[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Auf- oder Abwickeln eines Bandmaterials
zu einem Coil. Die Vorrichtung umfasst einen Haspeldorn mit einem Wellenelement und
mit an dem Wellenelement angeordneten radial verlagerbaren Segmenten. Die Segmente
sind durch einen Betätigungsantrieb und Betätigungselemente derart ansteuerbar, dass
sie gegenüber dem Wellenelement entweder nach radial weiter außen oder nach radial
weiter innen verlagerbar sind. Weiterhin weist die Vorrichtung einen Drehantrieb zum
Drehantreiben des Haspeldorns auf, wobei der Betätigungsantrieb und der Drehantrieb
an gegenüberliegenden Stirnseiten des Haspeldorns angeordnet sind.
[0002] Gattungsgemäße Haspeldorne und Vorrichtungen sind aus dem Stand der Technik bekannt.
In der Regel bestehen herkömmliche Haspeldorne aus einer angetriebenen Haspelwelle,
welche im Bereich einer Haspelfläche des Haspeldorns eine Segmentverzahnung aufweist,
mittels welcher von der Haspelwelle getragene Spreizsegmente in radialer Richtung
verlagert werden können. Ein diesbezüglicher Spreizmechanismus liegt hierbei an der
Drehantriebsseite des Haspeldorns und zwar meist in Form eines Spreizzylinders. Bei
entsprechender Aktivierung dieses Spreizzylinders wechselwirkt dieser über eine durchgängige
Spreizwelle, welche in einem Hohlraum der Haspelwelle verläuft, auf die an der Haspelfläche
liegenden Spreizsegmente, wodurch entweder ein radiales Expandieren der Haspelfläche
oder ein radiales Kollabieren der Haspelfläche bewirkt wird. Hierbei wird noch zwischen
verschiedenen Funktionsweisen unterschieden, nämlich beispielsweise ein Expandieren
auf Ziehen oder auf Schieben der Spreizwelle in axialer Richtung des Haspeldorns oder
ein Kollabieren, oder vice versa. Eine Übertragung einer Antriebsleistung und damit
einer Rotation auf die Haspelwelle erfolgt auf einer Drehantriebsseite des Haspeldorns
zwischen einer Antriebseinheit und der Haspelwelle. Die Antriebseinheit ist meist
eine konstruktiv komplexe Kombination aus einem Übersetzungsgetriebe, Kupplungen und
Motoren. Auf der nicht angetriebenen Seite des Haspeldorns wird diese nicht angetriebene
Seite bzw. die Haspelwelle an einem geeigneten Stützlager oder dergleichen abgestützt,
um von hohen Haspelzügen und/oder von Coilgewichten hervorgerufene hohe Momente und
Lasten zu kompensieren. Hierbei ist der Spreizzylinder des Spreizmechanismus und die
Antriebseinheit des drehangetriebenen Haspeldorns in einem Getriebekasten integriert,
so dass ein Abdienen eines fertig gewickelten Coils durch Abziehen an der Bedienseite,
welche der Antriebsseite gegenüber liegt, erfolgt. Darüber hinaus gilt es insbesondere
bei einem Abwickelhaspel ähnlicher Bauart zusätzlich die in Anlagen übliche Coilmittenzentrierung
und eine Coilmittenregelung konstruktiv zu berücksichtigen. Hierbei wird üblicherweise
das ganze Getriebe mit Haspeldorn und darauf aufgewickeltem Coil verschoben, um Windungsversätze
im Coil auszugleichen. Bei einer derart schweren Konstruktion müssen folglich auch
etwaige Bauteile oder Bauteilgruppen diesbezüglicher Funktionen stärker ausgeführt
werden. Der Haspeldorn ist hinsichtlich einer Belastungsrechnung als ein Freikragträger
zu beachten, das heißt, dass die Belastungsmomente zur Gänze auf das Getriebe als
Lagerstelle wirken. Hierdurch steigt die Momentenbelastung aus dem Eigengewicht des
Haspeldorns bis zu seiner Lagerung im Getriebe kontinuierlich an. Im Wickelbetrieb
muss für die Auslegung des Haspeldorns und der Lager im Getriebe zusätzlich die Last
des Coilgewichts und des Haspelzugs berücksichtigt werden. Durch diese Summenlasten
werden zwangsläufig die Grenzen und Nachteile der Konstruktion nach dem Stand der
Technik deutlich, nämlich die Lagerung des Haspeldorns im Getriebe muss sehr groß
ausgelegt werden, der diesbezügliche Haspelkasten und die diesbezügliche Getriebe
werden sehr groß. Zumal müssen teure und aufwändige Drehölzuführungen bereitgestellt
werden.
