[0001] Die Erfindung betrifft ein Wertdokument wie eine Banknote und ein Verfahren zum Überprüfen
des Vorliegens desselben.
[0002] Die Echtheitssicherung von Wertdokumenten mittels lumineszierender Substanzen ist
seit langem bekannt. Bevorzugt werden mit Seltenerdmetallen dotierte Wirtsgitter eingesetzt,
wobei durch geeignete Abstimmung von Seltenerdmetall und Wirtsgitter die Absorptions-
und Emissionsbereiche in einem breiten Bereich variiert werden können. Auch die Verwendung
magnetischer und elektrisch leitfähiger Materialien zur Echtheitssicherung ist an
sich bekannt. Magnetismus, elektrische Leitfähigkeit und Lumineszenzemission sind
durch im Handel verfügbare Messgeräte maschinell nachweisbar, Lumineszenz bei Emission
im sichtbaren Bereich in ausreichender Intensität auch visuell.
[0003] Praktisch ebenso alt wie die Echtheitssicherung von Wertdokumenten ist die Problematik
der Fälschung der Echtheitsmerkmale der Wertdokumente. Die Fälschungssicherheit kann
beispielsweise dadurch erhöht werden, dass nicht nur ein Merkmalsstoff, sondern mehrere
Merkmalsstoffe in Kombination verwendet werden, beispielsweise ein lumineszierender
Stoff und ein magnetischer Stoff, oder ein lumineszierender Stoff und ein die Lumineszenzeigenschaften
beeinflussender Stoff. Die
DE 10 2005 047 609 A1 beschreibt Merkmalsstoffe zur Echtheitssicherung von Wertdokumenten, die einen Lumineszenzstoff
und mindestens einen weiteren Stoff, der bevorzugt magnetisch oder elektrisch leitfähig
ist, enthalten. Der Lumineszenzstoff liegt in Partikelform vor und wird von einer
aus Nanopartikeln gebildeten Hülle umgeben. Die Eigenschaften des Merkmalsstoffes
ergeben sich aus dem Zusammenwirken der Lumineszenzemissionseigenschaften des Lumineszenzstoffes
und der Eigenschaften der Nanopartikel.
[0004] Das Patentdokument
EP 1 826 730 A2 offenbart ein Wertdokument mit lumineszierenden, partikulären Agglomeraten, die unterschiedliche
Wellenlänge emittierte. Ausgehend von diesem Stand der Technik liegt der vorliegenden
Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein mit Bezug auf die Fälschungssicherheit verbessertes
Wertdokument sowie ein Verfahren zum Überprüfen des Vorliegens desselben bereitzustellen.
Zusammenfassung der Erfindung
[0005]
1. (Erster Aspekt der Erfindung) Wertdokument nach Anspruch 1.
2. (Bevorzugte Ausgestaltung) Wertdokument nach Absatz 1, wobei die anregende elektromagnetische
Strahlung der spektroskopischen Methode Radiowellen-, Mikrowellen-, Terahertz- oder
Infrarotstrahlung ist.
3. (Bevorzugte Ausgestaltung) Wertdokument nach einem der Absätze 1 oder 2, wobei
die Agglomerate von der Gruppe bestehend aus Kern/Hülle-Teilchen, Partikelagglomeraten,
verkapselten Partikelagglomeraten und von Nanopartikeln umhüllten Partikeln gewählt
sind.
4. (Bevorzugte Ausgestaltung) Wertdokument nach einem der Absätze 1 bis 3, wobei die
partikulären Agglomerate eine Korngröße D99 in einem Bereich von 1 Mikrometer bis
100 Mikrometer, bevorzugt 5 Mikrometer bis 30 Mikrometer, besonders bevorzugt in einem
Bereich von 10 Mikrometer bis 20 Mikrometer, aufweisen.
5. (Bevorzugte Ausgestaltung) Wertdokument nach einem der Absätze 1 bis 4, wobei der
lumineszierende Stoff der ersten (insbesondere festen) homogenen Phase auf einem eine
Matrix bildenden anorganischen Festkörper basiert, der mit einem oder mehreren Seltenerdmetallen
oder Übergangsmetallen dotiert ist.
Eine bevorzugte Kombination stellen Partikelagglomerate mit einer ersten homogenen
Phase aus einem bei einer bestimmten Emissionswellenlänge emittierenden, lumineszierenden
Stoff und mit einer zweiten homogenen Phase aus einem nicht-lumineszierenden, mittels
einer SER(Surface Enhanced Raman)-Spektroskopie nachweisbaren Stoff dar, wobei die
anregende elektromagnetische Strahlung der spektroskopischen Methode Infrarotstrahlung
ist. Eine weitere bevorzugte Kombination stellen verkapselte Partikelagglomerate mit
einer zweiten homogenen Phase aus einem nicht-lumineszierenden, mittels einer SER(Surface
Enhanced Raman)-Spektroskopie nachweisbaren Stoff dar, wobei die anregende elektromagnetische
Strahlung der spektroskopischen Methode Infrarotstrahlung ist.
Eine weitere bevorzugte Kombination stellen Partikelagglomerate mit einer zweiten
homogenen Phase aus einem nicht-lumineszierenden, mittels einer SEIRA(Surface Enhanced
Infrared Absorption)-Spektroskopie nachweisbaren Stoff dar, wobei die anregende elektromagnetische
Strahlung der spektroskopischen Methode Infrarotstrahlung ist. Eine weitere bevorzugte
Kombination stellen Partikelagglomerate mit einer zweiten homogenen Phase aus einem
nicht-lumineszierenden, mittels einer KernspinresonanzSpektroskopie nachweisbaren
Stoff dar, wobei die anregende elektromagnetische Strahlung der spektroskopischen
Methode Radiowellen sind. Eine weitere bevorzugte Kombination stellen Partikelagglomerate
mit einer zweiten homogenen Phase aus einem nicht-lumineszierenden, mittels einer
Elektronenspinresonanz-Spektroskopie nachweisbaren Stoff dar, wobei die anregende
elektromagnetische Strahlung der spektroskopischen Methode Radio- oder Mikrowellen
sind.
7. (Bevorzugte Ausgestaltung) Wertdokument nach einem der Absätze 1 bis 6, wobei zusätzlich
zu den partikulären Agglomeraten eine nicht-korrelierende Korrekturkomponente in einheitlicher
Konzentration in das Wertdokument ein- oder aufgebracht wird, die bei einer bestimmten
Emissionswellenlänge luminesziert oder separat mit einer spektroskopischen Methoden
nachweisbar ist. Die spektroskopische Methode kann die gleiche wie die der zweiten
homogenen Phase des partikulären Agglomerats sein, oder eine andere spektroskopische
Methode sein.
8. (Zweiter Aspekt der Erfindung) Verfahren nach Anspruch 7 zur Überprüfung des Vorliegens
bzw. der Echtheit eines Wertdokuments nach einem der Absätze 1 bis 6.
12. (Bevorzugte Ausgestaltung) Verfahren nach einem der Absätze 8 bis 11, wobei die
Messwerte für die von den lumineszierenden Stoffen emittierte Strahlung einerseits
und für die von den nicht-lumineszierenden Stoffen her rührende, aus der spektroskopischen
Methode hervorgegangene Messsignal-Intensität andererseits in einem Zwischenschritt
in korrigierte Messwerte umgerechnet werden. Insbesondere wird dazu eine nicht-korrelierende
Korrekturkomponente, die bei einer separaten Emissionswellenlänge luminesziert bzw.
separat mit der spektroskopischen Methode nachweisbar ist, in einheitlicher Konzentration
in das Wertdokument eingebracht und deren weitere Messwerte zur Ermittlung der korrigierten
Messwerte verwendet.
13. (Bevorzugte Ausgestaltung) Verfahren nach einem der Absätze 8 bis 11, wobei nur
diejenigen Messwerte für die von den lumineszierenden Stoffen emittierte Strahlung
einerseits und für die von den nicht-lumineszierenden Stoffen her rührende, aus der
spektroskopischen Methode hervorgegangene Messsignal-Intensität andererseits für die
Echtheitsbestimmung herangezogen werden, die jeweils innerhalb eines bestimmten Wertebereiches,
insbesondere oberhalb eines bestimmten Schwellenwerts liegen.
[0006] Gemäß einer Ausführungsform werden auch die Messwerte von Orten in unmittelbarer
Nachbarschaft der Messwerte unterhalb des bestimmten Schwellenwerts nicht für die
Echtheitsbestimmung herangezogen.
Ausführliche Beschreibung der Erfindung
[0007] Wertdokumente im Rahmen der Erfindung sind Gegenstände wie Banknoten, Schecks, Aktien,
Wertmarken, Ausweise, Pässe, Kreditkarten, Urkunden und andere Dokumente, Etiketten,
Siegel, und zu sichernde Gegenstände wie beispielsweise CDs, Verpackungen und ähnliches.
Das bevorzugte Anwendungsgebiet sind Banknoten, die insbesondere auf einem Papiersubstrat
beruhen.
[0008] Lumineszierende Stoffe werden standardmäßig zur Absicherung von Banknoten eingesetzt.
Im Falle eines lumineszierenden Echtheitsmerkmals bzw. Sicherheitsmerkmals, das z.B.
an verschiedenen Stellen im Papier einer Banknote eingebracht ist, unterliegen die
Lumineszenzsignale des Merkmals an den verschiedenen Stellen natürlicherweise gewissen
Schwankungen.
