[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Kanalballenpresse mit einem durch einen Fallschacht
beschickbaren, mit einem Pressstempel beaufschlagbaren Presskasten, dessen Beschickungsöffnung
auf der dem Pressstempel gegenüberliegenden Vorderseite eine V-förmige, mit Messern
bestückte Aussparung bildet, und mit einem an die V-förmige Aussparung anschließenden,
gegen den Fallschacht offenen Aufnahmeraum, der eine zwei Seitenwände verbindende,
den Aufnahmeraum nach oben durch einen zylindrischen Abschnitt abschließende Rückwand
und zwei von der V-förmigen Aussparung sowohl gegen die Rückwand als auch gegen die
anschließende Seitenwand ansteigende Bodenabschnitte aufweist.
[0002] Bei Kanalballenpressen wird das von oben durch einen Fallschacht in eine Presskammer
eingebrachte, lose Pressgut, üblicherweise Verpackungsmaterial, mit Hilfe eines Presstempels
verdichtet und durch einen an die Presskammer anschließenden Ballenkanal ausgestoßen.
Da während des Pressvorgangs ein Teil des Pressguts aus dem Presskasten durch dessen
Beschickungsöffnung nach oben in den Fallschacht ausweicht, wird dieser Anteil des
Pressguts abgetrennt, um den Pressballen unbehindert durch den Ballenkanal austragen
zu können. Die Beschickungsöffnung ist zu diesem Zweck auf der dem Pressstempel gegenüberliegenden
Vorderseite mit einer V-förmigen, mit Messern bestückten Aussparung versehen, an die
sich nach oben ein Aufnahmeraum für das abgescherte Pressgut anschließt, der zum Füllschacht
hin offen ist, sodass das durch die Messer im Zusammenwirken mit dem Pressstempel
abgescherte und in den Aufnahmeraum geförderte Pressgut aus dem Aufnahmeraum wieder
durch den Fallschacht in den Presskasten fallen kann. Das sich zum Teil im Aufnahmeraum
stauende Pressgut kann jedoch zu Störungen führen. Aus diesem Grund ist oberhalb des
Aufnahmeraums ein die Decke des Aufnahmeraums durchsetzender, gegen die V-förmige
Aussparung gerichteter Stößel vorgesehen, der bei einer Beaufschlagung durch einen
Stellzylinder das Pressgut aus dem Aufnahmeraum in den Presskasten drücken soll, was
jedoch nicht immer gelingt. Um das Ausfördern des abgescherten Pressguts aus dem Aufnahmeraum
zu verbessern, ist es bereits bekannt (
DE 10 2012 021 153 A1), die Rückwand des Aufnahmeraums im Übergang zur Decke zylindrisch zu krümmen, damit
das entlang der Rückwand aufsteigende Pressgut gegen den Fallschacht hin gut umgelenkt
werden kann. Es hat sich jedoch herausgestellt, dass diese Maßnahme nicht ausreicht,
Verstopfungen des Aufnahmeraums zu unterbinden. Das entlang der V-förmigen Aussparung
gegen die Raummitte gedrängte, abgescherte Pressgut wird nämlich nicht entlang der
an die Schenkel der V-förmigen Aussparung angesetzten, gegen die jeweilige Seitenwand
und die Rückwand des Aufnahmeraums ansteigenden, ebenen Bodenabschnitte über die Breite
des Aufnahmeraums verteilt, sondern neigt vielmehr zu einer Verdichtung im Bereich
der Raummitte, wodurch die Austragung des Pressguts aus dem Aufnahmeraum ernsthaft
behindert werden kann, insbesondere bei bestimmten Zusammensetzungen des Pressguts.
[0003] Der Erfindung liegt somit die Aufgabe zugrunde, eine Kanalballenpresse so auszugestalten,
dass ein weitgehend unbehindertes Ausfördern des abgescherten Pressguts aus dem Aufnahmeraum
und damit ein störungsfreier Betrieb der Kanalballenpresse gewährleistet werden können.
