[0001] Die Erfindung betrifft ein Verteilungselement für einen Biomassevergaser, einen Biomassevergaser
und eine Gaserzeugungsvorrichtung.
[0002] Im Stand der Technik sind Gaserzeugungsvorrichtungen wie Holz- oder Kohlevergasungsanlagen
bekannt, mit welchen Gas beispielsweise für Beleuchtungszwecke oder zum Betrieb von
Motoren hergestellt wird. Bei der Holzvergasung wird durch Pyrolyse unter Sauerstoffabschluss
oder Teilverbrennung beziehungsweise Verschwelung unter Luftmangel, also bei unterstöchiometrischer
Verbrennung, aus Holz ein brennbares Gasgemisch gewonnen. Bei Holzvergasungsanlagen,
welche auch Holzvergaser, Kohlevergaser, Holzgaserzeuger oder ähnliches genannt werden,
wird typischerweise ein als Reaktor dienender Stahlbehälter, ähnlich einem Ofen, mit
Brennmaterial beschickt. Durch Verschwelen des Brennmaterials im Reaktor entstehen
als wesentliche Bestandteile Kohlenmonoxid (CO), Wasserstoff (H
2) , Kohlendioxid (CO
2), etwas Methan (CH
4) und weitere Kohlenwasserstoffe in geringen Mengen.
[0003] Ein bekanntestes Verfahren zur Holzgaserzeugung ist das Gleichstromverfahren, welches
von Georg Imbert etwa im Jahr 1923 entwickelt wurde. Bei diesem Verfahren erfolgt
die Luftzufuhr unmittelbar in die heiße Vergasungszone. Das aus dem verschiedene Arten
von Holz beinhaltenden Brennstoff und der sich in gleicher Richtung bewegenden zugeführten
Luft gebildete brennbare Gasgemisch wird im unteren Reaktorbereich durch einen Rost
abgesaugt und dann gekühlt und gefiltert, um es anschließend beispielsweise in einem
Gasmotor zu verwenden.
[0004] Bekannte Holzvergasungsanlagen weisen jedoch verschiedene Nachteile auf, welche einen
Dauerbetrieb ohne Abschaltungen oder Wartungsarbeiten nicht ermöglichen. Das Hauptproblem
besteht darin, dass infolge ungenügender Verteilung eines Vergasungsmediums, meist
Luft, eine unregelmäßige Verschwelung im Reaktor stattfindet, sodass Hohlbrände und
dadurch wiederum Hohlräume entstehen, welche die Verschwelung negativ beeinflussen,
da das Vergasungsmedium in diesen Bereichen fast ungehindert durchströmen kann. Dies
kann zu so genannten "Hot Spots" führen. Dies sind sehr heiße Stellen, wo infolge
Sauerstoffüberschuss das Brennmaterial fast komplett verbrennt und daher nicht mehr
verschwelt wird. In solchen "Hot Spots" entsteht kaum mehr Holzgas sondern überwiegend
CO
2 und Hitze. Infolge der sehr hohen Temperaturen in den "Hot Spots" schmilzt die Asche
und produziert mineralische Schlacke, welche sich meist an der Reaktorwand anhaftet
oder im Reaktor zu Schlackenbrocken anwächst. Zudem fehlt dann im übrigen Reaktorraum
der Sauerstoff, welcher in den "Hot Spots" verbrannt wurde, für eine geeignete Verschwelung.
Die Folge daraus ist, dass infolge der ungenügenden Verschwelung, hervorgerufen durch
tiefere Temperaturen, im übrigen Reaktorbett ein qualitativ schlechtes Rohgas entsteht,
weil die langkettigen Kohlewasserstoffmoleküle ungenügend gecrackt werden. Dies kann
zur Folge haben, dass das Rohgas viel Teer und verhältnismäßig viel unbrennbares CO
2 enthält.