[0009] Neben Echtheitsmerkmalen auf Basis lumineszierender Stoffe existieren weitere, auf
nicht-lumineszierenden Stoffen basierende Echtheitsmerkmale, die mittels spektroskopischer
Methoden nachgewiesen werden können. Spektroskopiearten lassen sich z.B. nach der
Anregungsenergie der elektromagnetischen Strahlung unterteilen. So beruht die Kernresonanzspektroskopie
(NMR) auf einer anregenden elektromagnetischen Strahlung mit einer Wellenlänge in
einem Bereich von 1 m bis 100 m, d.h. Radiowellen. Die Elektronenspinresonanzspektroskopie
(ESR) beruht auf einer anregenden elektromagnetischen Strahlung mit einer Wellenlänge
in einem Bereich von 1 cm bis 1 m. Die Mikrowellenspektroskopie beruht auf einer anregenden
elektromagnetischen Strahlung mit einer Wellenlänge in einem Bereich von 1 mm bis
10 cm. Die Submillimeterwellenspektroskopie beruht auf einer anregenden elektromagnetischen
Strahlung mit einer Wellenlänge in einem Bereich von 100 µm bis 1 mm (auch unter dem
Namen Terahertzstrahlung bekannt). Die Schwingungsspektroskopie, insbesondere die
Ramanspektroskopie, weiter im Besonderen die SER(Surface Enhanced Raman)-Spektroskopie
oder die SERR(Surface Enhanced Resonant Raman)-Spektroskopie, beruht insbesondere
auf einer anregenden elektromagnetischen Strahlung mit einer Wellenlänge in einem
Bereich von 200 nm bis 3 µm, bevorzugt in einem Bereich von 780 nm bis 3 µm, d.h.
nahe Infrarotstrahlung. Die Infrarotspektroskopie, insbesondere SEIRA (Surface Enhanced
Infrared Absorption), beruht auf einer anregenden Wellenlänge im Bereich von 800 nm
bis 1 mm, bevorzugt 3 µm bis 1 mm, d.h. mittlere und ferne Infrarotstrahlung.
[0010] Der vorliegenden Erfindung liegt die Erkenntnis zugrunde, dass eine gezielte Erzeugung
von gemischten, partikulären Agglomeraten aus einem lumineszierenden Stoff einerseits
und einem nicht-lumineszierenden, spektroskopisch nachweisbaren Stoff andererseits
die Wirkung einer statistischen Korrelation der Intensitätsschwankungen der Messsignalintensitäten
beider Stoffe zur Folge hat. Auf diese Weise ist es möglich, die erfindungsgemäßen
Proben durch Auswerten der agglomeratbedingten Signalkorrelation von nicht-korrelierenden
Echtheitsmerkmalen zu unterscheiden. Nicht-korrelierende Echtheitsmerkmale sind insbesondere
die Gemische aus einzelnen, unbehandelten pulverförmigen lumineszierenden Stoffen
und pulverförmigen nicht-lumineszierenden Stoffen.
[0011] Mit anderen Worten, es ist das grundlegende Prinzip der vorliegenden Erfindung, dass
zwei oder mehr Stoffe mit unterschiedlichen messbaren Eigenschaften in einem einzelnen
Partikel vereint werden. Hierdurch werden die relativen Intensitäten der Messsignale
miteinander gekoppelt, sodass auf solchen Partikeln basierende Sicherheitsmerkmale
z.B. von einer einfachen Mischung der Einzelpartikel der zwei oder mehr Stoffe unterschieden
werden können.
[0012] Die Nutzung des obigen Effekts führt zu einer Erhöhung der Fälschungssicherheit,
weil nicht-korrelierende Merkmalssignale als "unecht" erkannt werden können. Darüber
hinaus lässt sich die Anzahl der möglichen Codierungen erhöhen. So können aus einer
Codierung, die zwei einzelne lumineszierende Merkmalsstoffe A und B und einen nicht-lumineszierenden
Merkmalsstoff C enthält, mittels einer gezielten partikulären Agglomeration von jeweils
zwei bzw. drei der Merkmalsstoffe zusätzlich die vier unterscheidbaren Varianten (A+B),C
/ A,(B+C) / (A+C),B / (A+B+C) generiert werden, wobei die Signale der Stoffe innerhalb
einer Klammer jeweils miteinander korrelieren.
[0013] Die erfindungsgemäßen partikulären Agglomerate beinhalten jeweils mindestens zwei
unterschiedliche feste homogene Phasen, wobei die erste feste homogene Phase auf einem
bei einer bestimmten Emissionswellenlänge emittierenden, lumineszierenden Stoff (nachstehend
auch als "lumineszierender Merkmalsstoff" bezeichnet) beruht und die zweite feste
homogene Phase auf einem nicht-lumineszierenden, mittels einer spektroskopischen Methode
nachweisbaren Stoff (nachstehend auch als "nicht-lumineszierender Merkmalsstoff" bezeichnet)
beruht, wobei die anregende elektromagnetische Strahlung der spektroskopischen Methode
insbesondere eine Wellenlänge in einem Bereich von 200 nm bis 100 m, bevorzugt 780
nm bis 100 m aufweist.
[0014] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform sind die partikulären Agglomerate nicht flächig
oder plättchenartig, sondern dreidimensional ausgedehnt ausgebildet, insbesondere
kugelförmig oder kugelähnlich (z.B. elliptisch) oder fraktal. Dadurch wird eine direkte
Analyse der unterschiedlichen festen homogenen Phasen mit einfachen Methoden wie z.B.
mittels Lichtmikroskopie erschwert.
[0015] Insbesondere ist mit der Bezeichnung "nicht-lumineszierender Merkmalsstoff" gemeint,
dass es sich bei dem spektroskopisch nachweisbaren Merkmalsstoff nicht um ein Lumineszenzpigment
handelt, wie es im Stand der Technik typischerweise zur Absicherung von Banknoten
und anderen Wertdokumenten eingesetzt wird.
[0016] Die Haftung der beiden, in Form von festen homogenen Phasen vorliegenden Stoffe muss
ausreichend stark sein, dass sich bei Lagerung und Verarbeitung keine Trennung der
beiden Stoffe ereignet, zumindest nicht in einem für die Herstellung von Sicherheitsmerkmalen
störenden Ausmaß.
[0017] Bei den erfindungsgemäßen partikulären Agglomeraten kann es sich insbesondere um
Kern/Hülle-Teilchen, Partikelagglomerate, verkapselte Partikelagglomerate oder von
Nanopartiklen umhüllte Partikel handeln. Partikelagglomerate und verkapselte Partikelagglomerate
werden besonders bevorzugt. Die Hülle bzw. Kapsel kann auf einem anorganischen oder
organischen Material beruhen (z.B. anorganisches Oxid oder organisches Polymer). Eine
Hülle aus anorganischen Oxiden, z.B. SiO
2, wird bevorzugt.
[0018] Die Agglomerate werden vorzugsweise durch ein spezielles Verfahren hergestellt, in
dem die unterschiedlichen Sicherheitsmerkmale (d.h. der lumineszierende Stoff und
der nicht-lumineszierende Stoff) in einer salzhaltigen wässrigen Lösung bei geringen
Scherkräften durchmischt werden und anschließend eine wässrige Silicatlösung zudosiert
wird. Die Silicatlösung wird dabei durch eine ebenfalls zudosierte bzw. bereits in
der wässrigen Salzlösung enthaltene Säurequelle neutralisiert und verbindet durch
das entstehende SiO
2 die Einzelpartikel der Sicherheitsmerkmale zu festen Agglomeraten.
[0019] Darüber hinaus können mehr als zwei Arten von Sicherheitsmerkmalen in einem Agglomerat
vereint werden. Ebenso kann ein Agglomerat Einzelpartikel aus zwei oder mehr Sicherheitsmerkmalen
(lumineszierend oder nichtlumineszierend) beinhalten und zusätzlich Einzelpartikel
aus einem oder mehreren inaktiven Materialien, die selbst keine Sicherheitsmerkmale
sind.
[0020] Der lumineszierende Stoff der ersten festen homogenen Phase kann insbesondere durch
Strahlung im infraroten und/oder sichtbaren und/oder ultravioletten Bereich zur Lumineszenzemission,
bevorzugt Phosphoreszenzemission, angeregt werden. Der lumineszierende Stoff kann
ein im sichtbaren oder im nicht-sichtbaren Spektralbereich (z.B. im UV- oder NIR-Bereich)
emittierender Stoff sein. Lumineszierende Stoffe, die im NIR-Bereich emittieren, werden
bevorzugt (die Abkürzung NIR steht für nahes Infrarot).
[0021] Der lumineszierende Stoff der ersten festen homogenen Phase, die in den partikulären
Agglomeraten enthalten ist, kann z.B. auf einem eine Matrix bildenden anorganischen
Festkörper basieren, der mit einem oder mehreren Seltenerdmetallen oder Übergangsmetallen
dotiert ist. Der lumineszierende Stoff wird nachstehend auch als "Luminophorpartikel"
bezeichnet.
[0022] Geeignete anorganische Festkörper, die zur Bildung einer Matrix geeignet sind, sind
beispielsweise:
Oxide, insbesondere 3- und 4-wertige Oxide wie z. B. Titanoxid, Aluminiumoxid, Eisenoxid,
Boroxid, Yttriumoxid, Ceroxid, Zirconoxid, Bismutoxid, sowie komplexere Oxide wie
z. B. Granate, darunter u. A. z.B. Yttrium-Eisen-Granate, Yttrium-Aluminium-Granate,
Gadolinium-Gallium-Granate;
Perowskite, darunter u.A. Yttrium-Aluminium-Perowskit, Lanthan-Gallium-Perowskit;
Spinelle, darunter u. A. Zink-Aluminium-Spinelle, Magnesium-Aluminium-Spinelle, Mangan-Eisen-Spinelle;
oder Mischoxide wie z.B. ITO (Indiumzinnoxid);
Oxyhalogenide und Oxychalkogenide, insbesondere Oxychloride wie z. B. Yttriumoxychlorid,
Lanthanoxychlorid; sowie Oxysulfide, wie z.B. Yttriumoxysulfid, Gadoliniumoxysulfid;
Sulfide und andere Chalkogenide, z.B. Zinksulfid, Cadmiumsulfid, Zinkselenid, Cadmiumselenid;
Sulfate, insbesondere Bariumsulfat und Strontiumsulfat;
Phosphate, insbesondere Bariumphosphat, Strontiumphosphat, Calciumphosphat, Yttriumphosphat,
Lanthanphosphat, sowie komplexere phosphatbasierte Verbindungen wie z.B. Apatite,
darunter u. A. Calciumhydroxylapatite, Calciumfluoroapatite, Calciumchloroapatite;
oder Spodiosite, darunter z.B. Calcium-Fluoro-Spodiosite, Calcium-Chloro-Spodiosite;
Silicate und Aluminosilicate, insbesondere Zeolithe wie z.B. Zeolith A, Zeolith Y;
zeolithverwandte Verbindungen wie z.B. Sodalithe; Feldspate wie z.B. Alkalifeldspate,
Plagioklase;
weitere anorganische Verbindungsklassen wie z.B. Vanadate, Germanate, Arsenate, Niobate,
Tantalate.
[0023] Der nicht-lumineszierende, mittels einer bestimmten spektroskopischen Methode nachweisbare
Stoff der zweiten festen homogenen Phase des partikulären Agglomerats ist bevorzugt
ein mittels Kernspinresonanzspektroskopie (NMR), Kernquadrupolresonanzspektroskopie
(NQR), Elektronenspinresonanzspektroskopie (ESR), SER(Surface Enhanced Raman)-Spektroskopie
oder SEIRA(Surface Enhanced Infrared Absorption)-Spektroskopie nachweisbarer Stoff.
Unter der Abkürzung SER ist die oberflächenverstärkte Raman-Streuung zu verstehen.
Unter der Abkürzung SEIRA ist die oberflächenverstärkte Infrarotabsorption zu verstehen.
[0024] Der nicht-lumineszierende, mittels ESR-Spektroskopie nachweisbare Stoff wird nachstehend
auch als "ESR-aktiver Stoff" oder "ESR-Tag" bezeichnet. Der nicht-lumineszierende,
mittels NQR-Spektroskopie nachweisbare Stoff wird nachstehend auch als "NQR-aktiver
Stoff" oder "NQR-Tag" bezeichnet. Der nicht-lumineszierende, mittels SER-Spektroskopie
nachweisbare Stoff wird nachstehend auch als "SERS-aktiver Stoff" oder "SERS-Tag"
bezeichnet.
[0025] Das partikuläre Agglomerat kann z.B. so beschaffen sein, dass man Luminophorpartikel
und SERS-Tags miteinander in Form eines Partikelagglomerats vereinigt. Würde eine
einfache Mischung aus Luminophorpartikeln und SERS-Tags in das (Papier-)Substrat eines
Wertdokuments eingeführt werden, könnten sich beide Partikelarten zufällig im Substrat
verteilen. Bei einer solchen, zufälligen Verteilung existiert kein Zusammenhang zwischen
den gemessenen Lumineszenzintensitäten und den gemessenen SERS-Signalen. Wird hingegen
ein Agglomerat aus beiden Partikelarten in das Substrat eines Wertdokuments eingeführt,
korrelieren die beiden Signale miteinander. Stellen mit relativ hohen Lumineszenzintensitäten
zeigen ebenfalls erhöhte SERS-Signale, Stellen mit relativ niedrigen Lumineszenzintensitäten
zeigen ebenfalls verringerte SERS-Signale.
[0026] Durch die Vereinigung der beiden Stoffe innerhalb eines einzelnen Partikels soll
eine Entmischung der beiden Stoffe verhindert werden. Beispielsweise kann bei einer
einfachen Mischung von stark unterschiedlichen Partikeln, wie etwa Luminophorpartikel
der Größe 5 bis 10 µm und SERS-Tags der Größe 100 nm, ein unterschiedliches Einbauverhalten
z.B. in ein Papiersubstrat stattfinden. Hierzu zählen die Anreicherung an unterschiedlichen
Stellen (z.B. an der Papierfaseroberfläche oder in Faserzwischenräumen durch unterschiedliche
Oberflächenladung der Partikel), ein unterschiedliches Dispersionsverhalten (z.B.
Verklumpung der SERS-Tags in Wasser), unterschiedliche Retentionseigenschaften (z.B.
unterschiedlich starkes Rückhaltevermögen im Papiervlies einer Papiermaschine) oder
eine mechanische Entmischung (z.B. eine Größentrennung durch Schüttelbewegungen beim
Transport eines Behälters mit pulverförmigen Merkmalsstoffen). All diese Faktoren
können dazu führen, dass bei Überprüfung einer Stelle des Wertdokuments die beiden
Stoffarten in stark unterschiedlicher Menge vorhanden sind und hinsichtlich der Ermöglichung
einer Echtheitsprüfung nur eine der beiden Stoffklassen in ausreichender Menge vorgefunden
werden kann. Dies ist insbesondere dann nachteilhaft, wenn ein bestimmtes Verhältnis
der beiden unterschiedlichen Signale zueinander als Echtheitskriterium vorausgesetzt
wird. Durch Vereinigung der beiden Stoffarten in einem einzigen Partikel wird hingegen
ein gleichartiger Einbau in das Substrat gewährleistet.
[0027] Die Auswertung der Kolokalität beider Signaltypen, d.h. das gleichzeitige Auftreten
beider Signaltypen an einem Ort in entsprechendem Ausmaß, kann dabei theoretisch auf
unterschiedliche Arten erfolgen. Bei schnell messbaren, maschinenlesbaren Merkmalen
ist eine mathematische Korrelation der schwankenden Merkmalsintensitäten an einer
Vielzahl von kleinflächigen Messstellen möglich. Bei Messung durch ein Handgerät kann
z.B. ein festes Intensitätsverhältnis der beiden Signale an einer größeren Messfläche
festgestellt werden. Bei Messung z.B. mittels eines Mikroskopaufbaus kann ein forensischer
Nachweis dadurch erfolgen, dass ein einzelnes, gefundenes Partikel die Eigenschaften
beider Einzelstoffe zeigt (z.B. Lumineszenz und SERS-Signal). Mit "Mikroskopaufbau"
ist dabei gemeint, dass das zur Untersuchung verwendete Messgerät, z.B. durch eine
hohe räumliche Auflösung im Messfeld, in der Lage ist, einzelne oder nur wenige Partikel
hinsichtlich der zu messenden Eigenschaft zu überprüfen.
[0029] Die
EP 0 775 324 B1 beschreibt die Anwendung von Substanzen als Sicherheitsmerkmal, die ohne zusätzlich
angelegte elektrische oder magnetische Felder ("Nullfeld") über Resonanz im Hochfrequenzbereich
angeregt werden. Darunter fallen insbesondere NQR-aktive Substanzen.
[0030] Partikuläre Sicherheitsmerkmale auf Basis von Mikrowellenabsorbern werden z.B. in
der
EP 2 505 619 A1 beschrieben.
[0031] Die Nutzung spezieller Partikel als Sicherheitsmerkmal zur Detektion mittels Ramanspektroskopie,
insbesondere mittels SERS, ist u.a. aus den Schriften
WO 2008/028476 A2,
US 2013/0009119 A1,
US 2012/0156491 A1,
US 2011/0228264 A1,
US 2007/0165209 A1,
WO 2010/135351 A1,
US 5,853,464 A,
WO 02/085543 A1 und
US 5,324,567 A bekannt.
[0033] Das der Erfindung zugrunde liegende Prinzip wird nachstehend im Detail in Verbindung
mit den Figuren 1 bis 4 beschrieben:
Bei der Absicherung von Banknoten mit Sicherheitsmerkmalen auf Basis von lumineszierenden
Stoffen (wie die oben erwähnten, mit Seltenerdmetallen oder Übergangsmetallen dotierten
anorganische Matrizen) oder auf Basis von nicht-lumineszierenden Stoffen genügt häufig
die Einbringung einer relativ geringen Menge des Merkmals. Die Massenanteile können
insbesondere im Promille-Bereich liegen. Bei der Einbringung eines solchen Merkmals
in das Papier einer Banknote in stark verdünnter Form ist die räumliche Verteilung
der Merkmalsstoffpartikel unter normalen Umständen jedoch nicht perfekt homogen. Bei
rein zufälliger Verteilung der Merkmalsstoffpartikel in der Blattmasse existieren
naturbedingt Bereiche mit höheren und niedrigeren Partikelkonzentrationen. Dies kann
sich bei der Messung z.B. der Lumineszenzintensität an verschiedenen Stellen des Banknotensubstrats
durch Intensitätsschwankungen bemerkbar machen.
[0034] Es ist im Stand der Technik bekannt, zur Erhöhung der Sicherheit Codierungen aus
zwei oder mehr Lumineszenzstoffen als Sicherheitsmerkmal einzusetzen. Intensitätsschwankungen,
die auf der zufälligen Verteilung der Pigmentpartikel innerhalb der Blattmasse beruhen,
sind dabei unabhängig voneinander. Es besteht somit kein Zusammenhang zwischen den
zufälligen, ortsabhängigen Intensitätsschwankungen zweier verschiedener Merkmalsstoffe.
Dabei ist zu beachten, dass dies nicht für Inhomogenitäten des Papiers selbst gilt,
z.B. bei lokal unterschiedlichen Papierdicken. In diesem Fall würden sich Schwankungen
der Lumineszenzintensität, z.B. niedrige Werte an dünneren Papierstellen, auf beide
Merkmalsstoffe in gleichem Ausmaß auswirken. Durch eine geeignete Wahl der Sicherheitsmerkmale
und eine möglichst niedrige Konzentration im Substrat können substratbedingte Schwankungen
gegenüber den durch die zufällige Partikelverteilung bedingten Schwankungen oft vernachlässigt
werden (oder durch geeignete Auswerteverfahren eliminiert werden).
[0035] Ein anderes Bild ergibt sich hingegen bei der Kombination zweier verschiedener Merkmalsstoffe,
z.B. einem lumineszierenden Merkmalsstoff und einem nicht-lumineszierenden Merkmalsstoff,
zu einem partikulären Agglomerat (siehe Figur 1). Beispielsweise würde ein partikuläres
Agglomerat, das durch Agglomerieren einer Mischung der Merkmalsstoffe "A" und "B"
erhalten wurde, beide Merkmalsstofftypen in sich vereinen.
[0036] Bei der Einbringung einer Mehrzahl von in der Figur 1 gezeigten partikulären Agglomeraten
in Papier und einer zufälligen Verteilung in der Papiermasse würde unabhängig vom
Substrat ein Zusammenhang zwischen den räumlichen Verteilungen der Merkmalsstoffe
"A" und "B" entstehen (siehe Figur 2).
[0037] In der Figur 2 werden die Messsignalintensitäten der Merkmalsstoffe "A" und "B" an
vier Stellen eines Papiersubstrats schematisch verglichen, wobei die dicht gepunkteten
Flächen hohe Signalintensitäten und die weniger dicht gepunkteten Flächen weniger
hohe Signalintensitäten symbolisieren.
Figur 2 Links:
[0038] Merkmalsstoffe "A" und "B", die jeweils eine niedrige Messsignalintensität aufweisen,
werden in hoher Menge eingesetzt. Dies führt zu geringen Schwankungen der Messsignalintensität
in den einzelnen Bereichen. "Signal A" und "Signal B" sind immer ähnlich stark.
Figur 2 Mitte:
[0039] Merkmalsstoffe "A" und "B", die jeweils eine hohe Messsignalintensität aufweisen
(dies kann z.B. erzielt werden, indem die Partikelgröße auf größere Partikel eingestellt
wird, oder indem Reinstoff-Agglomerate verwendet werden), werden in niedriger Menge
eingesetzt. Dies führt dazu, dass einige Bereiche ein hohes "Signal A" ergeben und
einige Bereiche ein hohes "Signal B" aufweisen. Zwischen den beiden Signalen besteht
kein Zusammenhang, d.h. keine statistische Korrelation. Unter dem Begriff "Reinstoff-Agglomerat"
wird ein Agglomerat verstanden, das lediglich Partikel einer einzigen Partikelsorte
aufweist.
Figur 2 Rechts:
[0040] Partikuläre Agglomerate, die aus Partikeln "A" und Partikeln "B" erhältlich sind,
werden eingesetzt. Die Ausgangsstoffe A und B können jeweils eine hohe oder eine niedrige
Intensität aufweisen. Es resultieren Bereiche mit erhöhtem "Signal A" und zugleich
erhöhtem "Signal B" und Bereiche mit niedrigem "Signal A" und zugleich niedrigem "Signal
B". Mit anderen Worten, zwischen den beiden Signalen besteht eine statistische Korrelation.
[0041] Der in Figur 2 Rechts gezeigte Zusammenhang zwischen "Signal A" und "Signal B" ist
nicht notwendigerweise direkt proportional. Die partikulären Agglomerate bestehen
idealerweise, aber nicht notwendigerweise, aus 50% Partikeln A und 50% Partikeln B.
Es ist möglich, dass eine Herstellungsmethode zu partikulären Agglomeraten mit einer
statistischen inneren Verteilung der Merkmale A und B führt. Beispielsweise können
Agglomerat-Zusammensetzungen entstehen, die im Mittel aus zehn Merkmalsstoffpartikeln
bestehen und Agglomerate mit einer Zusammensetzung "5A+5B", aber auch "3A+7B" und
"7A+3B" etc. beinhalten. So ist es z.B. möglich, dass an einer Messposition des Papiersubstrats,
an der eine hohe lokale Konzentration von Agglomeraten vorliegt, ein besonders starkes
Signal des Stoffs "A" gemessen wird, das Signal des Stoffs "B" jedoch nicht signifikant
erhöht ist. Dies ist jedoch statistisch gesehen unwahrscheinlich. Bei einer lokalen
Häufung bzw. Verarmung der Agglomerate ist es wahrscheinlich, zu einem gewissen Grad
eine Häufung bzw. Verarmung der Signale von "A" und "B" anzutreffen. Die Signale korrelieren
somit miteinander. Zur weiteren Erklärung dieser Korrelation folgt das Anwendungsbeispiel
1:
Anwendungsbeispiel 1:
[0042] Es wurden Mischagglomerate aus einem lumineszierenden Merkmalsstoff "A" und einem
nicht-lumineszierenden Merkmalsstoff "B" hergestellt. Zum Vergleich wurden die Agglomerate
"nur A" und die Agglomerate "nur B" hergestellt. Anschließend wurde in einem Blattbildner
ein Papierblatt mit 2 Gew.-%o der Mischagglomerate aus "A" und "B" präpariert. Des
Weiteren wurde ein Papierblatt mit einer Mischung von 1 Gew.-%o "nur A" und 1 Gew.-%o
"nur B" präpariert. Die spektrale bzw. spektroskopische Untersuchung ergibt, dass
in beiden Blättern jeweils die Signale von Stoff "A" und Stoff "B" mit vergleichbarer
Intensität erkennbar sind. Ein üblicher Sensor, der z.B. die Signalwellenlängen und
die Signalintensitäten überprüft, würde somit keinen Unterschied zwischen den beiden
Blättern feststellen und beide als "identisch" bzw. "echt" anerkennen. Beachtet man
jedoch zusätzlich die Korrelation der beiden Signale von "A" und "B" untereinander,
lassen sich deutliche Unterschiede zwischen den Blättern erkennen. Hierzu wurden die
Blätter an einer Vorrichtung vermessen, die automatisch an mehreren Messpositionen
gleichzeitig die Signalstärke der beiden Merkmale A und B prüft. Zur Erhöhung der
Anzahl an Datenpunkten wurden mehrere Stellen des Blattes vermessen und ausgewertet.
Im Falle des Blattes mit den beiden "reinen" Stoffen fluktuieren die Signale von "A"
und "B" unabhängig voneinander (siehe Figur 3). Trägt man die Intensitäten von "A"
und "B" graphisch gegeneinander auf, entsteht daher ein runder Punkthaufen. Im Falle
des Blattes mit den Mischagglomeraten ist eine Abhängigkeit der Signalfluktuationen
erkennbar (siehe Figur 4). Trägt man die Intensitäten von "A" und "B" graphisch gegeneinander
auf, erkennt man eine entlang den Achsendiagonalen gestreckte Punktverteilung. Die
Punktverteilung zeigt eine Korrelation zwischen der Signalstärke der beiden Komponenten
an.
[0043] Wären die normierten Signalintensitäten von "A" und "B" an allen Messpositionen des
Papiersubstrats identisch, würde die in Figur 4 dargestellte Punkteverteilung idealerweise
eine Linie abbilden. Dieses Verhalten ist in der Realität aufgrund der statistischen
Zusammensetzung der Agglomerate häufig nicht anzutreffen, weil für ein solches Verhalten
alle Agglomerate ein festes Verhältnis von z.B. exakt 50% "A"-Anteil und exakt 50%
"B"-Anteil besitzen müssten. In der Praxis ist die Erzeugung derartiger Systeme oder
eine Annäherung an diesen Zustand jedoch möglich, z.B. durch (1) eine elektrostatische
Bevorzugung der heterogenen Agglomeration, oder (2) eine massive Erhöhung der Partikelanzahl
pro Agglomerat, oder (3) durch Verwendung von Nanopartikeln, oder (4) durch kontrollierten
Aufbau von Kern-Schale-Systemen mit definierten Größen.
[0044] Aufgrund der Korrelation liegt das Verhältnis der Intensitäten zwischen "A" und "B"
an beliebigen Stellen des Blattes innerhalb eines sehr engen Wertebereichs, was eine
zur Echtheitsüberprüfung vorteilhafte Eigenschaft darstellt und auch die Unterscheidung
von korrelierenden und nicht-korrelierenden Systemen erlaubt. Ebenso kann die Korrelation
auf der mikroskopischen Ebene, also für Einzelpartikel, nachgewiesen werden. Hierzu
untersucht man ein einzelnes Agglomerat bzw. eine Gruppe an Agglomeraten und überprüft,
ob sie jeweils die Eigenschaften der zum Aufbau der Agglomerate verwendeten Einzelstoffe
"A" und "B" aufzeigen.
[0045] Die Auswertung von Messdaten und Bestimmung einer statistischen Korrelation an einer
Vielzahl von Messpunkten wird nachstehend in Verbindung mit der Figur 5 im Detail
beschrieben.
[0046] Für die Auswertung von Messdaten und die Bestimmung der Anwesenheit oder des Fehlens
einer statistischen Korrelation können verschiedene mathematische Verfahren herangezogen
werden.
[0047] Anstelle von "statistischer Korrelation" kann man auch von einer "statistischen Abhängigkeit"
sprechen. Dabei wird geprüft, ob pixelweise eine statistische Abhängigkeit zwischen
der Intensität "A" und der Intensität "B" vorliegt (ja/nein-Entscheidung).
[0048] Es können insbesondere quantitative Maße definiert werden, die angeben, wie stark
die pixelweise statistische Abhängigkeit zwischen Intensität "A" und Intensität "B"
ist. Auf diese Weise lassen sich Sortierklassen definieren. Es existieren zahlreiche
Lehrbuchverfahren, nach denen die Stärke der Abhängigkeit von Zufallsvariablen bewertet
wird. Im Fachbuch W. H. Press: "
Numerical Recipes in C - The Art of Scientific Computing", Cambridge University Press,
1997, Seite 628 - 645, sind z.B. die folgenden Verfahren beschrieben:
Drei Datentypen: "nominal" (allgemeine Klassen, z.B. rot, gelb); "ordinal" (geordnete
Klassen, z.B. gut, mittel, schlecht); "continuous" (kontinierliche Messwerte, z.B.
1.2, 3.5, 2.7). "Nominal" ist am allgemeinsten, "continuous" am speziellsten.
1. Continuous
[0049] Korrelation, speziell lineare Korrelation (Korrelationskoeffizient nach Bravais-Pearson).
Diese Art der Berechnung ist insbesondere bei zweidimensionalen Normalverteilungen
geeignet. Es wird bevorzugt, zuvor über Quantile Signal-Ausreißer aus der Statistik
zu entfernen.
2. Ordinal
[0050] Rangordnungsverfahren: Führe die Berechnungen nicht auf den Originalwerten, sondern
auf den Rangordnungs-Indizes durch.
- a) Spearman Rangkorrelationskoeffizient: obiger Korrelationskoeffizient nach Bravais-Pearson
angewendet auf die Rangordnungs-Indizes.
- b) Kendall's Tau: Untersucht, wie oft bei allen Paaren von Datenpunkten die Rangordnung
erhalten bleibt.
[0051] Diese Verfahren sind für beliebige Verteilungen geeignet. Insbesondere wirken sich
Signal-Ausreißer hierbei nicht störend aus.
3. Nominal
[0052] Auswertungen basierend auf Kontingenztabellen (d.h. Tabellen mit den absoluten oder
relativen Häufigkeiten von Ereignissen mit diskreten (d.h. nicht kontinuierlichen)
Werten).
- a) Chi-Quadrat Auswertung zur Prüfung, ob eine statistische Abhängigkeit vorliegt.
- b) Entropie-basierte Auswertung. Beispiel: Symmetrischer Unsicherheitskoeffizient.
[0053] Es wird bei der Anwendung dieser Verfahren bevorzugt, zuvor die 2-dimensionalen reellen
Messwerte über Klassenintervalle in 2-dimensionale Klassen einzuteilen und die 2-dimensionalen
Häufigkeiten (Kontingenztabelle) zu ermitteln.
[0055] Im Folgenden werden des besseren Verständnisses halber beispielhaft zwei statistische
Methoden zur Auswertung beschrieben.
Beispiel 1: die folgende Korrelationsfunktion:
[0056] 
[0057] Sie liefert einen positiven Beitrag, wenn zwei Datenpunkte einer Reihe sich gleichzeitig
über oder unter ihrem jeweiligen Mittelwert befinden, sich also jeweils zwei "hohe"
oder zwei "tiefe" Signalintensitäten von "A" und "B" am gleichen Ort befinden.
[0058] Gemäß einer Ausführungsform kann zur Bewertung der Echtheit eines Wertdokuments obige
Korrelationsfunktion zu den gewonnenen Messwerten berechnet werden und deren Betrag
mit einem Schwellenwert verglichen werden. Insbesondere wird eine bestehende statistische
Korrelation und damit Echtheit erkannt, wenn der Betrag > 0,3 ist, bevorzugt > 0,5
ist und insbesondere bevorzugt > 0,7 ist.
[0059] Beispiel 2: Verfahren mit mehreren Schritten, mit dem Ziel, das Längen-zu-Breiten-Verhältnis
der aus den Messdaten erhaltenen Punktwolken auszuwerten (siehe Figur 5). Um den Einfluss
von "Ausreißern" zu minimieren, wurden dabei jeweils die 25% der höchsten bzw. tiefsten
Signalwerte ignoriert. Korrelierende Punktwolken sind länglich und besitzen ein stark
ausgeprägtes Länge-zu-Breite-Verhältnis, bei nicht korrelierenden Punktwolken sind
Länge und Breite etwa gleich groß.
[0060] Gemäß einer Ausführungsform kann zur Bewertung der Echtheit eines Wertdokuments wie
folgt vorgegangen werden: In einem ersten Schritt werden die Messdaten der spektroskopischen
Methode sowie die Messdaten der Lumineszenzintensitäten bei der bestimmten Emissionswellenlänge
gewonnen. In einem zweiten Schritt werden die Messdaten normiert. In einem dritten
Schritt erfolgt eine Transformation der Koordinatenachsen, bevorzugt eine Drehung
um 45°, um die Streuung der Datenpunkte entlang einer Koordinatenachse zu minimieren.
In einem vierten Schritt werden die Quantilen in Richtung der beiden neuen Koordinatenachsen
bestimmt, bevorzugt die Quartile, und deren Abstände bzw. Differenzen zueinander ins
Verhältnis gesetzt. Durch einen Vergleich dieses Verhältnisses mit vorher bestimmten
Schwellwerten wird die Echtheit des Wertdokuments bestimmt.
[0061] Das erfindungsgemäße Wertdokument kann im Bereich der lumineszierenden Codierung
zusätzlich einen Druck, ein Wasserzeichen und/ oder ein Sicherheitselement auf Basis
eines Sicherheits-Patch oder eines Sicherheitsstreifens aufweisen. Solche zusätzlichen
Sicherheitselemente sind Faktoren, die die korrekte Auswertung der statistischen Korrelation
stören bzw. einen zusätzlichen Korrelationseffekt verursachen, der nicht durch den
besonderen Aufbau des erfindungsgemäßen partikulären Agglomerats verursacht wird.
Hierzu zählen alle Faktoren, durch die die Signalstärke beider auszuwertender Messsignale
an derselben Stelle im Papiersubstrat verändert wird. Dies kann z.B. eine Abschwächung
oder Verstärkung sein, die auf eine der folgenden Ursachen zurückzuführen ist:
- eine lokale Dicken- oder Dichtenänderung im Papiersubstrat, z.B. im Falle eines Wasserzeichens;
- eine Absorption der Anregungsstrahlung für das Echtheitsmerkmal durch einen Druck
(bzw. eine Überdruckung) oder einen Sicherheitsstreifen;
- eine zusätzliche Emissionsstrahlung, die von einem Druck (bzw. einer Überdruckung)
oder einem Sicherheitsstreifen herrührt.
[0062] Figur 6 zeigt einen Vergleich zwischen den Messsignalen zweier nicht korrelierender
Merkmalsstoffe in einem unbedruckten Papiersubstrat und nach Überdruckung mit einem
Streifenmuster. Für die folgende Erklärung wird weiterhin angenommen, dass die Überdruckung,
z.B. durch Absorption der zur Anregung verwendeten Strahlung, die Signalintensität
der beiden verwendeten Merkmale herabsetzt. Im unbedruckten Papiersubstrat besteht
erwartungsgemäß kein merklicher Zusammenhang zwischen den Signalstärken der beiden
Merkmalsstoffe. Nach der Überdruckung erfolgt an den überdruckten Stellen jedoch eine
Abschwächung des Signals, wodurch eine räumliche Korrelation der Signalintensitäten
beider Merkmalsstoffe verursacht wird. Es entsteht somit ein ähnlicher Effekt, wie
er durch den Einsatz der erfindungsgemäßen partikulären Agglomerate erreicht wird.
Folglich wird eine klare Unterscheidung zwischen "normalen", d.h. nicht erfindungsgemäßen,
Merkmalen und erfindungsgemäßen Merkmalen erschwert. Im Folgenden werden daher beispielhaft
zwei Wege aufgeführt, durch die sich solche unerwünschten, durch Überdruckung oder
Ähnliches verursachten Korrelationseffekte eliminieren bzw. reduzieren lassen:
Korrekturmethode 1:
[0063] Es wird in einheitlicher Konzentration eine zusätzliche ("dritte"), bei einer separaten
Emissionswellenlänge lumineszierende bzw. eine separat mit der spektroskopischen Methode
nachweisbare Komponente in das Wertdokument eingeführt, die nicht-korrelierend ist
(Korrekturkomponente). Durch Einführen einer geeigneten, dritten nicht-korrelierenden
Komponente und Normierung durch ihre Signalintensität verschwinden z.B. sämtliche
der oben beschriebenen störenden Effekte. Besonders geeignet sind hierbei Lumineszenzstoffe,
die in einem unmodifizierten Papiersubstrat besonders kleine oder idealerweise gar
keine ortsabhängigen Schwankungen der Lumineszenzintensität aufweisen, also ohne zusätzliche
Einflüsse eine räumlich homogene Leuchtintensität besitzen würden. Auf das in der
Figur 6 aufgeführte Beispiel angewandt würde dies bedeuten, dass die periodische Abschwächung
durch das überdruckte Streifenmuster neben den ersten beiden Merkmalsstoffen auch
die dritte Komponente entsprechend beeinflusst. Da über die dritte homogene Komponente
das Ausmaß der "Abschwächung" durch externe Effekte bekannt ist, lassen sich die Ausgangszustände
aller anderen Komponenten zurückrechnen. Dieses Verfahren eliminiert somit sämtliche
Korrelationseffekte, die gleichermaßen auf alle drei Komponenten wirken, wozu je nach
Anwendungsfall Überdruckung und Dickenunterschiede im Substrat zählen, hat jedoch
keinen Einfluss auf Korrelationseffekte, die nur bestimmte Komponenten betreffen.
Auf diese Weise werden die erfindungsgemäßen, agglomerationsbasierten Korrelationseffekte
nicht beeinflusst.
Korrekturmethode 2:
[0064] Ist das Einführen der oben erwähnten, dritten Komponente z.B. aus Kostengründen unerwünscht,
können je nach Anwendungsfall auch andere Methoden eingesetzt werden. Befindet sich
die Messsignalintensität in einem unmodifizierten Papiersubstrat z.B. gewöhnlich oberhalb
eines gewissen Schwellenwerts und wird erst durch Überdruckungseffekte oder Dickenänderungen
im Papiersubstrat etc. unterhalb dieses Schwellenwerts gebracht, können entsprechende
Datenpunkte aus der Analyse eliminiert werden. Dieses Verfahren eignet sich besonders
für Fälle mit abrupten und starken Intensitätsänderungen, z.B. im Falle einer Überdruckung
mit scharf definierten Linien und Bereichen, jedoch weniger für allmähliche Farbabstufungen
mit gleitendem Wechsel oder filigrane Muster. Liegen die gemessenen Bereiche örtlich
nah beieinander, ist es vorteilhaft, beim Unterschreiten des Schwellenwerts an einem
Messpunkt sämtliche benachbarten Messpunkte ebenfalls zu eliminieren (siehe Figur
7). Dadurch werden teilweise überdruckte Messbereiche an der Grenze eines überdruckten
Bereichs ausgeschlossen, auch wenn deren Intensitäten aufgrund der nur unvollständigen
Überdruckung oberhalb des Schwellwerts liegen.
[0065] In der Figur 7 ist gezeigt, wie überdruckte Messbereiche unterhalb eines Intensitätsschwellenwerts
ausgeschlossen werden (in der Figur mit Kreuzen bezeichnet). Anschließend werden die
benachbarten Bereiche ebenfalls ausgeschlossen.
[0066] Die erfindungsgemäßen partikulären Agglomerate werden nachstehend in Verbindung mit
der Figur 8 anhand von bevorzugten Ausführungsformen beschrieben.
[0067] Prinzipiell sind für das Erzeugen der erfindungsgemäßen, partikulären Agglomerate
ausgehend von einem lumineszierenden Merkmalsstoff und einem nicht-lumineszierenden
Merkmalsstoff (und optional einem oder mehreren weiteren Merkmalsstoffen) eine Reihe
von Herstellungsverfahren geeignet. Im Normalfall werden die zuvor vereinzelt vorliegenden
Partikel dazu veranlasst, sich zu einer größeren Einheit zusammenzulagern. Die so
erhaltene größere Einheit wird anschließend so fixiert, dass sich die Partikel während
der Anwendung als Sicherheitsmerkmal nicht mehr voneinander trennen können. Dabei
ist ausschlaggebend, dass die größeren Einheiten möglichst gleiche Teile an beiden
(bzw. von den drei oder mehr) Merkmalsstoffen beinhalten, wobei mit den meisten Herstellungsmethoden
ein zufälliges statistisches Gemisch der Partikel erhalten wird.
[0068] Unerwünscht ist eine Zusammenlagerung jeweils gleicher Partikel, so dass die Agglomerate
nur eine einzige Partikelart beinhalten. Dies kann z.B. dann erfolgen, wenn die unterschiedlichen
Merkmalsstoffe vor dem Zusammenlagerungsprozess nicht ausreichend durchmischt sind,
oder die Zusammenlagerung gleichartiger Stoffe durch Oberflächeneffekte oder Ähnliches
begünstigt wird. Im Normalfall, bzw. bei korrekter Durchführung der Syntheseprozeduren,
sind solche Effekte jedoch zu vernachlässigen.
[0069] Ein wichtiger Faktor sind die Größen der Partikel, die das Agglomerat aufbauen, sowie
die Größe des entstehenden Agglomerates selbst. Für Anwendungen als Sicherheitsmerkmal
im Banknotenbereich sollten die Agglomerate eine Korngröße von 30 µm nicht überschreiten,
unter anderem um ein Erkennen der Agglomeratpartikel im Papiersubstrat zu erschweren.
Applikationsbedingt können jedoch größere Korngrößen notwendig sein. Bevorzugt liegt
die Korngröße (D99) der Agglomerate daher im Bereich 1 bis 100 µm, besonders bevorzugt
5 bis 30 µm, ganz besonders bevorzugt 10 bis 20 µm.
[0070] Werden noch deutlich größere Partikel benötigt, z.B. aufgrund einer sehr ausgedehnten
Messfleckfläche im Anwendungsfall, können anstatt der beschriebenen Partikelagglomerate
makroskopische Trägerkörper verwendet werden, in welchen die unterschiedlichen Merkmalsstoffe
eingebaut sind, beispielsweise Planchetten oder Melierfasern. Diese Trägerkörper können
dann in einzelnen oder allen Raumdimensionen Größen über 100 µm aufweisen, z.B. Größen
im Millimeterbereich aufweisen.
[0071] Die Partikel, aus denen das Agglomerat zusammengesetzt wird, sollten deutlich kleiner
als das Agglomerat sein, da mit abnehmender Größe eine höhere Anzahl Partikel pro
Agglomerat eingebaut werden kann. Durch eine höhere Anzahl eingebauter Partikel erhöht
sich wiederum die Wahrscheinlichkeit, eine "geeignete Verteilung" beider Partikelarten
im Agglomerat anzutreffen.
[0072] Damit ist folgender Zusammenhang gemeint: Wäre der Ausgangsstoff so groß, dass nur
jeweils drei Partikel der Stoffe A und B ein Agglomerat bilden könnten, ohne die maximale
Agglomeratsgröße zu überschreiten, wären die Kombinationen 'AAA' / 'AAB'/ 'ABB' /
,BBB' denkbar. Eine derartige Zusammensetzung wäre jedoch für den erfindungsgemäßen
Einsatz vollkommen ungeeignet. Denn 25% der Agglomerate würden nur aus einem einzigen
Stoff (AAA bzw. BBB) bestehen und somit keine Korrelation erzeugen, die anderen 75%
würden zu je einem Drittel aus einem Stoff und zu zwei Dritteln aus dem zweiten Stoff
bestehen, und würden somit nur schlechte Korrelationswerte erzeugen.
[0073] Stellt man sich als gegenüberliegenden Extremfall ein Agglomerat vor, welches aus
10000 (oder "unendlich viele") Einzelpartikeln aufgebaut ist, so ist die Wahrscheinlichkeit,
dass alle Partikel zufällig identisch sind, beliebig klein. Bei einem Einsatz gleicher
Mengen der beiden Partikelarten für die Synthese wird auch das Mischverhältnis in
den daraus hergestellten Agglomeraten 50% betragen bzw. kaum davon abweichen. Solche
Agglomerate würden sich somit gut zum Einsatz als erfindungsgemäßes Merkmal eignen.
In der Praxis befindet man sich häufig zwischen diesen beiden Extremen. Die Verringerung
der Partikelgröße führt bei Luminophoren meistens zu einem merklichen Verlust der
Messsignalintensität. Besonders ab einer Korngröße von ca. 1 µm zeigen viele lumineszierende
Merkmalsstoffe einen deutlichen Intensitätsverlust, welcher meistens auf die Vergrößerung
der Oberfläche zurückzuführen ist, da hier Energie strahlungslos an Oberflächendefekten
abgebaut werden kann. Auch bestimmte nicht-lumineszierende Merkmalsstoffe reagieren
nachteilig auf deutlich erhöhte Partikeloberflächen. Eine zu große Korngröße führt
jedoch zu den oben beschriebenen Problemen bei der Herstellung geeigneter Agglomerate.
[0074] Als Merkmalsstoffe zum Aufbau der Agglomerate werden daher bevorzugt kleine bis mittelgroße
Partikel, z.B. mit einer Korngröße zwischen 1 und 5 µm, eingesetzt.
[0075] Es sollte jedoch erwähnt werden, dass bei Verfügbarkeit entsprechend intensiver Merkmalsstoffe
mit kleiner Partikelgröße, z.B. im Nanometerbereich, diese ebenfalls eingesetzt werden
könnten.
[0076] Das Mengenverhältnis der beiden Stoffe A und B, aus denen die Agglomerate hergestellt
werden, beträgt idealerweise 1:1, falls beide Stoffe die gleiche Intensität und Korngröße
besitzen. Im Anwendungsfall kann z.B. bei großen Unterschieden in der Signalstärke
oder bei unterschiedlichen Korngrößenverteilungen eine Anpassung dieses Verhältnisses
vorteilhaft sein. Ebenso kann es unter Umständen notwendig sein, das Mengenverhältnis
anzupassen, um z.B. ein bestimmtes gewünschtes mittleres Intensitätsverhältnis beider
Signale im Endprodukt zu erzeugen.
[0077] Die als "Agglomerate" bezeichneten Einheiten sind gemäß einer Variante ein ungeordneter
Haufen aus zusammenhaftenden Partikeln, welche fixiert oder permanent "zusammengeklebt"
wurden (siehe Figur 8 a und b). Dies kann z.B. durch Umhüllung mit einer Polymer-
oder Silicaschicht (siehe z.B. die
WO 2006/072380 A2), oder durch Verknüpfung der Partikeloberflächen untereinander über chemische Gruppen
etc. geschehen. Solche Agglomerate sind technisch verhältnismäßig einfach herzustellen
und werden daher bevorzugt. Die Partikel können gemäß einer weiteren Variante einen
anderen Aufbau aufweisen, ohne an Funktionalität zu verlieren (siehe Figur 8 c, d
und e). Unter Umständen können alternative Ausführungsformen, wie geordnete Agglomerate
oder Core-Shell-Systeme, vorteilhafte Eigenschaften besitzen (z.B. eine kontrollierte
Partikelverteilung). Ihre Synthese ist jedoch meistens aufwändiger.
[0078] In der Figur 8 werden mit Bezug auf die partikulären Agglomerate die folgenden Beispiele
gezeigt:
- (a) ungeordnetes Merkmalsstoffagglomerat, das zwei unterschiedliche (insbesondere
zusammenhaftende) Merkmalsstoffe aufweist und mit einer Polymer- oder Silicaschicht
umhüllt bzw. verkapselt ist;
- (b) ungeordnetes Merkmalsstoffagglomerat, das zwei unterschiedliche, zusammenhaftende
Merkmalsstoffe aufweist;
- (c) Core-Shell-Teilchen, bei dem der Kern durch einen ersten Merkmalsstoff gebildet
ist und die Hülle durch eine Mehrzahl zweiter Merkmalsstoffe gebildet ist;
- (d) Core-Shell-Teilchen, bei dem der Kern durch einen ersten Merkmalsstoff gebildet
ist und die durchgehende, homogene Hülle aus einem zweiten Material gebildet ist;
- (e) geordnetes Merkmalsstoffagglomerat, das zwei unterschiedliche Merkmalsstoffe aufweist.
[0079] Die Erfindung wird nachstehend näher anhand von Ausführungsbeispielen erläutert.
< Ausführungsbeispiel 1 >
[0080] Als im NIR lumineszierender Phosphor wird der seltenerddotierte Yttrium-Chrom-Perovskit
aus Beispiel 2 der Schrift
DE19804021A1 verwendet. Als ESR-aktiver Stoff wird das mit 1000 ppm Mangan dotierte Strontiumtitanat
verwendet, welches in der Schrift
US 4,376,264 beschrieben wird. Beide Stoffe liegen als Partikel mit mittleren Korngrößen im Bereich
1-5 µm vor.
[0081] Zur Herstellung von Agglomeraten werden die beiden Stoffe wie folgt behandelt:
5 g des Phosphors und 5 g des ESR-aktiven Stoffes werden in 60 g Wasser dispergiert.
Es werden 120 mL Ethanol sowie 3,5 mL Ammoniak (25%) zugegeben. Unter Rühren mit einem
Flügelrührer werden 10 mL Tetraethylorthosilicat langsam zugegeben und die Reaktionsmischung
weitere acht Stunden gerührt. Das Produkt wird abfiltriert, zweimal mit 40 mL Wasser
gewaschen und bei 60°C im Trockenschrank getrocknet. Es werden Partikelagglomerate
mit einer Korngröße D99 = 20-30 µm erhalten. Die erhaltenen Agglomerate werden bei
300°C eine Stunde lang getempert und anschließend mit einer Ultrazentrifugalmühle
behandelt. Man erhält ein Produkt mit einer reduzierten Korngröße D99 = 15-18 µm.
[0082] Die hergestellten Agglomerate werden anschließend der Papiermasse während der Blattherstellung
so hinzugefügt, dass die Agglomerate im entstandenen Blatt mit einem Massenanteil
von 0,1 Gewichtsprozent enthalten sind.
[0083] An mehreren unterschiedlichen Stellen des Blattes wird die Intensität des Signals
der jeweiligen Sicherheitsmerkmale ermittelt (Lumineszenzintensität bzw. Intensität
des ESR-Signals). Die gemessenen Signalintensitäten der beiden unterschiedlichen Sicherheitsmerkmale
korrelieren dabei miteinander.
< Ausführungsbeispiel 2 >
[0084] Als im NIR lumineszierender Phosphor wird das seltenerddotierte Lanthanphosphat aus
Beispiel 12 der Schrift
US 2007 / 0096057 A1 verwendet. Als SERS-aktiver Stoff werden die silikabeschichteten BPE-beladenen (BPE
= trans-4, 4' bis(pyridyl)ethylene) Gold-Partikel aus Beispiel 1 der Schrift
US 2011/0228264A1 verwendet. Beide Stoffe besitzen mittlere Korngrößen unter 5 µm.
[0085] 16.5 g des Phosphors und 16.5 g des SERS-aktiven Stoffes werden in 245 g Wasser dispergiert.
Es werden 44 g Kaliumhydrogencarbonat hinzugefügt und unter Rühren über den Verlauf
einer Stunde eine Kaliumwasserglas-Lösung hinzugetropft, so dass ca. 15 g SiO
2 auf den Agglomeraten abgeschieden werden. Das Produkt wird abfiltriert, zweimal mit
150 ml Wasser gewaschen und bei 60°C im Trockenschrank getrocknet. Es werden Partikelagglomerate
mit einer Korngröße D99 = 18-20 µm erhalten.
[0086] Die hergestellten Agglomerate werden anschließend der Papiermasse während der Blattherstellung
so hinzugefügt, dass die Agglomerate im entstandenen Blatt mit einem Massenanteil
von 0,1 Gewichtsprozent enthalten sind.
[0087] An mehreren unterschiedlichen Stellen des Blattes wird die Intensität des Signals
der jeweiligen Sicherheitsmerkmale ermittelt (Lumineszenzintensität bzw. Intensität
des SERS-Signals). Die gemessenen Signalintensitäten der beiden unterschiedlichen
Sicherheitsmerkmale korrelieren dabei miteinander.
[0088] Alternativ oder zusätzlich kann eine Einzelpartikelanalyse durchgeführt werden. Die
Lumineszenzeigenschaften eines einzelnen Agglomerats im Blatt können z.B. mit einem
geeigneten lichtbasierten Mikroskop untersucht werden. Die SERS-Eigenschaften eines
einzelnen Agglomerats können beispielsweise durch einen geeigneten TERS-Aufbau (Tip-enhanced
raman spectroscopy) oder ein Raman-Mikroskop untersucht werden. In den Einzelpartikeln
der hergestellten Agglomerate lassen sich sowohl die spezifischen Lumineszenzeigenschaften
als auch die spezifischen SERS-Eigenschaften der als Edukte eingesetzten Sicherheitsmerkmale
nachweisen.
< Ausführungsbeispiel 3 >
[0089] Als im NIR lumineszierender Phosphor wird das seltenerddotierte Yttriumoxid aus Beispiel
5 der Schrift
US 2007 / 0096057 A1 verwendet. Als Nullfeld-aktives Material wird der Manganferrit aus Beispiel 2 in
Schrift
WO 96/05522 verwendet. Beide Stoffe liegen als Partikel mit mittleren Korngrößen im Bereich 1-5
µm vor.
[0090] 5 g des Phosphors und 5 g des Nullfeld-aktiven Stoffes werden in 60 g Wasser dispergiert.
Es werden 120 mL Ethanol sowie 3,5 mL Ammoniak (25%) zugegeben. Unter Rühren mit einem
Flügelrührer werden 10 mL Tetraethylorthosilicat langsam zugegeben und die Reaktionsmischung
weitere acht Stunden gerührt. Das Produkt wird abfiltriert, zweimal mit 40 mL Wasser
gewaschen und bei 60°C im Trockenschrank getrocknet. Es werden Partikelagglomerate
mit einer Korngröße D99 = 20-30 µm erhalten. Die erhaltenen Agglomerate werden bei
300°C eine Stunde lang getempert und anschließend mit einer Ultrazentrifugalmühle
behandelt. Man erhält ein Produkt mit einer reduzierten Korngröße D99 = 15-18 µm.
[0091] Werden die so hergestellten Agglomerate als Sicherheitsmerkmal in einem Sicherheitsdokument
eingesetzt, existiert eine räumliche Korrelation zwischen der Lumineszenzintensität
des Phosphors und des Resonanzsignals des nullfeldaktiven Stoffes.
[0092] Grundsätzlich können die erfindungsgemäß verwendeten partikulären Agglomerate im
Wertdokument selbst, insbesondere im Papiersubstrat, eingebracht sein. Zusätzlich
oder alternativ können die partikulären Agglomerate auf dem Wertdokument aufgebracht,
z.B. aufgedruckt, sein. Bei dem Wertdokumentsubstrat muss es sich nicht zwangsläufig
um ein Papiersubstrat handeln, es könnte auch ein Kunststoffsubstrat sein oder ein
Substrat, das sowohl Papier-Bestandteile als auch Kunststoffbestandteile aufweist.