[0004] Ausgehend von einer Kanalballenpresse der eingangs geschilderten Art löst die Erfindung
die gestellte Aufgabe dadurch, dass die durchgehend zylindrische Rückwand von der
Spitze der V-förmigen Aussparung ausgehend zunächst mit einem größeren Krümmungsradius
ansteigt und dann in den kleineren Krümmungsradius des den Aufnahmeraum nach oben
abschließenden, in den Fallschacht mündenden Abschnitts übergeht und dass die Bodenabschnitte
konvex gekrümmt sind.
[0005] Durch die durchgehend zylindrische Rückwand, die zunächst von der Spitze der V-förmigen
Aussparung unter einem größeren Krümmungsradius ansteigt und dann in den kleineren
Krümmungsradius des den Aufnahmeraum nach oben abschließenden Abschnitts übergeht,
wird die Förderung des entlang der V-förmigen Aussparung abgescherten Pressguts entlang
der Rückwand und seine Umlenkung zurück zum Fallschacht bei einem vergleichsweise
geringen Förderwiderstand unterstützt, zumal die Rückwand nicht in eine Decke des
Aufnahmeraums übergeht, sondern mit dem den Aufnahmeraum nach oben abschließenden,
gekrümmten Abschnitt in den Fallschacht mündet. Die an den Schenkeln der V-förmigen
Aussparung anschließenden Bodenabschnitte erlauben aufgrund ihrer Konkaven Ausformung
eine entsprechende Verteilung des abgescherten Pressguts über die Breite des Aufnahmeraums,
wodurch die Voraussetzungen für eine weitgehend staufreie Förderung des abgescherten
Pressguts durch den Aufnahmeraum zurück in den Fallschacht sichergestellt wird.
[0006] Besonders günstige Konstruktionsverhältnisse ergeben sich in diesem Zusammenhang,
wenn die Schnittlinie der konvex gekrümmten Bodenabschnitte mit den Seitenwänden einerseits
und die Schnittlinie des sich daran anschließenden Rückwandbereichs mit den Seitenwänden
anderseits einander zumindest angenähert zu einem Kreisbogen ergänzen, weil in diesem
Fall nicht nur vorteilhafte Förderbedingungen für das Pressgut, sondern auch günstige
Herstellungsbedingungen für die Rückwand und die Bodenabschnitte erreicht werden.
Dies gilt insbesondere für den Fall, dass der Übergang der Schnittlinien zwischen
den Bodenabschnitten und den Seitenwänden einerseits und der Rückwand und den Seitenwänden
anderseits im Mittenbereich des Kreisbogens liegt, weil dann im Seitenwandbereich
des Aufnahmeraums über die Raumhöhe gleichbleibende Umlenkbedingungen für den Gutstrom
auftreten.
[0007] Dem Aufnahmeraum kann auch ein Stößel zum Freiräumen zugeordnet werden. Ein solcher
gegen die V-förmige Aussparung gerichteter Stößel kann in vorteilhafter Weise eine
Stoßfläche aufweisen, die in der aus dem Aufnahmeraum zurückgezogenen Stößelstellung
eine mit der Rückwand bündig abschließende Keilfläche bildet. Der Stößel behindert
aufgrund dieser Maßnahme nicht nur den Gutstrom entlang der Rückwand nicht, sondern
bewirkt zusätzlich, dass das erfasste Pressgut aus dem Aufnahmeraum über die Keilfläche
gegen den Fallschacht verdrängt wird.
[0008] Um den Nachteil einer vergrößerten Bauhöhe durch einen Stellzylinder für den Stößel
zum Freiräumen des Aufnahmeraums zu vermeiden, kann der Stößel durch einen im Stößelschaft
angeordneten Stellzylinder beaufschlagbar sein. Die Unterbringung des Stellzylinders
im Stößelschaft macht aufgrund des für den Stößel erforderlichen Querschnitts keine
Schwierigkeiten, sodass der Vorteil, keinen Stellzylinder in Verlängerung des Stößels
vorsehen zu müssen, voll genützt werden kann.
