[0001] Die Erfindung betrifft ein Nackenkissen.
[0002] Es sind bereits eine Vielzahl von Nackenkissen bekannt. Diese haben zumeist eine
Oberflächenkontur, die ihren höchsten Druckpunkt im Bereich der oberen bis mittleren
Halswirbelsäule haben und daher zu einem (für das Nervensystem) ungünstigen zu hohen
Druck auf die oberen Halswirbel, insbesondere den Atlas und Axis in anteriorer Richtung
führen. Dies kann zu Kopfschmerzen und im Extremfall zu Nervenstörungen und Durchblutungsstörungen
sowie Schlafstörungen und führen. Weitere bekannte Kissen unterstützen die Halswirbelsäule,
fallen in Längsrichtung betrachtet zu weit hinten Richtung in Richtung Kopf ab und
dann zu rapide, so dass zu viel Druck auf den obersten Halswirbel C1, den Atlas, ausgeübt
wird. Es gibt bislang kein Kissen welches vollständig die Halswirbelsäule, die Brustwirbelsäule,
Schultern und Arme zufriedenstellend unterstützt, und welches variabel genug einstellbar
ist. Die Position der Arme in Seitenlage ist bislang absolut unberücksichtigt. Auch
sind die bisherigen Nackenkissen nicht an unterschiedliche Halswirbelsäulen zufriedenstellend
anpassbar.
[0003] Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein verbessertes Nackenkissen bereitzustellen.
Die der Erfindung zugrundeliegende Aufgabe wird gelöst durch ein Nackenkissen sowie
eine Anordnung mit einem solchen Nackenkissen wie in den nebengeordneten Ansprüchen
beschrieben; bevorzugte Ausgestaltungen ergeben sich aus den Unteransprüchen.
[0004] Das erfindungsgemäße Nackenkissen umfasst einen Stützkörper mit einer Auflagefläche,
die einen konvex geformten Halswirbelauflagebereich und einen konkav gewölbten Kopfauflagebereich
aufweist. An den entsprechenden Bereichen kann eine Person mit dem Halswirbelbereich
bzw. dem Kopf anliegen. Der Stützkörper ist insbesondere aus einem Schaummaterial
gebildet, insbesondere aus einem Schaummaterial mit einer Stauchhärte von mehr als
1,7 kPa bei 40% zusammendrücken vorzugsweise etwa 1,9 kPa bei 40% zusammendrücken.
Unter dem Begriff Stauchhärte wird der physikalisch auf eine Fläche in Quadratmetern
wirkenden Druck in kPa verstanden, der nach DIN 53 577 notwendig ist, um den Schaum
um 40% zusammenzudrücken. Als Schaummaterial eignet sich vorzugsweise ein HRC oder
ein PU-Schaum, ferner ist auch ein viskoelastischer Schaum möglich. Bei Komfortkissen
sind auch geringere Stauchhärten von etwa 1,1 kPa bei 40% zusammendrücken möglich.
[0005] Der Stützkörper ist vorzugsweise einstückig ausgebildet und weist insbesondere in
allen Bereichen dieselbe Stauchhärte auf. Dies ermöglicht eine günstige Herstellung.
Die Variation der Stützeigenschaften in einzelnen Bereichen des Kissens wird dann
insbesondere durch die nachfolgend noch näher erläuterten separaten Einstellmittel,
wie Einstellrolle oder Bodenplatten vorgenommen.
[0006] Das Nackenkissen hat insbesondere seinen höchsten Punkt im Auflagebereich der Wirbel
C5 und C6, also der unteren Halswirbelsäule. Der Auflagepunkt der mittleren Halswirbel
C3 und C4 ist vorzugsweise bereits tiefer gelegen als der der Auflagepunkt des C5.
C1 bis C7 bezeichnet im Folgenden die Halswirbel oder im Zusammenhang mit dem Kissen
den Halswirbelauflagebereich speziell für diesen Wirbel von oben nach unten gezählt.
[0007] Vorzugsweise ist das erfindungsgemäße Nackenkissen derart ausgebildet, dass es die
höchste Druckbeaufschlagung auf die Halswirbel im Bereich der unteren Halswirbel C5-C7
aufbringt, um die oberen Halswirbel C1-C3 zu entlasten. Dafür weist das Kissen ein
oder mehrere der folgenden Merkmale auf:
- eine Schulteranlagefläche des Kissens weist eine negative Steigung ausgehend vom Fuß
des Kissens auf, insbesondere mit einem Winkel gegenüber der Vertikalen von 8° bis
20°,
- die Schulteranlagefläche geht mit einem mittleren Krümmungsradius von weniger als
2 cm, in etwa 1,5 cm, in den, insbesondere näherungsweise nahezu horizontal ausgerichteten,
Auflagebereich des Halswirbels C6 über;
- das Kissen umfasst einen Hartbereich, der oberseitig von einem Weichbereich abgedeckt
ist; der Kopf der Person sowie dessen Halswirbelsäule liegen auf dem Weichbereich
auf; Der Weichbereich weist eine geringere Härte auf als der Hartbereich. Eine Bodenkurve
definiert die Grenze zwischen dem Hartbereich und dem Weichbereich;
- Der höchste Punkt der Bodenkurve und damit des Hartbereichs im Bereich der Halswirbelsäule
liegt im Bereich der Halswirbel C5 und C6;
- die obersten Punkte sowohl der Bodenkurve als auch der Kopfkurve sind in axialer Richtung
maximal 6 cm vom vordersten Punkt der Schulteranlagefläche entfernt;
- die Bodenkurve weist zwischen den Bereichen C2 und C6 eine abfallende Krümmung mit
einem mittleren Krümmungsradius von maximal 5 cm auf; die Kopfkurve weist zwischen
den Auflageflagebereichen des zweiten und sechsten Halswirbels (C2, C6) eine abfallende
Krümmung mit einem mittleren Krümmungsradius auf, der größer ist als der Krümmungsradius
(K17,C3C6) der Bodenkurve in diesem Bereich; Der Krümmungsmittelpunkt der Bodenkurve und/oder
der Kopfkurve ist vorzugsweise vor (also wirbelsäulenabwärts, hin zur Brustwirbelsäule)
dem Auflagebereich des vierten Halswirbels angeordnet.
- der Weichbereich hat im Bereich C6 eine Dicke von maximal 2 cm, insbesondere maximal
1,5 cm; der Weichbereich weist im Bereich C2 eine Dicke von zumindest 2 cm, insbesondere
maximal 2,5 auf.
[0008] Der Stützkörper umfasst vorzugsweise eine Vielzahl von Einschnitten, die von dem
Halswirbelauflagebereich und/oder vom Kopfauflagebereich in den Stützkörper hineinragen.
Die Einschnitte im Kopfauflagebereich ragen vorzugsweise tiefer in den Stützkörper
hinein als die Einschnitte im Halswirbelauflagebereich. Durch die Einschnitte wird
das Stützkissen in seiner Stabilität definiert geschwächt. An der an sich recht hohen
Stauchhärte, die in dem verwendeten Material innewohnt, wird durch die Einschnitte
nun die Härte definiert reduziert und auf ein gewünschtes Niveau eingestellt. In Rückenlage
ist der Kopf schwerer als in Seitenlage und sinkt daher bis zu den tieferen Bereichen
des Stützkörpers ab. Die oberen Halswirbel werden dadurch entlastet. In Seitenlage
hingegen wird eine große Last des Kopfes bereits durch die Schultern getragen, so
dass der Kopf weniger stark durchsinkt und daher die geschwächten Bereiche des Kopfauflagebereichs
ebenfalls eine ausreichende Stützung ergeben. Dies genügt für die Seitenlage um die
Wirbelsäule sagittal betrachtet eben auszurichten.
[0009] Die Einschnitte werden weitgehend durch eine Kopfkurve und eine Bodenkurve definiert.
Die Kopfkurve wird definiert durch die oberen Startpunkte der Einschnitte an der Auflagefläche.
Die Bodenkurve wird definiert durch das untere Ende der Einschnitte innerhalb des
Stützkörpers. Grundsätzlich folgt die Bodenkurve im Wesentlichen der Auflagefläche
und damit auch der Kopfkurve; im Bereich der Halswirbelsäule ist die Bodenkurve konvex
gekrümmt, im Bereich der Kopfauflagefläche ist die Bodenkurve wiederum konkav gekrümmt.
Die Bodenkurve ist allerdings im Bereich des Kopfabschnitts weiter entfernt als die
Bodenkurve von der Kopfkurve im Bereich der Halswirbel; im Bereich der oberen Halswirbel
fällt die Bodenkurve daher also stärker ab als die Kopfkurve. Dabei können bei Bedarf
die Einschnitte auch anders als exakt vertikal ausgerichtet sein, sondern etwas winklig
ausgerichtet sein, nach unten in Richtung Schulter weisend, insbesondere im Bereich
der ersten Halswirbel C1 bis C3. Wenn dann die oberen Halswirbel auf der Auflagefläche
aufliegen bewirkt der vertikale Druck der Halswirbel nach unten zugleich eine Längskraftkomponente,
so dass die Halswirbel bedingt durch ihr eigenes Gewicht etwas voneinander gestreckt
werden, also in Richtung Kopf beaufschlagt werden.
