[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Gießform zum Gießen eines Kolbens einer Brennkraftmaschine.
Die Erfindung betrifft außerdem einen in einer solchen Gießform gegossenen Kolben.
[0002] Aus der
US 5,857,440 A ist eine Gießform zum Gießen eines Kolbens einer Brennkraftmaschine bekannt.
[0004] Beim Gießen von Kolben von Brennkraftmaschinen ist stets auf eine genügende Luftabfuhr
während des Gießvorgangs zu achten, um insbesondere unerwünschte Lunker zu vermeiden.
In der Technik hat sich hierbei eine als Waffelmuster bezeichnete Oberflächentextur
als günstig erwiesen, mittels welcher nicht nur die Fließfähigkeit des Gussmaterials,
sondern auch die Luftabführung verbessert werden können. Nachteilig bei dem bekannten
Waffelmuster ist jedoch, dass es in Zugrichtung der Gießform eingebracht werden muss,
da eine Entformung des gegossenen Kolbens, die außerhalb der Waffelmusterausformschrägen
liegt, einen Hinterschnitt erzeugt und dadurch zu einer Beschädigung des gegossenen
Kolbens führen kann. Gleichwohl sind solche Oberflächentexturen durchaus erwünscht,
und zwar nicht nur zur verbesserten Luftabführung, sondern auch zur Herkunftskennzeichnung
des mit dieser Gießform hergestellten Kolbens.
[0005] Die vorliegende Erfindung beschäftigt sich daher mit dem Problem, eine Gießform anzugeben,
die insbesondere eine deutlich erhöhte Flexibilität hinsichtlich einer Entformungsrichtung
aufweist.
[0006] Dieses Problem wird erfindungsgemäß durch die Gegenstände der unabhängigen Ansprüche
gelöst. Vorteilhafte Ausführungsformen sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche.
[0007] Die vorliegende Erfindung beruht auf dem allgemeinen Gedanken, bei einer an sich
bekannten Gießform zum Gießen eines Kolbens einer Brennkraftmaschine Die vorliegende
Erfindung beruht auf dem allgemeinen Gedanken, bei einer an sich bekannten Gießform
zum Gießens eines Kolbens einer Brennkraftmaschine nunmehr im Bereich einer späteren
Innenoberfläche eines Kolbenhemds eine durch Nuten gebildete Oberflächentextur vorzusehen,
die ein Entformen des Gussrohlings bis annähernd 90° zur Oberflächentextur, das heißt
parallel zur Oberflächentextur zulässt. Hierzu weisen die die Oberflächentextur bildenden
Nuten erfindungsgemäß eine Tiefe von 0,2 mm < t < 0,5 mm, eine Breite von 0,02 mm
< b < 0,05 mm sowie Nutenwände auf, die um 0° < α < 10° nach außen geneigt sind. Der
Querschnitt einer derartigen Nut ist somit trapezförmig. Die erfindungsgemäßen Nuten
sind kleiner und zudem steiler als bisherige eine Oberflächentextur ausbildende Nuten
und führen dazu, dass die Gießform während des Gießvorgangs optimal entlüftet werden
kann, das Gießmetall jedoch nicht in die Nuten eindringt und dort hinterschnittartig
verhakt. Generell ist die erfindungsgemäße Oberflächentextur frei gestaltbar, wobei
allerdings darauf geachtet werden muss, dass die einzelnen Nuten entlüftet werden
können. Die Oberflächentextur ist dabei mit oder ohne Schutzgas sowie mit oder ohne
Schlichte bzw. mit oder ohne Dauerbeschichtung sowie auch in Kombination von Dauerbeschichtung
und Schlichte einsetzbar. Von besonderem Vorteil bei der erfindungsgemäßen Oberflächentextur
mit den zuvor beschriebenen Nuten ist, dass hierdurch eine Oberflächentextur mit einer
schwer nachahmbaren Gestaltung erzeugt wird, die als Herkunftsnachweis dienen kann.
[0008] Bei einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform der erfindungsgemäßen Lösung bilden
die Nuten eine Vierecksstruktur. Eine derartige Vierecksstruktur kann beispielsweise
eine Rechteckstruktur oder eine Rautenstruktur sein, die insbesondere auch als sogenanntes
Waffelmuster bezeichnet werden, und die ein Entformen des Gussrohlings aus der Gießform
in nahezu alle Richtungen, das heißt bis nahezu parallel zur Oberfläche erlauben.