[0005] Wird ein Vergaser längere Zeit in solchen Betriebszuständen gefahren, wird die Holzgasqualität
immer schlechter und schlussendlich entstehen die bekannten Störungen wie Teerbildung
im ganzen Holzgassystem bis zum Motor und Schlackebildung im Reaktor. Beides führt
früher oder später zu Störungen, zur Abschaltung oder zu Reparaturen an der Holzvergasungsanlage.
[0006] Es ist deshalb eine Aufgabe der Erfindung, ein Verteilungselement vorzusehen, welches
eine bessere Luftverteilung in einem Reaktor ermöglicht. Es sind des Weiteren Aufgaben
der Erfindung, einen Biomassevergaser mit einem solchen Verteilungselement sowie eine
Gaserzeugungsvorrichtung mit einem solchen Biomassevergaser vorzusehen.
[0007] Dies wird erfindungsgemäß durch ein Verteilungselement, einen Biomassevergaser und
eine Gaserzeugungsvorrichtung gemäß den Hauptansprüchen erreicht. Vorteilhafte Ausgestaltungen
können beispielsweise den jeweiligen Unteransprüchen entnommen werden.
[0008] Die Erfindung betrifft ein Verteilungselement für einen Biomassevergaser, aufweisend
einen Anschluss für eine Zuführleitung, welche ein Vergasungsmedium an das Verteilungselement
liefert, und eine Anzahl von Austrittsöffnungen, welche mit dem Anschluss fluidisch
verbunden sind und entlang zumindest einer ebenen Umfangslinie des Verteilungselements
angeordnet sind, wobei die Austrittsöffnungen dazu ausgebildet sind, das Vergasungsmedium
entlang jeder Umfangslinie seitlich um das Verteilungselement zu verteilen.
[0009] Mit dem erfindungsgemäßen Verteilungselement kann eine erheblich gleichmäßigere Verteilung
von Luft in einem Reaktor erreicht werden, wodurch die oben genannten Nachteile vermieden
werden können.
[0010] Gemäß einer Ausführung ist vorgesehen, dass die Austrittsöffnungen entlang einer
Mehrzahl von zueinander beabstandeten Umfangslinien angeordnet sind.
[0011] Gemäß einer Ausführung ist vorgesehen, dass die Umfangslinien mit gleichen Abständen
zueinander beabstandet sind.
[0012] Gemäß einer Ausführung ist vorgesehen, dass jeder Umfangslinie genau eine Austrittsöffnung
zugeordnet ist, welche ganz oder teilweise entlang der Umfangslinie umläuft.
[0013] Gemäß einer Ausführung ist vorgesehen, dass jeder Umfangslinie eine Mehrzahl von
Austrittsöffnungen zugeordnet sind, welche entlang der jeweiligen Umfangslinie gleich-
oder ungleichmäßig voneinander beabstandet sind.
[0014] Gemäß einer Ausführung ist vorgesehen, dass die Umfangslinien in jeweiligen Ebenen
verlaufen, welche zueinander im Wesentlichen parallel ausgerichtet sind.
[0015] Gemäß einer Ausführung ist vorgesehen, dass die Umfangslinien in jeweiligen Ebenen
verlaufen, welche unter einem Winkel, insbesondere quer zu einer Einströmrichtung
ausgerichtet sind, über welcher das Vergasungsmedium in den Anschluss einströmt.
[0016] Gemäß einer Ausführung ist vorgesehen, dass die Austrittsöffnungen als Düsen ausgebildet
sind.
[0017] Gemäß einer Ausführung ist vorgesehen, dass über der obersten Umfangslinie ein sich
zu einem oberen Ende des Verteilungselements hin verjüngendes Dach ausgebildet ist.
[0018] Gemäß einer Ausführung ist vorgesehen, dass das Dach kegelförmig ist.
[0019] Gemäß einer Ausführung ist vorgesehen, dass das Dach die Austrittsöffnungen der obersten
Umfangslinie überdeckt.
[0020] Gemäß einer Ausführung ist vorgesehen, dass zwischen jeweils zwei benachbarten Umfangslinien
ein jeweiliges Wandteil angeordnet ist.