[0003] Bei vielen der bekannten Lösungen mit durchgehenden Haspeldornen befindet sich der
jeweilige Spreizmechanismus am antriebsseitigen Ende des Haspeldorns und wirkt indirekt
durch die Spreizwelle auf die Spreizsegmente. Die Notwendigkeit einer Spreizwelle
führt jedoch immer zu einer Schwächung des Querschnitts der Haspelwelle, welche die
Last des Coilgewichts und der Haspelzüge aufnehmen muss. Damit wird nachteilig die
technologische Auslegung des Haspeldorns und folglich auch der gesamten Anlage signifikant
limitiert.
[0004] Um diesbezügliche Nachteile zu umgehen, existiert ein weiteres Anlagenkonzept mit
einer Vorrichtung zum Wickeln eines Bandmaterials zu einem Coil, welches einen Doppelspreizkopfhaspel
umfasst. Hierbei kann ein Coilhandling in Linie mit der Bandführung erfolgen. Diesen
logistischen und anlagentechnischen Vorteil erhält man jedoch nur auf Kosten einiger
technischer und baulicher Nachteile. Beispielsweise müssen zur Erfüllung der vollständigen
Funktion der Vorrichtung alle Anlagenteile auf beiden Seiten des Doppelspreizkopfhaspels
doppelt angeordnet sein. Im Falle kleinster technischer Unstetigkeiten der beiden
Antriebe kommt es im Kern des Coils häufig zu Verwerfungen, was wiederum häufig zu
einem fehlerhaften Haspeln führt. Dieser technische Nachteil bedeutet, dass es in
der Regel erforderlich ist, das Band auf Hülsen aufzuwickeln oder die Banddicke auf
dickeres Band zu beschränken, um hierdurch die Knickempfindlichkeit zu begrenzen.
Die hierbei vorgesehene Haspeldornkonstruktion entspricht im Wesentlichen der eines
durchgehenden Haspeldorns mit den oben beschriebenen Funktionen und Nachteilen. Damit
wird die Flexibilität und Auslegung der Anlage kleiner, gleichzeitig steigen die Kosten
für die Ausrüstung. Hilfseinrichtungen wie beispielsweise ein Hülsenhandlingsystem
sind hierbei absolut erforderlich. Auch die hinter dem Anlagenkonzept bezüglich des
Doppelspreizkopfhaspels stehende Idee nur eine Seite des Doppelspreizkopfhaspels anzutreiben,
kann nur bei kleineren Haspelzügen, wie sie beispielsweise beim Folienwalzen vorkommen,
sinnvoll verwirklicht werden. Bereits beim Feinbandwalzen sind die Haspelzüge so hoch,
dass ein beidseitiger Antrieb erforderlich ist.
[0005] Gattungsgemäße durchgehende Haspeldorne sind beispielsweise aus nachstehenden Druckschriften
bekannt.
[0006] Aus der
EP 1 157 757 A1 ist ein aufspreizbarer Haspeldorn bekannt, bei welchem ein Spreizmechanismus zum
Aufspreizen des Haspeldorns an der Haspeldornantriebsseite des Haspeldorns angeordnet
ist, wobei eine Spreizwelle ausgehend von einem Spreizantrieb des Spreizmechanismus
durch eine Hohlwelle geführt ist, um außen an der Hohlwelle gelagerte Spreizelemente
entsprechend radial nach weiter außen oder radial nach weiter innen verlagern zu können.
