(19)
(11) EP 3 056 117 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
17.08.2016  Patentblatt  2016/33

(21) Anmeldenummer: 16000110.3

(22) Anmeldetag:  19.01.2016
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
A47F 3/00(2006.01)
A47F 10/02(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
BA ME
Benannte Validierungsstaaten:
MA MD

(30) Priorität: 13.02.2015 DE 102015102077

(71) Anmelder: HARTING Systems GmbH
32339 Espelkamp (DE)

(72) Erfinder:
  • Tiffe, Oliver
    DE - 32257 Bünde (DE)
  • Reincke, Nikolaus
    DE - 32479 Hille (DE)
  • Magers, Björn
    DE - 32825 Blomberg (DE)
  • Adam, Harald
    DE - 32369 Rahden - Tonnenheide (DE)
  • Bruns, Uwe
    DE - 32425 Minden (DE)
  • Henseler, Lars
    DE - 32278 Kirchlengern (DE)
  • Opitz, Thorsten
    DE - 33659 Bielefeld (DE)

   


(54) VERKAUFSEINHEIT


(57) Die Erfindung betrifft eine Verkaufseinheit, bestehend aus zumindest einem Warenregal (2, 2'), auf dessen Regalböden (3) einzelne Waren platzierbar sind, wobei das Warenregal (2, 2') zumindest ein Entnahmedetektionsmittel aufweist, welches registriert wenn eine Ware aus dem Warenregal (2, 2') entnommen wird. Dadurch können Verluste durch Diebstähle vermindert werden, ohne die Verkaufsatmosphäre für einen Kunden zu verschlechtern.




Beschreibung

Beschreibung



[0001] Die Erfindung geht aus von einer Verkaufseinheit nach dem Oberbegriff des unabhängigen Anspruchs 1.

[0002] Die hier vorgeschlagene Verkaufseinheit ist für den Einzelhandel vorgesehen. Derartige Verkaufseinheiten werden insbesondere in der Nähe von so genannten Expresskassen in Supermärkten oder dergleichen eingesetzt.

Stand der Technik



[0003] Die DE 20 2013 105 470 U1 zeigt ein Regalsystem für Kassentische. Auf den Regalböden werden so genannte Impulsartikel gelagert, die beim Kunden im Kassenbereich einen spontanen Kaufanreiz hervorrufen.

[0004] Derartige Impulsartikel werden jedoch häufig gestohlen. Die Ware kann nur schwierig von der Kassenkraft beobachtet werden, so dass die Verlustrate derartiger Artikel hoch ist.

[0005] Diebstähle können durch Gitter verhindert werden, die den Zugriff des Kunden auf das Regal verhindern. Die Gitter müssen bei einem Kaufwunsch eines Kunden umständlich von der Kassenkraft entfernt werden. Dies geschieht entweder durch Zuruf oder durch einen für den Kunden erreichbaren Betätigungsknopf. Da das Hochfahren des Gitters in jedem Fall Zeit benötigt ist, schmälert dies das Kaufinteresse des Kunden und lässt den Umsatz sinken.

Aufgabenstellung



[0006] Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, eine Verkaufseinheit vorzuschlagen, die einen geeigneten Diebstahlschutz für Impulswaren bietet und den Kunden einen einfachen Zugriff auf die gewünschten Waren ermöglicht. Der Diebstahlschutz sollte möglichst dezent sein und dem Kunden möglichst nicht auffallen. Dadurch wird das evidente Misstrauen gegen den Kunden verringert und der Kaufanreiz des Kunden erhöht.

[0007] Die Aufgabe wird durch die kennzeichnenden Merkmale des unabhängigen Anspruchs 1 gelöst.

[0008] Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben.

[0009] Die hier vorgeschlagene Verkaufseinheit, besteht aus zumindest einem Warenregal, auf dessen Regalböden einzelne Waren platzierbar sind. In der Regel wird es sich bei den Waren um so genannte Impulsartikel, beispielsweise Kaugummis, Bonbons oder Zigaretten handeln. Das Warenregal weist zumindest ein Entnahmedetektionsmittel auf, welches registriert wenn eine Ware aus dem Warenregal entnommen wird.

[0010] Vorteilhafterweise handelt es sich beim Entnahmedetektionsmittel um eine Lichtschranke oder um einen RFID-Reader. Derartige Entnahmedetektionsmittel sind für den Kunden nicht unmittelbar erkennbar und sehr dezent. Der Kunde findet dadurch ein angenehmeres Kaufambiente vor. Warenverpackungen können sehr leicht mit aufgedruckten RFID-Tags versehen werden. Dadurch kann ein RFID-Reader eine Entnahme detektieren und ggf. noch weitere Daten, beispielsweise Abverkaufdaten, Füllstandsdaten, etc., zusammen mit einer geeigneten Auswerteeinheit liefern.

