TECHNISCHES GEBIET DER ERFINDUNG
[0001] Bei Laborzentrifugen werden zwei unterschiedliche Bautypen unterschieden:
- a) Bekannt sind einerseits temperaturgeregelte Laborzentrifugen, bei welchen ein Betreiber
eine Wunschtemperatur für die Temperatur in der Rotorkammer der Laborzentrifuge und
damit auch möglichst der mit der Laborzentrifuge zentrifugierten Probe vorgeben kann.
Bei temperaturgeregelten Laborzentrifugen ist eine Regelungseinrichtung vorhanden,
mittels welcher eine Kühlung oder ein Wärmeeintrag einer Kühl- und/oder Heizeinrichtung
oder eines kühlenden Luftstroms derart geregelt wird, dass die Temperatur in der Rotorkammer
der Laborzentrifuge der eingegebenen Wunschtemperatur entspricht (oder nur innerhalb
vorgegebener Grenzen von dieser abweicht).
- b) Ebenfalls bekannt sind temperaturungeregelte Laborzentrifugen, bei welchen der
Betreiber keine Wunschtemperatur vorgeben kann. Bei einer temperaturungeregelten Laborzentrifuge
erfolgt ein Wärmeeintrag in eine Rotorkammer durch den Antrieb der Laborzentrifuge,
insbesondere infolge
- einer Wärmeleitung von einem Gehäuse des Antriebs zu dem Gehäuse der Rotorkammer mit
Abstrahlung von Wärme in die Rotorkammer,
- der erzeugten Rotationsbewegung des Rotors mit der Bewegung des Fluids in der Rotorkammer
und/oder
- der Erzeugung von Reibung in Lagern des Rotors.
[0002] Einer sich durch diesen Wärmeeintrag ergebenden unerwünschten Temperaturerhöhung
in der Rotorkammer wird allein durch eine Luftkühlung mittels einer Durchströmung
der Rotorkammer mit einem der Umgebung entnommenen kühlenden Luftstrom entgegengewirkt.
Hierbei ergibt sich der Luftstrom ohne Einsatz einer zusätzliche Fördereinrichtung
infolge von Druckunterschieden zwischen einer Zutrittsöffnung der Luftstroms zu der
Rotorkammer und einer Austrittsöffnung für den Luftstrom aus der Rotorkammer, wobei
sich die Druckunterschiede bei geeigneter Wahl der Orte, an welchen die Zutrittsöffnung
und die Austrittsöffnung in der Rotorkammer angeordnet werden, infolge der Rotation
des Rotors ergeben.
[0003] Die Erfindung ist eingeschränkt auf Laborzentrifugen des Typs b), also temperaturungeregelte
luftgekühlte Laborzentrifugen.
AUFGABE DER ERFINDUNG
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine temperaturungeregelte luftgekühlte
Laborzentrifuge des zuvor erläuterten Typs hinsichtlich der Gewährleistung vorbestimmter
Prozessbedingungen zu verbessern.
LÖSUNG
[0005] Die Aufgabe der Erfindung wird erfindungsgemäß mit den Merkmalen der unabhängigen
Patentansprüche gelöst. Weitere bevorzugte Ausgestaltungen sind den abhängigen Patentansprüchen
zu entnehmen.
BESCHREIBUNG DER ERFINDUNG
[0006] Erfindungsgemäß ist eine temperaturungeregelte luftgekühlte Laborzentrifuge, also
eine Laborzentrifuge des zuvor erläuterten Typs b), mit einem Innenraum ausgestattet,
in welchem ein von einem Antrieb in Rotation versetzter Rotor angeordnet ist. An dem
Rotor ist mindestens ein Probenbehälter mit mindestens einer zu zentrifugierenden
Probe gehalten. Hierbei kann der Probenbehälter in fester Orientierung gegenüber dem
Rotor gehalten sein oder je nach Drehzahl des Rotors verschwenkbar an diesem gehalten
sein.
[0007] Erfindungsgemäß wird die Temperatur in dem Innenraum der Laborzentrifuge durch einen
Temperatursensor erfasst, wobei das Erfassen der Temperatur direkt oder indirekt erfolgen
kann. Während das Erfassen einer Temperatur in dem Innenraum einer temperaturgeregelten
Laborzentrifuge des Typs a) unumgänglich ist, um überhaupt die Regelung der Temperatur
auf die Wunschtemperatur zu ermöglichen, hat der Fachmann den Einsatz eines Temperatursensors
für eine Laborzentrifuge des Typs b) vor der vorliegenden Erfindung nicht in Erwägung
gezogen, da bei Laborzentrifugen des Typs b) eine Vorgabe der Arbeitstemperatur der
Laborzentrifuge gerade nicht erfolgen sollte und der Wärmehaushalt der Laborzentrifuge
konstruktiv vorgegeben war durch konstruktive Vorgabe des die Laborzentrifuge durchströmenden
kühlenden Luftstroms je nach dem baureihenabhängigen Wärmeeintrag infolge des Antriebs.
[0008] Der vorliegenden Erfindung liegt die Beobachtung zugrunde, dass festgestellt worden
ist, dass sich insbesondere je nach Aufstellungsbedingungen der Laborzentrifuge trotz
des kühlenden Luftstroms und trotz u. U. weitestgehend konstanter Antriebsbedingungen
des Rotors unterschiedliche Temperaturen in dem Innenraum (und damit auch der Proben
in dem Probenbehälter) ergeben können, was unerwünscht ist. Möglich ist, dass eine
Einlassöffnung und/oder eine Auslassöffnung für den kühlenden Luftstrom beschränkt
ist, insbesondere durch einen auf der Laborzentrifuge liegenden Gegenstand wie bspw.
ein Blatt Papier oder durch Anordnung der Einlassöffnung und/oder Auslassöffnung eng
benachbart einer Wandung des Raums, in welchem die Laborzentrifuge angeordnet ist,
oder eng benachbart zu einem Einrichtungsgegenstand. Möglich ist aber auch, dass die
Einlassöffnung für den kühlenden Luftstrom im Bereich einer Heizung des Raums angeordnet
ist, so dass der Luftstrom eine reduzierte oder sogar keine Kühlung des Innenraums
herbeiführt. In diesen Fällen entspricht die Kühlleistung des Luftstroms nicht der
erforderlichen Kühlleistung, womit bei unverändertem Wärmeeintrag durch den Rotor
in die Laborzentrifuge die Temperatur in dem Innenraum ansteigen kann. Des Weiteren
kann sich eine unerwünschte Temperaturänderung des Innenraums der Laborzentrifuge
auch in Abhängigkeit davon ergeben, ob die Laborzentrifuge in einem der Sonnenstrahlung
ausgesetzten Bereich oder einem abgeschatteten Bereich angeordnet ist, was unter Umständen
auch von der Tageszeit abhängig sein kann.
[0009] Mittels der erfindungsgemäßen Erfassung der Temperatur in dem Innenraum durch einen
Temperatursensor kann eine Überwachung der Temperatur in dem Innenraum erfolgen. Maßgeblich
für die Bedeutung der Erfindung ist, dass der konstruktive Änderungsbedarf einer Laborzentrifuge
des Stands der Technik gemäß dem Typ b) u. U. lediglich in
- der Anordnung eines unter Umständen sehr kostengünstigen Temperatursensors,
- der Zuführung des Signals des Temperatursensors zu einer Steuereinheit der Laborzentrifuge
und
- der Modifikation einer Steuerlogik oder Software (im Folgenden Steuerlogik)
besteht, womit (ohne Kosten und erforderlichen Bauraum für eine Kühl- und/oder Heizeinrichtung
und Maßnahmen zur Regelung derselben und ohne etwaige Regelungsmaßnahmen für einen
Luftstrom) mit minimalen Kosten dennoch definierte Prozessbedingungen hinsichtlich
der Temperatur in dem Innenraum der Laborzentrifuge gewährleistet werden können. U.
U. kann durch die genannten Maßnahmen auch eine einfache Nachrüstung einer Laborzentrifuge
erfolgen
[0010] Möglich ist, dass die Temperatur des Fluids in dem Innenraum lediglich mittelbar
erfasst wird. So kann insbesondere der Temperatursensor in einem Kanal angeordnet
sein, durch welchen der Luftstrom aus dem Innenraum in die Umgebung austritt. Aus
der in diesem Luftstrom gemessenen Temperatur kann dann auf die Temperatur in dem
Innenraum rückgeschlossen werden, wobei die Temperatur in dem Innenraum der in dem
Kanal gemessenen Temperatur entsprechen kann oder eine Umrechnung über ein Kennfeld
oder eine funktionale Abhängigkeit erfolgen kann. Vorteilhaft ist hierbei u. U., dass
in dem Kanal definierte Strömungsbedingungen vorherrschen, welche bspw. weniger abhängig
von einer Bestückung des Rotors mit unterschiedlichen Probenbehältern oder einer unterschiedlichen
Anzahl von Probenbehältern oder der Drehzahl des Rotors sein können. Andererseits
ist für diese Ausgestaltung nicht erforderlich, dass der Temperatursensor in dem Innenraum
der Rotorkammer angeordnet werden muss oder an der Rotorkammer gehalten wird, was
u. U. auch eine Hindurchführung von Leitungen, Anbringen von Befestigungsleitungen
u. ä. an der Rotorkammer verbunden sein kann.
[0011] Ebenfalls möglich ist, dass der Temperatursensor in oder an einem rotierenden Bauelement
der Laborzentrifuge angeordnet ist. Um lediglich einige nicht beschränkende Beispiele
zu nennen, kann der Temperatursensor an oder in dem Rotor oder einer Antriebswelle
für den Rotor gehalten sein. Ebenfalls möglich ist, dass der Temperatursensor in oder
an einem Probenbehälter der Laborzentrifuge gehalten ist. Möglich ist hierbei, dass
eine Leistungsversorgung und/oder eine Herausführung des Messsignals des Temperatursensors
von dem rotierenden Bauelement zu einem ruhenden Bauelement, insbesondere mit Verbindung
zu einer Steuereinheit, erfolgt, was beispielsweise über Schleifringkontakte erfolgen
kann. Ebenfalls möglich ist eine kabellose Leistungsversorgung und/oder Ableitung
des Messsignals des Temperatursensors, bspw. eines RFID-Sensors. Beispielsweise kann
zur elektrischen Leistungsversorgung des Temperatursensors eine Aussendung elektromagnetischer
Wellen erfolgen. Entsprechend kann auch mittels elektromagnetischer Wellen eine Übertragung
des Messsignals von dem Temperatursensor, der an oder in dem rotierenden Bauelement
angeordnet ist, zu einem gehäuseseitigen Empfänger erfolgen, welcher dann das Messsignal
der Steuereinheit zuführt.
[0012] Für eine andere Ausgestaltung der Erfindung ist der Temperatursensor in dem Innenraum
oder einem den Innenraum begrenzenden Gehäuse angeordnet.
[0013] Grundsätzlich gibt es vielfältige Möglichkeiten für die Anordnung des Temperatursensors
in dem Innenraum der Laborzentrifuge. Möglich ist, dass der Temperatursensor in eine
Wandung des Innenraums eingebettet ist, wobei eine Messfläche des Temperatursensors
von dem Fluid des Innenraums beaufschlagt ist. Möglich ist aber auch, dass der Temperatursensor
von einer Wandung des Innenraums in den Innenraum hineinragt. Hierbei kann der Temperatursensor
frei von dem Fluid in dem Innenraum beaufschlagt sein oder gegenüber einer Strömung
des Fluids durch Abdeckplatten, Rippen o. ä. abgeschirmt ist. Ebenfalls möglich ist,
dass der Temperatursensor in einer strömungsberuhigten Ausnehmung eines Gehäuses oder
der Wandung des Innenraums oder einer strömungsberuhigenden Hinterschneidung des Gehäuses
angeordnet ist.
[0014] Für einen Vorschlag der Erfindung ist der Temperatursensor in einem Gehäuse angeordnet,
welches eine Kapselung des Temperatursensors bildet. Möglich ist hierbei, dass die
Kapselung fluiddicht ausgebildet ist, so dass der Temperatursensor nicht mit dem strömenden
Fluid beaufschlagt ist, was einerseits zu mechanischen Beanspruchungen des Temperatursensors
führen könnte und andererseits zu schwankenden Temperaturbedingungen an dem Sensor
führen könnte. Vielmehr wird das die Kapselung bildende Gehäuse von außen von dem
infolge der Rotation des Rotors bewegten Fluid in dem Innenraum beaufschlagt. Je nach
Temperatur und Strömungsbedingungen des Fluids ändert sich dann die Temperatur des
Gehäuses, welche dann von dem im Inneren des Gehäuses angeordneten Temperatursensors
erfasst wird. Für diese Ausgestaltung bildet das Gehäuse eine Art "Temperaturfilter",
da hochdynamische Temperaturänderungen des das Gehäuse beaufschlagenden Fluids herausgemittelt
werden und der Temperatursensor eine infolge des Gehäuses gemittelte Temperatur erfasst,
wobei die Temperaturkonstante für die Filterung oder Mittelung abhängig ist von der
Wärmekapazität des Gehäuses, der Mantelfläche des Gehäuses, des Volumens des Gehäuses
und/oder der Gestaltung der Strömungsbedingungen bei der Umströmung des Gehäuses,
bspw. mit laminarer Umströmung oder turbulenter Umströmung und/oder mit Anordnung
von gezielt umströmten und die Wirkfläche vergrößerten Strömungsleitflächen. Möglich
ist aber auch, dass das die Kapselung bildende Gehäuse nicht fluiddicht ausgebildet
ist, sondern vielmehr eine Öffnung ausbildet, über welche der Temperatursensor unmittelbar
mit dem Fluid des Innenraums der Laborzentrifuge beaufschlagt werden kann. Je nach
Gestaltung der Öffnung und Ausrichtung derselben zur Strömungsrichtung sowie Gestaltung
der weiteren Strömungsbedingungen kann eine Strömungsberuhigung und damit eine Gestaltung
der Temperaturbedingungen in dem Gehäuse im Bereich des Temperatursensors herbeigeführt
werden.
[0015] Problematisch kann unter Umständen sein, wenn der Temperatursensor und/oder dass
die Kapselung bildende Gehäuse über eine Wärmebrücke mit dem Antrieb und/oder einem
Lager des Rotors der Laborzentrifuge gekoppelt ist, was zur Folge haben kann, dass
das von dem Temperatursensor gelieferte Signal fehlerbehaftet ist. Erfindungsgemäß
wird zur Vermeidung einer derartigen Wärmebrücke vorgeschlagen, dass der Temperatursensor
und/oder dass die Kapselung für den Temperatursensor bildende Gehäuse über einen thermischen
Dämmkörper an einem benachbarten Bauelement der Laborzentrifuge, insbesondere einem
den Innenraum der Laborzentrifuge begrenzenden Gehäuse, gehalten ist.
[0016] Weitere der Erfindung zugrunde liegende Untersuchungen haben zu dem Ergebnis geführt,
dass es vorteilhaft sein kann, besondere Aufmerksamkeit der Fragestellung zu widmen,
in welchem Bereich des Innenraums der Temperatursensor angeordnet ist. Hierbei hat
es sich als vorteilhaft herausgestellt, wenn gemäß einer besonderen Ausgestaltung
der Erfindung der Temperatursensor in einem strömungsberuhigten Bereich des Innenraums
angeordnet ist, womit eine Beaufschlagung des Temperatursensors mit mechanischen Beanspruchungen
und/oder hochdynamischen Temperaturänderungen durch die Umströmung desselben zumindest
reduziert werden kann.
[0017] Für eine besondere Ausgestaltung dieses Lösungsgedankens sind eine fluidische Zutrittsöffnung
zu dem Innenraum und eine fluidische Austrittsöffnung aus dem Innenraum für die Luftströmung
zur Luftkühlung der Laborzentrifuge auf einer Seite des Rotors, insbesondere oberhalb
des Rotors angeordnet, während der Temperatursensor auf der gegenüberliegenden Seite
des Rotors, insbesondere auf der Unterseite des Rotors angeordnet ist.
[0018] Insbesondere ist hierbei der Temperatursensor an einem ruhenden Gehäuseteil der Laborzentrifuge
gehalten, wobei dies mit einem möglichst kleinen Abstand zu der Rotationsachse des
Rotors erfolgt. Diese Ausgestaltung liegt die Erkenntnis zugrunde, dass angesichts
der Rotation des Rotors mit Erhöhung des Abstands von der Rotationsachse die Strömungsgeschwindigkeiten
des Fluids in dem Innenraum größer wird, so dass bei Nutzung des minimalen Abstands
zu der Rotationsachse des Rotors die Beaufschlagung des Temperatursensors mit kleineren
Strömungsgeschwindigkeiten gewährleistet ist.
[0019] Die Erfindung schlägt auch vor, dass das Temperatursignal des Temperatursensors einer
Steuereinheit zugeführt wird. Hierbei kann es sich um eine separat für die Auswertung
des Temperatursignals vorgesehene Steuereinheit handeln. Vorzugsweise handelt es sich
aber um die ohnehin an der Laborzentrifuge vorhandene Steuereinheit, welche bspw.
für die Steuerung oder Regelung des Antriebs und/oder die Gewährleistung des ordnungsgemäßen
Verschlusses des Deckels der Laborzentrifuge vor Inbetriebnahme derselben und/oder
die Vorgabe von Betriebsbedingungen der Laborzentrifuge dient, womit diese Steuereinheit
multifunktional genutzt wird und der apparative Aufwand reduziert ist.
[0020] In einer Ausgestaltung der Erfindung verfügt die Steuereinheit über Steuerlogik.
Die Steuerlogik ermittelt aus dem Temperatursignal ein modifiziertes Temperatursignal.
Für die Art der Modifikation des Temperatursignals durch die Steuerlogik gibt es vielfältige
Möglichkeiten. So kann bspw. eine Filterung des Temperatursignals erfolgen, um (zumindest
in einem gewissen Frequenzbereich) dynamische Temperaturschwankungen in dem Temperatursignal
zu beseitigen. Um lediglich ein weiteres nicht beschränkendes Beispiel für die Modifikation
des Temperatursignals zu nennen, kann die Steuerlogik eine a-priori aus den physikalischen
Verhältnissen oder über Messungen ermittelte Abhängigkeit des Temperatursignals von
einer Temperatur an einem anderen Ort des Innenraums oder sogar der Probe oder eines
Orts des Probenbehälters berücksichtigen. Hierbei kann die Berücksichtigung der Abhängigkeit
beliebig erfolgen, bspw. über eine in der Steuerlogik berücksichtigte funktionale
oder mathematisch formulierte Abhängigkeit oder über ein Kennfeld in Abhängigkeit
von unterschiedlichen Betriebsbedingungen wie die Drehzahl des Antriebs, die Bestückung
des Rotors mit unterschiedlichen Probenbehältern oder unterschiedlicher Zahl von Probenbehältern
oder Umgebungsbedingungen. Infolge der Modifikation des Temperatursignals kann die
Aussagekraft des Temperatursignals erhöht werden.
[0021] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung verfügt die Steuereinheit über Steuerlogik,
welche das Temperatursignal und/oder das modifizierte Temperatursignal mit einem Schwellwert
vergleicht. Mit einem Passieren des Schwellwertes, welches ein Überschreiten eines
oberen Schwellwerts und/oder ein Unterschreiten eines unteren Schwellwerts sein kann,
kann mittels der Steuerlogik eine Maßnahme initiiert werden. Um lediglich ein nicht
beschränkendes Beispiel zu nennen, kann für die Laborzentrifuge (herstellerseitig
oder von einem Betreiber) ein oberer Schwellwert von 40°C und ein unterer Schwellwert
von 10°C vorgegeben werden. Unterschreitet das Temperatursignal oder das modifizierte
Temperatursignal den unteren Schwellwert oder überschreitet dieses den oberen Schwellwert,
wird die Maßnahme indiziert, da damit die Temperaturbedingungen nicht den vorbestimmten
Temperaturbedingungen entsprechen. Um lediglich ein weiteres nicht beschränkendes
Beispiel zu nennen, kann der Schwellwert von der Drehzahl des Rotors abhängig sein
oder von dem Betreiber der Laborzentrifuge vorgegeben werden.
[0022] Möglich ist im Rahmen der Erfindung aber auch alternativ oder kumulativ, dass die
Steuerlogik eine zeitliche Ableitung des Temperatursignals und/oder des modifizierten
Temperatursignals mit einem Schwellwert vergleicht und dann bei Passieren des Schwellwerts
eine Maßnahme initiiert. Deutet bspw. eine schnelle Änderung der Temperatur auf nicht
angemessene Betriebsbedingungen der Laborzentrifuge hin, kann angesichts der Änderung
oder Änderungsgeschwindigkeit des Temperatursignals die Maßnahme initiiert werden,
was unter Umständen sogar der Fall sein kann, bevor die absolute Temperatur einen
unerwünschten Wert erreicht hat. Infolge der Berücksichtigung der zeitlichen Änderung
oder Ableitung kann also u. U. auch sehr schnell auf nicht angemessene Betriebsbedingungen
reagiert werden. Durchaus möglich ist aber, dass auch unterschiedliche Kriterien für
das Initiieren der Maßnahme verwendet werden, wobei bspw. die Maßnahme initiiert werden
kann, wenn lediglich entweder ein Überschreiten des Schwellwerts durch das absolute
Temperatursignal oder das Überschreiten der zeitlichen Änderung des Temperatursignals
erfolgt oder sowohl das Temperatursignal als auch die zeitliche Änderung desselben
jeweils einen Schwellwert überschreitet.
[0023] Die seitens der Steuerlogik initiierten Maßnahmen können beliebig sein, von welchen
im Folgenden lediglich einige nicht beschränkende Beispiele genannt werden:
- Für eine besondere Ausgestaltung der Erfindung besteht die Maßnahme in einer Speicherung
des Über- und Unterschreitens des Schwellwerts, was bspw. zusammen mit einer zuvor
ermittelten oder eingegebenen Chargen-Nummer, den Betriebsbedingungen wie die Drehzahl
des Rotors, dem Temperaturverlauf über der Zeit oder einzelnen gemessenen Temperaturwerten
und/oder der Uhrzeit oder dem Tag erfolgen kann. Auf diese Weise kann eine Dokumentation
der Prozessbedingungen erfolgen, welchen der jeweilige Probenbehälter und die darin
angeordneten Proben ausgesetzt waren.
- Ebenfalls möglich ist, dass die initiierte Maßnahme in einem optischen oder akustischen
Signal besteht, um den Betreiber der Laborzentrifuge über das Über- oder Unterschreiten
des Schwellwerts zu informieren.
- Ebenfalls möglich ist, dass die durch die Steuerlogik initiierte Maßnahme in der Erzeugung
einer Anzeige an einer Anzeige der Laborzentrifuge besteht. Um lediglich ein nicht
zu beschränkendes Beispiel zu nennen, kann an der Anzeige die Temperatur oder Temperaturdifferenz
zu dem Schwellwert angezeigt werden oder ein Warnhinweis angezeigt werden.
- Die Erfindung schlägt auch vor, dass die initiierte Maßnahme darin bestehen kann,
dass dem Betreiber eine Empfehlung gegeben wird hinsichtlich einer manuellen Veränderung
eines Drossel- oder Öffnungsquerschnitts für den kühlenden Luftstrom. Besitzt bspw.
die Zutrittsöffnung oder die Austrittsöffnung für den Luftstrom eine manuell verstellbare
Blende, kann bei Überschreiten einer zulässigen Temperatur die Blende von dem Betreiber
in eine erweiterte Öffnungsstellung gebracht werden, wozu der Betreiber durch die
Empfehlung durch die Steuerlogik aufgefordert wird: Mit der Durchführung der vorgeschlagenen
Maßnahme kann dann der Volumenstrom des kühlenden Luftstroms derart vergrößert werden,
dass der Schwellwert der Temperatur wieder unterschritten wird.
- Auch möglich ist, dass die von der Steuerlogik initiierte Maßnahme in einer Veränderung
der Ansteuerung der Antriebseinheit des Rotors besteht. Die Veränderungscharakteristik
für die Ansteuerung der Antriebseinheit des Rotors kann beliebig sein. Für eine besonders
einfache Ausgestaltung kann ein Abbruch des Zentrifugierens mit dem Passieren des
Schwellwerts erfolgen. Möglich ist aber auch, dass die Veränderung der Ansteuerung
der Antriebseinheit des Rotors derart erfolgt, dass der unerwünschten Temperaturentwicklung
entgegengewirkt wird. Ist maßgeblich für die Temperaturänderung der Wärmeeintrag über
die Wärmestrahlung der Antriebseinheit oder des Rotors, die Lagerreibung und/oder
die Beschleunigung des Fluids in dem Innenraum, kann durch Verringerung der Antriebsdrehzahl
des Rotors und der Antriebsleistung desselben eine Reduzierung des Wärmeeintrags erfolgen,
welche dann eine angestrebte Temperaturabsenkung zur Folge hat. Ist hingegen vorherrschend
für die sich ausbildende Temperatur im Innenraum der Laborzentrifuge der Volumenstrom
des kühlenden Luftstroms, welcher wiederum von den Druckunterschieden im Bereich der
Zutrittsöffnung und Austrittsöffnung infolge der Rotation des Rotors abhängt, kann
unter Umständen mit einer Erhöhung der Antriebsdrehzahl der Volumenstrom vergrößert
werden, womit die Kühlung erhöht wird. Die Änderungscharakteristik für die Ansteuerung
der Antriebseinheit des Rotors kann hierbei von dem Typ der Probenbehälter, des Rotors
und der Laborzentrifuge abhängig sein und a-priori in der Steuerlogik mittels einer
funktionalen Abhängigkeit oder einem Kennfeld berücksichtigt sein.
- Möglich ist auch, dass das Passieren von mehreren Schwellwerten durch die Steuerlogik
überwacht wird, womit dann unterschiedliche Maßnahmen initiiert werden: So kann bspw.
mit dem Überschreiten eines ersten Schwellwerts eine warnende Anzeige erzeugt werden
oder eine Dokumentation initiiert werden, während mit dem Überschreiten eines zweiten
Schwellwerts, der größer ist als der erste Schwellwert, eine veränderte Ansteuerung
des Antriebs, insbesondere mit zumindest temporärem Abbruch des Zentrifugierens, erfolgt.
[0024] Als besonders vorteilhaft hat sich die Verwendung einer Laborzentrifuge der zuvor
erläuterten Art für Proben für eine In-Vitro-Diagnostik, also medizinische Laboruntersuchungen
von aus dem Körper stammenden Proben, erwiesen.
[0025] Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den Patentansprüchen,
der Beschreibung und den Zeichnungen. Die in der Beschreibung genannten Vorteile von
Merkmalen und von Kombinationen mehrerer Merkmale sind lediglich beispielhaft und
können alternativ oder kumulativ zur Wirkung kommen, ohne dass die Vorteile zwingend
von erfindungsgemäßen Ausführungsformen erzielt werden müssen. Ohne dass hierdurch
der Gegenstand der beigefügten Patentansprüche verändert wird, gilt hinsichtlich des
Offenbarungsgehalts der ursprünglichen Anmeldungsunterlagen und des Patents Folgendes:
weitere Merkmale sind den Zeichnungen - insbesondere den dargestellten Geometrien
und den relativen Abmessungen mehrerer Bauteile zueinander sowie deren relativer Anordnung
und Wirkverbindung - zu entnehmen. Die Kombination von Merkmalen unterschiedlicher
Ausführungsformen der Erfindung oder von Merkmalen unterschiedlicher Patentansprüche
ist ebenfalls abweichend von den gewählten Rückbeziehungen der Patentansprüche möglich
und wird hiermit angeregt. Dies betrifft auch solche Merkmale, die in separaten Zeichnungen
dargestellt sind oder bei deren Beschreibung genannt werden. Diese Merkmale können
auch mit Merkmalen unterschiedlicher Patentansprüche kombiniert werden. Ebenso können
in den Patentansprüchen aufgeführte Merkmale für weitere Ausführungsformen der Erfindung
entfallen.
[0026] Die in den Patentansprüchen und der Beschreibung genannten Merkmale sind bezüglich
ihrer Anzahl so zu verstehen, dass genau diese Anzahl oder eine größere Anzahl als
die genannte Anzahl vorhanden ist, ohne dass es einer expliziten Verwendung des Adverbs
"mindestens" bedarf. Wenn also beispielsweise von einem Element die Rede ist, ist
dies so zu verstehen, dass genau ein Element, zwei Elemente oder mehr Elemente vorhanden
sind. Diese Merkmale können durch andere Merkmale ergänzt werden oder die einzigen
Merkmale sein, aus denen das jeweilige Erzeugnis besteht.
[0027] Die in den Patentansprüchen enthaltenen Bezugszeichen stellen keine Beschränkung
des Umfangs der durch die Patentansprüche geschützten Gegenstände dar. Sie dienen
lediglich dem Zweck, die Patentansprüche leichter verständlich zu machen.
KURZBESCHREIBUNG DER FIGUREN
[0028] Im Folgenden wird die Erfindung anhand in den Figuren dargestellter bevorzugter Ausführungsbeispiele
weiter erläutert und beschrieben.
- Fig. 1
- zeigt stark schematisiert eine Prinzipskizze einer Laborzentrifuge in einem Vertikalschnitt.
- Fig. 2
- zeigt in konstruktivem Detail eine Laborzentrifuge in einem Vertikalschnitt.
- Fig. 3
- zeigt einen im Rahmen der Erfindung einsetzbaren Temperatursensoreinheit in einem
Längsschnitt.
FIGURENBESCHREIBUNG
[0029] Fig. 1 zeigt stark schematisiert eine Laborzentrifuge 1 des zuvor spezifizierten Typs b).
Die Laborzentrifuge 1 kann mit Drehzahlen von mehr als 1.000 Umdrehungen pro Minute,
insbesondere mehr als 4.000 Umdrehungen pro Minute, betrieben werden. Die Laborzentrifuge
1 verfügt über ein äußeres Gehäuse 2, in welchem ein inneres Gehäuse 3, welches als
sogenanntes Panzergehäuse ausgebildet ist, getragen ist. Das Gehäuse 3 begrenzt innenliegend
einen Innenraum 4 einer Rotorkammer 5. In der Rotorkammer 5 befindet sich ein Rotor
6, an welchem Probenbehälter 7 (in Fig. 1 nicht dargestellt; vgl. Fig. 2) gehalten
sind. Der Rotor 6 ist drehbar gelagert und wird über einen Antrieb 8 und eine Antriebswelle
9 in Rotation versetzt. Hierbei befindet sich der Antrieb 8 zumindest teilweise außerhalb
des Gehäuses 3, während die Antriebswelle 9 in den Innenraum 4 hineinragt. Die Rotationsbewegung
des Rotors 6 um eine vertikal orientierte Längsachse 10 ist in Fig. 1 mit einem Pfeil
11 symbolisiert. Der Innenraum 4 verfügt über eine Zutrittsöffnung 12 sowie eine Austrittsöffnung
13. Hierbei ist die Zutrittsöffnung 12 mit einem kleineren Abstand von der Längsachse
10 angeordnet als die Austrittsöffnung 13. Für die dargestellte Ausführungsform befindet
sich die Zutrittsöffnung 12 im Bereich der Längsachse 10, während die Austrittsöffnung
13 in einem Bereich maximalen Abstands von der Längsachse 10, hier im Bereich einer
Seitenwandung des Gehäuses 3, angeordnet ist. Die Zutrittsöffnung 12 ist über einen
Kanal 14 mit einer Einlassöffnung 15 von der Umgebung der Laborzentrifuge 1 verbunden.
Die Austrittsöffnung 13 ist entsprechend über einen Kanal 16 mit einer Auslassöffnung
17 zu der Umgebung verbunden. Infolge der unterschiedlichen Abstände der Zutrittsöffnung
12 und Austrittsöffnung 13 von der Längsachse 10 und der Rotation des Rotors 6 mit
der Mitnahme des Fluids im Innenraum 4 ergibt sich an der Zutrittsöffnung 12 ein kleinerer
Druck als an der Austrittsöffnung 13, so dass sich eine Förderbewegung für einen kühlenden
Luftstrom 18 von der Umgebung (worunter bspw. unter Reinstraumbedingungen auch ein
externer fluiddicht angeschlossener Kanal mit einem bereitgestellten oder aufbereiteten
Fluid zu subsumieren ist) durch die Einlassöffnung 15, den Kanal 14, die Zutrittsöffnung
12, den Innenraum 4, die Austrittsöffnung 13, den Kanal 16 und die Auslassöffnung
17 wieder zur Umgebung ergibt.
[0030] In der Fig. 1 sind elektrische Leitungen gestrichelt dargestellt. Eine Steuereinheit
19 steuert über eine Leitung 20 den Antrieb 8 entsprechend eines Programms für die
Prüfbedingungen und/oder entsprechend Vorgaben des Betreibers der Laborzentrifuge
1 an. In dem Innenraum 4 ist ein Temperatursensor 21 angeordnet, dessen Temperatursignal
der Steuereinheit 19 über eine Leitung 22 zugeführt wird. Die Laborzentrifuge 1 verfügt
über eine Anzeige 23, an welcher mittels der Steuereinheit 19 Betriebszustände der
Laborzentrifuge 1, insbesondere auch die von dem Temperatursensor 21 erfasste Temperatur
und/oder ein Passieren eines Schwellwerts der Temperatur, angezeigt werden kann. Des
Weiteren verfügt die Laborzentrifuge 1 über eine Speichereinheit 24, mittels welcher
die Betriebsbedingungen der Laborzentrifuge 1, und insbesondere die von dem Temperatursensor
21 erfassten Temperaturen und/oder ein Passieren eines Schwellwerts, dokumentiert
werden kann. Gemäß Fig. 1 ist der Temperatursensor 21 in einem strömungsberuhigten
Bereich 25 angeordnet, welcher hier unterhalb des Rotors 6 in einem Zwischenraum zwischen
dem Rotor 6 und dem Gehäuse 3 gebildet ist. Hierbei ist der Temperatursensor 21 mit
möglichst kleinem radialen Abstand von der Längsachse 10 angeordnet, wobei der Abstand
vorzugsweise weniger als 30 cm, insbesondere weniger als 20 cm betragen kann.
[0031] Fig. 2 zeigt eine erfindungsgemäße Laborzentrifuge 1 in konstruktivem Detail. Hier ist zu
erkennen, dass der strömungsreduzierte Bereich 25 radial innenliegend von einer Engstelle
26 gebildet ist, welche sich zwischen dem Probenbehälter 7 und dem Boden des Gehäuses
3 ergibt. Das Gehäuse 3 ist hier in an sich bekannter Weise mit einem Innengehäuse
27, einem Panzergehäuse 28 und einer ringförmigen Bodenplatte 29, durch welche sich
der Antrieb 8 hindurch erstreckt, gebildet. Im Bereich des Bodens des Gehäuses 3 ist
eine Durchgangsausnehmung 30 vorgesehen, welche sich durch das Innengehäuse 27, die
Bodenplatte 29 und das Panzergehäuse 28 hindurch erstreckt. Durch die Durchgangsausnehmung
30 erstreckt sich eine mit dem Temperatursensor 21 gebildete Temperatursensoreinheit
31, welche in Fig. 3 in größerem Detail dargestellt ist.
[0032] Die Temperatursensoreinheit 31 verfügt über ein Gehäuse 32. In einem gegenüber dem
Innenraum 4 der Rotorkammer 5 gekapselten Innenraum 33 sind der Temperatursensor 21
und die mindestens eine Leitung 22 angeordnet. Für das dargestellte Ausführungsbeispiel
ist das Gehäuse 32 zweiteilig ausgebildet mit einem Deckelteil 34, in welchem der
Temperatursensor 21 aufgenommen ist, sowie einem Grundkörper 35, durch welchen sich
die Leitungen 22 erstrecken. Hierbei ist das Deckelteil 34 im dargestellten Längsschnitt
in grober Näherung U-förmig ausgebildet mit Anordnung des Temperatursensors 21 im
Inneren des U. Das Deckelteil 34 ist vorzugsweise aus Aluminium hergestellt, wobei
mittels des Aluminiums der Wärmeübergang von dem Fluid in den Innenraum 4 zu dem Temperatursensor
21 gewährleistet wird. Der Grundkörper 35 ist hülsenartig ausgebildet, wobei im oberen
Endbereich des Grundkörpers 35 die parallelen Seitenschenkel des U des Deckelteils
34 an dem Grundkörper 35 befestigt sind. Vorzugsweise ist der Grundkörper 35 aus Kunststoff
hergestellt, womit dieser einen thermischen Dämmkörper 36 bildet, welcher die Ausbildung
einer Wärmebrücke zwischen dem Gehäuse 3 einerseits und dem Temperatursensor 21 und
dem Deckelteil 34 andererseits vermeidet. Um den Wärmetransfer zwischen dem Temperatursensor
21 und dem Deckelteil 34 zu verbessern, kann der Temperatursensor 21 mit einer Wärmepaste
in das Deckelteil 34 eingebettet sein. Möglich ist, dass die Leitungen 22 in ein Kunststoffteil
37 eingegossen sind, welches sich vorzugsweise zumindest teilweise in das Innere des
hülsenförmigen Grundkörpers 35 erstreckt. Die Leitungen 22 der Temperatursensoreinheit
31 enden in einem Stecker 38, welcher nach der Montage der Temperatursensoreinheit
31 mit dem Gehäuse 3 die Verbindung mit einem anderen Leitungsteilbereich der Leitung
22, welcher mit der Steuereinheit 19 verbunden ist, ermöglicht. Vorzugsweise ist ein
Außendurchmesser 39 des Steckers 38 kleiner als ein Außendurchmesser des Grundkörpers
35 und der Durchmesser der Durchgangsausnehmung 30 des Gehäuses 3, so dass möglich
ist, dass der Stecker 38 durch die Durchgangsausnehmung 30 hindurchgefädelt werden
kann. Die Temperatursensoreinheit 31 wird nach Durchfädeln des Steckers 31 durch die
Durchgangsausnehmung 30 mit dem Grundkörper 35 in die Durchgangsausnehmung 30 eingesteckt,
bis der Grundkörper 35 mit einem Absatz 40 zur Anlage an die Oberseite des Gehäuses
3 kommt. Eine Sicherung der Temperatursensoreinheit 31 in dieser montierten Stellung
kann durch eine enge Passungswahl und einen Reibschluss zwischen der Durchgangsausnehmung
30 und dem Grundkörper 35 erfolgen, wobei auch eine zusätzliche insbesondere adhäsive
Sicherung erfolgen kann. Vorzugsweise erfolgt die Sicherung und Abdichtung durch Verwendung
von Silicon, womit auch vermieden ist, dass etwaiges Kondenswasser in der Rotorkammer
5 im Bodenbereich des Gehäuses 3 durch die Durchgangsausnehmung 30 hindurchtreten
kann. Die Anordnung der Durchgangsausnehmung 30 und damit der Temperatursensoreinheit
33 erfolgt mit einem möglichst kleinen Abstand 41 von der Längsachse 10 an dem Gehäuse
3. (Eine noch nähere Anordnung der Temperatursensoreinheit 31 an der Längsachse 10
kann für das in Fig. 2 dargestellte Ausführungsbeispiel nicht erfolgen, da die Ausnehmung
42 des Gehäuses 3 für den Hindurchtritt des Antriebs 8 einen verhältnismäßig großen
Durchmesser besitzt und die Ausnehmung 42 durch ein elastisches Dicht- und Dämmelement
43 verschlossen ist, an welchem die Temperatursensoreinheit 31 hier nicht gehalten
werden soll.)
[0033] Für das dargestellte Ausführungsbeispiel sind die Zutrittsöffnung 12, der Kanal 14
und die Einlassöffnung 15 von einem Deckel 44 gebildet, in welchem sich der Kanal
14 radial zur Längsachse 10 erstreckt. Die Zutrittsöffnung 12 ist hierbei so orientiert,
dass der Luftstrom 18 ungefähr koaxial zur Längsachse 10 in den Innenraum 4 eintritt.
Hingegen ist die Einlassöffnung 15 an der radial äußeren Mantelfläche des Deckels
44 vorgesehen. Im radial außenliegenden Randbereich des Innenraums ist die Austrittsöffnung
13 von einem Verbindungselement 45 zwischen Deckel 44 und Gehäuse 3 ausgebildet. Von
diesem Verbindungselement 45 gelangt der Luftstrom 18 zu dem Kanal 16. Der Kanal 16
ist hier zunächst für eine vertikale Strömung zwischen der vertikalen Wandung des
Innengehäuses 27 und dem Panzergehäuse 28 gebildet ist und dann im Bodenbereich des
Gehäuses 3 zwischen der Bodenwandung des Innengehäuses 27 und der daran gehaltenen
Bodenplatte 29 und einer Panzerbodenplatte 46 mit horizontaler Strömungsführung radial
nach innen gebildet ist. Im Bereich der Auslassöffnung 17 erfolgt die Umlenkung des
Luftstroms 18 derart, dass ein Ausströmen des Luftstroms ungefähr koaxial zur Längsachse
10 erfolgt. Vorzugsweise strömt der Luftstrom stromabwärts der Auslassöffnung 17 in
Richtung oder parallel zu dem Antrieb 8, um hier eine Kühlung zu bewirken. Möglich
ist, dass der Luftstrom 18 auf eine Kühlrippe oder Prallplatte 47 des Antriebs 8 trifft.
[0034] Möglich ist, dass die Steuereinheit 19, ggf. über geeignete Schnittstellen oder Sende-Einrichtungen
das Temperatursignal, weitere Betriebsbedingungen und/oder ein Passieren eines Schwellwerts
an eine externe Empfangs- und/oder Auswertestelle und/oder eine externe Speichereinheit
überträgt.
[0035] Vorzugsweise findet als Temperatursensor ein sogenannter "NTC-Sensor" Einsatz. Im
einfachsten Fall kann der Temperatursensor auch als einfacher Schalter ausgebildet
sein, dessen Schaltzustand sich mit dem Passieren des Schwellwerts der Temperatur
ändert.
BEZUGSZEICHENLISTE
[0036]
- 1
- Laborzentrifuge
- 2
- Gehäuse
- 3
- Gehäuse
- 4
- Innenraum
- 5
- Rotorkammer
- 6
- Rotor
- 7
- Probenbehälter
- 8
- Antrieb
- 9
- Antriebswelle
- 10
- Längsachse
- 11
- Pfeil
- 12
- Zutrittsöffnung
- 13
- Austrittsöffnung
- 14
- Kanal
- 15
- Einlassöffnung
- 16
- Kanal
- 17
- Auslassöffnung
- 18
- Luftstrom
- 19
- Steuereinheit
- 20
- Leitung
- 21
- Temperatursensor
- 22
- Leitung
- 23
- Anzeige
- 24
- Speichereinheit
- 25
- strömungsberuhigter Bereich
- 26
- Engstelle
- 27
- Innengehäuse
- 28
- Panzergehäuse
- 29
- Bodenplatte
- 30
- Durchgangsausnehmung
- 31
- Temperatursensoreinheit
- 32
- Gehäuse
- 33
- Innenraum der Temperatursensoreinheit
- 34
- Deckelteil
- 35
- Grundkörper
- 36
- thermischer Dämmkörper
- 37
- Kunststoffteil
- 38
- Stecker
- 39
- Durchmesser
- 40
- Absatz
- 41
- Abstand
- 42
- Ausnehmung
- 43
- Dicht- und/oder Dämmelement
- 44
- Deckel
- 45
- Verbindungselement
- 46
- Panzerbodenplatte
- 47
- Prallplatte
1. Temperaturungeregelte luftgekühlte Laborzentrifuge (1) mit einem Innenraum (4), in
welchem ein von einem Antrieb (8) in Rotation versetzter Rotor (6) angeordnet ist,
dadurch gekennzeichnet, dass ein Temperatursensor (21) vorhanden ist, welcher die Temperatur des Fluids in dem
Innenraum (4) erfasst.
2. Laborzentrifuge (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Temperatursensor (21) in einem Kanal (16), durch welchen ein Fluidstrom aus dem
Innenraum (4) in die Umgebung austritt, angeordnet ist.
3. Laborzentrifuge (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Temperatursensor (21) an oder in einem rotierenden Bauelement der Laborzentrifuge
(1) angeordnet ist.
4. Laborzentrifuge (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Temperatursensor (21) in dem Innenraum (4) oder einem den Innenraum (4) begrenzenden
Gehäuse (3) angeordnet ist.
5. Laborzentrifuge (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Temperatursensor (21) in einem eine Kapselung bildenden Gehäuse (32) angeordnet
ist.
6. Laborzentrifuge (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Temperatursensor (21) und/oder das die Kapselung für den Temperatursensor (21)
bildende Gehäuse (32) über einen thermischen Dämmkörper (36) an einem benachbarten
Bauelement der Laborzentrifuge (1) gehalten ist.
7. Laborzentrifuge (1) nach einem der Ansprüche 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Temperatursensor (21) in einem strömungsberuhigten Bereich (25) des Innenraums
(4) angeordnet ist.
8. Laborzentrifuge (1) nach einem der Ansprüche 4 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass eine fluidische Zutrittsöffnung (12) zu dem Innenraum (4) und eine fluidische Austrittsöffnung
(13) aus dem Innenraum (4) auf einer Seite des Rotors (6) angeordnet sind und der
Temperatursensor (21) auf der gegenüberliegenden Seite des Rotors (6) angeordnet ist.
9. Laborzentrifuge (1) nach einem der Ansprüche 4 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Temperatursensor (21) an einem ruhenden Gehäuseteil der Laborzentrifuge (1) mit
minimalem Abstand zu der Längs- und Rotationsachse (10) des Rotors (6) gehalten ist.
10. Laborzentrifuge (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Temperatursignal des Temperatursensors (21) einer Steuereinheit (19) zugeführt
wird.
11. Laborzentrifuge (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuereinheit (19) über Steuerlogik verfügt, welche aus dem Temperatursignal
ein modifiziertes Temperatursignal ermittelt.
12. Laborzentrifuge (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Steuereinheit (19) über Steuerlogik verfügt, welche
a) das Temperatursignal und/oder das modifizierte Temperatursignal mit einem Schwellwert
vergleicht und
b) bei einem Passieren des Schwellwertes eine Maßnahme initiiert.
13. Laborzentrifuge (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Steuereinheit (19) über Steuerlogik verfügt, welche
a) eine zeitliche Änderung oder Ableitung des Temperatursignals und/oder des modifizierten
Temperatursignals mit einem Schwellwert vergleicht und
b) bei einem Passieren des Schwellwertes eine Maßnahme initiiert.
14. Laborzentrifuge (1) nach Anspruch 12 oder 13,
dadurch gekennzeichnet, dass die von der Steuerlogik initiierte Maßnahme
a) eine Speicherung des Passierens des Schwellwertes des Schwellwerts in einer Speichereinheit
(24),
b) ein optisches oder akustisches Signal,
c) eine Anzeige des Passierens des Schwellwerts an einer Anzeige (23) der Laborzentrifuge
(1),
d) eine Empfehlung hinsichtlich einer manuellen Veränderung eines Drossel- oder Öffnungsquerschnitts
für einen kühlenden Luftstrom (18) und/oder
e) eine Veränderung der Ansteuerung des Antriebs (8) des Rotors (6) ist.
15. Verwendung einer Laborzentrifuge (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche für Proben
für eine In-Vitro-Diagnostik.