[0001] Optoelektronische Bauelemente basieren auf den optischen und elektronischen Eigenschaften
von Materialien und finden heute breite Anwendung im alltäglichen Leben, wie etwa
Solarzellen, LED's, TFT's. Im Allgemeinen umfassen sie alle Produkte und Verfahren,
die die Umwandlung von elektronisch erzeugten Daten und Energien in Lichtemission
ermöglichen oder Lichtemissionen in Energien umwandeln.
[0002] Optoelektronische Bauelemente, die Lichtemission in Energien umwandeln umfassen Photodioden,
die als Photovoltaikanalagen betrieben werden oder als lichtsensitive Sensoren oder
Belichtungsmessern in verschiedenen Produkten wie Digitalkameras, CD-Abspielgeräte,
Lichtschranken eingesetzt werden.
[0003] Optoelektronische Bauelemente aus größtenteils organischen Materialien sind für die
Anwendung als LEDs (OLED) und Photovoltaikanlagen (OPV) bekannt. Die verwendeten organischen
Materialien erfüllen in diesen optoelektronischen Bauelementen unterschiedliche Aufgaben
wie z.B. den Ladungstransport, die Lichtemssion oder Lichtabsorption. Organische Materialien
in optoelektronischen Bauelementen können dabei Polymere oder kleine Moleküle sein
und in Lösung oder Emulsion durch nasschemische Prozesse wie Coaten oder Drucken oder
im Vakuum durch z.B. Sublimation zu dünnen Schichten verarbeitet werden.
[0004] Eine Solarzelle wandelt Lichtenergie in elektrische Energie um. In diesem Sinne wird
der Begriff "photoaktiv" als Umwandlung von Lichtenergie in elektrische Energie verstanden.
Im Gegensatz zu anorganischen Solarzellen werden bei organischen Solarzellen durch
das Licht nicht direkt freie Ladungsträger erzeugt, sondern es bilden sich zunächst
Exzitonen, also elektrisch neutrale Anregungszustände (gebundene Elektron-Loch-Paare).
[0005] Daher spielt die rekombinationsarme Diffusion von Exzitonen an die aktive Grenzfläche
eine kritische Rolle bei organischen Solarzellen. Um einen Beitrag zum Photostrom
zu leisten, muss daher in einer guten organischen Solarzelle die Exzitonendiffusionslänge
die typische Eindringtiefe des Lichts deutlich übersteigen, damit der überwiegende
Teil des Lichts genutzt werden kann.
[0006] Falls es sich bei der Absorberschicht um eine Mischschicht handelt, so übernimmt
die Aufgabe der Lichtabsorption entweder nur eine der Komponenten oder auch beide.
Der Vorteil von Mischschichten ist, dass die erzeugten Exzitonen nur einen sehr kurzen
Weg zurücklegen müssen bis sie an eine Domänengrenze gelangen, wo sie getrennt werden.
Der Abtransport der Elektronen bzw. Löcher erfolgt getrennt in den jeweiligen Materialien.
Da in der Mischschicht die Materialien überall miteinander im Kontakt sind, ist bei
diesem Konzept entscheidend, dass die getrennten Ladungen eine lange Lebensdauer auf
dem jeweiligen Material besitzen und von jedem Ort aus geschlossene Perkolationspfade
für beide Ladungsträgersorten zum jeweiligen Kontakt hin vorhanden sind.
[0007] Ein wichtiger Faktor in der Verbesserung der oben genannten Solarzellen liegt in
der Weiterentwicklung der organischen Schichten. Für die Absorberschichten, speziell
auf dem Gebiet kleiner Moleküle, sind in den letzten 5 Jahren wenige neue Materialien
bekannt geworden. In der
WO2006092134A1 werden Verbindungen offenbart, die über einen Akzeptor-Donor-Akzeptor-Aufbau verfügen,
wobei der Donorblock ein ausgedehntes π-System besitzt.
[0008] In der
DE60205824T2 werden Thienothiophenderivate offenbart, die mit weiteren Aromaten ein π-System bilden
und an beiden Seiten von Alkylgruppen eingerahmt sind, und deren Verwendung in organischen
Halbleitern.
[0009] In der
EP2400575A1 wird in einem Akzeptor-Donor-Akzeptor Oligomer eine Donor aus heterocyclsichen 5-Ringen
mit einer Größe von maximal 9 konjugierten Doppelbindungen beschrieben. In der
EP2483267A1 wird als Donorblock in Akzeptor-Donor-Akzeptor Oligomer eine Kombination aus annelierten
aromatischen 5- oder 6-Ringzyklen und einzelnen 5- oder 6-Ringzyklen beschrieben.
[0010] In der
WO2009051390 werden Thiophen basierte Akzeptor-Donator Farbstoffe für den Einsatz in farbstoffsensitiven
Solarzellen offenbart.
[0011] In der
WO 002008145172A1 werden neuartige Phthalocyanine zur Verwendung in Solarzellen vorgestellt.
[0012] In der
US7655809B2 werden Verbindungen aus kondensierten Kohlenstoffzyklen in Reihe und deren Verwendung
als organische Halbleiter offenbart.
[0013] In der
WO 2006111511A1 und
WO2007116001A2 werden Rylentetracarbonsäurederivate zur Verwendung als aktive Schicht in Photovoltaik
offenbart.
[0014] Dagegen sind verschiedene Polymere zur Verwendung als aktive Schichten in organischer
Photovoltaik bekannt, beispielweise offenbart in
WO 2008088595A2,
EP2072557A1 oder
US20070112171A1. Diese sind im Allgemeinen nicht verdampfbar, sondern werden in flüssiger Form zu
dünnen Schichten verarbeitet
[0016] Dokument
EP 2 696 351 A2 (Veröffentlichungsdatum 12-02-2014) offenbart ein optoelektronisches Bauelement mit
einer lichtempfindlichen Schicht, wobei die organische lichtempfindliche Schicht Verbindungen
betrifft des Akzeptor-Donor-Akzeptor Typs mit ein vollständig anellierten Donor Mittelblock.
[0017] Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde die Nachteile des Stands der Technik zu
überwinden und verbesserte photoaktive Bauelemente anzugeben.
[0018] Die Aufgabe wird gelöst durch den unabhängigen Anspruch 1. Ausgestaltungen der Erfindung
sind in den Unteransprüchen zu finden.
[0019] Erfindungsgemäß wird die Aufgabe gelöst durch ein photoaktives Bauelement mit einer
Elektrode und einer Gegenelektrode und mindestens einer organischen lichtempfindlichen
Schicht zwischen der Elektrode und der Gegenelektrode, dadurch gekennzeichnet dass
die organische lichtempfindliche Schicht eine Verbindung der allgemeinen
Formel I
EWG-Vn-D-Vo-EWG (I)
enthält, worin EWG gegenüber D elektronenziehende Eigenschaften besitzt,
V unabhängig voneinander -CR1=CR2- oder -C≡C- mit R1 und R2 ausgesucht aus H, C1-C10-Alkyl,
C1-C10-OAlkyl, C1-C10-SAlkyl, worin R1 und R2 einen Ring bilden können, und n und
o unabhängig voneinander 0 oder 1 sind und
D ein ausgedehnter Donorblock aus mindestens 5 annelierten heterocyclischen aromatischen
5-Ringen und/oder heterocyclischen oder homocyclischen aromatischen 6-Ringen, worin
eine lineare Folge von konjugierten Doppelbindungen zwischen den beiden EWG vorhanden
ist, aufgebaut ist, mit der Maßgabe, dass folgende Strukturen ausgeschlossen sind:





wobei X1 bis X5 gleich oder verschieden sind und unabhängig voneinander CR1'CR2', SiR3'R4', NR5', Sauerstoff (O) oder Selen (Se) sind, wobei R1' bis R5' gleich oder verschieden sind und unabhängig voneinander Wasserstoff, einer substituierte
oder unsubstituierte C1 bis C20 Alkylgruppe, eine substituierte oder unsubstituierte C6 bis C20 Arylgruppe, eine substituierte oder unsubstituierte C3 bis C20 Heteroarylgruppe und Kombination davon sind.
[0020] Unter "anneliert" wird in vorliegender Anmeldung verstanden, wenn 2 heterocyclische
oder homocyclische aromatische Ringe sich 2 Ringatome teilen.
[0021] In einer Ausführungsform der Erfindung ist der ausgedehnte Donorblock der allgemeinen
Formel I aus heterocyclischen aromatischen 5-Ringen ausgesucht aus Thiophen, Selenophen,
Furan oder Pyrrol aufgebaut.
[0022] Bevorzugt ist mindestens einer der heterocyclischen aromatischen 5-Ringe des ausgedehnten
Donorblocks nicht Thiophen. Besonders bevorzugt ist mindestens ein heterocyclischen
aromatischen 5-Ringe des ausgedehnten Donorblocks ein Pyrrol.
[0023] In einer Ausführungsform der Erfindung ist der ausgedehnte Donorblock D der allgemeinen
Formel I ausgesucht ist aus

worin Y jeweils unabhängig voneinander S oder NR3 ist mit R3 ausgesucht aus C1-C10-Alkyl,
C5-C10-Cycloakly, C6-C10-Aryl.
[0024] In einer Ausführungsform der Erfindung ist der ausgedehnte Donorblock D der allgemeinen
Formel I aufgebaut aus maximal 7 annelierten aromatischen heterocyclischen 5-Ringen
und/oder aromatischen heterocyclischen oder homocyclischen 6-Ringen.
[0025] In einer Ausführungsform der Erfindung sind in dem ausgedehnten Donorblock D der
allgemeinen Formel I 1 oder 2 homocyclischen aromatische 6-Ringe. Bevorzugt sind an
den homocyclischen aromatische 6-Ringe zwei O-Alkyl, die in entgegengesetzte räumliche
Richtung zeigen.
[0026] In einer Ausführungsform der Erfindung ist mindestens eine dotierte Transportschicht
vorhanden ist, die zwischen Elektrode oder der Gegenelektrode und der mindestens einen
lichtabsorbierenden Schicht angeordnet ist.
[0027] Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ebenso eine Einzelzelle, eine Tandemzelle
oder eine Mehrfachzelle. Unter Tandemzelle wird in vorliegender Anmeldung verstanden,
dass zwei funktionale Zellen räumlich übereinander gestapelt und seriell verschaltet
sind, wobei zwischen den Zellen eine Zwischenschicht angeordnet sein kann. Ebenso
wird unter Mehrfachzelle verstanden, dass mehr als zwei funktionale Zellen räumlich
übereinander gestapelt und seriell verschaltet sind, wobei zwischen den Zellen eine
Zwischenschicht angeordnet sein kann. Bevorzugt besteht das Bauelement aus einer Kombination
aus nip, ni, ip, pnip, pni, pip, nipn, nin, ipn, pnipn, pnon oder pipn-Strukturen,
bie der mehrere unabhängige Kombinationen, die mindestens eine i-Schicht enthalten,
übereinander gestapelt sind.
[0028] Hierbei bedeutet n bzw. p eine n- bzw. p-Dotierung, die zu einer Erhöhung der Dichte
freier Elektronen bzw. Löcher im thermischen Gleichgewichtszustand führt. In diesem
Sinne sind derartige Schichten primär als Transportschichten zu verstehen. Die Bezeichnung
i-Schicht bezeichnet demgegenüber eine undotierte Schicht (intrinsische Schicht).
Eine oder mehrere i-Schicht(en) können hierbei Schichten sowohl aus einem Material,
als auch eine Mischung aus zwei oder mehr Materialien (sogenannte interpenetrierende
Netzwerke) bestehen.
[0029] Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist weiterhin eine organische Solarzelle mit
einem photoaktiven Bereich, der wenigstens ein organisches Donormaterial in Kontakt
mit wenigstens einem organischen Akzeptormaterial aufweist, wobei das Donormaterial
und das Akzeptormaterial einen Donor-Akzeptor-Heteroübergang ausbilden und wobei der
photoaktive Bereich wenigstens eine Verbindung der Formel I, wie zuvor definiert,
enthält.
[0030] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist das photoaktive
Bauelement ausgewählt aus einer organischen Solarzelle, einer organischen Elektrolumineszenzvorrichtung,
einem Photodetektor und einem organischen Feldeffekttransistor. Insbesondere ist die
Vorrichtung eine organische Solarzelle.
[0031] In einer Ausführungsform der Erfindung ist das photoaktive Bauelement eine Tandemsolarzelle
mit 2 Donor-Akzeptor-Heteroübergängen, wobei mindesten ein Material des ersten Donor-Akzeptor-Heteroübergangs
unterschiedlich ist zu den beiden Hauptkomponenten des zweiten DOnor-Akzeptor-Heteroübergangs.
[0032] Typische elektronenziehende Gruppen EWG sind: aus