[0011] In einer besonders vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung weist die Verkaufseinheit einen Warenautomaten auf. Der Warenautomat kann beispielsweise wie in der DE 20 2013 011 784 U1 beschrieben ausgeführt sein. Der Warenautomat weist einen Warenspeicher auf, in welchen einzelne Waren, beispielsweise Zigaretten, gespeichert sind. Über ein Bedienfeld kann ein Kunde Ware aus dem Warenspeicher anfordern. Die angeforderte Ware wird zu einer Warenausgabeeinheit gefördert und ist dort für den Kunden erreichbar.

[0012] Vorteilhafterweise weist die Verkaufseinheit ein Signalmittel auf, welches mit dem Entnahmedetektionsmittel derart gekoppelt ist, dass bei einer aus dem Warenregal entnommenen Ware ein Signal ausgelöst wird. Wenn ein Kunde beispielsweise beim Zugriff auf das Regal die Lichtschranke durchbricht, wird vom Entnahmedetektionsmittel ein Signal ausgegeben, das insbesondere das Kassenpersonal über den Zugriff informiert. Das Kassenpersonal kann dann darauf achten, dass die Ware auch abgerechnet und bezahlt wird. Das Signal kann beispielsweise optischer Natur sein und durch eine für das Kassenpersonal sichtbar aufleuchtende Lampe realisiert sein. Es kann sich aber auch um ein akustisches Signal handeln, dass vorteilhafterweise in Richtung des Kassenpersonals gerichtet ist und für den Kunden nicht hörbar ist. Möglich ist auch eine Kombination aus optischen und akustischen Signal.

[0013] Alternativ oder zusätzlich kann auch ein Datensignal versendet werden. Hierbei handelt es sich beispielsweise um eine Textnachricht, die an die Registrierkasse des Kassenpersonals übermittelt wird. Ein solches Signal ist besonders unauffällig.

[0014] Besonders vorteilhaft ist es, dass die Verkaufseinheit Zugriffsbegrenzungsmittel aufweist, die das Warenregal abriegeln und/oder die Bedieneinheit des Warenautomaten deaktivieren. Dies ist notwendig, wenn das Kassenpersonal die Kasse verlässt und die Verkaufseinheit unbeaufsichtigt ist. Es können erste Zugriffsbegrenzungsmittel beispielsweise als Gitter oder eine Klappe aus Verbund- oder Plexiglas ausgeführt sein, die das Regal abriegeln. Es können zweite Zugriffsbegrenzungsmittel digitaler Natur vorgesehen sein, die das Bedienfeld des Warenautomaten sperren.

[0015] Die Erfindung wird besonders vorteilhaft umgesetzt, wenn ein System aus Kassentisch und Verkaufseinheit kombiniert wird. Die Verkaufseinheit erleichtert den Arbeitsalltag des Kassenpersonals.
Wenn die Erfindung als System aus einem Warenautomaten, einem Kassentisch und einer Verkaufseinheit eingesetzt wird, kann Personal im Supermarkt eingespart werden.

[0016] Diebstahlschutz wird auf der einen Seite durch Lichtschranken an den Regalen erreicht, so dass beim Eingriff in das Regal ein Signal (z. B. akustisch oder optisch) ausgelöst werden kann und auf der anderen Seite wird Diebstahlschutz durch Klappen vor den Regalen erreicht, die bei Bedarf automatisch verriegelt bzw. heruntergefahren werden können. Zusätzlich kann ein Informationssignal auf ein so genanntes Handheld des Personals übertragen werden.

[0017] Die Verkaufseinheit kann mit einem Warenautomaten gekoppelt sein. Dadurch wird Elektronik eingespart, denn die Verkaufseinheit kann über den Warenautomaten gesteuert werden. Trotzdem kann durch die offene Bauweise der Verkaufseinheit ein Kaufanreiz durch akustische, visuelle und olfaktorische Reize erhöht werden.

[0018] Sowohl Impulsanreiz als auch Diebstahlschutz sind in dieser Form, erst Recht in dieser Kombination, in der Kassenzone, speziell der Expresskassenzone, neu.

Ausführungsbeispiel



[0019] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in den Zeichnungen dargestellt und wird im Folgenden näher erläutert. Es zeigt:
Fig. 1
eine perspektivische Darstellung einer Verkaufseinheit.


[0020] Die Figuren enthalten teilweise vereinfachte, schematische Darstellungen. Zum Teil werden für gleiche, aber gegebenenfalls nicht identische Elemente identische Bezugszeichen verwendet. Verschiedene Ansichten gleicher Elemente könnten unterschiedlich skaliert sein.

[0021] Die Figur 1 zeigt eine perspektivische Darstellung einer Verkaufseinheit 1. Die Verkaufseinheit 1 weist ein Warenregal 2, 2' auf, welches wiederum einzelne Regalböden 3 umfasst. Auf den Regalböden können einzelne Waren (nicht gezeigt) gelagert werden.