[0009] In der Zeichnung ist der Erfindungsgegenstand beispielsweise dargestellt. Es zeigen
- Fig. 1
- eine erfindungsgemäße Kanalballenpresse ausschnittsweise im Bereich des Presskastens
in einem vereinfachten Längsschnitt,
- Fig. 2
- den an die V-förmige Aussparung der Beschickungsöffnung des Presskastens anschließenden
Aufnahmeraum für das abgescherte Pressgut in einer Ansicht in Vorschubrichtung des
Pressstempels in einem größeren Maßstab,
- Fig. 3
- einen Schnitt nach der Linie III-III der Fig. 1 und
- Fig. 4
- einen Schnitt nach der Linie IV-IV der Fig. 3 in einem größeren Maßstab.
[0010] Wie insbesondere der Fig. 1 entnommen werden kann, weist die Kanalballenpresse einen
Presskasten 1 auf, an den sich ein Ballenkanal 2 anschließt. Der Presskasten 1 wird
durch einen Fallschacht 3 beschickt, der über eine Beschickungsöffnung 4 in den Presskasten
1 mündet. Mit Hilfe eines Pressstempels 5 wird das durch den Fallschacht 3 in den
Presskasten 1 eingebrachte, lose Pressgut verdichtet und als Pressballen durch den
Ballenkanal 2 aus der Kanalballenpresse ausgefördert. Die Beschickungsöffnung 4 weist
auf der dem Pressstempel gegenüberliegenden Vorderseite eine V-förmige Aussparung
6 auf, die mit Messern 7 bestückt ist. Diese Messer 7 wirken mit dem Stempel 5 zugeordneten
Gegenmessern 8 zusammen, um während des Verdichtungshubs des Pressstempels 5 das durch
die Beschickungsöffnung 4 aus dem Presskasten 1 ragende Pressgut abzuscheren, das
dann nicht mehr das Ausfördern des Pressballens aus dem Presskasten 1 behindern kann.
[0011] Um das abgescherte Pressgut vom Pressballen ableiten zu können, schließt an die V-förmige
Aussparung 6 ein Aufnahmeraum 9 für das abgescherte Pressgut an. Dieser Aufnahmeraum
9 wird innerhalb eines gegen den Fallschacht 3 offenen, kastenförmigen Gehäuses 10
gebildet, das eine Rückwand 11 zwischen zwei Seitenwänden 12 sowie zwei an die Schenkel
der V-förmigen Aussparung 6 anschließende Bodenabschnitte 13 aufweist.
[0012] Wie insbesondere der Fig. 3 entnommen werden kann, steigt die durchgehend zylindrische
Rückwand 11 zunächst von der Spitze der V-förmigen Aussparung 6 unter einem größeren
Krümmungsradius an, um dann in einem Abschnitt 14 auszulaufen, der den Aufnahmeraum
9 nach oben abschließt und in den Fallschacht 3 mit einem kleineren Krümmungsradius
mündet. Die konvex gekrümmten Bodenabschnitte 13 weisen mit den Seitenwänden 12 eine
kreisbogenförmige Schnittlinie 15 auf, die sich mit der Schnittlinie 16 des Abschnitts
14 der Rückwand 11 mit den Seitenwänden 12 zu einem durchgehenden Kreisbogen ergänzt.
Die unter diesen Randbedingungen konvex gekrümmten Bodenabschnitte 13 ergeben in Verbindung
mit der an diese Bodenabschnitte 13 anschließenden, mit unterschiedlichen Krümmungsradien
gekrümmten, zylindrischen Rückwand 11 eine Führung für den abgescherten Gutstrang,
die trotz des für den Schnitt vorteilhaften V-förmigen Verlaufs der Messer 7 eine
weitgehend gleichmäßige Gutverteilung über die Breite des Aufnahmeraums 9 als Voraussetzung
für eine staufreie Förderung des abgescherten Pressguts durch den Aufnahmeraum 9 sicherstellt,
das entlang des den Aufnahmeraum 9 nach oben begrenzenden, in den Fallschacht 3 mündenden
Abschnitts 14 in den Fallschacht 3 und in Folge davon in den Presskasten 1 zurückgefördert
wird.