[0010] Die Kopf- und die Bodenkurve verlaufen in Längsrichtung. In Querrichtung weist der
Stützkörper weitgehend ein gleichbleibendes Profil auf. Der Kopfauflagebereich bettet
in Rücklage den Hinterkopf und in Seitenlage das Gesicht weich.
[0011] Vorzugsweise umfasst die Auflagefläche zwei Halswirbelauflagebereiche. Diese sind
jeweils an gegenüberliegenden Seiten des Kopfauflagebereichs angeordnet. Die beiden
Auflagebereiche für die Halswirbelsäule sind in ihrer Charakteristik unterschiedlich.
So kann insbesondere der Verlauf einer Kopfkurve der Einschnitte, der Verlauf einer
Bodenkurve der Einschnitte und/oder die Ausrichtung der Einschnitte bezogen auf eine
vertikale Linie unterschiedlich sein. Mit einem einzigen Kissen können damit also
zwei Charakteristiken lediglich durch Umdrehen des Kissens erzeugt werden. So kann
ein Therapeut das Kissen in zwei verschiedenen Charakteristiken voreinstellen. Der
Patient kann in der Nacht selbsttätig zwischen diesen zwei voreingestellten Charakteristiken
auswählen.
[0012] So kann beispielsweise die zweite Kissenseite mit dem zweiten Halswirbelauflagebereich
ein steileres oder sanfteres Abfallen der Bodenkurve im Vergleich zur Kopfkurve haben.
Insbesondere wenn sowohl die Kopfkurve als auch die Bodenkurve flacher verlaufen eignet
sich diese Anordnung besser für bereits lordosierte oder hyperlordosierte Halswirbelsäulen.
Die meisten Halswirbel sind jedoch durch die typischen Arbeitsbelastungen eher zu
steil und hypolordotisch oder sogar kyphotisch, also mit zu geringer Kurve-Lordose
ausgebildet.
[0013] Vorzugsweise umfasst der Stützkörper im Längsbereich des Halswirbelauflagebereichs
eine querverlaufende Aufnahmeausnehmung für eine Einstellrolle. Die Einstellrolle
ist in unterschiedlichen Winkelstellungen innerhalb der Aufnahmeausnehmung fixierbar.
Die Einstellrolle ist in ihrer Oberfläche vorzugsweise komplementär zur Aufnahmeausnehmung
ausgebildet. Die Fixierung in den unterschiedlichen Winkelstellungen ergibt sich insbesondere
durch definierte, komplementär ausgebildete, unrunde Oberflächenkontur an der Aufnahmeausnehmung
und an der Einstellrolle, die es erlauben, dass die Einstellrolle lediglich in wenigen
definierten Winkelpositionen in die Aufnahmeausnehmung eingesetzt werden kann. Die
Achse der Einstellrolle ist bevorzugt unterhalb des Auflagebereichs des fünften oder
sechsten Halswirbels angeordnet. Ein näherungsweiser Durchmesser der Einstellrolle
beträgt insbesondere maximal 4 cm, vorzusgweise maximal 2 cm.
[0014] Vorzugsweise ist die Einstellrolle weitgehend zylindrisch ausgebildet und weist in
Queransicht betrachtet mehrere, insbesondere vier, gleichartig ausgebildete und insbesondere
gleichmäßig umfangsverteilte radiale Vorsprünge auf. Entsprechend sind in der Aufnahmeausnehmung
zu den Vorsprüngen passende Aufnahmebereiche vorgesehen. Jeder der Winkelstellungen
kann dann eine bestimmte Dämpfungscharakteristik des Halswirbelauflagebereichs zugeordnet
sein.
[0015] Vorzugsweise ist dabei zumindest einer der Vorsprünge abnehmbar. Wenn einer der Vorsprünge
abgenommen ist, wird der Stützkörper entsprechend durch die Einstellrolle an einer
definierten Stelle weniger gestützt. Durch die unterschiedlichen Winkelstellungen
kann nun vorgegeben werden, an welcher Stelle die Ausnehmung fehlen soll. Durch eine
Einstellrolle mit vier Vorsprüngen, von denen ein Vorsprung entfernbar ist, können
bereits sechs Charakteristiken eingestellt werden:
1. die ganze Rolle wird verwendet,
2. keine Rolle wird verwendet,
3.-6. die Rolle mit abgenommenem Vorsprung wird in vier unterschiedliche Winkelstellungen
eingesetzt.
[0016] Mit der Einstellrolle kann folglich der Druck auf die einzelnen Halswirbel spezifisch
angepasst werden. Aufgrund der Vorsprünge ist die Einstellrolle verdrehsicher innerhalb
der Ausnehmung gehalten, und kann sich nicht von selbst verdrehen. Auch die Widerherstellbarkeit
einer bestimmten Einstellung kann so ohne weiteres sichergestellt werden, was im Gegensatz
dazu mit einer vollständig runden Rolle nicht möglich ist. Insofern ist die stufige
Einstellbarkeit in dem vorliegenden Anwendungsfall sicherlich vorteilhafter als eine
stufenlose Verstellung.
[0017] Vorzugsweise ist der Stützkörper in der Aufnahmeausnehmung aufgeschnitten. Hierdurch
entstehen zwei U-Schenkel, die gemeinsam die Aufnahmeausnehmung U-förmig umgreifen.
Die zwei umgreifenden U-Schenkel können zumindest in Längsrichtung oder in Längsrichtung
und Höhenrichtung betrachtet formschlüssig ineinander greifen, um so ein unbeabsichtigtes
Lösen und damit Herausfallen der Einstellrolle zu verhindern.
[0018] Vorzugsweise ist unterhalb des Stützkörpers eine separate Bodenplatte mit einer Neigung
befestigt. Der Stützkörper kann somit in seiner Neigung ausgerichtet werden. Es können
auch mehrere Bodenplatten vorgesehen sein, insbesondere eine weitere Bodenplatte,
die ebenfalls eine Neigung aufweist. Die Neigung kann durch eine Keilform der Bodenplatte
realisiert sein. Es sind vorzugsweise formschlüssige Befestigungsmittel insbesondere
in Höhenrichtung und Längsrichtung Richtung wirkende formschlüssige Befestigungsmittel
vorgesehen. Diese können durch querverlaufende Aufnahmeausnehmungen in Form von Rillen
gebildet sein, die an der Unterseite des Stützkörpers angebracht sind. Die Bodenplatte
kann dann stegförmige Befestigungsvorsprünge, insbesondere in Querrichtung ausgerichtet,
aufweisen. Diese sowie sämtliche andere in der Anmeldung genannten Befestigungsvorsprünge,
können im Querschnitt pilzförmig ausgebildet sein. Die Rillen sowie die Vorsprünge
sind insbesondere in Querrichtung ausgerichtet. Durch zwei solcher geneigten Bodenplatten
lassen sich z.B. sechs unterschiedliche Einstellungen erzeugen:
- 1. es ist keine Platte vorhanden.
- 2. die beiden Platten werden komplementär zueinander ausgerichtet, so dass eine gleichmäßige
Erhöhung stattfindet.
- 3. es wird nur eine Platte montiert, mit der hohen Seite Richtung Körper;
- 4. es wird nur eine Platte montiert, mit der tiefen Seite Richtung Körper;
- 5. beide hohen Seiten liegen übereinander in Richtung Körper;
- 6. beide tiefen Seiten liegen übereinander in Richtung Körper.
[0019] Auch eine Kombination weiteren Bodenplatten Platten ist möglich, um noch eine höhere
Variabilität zu erzeugen.
[0020] Für sämtliche der in der Anmeldung genannten Befestigungsvorsprünge gilt, dass diese
vorzugsweise stegförmig ausgebildet sind und vorzugsweise in Querrichtung ausgerichtet
sind. Aufgrund dieser Querausrichtung besitzen sie eine hohe Verbindungsstabilität
in Längsrichtung.
[0021] Vorzugsweise ist eine dritte Bodenplatte vorgesehen, die unter den Stützkörper und
ggf. auch unter die erste und zweite Bodenplatte gelegt werden kann. Die Bodenplatte
weist eine Kopfbereichsausnehmung auf, die insbesondere unterhalb des Kopfauflagebereichs
vorgesehen ist und insbesondere in Querrichtung betrachtet zentral unter dem Stützkörper
angeordnet ist. Diese Kopfbereichsausnehmung schwächt so den Stützkörper unterhalb
des Kopfauflagebereichs, was spezielle therapeutische Maßnahmen für Rücken- und Seitenlage
bewirkt. Es ergibt sich so, dass in Rückenlage das Nackenkissen an den Schultern anliegend
im Bereich des 5.-6. Halswirbels am höchsten ist, im Bereich des prominentesten Halswirbels
C7 steil abfällt, dann durch die zusätzliche runde Erhebung wiederum die ersten beiden
oberen Brustwirbel T1 und T2 sanft unterstützt. Auch diese die oberen Brustwirbel
stützende Zone kann wiederum durch Entfernen der eingelegten Einstellrolle reduziert,
oder durch Verwendung eines festeren Schaums erhöht werden. Eine zu starke Unterstützung
würde wiederum der Bildung der natürlichen Brustwirbelsäulenkyphose im Wege stehen.
