich
also vorzugsweise nicht am Boden des flexiblen Behälters. Die Füllvorrichtung ist
vorzugsweise auf der Oberseite des flexiblen Behälters angebracht. Über die Entnahmevorrichtung
bzw. die Füllvorrichtung kann Flüssigkeit aus dem flexiblen Behälter entnommen bzw.
in den flexiblen Behälter eingebracht werden. Die Entnahmevorrichtung befindet sich
an der Entnahmestelle. Die Entnahmevorrichtung oder die Füllvorrichtung können eine
oder mehrere Pumpen umfassen.
[0015] Der flexible Behälter ist teilweise oder vollständig von flüssigem Medium umgeben
bzw. in flüssiges Medium getaucht.
[0016] Als flüssiges Medium eignet sich insbesondere Wasser. Das flüssige Medium und die
Flüssigkeit, die gelagert werden soll, sind also im Allgemeinen unterschiedlich. Beim
flüssigen Medium kann es sich aber auch um eine weitere Flüssigkeit handeln, die gelagert
werden soll. Beim flüssigen Medium kann es sich also auch um ein Lagergut handeln.
Das flüssige Medium liegt bei Temperaturen von vorzugsweise 5 bis 90°C, besonders
bevorzugt 10 bis 40°C und am meisten bevorzugt 15 bis 30°C vor. Das flüssige Medium
kann Additive enthalten, wie beispielsweise Biozide oder Salze. Bei der erfindungsgemäßen
Vorgehensweise kommt es allgemein zu keiner Vermischung der Flüssigkeit, die sich
im flexiblen Behälter befindet, und des flüssigen Mediums, das sich im starren Behälter
befindet.
[0017] Das flüssige Medium befindet sich in einem starren Behälter, wie beispielsweise einem
Metallbehälter oder einem Bassin errichtet aus mineralischen Baustoffen, wie Beton.
[0018] Der flexible Behälter befindet sich teilweise oder vollständig innerhalb eines starren
Behälters. Dies bedeutet, dass sich der flexible Behälter mit einem Teil seines Volumens
oder mit seinem gesamten Volumen im starren Behälter befindet.
[0019] Beim starren Behälter handelt es sich vorzugsweise um ein Bauwerk mit Boden, Seitenwänden
und gegebenenfalls einer Decke. Die Seitenwände schließen im Allgemeinen am Boden
und an der gegebenenfalls vorhandenen Decke des starren Behälters an. Wände und Boden
des starren Behälters bilden vorzugsweise eine zusammenhängende bzw. geschlossene
Einheit, d.h. ein Bauwerk ohne Durchbrüche oder Öffnungen. Der starre Behälter ist
also im Allgemeinen abgeschlossen und dicht, so dass kein flüssiges Medium aus dem
starren Behälter austritt.
[0020] Auf dem Boden des starren Behälters sind ein oder mehrere Stelen errichtet. Die Stelen
sind vorzugsweise vertikal, können aber auch schräg ausgerichtet sein. Vorzugsweise
sind mehrere Stelen in einer oder mehreren, insbesondere parallelen Reihen ausgerichtet.
Die Stelen haben Durchmesser von vorzugsweise 10 bis 50 cm, besonders bevorzugt von
10 bis 20 cm und am meisten bevorzugt von 10 bis 20 cm.
[0021] Auf ein oder mehreren Wänden des starren Behälters und/oder auf einer oder mehreren
Stelen liegen ein oder mehrere Träger auf und/oder die Träger sind in die Wände des
starren Behälters eingelassen und/oder die Träger liegen auf dem Boden des starren
Behälters auf. Die Träger sind vorzugsweise horizontal, können aber auch schräg ausgerichtet
sein. Mehrere Träger können auch ein Gitter ausbilden. Die Träger sind vorzugsweise
aus Metall. Bei den Trägern handelt es sich im Allgemeinen um gängige T-Träger.
[0022] Die flexiblen Behälter sind an die starren Behälter und/oder an die Träger fixiert.
Alternativ können die flexiblen Behälter an der Decke eines starren Behälters fixiert
sein. Diese Ausführungsformen sind besonders geeignet, wenn die zu lagernde Flüssigkeit
eine ähnliche oder höhere Dichte als das flüssige Medium aufweist. Alternativ können
die flexiblen Behälter auch am Boden des starren Behälters fixiert sein. Diese Ausführungsform
ist besonders geeignet, wenn die zu lagernde Flüssigkeit eine ähnliche oder niedrigere
Dichte als das flüssige Medium besitzt.