[0013] Um im Bedarfsfall ein Freiräumen des Aufnahmeraums 9 zu ermöglichen, ist auf das
kastenförmige Gehäuse 10 eine Führung 17 für einen Stößel 18 vorgesehen, der die Rückwand
11 im Bereich ihres Abschnitts 14 durchsetzt und in der aus dem Aufnahmeraum 9 zurückgezogenen
Stößelstellung eine mit dem Abschnitt 14 bündig abschließende Keilfläche 19 bildet.
Der Stößel 18 wird durch einen Stellzylinder 20 beaufschlagt, der sich an einem Quersteg
21 der Führung 17 abstützt und innerhalb des Schaftes des Stößels 18 angeordnet ist,
sodass durch den innenliegenden Stellzylinder 20 die Bauhöhe nicht vergrößert wird.
Wird der Stellzylinder 20 beaufschlagt, so wird der Stößel 18 mit seiner Keilfläche
19 in den Aufnahmeraum 9 mit der Wirkung gestoßen, dass das im Aufnahmeraum 9 befindliche
Pressgut über die Keilfläche 19 nicht nur gegen die V-förmige Aussparung 6, sondern
zusätzlich auch gegen den Fallschacht 3 gedrückt wird, wie dies strichpunktiert in
der Fig. 1 angedeutet ist..
1. Kanalballenpresse mit einem durch einen Fallschacht (3) beschickbaren, mit einem Pressstempel
(5) beaufschlagbaren Presskasten (1), dessen Beschickungsöffnung (4) auf der dem Pressstempel
(5) gegenüberliegenden Vorderseite eine V-förmige, mit Messern (7) bestückte Aussparung
(6) bildet, und mit einem an die V-förmige Aussparung (6) anschließenden, gegen den
Fallschacht (3) offenen Aufnahmeraum (9), der eine zwei Seitenwände (12) verbindende,
den Aufnahmeraum (9) nach oben durch einen zylindrischen Abschnitt (14) abschließende
Rückwand (11) und zwei von der V-förmigen Aussparung (6) sowohl gegen die Rückwand
(11) als auch gegen die anschließende Seitenwand (12) ansteigende Bodenabschnitte
(13) aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass die durchgehend zylindrische Rückwand (11) von der Spitze der V-förmigen Aussparung
(6) ausgehend zunächst mit einem größeren Krümmungsradius ansteigt und dann in den
kleineren Krümmungsradius des den Aufnahmeraum (9) nach oben abschließenden, in den
Fallschacht (3) mündenden Abschnitts (14) übergeht und dass die Bodenabschnitte (13)
konvex gekrümmt sind.
2. Kanalballenpresse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Schnittlinie (15) der konvex gekrümmten Bodenabschnitte (13) mit den Seitenwänden
(12) einerseits und die Schnittlinie (16) des sich daran anschließenden Rückwandbereichs
mit den Seitenwänden (12) anderseits einander zumindest angenähert zu einem Kreisbogen
ergänzen.
3. Kanalballenpresse nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Übergang der Schnittlinien (15, 16) zwischen den Bodenabschnitten (13) und den
Seitenwänden (12) einerseits und der Rückwand (11) und den Seitenwänden (12) anderseits
im Mittenbereich des Kreisbogens liegt.
4. Kanalballenpresse nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass dem Aufnahmeraum (9) ein gegen die V-förmige Aussparung (6) gerichteter Stößel (18)
zugeordnet ist, dessen Stoßfläche in der aus dem Aufnahmeraum (9) zurückgezogenen
Stößelstellung eine mit dem den Aufnahmeraum (9) nach oben abschließenden Abschnitt
der Rückwand (11) bündig abschließende Keilfläche (20) bildet.
5. Kanalballenpresse nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Stößel (18) durch einen im Stößelschaft angeordneten Stellzylinder (20) beaufschlagbar
ist.