1. A value document comprising particulate agglomerates respectively containing at least
two different homogeneous phases, wherein the first homogeneous phase is based on
a luminescent substance emitting at a certain emission wavelength and the second homogeneous
phase is based on a non-luminescent substance detectable by a spectroscopic method,
wherein the non-luminescent substance of the second homogeneous phase is a substance
detectable by nuclear magnetic resonance spectroscopy, electron spin resonance spectroscopy,
nuclear quadrupole resonance spectroscopy, SER (surface-enhanced Raman) spectroscopy
or SEIRA (surface-enhanced infrared absorption) spectroscopy, and wherein upon an
evaluation of measurement values that are obtainable by a location-specific measurement,
carried out at different locations of the value document, of the luminescence intensity
at the certain emission wavelength and the intensity of the measurement signal of
the spectroscopic method, there is a statistical correlation between the luminescence
intensity at the certain emission wavelength and the intensity of the measurement
signal of the spectroscopic method, wherein there is a statistical correlation when
after computing a statistical correlation function for the obtained measurement values
and after comparing the amount thereof with a threshold value, with a correlation
function normalized in terms of amount to a values range of 0 to 1, an existing statistical
correlation is recognized when the amount is > 0.3.
2. The value document according to claim 1, wherein the exciting electromagnetic radiation
of the spectroscopic method is radio-wave, microwave, terahertz or infrared radiation.
3. The value document according to either of claims 1 and 2, wherein the agglomerates
are chosen from the group consisting of core-shell particles, particle agglomerates,
encapsulated particle agglomerates and nanoparticle-encased particles.
4. The value document according to any of claims 1 to 3, wherein the particulate agglomerates
have a grain size D99 in a range of 1 micrometer to 100 micrometers, preferably 5
micrometers to 30 micrometers, particularly preferably in a range of 10 micrometers
to 20 micrometers.
5. The value document according to any of claims 1 to 4, wherein the luminescent substance
of the first homogeneous phase is based on a matrix-forming inorganic solid which
is doped with one or more rare earth metals or transition metals.
6. The value document according to any of claims 1 to 5, wherein, in addition to the
particulate agglomerates, there is incorporated into or applied to the value document
in uniform concentration a non-correlating correction component which luminesces at
a certain emission wavelength or is detectable separately with a spectroscopic method,
wherein the spectroscopic method is in particular the same as that of the second homogeneous
phase of the particulate agglomerate or another spectroscopic method.
7. A method for checking the presence or the authenticity of a value document according
to any of claims 1 to 6 comprising:
a) exciting the luminescent substance, emitting at a certain emission wavelength,
of the first homogeneous phase and exciting the non-luminescent substance, detectable
by a spectroscopic method, of the second homogeneous phase;
b) spatially resolved capturing of measurement values for the radiation emitted by
the luminescent substances, on the one hand, and for the measurement-signal intensity
deriving from the non-luminescent substances and arising from the spectroscopic method,
on the other hand, in order to generate first luminescence-emission intensity/location
measurement-value pairs and second measurement-signal intensity/location measurement-value
pairs;
c) checking whether there is a statistical correlation between the luminescence-emission
intensities and the measurement-signal intensities arising from the spectroscopic
method, wherein there is a statistical correlation when after computing a statistical
correlation function for the obtained measurement values and after comparing the amount
thereof with a threshold value, with a correlation function normalized in terms of
amount to a values range of 0 to 1, an existing statistical correlation is recognized
when the amount is > 0.3.
8. The method according to claim 7, wherein the measurement values for the radiation
emitted by the luminescent substances, on the one hand, and for the measurement-signal
intensity deriving from the non-luminescent substances and arising from the spectroscopic
method, on the other hand, are converted into corrected measurement values in an intermediate
step.
9. The method according to claim 7, wherein only those measurement values for the radiation
emitted by the luminescent substances, on the one hand, and for the measurement-signal
intensity deriving from the non-luminescent substances and arising from the spectroscopic
method, on the other hand, that respectively lie within a certain values range, in
particular above a certain threshold value, are drawn on for determining authenticity.
1. Document de valeur comprenant des agglomérats particulaires qui renferment respectivement
au moins deux différentes phases homogènes, la première phase homogène reposant sur
une substance luminescente émettant à une longueur déterminée d'onde d'émission, et
la deuxième phase homogène reposant sur une substance non luminescente décelable par
procédé spectroscopique, cependant que la substance non luminescente de la deuxième
phase homogène est une substance décelable par spectroscopie de résonance magnétique
nucléaire, par spectroscopie de résonance de spin électronique, par spectroscopie
de résonance quadripolaire nucléaire, par spectroscopie SER (Surface Enhanced Raman)
ou par spectroscopie SEIRA (Surface Enhanced Infrared Absorption), et cependant que,
lors d'une évaluation de valeurs de mesure pouvant être obtenues par une mesure propre
à l'endroit, effectuée à différents endroits du document de sécurité, de l'intensité
de luminescence à la longueur déterminée d'onde d'émission et de l'intensité du signal
de mesure du procédé spectroscopique, une corrélation statistique entre l'intensité
de luminescence à la longueur déterminée d'onde d'émission et de l'intensité du signal
de mesure du procédé spectroscopique est disponible, cependant qu'il y a une corrélation
statistique quand, après le calcul d'une fonction statistique de corrélation relative
aux valeurs de mesure obtenues et après comparaison de leur montant avec une valeur
seuil, pour une fonction de corrélation d'un montant normalisé à une plage de valeurs
de 0 à 1, l'existence d'une corrélation statistique est reconnue quand le montant
est > 0,3.
2. Document de valeur selon la revendication 1, cependant que le rayonnement électromagnétique
excitant du procédé spectroscopique est un rayonnement d'ondes radio, de micro-ondes,
térahertz ou infrarouge.
3. Document de valeur selon une des revendications 1 ou 2, cependant que les agglomérats
sont sélectionnés parmi le groupe qui consiste en des particules noyau/coque, en des
agglomérats de particules, en des agglomérats de particules encapsulés, et en des
particules enveloppées de nanoparticules.
4. Document de valeur selon une des revendications de 1 à 3, cependant que les agglomérats
particulaires présentent une taille de grain D99 comprise entre 1 micromètre et 100
micromètres, de préférence entre 5 micromètres et 30 micromètres, particulièrement
de préférence entre 10 micromètres et 20 micromètres.
5. Document de valeur selon une des revendications de 1 à 4, la substance luminescente
de la première phase homogène étant basée sur un corps solide anorganique qui constitue
une matrice et qui est dopé à un ou plusieurs métaux de terres rares ou métaux de
transition.
6. Document de valeur selon une des revendications de 1 à 5, cependant que, en plus des
agglomérats particulaires, un composant de correction non corrélé est inséré dans
ou appliqué sur le document de valeur en concentration uniforme, ledit composant étant
luminescent à une longueur déterminée d'onde d'émission ou étant séparément décelable
par un procédé spectroscopique, cependant que le procédé spectroscopique est en particulier
le même que celui de la deuxième phase homogène de l'agglomérat particulaire ou qu'un
autre procédé spectroscopique.
7. Procédé de vérification de la présence ou de l'authenticité d'un document de valeur
selon une des revendications de 1 à 6, comprenant :
a) l'excitation de la substance luminescente, émettant à une longueur déterminée d'onde
d'émission, de la première phase homogène, et l'excitation de la substance non luminescente,
décelable par procédé spectroscopique, de la deuxième phase homogène ;
b) la saisie à résolution locale de valeurs de mesure pour le rayonnement émis par
les substances luminescentes d'une part, et pour l'intensité du signal de mesure,
émanant des substances non luminescentes, issue du procédé spectroscopique d'autre
part, afin de générer des premières paires de valeurs de mesure intensité d'émission
de luminescence/endroit et des deuxièmes paires de valeurs de mesure intensité de
signal de mesure/endroit ;
c) la vérification pour discerner s'il y a une corrélation statistique entre les intensités
d'émission de luminescence et les intensités de signal de mesure issues du procédé
spectroscopique, cependant qu'il y a une corrélation statistique quand, après le calcul
d'une fonction statistique de corrélation relative aux valeurs de mesure obtenues
et après comparaison de leur montant avec une valeur seuil, pour une fonction de corrélation
d'un montant normalisé à une plage de valeurs de 0 à 1, l'existence d'une corrélation
statistique est reconnue quand le montant est > 0,3.
8. Procédé selon la revendication 7, cependant que les valeurs de mesure pour le rayonnement
émis par les substances luminescentes d'une part, et pour l'intensité de signal de
mesure, émanant des substances non luminescentes, issue du procédé spectroscopique
d'autre part, sont converties lors d'une étape intermédiaire en valeurs de mesure
corrigées.
9. Procédé selon la revendication 7, cependant que ce sont uniquement les valeurs de
mesure pour le rayonnement émis par les substances luminescentes d'une part, et pour
l'intensité de signal de mesure, émanant des substances non luminescentes, issue du
procédé spectroscopique d'autre part, que se situent respectivement dans les limites
d'une plage de valeurs déterminée, en particulier au-dessus d'une valeur seuil déterminée,
qui sont utilisées pour la détermination de l'authenticité.