mit R1 = H, CN und R2 = H, CH
3, CN,

worin D die Bindungsstelle zum ausgedehnten Donorblock D darstellt und R ein Substituent
ausgesucht aus verzweigtem oder geradekettigem C1-C8-Alkyl.
[0033] In einer Ausführungsform der Erfindung ist V ein Cyclohexen und m und/oder o 1. Beispielhaft
wird folgende Verbindung gezeigt:

[0034] Cyclohexen als Verbindungsgruppe zwischen dem Donorblock und der elektronenziehenden
Gruppen bietet den Vorteil einer einfachen cis-trans-stereomerenreinen Herstellung
der Verbindungen. Dabei können am Hexen weitere Substituenten vorhanden sein.
[0037] Die erfindungsgemäß eingesetzten Verbindungen der Formel I zeichnen sich durch wenigstens
eine der folgenden vorteilhaften Eigenschaften aus:
Stannylfreie Syntheseverfahren
Hohe thermische Stabilität
Steile Absorptionsflanke, vor allem am längerwelligen Ende
Sehr hohe Extinktionskoeffizienten
[0038] Der Gehalt an der Verbindung der Formel I in dem photoaktiven Bereich beträgt vorzugsweise
10 bis 90 Gew.-%, besonders bevorzugt 25 bis 75 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht
des Halbleitermaterials (p- und n-Halbleiter) in dem photoaktiven Bereich.
[0039] Die Herstellung der annelierten Donorblöcke D können über eine Vielzahl in der Literatur
bekannter Verfahren hergestellt werden. Dabei erfolgt vorzugsweise ein Aufbau einer
Kette einzelner Heterocyclen oder annelierter kleinerer Fragmente und anschließendem
Ringschluss.

[0040] Die Einführung der endständigen Akzeptorgruppen kann beispielsweise erfolgen durch
dem Fachmann bekannte Methoden, wie z.B. Gattermann, Gattermann-Koch, Houben-Hoesch,
Vilsmeier/ Vilsmeier-Haack, Friedel-Crafts-Acylierung oder nach Lithiierung durch
eine Umsetzung mit einem Säurederivat oder Carbonylierungsreagenz.
[0041] Weitere Akzeptorgruppen sind durch Umfunktionalisierung der zuvor beschriebenen Carbonylfunktion
C(O)R beispielsweise durch Knoevenagel-Kondensation realisierbar.

[0044] Cyclohexenyl als Akzeptorendgruppe kann beispielsweise über in der Literatur bekannte
Kupplungsreaktionen (z.B. Stille, Suzuki, Negishi, ...) erfolgen.

[0045] Verbindungen mit unterschiedlichen Akzeptorendgruppen lassen sich prinzipiell mit
den gleichen Methoden herstellen.

[0046] Verbindungen der Formel (I) bei denen n und/oder o gleich 1 sind lassen sich darstellen,
indem D mit POCl3 und Dimethylaminoacrolein umgesetzt wird. Alterantiv kann D mit
einer Base deprotoniert werden und anschließend mit Dimethylaminoacrolein umgesetzt
werden (
Theng et al. Chem. Mater. 2007, 19, 432-442). Der so erhaltene Vinylaldehyd kann in einer anschließenden Knoevenagel-Reaktion
zu einer Dicyanovinylverbindung umgesetzt werden.

Die Reihenfolge der Reaktionen kann variiert werden.
[0047] Erstaunlicherweise wurde gefunden, dass die erfindungsgemäßen Verbindungen einen
sehr hohen Extinktionswert besitzen. Dies lässt sich nicht nur mit steigender Anzahl
an Mehrfachbindungen im Molekül begründen, wie die folgende Tabelle zeigt.
| Verbindung |
Anzahl Mehrfachbindungen im gesamten Molekül |
Extinktionskoeffizienz |
Extinktionskoeffizient pro Mehrfachbindung |
| |
|
kL/molcm |
kL/molcm |
| V-1 |
10 |
93,6 |
9,4 |
| 1 |
12 |
140 |
11,7 |
| 2 |
13 |
160 |
12,3 |
| 3 |
14 |
178 |
12,7 |
[0049] In Figur 2 ist ein Vergleich der Absorprtionspektren von erfindungsgemäßen Verbindungen
1 einmal mit R=Hexyl und einmal mit R=Propyl und 2 mit R=Hexyl im Vergleich zu nichterfindungsgemäßer
Verbindung V-3 mit gleicher Anzahl an Merhfachbindungen.

[0050] Das Absorpionsspektrum ist für die erfindungsgemäßen Verbindungen deutlich strukturierter,
sowie schmaler und in den kürzerwelligen Bereich verschoben. Dies ist ein signifikanter
Unterschied, der zu es ermöglicht in Kombination mit einem weiteren photoaktiven Material
mit einer Absorption im längerwelligen Bereich zu einem verbesserten photoaktiven
Bauelement zu kommen, z.B. in einer Tandem- oder Mehrfachzelle.
[0051] Die Herstellung eines erfindungsgemäßen photoaktiven Bauelements kann entweder ganz
oder teilweise hergestellt werden durch Abscheiden im Vakuum mit oder ohne Trägergas,
durch Drucken, aufschleudern, Auftropfen, Coaten oder anderen gängige Techniken zum
Verarbeiten von gelösten oder suspendierten Materialien zu dünnen Schichten.
[0052] In einer Ausführungsform der Erfindung erfolgt die Herstellung der photoaktiven Donor-Heteroübergänge
durch eine gasphasenabscheidung. Hiebei kann die Verbindung der allgemeinen Formel
I und ein geeignetes Akzeptormaterial beispielsweise aus der Klasse der Fullerene
im Sinne einer Co-Sublimation als Mischschicht abgeschieden werden oder als einzelne
Schichten hintereinander als flacher Heteroübergang. Die Abscheidung erfolgt im Hochvakuum
bei einem Druck im Bereich von etwa 10
-2 bis 10
-8mbar. Die Abscheidungsrate liegt üblicherweise in einem Bereich von etwa 0,01 bis
10nm/s.
[0053] Die Temperatur des Substrats bei der Abscheidung liegt vorzugsweise bei 50 bis 150°C.
[0054] Geeignete Substrate für organische Solarzellen sind z. B. oxidische Materialien,
Polymere und Kombinationen davon. Bevorzugte oxidische Materialien sind ausgewählt
unter Glas, Keramik, SiO2, Quarz, etc. Bevorzugte Polymere sind ausgewählt unter Polyolefinen
(wie Polyethylen und Polypropylen), Polyestern (wie Polyethylenterephthalat und Polyethylennaphthalat),
Fluorpolymeren, Polyamiden, Polyurethanen, Polyalkyl(meth)acrylaten, Polystyrolen,
Polyvinylchloriden und Mischungen und Kompositen davon.
[0055] Als Elektroden (Kathode, Anode) eignen sich prinzipiell Metalle, Halbleiter, Metalllegierungen,
Halbleiterlegierungen und Kombinationen davon, sogenannte DMD's, aber auch Silber-Nanoröhrchen
oder spezielle Graphite. Bevorzugte Metalle sind die der Gruppen 2, 9, 10, 11 oder
13 des Periodensystems (PES), z. B. die Erdalkalimetalle (Gruppe 2) Mg, Ca und Ba,
der 10. Gruppe des PES wie Pt, der 11. Gruppe des PES wie Au, Ag und Cu und der 13.
Gruppe des PES wie Al und In. Bevorzugt sind Metalllegierungen, z.B. auf Basis Pt,
Au, Ag, Cu, etc. und spezielle Mg/Ag-Legierungen, des Weiteren aber auch Alkalimetallfluoride,
wie LiF, NaF, KF, RbF und CsF, und Mischungen aus Alkalimetallfluoriden und Alkalimetallen.
[0056] Geeignete Akzeptormaterialien sind vorzugsweise ausgewählt aus der Gruppe Fullerene
und Fullerenderivate, polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffen und deren Derivaten,
insbesondere Naphthalin und dessen Derivate, Rylene, insbesondere Perylen, Terrylen
und Quaterrylen, und deren Derivate, Azene, insbesondere Anthrazen, Tetrazen, in besondere
Rubren, Pentazen und deren Derivate, Pyren und dessen Derivat, Chinone, Chinondimethane
und deren Derivaten, Phthalocyanine, Subphthalocyanine und deren Derivaten, Porphyrine,
Tetraazoporphyrine, Tetrabenzoporphyrine und deren Derivaten, Thiophene, oligo-Thiophene,
kondensierte/anellierte Thiophene, wie Thienoth ophen und Bithienothiophen, und deren
Derivate, Thiadiazole und deren Derivate, Carbazole und Triarylamine und deren Derivate,
Indanthrone, Violanthrone und Flavanthone und deren Derivate und Fulvalene, Tetrathiafulvalene
und Tetraselenafulvalene und deren Derivate
[0057] Vorzugsweise ist das Akzeptormaterial ein oder mehrere Fullerene und/oder Fulleren-Derivate.
Geeignete Fullerene sind vorzugsweise ausgewählt unter C60, C70, C76, C80, C82, C84,
C86, C90 und C94. Geeignete Fullerenderivate sind vorzugsweise ausgewählt unter Phenyl-C61-Butyrsäuremethylester
([60]PCBM), Phenyl-C71-Butyrsäuremethylester ([71]PCBM), Phenyl-C84-Butyrsäuremethylester
([84]PCBM), Phenyl-C61-Butyrsäurebutylester ([60]PCBB), Phenyl-C61-Butyrsäureoctyylester
([60]PCBO) und Thienyl-C61-Butyrsäuremethylester ([60]ThCBM). Besonders bevorzugt
sind C60, [60]PCBM und Mischungen davon.
[0058] Zusätzlich zu den Schichten mit Donor-Akzeptor-Heteroübergang kann das photoaktive
Bauelement weitere Schichten beinhalten, die beispielsweise als Transportschichten
dienen und üblicherweise das einfallende Licht nur bei einer Wellenlänge unterhalb
450nm absorbieren, so genannte wide-gap Materialien. Transportschichten lochleitende
oder elektronenleitende Eigenschaften haben und undotiert oder dotiert sein.
[0059] Geeignete Schichten mit lochleitenden Eigenschaften enthalten vorzugsweise wenigstens
ein Material mit einer geringen Ionisierungsenergie bezogen auf Vakuumniveau, d.h.
die Schicht mit lochleitenden Eigenschaften weist eine kleinere Ionisierungsenergie
und eine kleinere Elektronenaffinität, bezogen auf Vakuumniveau, auf als die Schicht
mit elektronenleitenden Eigenschaften. Bei den Materialien kann es sich um organische
oder anorganische Materialien handeln. Für den Einsatz in einer Schicht mit lochleitenden
Eigenschaften geeignete organische Materialien sind vorzugsweise ausgewählt unter
Poly(3,4-ethylendioxythiophen)-poly(styrolsulfonat) (PEDOT-PSS), Ir-DPBIC (Tris-N,N'-Diphenylbenzimidazol-2-yliden-iridium(III)),
N,N'-diphenyl-N,N'-bis(3-methylphenyl)-1,1'-diphenyl-4,4'-diamin (NPD), 2,2',7,7'-Tetrakis(N,N-di-p-methoxyphenylamin)-9,9'-spirobifluoren
(spiro-MeOTAD), 9, 9-Bis (4- (N, N- bis-biphenyl-4-yl-amino) phenyl) -9H-fluoren (BPAF),
N,N-Diphenyl-N,N-bis (4- (N,N-bis (naphth-l-yl) - amino) -biphenyl-4-yl) -benzidin
(DiNPB) etc. und Mischungen davon.
[0060] Geeignete Schichten mit elektronenleitenden Eigenschaften enthalten vorzugsweise
wenigstens ein Material, dessen LUMO, bezogen auf Vakuumniveau, energetisch höher
liegt als das LUMO des Materials mit lochleitenden Eigenschaften. Bei den Materialien
kann es sich um organische oder anorganische Materialien handeln. Für den Einsatz
in einer Schicht mit elektronenleitenden Eigenschaften geeignete organische Materialien
sind vorzugsweise ausgewählt unter Fullerenen und Fullerenderivaten wie zuvor definiert,
2,9-Dimethyl-4,7-diphenyl-1,10-phenanthrolin (BCP), 4,7-Diphenyl-1,10-phenanthrolin
(Bphen), 1,3-bis[2-(2,2'-bipyridin-6-yl)-1,3,4-oxadiazo-5-yl]benzol (BPY-OXD), etc.
Geeignete Fullerene und Fullerenderivate sind vorzugsweise ausgewählt unter C60, C70,
C84, Phenyl-C61-Butyrsäuremethylester ([60]PCBM), Phenyl-C71-Butyrsäuremethylester
([71]PCBM), Phenyl-C84-Butyrsäuremethylester ([84]PCBM), Phenyl-C61-Butyrsäurebutylester
([60]PCBB), Phenyl-C61-Butyrsäureoctyylester ([60]PCBO), Thienyl-C61-Butyrsäuremethylester
([60]ThCBM) und Mischungen davon. Besonders bevorzugt sind C60, [60]PCBM und Mischungen
davon. Ganz besonders bevorzugt enthält die Schicht mit elektronenleitenden Eigenschaften
C60.
[0061] In einer weiteren Ausführungsform enthält das p-Transportschichtsystem einen p-Dotanden,
wobei dieser p-Dotand F4-TCNQ, ein p-Dotand wie in
DE10338406,
DE10347856,
DE10357044,
DE102004010954,
DE102006053320,
DE102006054524 und
DE102008051737 beschrieben oder ein Übergangsmetalloxid (VO, WO, MoO, etc.) ist.
[0063] Die Erfindung soll an einigen nachfolgenden Ausführungsbeispielen und dazu gehöriger
Figuren näher erläutert werden, ohne sich auf diese zu beschränken.
[0064] Es zeigen die
Figur 1 ein erfindungsgemäßes Bauelement. Dabei stellt 1 das Substrat dar, 2 ein optionales
Transportschichtsystem aus einem oder mehreren Schichten, 3 ein photoaktiver Schichtstapel
mit mindestens einer erfindungsgemäßen Verbindung, 5 ein weiteres optionales Transportschichtsystem
aus einem oder mehreren Schichten und 6 eine Gegenelektrode,
Figur 2 ein Vergleich von Absoprtionsspektren im Film von 3 erfindungsgemäßen Verbindungen
mit einer nichterfindungsgemäßen Verbindung,
Figur 3 eine Strom-Spannungs-Kurve eines erfindungsgemäßen Bauelements mit Verbindung
1a,
Figur 4 eine Strom-Spannungs-Kurve eines erfindungsgemäßen Bauelements mit Verbindung
13 und
Figur 5 eine Strom-Spannungs-Kurve eines erfindungsgemäßen Bauelements mit Verbindung
2a.
Ausführungsbeispiel 1
Herstellung von Verbindung 13:
[0065]