[0021] Gemäß einer Ausführung ist vorgesehen, dass jedes Wandteil sich mit abnehmender Entfernung
zum oberen Ende des Verteilungselements hin verjüngt.
[0022] Gemäß einer Ausführung ist vorgesehen, dass die Wandteile jeweils kegelstumpfförmig
ausgebildet sind.
[0023] Gemäß einer Ausführung ist vorgesehen, dass jedes Wandteil die Austrittsöffnungen
der jeweils darunter angeordneten Umfangslinie überdeckt.
[0024] Gemäß einer Ausführung ist vorgesehen, dass jedes Wandteil den obersten Teil des
jeweils darunter angeordneten Wandteils überdeckt.
[0025] Gemäß einer Ausführung ist vorgesehen, dass das Verteilungselement sich vom oberen
Ende ausgehend entlang einer Mittenachse zumindest innerhalb jeweiliger Abschnitte
verbreitert.
[0026] Gemäß einer Ausführung ist vorgesehen, dass jeder Abschnitt an seinem unteren Ende
breiter ist als der jeweils darüber angeordnete Abschnitt an dessen unterem Ende.
[0027] Gemäß einer Ausführung ist vorgesehen, dass die Abschnitte an den oder benachbart
zu den Umfangslinien aneinander angrenzen.
[0028] Gemäß einer Ausführung ist vorgesehen, dass das Verteilungselement an der unteren
Grenze jedes Abschnitts breiter ist als an der oberen Grenze des jeweils darunter
angeordneten Abschnitts.
[0029] Gemäß einer Ausführung ist vorgesehen, dass jedem Abschnitt jeweils ein Wandelement
oder das Dach zugeordnet ist.
[0030] Durch eine nach unten hin zunehmende Querschnittsfläche des Verteilungselements kann
insbesondere ein im Reaktor nach unten hin verstärkt auftretender Schwund des Brennmaterials
ausgeglichen werden.
[0031] Gemäß einer Ausführung ist vorgesehen, dass der Anschluss ein Schraubgewinde aufweist.
[0032] Gemäß einer Ausführung ist vorgesehen, dass der Anschluss dazu ausgebildet ist, eine
als Rohr ausgebildete Zuführleitung entlang einer Achse aufzunehmen, zu welcher jeweilige
Ebenen, in welchen die Umfangslinien liegen, in einem Winkel angeordnet sind, insbesondere
quer stehen.
[0033] Gemäß einer Ausführung ist vorgesehen, dass der Anschluss dazu ausgebildet ist, eine
als Rohr ausgebildete Zuführleitung derart aufzunehmen, dass eine Längsachse des Rohrs
auf das obere Ende des Verteilungselements weist.
[0034] Gemäß einer Ausführung ist vorgesehen, dass das Verteilungselement um eine Achse
rotationssymmetrisch ausgeführt ist.
[0035] Gemäß einer Ausführung ist vorgesehen, dass das Verteilungselement als Drehteil ausgeführt
ist.
[0036] Gemäß einer Ausführung ist vorgesehen, dass das Verteilungselement aus rostfreiem
Stahl und/oder aus gegossener Keramik ausgeführt ist.
[0037] Die beschriebenen Ausführungen des Verteilungselements haben sich als vorteilhaft
erwiesen, beispielsweise hinsichtlich des Erreichens einer besonders gleichmäßigen
Luftverteilung, einer leichten Handhabbarkeit oder geringer Herstellungskosten.
[0038] Die Erfindung betriff des Weiteren einen Biomassevergaser, aufweisend einen Reaktor
mit einer Reaktorkammer, eine in die Reaktorkammer führende Zuführleitung, und ein
erfindungsgemäßes Verteilungselement, welches in der Reaktorkammer angeordnet ist,
wobei der Anschluss des Verteilungselements an die Zuführleitung angeschlossen ist.
