Beschreibung
[0001] Die Erfindung geht aus von einer Verkaufseinheit nach dem Oberbegriff des unabhängigen
Anspruchs 1.
[0002] Die hier vorgeschlagene Verkaufseinheit ist für den Einzelhandel vorgesehen. Derartige
Verkaufseinheiten werden insbesondere in der Nähe von so genannten Expresskassen in
Supermärkten oder dergleichen eingesetzt.
Stand der Technik
[0003] Die
DE 20 2013 105 470 U1 zeigt ein Regalsystem für Kassentische. Auf den Regalböden werden so genannte Impulsartikel
gelagert, die beim Kunden im Kassenbereich einen spontanen Kaufanreiz hervorrufen.
[0004] Derartige Impulsartikel werden jedoch häufig gestohlen. Die Ware kann nur schwierig
von der Kassenkraft beobachtet werden, so dass die Verlustrate derartiger Artikel
hoch ist.
[0005] Diebstähle können durch Gitter verhindert werden, die den Zugriff des Kunden auf
das Regal verhindern. Die Gitter müssen bei einem Kaufwunsch eines Kunden umständlich
von der Kassenkraft entfernt werden. Dies geschieht entweder durch Zuruf oder durch
einen für den Kunden erreichbaren Betätigungsknopf. Da das Hochfahren des Gitters
in jedem Fall Zeit benötigt ist, schmälert dies das Kaufinteresse des Kunden und lässt
den Umsatz sinken.
Aufgabenstellung
[0006] Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, eine Verkaufseinheit vorzuschlagen, die
einen geeigneten Diebstahlschutz für Impulswaren bietet und den Kunden einen einfachen
Zugriff auf die gewünschten Waren ermöglicht. Der Diebstahlschutz sollte möglichst
dezent sein und dem Kunden möglichst nicht auffallen. Dadurch wird das evidente Misstrauen
gegen den Kunden verringert und der Kaufanreiz des Kunden erhöht.
[0007] Die Aufgabe wird durch die kennzeichnenden Merkmale des unabhängigen Anspruchs 1
gelöst.
[0008] Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben.
[0009] Die hier vorgeschlagene Verkaufseinheit, besteht aus zumindest einem Warenregal,
auf dessen Regalböden einzelne Waren platzierbar sind. In der Regel wird es sich bei
den Waren um so genannte Impulsartikel, beispielsweise Kaugummis, Bonbons oder Zigaretten
handeln. Das Warenregal weist zumindest ein Entnahmedetektionsmittel auf, welches
registriert wenn eine Ware aus dem Warenregal entnommen wird.
[0010] Vorteilhafterweise handelt es sich beim Entnahmedetektionsmittel um eine Lichtschranke
oder um einen RFID-Reader. Derartige Entnahmedetektionsmittel sind für den Kunden
nicht unmittelbar erkennbar und sehr dezent. Der Kunde findet dadurch ein angenehmeres
Kaufambiente vor. Warenverpackungen können sehr leicht mit aufgedruckten RFID-Tags
versehen werden. Dadurch kann ein RFID-Reader eine Entnahme detektieren und ggf. noch
weitere Daten, beispielsweise Abverkaufdaten, Füllstandsdaten, etc., zusammen mit
einer geeigneten Auswerteeinheit liefern.
[0011] In einer besonders vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung weist die Verkaufseinheit
einen Warenautomaten auf. Der Warenautomat kann beispielsweise wie in der
DE 20 2013 011 784 U1 beschrieben ausgeführt sein. Der Warenautomat weist einen Warenspeicher auf, in welchen
einzelne Waren, beispielsweise Zigaretten, gespeichert sind. Über ein Bedienfeld kann
ein Kunde Ware aus dem Warenspeicher anfordern. Die angeforderte Ware wird zu einer
Warenausgabeeinheit gefördert und ist dort für den Kunden erreichbar.