[0009] Bei einer vorteilhaften Weiterbildung der erfindungsgemäßen Lösung sind die Nuten
mittels eines Lasers eingebracht. Das Herstellen derartiger Nuten und indirekt auch
damit derartiger Oberflächentexturen mittels Laser stellt eine kostengünstige und
zugleich qualitativ hochwertige Fertigungsmethode dar.
[0010] Zweckmäßig ist auf der Oberflächentextur eine Beschichtung, insbesondere eine Schlichte,
aufgebracht. Eine derartige Beschichtung kann die Nut an ihrem Eingang zumindest teilweise
verengen und dadurch ein Eindringen des Gießmaterials erschweren. Zugleich erfolgt
durch die Beschichtung kein Verschließen der einzelnen Nuten, so dass die Luftabführung
auch mit Beschichtung, insbesondere Dauerbeschichtung oder Schlichte, gewährleistet
werden kann. Zur Erhöhung der Werkzeugstandzeiten eigenen sich z.B. metallische oder
keramische Beschichtungen oder Kombinationen derselben.
[0011] Weitere wichtige Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen,
aus den Zeichnungen und aus der zugehörigen Figurenbeschreibung anhand der Zeichnungen.
[0012] Es versteht sich, dass die vorstehend genannten und die nachstehend noch zu erläuternden
Merkmale nicht nur in der jeweils angegebenen Kombination, sondern auch in anderen
Kombinationen oder in Alleinstellung verwendbar sind, ohne den Rahmen der vorliegenden
Erfindung zu verlassen.
[0013] Bevorzugte Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in den Zeichnungen dargestellt
und werden in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert, wobei sich gleiche Bezugszeichen
auf gleiche oder ähnliche oder funktional gleiche Komponenten beziehen.
[0014] Dabei zeigen, jeweils schematisch
- Fig. 1
- eine Schnittdarstellung durch eine erfindungsgemäße Gießform zum Gießen eines Kolbens
mit angedeuteter Entformungsrichtung,
- Fig. 2
- eine Detaildarstellung der Gießform im Bereich einer Oberflächentextur,
- Fig. 3
- eine Ansicht auf die erfindungsgemäße Oberflächentextur an einer Innenoberfläche eines
Kolbenhemds.
[0015] Entsprechend den Figuren 1 und 2 weist eine erfindungsgemäße Gießform 1 zum Gießen
eines lediglich bereichsweise dargestellten Kolbens 2 (vergleiche Figur 3) einer Brennkraftmaschine
im Bereich einer späteren Innenoberfläche 3 eines Kolbenhemdes eine durch Nuten 4
gebildete Oberflächentextur 5 auf. Die Nuten 4 weisen dabei erfindungsgemäße folgende
Abmessungen auf: Eine Tiefe t, die zwischen 0,2 mm und 0,5 mm liegt (vergleiche Figur
2), eine Breite b, die zwischen 0,02 mm und 0,05 mm liegt sowie nach außen geneigte
Nutenwände 6, wobei eine Neigung der Nutenwände 6 nach außen zwischen 0° < α < 10°
liegt. Durch die erfindungsgemäß ausgebildeten Nuten 4 ist es im Unterschied zu bisherigen
Oberflächentexturen möglich, einen gegossenen Kolben 2 in nahezu sämtliche Richtungen
zu entformen, insbesondere sogar bis annähernd parallel zu einer Oberfläche der Oberflächentextur
5, wie dies gemäß der Figur 1 dargestellt ist. Der gemäß der Figur 1 gezeichnete Kreisbogen
7 gibt dabei die möglichen Entformungswinkel an, wobei ersichtlich ist, dass eine
Entformung des Kolbens 2 aus der Gießform 1 nahezu richtungsunabhängig um nahezu 180°
möglich ist. Dies war bei bisherigen Oberflächentexturen nicht möglich, da diese ausschließlich
in Zugrichtung der Gießform eingebracht werden konnten. Eine Entformung, die außerhalb
der Waffelmusterausformschrägen bzw. außerhalb der Nutenschrägen lag, erzeugte einen
Hinterschnitt und führte zwangsläufig zu einer Beschädigung des Gussteils, das heißt
im vorliegenden Fall des Kolbens 2.