[0023] Die Fixierung der flexiblen Behälter an die starren Behälter oder an die Träger kann
beispielsweise über eine oder mehrere Haltevorrichtungen, insbesondere mittels einem
oder mehreren Seilen, Bändern, Ketten oder vorzugsweise mittels einem Netz erfolgen.
In einer bevorzugten Ausführungsform ist der flexible Behälter von einem Netz umhüllt,
das an eine Haltevorrichtung fixiert ist. In einer besonders bevorzugten Ausführungsform
dient eine Tasche zur Fixierung. Hierbei befindet sich der flexible Behälter ganz
oder vorzugsweise teilweise, insbesondere im Bereich der Entnahmestelle oder des Bodens
des flexiblen Behälters, in einer Tasche. Die Tasche kann aus denselben Materialien
und/oder auf dieselbe Weise aufgebaut sein wie weiter oben für die flexible Membran
schon beschrieben. Es ist auch möglich, mehrere Fixierungen anzubringen, insbesondere
eine Tasche und ein oder mehrere weitere Fixierungen.
[0024] An den Stellen und/oder um die Stellen, an denen die Haltevorrichtungen mit den flexiblen
Behältern verknüpft sind, sind bevorzugt oben genannte Verstärkungen angebracht. Besonders
bevorzugt befinden sich Fixierungen und Verstärkungen an der Unterseite und/oder Oberseite
des flexiblen Behälters, bzw. am Boden und/oder an der dem Boden gegenüberliegenden
Seite des flexiblen Behälters, bzw. im Bereich oder an der Seite, an der sich die
Entnahmestelle und/oder die Füllvorrichtung des flexiblen Behälters befindet. Der
Bereich um die Füllvorrichtung und/oder um die Entnahmestelle ist vorzugsweise rigide,
beispielsweise nicht vollständig elastisch.
[0025] Diese Maßnahmen zur Fixierung und/oder Verstärkung eines flexiblen Behälters unterstützen
die möglichst vollständige und restlose Entnehmbarkeit von Flüssigkeit aus dem flexiblen
Behälter, ohne dass der flexible Behälter im Zuge der Flüssigkeitsentnahme Verfaltungen
und dadurch Flüssigkeitsblasen ausbildet, die nur mit weiteren Maßnahmen, wie Waschschritten
aus dem flexiblen Behälter entnommen werden können.
[0026] Erfindungsgemäß sind an einer oder mehreren Fixierungen eines flexiblen Behälters
Wiegezellen angebracht, wie beispielsweise gängige Dehnungsmesszellen. Besonders bevorzugt
ist der flexible Behälter an einen oder mehrere Träger fixiert, die auf Wiegezellen
aufliegen. Für den Fall, dass die gelagerte Flüssigkeit und das flüssige Medium unter
den Lagerbedingungen unterschiedliche Dichten aufweisen, lassen sich auf diese Weise
das Gewicht und damit die Menge des im flexiblen Behälter befindlichen Lagergutes
auf einfache Weise bestimmen. Auf Grund des hydrostatischen Drucks des flüssigen Mediums
kann mit technisch einfachen Wiegezellen sogar das Gewicht großer Mengen an gelagerter
Flüssigkeit zuverlässig und ohne großen Aufwand bestimmt werden.
[0027] Innerhalb eines starren Behälters können auch mehrere flexible Behälter eingebracht
sein. Eine solche Anordnung wird auch als Farm bezeichnet. In solchen Fällen kann
der starre Behälter beispielsweise ein Länge von 30 Metern und eine Breite von 60
Metern oder 30 Metern haben. Eine Farm kann vorzugsweise 2 bis 30, besonders bevorzugt
5 bis 30 und am meisten bevorzugt 10 bis 20 flexible Behälter enthalten.
[0028] Innerhalb eines starren Behälters können zwei oder mehrere flexible Behälter unterschiedliche
Flüssigkeiten enthalten. Die einzelnen flexiblen Behälter können unterschiedliche
Größen haben. Dadurch wird eine hohe Flexibilität hinsichtlich der Art und Menge der
zu lagernden Flüssigkeiten erreicht und die Lagerlogistik vereinfacht.