Insbesondere der Spreizantrieb befindet sich an der Haspeldornantriebsseite. Hierdurch
ergeben sich die vorstehend genannten Nachteile.
[0007] Des Weiteren ist in der
DE 698 00 408 T2 ein aufspreizbarer Haspeldorn zum Aufwickeln von bandförmigen Gut gezeigt, bei welchem
insbesondere ein Spreizantrieb, nämlich ein Zylinder, eines Spreizmechanismus ebenfalls
auf der Haspeldornantriebsseite platziert ist, so dass auch bei diesem Haspeldorn
die vorstehend erläuterten Nachteile zum Tragen kommen.
[0008] Ebenso verhält es sich hinsichtlich des in der
DE 27 23 964 A1 offenbarten Haspeldorns, bei welchem ein Spreizantrieb eines Spreizmechanismus an
dem antriebsseitigen Ende des Haspeldorns durch flexible Schlauchleitungen an zwei
Sacklochbohrungen angeschlossen ist, um die Spreizelemente des Haspeldorns hydraulisch
radial weiter nach außen oder radial weiter nach innen verlagern zu können. Der dort
beschriebene Haspeldorn baut jedoch recht aufwändig. Zudem ergeben sich auch dort
die vorstehend genannten Nachteile.
[0009] Ferner ist in der
JP 1 138 019 A (Abstract) ein Haspeldorn beschrieben, dessen Spreizmechanismus zum Spreizen von
Spreizsegmenten ebenfalls an der Haspeldornantriebsseite sitzt. Somit ergeben sich
auch dort die vorstehend genannten Nachteile.
[0010] Gleiches trifft auf den in der
JP 56-136 744 A (Abstract) gezeigten Haspeldorn zu, da auch dort ein Spreizantrieb eines Spreizmechanismus
zum Aufspreizen des Haspeldorns an der Haspeldornantriebsseite angeordnet ist.
[0011] Auch ist aus der
DE 698 00 408 T2 ein Haspeldorn zum Aufwickeln von Banderzeugnissen mit einem spreizbaren bzw. einschnürbaren
Dornteil bekannt, bei welchem ein Drehantrieb des Haspeldorns und ein Betätigungsantrieb
des spreizbaren bzw. einschnürbaren Dornteils ebenfalls an demselben Haspeldornende
vorgesehen sind.
[0012] Darüber hinaus ist aus der
EP 0 140 872 A1, auf der der Oberbegriff des Anspruchs 1 basiert, ein Haspel zum Aufwickeln von Blechbändern
bekannt, welcher aus einer antreibbaren Haspelwelle und aus einer mit der Haspelwelle
verbundenen hohlen Wickeltrommel besteht, wobei die Wickeltrommel eine mittels eines
Stellantriebs betätigbare Spreizeinrichtung mit radial verstellbaren, durch Durchtrittsöffnungen
der Wickeltrommel ragende Druckstücke umschließt. Alternativ ist dabei der Stellantrieb
an einem dem Drehantrieb des Haspels gegenüberliegenden Haspelende angeordnet. Jedoch
gestaltet sich der konstruktive Aufbau des Haspels sowie insbesondere auch ein Abdienen
eines auf der Wickeltrommel gewickelten Wickels als relativ kompliziert.
[0013] Aus der
DE 88 06 889 U1 ist noch eine Haspelvorrichtung für metallisches Flachbandmaterial bekannt, welche
eine Wickeltrommel mit spreizbaren Spannsegmenten umfasst. Die Haspelvorrichtung umfasst
weiter ein Antriebsaggregat mit einer Antriebswelle, welche mit der Wickeltrommel
kuppelbar ist, so dass ein Auswechseln der Wickeltrommel vereinfacht werden kann.
[0014] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine gattungsgemäße Vorrichtung konstruktiv
dahingehend weiterzuentwickeln, dass die vorstehend genannten Nachteile des Standes
der Technik zumindest teilweise überkommen werden und dass insbesondere die Konstruktion
vereinfacht wird.