[0012] Vorteilhafterweise weist die Verkaufseinheit ein Signalmittel auf, welches mit dem
Entnahmedetektionsmittel derart gekoppelt ist, dass bei einer aus dem Warenregal entnommenen
Ware ein Signal ausgelöst wird. Wenn ein Kunde beispielsweise beim Zugriff auf das
Regal die Lichtschranke durchbricht, wird vom Entnahmedetektionsmittel ein Signal
ausgegeben, das insbesondere das Kassenpersonal über den Zugriff informiert. Das Kassenpersonal
kann dann darauf achten, dass die Ware auch abgerechnet und bezahlt wird. Das Signal
kann beispielsweise optischer Natur sein und durch eine für das Kassenpersonal sichtbar
aufleuchtende Lampe realisiert sein. Es kann sich aber auch um ein akustisches Signal
handeln, dass vorteilhafterweise in Richtung des Kassenpersonals gerichtet ist und
für den Kunden nicht hörbar ist. Möglich ist auch eine Kombination aus optischen und
akustischen Signal.
[0013] Alternativ oder zusätzlich kann auch ein Datensignal versendet werden. Hierbei handelt
es sich beispielsweise um eine Textnachricht, die an die Registrierkasse des Kassenpersonals
übermittelt wird. Ein solches Signal ist besonders unauffällig.
[0014] Besonders vorteilhaft ist es, dass die Verkaufseinheit Zugriffsbegrenzungsmittel
aufweist, die das Warenregal abriegeln und/oder die Bedieneinheit des Warenautomaten
deaktivieren. Dies ist notwendig, wenn das Kassenpersonal die Kasse verlässt und die
Verkaufseinheit unbeaufsichtigt ist. Es können erste Zugriffsbegrenzungsmittel beispielsweise
als Gitter oder eine Klappe aus Verbund- oder Plexiglas ausgeführt sein, die das Regal
abriegeln. Es können zweite Zugriffsbegrenzungsmittel digitaler Natur vorgesehen sein,
die das Bedienfeld des Warenautomaten sperren.
[0015] Die Erfindung wird besonders vorteilhaft umgesetzt, wenn ein System aus Kassentisch
und Verkaufseinheit kombiniert wird. Die Verkaufseinheit erleichtert den Arbeitsalltag
des Kassenpersonals.
Wenn die Erfindung als System aus einem Warenautomaten, einem Kassentisch und einer
Verkaufseinheit eingesetzt wird, kann Personal im Supermarkt eingespart werden.
[0016] Diebstahlschutz wird auf der einen Seite durch Lichtschranken an den Regalen erreicht,
so dass beim Eingriff in das Regal ein Signal (z. B. akustisch oder optisch) ausgelöst
werden kann und auf der anderen Seite wird Diebstahlschutz durch Klappen vor den Regalen
erreicht, die bei Bedarf automatisch verriegelt bzw. heruntergefahren werden können.
Zusätzlich kann ein Informationssignal auf ein so genanntes Handheld des Personals
übertragen werden.
[0017] Die Verkaufseinheit kann mit einem Warenautomaten gekoppelt sein. Dadurch wird Elektronik
eingespart, denn die Verkaufseinheit kann über den Warenautomaten gesteuert werden.
Trotzdem kann durch die offene Bauweise der Verkaufseinheit ein Kaufanreiz durch akustische,
visuelle und olfaktorische Reize erhöht werden.
[0018] Sowohl Impulsanreiz als auch Diebstahlschutz sind in dieser Form, erst Recht in dieser
Kombination, in der Kassenzone, speziell der Expresskassenzone, neu.
Ausführungsbeispiel
[0019] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in den Zeichnungen dargestellt und wird
im Folgenden näher erläutert. Es zeigt:
- Fig. 1
- eine perspektivische Darstellung einer Verkaufseinheit.
[0020] Die Figuren enthalten teilweise vereinfachte, schematische Darstellungen. Zum Teil
werden für gleiche, aber gegebenenfalls nicht identische Elemente identische Bezugszeichen
verwendet. Verschiedene Ansichten gleicher Elemente könnten unterschiedlich skaliert
sein.
[0021] Die Figur 1 zeigt eine perspektivische Darstellung einer Verkaufseinheit 1. Die Verkaufseinheit
1 weist ein Warenregal 2, 2' auf, welches wiederum einzelne Regalböden 3 umfasst.
Auf den Regalböden können einzelne Waren (nicht gezeigt) gelagert werden.
[0022] Die hier gezeigt Verkaufseinheit 1 weist einen Warenautomaten 4 auf. Der Warenautomat
4 weist einen Warenspeicher (nicht sichtbar) auf, in welchem einzelne Waren (nicht
gezeigt) gespeichert sind. Ein Kunde kann diese Waren über ein Bedienfeld 5 anfordert.