[0029] Mittels der Entnahmevorrichtung wird die Flüssigkeit aus dem flexiblen Behälter entnommen
und vorzugsweise über die Oberseite des starren Behälters, besonders bevorzugt durch
die Decke des starren Behälters herausgeführt. Alternativ, wenngleich weniger bevorzugt,
können die Entnahmevorrichtung bzw. die Füllvorrichtung auch über die Seitenwand oder
auch durch den Boden des starren Behälters geführt werden.
[0030] Der flexible Behälter kann einmal oder vorzugsweise mehrmals zum Lagern derselben
oder unterschiedlicher Flüssigkeiten verwendet werden. Erforderlichenfalls kann der
flexible Behälter nach einem Entladungs- und vor dem nächsten Füllvorgang durch Spülen
mit einer Waschlösung, vorzugsweise Wasser, gereinigt werden. Vorzugsweise wird ein
bis drei Mal gespült. Hierfür sind relativ geringe Mengen an Waschlösung ausreichend.
Auf Grund der erfindungsgemäßen Form der flexiblen Behälter können solche Spülvorgänge
verkürzt werden oder können gänzlich entfallen. Dadurch können nacheinander unterschiedliche
Flüssigkeiten im flexiblen Behälter gelagert werden, ohne dass es zu Kreuzkontaminationen
kommt, beispielsweise in Folge von Rückständen in den Zu- oder Ableitungen oder dem
flexiblen Behälter selbst.
[0031] Der starre Behälter kann ganz oder vorzugsweise teilweise unterirdisch verbaut sein.
Oberhalb des starren Behälters können weitere Bauwerke errichtet sein, wie beispielsweise
Messwarten, Bürobauten, Parkhäuser, Gebäude mit Produktionsanlagen oder weitere erfindungsgemäße
oder sonstige Lager. Der starre Behälter kann also in ein Gebäude integriert sein.
Der starre Behälter kann sich auch in einem Schiff befinden.
[0032] Der starre Behälter kann von einer Einhausung umgeben sein. Beispielsweise kann sich
der starre Behälter mit seinem gesamten oder einem Teil seines Volumens in einer Wanne
befinden. Dadurch kann eine Kontamination der Umgebung in Folge einer etwaigen Undichtigkeit
des starren Behälters verhindert werden, so dass noch höhere Sicherheitsstandards
erfüllt werden.
[0033] Der flexible Behälter eignet sich zur Lagerung unterschiedlichster Flüssigkeiten,
wie Rohöl, Erdölerzeugnisse, flüssige Lebensmittel, wie Milch, Fruchtsäfte oder Wein,
oder insbesondere wässrige Polymerdispersionen, oder sonstige organische Flüssigkeiten,
wie Ethanol. Bevorzugte Flüssigkeiten liegen bei Temperaturen von vorzugsweise 5 bis
90°C und besonders bevorzugt 10 bis 30°C in flüssiger Form vor.
[0034] Polymerdispersionen sind beispielsweise erhältlich nach Emulsionspolymerisationsverfahren.
Die Herstellung der Polymere erfolgt vorzugsweise durch radikalisch initiierte Polymerisation
von einem oder mehreren ethylenisch ungesättigten Monomeren in wässrigem Medium. Es
liegen also vorzugsweise Polymere in Form von wässrigen Dispersionen vor. Die Polymere
können mit den gängigen Emulgatoren und/oder vorzugsweise Schutzkolloiden, wie Polyvinylalkoholen,
stabilisiert sein.
[0035] Bevorzugte ethylenisch ungesättigte Monomere werden ausgewählt aus der Gruppe umfassend
Vinylester, (Meth)acrylsäureester, Vinylaromaten, Olefine, 1,3-Diene und Vinylhalogenide
und gegebenenfalls weiteren damit copolymerisierbaren Monomeren.
[0036] Bevorzugt werden Vinylester-Mischpolymerisate. Beispiele für bevorzugte Vinylester-Mischpolymerisate
basieren auf 30 bis 90 Gew.-% an einem oder mehreren Vinylestern, 1 bis 40 Gew.-%
Ethylen und gegebenenfalls 1 bis 40 Gew.-% an einem oder mehreren weiteren Comonomeren,
bezogen auf das Gesamtgewicht der Monomere. Bei den weiteren Comonomeren handelt es
sich vorzugsweise um die vorgenannten, von Vinylestern und Ethylen verschiedenen Monomere.