Tribromid von Thienothiophen 8:
[0066] 10,71 mmol Thienothiophen
7 werden in 30 ml Chloroform gelöst und man tropft unter Eiskühlung langsam 32,14 mmol
Brom in 20 ml Chloroform hinzu. Die Reaktionsmischung wird 16 h bei Raumtemperatur
gerührt. Es wird mit konz. NaOH-Lösung hydrolisiert und der Niederschlag wird in Chloroform
gelöst. Man trennt die organische Phase ab und wäscht sie mit Wasser und ges. NaCl-Lösung.
Die organische Phase wird über Natriumsulfat getrocknet und filtriert. Das Lösemittel
wird abdestilliert und der Rückstand wird aus einer Mischung von n-Hexan und Chloroform
umkristallisiert. Man erhält 9,42 mmol (88%) Produkt 8 als farblosen Feststoff. GC-MS:
m/
z 378 (100%) (M
+).
Monobromid von Thienothiophen 9:
[0067] 5,5 mmol Tribromthienothiophen
8 werden in 25 ml heißer Essigsäure gelöst. Man gibt vorsichtig, portionsweise 28,0
mmol Zinkstaub hinzu und erhitzt 1h unter Rückfluß. Nach dem Abkühlen auf Raumtemperatur
gibt man 100 ml Wasser hinzu und extrahiert die wässrige Phase dreimal mit Diethylether.
Die vereinigten organischen Phasen werden mit ges. Natriumcarbonat-Lösung so lange
gewaschen bis die wässrige Phase neutral ist. Die organische Phase wird über Natriumcarbonat
getrocknet und filtriert. Das Lösemittel wird abdestilliert und der Rückstand wird
chromatographisch gereinigt (SiO
2, n-Hexan, R
f = 0,50). Man erhält 4,1 mmol (74%) Produkt
9 als farblosen Feststoff. GC-MS:
m/
z 220 (100%) (M
+).
Thienothiophen-Dimer 10:
[0068] 6,76 mmol Monobromthienothiophen
9 werden in 10 ml trockenem THF gelöst und auf -70°C gekühlt. Man gibt 4,13 ml einer
1,8 M LDA-Lösung hinzu und rührt 30 min bei -70°C. Die Reaktionsmischung wird auf
-30°C erwärmt und 14,88 mmol CuCl
2 werden hinzugegeben. Man rührt für 1h bei -30°C und lässt anschließend über Nacht
die Reaktionsmischung auf Raumtemperatur sich erwärmen. Es wird mit 2N HCL-Lösung
versetzt und mit Dichlormethan (DCM) extrahiert. Die organische Phase wird mit Wasser
und NaCl-Lösung gewaschen und über Natriumsulfat getrocknet. Es wird filtriert und
die Lösemittel werden abdestilliert. Der Rückstand wird im Hochvakuum bei 180°C sublimiert.
Das Sublimat wird aus Chloroform / n-Hexan umkristallisiert und man erhält 1,40 mmol
(41%) Produkt
10 als leicht gelben Feststoff. GC-MS:
m/
z 436 (100%) (M
+).
Bis-thienothiophen-pyrrol 11:
[0069] 0,69 mmol Thienothiophen-Dimer
10 werden in 5 ml Toluol gelöst. Man gibt 0,28 mmol BINAP und 1,66 mmol NaO
tBu hinzu und rührt 30 min unter Argonatmosphäre. Es werden 0,14 mmol Pd(dba)
2 und 0,79 mmol Hexylamin hinzugegeben und man erhitzt das Reaktionsgemisch für 3 Tage
bei 110°C. Das Reaktionsgemisch wird über eine kurze Kieselgelsäule filtriert (Eluent:
DCM / n-Hexan (1:1)). Die Lösemittel des Filtrates werden abdestilliert und der Rückstand
wird chromatographisch gereinigt (SiO
2, DCM / n-Hexan (1:4), R
f = 0,55). Man erhält 0,21 mmol (30%) Produkt
11 als gelben Feststoff. GC-MS:
m/
z 375 (100%) (M
+).
Dialdehyd 12:
[0070] 3,31 mmol POCl
3 und 3,41 mmol DMF werden in 6 ml 1,2-Dichlorethan (DCE) gelöst und 2h bei Raumtemperatur
gerührt. Diese Lösung gibt man zu einer Lösung von 0,41 mmol Bis-thienothiophen-pyrrol
11 in 10 ml DCE und rührt 40h bei 80°C. Man gibt die sich gebildete Suspension in 1N
NaOH-Lösung und fügt DCM und Methanol hinzu bis der Feststoff gelöst ist. Man rührt
diese Mischung 1h bei Raumtemperatur und gibt dann 20 ml ges. Natriumcarbonat-Lösung
hinzu. Es wird für weitere 1,5h bei Raumtemperatur gerührt und anschließend die Phasen
getrennt. Die Wässrige Phase wird dreimal mit DCM extrahiert und mit der organischen
Phase vereinigt. Die organische Phase wird über Natriumsulfat getrocknet und filtriert.
Die Lösemittel werden abdestilliert und der Rückstand wird chromatographisch gereinigt
(SiO
2, DCM / Aceton (80:1), R
f (DCM) = 0,64). Man erhält 0,30 mmol (74%) Produkt
12 als roten Feststoff.
1H-NMR (CDCl
3) : 9.96 ppm (s, 2H), 7.97 (s, 2H), 4.40 (dd, 2H), 1.99 (m, 2H), 1.44 (m, 2H), 1.30
(m, 4H), 0.85 (t, 3H).
Dicyanovinyl-Verbindung 13:
[0071] 0,30 mmol Dialdehyd
12 und 2,41 mmol Malodinitril werden in 40 ml DCE gelöst. Man gibt 0,03 mmol Piperidin
hinzu und erhitzt 24h unter Rückfluß. Das Lösemittel wird abdestilliert und der Rückstand
wird mit 20 ml Wasser für 2h unter Rückfluß erhitzt. Es wird filtriert und mit heißem
Methanol gewaschen. Der Rückstand wird getrocknet und mittels Soxhletextraktor aus
Chlorbenzol umkristallisiert. Man erhält 0,12 mmol (39%) Produkt
13 als schwarzen Feststoff.
1H-NMR (TCE-d2, 375 K): 8.07 ppm (s, 2H), 7.84 (s, 2H), 4.53 (dd, 2H), 2.12 (m, 2H),
1.56-1.40 (m, 6H), 0.95 (t, 3H).
Herstellung von Verbindung 2:
[0072]