Die variable vom Kunden vorzunehmende selektive und definierbare Unterstützung bzw.
durch den Therapeuten nach exakter Röntgenbildvermessung empfohlene selektive Stützung
oder Entlastung einzelner Wirbelsäulenbereiche vom druckempfindlichen Atlas und Axis
bis zu den obersten Brustwirbeln ist wesentlich, da insbesondere die Versetzung von
Wirbeln nach inferior und posterior zu Nervenirritationen und neuroforaminalen Engen
und Subluxationen führen kann. Eine Steilstellung der Halswirbelsäule entsteht nach
dem amerikanischen Dr. Clarence Gonstead DC (Doctor Of Chiropractic) durch Verkippung
insbesondere der unteren Halswirbel nach posterior-inferior mit Verlagerung des entsprechenden
Bandscheibenkerns. Ebenso werden durch Wirbelverschiebungen Bandscheibenschäden möglich,
denen durch eine optimale und schützende Lagerung in der Nacht entgegengewirkt werden
kann.
[0022] Dadurch, dass die Kopfbereichsausnehmungen in Seitenrichtung betrachtet zentral angeordnet
ist und die Breite der Stützzone sehr einfach durch Kürzung (z.B. mit einer Schere/Messer)
individuell an die jeweiligen Nackenbreiten angepasst werden kann, wird die Lage der
Schulter und der Halswirbelsäule sowie des Kopfes in Seitenlage durch die Kopfbereichsausnehmung
nicht negativ beeinträchtigt.
[0023] Für eine gute zentrale Positionierung von Kopf und HWS sorgt die Kopfbereichsausnehmung.
Gleichzeitig sorgt sie dafür, dass der Kopf, der in Seitenlage eine höhere Position
benötigt als in Rückenlage, um in der Seitenlage eine optimal gerade ausgerichtete
HWS bis zu den unteren Wirbeln zu unterstützen, diese durch die verminderte Einsinkung
im Bereich außerhalb der Kopfausnehmung erhält. Typischerweise rollt ein Mensch beim
Drehen in die Seitenlage den Kopf vom Zentrum des Kissens in den lateraleren Bereich
(quer außen). Hier ist die Stützkraft beim Unterlegen der dritten Bodenplatte nun
größer aufgrund der Begrenzung der Kopfbereichsausnehmung auf den Bereich quer innen.
[0024] Ferner ist eine separat anbringbare Brustwirbelstützrolle vorgesehen, die vorzugsweise
einstückig mit der dritten Bodenplatte ausgebildet ist. Die Brustwirbelstützrolle
ist vorzugsweise ebenfalls nur im Querbereich zentral innen angeordnet, um die Brustwirbelsäule
ausschließlich in Rückenlage zu unterstützen. Wäre die Brustwirbelstützrolle auch
in den querliegenden Außenbereichen angeordnet, würde die untenliegende Schulter,
die in Seitenlage die prinzipiell einen V-förmigen Einschnitt mit der Halswirbelsäule
bildet, das Kissen vom Körper wegdrücken/entfernen, so dass die Unterstützung der
Halswirbelsäule sich in den ungünstigeren oberen Halswirbelsäulenbereich verschieben
würde. Das Nackenkissen könnte sich so nicht mehr anatomisch gerecht der Schulteranwinklung
nach oben anpassen.
[0025] Daher ist es bevorzugt, dass die Kopfbereichsausnehmung und/oder die Brustwirbelstützrolle
in Seitenrichtung weitgehend lediglich so breit ist wie der Nacken. Beim Rollen auf
die Seite hat die Schulter auch ausreichend Raum. Die Kopfbereichsausnehmung ermöglicht
somit eine optimale Einsinkzone für den Kopf in Rückenlage. Weiterhin ermöglicht es,
dass in der Seitenlage die Person außerhalb der Kopfbereichsausnehmung zum Liegen
kommt, wo dann weiterhin die gute Unterstützung des Stützkörpers gegeben ist, die
nicht durch die Kopfbereichsausnehmungen reduziert ist. Die dritte Bodenplatte kann
über bereits in anderem Zusammenhang beschriebene formschlüssige Eingriffsmittel mit
dem Stützkörper und/oder anderen Bodenplatten befestigt werden.
[0026] Die Erfindung betrifft ferner eine Kissenanordnung, die ein Nackenkissen der vorgenannten
Art umfasst. Ferner ist insbesondere ein, insbesondere zwei Seitenkissen vorgesehen,
vorzugsweise ein Seitenkissen rechts und ein Seitenkissen links des Nackenkissens.
Ein solches Seitenkissen umfasst einen Stützkörper mit einer Auflagefläche, die einen
ansteigenden Unterarmauflagebereich, einen konvex geformten Handgelenkauflagebereich
und ein konkav geformten Fingerauflagebereich aufweist. Es kann ein konvex geformter
Umgreifbereich sich an den Fingerauflagebereich anschließen.
[0027] Ein solches Seitenkissen dient zur Auflage eines Arms (wenn sich die Person in Rückenlage
befindet) oder beider Arme (wenn die Person in Seitenlage befindet). Ist die Person
in Rückenlage, so ist es besonders vorteilhaft, wenn zwei solcher Seitenkissen vorgesehen
sind, von denen eines links vom Nackenkissen und eins rechts vom Nackenkissen angeordnet
ist. In Rückenlage liegt der Arm bzw. die Hand mit der Handoberseite auf dem Seitenkissen
auf; die Handflächen "blicken" folglich nach oben.
[0028] Liegt die Person in Seitenlage, so liegt die untere Hand so auf dem Kissen wie zuvor
beschrieben; die obere Hand kann auf demselben Kissen liegen, aber mit der Handfläche
nach unten. Der Umgreifbereich kann dann von den Fingern der oberen Hand umschlossen
werden. Der Handballen der oberen Hand liegt dann in dem konkav geformten Fingerauflagebereich.
In rechter Seitenlage der Person ist die rechte Hand / der rechte Arm die untere Hand
/Arm und die linke Hand / der linke Arm die obere Hand / Arm. Der untere Oberarm liegt
dann im Wesentlichen in Querrichtung ausgerichtet, der untere Unterarm liegt etwa
senkrecht dazu in Längsrichtung. Durch das Anheben des unteren Unterarms durch Auflage
an der Unterarmauflagefläche kann die Außenrotation des Oberarms zur Schulter verringert
und damit verbessert werden. Das Schultergelenk wird so in eine Stellung gebracht,
die für die Person angenehmer ist, als wenn der Unterarm direkt auf der Matratze aufliegt.
Die so erzielte Schutzwirkung betrifft daher in Folge auch die verhinderte Fehlspannung/-haltung
des unten liegenden Schlüsselbeines, des Schulterblattes, der ersten Rippe und somit
auch der unteren Halswirbelsäule, oberen Brustwirbelsäule und wichtigen Nervenzentren
wie dem plexus brachialis, dem ganglion stellatum sowie insgesamt der Nerven- und
Gefäßversorgung der Arms.
[0029] Mit der ansteigenden Fläche ist das Seitenkissen in Richtung des Fußes der Person
ausgerichtet, der konkav geformte Fingerauflagebereich bzw. der konvex geformte Umgreifbereich
zeigt in Richtung des Kopfes. Liegt die Person auf der Seite, legt sie den Unterarm
des unteren Arms mit der Rückseite auf das Seitenkissen, wobei der Handrücken mit
den Finderknöchelchen in der Mulde, nämlich den konkav geformten Fingerauflagebereich,
zum liegen kommt. Mit der oberen Hand kann sie die Handfläche und den Daumenballen
in die Mulde, also den konkav geformten Fingerauflagebereich, legen. Die hohe Kissenseite,
die durch den konvex geformten Umgreifbereich gebildet ist, umgreift sie mit den Fingern.
[0030] Das Seitenkissen ist höhenverstellbar ausgebildet. Die Einstellbarkeit ergibt sich
analog zu den Möglichkeiten, die bereits zum Nackenkissen beschrieben worden sind
aufgrund des Anbaus von Bodenplatten. Ebenso kann eine Einstellrolle vorgesehen sein,
wie Sie auch mit Bezug auf das Nackenkissen bereits beschrieben wurde. Die vorherigen
Ausführungen zur Bodenplatte und zur Einstellrolle sind daher exakt übernehmbar, auf
das Seitenkissen; auch die diesbezüglichen Merkmale in den Unteransprüchen sind analog
übertragbar auf das Seitenkissen.
[0031] Vorzugsweise ist das Seitenkissen über Befestigungsmittel mit dem Nackenkissen und/oder
falls vorhanden, auch mit einem weiteren Seitenkissen auf der anderen Seite des Nackenkissens
verbunden. So können die vorhandenen Kissen jeweils in einem Bezug aufgenommen sein,
welche durch einen leichten elastischen Steg aus Stoff miteinander verbunden sind.
Dieser kann unter dem Nackenkissen zum liegen kommen. Grundsätzlich ermöglicht dies,
dass die beiden Seitenkissen zwar frei platziert werden können, ein Wegrutschen während
des Schlafens kann aber verhindert oder zumindest vermindert werden. Die Elastizität
dieser Verbindung kann dennoch ein gewisses Verschieben oder Verdrehen der Seitenkissen
bezüglich des Nackenkissens ermöglichen. Diese Variabilität kann durch eine Verbindung
der Seitkissen mit dem untenliegenden Steg noch erweitert werden. So kann in einer
eine Art Ehe-Variante ein Seitkissen zwischen zwei Nackenkissen der hier beschriebenen
Art angeordnet sein, welches sich zwei Personen teilen können. Insbesondere können
eine oder mehrere geneigte Bodenplatten verwendet und unter das Seitenkissen gelegt
werden, die insbesondere geneigt ausgestaltet sind, weitgehend analog diesbezüglichen
Beschreibung beim zum Nackenkissen. Es hat sich aber besonders vorteilhaft vorausgestellt,
die winklige Ausrichtung der Bodenplatte in Querrichtung erfolgt. Es bedeutet also,
dass das Seitenkissen bevorzugt vom Körper wegbetrachtet ansteigend oder abfallend
ausgerichtet wird. Die Keilform der Bodenplatte weist also seitlich vom Körper weg
oder zum Körper hin.
[0032] Für die Einstellrolle, sowohl die Einstellrolle für das Nackenkissen als auch die
Einstellrolle für das Seitenkissen, können unterschiedliche Materialien verwendet
werden. So bietet sich es an, die Einstellrolle mit Schaum unterschiedlicher Qualitäten,
Stauchhärten und Einsinkverhalten zu verwenden. Es können auch Einstellrollen verwendet
werden, die gefüllt sind mit einer Mischung aus Heilsteinen, wie z.B. Jadesteinen
oder Turmalinsteinen, gegebenenfalls gemischt mit Kirschkernen, die beispielsweise
in der Mikrowelle oder im Backofen einfach erhitzt oder in der Kühltruhe abgekühlt
werden können, und so in der Einschlafphase beruhigende Wärme oder Kühle abgeben können.
Die Rolle ist dann insbesondere innen hohl ausgebildet und kann mit den entsprechenden
Elementen ausgestattet werden.
[0033] Vorzugsweise ist der Bezug der Kissenanordnung oder einzelner Kissen der Kissenanordnung
aus einem dünnen, elastischen Material gefertigt. Der Bezug für die Seitenteile und/oder
der Bezug für den unteren Bereich des Nackenkissens ist vorzugsweise aus einem stabileren
Stoff gebildet, um der jeweiligen Kissenform Stabilität zu verleihen. So können zwei
oder mehr Stoffarten verwendet werden. Ein Reisverschluss kann vorgesehen sein, um
ein Entnehmen des Nackenkissens zu ermöglichen.
[0034] Die Erfindung wird anhand der Figuren nachfolgend näher erläutert: Hierin zeigt
- Figur 1
- ein erfindungsgemäßes Nackenkissen in perspektivischer Darstellung;
- Figur 2
- ein erfindungsgemäßes Seitenkissen in perspektivischer Darstellung;
- Figur 3
- das Nackenkissen nach Figur 1 in Seitenansicht;
- Figur 4
- eine Einstellrolle für das Kissen nach Figuren 1 und 3 in Seitenansicht;
- Figur 5
- das Seitenkissen nach Figur 2 in Seitenansicht;
- Figur 6
- eine Bodenplatte für das Seitenkissen nach Figur 5 in Frontalansicht;
- Figur 7
- eine dritte Bodenplatte für das Nackenkissen nach den Figuren 1 und 3
- a) in Seitenansicht,
- b) in Draufsicht.
- Figur 8
- eine Anordnung mit einem Nackenkissen und einem Seitenkissen.
- Figur 9
- eine Detailansicht der Nackenkissens nach Figur 1 in Seitenansicht mit eingefügten
Konstruktionslinien.
[0035] In den Figuren 1 und 3 ist ein erfindungsgemäßes Nackenkissen 1 gezeigt. Dieses weist
eine obenliegende Auflagefläche 2 für den Nacken und Kopf einer Person auf. In Längsrichtung
x betrachtet ist zunächst ein konvex geformter Halswirbelauflagebereich 3' vorgesehen,
an den sich ein konkav geformter Kopfauflagebereich 4 anschließt. Daran schließt sich
ein zweiter Halswirbelauflagebereich 3" an. Es sind folglich Halswirbelauflagebereiche
3 vorgesehen, die jeweils unterschiedliche Charakteristiken in der Steifigkeit und
Formgebung aufweisen. So kann das Nackenkissen für eine Änderung der Schlafposition
oder Stützcharakteristik nachts einfach umgedreht werden. Das Nackenkissen 1 umfasst
im Wesentlichen einen Stützkörper 5, an dem die Auflagebereiche 3, 4 gebildet sind.
Es sind Einschnitte 6 vorgesehen, die in Querrichtung y verlaufen und von der Auflagefläche
2 in den Stützkörper 5 nach unten, ggf. etwas winklig, hineinragen. Im Bereich der
ersten Halsauflagefläche 3' und insbesondere dort im Bereich der mittleren Halswirbel
C3 und C4 sind diese Einschnitte auch mit einer Längsrichtungskomponente ausgebildet.
Die unteren Enden der Einschnitte bilden gemeinsam eine Bodenkurve 17. Die Auflagefläche
2 bildet in Seitenrichtung betrachtet eine Kopfkurve 29. Der Verlauf der Kopfkurve
29 relativ zur Bodenkurve 17 definiert maßgeblich die Stützcharakteristik in den einzelnen
Auflagebereichen 3, 4. So fällt die Bodenkurve 17 im Bereich der ersten Auflagefläche
3' steiler ab als die Kopfkurve 29. Im zweiten Halswirbelauflagebereich 3" fällt die
Bodenkurve 17 zwar auch steiler ab als die Kopfkurve 29; beide Kurven 17, 19 sind
aber im zweiten Halswirbelauflagebereich deutlich flacher ausgebildet als im ersten
Halswirbelauflagebereich 3'. Die höchst gelegenen Punkte der Auflagefläche 4 sind
im Bereich der unteren Halswirbel C5, C6 angeordnet.
[0036] Zur Einstellung der Stützcharakteristik für die unteren und mittleren Halswirbel
ist eine Einstellrolle 8 vorgesehen, die in Querrichtung y ausgerichtet in den Stützkörper
5 eingesteckt ist. Die Einstellrolle 8 ist dabei innerhalb einer komplementär zur
Einstellrolle 8 ausgebildeten Aufnahmeausnehmung 7 eingesetzt. Die Aufnahmeausnehmung
7 sowie die Einstellrolle 8 weisen eine unrunde Form auf, damit die Winkelstellung
der Einstellrolle exakt einstellbar ist. Unterschiedliche Winkelstellung der Einstellrolle
8 bewirken unterschiedliche Dämpfungscharakteristiken für die jeweiligen Halswirbelauflagebereiche
3. So weist die Einstellrolle 8 insgesamt vier radial vorstehende Vorsprünge 9 auf,
von denen ein Vorsprung 9* abnehmbar ist. Es ist ersichtlich, dass bei fehlendem Vorsprung
9* die Dämpfungscharakteristik an der Stelle etwas weicher gestaltet werden kann,
die oberhalb des fehlenden Vorsprungs 9* angeordnet ist. Durch entsprechende Änderung
der Winkelstellung der Einstellrolle 8 kann dann entsprechend die Dämpfungscharakteristiken
für einen der Halswirbelauflagebereiche für die Wirbel C3-C7 eingestellt werden.
[0037] Befindet sich der Bereich der Einstellrolle 8 ohne abnehmbaren Vorsprung 9* in einer
etwa 9-Uhr-Stellung, so kann die Unterstützung für die Halswirbel C6 und C7 reduziert
werden. Befindet sich der Bereich der Einstellrolle 8 ohne abnehmbaren Vorsprung 9*
in einer etwa 12-Uhr-Stellung, so kann die Unterstützung für die Halswirbel C5 und
C6 reduziert werden. Befindet sich der Bereich der Einstellrolle 8 ohne abnehmbaren
Vorsprung 9* in einer etwa 3-Uhr-Stellung, so kann die Unterstützung für die Halswirbel
C3 und C4 reduziert werden. Befindet sich der Bereich der Einstellrolle 8 ohne abnehmbaren
Vorsprung 9* in einer etwa 6-Uhr-Stellung, so kann die Unterstützung für sämtliche
Halswirbel ein wenig reduziert werden. Um die Entlastung auf die am häufigsten von
Bandscheibenproblemen und Kippung/Verschiebung nach posterior betroffenen Halswirbel
C5 und C6 optimal zu projizieren ist die Einstellrolle etwas geneigt gegenüber einer
exakten 12-Uhr-Position; der Bereich des abnehmbaren Vorsprungs befindet sich daher
strenggenommen in einer 11:30-Uhr Position.
[0038] Im Bereich der Aufnahmeausnehmung 7 ist der Stützkörper 5 von unten her eingeschnitten.
Es entsteht dadurch eine U-förmige Haltestruktur U, mit einem ersten U-Schenkel 12
und einem zweiten U-Schenkel 13, die die Aufnahmeaufnehmung 7 begrenzen und so die
Einstellrolle 8 umschließen. Die gestrichelte mit "U" markierte Linie kennzeichnet
den U-förmigen Charakter der Umgreifung. Durch entsprechende Aufspreizung der beiden
U-Schenkel 12, 13 kann dann die Aufnahmeausnehmung 7 aufgeweitet werden. Es entsteht
ein Spalt, durch den die Einstellrolle 8 dann in Höhenrichtung z entnommen werden
kann.
[0039] Die beiden U-Schenkel 12 und 13 greifen formschlüssig ineinander. Dafür ist in einem
distalen Ende des einen, insbesondere des ersten U-Schenkels 12 ein Haltevorsprung
16 ausgebildet, der in einer Halterausnehmung 19 des anderen, insbesondere des zweiten
U-Schenkels 12 formschlüssig eingreift. Das formschlüssige Hintergreifen ist im vorliegenden
Fall in Höhenrichtung z sowie in Längsrichtung x gegeben, was zwar vorteilhaft aber
nicht zwingend ist. Der Haltevorsprung weist bevorzugt eine Pilzform auf. Durch elastische
Verformung kann die Formschlüssigkeit zur Demontage aufgehoben werden.
[0040] Unterhalb der Stützplatte 5 ist eine erste und zweite Bodenplatte 10, 11 abnehmbar
vorgesehen. Dieses sind über formschlüssige Befestigungsmittel in Form einer Halteausnehmung
27 und einem Haltervorsprung 28 jeweils aneinander bzw. an dem Stützkörper 5 befestigt.
Die Bodenplatten 10, 11 sind geneigt ausgebildet und weisen weitgehend die Form eines
Keils auf. Durch unterschiedliche Kombinationen der Montage kann der Stützkörper 5
entweder erhöht werden, nach vorne geneigt oder nach hinten geneigt bzw. doppelt nach
vorne oder doppelt nach hinten geneigt werden. Der Neigungswinkel einer Bodenplatte
Winkel beträgt in etwa 2°. So kann der Winkel des Stützkörpers zwischen 0°, 2° und
4° eingestellt werden. Die Höhe beträgt im Mittel 1 cm; so kann die Höhe des Stützkörpers
5 um bis zu 2 cm verändert werden.
[0041] Wenn im Rahmen der vorliegenden Beschreibung von den Bereichen "quer innen" und "quer
außen" die Rede ist, so bezeichnet "quer innen" eine Zone I, die etwa ein Drittel
der Nackenkissenbreite (Erstreckung in Querrichtung y) ausmacht und in Querrichtung
zentral angeordnet ist. Quer außen bezeichnet jeweils eine Zone A rechts oder links
der Zone I quer innen, die etwa ein Drittel der Nackenkissenbreite ausmacht (siehe
Figur 7 und 8).
[0042] Figuren 2 und 5 zeigen das Seitenkissen 20, welches an seiner Oberseite eine Auflagefläche
21 aufweist. Zu erkennen ist der stetig ansteigende Unterarmauflagebereich 22, der
daran anschließende konvex geformte Handgelenksauflagebereich 23, der daran anschließende
konkav geformte Fingerauflagebereich 24 sowie der konvex geformte Umgreifbereich 25.
Unterhalb des Umfangbereichs 25 ist im entsprechenden Stützkörper 26 wiederum eine
Aufnahmeausnehmung 7 angeordnet, in die in gleicher Weise wie bezüglich des Nackenkissens
beschrieben eine Einstellrolle 8 eingesetzt werden kann. Die formschlüssige Befestigung
erfolgt analog über U-Schenkel 12 und 13, analog zum Nackenkissen.
[0043] Figur 6 zeigt eine vierte und fünfte Bodenplatte 29, 30. Die vierte und fünfte Bodenplatten
sind weitgehend analog zur ersten und zweiten Bodenplatte ausgebildet und können auch
in den Dimensionen weitgehend dem entsprechen, was bezüglich der ersten und zweiten
Bodenplatte beschrieben wurde. Wesentliche Ausnahme ist allerdings, dass die vierte
und fünfte Bodenplatten um 90° gedreht unter das Seitenkissen montiert werden. Es
kann dabei also die Neigung in Querrichtung y eingestellt werden, wohingegen beim
Nackenkissen die Neigung in Längsrichtung x eingestellt wird.
[0044] Figur 7 zeigt eine dritte Bodenplatte 14. Diese weist eine zentrale Kopfausnehmung
15 auf, die sowohl in Längsrichtung x wie auch in Querrichtung y zentral innen (Zone
I) unterhalb der Stützkörpers 5 angeordnet ist. Diese Kopfausnehmung 15 erzeugt eine
definierte Schwächung des Stützköpers 5 im Bereich des Kopfauflagebereichs 4. Die
Kopfausnehmung 15 ist aber ausschließlich im zentralen Querbereich (Zone I) vorgesehen.
[0045] Die äußeren Querbereiche (Zonen A) unterstützen nach wie den Kopf der Person, insbesondere
wenn sich die Person in die Seitenlage dreht.
[0046] In Längsrichtung x überragt jeweils eine Brustwirbelrolle 32 den Stützkörper 5. Wie
insbesondere in Figur 7a ersichtlich ist, kann der Stützabschnitt 31 quer innen eine
vertikale Unterstützung für die Brustwirbelbereiche T1 bis T3 liefern. Insofern überragt
die Brustwirbelrolle 32 den Halswirbelauflagebereich 3 in Längsrichtung x und bildet
einen Brustwirbelauflagebereich 37. Die Brustwirbelrolle 32 weist innen wiederum eine
Aufnahmeausnehmung 7 auf, die mit einer Einstellrohe 8 versehen ist. Bei dieser Einstellrolle
reicht es aus, wenn sie kreisförmig ausgebildet ist; auf eine exakte Einstellbarkeit
kommt es hier nicht zwangsläufig an.
[0047] Figur 8 zeigt die erfindungsgemäße Anordnung mit einem Nackenkissen und einem Seitenkissen.
Es ist nur ein Seitenkissen gezeigt, ein zweites kann ohne weiteres vorgesehen sein.
Die Person 22 liegt in Seitenlage. Der Kopf und der Nackenbereich liegen auf dem Nackenkissen
1 auf. Der unterer Unterarm 35 sowie die untere Hand 36 liegt bestimmungsgemäß auf
dem Seitenkissen auf. Der untere Oberarm 34 ist winklig zum Körper und zum Unterarm
ausgerichtet. Es ist ersichtlich, dass der Unterarm durch das Kissen etwas angehoben
wird, so dass der Oberarm in einer Rotationsrichtung R gedreht wird. Wäre das Seitenkissen
nicht vorhanden, so würde der Oberarm entgegen der Rotationsrichtung R verdreht sein,
was für die Person unangenehmer und für die auf die Wirbelsäule und dem von ihr zu
schützenden Nervensystem wirkenden und belastenden Kräfte nachteilig wäre.
[0048] Das vorliegende Kissen setzt die Erkenntnis um, dass eine häufige Steilstellung der
Halswirbelsäule durch eine Verkippung / Subluxation der unteren Halswirbel nach posterior
und inferior und Höhenverlust des posterioren Bandscheibenraums, insbesondere im Bereich
C6, verursacht wird. Dadurch verändert sich der Winkel zwischen Atlas und Axis (Dens-Linie)
bzw. der restlichen Wirbelsäule nachteilig im Sinne einer Verringerung des Winkels
unter 90° in Seitenansicht. Eine Verlängerung der Wirbelkörpergrundplatten durch eine
Linie nach posterior in Röntgen-Lateralansicht zeigt einen frühen Schnittpunkt der
Linie der darüberliegenden Wirbels mit der entsprechenden Linie des darunterliegenden
innerhalb des Bildes statt außerhalb. Diese im unteren Bereich der Halswirbelsäule
ausgelöste Steilstellung und Posteriorisierung der darüberliegenden Wirbel kann durch
eine gezielte Stützung der unteren/darunterliegenden Halswirbel in Rückenlage durch
Druck in Linie der Bandscheibenfächer und Entlastung der oberen Halswirbel beim nächtlichen
Schlafen positiv beeinflusst werden. Bisherige Nackenstützkissen berücksichtigen diesen
Umstand nicht, da die bekannten Druck- und Kurvenverläufe eher auf die obere Halswirbelsäule
wirken, einen zu großen Kurvenradius im Auflagebereich der Dornfortsätze der Halswirbel
haben und dadurch Druck auf den weit nach posterior reichenden Axis und damit den
Atlas ausüben. Eine Unterstützung des ansonsten stärker belasteten 5. und insbesondere
6. Halswirbels in Rücken- und Seitlage und Entlastung der oberen Halswirbel ist daher
nur mit einem deutlich kleineren Kurvenradius und einer Verlagerung des höchsten Druck-
und Auflagepunktes in den Bereich der unteren HWS durch eine V-Form möglich. Auch
in der Seitlage kann die natürlicherweise V-förmige Einbuchtung der unten auf dem
Bett liegenden Schulter nur durch eine entsprechende Form des Kissens erzielt werden.
Dabei ist für die Sicherstellung einer natürlichen und daher in Seitlage geraden und
in Rückenlage lordotischen Halswirbelsäule, die höhere Lage des Kopfes in Seitlage
wichtig in Rückenlage, in der der Kopf schwerer ist und mehr einsinkt, ein steilerer
Abfall innerhalb des Kissen zur Entlastung der oberen Halswirbel und Stützung der
unteren wichtig. Diese V-Form wird im vorliegenden Kissen hauptsächlich durch eine
negativ ansteigende Schulteranlagefläche sowie eine Auflagefläche für die Halswirbelsäule
erreicht, die ihren höchsten Punkt und/oder stärksten Druckpunkt im Bereich der unteren
Halswirbelsäule hat und in Richtung Kopf schnell wieder abfällt bzw. schwächer wird.
[0049] Anhand der Figur 9 werden nun wichtige Parameter des Nackenkissens dargestellt, damit
dies in der Lage ist, die höchste Druckbeaufschlagung auf die Halswirbel im Bereich
der unteren Halswirbel C5-C7 zu ermöglichen und die oberen Halswirbel C1-C3 zu entlasten.
Die Stützkraftrichtung soll dabei möglichst parallel zu den Bandscheibenfächern zwischen
Halswirbeln C5/C6 und C6/C7 verlaufen. Damit wird vermieden, dass insbesondere der
Wirbel C5 oder C6 einer ungewollten Kippbeaufschlagung / Verschiebung nach posterior
und inferior ausgesetzt wird.
[0050] Einen definierten Bezug zur nutzenden schlafenden Person bietet die Schulteranlagefläche
40. Die Person wird intuitiv die Schulter dort anliegen und sich somit korrekt im
Bezugssystem des Kissens ausrichten. Die Schulter der Person geht vom ersten Brustwirbel
aus, an dem auch der erste Rippenbogen ansetzt. Liegt nun die Schulter der Person
an der Schulteranlagefläche 40 an, so kommt der Wirbel C7 am entsprechenden Halswirbelauflagenbereich
C7 zur Anlage.
[0051] Damit nun das Kissen eine Druckbeaufschlagung auf die den Halswirbel C6 und C7 ausüben
kann, weist die die Schulteranlagefläche 40 eine mittlere negative Steigung α mit
dem Betrag von 8° bis 20°, vorzugsweise etwa 11°, auf und ist vorzugsweise weitgehend
flach. Mit dem Begriff negative Steigung ist gemeint, dass vom Fuß 44 des Kissens
betrachtet die Schulteranlagefläche 40 mit ansteigender Höhe einen Vorsprung in Richtung
Brustwirbelsäule ausbildet, insbesondere mit einer Erstreckung in x-Richtung ΔX
45 von zumindest 1 cm.
[0052] Das Kissen selbst umfasst einen Hartbereich 43, der oberseitig von einem Weichbereich
42 abgedeckt ist. Der Kopf der Person sowie dessen Halswirbelsäule liegen auf dem
Weichbereich auf. Der Weichbereich 42 weist eine geringere Härte auf als der Hartbereich
43. Die Gewichtskraft wird durch den Weichbereich 42 auf den Hartbereich 43 durchgeleitet.
Im vorliegenden Kissen ist der Weichbereich 42 sowie der Hartbereich 43 aus dem selben
Material gebildet. Die größere Weichheit des Weichbereichs 42 wird durch die Einschnitte
6 erzielt. Denkbar ist es auch, wenngleich weniger bevorzugt, den Weichbereich 42
durch ein Material zu bilden, welches eine geringere Stauchhärte aufweist als ein
abweichendes Material, welches den Hartbereich 43 ausbildet. Die Bodenkurve 17 bildet
grundsätzlich die Grenze zwischen dem Hartbereich 43 und dem Weichbereich 42. Die
Kopfkurve 29 wird durch die Auflageflächen 2, 3 oben auf dem Weichbereich 42 definiert.
Der höchste Punkt im der Bodenkurve 17 und damit des Hartbereichs im Bereich der Halswirbelsäule
muss im Bereich der Halswirbel C5 und C6 liegen. Gleiches gilt auch für den obersten
Punkt der Kopfkurve. Die höchstgelegenen Punkte sowohl der Bodenkurve als auch der
Kopfkurve sollen in axialer Richtung maximal 6 cm (ΔX
C5C6), vorzugsweise maximal 4,5 cm vom vordersten Punkt 44 der Schulteranlagefläche 40
entfernt sein.
[0053] Wesentlich ist nun ein recht "schneller" Übergang von der ansteigenden Schulteranlagefläche
40 zu den näherungsweise nahezu horizontal ausgerichteten Anlageflächen der Halswirbel
C5 und C6. Dazu weist das Kissen im Bereich der Anlageflächen des Halswirbels C7 einen
Krümmungsradius K
C7 von maximal 2 cm, vorzugweise maximal 1,5 cm. auf. Damit wird erreicht, dass sich
das Kissen keilartig in Richtung des Halswirbel C6 "bohren" kann. So kann das Kissen
eine große Stützwirkung auf die unteren Halswirbelwirbel C5-C7 ausüben.
[0054] Damit die Stützkraft auf die untere Halswirbelsäule C5-C7 konzentriert wird, ist
der Weichbereich 42 im Bereich der Wirbel C5 und C6 dünner ausgestaltet als im Bereich
der Halswirbel C1 und C2. Dies wird erreicht durch eine abfallende Krümmung der Bodenkurve
17 zwischen den Bereichen C3 und C6, die einen mittleren Krümmungsradius K
17,C3C6 von maximal 6 cm aufweist. Während der Weichbereich 42 im Bereich C6 in etwa eine
Dicke ΔZ
C6 von maximal 2 cm aufweist (vorzugsweise zumindest 0,5cm), fällt die die Bodenkurve
17 im Bereich zwischen C6 und C2 derart schnell ab, dass der Weichbereich 42 im Bereich
C2 einen Dicke ΔZ
C2 von zumindest 2,0 cm, vorzugsweise zumindest 2,5 cm (insbesondere maximal 3 cm) aufweist.
Ein mittlerer Krümmungsradius K
29,C3C6 der Kopfkurve 29 zwischen zwischen den Bereichen C3 und C6 beträgt vorzugsweise maximal
10 cm und ist größer als der mittlere Krümmungsradius K
17,C3C6 der Bodenkurve in diesem Bereich. Die Einschnitte im Bereich der Wirbel C1 bis C3
sind winklig ausgerichtet mit einem Winkel von zumindest 25° gegenüber der Vertikalen
ausgerichtet. Dies ermöglicht ein Wegklappen der angrenzenden Wirbelauflagebereiche
nach unten, was die Stützkraft für den Atlas nocheinmal reduzieren kann.
[0055] Im weiteren Verlauf hat das Kissen bevorzugt ein oder mehrere der folgenden Krümmungswerte;
die nachfolgend genannten bevorzugten Werte schließen einen Bereich von +-3 cm mit
ein:
Die Krümmung K29,C1 der Kopfkurve 29 im Bereich des ersten Halswirbels C1 beträgt maximal 25cm, bevorzugt
in etwa 20 cm.
Die Krümmung K29,Kopf der Kopfkurve 29 im Bereich des der Kopfes beträgt maximal 35 cm, bevorzugt in etwa
30,5 cm.
Die Krümmung K17,C1-Kopf vorne der Kopfkurve 17 im Bereich zwischen dem ersten Halswirbels C1 und der vorderen Kopfauflage
beträgt maximal 15 cm, bevorzugt in etwa 10,5 cm.
Die Krümmung K17, Kopf mitte der Bodenkurve 17 im Bereich der mittleren Kopfauflage beträgt maximal 42 cm, bevorzugt
in etwa 37 cm.
Die Krümmung K17,Kopf hinten der Bodenkurve 17 im Bereich der hinteren Kopfauflage beträgt maximal 35 cm, bevorzugt
in etwa 30 cm.
[0056] Das derartig gestaltete Nackenkissen entspricht somit in dem Verlauf der Bodenkurve
in etwa einem übertrieben Kurvenverlauf der Halswirbelsäule der meisten Menschen.
Beim Eindrücken des Weichbereichs und Teilen des Hartbereichs entspricht dann der
Verlauf der Bodenkurve weitgehend dem optimalen Verlauf der Halswirbel der nutzenden
Person.
[0057] Sämtliche der im Rahmen der Anmeldung gemachten Längenangaben gelten für ein Kissen
für Erwachsene. Für ein Kinderkissen sind sämtlich im Rahmen dieser Anmeldung genannten
absoluten Längenangaben (einschl. Krümmungswerte) um 25% zu reduzieren. relative Größenangaben
sowie Winkelangaben verbleiben unverändert.
Bezugszeichenliste
[0058]
- 1
- Nackenkissen
- 2
- Auflagefläche
- 3
- Halswirbelauflagebereich
- 4
- Kopfauflagebereich
- 5
- Stützkörper
- 6
- Einschnitt
- 7
- querverlaufende Aufnahmeausnehmung
- 8
- Einstellrolle
- 9
- radialer Vorsprung
- 10
- erste geneigte Bodenplatte
- 11
- zweite geneigte Bodenplatte
- 12
- erster U-Schenkel
- 13
- zweiter U-Schenkel
- 14
- dritte Bodenplatte
- 15
- Kopfbereichsausnehmung
- 16
- Haltevorsprung
- 17
- Bodenkurve der Einschnitte
- 19
- Halteausnehmung
- 20
- Seitenkissen
- 21
- Auflagefläche
- 22
- Unterarmauflagebereich
- 23
- Handgelenkauflagebereich
- 24
- Fingerauflagebereich
- 25
- Umgreifbereich
- 26
- Stützkörper
- 27
- Haltausnehmung
- 28
- Haltevorsprung
- 29
- Kopfkurve
- 30
- vierte Bodenplatte
- 31
- fünfte Bodenplatte
- 32
- kleine Rolle für Brustwirbelbereich
- 33
- Person
- 34
- Oberarm
- 35
- Unterarm
- 36
- Hand
- 37
- Brustwirbelauflagebereich
- 40
- Schulteranlagefläche
- 41
- mittlere Steigung der Schulteranlagefläche
- 42
- Weichbereich
- 43
- Hartbereich
- 44
- Fuß des Kissens
- 45
- vorderster Punkt des Kissens
- C1...C7
- Auflagebereich für 1. Halswirbel Nr. 1 ... 7
- U
- U-förmige Umgreifung
- R
- Rotationsrichtung Schultergelenk
- α
- mittlerer Steigungswinkel der Schulteranlagefläche
- Δx45
- Abstand Fuß des Kissens zu vorderstem Punkt der Schulteranlagefläche
- ΔXC5C6
- Abstand höchter Punkt zu vorderstem Punkt
- KC7
- Krümmungsradius der C7-Auflagefläche
- K17,C3C6
- Krümmungsradius der Bodenkurve im Bereich der Auflagefläche C3-C6
- K29,C3C6
- Krümmungsradius der Bodenkurve im Bereich der Auflagefläche C3-C6
- K29,C1
- Krümmung der Kopfkurve im Bereich des ersten Halswirbels C1
- K29,Kopf
- Krümmung der Kopfkurve im Bereich des der Kopfes
- K17,C1-Kopf vorne
- Krümmung der Kopfkurve im Bereich zwischen dem ersten Halswirbels C1 und der vorderen
Kopfauflage
- K17,Kopf mitte
- Krümmung der Bodenkurve im Bereich der mittleren Kopfauflage
- K17,Kopf hinten
- Krümmung der Bodenkurve im Bereich der hinteren Kopfauflage
- ΔZC6
- Dicke des Weichbereichs im Bereich C6
- ΔZC2
- Dicke des Weichbereichs im Bereich C2
1. Nackenkissen (1), umfassend
einen Stützkörper (5) mit einer Auflagefläche (2), die einen konvex geformten Halswirbelauflagebereich
(3) und einen konkav gewölbten Kopfauflagebereich (4) aufweist,
dadurch gekennzeichnet, das Kissen einen Hartbereich (43) umfasst, der oberseitig von einem Weichbereich
(42) abgedeckt ist, wobei der Kopf der Person sowie dessen Halswirbelsäule auf dem
Weichbereich aufliegen und der Weichbereich weist eine geringere Härte auf als der
Hartbereich.
2. Nackenkissen nach dem vorherigen Anspruch,
gekennzeichnet durch ein oder mehrere der folgenden Merkmale:
- eine Schulteranlagefläche (40) des Kissens weist eine negative Steigung ausgehend
vom Fuß (44) des Kissens auf,
- die Schulteranlagefläche (40) geht mit einem mittleren Krümmungsradius (KC7) von weniger als 2 cm in den Auflagebereich des sechsten Halswirbels (C6) über;
- der im Bereich der Halswirbelsäule liegende höchste Punkt der Bodenkurve (17) und
damit des Hartbereichs (43) liegt im Bereich der fünften und sechsten Halswirbel (C5,
C6);
- die obersten Punkte sowohl der Bodenkurve (17) und/oder Kopfkurve (29) sind in axialer
Richtung (ΔXC5C6) maximal 6 cm vom vordersten Punkt (44) der Schulteranlagefläche (40) entfernt;
- der Übergang der Schulteranlagefläche (40) zur näherungsweise nahezu horizontal
ausgerichteten Anlageflächen der fünften und sechsten Halswirbel (C5, C6) insbesondere
am Weichbereich weist einen Krümmungsradius (KC7) von maximal 2 cm auf, vorzugweise maximal 1,5 cm;
- die Bodenkurve (17) weist zwischen den Auflageflagebereichen des zweiten und sechsten
Halswirbels (C2, C6) eine abfallende Krümmung mit einem mittleren Krümmungsradius
(K17,C3C6) von maximal 6 cm auf und die Kopfkurve (29) weist zwischen den Auflageflagebereichen
des zweiten und sechsten Halswirbels (C2, C6) eine abfallende Krümmung mit einem mittleren
Krümmungsradius K29,C3C6 auf, der größer ist als der Krümmungsradius (K17,C3C6) der Bodenkurve (17) in diesem Bereich, insbesondere maximal 10cm;
- der Weichbereich (42) weist im Auflageflagebereichen des sechsten Halswirbels C6
eine geringere Dicke auf als im Auflageflagebereichen des zweiten Halswirbels (C2).
3. Nackenkissen nach dem vorherigen Anspruch, gekennzeichnet durch sämtliche der Merkmale des Anspruchs 2.
4. Nackenkissen nach einem der vorherigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Stützkörper (5) insbesondere zur Bildung eines Weichkörpers (43), eine Vielzahl
von Einschnitten (6) aufweist, die von dem Halswirbelauflagebereich (3) und/oder vom
Kopfauflagebereich (4) in den Stützkörper (5) hineinragen, wobei insbesondere die
Einschnitte (6) im Kopfauflagebereich (4) tiefer in den Stützkörper (5) hineinragen
als die Einschnitte (6) im Halswirbelauflagebereich (3).
5. Nackenkissen nach einem der vorherigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Auflagefläche (2), zwei Halswirbelauflagebereiche (3', 3") umfasst, die jeweils
an gegenüberliegenden Seiten des Kopfauflagebereich (4) angeordnet sind, wobei
- der Verlauf einer Kopfkurve (29) der Einschnitte (6) und/oder
- der Verlauf einer Bodenkurve (17) der Einschnitte (6) und/oder
- die Ausrichtung der Einschnitte (6).
an beiden Halswirbelauflagebereiche (3', 3") unterschiedlich ausgebildet ist.
6. Nackenkissen nach einem der vorherigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass im Stützkörper (5) im Längsbereich (x) des Halswirbelauflagebereichs (3', 3") eine
querverlaufende (y) Aufnahmeausnehmung (7) für eine Einstellrolle (8', 8") vorgesehen
ist, wobei die Einstellrolle (8) formschlüssig in unterschiedlichen Winkelstellungen
innerhalb der Aufnahmeausnehmung (7) fixierbar ist.
7. Nackenkissen nach dem vorherigen Anspruch,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Einstellrolle (8) mehrere, insbesondere vier, umfangsverteilte, radiale Vorsprünge
(9) aufweist, wobei insbesondere zumindest einer der Vorsprünge (9*) abnehmbar ist.
8. Nackenkissen nach einem der Anspruch 4 oder 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Stützkörper (5) im Bereich der Aufnahmeausnehmung (6) aufgeschnitten ist wodurch
zwei U-Schenkel (12, 13) gebildet sind, die gemeinsam die Aufnahmeausnehmung (6) U-förmig
umgreifen, wobei insbesondere die zwei umgreifenden U-Schenkel (12, 13), in Längsrichtung
(x) oder in Längsrichtung (z) und Höhenrichtung (z) betrachtet, formschlüssig ineinandergreifen.
9. Nackenkissen nach einem der vorherigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass unterhalb des Stützkörpers (5) zumindest eine geneigte Bodenplatte (10, 11) befestigt
ist.
10. Nackenkissen nach einem der vorherigen Ansprüche
dadurch gekennzeichnet,
dass unterhalb des Stützkörpers (5) eine Bodenplatte (14) mit einer Kopfbereichsausnehmung
(15) angeordnet ist.
11. Nackenkissen nach einem der vorherigen Ansprüche
dadurch gekennzeichnet,
dass in Längsrichtung (x) betrachtet (5) sich eine Brustwirbelauflagenbereich (32) an
den Halswirbelauflagereich (3) anschließt, der in Querrichtung (y) betrachtet lediglich
im zentralen Bereich (I) des Nackenkissens (1) vorgesehen ist, und dass insbesondere
der Brustwirbelauflagenbereich (32) einstückig mit der Bodenplatte (14) nach Anspruch
8 ausgebildet ist.
12. Kissenanordnung, umfassend
- ein Nackenkissen nach einem der vorherigen Ansprüche,
- zumindest ein Seitenkissen (20),
das Seitenkissen (20) umfasst einen Stützkörper (26) mit einer Auflagefläche (21),
die einen ansteigenden Unterarmauflagebereich (22), einen konvex geformten Handgelenkauflagebereich
(23) und einen konkav geformten Fingerauflagebereich (24) und insbesondere einen konvex
geformten Umgreifbereich (25) aufweist.
13. Kissenanordnung nach dem vorherigen Anspruch,
dadurch gekennzeichnet,
dass ein weiteres Seitenkissen vorgesehen ist, wobei die beiden Seitenkissen in Querrichtung
(y) betrachtet jeweils auf unterschiedlichen Seiten des Nackenkissens angeordnet sind.
14. Kissenanordnung nach einem der Ansprüche 12 oder 13,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Seitenkissen über Befestigungsmittel mit dem Nackenkissen und/oder mit dem weiteren
Seitenkissen nach Anspruch 10 verbunden ist.
Geänderte Patentansprüche gemäss Regel 137(2) EPÜ.
1. Kissenanordnung, umfassend
- ein Nackenkissen (1),
- zumindest ein Seitenkissen (20),
das Nackenkissen (1) umfasst
einen Stützkörper (5) mit einer Auflagefläche (2), die einen konvex geformten Halswirbelauflagebereich
(3) und einen konkav gewölbten Kopfauflagebereich (4) aufweist, wobei der Stützkörper
einen Hartbereich (43) umfasst, der oberseitig von einem Weichbereich (42) abgedeckt
ist, wobei der Kopf der Person sowie dessen Halswirbelsäule auf dem Weichbereich aufliegen
und der Weichbereich weist eine geringere Härte auf als der Hartbereich,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Seitenkissen (20) einen Stützkörper (26) mit einer Auflagefläche (21) umfasst,
die einen ansteigenden Unterarmauflagebereich (22), einen konvex geformten Handgelenkauflagebereich
(23) und einen konkav geformten Fingerauflagebereich (24) aufweist.
2. Kissenanordnung nach dem vorherigen Anspruch,
gekennzeichnet durch ein oder mehrere der folgenden Merkmale:
- eine Schulteranlagefläche (40) des Kissens weist eine negative Steigung ausgehend
vom Fuß (44) des Kissens auf,
- die Schulteranlagefläche (40) geht mit einem mittleren Krümmungsradius (KC7) von weniger als 2 cm in den Auflagebereich des sechsten Halswirbels (C6) über;
- der im Bereich der Halswirbelsäule liegende höchste Punkt der Bodenkurve (17) und
damit des Hartbereichs (43) liegt im Bereich der fünften und sechsten Halswirbel (C5,
C6);
- die obersten Punkte der Bodenkurve (17) und/oder Kopfkurve (29) sind in axialer
Richtung (ΔXC5C6) maximal 6 cm vom vordersten Punkt (44) der Schulteranlagefläche (40) entfernt;
- der Übergang der Schulteranlagefläche (40) zur näherungsweise nahezu horizontal
ausgerichteten Anlageflächen der fünften und sechsten Halswirbel (C5, C6) insbesondere
am Weichbereich weist einen Krümmungsradius (KC7) von maximal 2 cm auf, vorzugsweise maximal 1,5 cm;
- die Bodenkurve (17) weist zwischen den Auflagebereichen des zweiten und sechsten
Halswirbels (C2, C6) eine abfallende Krümmung mit einem mittleren Krümmungsradius
(K17,C3C6) von maximal 6 cm auf und die Kopfkurve (29) weist zwischen den Auflagebereichen
des zweiten und sechsten Halswirbels (C2, C6) eine abfallende Krümmung mit einem mittleren
Krümmungsradius (K29,C3C6) auf, der größer ist als der Krümmungsradius (K17,C3C6) der Bodenkurve (17) in diesem Bereich, insbesondere maximal 10cm;
- der Weichbereich (42) weist im Auflagebereich des sechsten Halswirbels (C6) eine
geringere Dicke auf als im Auflagebereichen des zweiten Halswirbels (C2).
3. Kissenanordnung nach dem vorherigen Anspruch,
gekennzeichnet durch
sämtliche der Merkmale des Anspruchs 2.
4. Kissenanordnung nach einem der vorherigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Stützkörper (5) insbesondere zur Bildung eines Weichkörpers (43), eine Vielzahl
von Einschnitten (6) aufweist, die von dem Halswirbelauflagebereich (3) und/oder vom
Kopfauflagebereich (4) in den Stützkörper (5) hineinragen, wobei insbesondere die
Einschnitte (6) im Kopfauflagebereich (4) tiefer in den Stützkörper (5) hineinragen
als die Einschnitte (6) im Halswirbelauflagebereich (3).
5. Kissenanordnung nach einem der vorherigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Auflagefläche (2) zwei Halswirbelauflagebereiche (3', 3") umfasst, die jeweils
an gegenüberliegenden Seiten des Kopfauflagebereich (4) angeordnet sind, wobei
- der Verlauf einer Kopfkurve (29) der Einschnitte (6) und/oder
- der Verlauf einer Bodenkurve (17) der Einschnitte (6) und/oder
- die Ausrichtung der Einschnitte (6).
an beiden Halswirbelauflagebereiche (3', 3") unterschiedlich ausgebildet ist.
6. Kissenanordnung nach einem der vorherigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass im Stützkörper (5) im Längsbereich (x) des Halswirbelauflagebereichs (3', 3") eine
querverlaufende (y) Aufnahmeausnehmung (7) für eine Einstellrolle (8', 8") vorgesehen
ist, wobei die Einstellrolle (8) formschlüssig in unterschiedlichen Winkelstellungen
innerhalb der Aufnahmeausnehmung (7) fixierbar ist.
7. Kissenanordnung nach dem vorherigen Anspruch,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Einstellrolle (8) mehrere, insbesondere vier, umfangsverteilte, radiale Vorsprünge
(9) aufweist, wobei insbesondere zumindest einer der Vorsprünge (9*) abnehmbar ist.
8. Kissenanordnung nach einem der Anspruch 6 oder 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Stützkörper (5) im Bereich der Aufnahmeausnehmung (6) aufgeschnitten ist, wodurch
zwei U-Schenkel (12, 13) gebildet sind, die gemeinsam die Aufnahmeausnehmung (6) U-förmig
umgreifen, wobei insbesondere die zwei umgreifenden U-Schenkel (12, 13), in Längsrichtung
(x) oder in Längsrichtung (z) und Höhenrichtung (z) betrachtet, formschlüssig ineinandergreifen.
9. Kissenanordnung nach einem der vorherigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass unterhalb des Stützkörpers (5) zumindest eine geneigte Bodenplatte (10, 11) befestigt
ist.
10. Kissenanordnung nach einem der vorherigen Ansprüche
dadurch gekennzeichnet,
dass unterhalb des Stützkörpers (5) eine Bodenplatte (14) mit einer Kopfbereichsausnehmung
(15) angeordnet ist.
11. Kissenanordnung nach einem der vorherigen Ansprüche
dadurch gekennzeichnet,
dass in Längsrichtung (x) betrachtet (5) sich ein Brustwirbelauflagenbereich (32) an den
Halswirbelauflagereich (3) anschließt, der in Querrichtung (y) betrachtet lediglich
im zentralen Bereich (I) des Nackenkissens (1) vorgesehen ist, und dass insbesondere
der Brustwirbelauflagenbereich (32) einstückig mit der Bodenplatte (14) nach Anspruch
9 ausgebildet ist.
12. Kissenanordnung nach einem der vorherigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Seitenkissen (20) einen konvex geformten Umgreifbereich (25) aufweist.
13. Kissenanordnung nach dem vorherigen Anspruch,
dadurch gekennzeichnet,
dass ein weiteres Seitenkissen vorgesehen ist, wobei die beiden Seitenkissen in Querrichtung
(y) betrachtet jeweils auf unterschiedlichen Seiten des Nackenkissens angeordnet sind.
14. Kissenanordnung nach einem der vorherigen Ansprüche ,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Seitenkissen über Befestigungsmittel mit dem Nackenkissen und/oder mit dem weiteren
Seitenkissen nach Anspruch 13 verbunden ist.