[0037] Bevorzugt werden Comonomergemische von Vinylacetat mit 1 bis 40 Gew.-% Ethylen; sowie
Comonomermischungen von Vinylacetat mit 1 bis 40 Gew.-% Ethylen und 1 bis 50 Gew.-%
von einem oder mehreren weiteren Comonomeren aus der Gruppe Vinylester mit 1 bis 12
C-Atomen im Carbonsäurerest wie Vinylpropionat, Vinyllaurat, Vinylester von alpha-verzweigten
Carbonsäuren mit 9 bis 11 C-Atomen wie VeoVa9, VeoVa10, VeoVa11; und Gemische von
Vinylacetat, 1 bis 40 Gew.-% Ethylen und vorzugsweise 1 bis 60 Gew.-% Acrylsäureester
von unverzweigten oder verzweigten Alkoholen mit 1 bis 15 C-Atomen, insbesonders n-Butylacrylat
oder 2-Ethylhexylacrylat; und Gemische mit 30 bis 75 Gew.-% Vinylacetat, 1 bis 30
Gew.-% Vinyllaurat oder Vinylester einer alpha-verzweigten Carbonsäure mit 9 bis 11
C-Atomen, sowie 1 bis 30 Gew.-% Acrylsäureester von unverzweigten oder verzweigten
Alkoholen mit 1 bis 15 C-Atomen, insbesonders n-Butylacrylat oder 2-Ethylhexylacrylat,
welche noch 1 bis 40 Gew.-% Ethylen enthalten; sowie Gemische mit Vinylacetat, 1 bis
40 Gew.-% Ethylen und 1 bis 60 Gew.-% Vinylchlorid; wobei sich die Angaben in Gew.-%
auf jeweils 100 Gew.-% aufaddieren.
[0038] Die Polymerdispersionen haben einen Feststoffgehalt von vorzugsweise 30 bis 70% und
besonders bevorzugt von 40 bis 60%. Die Polymerdispersionen haben Brookfield-Viskositäten
von beispielsweise 1 mPas und 50.000 mPas (Bestimmung bei 23°C mittels eines Brookfield-Viskosimeters
mit Spindel 5 und 20 Umdrehungen pro Minute).
[0039] Für Polymerdispersionen hat sich die erfindungsgemäße Vorgehensweise als besonders
vorteilhaft erwiesen. In den flexiblen Behältern sind die Polymerdispersionen weniger
anfällig gegenüber bakteriellem Befall, so dass der hiergegen übliche Zusatz von Bioziden
reduziert werden oder sogar gänzlich unterbleiben kann. Bei der herkömmlichen Lagerung
von Polymerdispersionen, beispielsweise in Tanks, tritt an der Grenzfläche zwischen
Polymerdispersion und Umgebung Hautbildung auf, d.h. eine Verfilmung der Polymere.
Durch die erfindungsgemäße Vorgehensweise kann dies vermieden werden. Diese Vorteile
sind zudem begleitet von einem geringeren Kostenaufwand für die erfindungsgemäße Lagerung
von Polymerdispersionen im Vergleich zu ihrer herkömmlichen Lagerung in Tanks.
[0040] Die erfindungsgemäße Ausgestaltung der flexiblen Behälter unterstützt die möglichst
vollständige und zeiteffiziente Entnehmbarkeit von Flüssigkeit aus dem flexiblen Behälter
und reduziert den Reinigungsaufwand für etwaige im flexiblen Behälter nach der Flüssigkeitsentnahme
verbliebene Flüssigkeitsrestmengen. Mit der erfindungsgemäßen Vorgehensweise kann
vermieden werden, dass sich während der Flüssigkeitsentnahme in Folge von Verfaltungen
des flexiblen Behälters Einschlüsse bilden, die eine nur unvollständige Flüssigkeitsentnahme
aus dem flexiblen Behälter erlauben.
[0041] Weitere Vorteile werden erzielt, wenn erfindungsgemäße Vorrichtungen zur Bestimmung
des Gewichts und damit auch des Volumens der im flexiblen Behälter gelagerten Flüssigkeit
installiert sind.
[0042] Vorteilhafter Weise kann das flüssige Medium auch als Kühlmedium oder Wärmemedium
für zu lagernde Flüssigkeiten dienen. Beispielsweise kann eine zu lagernde warme oder
heiße Flüssigkeit ohne vorheriges Abkühlen direkt in den flexiblen Behälter gegeben
und darin auf die gewünschte Lagertemperatur temperiert werden. Die Lagertemperatur
kann gesteuert werden durch entsprechendes Temperieren des flüssigen Mediums.
[0043] Das erfindungsgemäße Konzept ermöglicht auch eine hocheffiziente Nutzung der bebauten
Grundfläche, da oberhalb des starren Behälters weitere Nutzungen erfolgen oder weitere
Gebäudeteile errichtet werden können, wie beispielsweise gewerbliche Räume, Parkraum
oder auch Wohnraum.
[0044] Schließlich kann beim erfindungsgemäßen Konzept auf Durchbrüche im Bereich des Bodens
oder der Wände des starren Behälters verzichtet werden, so dass die gelagerten Flüssigkeiten
zuverlässig eingehaust und damit schon Vorkehrungen gegen eine Kontamination der Umgebung
getroffen werden können.
[0045] Das nachfolgende Beispiel dient zur weiteren Erläuterung der Erfindung:
[0046] In einer Anlage analog wie in Figur 1 veranschaulicht wurde eine auf 20°C temperierte
wässrige Dispersion eines Vinylacetat-Ethylen-Copolymers mit einem Feststoffgehalt
von 45% über die Füllvorrichtung 1 in den flexiblen Behälter 2 eingebracht. Figur
2 ist eine Seitenansicht zu Figur 1. Der flexible Behälter 2 bestand aus einer 4 mm
dicken Membran aus Neopren-Kautschuk. Der flexible Behälter 2 war fixiert durch die
Tasche 3 sowie durch die Bänder 4 und 7, die wiederum an die Träger 5 beziehungsweise
6 fixiert waren. Die Träger 5 und 6 waren T-Träger aus Metall und bildeten ein Gitter
aus. Die Tasche 3 wie auch die Bänder 4 und 7 bestanden aus Neopren-Kautschuk. Die
Träger 5 lagen auf den Wiegezellen 8 auf. Mit den Wiegezellen 8 konnte das Gewicht
der Anlage und damit auch der gelagerten Menge an Polymerdispersion jederzeit bestimmt
werden. An der Entnahmestelle 9 befand sich eine Entnahmevorrichtung mit Auslassleitung
10, über die die Polymerdispersion wieder aus dem flexiblen Behälter entnommen wurde.
[0047] Wie in Figur 2 dargestellt befand sich der flexible Behälter 2 vollständig innerhalb
des starren Behälters 11, der aus Beton errichtet war. Der flexible Behälter 2 war
vollständig vom flüssigen Medium 12 Wasser umgeben, das eine Temperatur von 20°C aufwies.
1. Verwendung eines flexiblen Behälters (2) zur Lagerung von Flüssigkeit,
wobei der flexible Behälter teilweise oder vollständig von einem flüssigen Medium
(12) umgeben ist, wobei der Boden des flexiblen Behälters (2) konisch auf eine Stelle
zuläuft, an der Flüssigkeit aus dem flexiblen Behälter (2) entnommen werden kann,
wobei sich das flüssige Medium in einem starren Behälter (11) befindet,
dadurch gekennzeichnet, dass auf dem Boden des starren Behälters ein oder mehrere Stelen errichtet sind,
wobei ein oder mehrere Träger (5, 6) auf den Wänden oder dem Boden des starren Behälters
und/oder auf einer oder mehreren Stelen aufliegen und/oder in die Wände des starren
Behälters eingelassen sind, wobei der flexible Behälter an den starren Behälter und/oder
an den einen oder die mehreren Träger fixiert ist und an einer oder mehreren Fixierungen
des flexiblen Behälters Wiegezellen angebracht sind
2. Verwendung eines flexiblen Behälters nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass der Boden des flexiblen Behälters (2) zur Entnahmestelle hin ein Gefälle hat, das
eine Neigung von 5° bis 44° aufweist.
3. Verwendung eines flexiblen Behälters nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der flexible Behälter (2) auf einer flexiblen Membran aus Kunststoffmaterial basiert.
4. Verwendung eines flexiblen Behälters nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass das Fixieren des flexiblen Behälters durch ein oder mehrere Haltevorrichtungen erfolgt
ausgewählt aus der Gruppe umfassend Seile, Bänder (4, 7), Ketten, Netze und Taschen
(3).
5. Verwendung eines flexiblen Behälters nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der flexible Behälter (2) ein Fassungsvermögen von 2 bis 50.000 Kubikmeter hat.
6. Verwendung eines flexiblen Behälters nach Anspruch 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass ein oder mehrere Flüssigkeiten gelagert werden ausgewählt aus der Gruppe umfassend
Rohöl, Erdölerzeugnisse, flüssige Lebensmittel, wässrige Polymerdispersionen und sonstige
organische Flüssigkeiten.
1. Use of a flexible container (2) for the storage of liquid,
where a liquid medium (12) to some extent or completely surrounds the flexible container,
where the base of the flexible container (2) proceeds in the manner of a cone to a
point at which liquid can be discharged from the flexible container (2), where the
location of the liquid medium is within a rigid container (11), characterized in that on the base of the rigid container there are one or more steles erected, where on
the walls or the base of the rigid container, and/or on one or more steles, and/or
let into the walls of the rigid container, there is/are one or more supports (5, 6),
where the flexible container has been fixed to the rigid container and/or to the one
or more supports and there are weigh cells attached to one or more fixing systems
of the flexible container.
2. Use of a flexible container according to Claim 1, characterized in that the inclination of the gradient of the base of the flexible container (2) towards
the discharge point is from 5° to 44°.
3. Use of a flexible container according to Claim 1 or 2, characterized in that the flexible container (2) is based on a flexible membrane made of plastics material.
4. Use of a flexible container according to Claim 1, characterized in that the flexible container is fixed by one or more retention devices selected from the
group consisting of cables, belts (4, 7), chains, nets and pockets (3).
5. Use of a flexible container according to any of Claims 1 to 4, characterized in that the capacity of the flexible container (2) is from 2 to 50 000 cubic metres.
6. Use of a flexible container according to any of Claims 1 to 5, characterized in that one or more liquids selected from the group consisting of crude oil, crude oil products,
liquids for human consumption, aqueous polymer dispersions and other organic liquids
are stored.
1. Utilisation d'un contenant souple (2) pour le stockage de liquides, dans laquelle
le contenant souple est entouré partiellement ou entièrement d'un milieu liquide (12),
dans laquelle le fond du contenant souple (2) se termine en forme de cône à un point
où du liquide peut être prélevé hors du contenant souple (2), dans laquelle le milieu
liquide se trouve dans un réservoir rigide (11), caractérisée en ce qu'une ou plusieurs stèle(s) est/sont érigée(s) sur le fond du réservoir rigide, dans
laquelle un ou plusieurs support (s) (5, 6) repose (nt) sur les parois ou sur le fond
du réservoir rigide et/ou sur une ou plusieurs stèle(s) et/ou sont inséré(s) dans
les parois du réservoir rigide, dans laquelle le contenant souple est fixé au réservoir
rigide et/ou audit un ou auxdits plusieurs support(s) et des cellules de pesage sont
installées sur une ou plusieurs fixation(s) du contenant souple.
2. Utilisation d'un contenant souple selon la revendication 1, caractérisée en ce que le fond du contenant souple (2) présente une pente en direction du point de prélèvement,
laquelle présente une inclinaison de 5° à 44°.
3. Utilisation d'un contenant souple selon la revendication 1 ou 2, caractérisée en ce que le contenant souple (2) est basé sur une membrane souple en matière synthétique.
4. Utilisation d'un contenant souple selon la revendication 1, caractérisée en ce que la fixation du contenant souple est réalisée au moyen d'un ou de plusieurs dispositif(s)
de retenue choisi(s) dans le groupe comprenant des câbles, de bandes (4, 7), des chaînes,
des filets et des poches (3).
5. Utilisation d'un contenant souple selon une revendication 1 à 4, caractérisée en ce que le contenant souple (2) a une capacité de 2 à 50.000 mètres cubes.
6. Utilisation d'un contenant souple selon une revendication 1 à 5, caractérisée en ce que l'on stocke un ou plusieurs liquides sélectionnés dans le groupe comprenant le pétrole
brut, des produits pétroliers, des denrées alimentaires liquides, des dispersions
aqueuses de polymères et divers liquides organiques.