[0015] Dies wird ausgehend von einer gattungsgemäßen Vorrichtung dadurch erreicht, dass
die Vorrichtung eine Verfahreinrichtung zum axialen Verfahren des Betätigungsantriebs
zusammen mit dem Haspeldorn umfasst.
[0016] Dadurch, dass die Vorrichtung eine Verfahreinrichtung zum axialen Verfahren des Betätigungsantriebs
zusammen mit dem Haspeldorn umfasst, ist der Haspeldorn von dem typischerweise ortsfesten
Drehantrieb entkoppelt. Das so ermöglichte axiale Verfahren des Betätigungsantriebs
zusammen mit dem Haspeldorn ermöglicht vorteilhafterweise völlig neue Konzepte für
Haspeleinrichtungen, beispielsweise Rotorhaspeln.
[0017] Die Begrifflichkeit "Wickeln" beschreibt sowohl ein Aufwickeln des Bandmaterials
zu einem Coil auf dem vorliegenden Haspeldorn als auch ein Abwickeln des Coils von
einem solchen Haspeldorn.
[0018] Insofern kann der erfindungsgemäße Haspeldorn nicht nur zum Aufwickeln des Bandmaterials
zu einem Coil an einer Auslaufseite etwa einer Walzanlage oder dergleichen, sondern
auch zum Abwickeln eines Bands von einem Coil an einer Einlaufseite einer Walzanlage
oder dergleichen platziert sein. Insofern kann der vorliegende Haspeldorn an unterschiedlichsten
Orten von Fertigungsanlagen und zu unterschiedlichsten Zwecken eingesetzt und verwendet
werden.
[0019] Der Begriff "Betätigungsantrieb" beschreibt im Sinne der Erfindung eine Einrichtung,
mittels welcher die vorliegenden Segmente - unter Zwischenschaltung der Betätigungselemente
- bewegt werden können. Beispielsweise umfasst der Betätigungsantrieb eine Hydraulikzylindereinheit
und/oder einen Elektromotor.
[0020] Der Begriff "Betätigungselemente" beschreibt im Sinne der Erfindung Bauteile als
Bindeglieder zwischen dem Betätigungsantrieb und den radial verlagerbaren Segmenten,
auch (Außen-) Flächenelemente genannt.
[0021] Es versteht sich, dass die radial verlagerbaren Segmente vielfältig ausgestaltet
sein können. Bevorzugt sind sie als längliche Spreizelemente ausgestaltet, welche
sich mit ihrer Längserstreckung bevorzugt axial in Richtung der Längsachse des Haspeldorns
erstrecken.
[0022] Der Begriff "Bandmaterial" beschreibt im Sinne der Erfindung jegliche bandartigen
Flachprodukte, welche im Laufe ihres Herstellungsprozesses zu einem Coil, einem Bund
oder dergleichen aufgewickelt werden. Bei diesen bandartigen Flachprodukten kann es
sich bevorzugt um Walzbänder aus Stahl oder NE-Metallen handeln.
[0023] Im Vergleich zu Vorrichtungen aus dem Stand der Technik, bei denen der Betätigungsantrieb
für die Segmente und der Drehantrieb für das Wellenelement in der Regel auf derselben
Seite des Haspeldorns angeordnet sind und hierbei ein Betätigungsmechanismus für die
Segmente durch den Drehantrieb bzw. das zugeordnete Getriebe hindurch geführt sein
muss, kann zum einen durch die beanspruchte vollständige räumliche Entkopplung von
Drehantrieb und Betätigungsantrieb für die Segmente die Konstruktion der beiden Antriebe
sehr viel einfacher ausgelegt werden. Zum anderen kann durch die in geeigneter Weise
konstruierte Verfahreinrichtung die Konstruktion des Haspeldorns signifikant verändert
und vereinfacht werden. Das spart einerseits Kosten und der Wartungsaufwand ist andererseits
geringer.
[0024] Gemäß einem ersten Ausführungsbeispiel der Erfindung ist vorgesehen, dass die Vorrichtung
neben einem antriebsseitigen Stützlager auch ein betätigungsantriebsseitiges Stützlager
für den Haspeldorn aufweist. Dies hat den Vorteil, dass jedes der beiden Stützlager
- bei einer vorgegebenen bzw. geplanten Gesamtbelastung - jeweils nur für ca. die
halbe Gesamtbelastung ausgelegt sein muss. Auch muss der Haspeldorn selber nicht mehr
als Freikragträger, sondern für eine symmetrische zweiseitige Lagerung als Biegeträger
ausgelegt werden. Dies vereinfacht die Konstruktion und reduziert die Kosten. Alternativ
kann bei Beibehaltung der traditionell stabileren Konstruktion des Haspeldorns die
zulässige Belastung für Haspelzüge und Coilgewichte aufgrund der zweiseitigen symmetrischen
Lastverteilung erheblich größer sein.
[0025] Das Vorsehen einer Kupplungseinrichtung zum lösbaren Ankuppeln des Wellenelementes
des Haspeldorns an den Drehantrieb vereinfacht die Montage und die Wartung der Vorrichtung
und ermöglicht außerdem eine räumliche Trennung des Direktantriebs einerseits von
dem Haspeldorn mit dem Betätigungsantrieb andererseits. Vorteilhafterweise wird die
Kupplungseinrichtung in das drehantriebsseitige Stützlager integriert bzw. als ein
solches ausgebildet.
[0026] Der Haspeldorn kann für einen Schnellwechsel über die Kupplungseinrichtung drehfest,
aber lösbar mit dem Drehantrieb wirkverbunden sein. Dazu ist es sinnvoll, wenn das
Wellenelement an seiner drehantriebsseitigen Stirnseite ein Drehantriebszapfenteil
aufweist, mittels welchem der Haspeldorn bzw. das Wellenelement fest, aber lösbar
an einem Abtriebselement des Dornantriebs ankuppelbar ist.
[0027] Es versteht sich, dass das Drehantriebszapfenteil unterschiedlichster Gestalt sein
kann, um eine schnell lösbare Kupplungsverbindung zwischen dem hier beschriebenen
Haspeldorn und dem Abtriebselement des Drehantriebs bereitstellen zu können. Baulich
einfach, aber dennoch effektiv, kann das Drehantriebselement z. B. in Form eines Flachzapfens
oder eines Vielkeilzapfens ausgebildet sein.
[0028] Die beanspruchte räumliche Entkopplung von Drehantrieb und Betätigungsantrieb für
die Segmente ermöglicht es, dass der Betätigungsantrieb axial neben, vorzugsweise
unmittelbar neben den radial verlagerbaren Segmenten angeordnet ist zum direkten Ansteuern
der Segmente über die Betätigungselemente. Diese große, vorzugsweise unmittelbare,
räumliche Nähe des Betätigungsantriebs zu den Segmenten, die allenfalls durch die
zwischengeschalteten Betätigungselemente unterbrochen sein kann, ermöglicht vorteilhafterweise
nicht nur eine besonders einfache, sondern auch eine besonders effektive Ansteuerung
der Segmente. Die effektive bzw. unmittelbare Ansteuerung der Segmente wird insbesondere
bedingt durch den nur sehr kurzen Übertragungsweg von Kräften bzw. Drehmomenten von
dem Betätigungsantrieb an die Segmente.
[0029] Wenn der Betätigungsantrieb zur Gänze axial neben den radial verlagerbaren Segmenten
angeordnet ist, bietet das den Vorteil, dass der Durchmesser des Haspeldorns unabhängig
von der Konstruktion des Betätigungsmechanismus für die Segmente gewählt werden kann.
[0030] Wenn die Betätigungselemente für die Segmente außerhalb des Wellenelementes angeordnet
sind, muss das Wellenelement nicht mehr zwingend als Hohlwelle ausgeführt sein, um
die Betätigungselemente zumindest teilweise aufzunehmen. Alternativ kann das Wellenelement
deshalb auch in Form eines Vollmaterialkörpers ausgebildet sein. Dies hätte den Vorteil,
dass bei gleichem Haspeldorndurchmesser größere Haspelzüge, Coilgewichte und/oder
Bandbreiten beherrscht werden können.