[0016] Die erfindungsgemäße Gießform weist diesen Nachteil nicht mehr auf, da bei dieser
die Oberflächentextur 5 so ausgelegt ist, dass das Gussmaterial nicht in die Oberflächentextur
5, das heißt insbesondere nicht in die Nuten 4 eindringen kann und dadurch eine große
Freiheit bezüglich der Entformungsrichtung lässt, da keine Hinterschnitte erzeugt
werden. Trotzdem ermöglichen auch die erfindungsgemäßen Nuten 4 bzw. die dadurch hergestellte
Oberflächentextur 5 eine Verbesserung der Fließfähigkeit sowie der Luftabführung während
des Gießvorgangs des Kolbens 2.
[0017] Betrachtet man die Figur 3, so kann man erkennen, dass die Nuten 4 eine Viereckstruktur
bilden, beispielsweise ein quadratisches Waffelmuster oder aber auch eine Rautenstruktur.
[0018] Zwischen zwei benachbarten Nuten 4 ist dabei gemäß der Figur 2 ein Abstand a vorgesehen,
der zwischen 0,2 mm und 2,0 mm liegt. Ein Einbringen der Nuten 4 und damit der Oberflächentextur
5 in die Gießform 1 kann beispielsweise mittels Laser erfolgen, wodurch die Nuten
4 nicht nur äußerst genau, sondern auch vergleichsweise kostengünstig eingebracht
werden können. Durch eine besondere Gestaltung der Oberflächentextur 5 kann darüber
hinaus ein Herkunftsmerkmal geschaffen werden, wodurch der mit der erfindungsgemäßen
Gießform 1 gegossene Kolben 2 zweifelsfrei und leicht einem bestimmten Hersteller
zuordenbar ist.
[0019] Betrachtet man nochmals die Figur 2, so kann man erkennen, dass die Gießform 1 im
Bereich der Oberflächentextur 5 auch eine Beschichtung 8, insbesondere eine Schlichte,
aufweisen kann. Unter Schlichten versteht man generell Überzugsstoffe, die beispielsweise
auf Gießformen 1 aufgebracht werden, um insbesondere eine poröse Formteiloberfläche
zu glätten. Hierzu benutzt man beispielsweise fein gemahlene, feuerfeste bis hochfeuerfeste
Stoffe als Grundmaterial. Eine derartige Beschichtung 8 bzw. Schlichte isoliert zusätzlich
den Untergrund und schützt diesen vor der thermischen Belastung durch die Metallschmelze
während des Gießens des Kolbens 2. Die Oberflächentextur 5 bzw. die diese bildenden
Nuten 4 können beispielsweise mit oder ohne Schutzgas eingebracht werden. Generell
sind die erfindungsgemäßen Nuten 4 kleiner und steiler als Nuten bisherigen Oberflächentexturen,
wodurch ein Eindringen der Schmelze während des Gießvorgangs und dadurch die Bildung
von unerwünschten Hinterschnitten zumindest reduziert, vorzugsweise sogar vermieden
werden kann, die für einen optimalen Guss erforderliche Entlüftung jedoch zuverlässig
gewährleistet werden kann.
[0020] Mit der erfindungsgemäßen Gießform 1 lassen sich somit erhebliche Vorteile erzielen,
nämlich
- eine nahezu beliebige Entformungsrichtung,
- eine Herkunftsbezeichnung durch eine bestimmte Gestaltung der Oberflächentextur 5,
- eine zuverlässige Entlüftung während des Gießens des Kolbens 2.
1. Gießform (1) zum Gießen eines Kolbens (2) einer Brennkraftmaschine, wobei die Gießform
(1) im Bereich einer späteren Innenoberfläche (3) eines Kolbenhemds eine durch Nuten
(4) gebildete Oberflächentextur (5) aufweist und wobei die Nuten (4) folgende Abmessungen
aufweisen,
- eine Tiefe von 0,2 mm < t < 0,5 mm,
- eine Breite von 0,02 mm < b < 0,05 mm, sowie
- Nutenwände (6), die um 0° < α < 10° nach außen geneigt sind.
2. Gießform nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Nuten (4) eine Viereckstruktur bilden.
3. Gießform nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass zwischen zwei Nuten (4) ein Abstand von ca. 0,2 mm < a < 2,0 mm liegt.
4. Gießform nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Nuten (4) mittels eines Lasers eingebracht sind.
5. Gießform nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass auf der Oberflächentextur (5) eine Beschichtung (8), insbesondere eine Schlichte,
aufgebracht ist.
6. Gießform nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Oberflächentextur (5) als quadratisches Waffelmuster ausgebildet ist.
7. In einer Gießform (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 6 gegossener Kolben (2) mit im
Bereich einer Innenoberfläche (3) des Kolbenhemds durch Nuten (4) gebildeten Oberflächentextur
(5), wobei die Nuten (4) folgende Abmessungen aufweisen,
- eine Tiefe von 0,2 mm < t < 0,5 mm,
- eine Breite von 0,02 mm < b < 0,05 mm, sowie
- Nutenwände (6), die um 0° < α < 10° nach außen geneigt sind.
1. Casting mould (1) for casting a piston (2) of an internal combustion engine, wherein
in the region of a subsequent inner surface (3) of a piston skirt, the casting mould
(1) has a surface texture (5) formed by grooves (4), and wherein the grooves (4) have
the following dimensions:
- a depth of 0.2 mm < t < 0.5 mm,
- a width of 0.02 mm < b < 0.05 mm, and
- groove walls (6) which are outwardly inclined by 0° < α < 10°.
2. Casting mould according to claim 1,
characterised in that
the grooves (4) form a rectangular structure.
3. Casting mould according to claim 1 or 2,
characterised in that
there is a spacing of about 0.2 mm < a < 2.0 mm between two grooves (4).
4. Casting mould according to any of claims 1 to 3,
characterised in that
the grooves (4) are introduced by means of a laser.
5. Casting mould according to any of claims 1 to 4,
characterised in that
a coating (8), in particular a black wash, is applied to the surface texture (5).
6. Casting mould according to any of claims 1 to 5,
characterised in that
the surface texture (5) is designed as a square waffle pattern.
7. Piston (2) cast in a casting mould (1) according to any of claims 1 to 6, having in
the region of an inner surface (3) of the piston skirt surface texture (5) formed
by grooves (4), wherein the grooves (4) have the following dimensions:
- a depth of 0.2 mm < t < 0.5 mm,
- a width of 0.02 mm < b < 0.05 mm, and
- groove walls (6) which are outwardly inclined by 0° < α < 10°.
1. Moule de coulée (1) servant à couler un piston (2) d'un moteur à combustion interne,
dans lequel le moule de coulée (1) présente, dans la zone d'une surface intérieure
(3) ultérieure d'une jupe de piston, une texture de surface (5) formée par des rainures
(4) et dans lequel les rainures (4) présentent les dimensions qui suivent,
- une profondeur de 0,2 mm < p < 0,5 mm,
- une largeur de 0,02 mm < l < 0,05 mm, ainsi que
- des parois de rainure (6), qui sont inclinées vers l'extérieur à 0° < α < 10°.
2. Moule de coulée selon la revendication 1,
caractérisé en ce
que les rainures (4) forment une structure quadrangulaire.
3. Moule de coulée selon la revendication 1 ou 2,
caractérisé en ce
qu'une distance d'environ 0,2 mm < d < 2,0 mm se situe entre deux rainures (4).
4. Moule de coulée selon l'une quelconque des revendications 1 à 3,
caractérisé en ce
que les rainures (4) sont pratiquées au moyen d'un laser.
5. Moule de coulée selon l'une quelconque des revendications 1 à 4,
caractérisé en ce
qu'un revêtement (8), en particulier un enduit, est appliqué sur la texture de surface
(5).
6. Moule de coulée selon l'une quelconque des revendications 1 à 5,
caractérisé en ce
que la texture de surface (5) est réalisée sous la forme d'un motif gaufré carré.
7. Piston (2) coulé dans un moule de coulée (1) selon l'une quelconque des revendications
1 à 6, avec une texture de surface (5) formée par des rainures (4) dans la zone d'une
surface intérieure (3) de la jupe de piston, dans lequel les rainures (4) présentent
les dimensions qui suivent,
- une profondeur de 0,2 mm < p < 0,5 mm,
- une largeur de 0,02 mm < l < 0,05 mm, ainsi que
- des parois de rainure (6), qui sont inclinées vers l'extérieur à 0° < α < 10°.