Dialdehyd 15:
[0074] 4,84 mmol POCl
3 und 4,99 mmol DMF werden in 9 ml 1,2-Dichlorethan (DCE) gelöst und 2h bei Raumtemperatur
gerührt. Diese Lösung gibt man zu einer Lösung von 0,6 mmol Bisthienopyrrolo-indol
14 in 15 ml DCE und rührt 40h bei 80°C. Man gibt die sich gebildete Suspension in 1N
NaOH-Lösung und fügt DCM und Methanol hinzu bis der Feststoff gelöst ist. Man rührt
diese Mischung 1h bei Raumtemperatur und gibt dann 20 ml ges. Natriumcarbonat-Lösung
hinzu. Es wird für weitere 1,5h bei Raumtemperatur gerührt und anschließend die Phasen
getrennt. Die Wässrige Phase wird dreimal mit DCM extrahiert und mit der organischen
Phase vereinigt. Die organische Phase wird über Natriumsulfat getrocknet und filtriert.
Die Lösemittel werden abdestilliert und der Rückstand wird chromatographisch gereinigt
(SiO
2, DCM, R
f (DCM) = 0,39) . Man erhält 0,24 mmol (43%) Produkt
15 als roten Feststoff. Dicyanovinyl-Verbindung
16:
[0075] 0,24 mmol Dialdehyd
15 und 1,95 mmol Malodinitril werden in 5 ml DCE gelöst. Man gibt 0,03 mmol Piperidin
hinzu und erhitzt 24h unter Rückfluß. Das Lösemittel wird abdestilliert und der Rückstand
wird mit 20 ml Wasser für 2h unter Rückfluß erhitzt. Es wird filtriert und mit heißem
Methanol gewaschen. Der Rückstand wird getrocknet und mittels Soxhletextraktor aus
Toluol umkristallisiert. Man erhält 0,04 mmol (17%) Produkt
16 als schwarzen Feststoff. MALDI m/z, 588,4 [M].
Ausführungsbeispiel 3:
Bauelement mit Verbindung 1a
[0076] In einem weiteren Ausführungsbeispiel wird ein MIP-Bauelement auf eine Probe aus
Glas mit transparentem Deckkontakt ITO hergestellt durch zeitlich nacheinander Abscheiden
der folgenden Schichtfolge im Vakuum: 15nm C60, 20nm einer 1:1 Mischung durch Co-Verdampfen
von Verbindung 1a und C60, wobei das Substrat auf 90°C erhitzt wird, 10nm BPAPF, 45nm
p-dotiertes BPAPF und einer Gegenelektrode aus Gold.

[0077] Figur 3 zeigt die Strom-Spannungs-Kurve des MIP-Bauelements mit Verbindung 1a. Dabei
zeigt die gestrichelte Linie den Verlauf der Stromdichte gegen die Spannung ohne Licht
und die durchgezogene Linie unter Belichtung dar. Die wichtigsten Kenngrößen zur Beurteilung
des MIP-Bauelements zeigen mit dem Füllfaktor von 63,2%, dem Kurzschlussstrom von
7,2 mA/cm
2 und der Leerlaufspannung von 0,9V eine gut funktionierende Solarzelle an.
Ausführungsbeispiel 4:
Bauelement mit Verbindung 13
[0078] In einem weiteren Ausführungsbeispiel wird ein MIP-Bauelement auf eine Probe aus
Glas mit transparentem Deckkontakt ITO hergestellt durch zeitlich nacheinander Abscheiden
der folgenden Schichtfolge im Vakuum: 15nm C60, 20nm einer 1:1 Mischung durch Co-Verdampfen
von Verbindung 13 und C60, wobei das Substrat auf 90°C erhitzt wird, 5nm BPAPF, 50nm
p-dotiertes BPAPF und einer Gegenelektrode aus Gold.

[0079] Figur 4 zeigt die Strom-Spannungs-Kurve des MIP-Bauelements mit Verbindung 13. Dabei
zeigt die gestrichelte Linie den Verlauf der Stromdichte gegen die Spannung ohne Licht
und die durchgezogene Linie unter Belichtung dar. Die wichtigsten Kenngrößen zur Beurteilung
des MIP-Bauelements zeigen mit dem Füllfaktor von 51,6%, dem Kurzschlussstrom von
8,1 mA/cm
2 und der Leerlaufspannung von 0,9V eine gut funktionierende Solarzelle an.
Ausführungsbeispiel 5:
Bauelement mit Verbindung 2a
[0080] In einem weiteren Ausführungsbeispiel wird ein MIP-Bauelement auf eine Probe aus
Glas mit transparentem Deckkontakt ITO hergestellt durch zeitlich nacheinander Abscheiden
der folgenden Schichtfolge im Vakuum: 15nm C60, 20nm einer 2:1 Mischung durch Co-Verdampfen
von Verbindung 1a und C60, wobei das Substrat auf 90°C erhitzt wird, 10nm BPAPF, 45nm
p-dotiertes BPAPF und einer Gegenelektrode aus Gold.

[0081] Figur 5 zeigt die Strom-Spannungs-Kurve des MIP-Bauelements mit Verbindung 2a. Dabei
zeigt die gestrichelte Linie den Verlauf der Stromdichte gegen die Spannung ohne Licht
und die durchgezogene Linie unter Belichtung dar. Die wichtigsten Kenngrößen zur Beurteilung
des MIP-Bauelements zeigen mit dem Füllfaktor von 51,4%, dem Kurzschlussstrom von
9,3 mA/cm
2 und der Leerlaufspannung von 0,9V eine gut funktionierende Solarzelle an.
Bezugszeichenliste
[0082]
- 1 Substrat
- 2 Elektrode
- 3 Transportschichtsystem (ETL bzw. HTL)
- 4 photoaktiver Schichtstapel
- 5 Transportschichtsystem (ETL bzw. HTL)
- 6 Gegenelektrode
1. Optoelektronisches Bauelement mit einer Elektrode (2) und einer Gegenelektrode (6)
und mindestens einer organischen lichtempfindlichen Schicht (4) zwischen der Elektrode
(2) und der Gegenelektrode (6),
dadurch gekennzeichnet dass die organische lichtempfindliche Schicht (4) eine Verbindung der allgemeinen Formel
I
EWG-V
n-D-V
o-EWG (I)
enthält, worin
EWG gegenüber D elektronenziehende Eigenschaften besitzt,
V -CR1=CR2- oder -C≡C- mit R1 und R2 ausgesucht aus H, C1-C10-Alkyl, C1-C10-OAlkyl,
C1-C10-SAlkyl, worin R1 und R2 einen Ring bilden können, und n und o unabhängig voneinander
0 oder 1 sind und dadurch gekennzeichnet, dass
D ein ausgedehnter Donorblock aus mindestens fünf annelierten, aromatischen heterocyclischen
5-Ringen und/oder heterocyclischen oder homocyclichen 6-Ringen aufgebaut ist, mit
der Maßgabe, dass folgende Strukturen ausgeschlossen sind:





wobei X1 bis X5 gleich oder verschieden sind und unabhängig voneinander CR1'CR2', SiR3'R4', NR5', Sauerstoff (O) oder Selen (Se) sind, wobei R1' bis R5' gleich oder verschieden sind und unabhängig voneinander Wasserstoff, eine substituierte
oder unsubstituierte C1 bis C20 Alkylgruppe, eine substituierte oder unsubstituierte C6 bis C20 Arylgruppe, eine substituierte oder unsubstituierte C3 bis C20 Heteroarylgruppe und Kombinationen davon sind.
2. Bauelement nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der ausgedehnte Donorblock der allgemeinen Formel I aus heterocyclischen aromatischen
5-Ringen ausgesucht aus Thiophen, Selenophen, Furan oder Pyrrol aufgebaut ist.
3. Bauelement nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens einer der heterocyclischen aromatischen 5-Ringe ausgesucht aus Selenophen,
Furan oder Pyrrol ist.
4. Bauelement nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, dass der ausgedehnte Donorblock D der allgemeinen Formel I ausgesucht aus

ist, worin Y jeweils unabhängig voneinander S oder NR3 ist, mit R3 ausgesucht aus
C1-C10-Alkyl, C5-C10-Cycloakly, C6-C10-Aryl.
5. Bauelement nach einem der Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der ausgedehnte Donorblock D maximal aus sieben annelierten aromatischen heterocyclischen
5-Ringen und/oder aromatischen heterocyclischen oder homocyclischen 6-Ringen aufgebaut
ist.
6. Bauelement nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der ausgedehnten Donorblock D der allgemeinen Formel I einen oder zwei homocyclischen
aromatische 6-Ringe umfasst.
7. Bauelement nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass n und/oder o 1 ist.
9. Bauelement nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine dotierte Transportschicht vorhanden ist, die zwischen der Elektrode
oder der Gegenelektrode und mindestens einer lichtabsorbierenden Schicht angeordnet
ist.
10. Bauelement nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass es sich um eine Einzelzelle, um eine Tandemzelle oder um eine Mehrfachzelle handelt.
11. Organische Solarzelle mit einem photoaktiven Bereich, der wenigstens ein organisches
Donormaterial in Kontakt mit wenigstens einem organischen Akzeptormaterial aufweist,
wobei das Donormaterial und das Akzeptormaterial einen Donor-Akzeptor-Heteroübergang
ausbilden und wobei der photoaktive Bereich wenigstens eine Verbindung der Formel
I, wie in Ansprüchen 1 bis 8 definiert, enthält.
1. Composant optoélectronique comportant une électrode (2) et une contre-électrode (6)
et au moins une couche photosensible organique (4) entre l'électrode (2) et la contre-électrode
(6),
caractérisé en ce que la couche photosensible organique (4) contient un composé de formule générale I
EWG-V
n-D-V
o-EWG (I)
dans laquelle EWG présente des propriétés électroattractrices vis-à-vis de D, V représente
-CR1=CR2- ou -C≡C-, R1 et R2 étant choisis parmi H, un alkyle en C1-C10, un OAlkyle
en C1-C10, un SAlkyle en C1-C10, R1 et R2 pouvant former un cycle, et n et o représentent
indépendamment l'un de l'autre 0 ou 1,
caractérisé en ce que D est un bloc donneur élargi constitué d'au moins cinq cycles à 5 chaînons hétérocycliques
aromatiques et/ou cycles à 6 chaînons hétérocycliques ou homocycliques condensés,
à la condition d'exclure les structures suivantes:

dans lesquels X
1 à X
5 sont identiques ou différents et représentent chacun indépendamment des autres CR
1'CR
2', SiR
3'R
4', NR
5', un oxygène (O) ou un sélénium (Se), R
1' à R
5' étant identiques ou différents et représentant indépendamment les uns des autres
un hydrogène, un groupe alkyle en C
1 à C
20 substitué ou non substitué, un groupe aryle en C
6 à C
20 substitué ou non substitué, un groupe hétéroaryle en C
3 à C
20 substitué ou non substitué, et les combinaisons de ceux-ci.
2. Composant selon la revendication 1, caractérisé en ce que le bloc donneur élargi de formule générale I est constitué de cycles à 5 chaînons
aromatiques hétérocycliques choisi parmi le thiophène, le sélénophène, le furanne
ou le pyrrole.
3. Composant selon la revendication 2, caractérisé en ce qu'au moins l'un des cycles à 5 chaînons aromatiques hétérocycliques est choisi parmi
un sélénophène, un furanne ou un pyrrole.
4. Composant selon l'une des revendications 1 à 3,
caractérisé en ce que le bloc donneur élargi D de formule générale I est choisi parmi

dans laquelle chaque Y représente indépendamment des autres S ou NR3, R3 étant choisi
parmi un alkyle en C1-C10, un cycloalkyle en C5-C10, un aryle en C6-C10.
5. Composant selon l'une des revendication 1 à 4, caractérisé en ce que le bloc donneur élargi D est constitué au maximum de sept cycles à 5 chaînons hétérocycliques
aromatiques et/ou de six cycles à 6 chaînons hétérocycliques ou homocycliques aromatiques,
condensés.
6. Composant selon la revendication 1, caractérisé en ce que le bloc donneur élargi D de formule générale I comprend un ou deux cycles à 6 chaînons
aromatiques homocycliques.
7. Composant selon l'une des revendications 1 à 6, caractérisé en ce que n et/ou o représentent 1.
9. Composant selon l'une des revendications 1 à 8, caractérisé en ce qu'est présente au moins une couche de transport dopée, qui est disposée entre l'électrode
ou la contre-électrode et au moins une couche photoabsorbante.
10. Composant selon l'une des revendications 1 à 9, caractérisé en ce qu'il s'agit d'une monocellule, une cellule tandem ou d'une multicellule.
11. Cellule solaire organique comportant une zone photoactive, qui présente au moins un
matériau donneur organique en contact avec au moins un matériau accepteur organique,
le matériau donneur et le matériau accepteur formant une hétérotransition donneur-accepteur,
et la zone photoactive contenant au moins un composé de formule I tel que défini dans
les revendications 1 à 8.