[0031] Vorteilhafterweise kann der Betätigungsantrieb für die Segmente in Form einer Hydraulikzylindereinheit
und/oder eines Elektromotors ausgebildet sein.
[0032] Der Beschreibung ist eine einzige Figur 1 beigefügt, welche die erfindungsgemäße
Vorrichtung anschaulich zeigt.
[0033] Der Gegenstand der Erfindung wird nachfolgend in Form von Ausführungsbeispielen unter
Bezugnahme auf die Figur 1 beschrieben.
[0034] Figur 1 zeigt die erfindungsgemäße Vorrichtung zum Wickeln eines Bandmaterials zu
einem Coil. Die Vorrichtung umfasst zu diesem Zweck einen Haspeldorn 1 mit einem Wellenelement
2 und mit an dem Wellenelement angeordneten radial verlagerbaren Segmenten 16. Bei
einer Drehbewegung des Haspeldorns kann das Bandmaterial auf den Segmenten 16 zu dem
Coil aufgewickelt werden; oder es kann das Bandmaterial von dem Coil abgewickelt werden.
[0035] Weiterhin umfasst die Vorrichtung einen Betätigungsantrieb 26 zum Verlagern der Segmente
16 gegenüber dem Wellenelement 2 mit Hilfe von Betätigungselementen 29. Das Verlagern
der Segmente kann entweder in einem Spreizen der Segmente bestehen, d. h. einer radialen
Verlagerung der Segmente nach weiter außen gegenüber dem Wellenelement oder in einem
Kollabieren, d. h. in einem Bewegen der Segmente 16 nach radial weiter innen gegenüber
dem Wellenelement 2. Schließlich weist die Vorrichtung einen Drehantrieb 5 auf zum
Drehantreiben des Haspeldorns 1. Wie in der Figur 1 zu erkennen ist, sind der Betätigungsantrieb
26 und der Drehantrieb 5 an gegenüberliegenden Stirnseiten des Haspeldorns 1 angeordnet.
[0036] Figur 1 zeigt weiterhin, dass der Haspeldorn bzw. insbesondere dessen Wellenelement
2 an seinen beiden Enden jeweils abgestützt ist. Zu diesem Zweck sind ein betätigungsantriebsseitiges
Stützlager 52 und ein drehantriebsseitiges Stützlager 54 vorgesehen. Bei einer vorgegebenen
Gesamtbelastung brauchen die beiden Stützlager vorteilhafterweise jeweils nur für
ca. die halbe Gesamtbelastung ausgelegt zu sein. Auch kann der Haspeldorn bzw. das
Wellenelement schwächer ausgelegt sein, als wenn er für die gleiche vorgegebene Gesamtbelastung
als Freikragträger ausgelegt werden müsste.
[0037] Der Drehantrieb 5 ist typischerweise zusammen mit einem Getriebe ortsfest auf einem
Fundament verankert. Das drehantriebsseitige Stützlager 54 ist vorzugsweise in Form
einer Kupplungseinrichtung ausgebildet zum lösbaren An-/ Abkuppeln des Wellenelementes
2 an den/ von dem Drehantrieb 5. Zum Übertragen des Drehmomentes von dem Drehantrieb
5 auf das Wellenelement 2 ist dessen drehantriebsseitiger Wellenzapfen, d. h. der
Drehantriebszapfenteil 8 beispielsweise als Flachzapfen oder als Vielkeilzapfen mit
rechteckigem oder vieleckigem oder polygonem Querschnitt ausgestaltet.
[0038] Wie in Figur 1 zu erkennen, ist der Betätigungsantrieb 26 axial neben, vorzugsweise
unmittelbar neben den radial verlagerbaren Segmenten angeordnet. Dies hat den Vorteil,
dass die Segmente sehr direkt zum radialen Verlagern angesteuert werden können.
[0039] Weiterhin ist in Figur 1 eine Verfahreinrichtung 60 zu erkennen zum Verfahren des
Haspeldorns 1 zusammen mit dem Betätigungsantrieb 26 und den Betätigungselementen
29, insbesondere in axialer Richtung, d. h. in Richtung des in Figur 1 gezeigten Doppelpfeiles.
Bezugszeichenliste
[0040]
- 1
- Haspeldorn
- 2
- Wellenelement
- 5
- Drehantrieb
- 8
- Drehantriebszapfenteil
- 16
- Segment
- 26
- Betätigungsantrieb
- 29
- Betätigungselemente
- 52
- Betätigungsantriebsseitiges Stützlager
- 54
- Drehantriebsseitiges Stützlager
- 60
- Verfahreinrichtung
1. Vorrichtung zum Wickeln eines Bandmaterials zu einem Coil aufweisend einen Haspeldorn
(1) mit einem Wellenelement (2) und mit an dem Wellenelement (2) angeordneten radial
verlagerbaren Segmenten (16) zum Wickeln des Bandmaterials auf die Segmente;
einen Betätigungsantrieb (26) zum Verlagern der Segmente (16) gegenüber dem Wellenelement
(2) mit Hilfe von Betätigungselementen (29) entweder nach radial weiter außen oder
nach radial weiter innen; und
einen Drehantrieb (5) zum Drehantreiben des Haspeldorns, wobei der Betätigungsantrieb
(26) und der Drehantrieb (5) an gegenüberliegenden Stirnseiten des Haspeldorns (1)
angeordnet sind,
dadurch gekennzeichnet, dass
eine Verfahreinrichtung (60) vorgesehen ist zum axialen Verfahren des Betätigungsantriebs
(26) zusammen mit dem Haspeldorn (1).
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass ein betätigungsantriebsseitiges und ein drehantriebsseitiges Stützlager (52, 54)
vorgesehen sind zum Abstützen und Drehlagern des Wellenelementes (2) an seinen beiden
Seiten.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Haspeldorn (1) selber bezüglich seiner Stabilität für eine zweiseitige Stützlagerung
ausgelegt ist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass das drehantriebsseitige Stützlager (54) in Form einer Kupplungseinrichtung ausgebildet
ist zum lösbaren Ankuppeln oder Abkuppeln des Wellenelementes (2) an den/von dem Drehantrieb
(5).
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Wellenelement (2) an der Seite des Drehantriebs (5) ein Drehantriebszapfenteil
(8) aufweist, mittels welchem das Wellenelement fest, aber lösbar an ein Abtriebselement
des Drehantriebs (5) kuppelbar ist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Drehantriebszapfenteil (8) als Flachzapfen oder als Vielkeilzapfen ausgestaltet
ist.
7. Vorrichtung nach einem der vorrangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Betätigungsantrieb (26) axial neben den radial verlagerbaren Segmenten (16) angeordnet
ist zum direkten Ansteuern der Segmente (16) über die Betätigungselemente (29).
8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Betätigungsantrieb (26) axial unmittelbar, nur unter eventueller Zwischenschaltung
der Betätigungselemente (29), neben den radial verlagerbaren Segmenten (16) angeordnet
ist.
1. Device for winding a strip material to form a coil, comprising a coiler mandrel (1)
with a shaft element (2) and with segments (16), which are arranged at the shaft element
(2) to be radially displaceable, for winding the strip material on the segments;
an actuating drive (26) for displacing the segments (16) relative to the shaft element
(2) with the help of actuating elements (29) either radially further outwardly or
radially further inwardly; and
a rotary drive (5) for rotational driving of the coiler mandrel, wherein the actuating
drive (26) and the rotary drive (5) are arranged at opposite ends of the coiler mandrel
(1), characterised in that
a movement device (60) for axial movement of the actuating drive (26) together with
the coiler mandrel (1) is provided.
2. Device according to claim 1, characterised in that a support bearing (52) at the side of the actuating drive and a support bearing (54)
at the side of the rotary drive are provided for supporting and rotational mounting
of the shaft element (2) at its two ends.
3. Device according to claim 2, characterised in that the coiler mandrel (1) is, with respect to its stability, itself designed for a double-ended
support mounting.
4. Device according to claim 2 or 3, characterised in that the support bearing (54) at the rotary drive side is constructed in the form of a
coupling device for releasable coupling or uncoupling of the shaft element (2) to
or from the rotary drive (5).
5. Device according to claim 4, characterised in that the shaft element (2) has at the side of the rotary drive (5) a rotary drive pin
member (8) by means of which the shaft element can be coupled firmly, but detachably,
to a drive output element of the rotary drive (5).
6. Device according to claim 5, characterised in that the rotary drive pin member (8) has the configuration of a flat pin or a splined
pin.
7. Device according to any one of the preceding claims, characterised in that the actuating drive (26) is arranged axially adjacent to the radially displaceable
segments (16) for direct activation of the segments (16) by way of the actuating elements
(29).
8. Device according to claim 7, characterised in that the actuating drive (26) is arranged axially directly, with only possible interposition
of the actuating elements (29), adjacent to the radially displaceable segments (16).
1. Dispositif destiné à l'enroulement d'une matière en bande afin d'obtenir une bobine,
présentant un mandrin de bobineuse (1) comprenant un élément (2) faisant office d'arbre
et comprenant des segments (16) disposés contre l'élément (2) faisant office d'arbre,
qui sont aptes à se déplacer en direction radiale, pour l'enroulement de la matière
en bande sur les segments ;
une commande d'exploitation (26) destinée au déplacement des segments (16) par rapport
à l'élément (2) faisant office d'arbre à l'aide d'éléments d'exploitation (29), soit
plus vers l'extérieur en direction radiale, soit plus vers l'intérieur en direction
radiale ; et
une commande de mise en rotation (5) pour l'entraînement en rotation du mandrin de
bobineuse ; dans lequel la commande d'exploitation (26) et la commande de mise en
rotation (5) sont disposées sur des côtés avant opposés du mandrin de bobineuse (1)
;
caractérisé en ce qu'on prévoit un mécanisme de déplacement (60) pour le déplacement axial de la commande
d'exploitation (26) de manière conjointe avec le mandrin de bobineuse (1).
2. Dispositif selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'on prévoit un palier d'appui (52) du côté de la commande d'exploitation et un palier
d'appui (54) du côté de la commande de mise en rotation, destinés à l'appui et au
support de l'élément faisant office d'arbre (2) à ses deux côtés.
3. Dispositif selon la revendication 2, caractérisé en ce que le mandrin de bobineuse (1) est conçu de lui-même, en ce qui concerne sa stabilité,
pour un palier d'appui bilatéral.
4. Dispositif selon la revendication 2 ou 3, caractérisé en ce que le palier d'appui (54) du côté de la commande de mise en rotation est réalisé sous
la forme d'un mécanisme d'accouplement pour l'accouplement amovible ou pour le désaccouplement
de l'élément (2) faisant office d'arbre à/à l'écart de la commande de mise en rotation
(5).
5. Dispositif selon la revendication 4, caractérisé en ce que l'élément (2) faisant office d'arbre présente, du côté de la commande de mise en
rotation (5), un élément faisant office de tourillon (8) pour la commande de mise
en rotation, au moyen duquel l'élément faisant office d'arbre peut être accouplé solidement,
mais de manière amovible à un élément faisant office de sortie de la commande de mise
en rotation (5).
6. Dispositif selon la revendication 5, caractérisé en ce que l'élément faisant office de tourillon (8) pour la commande de mise en rotation est
réalisé sous la forme d'un tourillon plat ou d'un tourillon à plusieurs cannelures.
7. Dispositif selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que la commande d'exploitation (26) est disposée en direction axiale à côté des segments
(16) aptes à se déplacer en direction radiale pour l'entraînement direct des segments
(16) via les éléments d'exploitation (29).
8. Dispositif selon la revendication 7, caractérisé en ce que la commande d'exploitation (26) est disposée en direction axiale directement, avec
seulement une intercalation éventuelle des éléments d'exploitation (29), à côté des
segments (16) aptes à se déplacer en direction radiale.