Die Waren werden dann zu einem Warenausgabebereich 6 gefördert und können vom Kunden
entnommen werden.
[0023] Bei Bedarf kann das Warenregal durch Klappen 7 für den Kundenzugriff gesperrt werden.
Die Klappen 7 sind vorzugsweise aus durchsichtigem Material, beispielweise Plexiglas,
gefertigt, so dass die dahinter befindliche Ware weiterhin sichtbar ist. Ein Sperren
des Warenregals ist notwendig, wenn der Kassentisch des Supermarktes nicht mit Kassenpersonal
besetzt ist. In diesem Fall kann auch elektronisch das Bedienfeld 5 des Warenautomaten
gesperrt werden, so dass keine Ware mehr aus dem Warenspeicher vom Kunden angefordert
werden kann.
[0024] Vor den Regalböden befinden sich Lichtschranken (nicht gezeigt), die einen Zugriff
eines Kunden registrieren. Der Zugriff wird durch ein Signalmittel, beispielsweise
eine Signalleuchte 8, an das Kassenpersonal übermittelt. Jetzt kann das Kassenpersonal
erhöhte Aufmerksamkeit auf die Bezahlung der Ware richten.
[0025] Die hier vorgestellte Verkaufseinheit 1 wird in der Regel in der Nähe eines Kassentisches
(nicht gezeigt) eines Supermarktes platziert oder ist direkt mit dem Kassentisch gekoppelt.
Im letzteren Fall entstehen besondere Synergieeffekte, da eine einzelne Steuereinheit
die Funktionen von Kassentisch, Warenregal und Warenautomat steuern kann. Der Warenbestand
kann funktionselementübergreifend überwacht werden.
[0026] Die hier vorgeschlagene Verkaufseinheit ermöglicht es Verluste durch Diebstähle zu
minimieren, ohne die Verkaufsatmosphäre für einen Kunden zu verschlechtern.
Bezugszeichenliste
[0027]
- 1
- Verkaufseinheit
- 2, 2'
- Warenregal
- 3
- Regalboden
- 4
- Warenautomat
- 5
- Bedieneinheit/Bedienfeld
- 6
- Warenausgabebereich
- 7
- Klappe
- 8
- Signalleuchte
1. Verkaufseinheit, bestehend aus zumindest einem Warenregal (2, 2'), auf dessen Regalböden
(3) einzelne Waren platzierbar sind, wobei das Warenregal (2, 2') zumindest ein Entnahmedetektionsmittel
aufweist, welches registriert wenn eine Ware aus dem Warenregal (2, 2') entnommen
wird.
2. Verkaufseinheit nach Anspruch 1
dadurch gekennzeichnet, dass
es sich beim Entnahmedetektionsmittel um eine Lichtschranke oder einen RFID-Reader
handelt.
3. Verkaufseinheit nach einem der vorstehenden Ansprüche
dadurch gekennzeichnet, dass
die Verkaufseinheit (1) einen Warenautomaten (4) mit einer Bedieneinheit (5) aufweist.
4. Verkaufseinheit nach einem der vorstehenden Ansprüche
dadurch gekennzeichnet, dass
die Verkaufseinheit (1) ein Signalmittel (8) aufweist, welches mit dem Entnahmedetektionsmittel
derart gekoppelt ist, dass bei einer aus dem Warenregal entnommenen Ware ein Signal
ausgelöst wird.
5. Verkaufseinheit nach vorstehendem Anspruch
dadurch gekennzeichnet, dass
es sich beim Signal um ein akustisches und/oder ein optisches Signal und/oder ein
Datensignal handelt.
6. Verkaufseinheit nach einem der vorstehenden Ansprüche
dadurch gekennzeichnet, dass
die Verkaufseinheit (1) Zugriffsbegrenzungsmittel aufweist,
- die das Warenregal (2, 2') abriegeln und/oder
- die Bedieneinheit (5) des Warenautomaten (4) deaktivieren.
7. Verkaufseinheit nach vorstehendem Anspruch
dadurch gekennzeichnet, dass
es sich beim Zugriffsbegrenzungsmittel um ein Gitter und/oder um eine Klappe (7) aus
Verbundglas und/oder Plexiglas handelt.
8. System aus Kassentisch und Verkaufseinheit (1) nach Anspruch 1.
9. System aus einem Warenautomaten (4), einem Kassentisch und einer Verkaufseinheit (1)
nach Anspruch 1.