[0022] Die hier gezeigt Verkaufseinheit 1 weist einen Warenautomaten 4 auf. Der Warenautomat 4 weist einen Warenspeicher (nicht sichtbar) auf, in welchem einzelne Waren (nicht gezeigt) gespeichert sind. Ein Kunde kann diese Waren über ein Bedienfeld 5 anfordert. Die Waren werden dann zu einem Warenausgabebereich 6 gefördert und können vom Kunden entnommen werden.

[0023] Bei Bedarf kann das Warenregal durch Klappen 7 für den Kundenzugriff gesperrt werden. Die Klappen 7 sind vorzugsweise aus durchsichtigem Material, beispielweise Plexiglas, gefertigt, so dass die dahinter befindliche Ware weiterhin sichtbar ist. Ein Sperren des Warenregals ist notwendig, wenn der Kassentisch des Supermarktes nicht mit Kassenpersonal besetzt ist. In diesem Fall kann auch elektronisch das Bedienfeld 5 des Warenautomaten gesperrt werden, so dass keine Ware mehr aus dem Warenspeicher vom Kunden angefordert werden kann.

[0024] Vor den Regalböden befinden sich Lichtschranken (nicht gezeigt), die einen Zugriff eines Kunden registrieren. Der Zugriff wird durch ein Signalmittel, beispielsweise eine Signalleuchte 8, an das Kassenpersonal übermittelt. Jetzt kann das Kassenpersonal erhöhte Aufmerksamkeit auf die Bezahlung der Ware richten.

[0025] Die hier vorgestellte Verkaufseinheit 1 wird in der Regel in der Nähe eines Kassentisches (nicht gezeigt) eines Supermarktes platziert oder ist direkt mit dem Kassentisch gekoppelt. Im letzteren Fall entstehen besondere Synergieeffekte, da eine einzelne Steuereinheit die Funktionen von Kassentisch, Warenregal und Warenautomat steuern kann. Der Warenbestand kann funktionselementübergreifend überwacht werden.

[0026] Die hier vorgeschlagene Verkaufseinheit ermöglicht es Verluste durch Diebstähle zu minimieren, ohne die Verkaufsatmosphäre für einen Kunden zu verschlechtern.

Bezugszeichenliste



[0027] 
1
Verkaufseinheit
2, 2'
Warenregal
3
Regalboden
4
Warenautomat
5
Bedieneinheit/Bedienfeld
6
Warenausgabebereich
7
Klappe
8
Signalleuchte



Ansprüche

1. Verkaufseinheit, bestehend aus zumindest einem Warenregal (2, 2'), auf dessen Regalböden (3) einzelne Waren platzierbar sind, wobei das Warenregal (2, 2') zumindest ein Entnahmedetektionsmittel aufweist, welches registriert wenn eine Ware aus dem Warenregal (2, 2') entnommen wird.
 
2. Verkaufseinheit nach Anspruch 1
dadurch gekennzeichnet, dass
es sich beim Entnahmedetektionsmittel um eine Lichtschranke oder einen RFID-Reader handelt.
 
3. Verkaufseinheit nach einem der vorstehenden Ansprüche
dadurch gekennzeichnet, dass
die Verkaufseinheit (1) einen Warenautomaten (4) mit einer Bedieneinheit (5) aufweist.
 
4. Verkaufseinheit nach einem der vorstehenden Ansprüche
dadurch gekennzeichnet, dass
die Verkaufseinheit (1) ein Signalmittel (8) aufweist, welches mit dem Entnahmedetektionsmittel derart gekoppelt ist, dass bei einer aus dem Warenregal entnommenen Ware ein Signal ausgelöst wird.
 
5. Verkaufseinheit nach vorstehendem Anspruch
dadurch gekennzeichnet, dass
es sich beim Signal um ein akustisches und/oder ein optisches Signal und/oder ein Datensignal handelt.
 
6. Verkaufseinheit nach einem der vorstehenden Ansprüche
dadurch gekennzeichnet, dass
die Verkaufseinheit (1) Zugriffsbegrenzungsmittel aufweist,

- die das Warenregal (2, 2') abriegeln und/oder

- die Bedieneinheit (5) des Warenautomaten (4) deaktivieren.


 
7. Verkaufseinheit nach vorstehendem Anspruch
dadurch gekennzeichnet, dass
es sich beim Zugriffsbegrenzungsmittel um ein Gitter und/oder um eine Klappe (7) aus Verbundglas und/oder Plexiglas handelt.
 
8. System aus Kassentisch und Verkaufseinheit (1) nach Anspruch 1.
 
9. System aus einem Warenautomaten (4), einem Kassentisch und einer Verkaufseinheit (1) nach Anspruch 1.
 




Zeichnung







Recherchenbericht









Recherchenbericht




Angeführte Verweise

IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



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In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente