[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung einer Holzwerkstoffplatte
nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 und eine Vorrichtung zur Durchführung dieses
Verfahrens nach Anspruch 12.
Beschreibung
[0002] Holzwerkstoffplatten als Trägermaterialien werden in den verschiedensten Bereichen
wie z.B. als Fußbodenpaneele in Form von Laminatböden, als Dämmstoffplatten für den
Innen- und Außenbereich oder auch als Wandpaneele verwendet. Derartige Werkstoffplatten
werden üblicherweise aus Holzfasern, Holzspänen oder Strands hergestellt, wobei z.B.
im Falle von Laminatböden aus Holzfasern hergestellte HDF-Platten (HDF-Faserplatte
mit erhöhter Rohdichte) mit vielfältigen Dekoren verwendet werden.
[0003] Zur Dekorierung derartiger Holzwerkstoffplatten gibt es mehrere Ansätze. So besteht
eine Möglichkeit in der Beschichtung von Holzwerkstoffplatten mit einem Dekorpapier,
wobei der Vielfältigkeit von verschieden gemusterten Dekorpapieren keine Grenzen gesetzt
sind. Als Alternative zur Verwendung von Dekorpapieren auf Holzwerkstoffplatten hat
sich zunehmend die Möglichkeit des direkten Bedruckens der Holzwerkstoffplatten entwickelt,
wobei ein Bedrucken von Papier und dessen nachträgliches Kaschieren oder Direktbeschichten
auf die Holzwerkstoffplatten entfällt. Die hierbei hauptsächlich zum Einsatz kommenden
Drucktechniken sind das Tiefdruck- und das Digitaldruckverfahren. Das Tiefdruckverfahren
ist eine Drucktechnik, bei der die abzubildenden Elemente als Vertiefungen in einer
Druckform z.B. in einer Druckwalze vorliegen, die vor dem Druck eingefärbt wird. Der
Digitaldruck ermöglicht die Herstellung eines Druckbildes mit besonders hoher Qualität
durch eine höhere Auflösung und erlaubt des Weiteren ein breiteres Anwendungsspektrum
bei hoher Flexibilität. Dabei hat sich in den letzten Jahren die Bedruckung von Holzwerkstoffplatten
von einfachen Zweifarbdrucken im Tiefdruckverfahren für Möbelrückwände über den Vierfarbdruck
im Tiefdruckverfahren für z.B. Laminatbodenprodukte bis hin zum Digitaldruck für hochwertigste
Anwendungen entwickelt. Die Verwendung von mitteldichten Faserplatten (MDF-Platten)
oder Faserplatten mit erhöhter Rohdichte (HDF-Platten) erweist sich für die Direktbedruckung
von besonderem Vorteil, da diese wegen der glatten und feinen Oberfläche ein gutes
Druckbild gewährleisten. Der Druck erfolgt dabei üblicherweise auf einer Grundierung,
insbesondere einer pigmenthaltigen Grundierung, die bei der Vorbereitung der Oberfläche
der Holzfaserplatte für den Druck meist mehrfach durch Walzenauftragswerke aufgetragen
wird. Zur Verbesserung der Oberflächenqualität können auch ein oder mehrere Schleifaggregate
vor und/oder zwischen den Auftragswerken positioniert werden. Mit deren Hilfe können
Höhenunregelmäßigkeiten beseitigt werden und damit die Qualität der zu bedruckenden
Oberfläche der Holzfaserplatte verbessert werden. Durch die Grundierung soll zum einen
eine gleichmäßige Oberfläche erzeugt werden, zum anderen soll durch die Pigmentierung
der Grundierungsschicht die Eigenfarbe des Holzwerkstoffs überdeckt werden.
[0004] Eine Grundvoraussetzung zur gleichmäßigen Grundierung der Holzfaserplatten ist dabei
ein möglichst einheitliches feuchtes Niveau der als Trägerplatte verwendeten Holzfaserplatte,
wobei das möglichst einheitliche Feuchtigkeitsniveau nicht zu niedrig sein sollte.
So sollte die Feuchtigkeit bei einer Holzfaserplatte oberhalb von ca. 4% liegen.
[0005] Aufgrund des spezifischen Herstellungsverfahrens von Holzfaserplatten, das ein Heißpressen
von beleimten Holzfasern umfasst, können allerdings nach der Produktion am Abkühlprozess
und bei der Lagerung der Holzfaserplatten erhebliche Feuchtedifferenzen in den Platten
im Querschnitt und in der generellen Feuchteverteilung auftreten. So werden im Verlaufe
des Herstellungsprozesses von Holzfaserträgerplatten die Fasern unter Druck und hohen
Temperaturen von Pressbändern durch sogenannte Kontipressen transportiert. Hierbei
werden die Deckschichten der späteren Holzfaserplatten stark ausgetrocknet, wohingegen
die Mittelschichten aufgefeuchtet werden. Nach dem Abkühlen der Platten z.B. in sogenannten
Sternwänden, in denen ebenfalls ein Feuchteverlust auftritt, werden die noch warmen
Platten zu Stapeln aufgeschichtet und gelagert. Im Verlaufe des Lagerungsprozesses
tritt dabei zunächst eine Austrocknung der Plattenränder auf, wohingegen in der Mitte
des Plattenstapels eine gleichmäßigen Verteilung bzw. Vergleichmäßigung der Temperatur
und der Feuchte erfolgt. Nach dem vollständigen Abkühlen erfolgt wiederum eine Rückbefeuchtung
der Ränder der Platten von außen nach innen, wobei Abkühlung und Rückbefeuchtung je
nach Lagertemperatur und relativer Luftfeuchte mal schneller oder mal langsamer abläuft.
Als Erfahrungswert kann gesagt werden, dass die Abkühlung im Sommer länger dauert,
wohingegen die Rückbefeuchtung wegen des typischerweise höheren Feuchtegehaltes der
Luft im Sommer schneller erfolgt. Hingegen erfolgt im Winter die Abkühlung schneller,
jedoch dauert die Rückklimatisierung bzw. Rückbefeuchtung der Platten aufgrund des
reduzierten Feuchteangebotes der Luft länger.
[0006] Dieses unterschiedliche Trocknungs- und Feuchteverhalten der Holzfaserplatten führt
zu erheblichen Problemen bei der Grundierung bzw. der anschließenden Bedruckung. Eine
Holzfaserplatte, die noch nicht abgekühlt bzw. sich nicht auf einem einheitlichen
feuchten Niveau befindet, kann nur schlecht oder sogar gar nicht bedruckt werden.
Die Holzfaserplatten sind vor allem im Randbereich zu trocken und lassen sich deshalb
auch nur bedingt bzw. schlecht von Grundierungen auf Wasserbasis benetzen. Dieser
Umstand manifestiert sich in Minderaufträgen und ungleichmäßigen Aufträgen bei der
typischerweise hellen bis weißen Grundierung. Aufgrund der Grundierungsauftragsmängel
in einem Bereich von 20 bis 40 g Grundierung/ m
2 resultiert zudem eine grundierte Fläche, die erhebliche Unebenheiten besitzt. Diese
Unebenheiten in der Grundierung können später von den Druckwalzen im Tiefdruckverfahren
nicht mehr vollständig bedruckt werden. Dies führt dann zu hellen Fehlstellen im Druck,
die durch die noch sichtbare helle Grundierung hervorgerufen werden. Problematisch
ist, dass die hierfür verantwortliche Feuchte bzw. die ungleichmäßige Feuchteverteilung
in der Oberfläche einer Holzfaserplatte sich nicht exakt bestimmen lässt, da für die
Güte der Benetzung der Oberfläche der Holzfaserplatte tatsächlich nur die Feuchte
in der obersten Schicht der Holzfaserplatte verantwortlich ist.
[0007] Zur Reduzierung dieses Problems werden in konventioneller Weise die Holzfaserplatten
nach der Herstellung zunächst über einen definierten Zeitraum gelagert, um eine gleichmäßige
feuchte Verteilung in den Platten einzustellen. Allerdings kann es immer wieder aufgrund
verschiedenster Ursachen wie z.B. einem Stillstand der Produktionsanlage oder Hitzeperioden
zu betrieblichen Engpässen kommen, die eine definierte Reklimatisierung der Holzfaserplatten
nicht der Holzfaserplatten zeitlich nicht zulassen. Dies kann dann dazu führen, dass
bestimmte Plattenchargen nur mit reduzierter Geschwindigkeit oder auch gar nicht an
der Grundier- und Druckstraße verarbeitet werden können. Beides ist mit Mehrkosten
und Verzögerungen bei der Weiterverarbeitung und der Belieferung der Kunden verbunden.
[0008] Ein Ansatz um dieses Problem zu lösen, besteht darin, den Lagerraum, bzw. das Reifelager
für Holzfaserplatten komplett zu klimatisieren. Jedoch bedeutet dies bei Lagermengen
von mehreren 10.000 m
3 Holzfaserplatten erhebliche Mehrkosten.
[0009] Somit ergibt sich bei den herkömmlichen Verfahren eine Reihe von Nachteilen. Der
konventionelle Prozess zum Direktbedrucken von Holzfaserplatten ist stark von klimatischen
Bedingungen abhängig. Zudem erlaubt dieser Prozess keine Reaktionsmöglichkeiten bei
kurzfristigen Anlagehavarien an der Faserplattenlinie und es kommt zu einer reduzierten
bzw. neue Beschreibungsseite
minderwertigen Qualität während des Grundierens und Bedruckens bis hin zu einem erhöhten
Ausschuss.
[0010] Der vorliegenden Erfindung liegt daher die technische Aufgabe zugrunde, die beschriebenen
Probleme mit einem möglichst geringen technischen Aufwand zu lösen und Holzfaserplatten
auch unter Feuchteschwankungen weiterverarbeiten zu können. Zudem sollte eine Kostensteigerung
vermieden werden und wenn möglich die Kosten reduziert werden.
[0011] Die gestellte Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Verfahren mit den Merkmalen
des Anspruchs 1 gelöst.
[0012] Demnach wird ein Verfahren zur Herstellung einer mit einer Dekorschicht versehenen
Holzwerkstoffplatte bereitgestellt. Das vorliegende Verfahren umfasst die folgenden
Schritte:
- Bereitstellen von mindestens einer Holzfaserträgerplatte,
- Befeuchten von zumindest einem Abschnitt einer Oberfläche der mindestens einen Holzfaserträgerplatte
mit wasserhaltigen Dampf, wobei der wasserhaltige Dampf in einer Menge zwischen 1
bis 10 g/m2 aufgetragen wird;
- Schleifen der zumindest abschnittsweise befeuchteten Oberfläche der Holzfaserträgerplatte,
und
- Auftragen von mindestens einer Dekorschicht auf die zumindest abschnittweise befeuchtete
Oberfläche der Holzfaserträgerplatte.
[0013] Entsprechend wird mit dem vorliegenden Verfahren ein Prozess bereitgestellt, bei
dem ein gezieltes Befeuchten (Bedampfen oder Besprühen) mit wasserhaltigem Dampf,
bevorzugt Wasser, von noch nicht reklimatisierten Holzfaserträgerplatten erfolgt.
Gemäß dem Verfahren wird nach dem Vereinzeln der Holzfaserträgerplatten, z.B. von
einem Plattenstapel, vor der Drucklinie entweder ein Teil/Abschnitt oder die gesamte
Oberfläche der Holzfaserträgerplatte durch Bedampfen bzw. Besprühen mit wasserhaltigem
Dampf in dem feuchten Niveau erhöht. Da das primäre Ziel des vorliegenden Verfahrens
darin besteht, die Oberfläche der Holzfaserträgerplatte zu befeuchten, genügen bereits
wenige Gramm an wasserhaltigem Dampf pro Quadratmeter Oberfläche. Durch die Begrenzung
der Befeuchtungs- bzw. Verdampfungsmenge wird auch vermieden, dass es in der Oberfläche
der Holzfaserträgerplatten zu eventuellen Faserquellungen kommt, die eine Beeinträchtigung
der Oberfläche bzw. Oberflächenunruhe hervorrufen könnten.
[0014] Das vorliegende Verfahren ergibt wesentliche Vorteile bezüglich Kostenreduzierung,
Lagermengenreduzierung und Qualitätsverbesserung
[0015] Wie erwähnt, wird nach der Befeuchtungseinrichtung eine erste Schleifmaschine positioniert
werden, sodass bei Bedarf leichte Anquellungen sofort entfernt werden können.
[0016] Weiterhin kann die Befeuchtung je nach vorhandenem Problem bzw. Fragestellung durch
Ausfall eines entsprechenden Programmes angepasst werden. So ist es möglich, durch
gezieltes Abschalten und Steuern eine Bedampfung lediglich im Randbereich der Holzfaserplatten
vorzunehmen, wohingegen bei vollflächigen Problemen die gesamte Oberfläche der Holzfaserplatte
befeuchtet werden kann.
[0017] Das Aufbringen einer wässrigen Flüssigkeit auf Holzfasern während des Herstellungsprozesses
von Holzfaserplatten ist z.B. aus der
DE 10 2008 008 240 B4 oder auch der
DE 10 2008 049 132 A1 bekannt, wobei wesentliche Unterschiede zum vorliegenden Verfahren vorliegen.
[0018] So wird in der
DE 10 2008 240 B4 Wasser auf die Oberseite einer Holzwerkstoffplatte in einer Menge zwischen 10 ml/m
2 und 40 ml/m
2 aufgebracht, welches auch in die Holzwerkstoffplatte einzieht. Die hier beschriebenen
Wassermengen liegen deutlich über denen in dem vorliegenden Verfahren verwendeten
Mengen an wasserhaltigem Dampf, wie später noch ausführlicher erläutert wird.
[0019] In der
DE 10 2008 049 132 A1 erfolgt das Aufbringen einer wässrigen Flüssigkeit auf eine Seite einer Rohholzfaserplatte
und gleichzeitig wird ein Unterdruck an der der ersten Seite gegenüberliegenden zweiten
Seite der Rohholzfaserplatte angelegt, sodass die wässrige Flüssigkeit in und/oder
durch die Rohholzfaserplatte gesogen wird. Eine derartige Durchfeuchtung der Rohholzfaserplatte
kann z.B. Dimensionsänderungen der Faserplatten vorbeugen. Allerdings führt eine vollständige
Durchfeuchtung einer Faserplatte zu einer Anquellung der Oberfläche der Holzfaserplatte,
was gerade einer gleichmäßigen Grundierung und Bedruckung der Holzfaserplatte entgegensteht.
[0020] In einer Ausführungsform des vorliegenden Verfahrens besteht der zum zumindest abschnittsweisen
Befeuchten der Oberfläche der Holzfaserträgerplatte verwendete wasserhaltige Dampf
aus mindestens 95%, bevorzugt aus mindestens 98%, insbesondere bevorzugt 100% aus
Wasser. Es ist vorstellbar, dem wasserhaltigen Dampf Additive zur Verbesserung der
Eigenschaften der Holzfaserplatte zuzufügen. Z.B. können Biozide oder auch Tenside
zur Verbesserung der Benetzungseigenschaften des Wasserdampfes dem selbigen zugefügt
werden. Die Additive können dem Wasserdampf bzw. wasserhaltigen Dampf zu 0 bis 5 Gew%,
bevorzugt 0 bis 2 Gew% zugesetzt werden.
[0021] Es ist weiterhin bevorzugt, dass der zum zumindest abschnittsweisen Befeuchten der
Oberfläche der Holzfaserträgerplatte verwendete wasserhaltige Dampf eine Tröpfchengröße
zwischen 5 und 50 µm, bevorzugt 10 und 40 µm, insbesondere bevorzugt zwischen 20 und
30 µm aufweist. Typischerweise wird mit dem vorliegenden Verfahren ein Wasserdampf
mit einer Tröpfchengröße von 30 µm verwendet.
[0022] Die Temperatur des wasserhaltigen Dampfes, insbesondere des Wasserdampfes, kann bis
zu 60° betragen, wobei Temperaturen zwischen 30 und 60°C, insbesondere 40 und 50°C
bevorzugt sind.
[0023] In einer weiteren Ausführungsform des vorliegenden Verfahren wird der zum zumindest
abschnittsweisen Befeuchten der Oberfläche der Holzfaserträgerplatte verwendete wasserhaltige
Dampf in einer Menge zwischen 2 bis 8 g/m
2, insbesondere bevorzugt 3 bis 5 g/m
2 aufgetragen. Dies entspricht ca. einer Volumenmenge an wasserhaltigen Dampf von 1
bis 10 ml/m
2, bevorzugt 2 bis 8 ml/m
2, insbesondere bevorzugt 3 bis 5 ml/m
2.
[0024] Gemäß dem vorliegenden Verfahren wird die zumindest abschnittsweise befeuchtete Oberfläche
der Holzfaserträgerplatte nach dem Schritt des Bedampfens mindestens einem Schleifvorgang
unterworfen. Während des Schleifvorganges wird ein Teil der befeuchteten Oberfläche
der Holzfaserträgerplatte abgeschliffen, trotzdem stellt sich überraschenderweise
- wie noch später im Ausführungsbeispiel erläutert, eine signifikante Verbesserung
der Oberflächenqualität der Holzfaserträgerplatte für das spätere Auftragen der Dekorschicht
ein. Der Vorgang des Schleifens nach dem Befeuchten der Oberfläche der Holzfaserträgerplatte
kann beliebig oft wiederholt werden.
[0025] In einer weiteren Ausführungsform des vorliegenden Verfahrens wird die zumindest
abschnittsweise befeuchtete Oberfläche und ggf. abgeschliffene Oberfläche der Holzfaserträgerplatte
zumindest teilweise getrocknet. Die Zwischentrocknung der befeuchteten und geschliffenen
Holzfaserträgerplatte kann z.B. in einem IR-Trockner vorgenommen werden.
[0026] In einem nächsten Schritt des vorliegenden Verfahrens kann auf die zumindest teilweise
befeuchtete, geschliffene und anschließend getrocknete Oberfläche der Holzfaserträgerplatte
mindestens eine Harzschicht aufgetragen werden. Diese Harzschicht wird auch als Walzgrund
bezeichnet und dient der Verbesserung der Haftung der Grundierungsschicht auf der
Trägerplatte. Der Walzgrund umfasst bevorzugt ein Formaldehyd-Harz, wie z.B. Melamin-Formaldehyd-Harz,
Melamin-Harnstoff-Formaldehyd-Harz oder Harnstoff-Formaldehyd-Harz. Diese Harzschicht
kann ein oder mehrmals aufgetragen werden und entsprechend aus mehreren Lagen bestehen.
Bevorzugt wird die Harzschicht (Walzgrund) nach dem Auftrag z.B. in einem Konvektionstrockner
getrocknet.
[0027] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform des vorliegenden Verfahrens wird in
einem nächsten Schritt auf die mindestens eine Harzschicht mindestens eine Grundierungsschicht
aufgetragen.
[0028] Die in dem vorliegenden Verfahren bevorzugt verwendete Grundierungsschicht umfasst
eine Zusammensetzung aus Kasein als Bindemittel und anorganischen Pigmenten, insbesondere
anorganischen Farbpigmenten. Als Farbpigmente können weiße Pigmente wie Titandioxid
TiO
2 verwendet werden. Weitere Farbpigmente können Calciumcarbonat, Bariumsulfat oder
Bariumcarbonat sein. Die Grundierung enthält neben den Farbpigmenten wie Titandioxid
und Kasein noch Wasser als Lösemittel.
[0029] Es ist ebenfalls bevorzugt, wenn die aufgetragene pigmentierte Grundschicht aus mindestens
einer, bevorzugt aus mindestens zwei, insbesondere bevorzugt aus mindestens vier nacheinander
aufgetragenen Lagen bzw. Aufträgen besteht, wobei die Auftragsmenge zwischen den Lagen
bzw. Aufträgen gleich oder verschieden sein kann, d.h. die Auftragsmenge einer jeden
einzelnen Lagen kann variieren. So kann die Auftragsmenge einer Lage bzw. eines Auftrages
der Grundierungsschicht zwischen 1 bis 50 g/m
2, bevorzugt zwischen 2 bis 30 g/m
2, insbesondere bevorzugt zwischen 5 und 15 g/m
2 Holzfaserträgerplatte betragen.
[0030] Die Gesamtmenge der aufgetragenen pigmentierten Grundschicht, insbesondere in Form
eines Flüssigauftrages, kann zwischen 5 und 200 g/m
2, bevorzugt zwischen 10 und 150 g/m
2, insbesondere bevorzugt zwischen 20 und 100 g/m
2 Holzfaserplatte betragen.
[0031] Nach Auftrag der Grundierungsschicht wird die selbige in mindestens einem Konvektionstrockner
getrocknet. Bei Auftrag von mehreren Grundierungsschichten bzw. Grundierungslagen
erfolgt entsprechend jeweils ein Trocknungsschritt nach dem Auftrag der jeweiligen
Grundierungsschicht bzw. Grundierungslage. Es ist ebenfalls vorstellbar, dass nach
jedem Trocknungsschritt einer Grundierungsschicht ein oder mehrere Schleifaggregate
zum Schleifen der Grundierungsschichten vorgesehen sind.
[0032] Vorliegend kann in einer weiteren Ausführungsform im Falle des Auftrages mindestens
einer Grundierungsschicht auf die Trägerplatte anschließend auf die selbige mindestens
eine Primerschicht z.B. in Form eines UV- oder ESH-Spachtels aufgetragen werden.
[0033] In einer weiteren Variante des vorliegenden Verfahrens wird die mindestens eine Dekorschicht
im Tiefdruckverfahren oder Digitaldruckverfahren aufgetragen. Im Falle eines Druckdekors
kann eine wasserbasierte pigmentierte Druckfarbe im Tiefdruckverfahren oder im Digitaldruckverfahren
aufgetragen werden. Diese wasserbasierte pigmentierte Druckfarbe kann auch in mehr
als einer Schicht aufgetragen werden, zum Beispiel zwei bis zehn Schichten, bevorzugt
drei bis acht Schichten.
[0034] Wie erwähnt, erfolgt der Auftrag der mindestens einen Dekorschicht bevorzugt mittels
eines analogen Tiefdruckverfahrens und/oder eines Digitaldruckverfahrens. Das Tiefdruckverfahren
ist eine Drucktechnik, bei der die abzubildenden Elemente als Vertiefungen in einer
Druckform vorliegen, die vor dem Druck eingefärbt wird. Die Druckfarbe befindet sich
vornehmlich in den Vertiefungen und wird aufgrund von Anpressdruck der Druckform und
von Adhäsionskräften auf den zu bedruckenden Gegenstand, wie z.B. eine Holzfaserträgerplatte,
übertragen. Hingegen wird beim Digitaldruck das Druckbild direkt von einem Computer
in eine Druckmaschine, wie z.B. einen Laserdrucker oder Tintenstrahldrucker, übertragen.
Dabei entfällt die Verwendung einer statischen Druckform. In beiden Verfahren ist
die Verwendung von wässrigen Farben und Tinten oder farbgebender Mittel auf UV-Basis
möglich.
[0035] Ebenfalls ist es vorstellbar, die genannten Drucktechniken aus Tief- und Digitaldruck
zu kombinieren. Eine geeignete Kombination der Drucktechniken kann zum einen unmittelbar
auf der Trägerplatte bzw. der zu bedruckenden Schicht erfolgen oder auch vor dem Drucken
durch Anpassung der verwendeten elektronischen Datensätze.
[0036] In einer weiteren bevorzugten Variante des vorliegenden Verfahrens wird auf die mindestens
eine Dekorschicht mindestens eine Verschleiß- oder Deckschicht aufgetragen, die nach
dem Auftrag mindestens einem Trocknungsschritt, z.B. in einem Konvektionstrockner,
unterworfen wird.
[0037] Die mindestens eine Verschleißschicht kann in unterschiedlicher Weise ausgebildet
sein. In einer ersten Variante a) umfasst die Verschleißschicht natürliche oder synthetische
Fasern, mindestens ein Bindemittel, abriebfeste Partikel, Pigmente und/oder mindestens
ein Additiv. In einer weiteren Variante b) besteht die mindestens eine Verschleißschicht
aus einer UVhärtbaren und/oder elektronenstrahlhärtbaren (ESH)-Schutzschicht. Gemäß
einer weiteren Variante c) kann die Verschleißschicht in Form einer wärmehärtbaren
Schutzschicht ausgebildet sein.
[0038] Die einzelnen möglichen Varianten der Verschleißschicht werden im Folgenden detaillierter
erläutert.
[0039] Die Verschleißschicht der Variante a) aus Fasern, Bindemitteln, Partikeln, Pigmenten
und/oder Additiv wird in Form eines Pulvers auf die Oberseite der Faserträgerplatte,
insbesondere auf die Dekorschicht der Faserträgerplatte aufgetragen. Die Zusammensetzung
gemäß a) setzt sich aus 30 bis 65 Gew%, bevorzugt 40 bis 60 Gew% Fasern, 20 bis 45
Gew%, bevorzugt 30 bis 40 Gew% Bindemittel, 5 bis 25 Gew%, bevorzugt 10 bis 20 Gew%
abriebfesten Partikeln und 0 bis 8 Gew%, bevorzugt 0,5 bis 6 Gew% Additiv zusammen.
[0040] Die Dicke der Verschleißschicht a) kann zwischen 0,05 und 10 mm, insbesondere zwischen
0,1 und 5 mm betragen. Dabei kann diese Verschleißschicht a) mindestens in eine obere
und eine untere Lage aufgeteilt sein, wobei die obere Lage eine Dicke zwischen 0,05
und 7 mm aufweisen kann, wohingegen die untere Lage eine bevorzugte Dicke zwischen
0,5 und 3 mm aufweist. Insbesondere ist eine Dicke einer der beiden Lagen von 0,7
mm bevorzugt.
[0041] Die obere Lage kann bevorzugt einen Anteil zwischen 0 bis 1 Gew% des Additivs enthalten,
während der Anteil des Additivs in der unteren Lage vorteilhafterweise zwischen 0,5
bis 5 Gew% beträgt. Es ist auch vorstellbar, dass die untere Lage keine abriebfesten
Partikel aufweist. Diese sind bevorzugt zur Erhöhung der Verschleißfestigkeit der
Oberflächenschicht in die obere Lage eingetragen.
[0042] Das mindestens eine Additiv ist vorteilhafterweise ausgewählt aus der Gruppe enthaltend
leitfähige Substanzen, Flammschutzmittel, lumineszierende Stoffe und Metalle. Die
leitfähigen Substanzen können dabei ausgewählt sein aus der Gruppe enthaltend Russ,
Kohlefasern, Metallpulver und Nanopartikel, insbesondere Kohlenstoffnanoröhren. Als
Flammenschutzmittel können Phosphate, Borate, insbesondere Ammoniumpolyphosphat, Tris(tri-bromneopentyl)phosphat,
Zinkborat oder Borsäurekomplexe von mehrwertigen Alkoholen eingesetzt werden. Die
Verwendung von Flammenschutzmittel führt zu einer Verringerung der Entflammbarkeit
und ist daher insbesondere bei Laminatböden von Bedeutung, die in geschlossenen Räumen
mit besonderen Anforderungen an den Brandschutz oder in Fluchtwegen eingesetzt werden.
[0043] Als lumineszierende Stoffe werden bevorzugt fluoreszierende und/oder phosphoreszierende
Stoffe auf anorganischer oder organischer Basis, insbesondere Zinksulfid und Erdalkalialuminate
verwendet. Die lumineszierenden Stoffe können in geometrischen Formen durch Schablonen
auf die Oberfläche aufgetragen werden. Durch das Einarbeiten dieser Farbstoffe in
die Oberfläche von Werkstoffplatten, die als Fußboden- oder Wandpaneele zum Beispiel
in geschlossenen Räumen eingesetzt werden können, ist somit bei Ausfall der Beleuchtung
ein Hinweis über Fluchtwege und Fluchtrichtung möglich.
[0044] Die verwendeten natürlichen oder synthetischen Fasern sind bevorzugt ausgewählt aus
der Gruppe enthaltend Holzfasern, Zellulosefasern, partiell gebleichte Zellulosefasern,
Wollfasern, Hanffasern und organische oder anorganische Polymerfasern.
[0045] Als Bindemittel kommt vorteilhafterweise ein Bindemittel ausgewählt aus der Gruppe
enthaltend Melamin-, Acrylat- und Polyurethanharze zum Einsatz.
[0046] Die abriebfesten Partikel sind bevorzugt ausgewählt aus der Gruppe enthaltend Aluminiumoxide,
Korund, Borcarbide, Siliziumdioxide, Siliziumcarbide und Glaskugeln.
[0047] Gemäß der weiteren Varianten b) und c) kann die Verschleißschicht auch als UV-härtbare
und/oder elektronenstrahlhärtbare (ESH)-Schutzschicht oder als wärmehärtbare Harzschicht
(Flüssigoverlay) vorliegen.
[0048] Für die Variante b) der vorliegenden Schutzschicht sind insbesondere strahlenhärtbare
acrylathaltige Lacke einsetzbar. Typischerweise enthalten die hierfür verwendeten
strahlenhärtbaren Lacke Methacrylate, wie zum Beispiel Polyesther(meth)acrylate, Polyether(meth)acrylate,
Epoxy(meth)acrylate oder Urethan(meth)acrylate. Es ist auch denkbar, dass das verwendete
Acrylat bzw. der acrylathaltige Lack substituierte oder unsubstituierte Monomere,
Oligomere und/oder Polymere, insbesondere in Form von Acrylsäure-, Acrylether- und/oder
Acrylsäureestermonomeren, -oligomeren oder -polymeren aufweist. Die genannten Acrylate
ermöglichen eine Vernetzung in Gegenwart von UV- bzw. Elektronenstrahlen im Härtungs-
bzw. Trocknungsprozess.
[0049] In einer Ausführungsform wird bevorzugter Weise mehr als eine strahlenhärtbare Schutzschicht,
bevorzugt zwei oder drei strahlenhärtbare Schutzschichten angewendet, die jeweils
aufeinander angeordnet oder aufgetragen werden. Auch kann die mindestens eine strahlenhärtbare
Schutzschicht chemische Vernetzer enthalten, z.B. auf Isocyanat-Basis, wodurch die
Zwischenhaftung der einzelnen übereinander angeordneten Schichten erhöht wird.
[0050] In der strahlenhärtbaren Verschleißschicht, die auf der aufgedruckten Dekorschicht
angeordnet ist, können die oben bereits angeführten abriebfesten Partikel, Fasern
und weitere Additive, wie Flammschutzmittel, leitfähige Substanzen und/oder lumineszierender
Stoffe, zugegeben werden.
[0051] Die gemäß der Variante c) als Verschleißschicht verwendete wärmehärtbare Harzschicht
umfasst bevorzugt ein formaldehydhaltiges Harz, insbesondere ein Melamin-Formaldehyd-Harz
und/oder Melamin-Harnstoff-Formaldehyd-Harz. Wie die bereits erwähnten weiteren Schutzschichtvarianten
kann auch die wärmehärtbare Harzschicht abriebfeste Partikel, natürliche und/oder
synthetische Fasern und weitere Additive enthalten. Eine solche wärmehärtbare Harzschicht
wird auch als Flüssigoverlay bezeichnet. Auch können mehrere wärmehärtbare Harzschichten
verwendet werden, die übereinander angeordnet sind und entsprechend nacheinander aufgetragen
werden. Darüber hinaus werden Netz- und Trennmittel in einer derartigen Flüssigoverlayschicht
bevorzugter Weise eingesetzt. Ein Verfahren zur Herstellung der beschriebenen Flüssigoverlayschicht
ist in der
EP 233 86 93 A1 beschrieben.
[0052] Die mit einer Verschleißschicht bzw. Deckschicht der Variante a (Pulver), Variante
b (UV- oder ESH-Schicht) und Variante c (Flüssigoverlayschicht) versehene Holzfaserplatte
kann ebenfalls mit einer 3D-Prägestruktur versehen werden, wobei die Oberflächenstruktur
bevorzugt in einer Kurztaktpresse optional synchron zum Dekor aufgeprägt wird. Die
3D-Struktur wird bevorzugter Weise mittels geeigneter Prägestrukturen eingeprägt bzw.
eingedrückt. Die Strukturierungen können unter Verwendung von strukturierten Lackwalzen,
strukturierten Kalandern oder strukturierten Pressblechen erfolgen.
[0053] Die mindestens eine Holzfaserträgerplatte ist ausgewählt aus der Gruppe enthaltend
Spanplatten, hochdichte Holzfaserplatte (HDF), mitteldichte Holzfaserplatte (MDF),
OSB-Platte und WPC-Platte. Die als Trägerplatte verwendete Holzwerkstoffplatte weist
eine maximale Rohdichte von 1400 kg/m
3, bevorzugt 1200 kg/m
3, eine minimale Rohdichte von 750 kg/m
3, bevorzugt 800 kg/m
3, und eine mittlere Rohdichte von 850 kg/m
3 auf.
[0054] Das vorliegende Verfahren ermöglicht somit der Herstellung einer Holzwerkstoffplatte
mit folgendem Schichtaufbau: Holzfaserträgerplatte - Harzschicht (Walzgrund) - Grundierungsschichten
- Primerschicht - Dekorschicht - Verschleißschicht. Jeder dieser Schichten kann in
einer oder mehreren Lagen vorhanden sein. Dabei ist es generell möglich, dass z.B.
mehrere Grundierungsschichten und eine Primerschicht vorliegen. Auf der Rückseite
der Holzfaserträgerplatte können ein Gegenzugpapier und weitere schalldämmende Schichten
aufgetragen werden.
[0055] Das vorliegende Verfahren zur Herstellung einer Holzwerkstoffplatte wird in einer
Vorrichtung bzw. Fertigungslinie durchgeführt, die mindestens eine Vorrichtung zum
Befeuchten von zumindest einem Abschnitt einer Oberfläche der mindestens einen Holzfaserträgerplatte
mit wasserhaltigen Dampf und mindestens eine Vorrichtung zum Auftragen von mindestens
einer Dekorschicht auf die zumindest abschnittweise befeuchtete Oberfläche der Holzfaserträgerplatte
umfasst, wobei die mindestens eine Auftragsvorrichtung in Verarbeitungsrichtung nach
der Befeuchtungsvorrichtung angeordnet ist.
[0056] In einer Variante der vorliegenden Vorrichtung ermöglicht die Befeuchtungsvorrichtung
einen Sprühauftrag von Wasser, ggf. mit Additiven in wässriger Lösung oder Dispersion,
eine automatische Anpassung der Sprühmenge an die Geschwindigkeit und automatische
Reinigungszyklen. Die Sprühflüssigkeit wird mit einer Temperatur bis 60°C, einem pH-
Wert zwischen 2 bis 8 und einer Viskosität bis 200 mPa•s aufgetragen. Die mit der
Befeuchtungs- bzw. Sprühvorrichtung erzielbaren Sprühbreiten liegen zwischen 180 bis
5.700 mm und die Sprühmengen betragen zwischen 10 bis 4.000 ml/(m•min), d.h. bis zu
10 ml/m2 bei einem Vorschub von 400 m/min.
[0057] Zur Durchführung des vorliegenden Verfahrens ist es ebenfalls von Vorteil, wenn in
der Fertigungslinie mindestens eine Schleifvorrichtung zum Schleifen der zumindest
abschnittsweisen befeuchteten Oberfläche der Holzfaserträgerplatte vorgesehen ist.
Die mindestens eine Schleifvorrichtung ist dabei in Verarbeitungsrichtung nach der
Befeuchtungsvorrichtung angeordnet.
[0058] In einer weiteren Variante umfasst die vorliegende Vorrichtung eine Vorrichtung zum
Auftragen einer Harzschicht (Walzgrund) auf die befeuchtete und geschliffene Trägerplatte
und eine Vorrichtung zum Trocknen der Harzschicht (z.B. in Form eines Konvektionstrockners),
wobei beide Vorrichtungen in Verarbeitungsrichtung hinter der Befeuchtungsvorrichtung
und der Schleifmaschine angeordnet sind.
[0059] In einer weiteren Ausführungsform umfasst die vorliegende Vorrichtung mindestens
eine Vorrichtung zum Auftragen einer pigmentierten Schicht, wie z.B. einer Grundierungsschicht
auf eine Trägerplatte und einer an dieser Auftragsvorrichtung sich anschließende Vorrichtung
zum Trocknen der Grundierungsschicht, wie z.B. ein Konvektionstrockner. Je nach Erfordernis
kann mehr als Grundierungsschicht aufgetragen werden, sodass in der Fertigungslinie
mehr als eine Auftragsvorrichtung für die Grundierungsschicht mit jeweils einem sich
anschließenden Konvektionstrockner vorgesehen sein können. Die Anzahl von Auftragsvorrichtungen
für die Grundierungsschicht mit anschließendem Konvektionstrockner ist beliebig variabel
und an die vorgegebenen Produktionsbedingungen leicht anpassbar.
[0060] In einer weiteren Ausführungsvariante der vorliegenden Fertigungslinie schließt sich
an die Auftragsvorrichtung für die Grundierung mindestens eine Auftragsvorrichtung
für eine Primerschicht mit anschließendem Konvektionstrockner gefolgt von mindestens
einer Auftragsvorrichtung, bevorzugt zwei bis drei Auftragsvorrichtungen für die Dekorschicht
und mindestens einer abschließenden Auftragsvorrichtung für eine Deck- bzw. Verschleißschicht
inklusive Konvektionstrockner an.
[0061] Die Auftragsvorrichtungen für die verschiedenen aufzutragenden Schichten können in
Form einer Walze, Sprühvorrichtung oder Gießvorrichtung ausgebildet sein, und die
jeweils nach den Auftragsvorrichtungen angeordneten Trocknungsvorrichtungen können
in Form eines Konvektionstrockners, IR- und/oder NIR-Trockners vorliegen.
[0062] In einer bevorzugten Ausführungsform sieht der Aufbau einer Fertigungslinie wie folgt
aus:
- a) mindestens eine Befeuchtungsvorrichtung zum Befeuchten von zumindest einem Abschnitt
einer Oberfläche einer Holzfaserträgerplatte mit wasserhaltigen Dampf;
- b) mindestens eine Schleifmaschine zum Schleifen der Oberfläche der zumindest abschnittsweise
befeuchteten Oberfläche der Holzfaserträgerplatte und mindestens ein in Verarbeitungsrichtung
hinter der Schleifmaschine angeordnetes IR-Aggregat (wobei das IR-Aggregat insbesondere
eine Erzeugung einer vorbestimmten Mindestoberflächentemperatur und Vergleichmäßigung
der Oberflächentemperatur dient);
- c) eine erste Auftragsvorrichtung zum Auftragen von mindestens einer ersten Harzschicht
(Walzgrund) auf die Holzfaserträgerplatte;
- d) eine in einer Verarbeitungsrichtung hinter der ersten Auftragsvorrichtung angeordnete
erste Trocknungsvorrichtung (z.B. Konvektionstrockner) zum Trocknen der mindestens
einen ersten Harzschicht (Walzgrund);
- e) eine in Verarbeitungsrichtung hinter der ersten Auftragsvorrichtung angeordnete
zweite Auftragsvorrichtung zum Auftragen von mindestens einer Grundierungsschicht
auf die Holzfaserträgerplatte, wobei die zweite Auftragsvorrichtung mindestens eine,
bevorzugt zwei, insbesondere bevorzugt vier Auftragswerke umfasst;
- f) eine in Verarbeitungsrichtung hinter der zweiten Auftragsvorrichtung angeordnete
zweite Trocknungsvorrichtung (z.B. Konvektionstrockner) zum Trocknen der mindestens
einen Grundierungsschicht;
- g) eine in Verarbeitungsrichtung hinter der zweiten Trocknungsvorrichtung zum Trocknen
der mindestens einen Grundierungsschicht angeordnete dritte Auftragsvorrichtung zum
Auftragen von mindestens einer Primerschicht auf die Holzfaserträgerplatte;
- h) eine in Verarbeitungsrichtung hinter der dritten Auftragsvorrichtung angeordnete
dritte Trocknungsvorrichtung (z.B. Konvektionstrockner) zum Trocknen der mindestens
einen Primerschicht;
- i) eine in Verarbeitungsrichtung hinter der dritten Trocknungsvorrichtung zum Trocknen
der Primerschicht angeordnete vierte Auftragsvorrichtung zum Auftragen von mindestens
einer Dekorschicht, wobei die vierte Auftragsvorrichtung mehrere Druckwalzen zum Tiefdruck
(z.B. Drei- oder Vierdruckwalzen) umfassen kann;
- j) eine in Verarbeitungsrichtung hinter der vierten Auftragsvorrichtung zum Auftragen
der Dekorschicht angeordnete fünfte Auftragsvorrichtung zum Auftragen von mindestens
einer Schutzschicht; und
- k) eine in Verarbeitungsrichtung hinter der fünften Auftragsvorrichtung zum Auftragen
der mindestens einen Schutzschicht angeordnete vierte Trocknungsvorrichtung (z.B.
Konvektionstrockner) zum Trocknen der mindestens einen Schutzschicht.
[0063] Die zum Einsatz kommenden Auftragsvorrichtungen sind bevorzugter Weise Auftragswalzen,
die ein Auftragen der Schichten auf die Oberseite der Holzwerkstoffplatten ermöglichen.
[0064] Je nach Anforderungen der Fertigungslinie ist es selbstverständlich möglich, die
Anzahl der Auftragsvorrichtung und Trocknungsvorrichtungen zu variieren. So ist es
z.B. vorstellbar und möglich, eine Fertigungslinie aus zwei Einheiten umfassend Auftragsvorrichtung
und Trocknungsvorrichtung oder auch mehr als zwei wie z.B. drei, vier oder fünf Einheiten
aus Auftragsvorrichtung und Trocknungsvorrichtung einzusetzen.
[0065] Die Erfindung wird nachfolgend unter Bezugnahme auf die Figuren der Zeichnungen an
einem Ausführungsbeispiel näher erläutert. Es zeigen:
- Figur 1
- eine schematische Darstellung einer Fertigungslinie einer Holzwerkstoffplatte unter
Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens.
[0066] Das vorliegende Verfahren am Beispiel an einer Druckanlage, die in Figur 1 schematisch
dargestellt ist, erläutert.
[0067] An der Druckanlage werden 2,07 m breite und 2,80 m lange HDF-Platten mit Plattendicke
von 6 bis 12 mm mit bis zu 85 m/min verarbeitet. Zunächst werden die HDF-Rohplatten
vereinzelt und in einer Befeuchtungsvorrichtung 1A 3,5 g Wasserdampf/m
2 und einer Tröpfchengröße von ca. 30 µm bedampft.
[0068] Nach der Befeuchtung erfolgt das Schleifen der befeuchteten Oberfläche in einer Schleifmaschine
1. Nach dem Schleifen werden die Platten in einem IR-Trockner 2 auf eine Temperatur
von ca. 45 °C vorgewärmt.
[0069] Danach erfolgt ein erster Harzauftrag (Walzgrund) im ersten Auftragswerk 3 mit anschließender
Trocknung durch Heißluft in einem Konvektionstrockner 4. Als Beschichtungsharz dient
ein wässriges Melamin-Formaldehyd-Harz mit einem Feststoffanteil von 60 Gew.-%.
[0070] Dann wird eine wasserhaltige, weiße Grundierung auf Basis von Kasein und anorganischen
Pigmenten mit Hilfe von vier Auftragswerken 5 aufgetragen und durch Heißluft nach
jedem Auftrag in einem Konvektionstrockner 6 getrocknet. Die einzelnen Auftragswerke
5 bringen unterschiedliche Mengen an Grundierung auf. Der Gesamtweißauftrag variiert
je nach Druckanforderung zwischen 20 g/m
2 und 30 g/m
2.
[0071] Danach folgt ein Primerauftrag 7 mit anschließender Trocknung in einem weiteren Konvektionstrockner
8. Es schließt sich das Bedrucken 9 (Dekor) der Platten im indirekten Tiefdruck an.
Nach dem Druck werden die Platten mit Melamin-Formaldehyd-Harz 10 (Schutzschicht)
beschichtet und ebenfalls in einem Konvektionstrockner 11 getrocknet. Dann werden
die Platten einige Tage zwischengelagert, bevor man sie weiterverarbeitet.
[0072] Der Prozess der Grundierung ist besonders wichtig, da er einen wesentlichen Einfluss
auf die Farbdruckqualität der beschichteten HDF-Platten hat. Für einen bestimmten
Farbmuster muss auch eine möglichst konstante Weißauftragsmenge gewährleistet werden,
da es sonst zur unterschiedlichen Helligkeiten der Grundierung und somit auch zur
unterschiedlichen Farbgebung innerhalb eines Farbmusters über mehreren Platten kommen
kann.
Ausführungsbeispiel:
[0073] Großformatige HDF Platten (2.500 mm x 2007 mm x 7 mm) wurden aus einem Stapel vereinzelt
und bei einer Produktionsgeschwindigkeit von 85 m/min mit einer Grundierung und einem
Dekordruck versehen. Dabei kam nach einem Reinigungsschliff zunächst eine transparente
Grundierung auf Basis eines duroplastischen Harzes zum Einsatz. (Auftragsmenge: ca.
20 g flüssig/m
2) zum Einsatz. Nach einer Zwischentrocknung mit heißer Luft schloss sich der Auftrag
einer pigmentierten Grundierung mit Casein als Bindemittel an. Der Auftrag der pigmentierten
Grundierung wurde nach Zwischentrocknung viermal wiederholt. Die Gesamtauftragsmenge
lag bei ca. 25 g flüssig/m
2. Nach einem weiteren Primerauftrag (Auftragsmenge: ca. 10 g flüssig/m
2) erfolgte der Dekordruck im Tiefdruckverfahren.
[0074] Nach dem Dekordruck zeigten sich Fehlstellen, die durch eine ungleichmäßige Grundierung
hervorgerufen worden waren. Sie konnten insbesondere im vorderen und hinteren Bereich
der Platte in Vorschubrichtung beobachtet werden. In diesen Fehlstellen konnte bei
Betrachtung unter dem Mikroskop die nicht durch Druckfarbe abgedeckte Grundierung
beobachtet werden. Zur Eliminierung dieser Fehlstellen wurde hinter der Plattenvereinzelung
eine Befeuchtung der betroffenen Plattenteile z. B. mit einem Rotor Spray System der
Fa. Ahlbrandt vorgenommen. Die "Auftragsmenge" lag bei ca. 3,5 g Wasserdampf pro Quadratmeter.
Die Tröpfchengröße lag bei ca. 30 µm. Die Steuerung des Klappensystems an der Befeuchtungsanlage
erfolgte durch Fotozellen.
[0075] Die Holzfaserplatten zeigten nach dem Bedrucken weniger Fehlstellen (weniger unbedruckte
Bereiche) und diese auch weniger stark ausgeprägt als bei der Standardplatte. Eine
Auswertung der Fehlstellen mit Hilfe einer Software sollte das visuell erhaltene Ergebnis
bestätigen. Als Ergebnis wurde erhalten, dass der prozentuale Anteil des unbedruckten
Bereichs bei der Standardplatte bei 7,17 % lag. Bei der befeuchteten Holzfaserplatte
lag der unbedruckte Bereich bei nur noch 6,18 %.
[0076] Dies ist überraschend, da beim Reinigungsschliff die zuvor befeuchteten Oberflächen
wieder abgeschliffen werden und die Einwirkzeit des Wassernebels auf die Plattenoberfläche
lediglich bei ca. 5 Sekunden liegt.
[0077] Bei einem weiteren Versuch wurde die gleiche Wassermenge nach dem Schleifen aufgebracht.
Dabei wurde eine unbedruckte Fläche von 9,71 % ermittelt. Insoweit ist das Befeuchten
vor dem Schleifen überraschend effektiv.
1. Verfahren zur Herstellung einer Holzwerkstoffplatte, insbesondere einer mit einer
Dekorschicht versehenen Holzwerkstoffplatte,
umfassend die Schritte
- Bereitstellen von mindestens einer Holzfaserträgerplatte,
- Befeuchten von zumindest einem Abschnitt einer Oberfläche der mindestens einen Holzfaserträgerplatte
mit wasserhaltigem Dampf, wobei der wasserhaltige Dampf in einer Menge zwischen 1
bis 10 g/m2 aufgetragen wird;
- Schleifen der zumindest abschnittsweise befeuchteten Oberfläche der Holzfaserträgerplatte,
und
- Auftragen von mindestens einer Dekorschicht auf die zumindest abschnittweise befeuchtete
und geschliffene Oberfläche der Holzfaserträgerplatte.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der zum zumindest abschnittsweisen Befeuchten der Oberfläche der Holzfaserträgerplatte
verwendete wasserhaltige Dampf aus mindestens 95%, bevorzugt aus mindestens 98%, insbesondere
bevorzugt zu 100% aus Wasser besteht.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der zum zumindest abschnittsweisen Befeuchten der Oberfläche der Holzfaserträgerplatte
verwendete wasserhaltige Dampf eine Tröpfchengröße zwischen 5 und 50 µm, bevorzugt
10 und 40 µm, insbesondere bevorzugt zwischen 20 und 30 µm aufweist,
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der zum zumindest abschnittsweisen Befeuchten der Oberfläche der Holzfaserträgerplatte
verwendete wasserhaltige Dampf in einer Menge zwischen 2 bis 8 g/m2, insbesondere bevorzugt 3 bis 5 g/m2 aufgetragen wird.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass nach dem Schritt des Befeuchtens die zumindest abschnittsweise befeuchtete Oberfläche
der Holzfaserträgerplatte zumindest teilweise getrocknet wird.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass auf die zumindest teilweise befeuchtete und geschliffene Oberfläche der Holzfaserträgerplatte
mindestens eine Harzschicht aufgetragen wird.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass auf die mindestens eine Harzschicht mindestens eine Grundierungsschicht aufgetragen
wird.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass auf die mindestens eine Grundierungsschicht mindestens eine Primerschicht aufgetragen
wird.
9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens eine Dekorschicht im Tiefdruckverfahren oder Digitaldruckverfahren
aufgetragen wird.
10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass auf die mindestens eine Dekorschicht mindestens eine Verschleißschicht aufgetragen
wird.
11. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens eine Holzfaserträgerplatte ausgewählt ist aus der Gruppe enthaltend
Spanplatten, hochdichte Holzfaserplatte (HDF), mitteldichte Holzfaserplatte (MDF),
OSB-Platte und WPC-Platte.
12. Vorrichtung zur Durchführung eines Verfahrens nach mindestens einem der vorhergehenden
Ansprüche umfassend
- mindestens eine Vorrichtung zum Befeuchten von zumindest einem Abschnitt einer Oberfläche
der mindestens einen Holzfaserträgerplatte mit wasserhaltigen Dampf,
- mindestens eine Schleifvorrichtung zum Schleifen der zumindest abschnittsweisen
befeuchteten Oberfläche der Holzfaserträgerplatte, die in Verarbeitungsrichtung nach
der Befeuchtungsvorrichtung angeordnet ist, und
- mindestens eine Vorrichtung zum Auftragen von mindestens einer Dekorschicht auf
die zumindest abschnittweise befeuchtete Oberfläche der Holzfaserträgerplatte
13. Vorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Befeuchtungsvorrichtung als Sprühvorrichtung ausgebildet ist.
14. Vorrichtung nach Anspruch 12 oder 13, gekennzeichnet durch mindestens eine Vorrichtung zum Auftragen von mindestens einer Grundierungsschicht.
15. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 12 bis 14, gekennzeichnet durch mindestens eine Vorrichtung zum Auftragen der Dekorschicht.
1. Process for the production of a wooden board, in particular of a wooden board provided
with a decorative layer,
comprising the following steps:
- provision of at least one supportive wood-fibre board,
- moistening of at least one section of a surface of the at least one supportive wood-fibre
board with water-containing vapour, where the quantity applied of the water-containing
vapour is from 1 to 10 g/m2;
- grinding of the at least sectionally moistened surface of the supportive wood-fibre
board, and
- application of at least one decorative layer to the at least sectionally moistened
and ground surface of the supportive wood-fibre board.
2. Process according to Claim 1, characterized in that the water-containing vapour used for the at least sectional moistening of the surface
of the supportive wood-fibre board is composed of at least 95% of water, preferably
at least 98%, with particular preference 100%.
3. Process according to Claim 1 or 2, characterized in that the droplet size of the water-containing vapour used for the at least sectional moistening
of the surface of the supportive wood-fibre board is from 5 to 50 µm, preferably from
10 to 40 µm, with particular preference from 20 to 30 µm.
4. Process according to any of the preceding claims, characterized in that the quantity applied of the water-containing vapour used for the at least sectional
moistening of the surface of the supportive wood-fibre board is from 2 to 8 g/m2, with particular preference from 3 to 5 g/m2.
5. Process according to any of the preceding claims, characterized in that after the moistening step the at least sectionally moistened surface of the supportive
wood-fibre board is at least to some extent dried.
6. Process according to any of the preceding claims, characterized in that at least one resin layer is applied to the at least to some extent moistened and
ground surface of the supportive wood-fibre board.
7. Process according to Claim 6, characterized in that at least one basecoat layer is applied to the at least one resin layer.
8. Process according to Claim 7, characterized in that at least one primer layer is applied to the at least one basecoat layer.
9. Process according to any of the preceding claims, characterized in that the at least one decorative layer is applied by the intaglio printing process or
digital printing process.
10. Process according to Claim 9, characterized in that at least one wear layer is applied to the at least one decorative layer.
11. Process according to any of the preceding claims, characterized in that the at least one supportive wood-fibre board is selected from the group comprising
chipboard, high-density fibreboard (HDF), medium-density fibreboard (MDF), OSB and
WPC board.
12. Device for carrying out a process according to at least one of the preceding claims,
comprising
- at least one device for the moistening of at least one section of a surface of the
at least one supportive wood-fibre board with water-containing vapour,
- at least one grinding device for the grinding of the at least sectionally moistened
surface of the supportive wood-fibre board, arranged after the moistening device in
the direction of processing, and
- at least one device for the application of at least one decorative layer to the
at least sectionally moistened surface of the supportive wood-fibre board.
13. Device according to Claim 12, characterized in that the moistening device takes the form of a spray device.
14. Device according to Claim 12 or 13, characterized by at least one device for the application of at least one basecoat layer.
15. Device according to any of Claims 12 to 14, characterized by at least one device for the application of the decorative layer.
1. Procédé pour la fabrication d'un panneau en matériau à base de bois, en particulier
d'un panneau en matériau à base de bois pourvu d'une couche décorative, comprenant
les étapes de
- mise à disposition d'au moins un panneau support en fibres de bois,
- humidification au moins en partie d'une surface dudit au moins un panneau support
en fibres de bois par de la vapeur contenant de l'eau, la vapeur contenant de l'eau
étant appliquée en une quantité entre 1 et 10 g/m2 ;
- ponçage de la surface au moins humidifiée en partie du panneau support en fibres
de bois et
- application d'au moins une couche décorative sur la surface au moins humidifiée
en partie et poncée du panneau support en fibres de bois.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que la vapeur contenant de l'eau utilisée pour l'humidification au moins en partie de
la surface du panneau support en fibres de bois est constituée par au moins 95%, de
préférence par au moins 98%, en particulier de préférence par 100% d'eau.
3. Procédé selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que la vapeur contenant de l'eau utilisée pour l'humidification au moins en partie de
la surface du panneau support en fibres de bois présente une grosseur de goutte entre
5 et 50 µm, de préférence entre 10 et 40 µm, en particulier de préférence entre 20
et 30 µm.
4. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que la vapeur contenant de l'eau utilisée pour l'humidification au moins en partie de
la surface du panneau support en fibres de bois est appliquée en une quantité de 2
à 8 g/m2, en particulier de préférence de 3 à 5 g/m2.
5. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'après l'étape d'humidification, la surface au moins humidifiée en partie du panneau
support en fibres de bois est au moins partiellement séchée.
6. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'au moins une couche de résine est appliquée sur la surface au moins humidifiée et
poncée du panneau support en fibres de bois.
7. Procédé selon la revendication 6, caractérisé en ce qu'au moins une couche de fond est appliquée sur ladite au moins une couche de résine.
8. Procédé selon la revendication 7, caractérisé en ce qu'au moins une couche d'apprêt est appliquée sur ladite au moins une couche de fond.
9. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que ladite au moins une couche décorative est appliquée par un procédé d'impression en
creux ou un procédé d'impression numérique.
10. Procédé selon la revendication 9, caractérisé en ce qu'au moins une couche d'usure est appliquée sur ladite au moins une couche décorative.
11. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que ledit au moins un panneau support en fibres de bois est choisi dans le groupe contenant
les panneaux d'aggloméré, les panneaux en fibres de bois haute densité (HDF), les
panneaux en fibres de bois moyenne densité (MDF), les panneaux en OSB (à particules
orientées) et les panneaux en WPC (en composite bois-plastique).
12. Dispositif pour la réalisation d'un procédé selon au moins l'une quelconque des revendications
précédentes, comprenant
- au moins un dispositif pour l'humidification d'au moins une partie d'une surface
dudit au moins un panneau support en fibres de bois par de la vapeur contenant de
l'eau,
- au moins un dispositif de ponçage pour le ponçage de la surface au moins humidifiée
en partie du panneau support en fibres de bois, qui est disposé, dans le sens du traitement,
en aval du dispositif d'humidification et
- au moins un dispositif pour l'application d'au moins une couche décorative sur la
surface au moins humidifiée en partie du panneau support en fibres de bois.
13. Dispositif selon la revendication 12, caractérisé en ce que le dispositif d'humidification est conçu sous forme de dispositif de pulvérisation.
14. Dispositif selon la revendication 12 ou 13, caractérisé par au moins un dispositif pour l'application d'au moins une couche de fond.
15. Dispositif selon l'une quelconque des revendications 12 à 14, caractérisé par au moins un dispositif pour l'application de la couche décorative.