[0039] Mittels des erfindungsgemäßen Biomassevergasers können die weiter oben beschriebenen
Vorteile des erfindungsgemäßen Verteilungselements für einen Biomassevergaser nutzbar
gemacht werden. Dabei kann auf alle erläuterten Ausführungen und Varianten zurückgegriffen
werden.
[0040] Gemäß einer Ausführung ist vorgesehen, dass die Zuführleitung als Rohr ausgebildet
ist.
[0041] Gemäß einer Ausführung ist vorgesehen, dass der Reaktor als absteigender Festbett-Gleichstromreaktor
ausgebildet ist.
[0042] Gemäß einer Ausführung ist vorgesehen, dass die Reaktorkammer unterseitig durch einen
ersten Gitterrost begrenzt wird.
[0043] Gemäß einer Ausführung ist vorgesehen, dass der erste Gitterrost mit dem Rohr verbunden
ist, so dass er mit dem Rohr gedreht werden kann.
[0044] Gemäß einer Ausführung ist vorgesehen, dass der Biomassevergaser einen Elektromotor
zum Drehen des Rohrs aufweist.
[0045] Gemäß einer Ausführung ist vorgesehen, dass unter dem ersten Gitterrost ein zweiter
Gitterrost angeordnet ist.
[0046] Gemäß einer Ausführung ist vorgesehen, dass der zweite Gitterrost an einer Reaktorwand
der Reaktorkammer oder des Reaktors befestigt ist.
[0047] Gemäß einer Ausführung ist vorgesehen, dass der erste und der zweite Gitterrost Durchbrechungen,
insbesondere Schlitze aufweisen, insbesondere wobei der erste Gitterrost größere Schlitze
aufweist als der zweite Gitterrost.
[0048] Gemäß einer Ausführung ist vorgesehen, dass der erste Gitterrost unmittelbar auf
dem zweiten Gitterrost aufliegt.
[0049] Gemäß einer Ausführung ist vorgesehen, dass unter dem ersten Gitterrost und/oder
dem zweiten Gitterrost ein Kohlebehälter angeordnet ist.
[0050] Gemäß einer Ausführung ist vorgesehen, dass erster und zweiter Gitterrost relativ
zueinander, insbesondere gegenläufig zueinander drehbar angeordnet sind oder ein Gitterrost
feststehend und ein Gitterrost drehbar ausgebildet ist.
[0051] Durch das Drehen eines Gitterrosts im Vergleich zu einem anderen Gitterrost kann
insbesondere Kohle aus dem unteren Teil eines Reaktorbetts zermahlen werden, so dass
sie als Staub nach unten durchfällt, beispielsweise in einen Kohlebehälter.
[0052] Gemäß einer Ausführung ist vorgesehen, dass der Reaktor dazu ausgebildet ist, dass
in dem Kohlebehälter enthaltener Kohlestaub mit abgesaugtem Rohgas zumindest teilweise
mit abgesaugt wird.
[0053] Gemäß einer Ausführung ist vorgesehen, dass der Biomassevergaser eine Versorgungsanlage
für das Vergasungsmedium aufweist, welche mit der Zuführleitung verbunden ist.
[0054] Gemäß einer Ausführung ist vorgesehen, dass die Versorgungsanlage dazu ausgebildet
ist, der Zuführleitung Luft oder ein aus einem Behälter zu entnehmendes Gas oder Gasgemisch
als Vergasungsmedium zuzuführen.
[0055] Gemäß einer Ausführung ist vorgesehen, dass die Versorgungsanlage ein Seitenkanalgebläse
zum Verdichten des Vergasungsmediums aufweist.
[0056] Gemäß einer Ausführung ist vorgesehen, dass die Versorgungsanlage eine Heizvorrichtung
zum Erwärmen des Vergasungsmediums aufweist.
[0057] Gemäß einer Ausführung ist vorgesehen, dass der Reaktor eine Anzahl von Seitendüsen
aufweist, welche in einer die Reaktorkammer umgebenden Reaktorwand angeordnet sind,
wobei die Seitendüsen mit der Zuführleitung fluidisch verbunden sind, um das Vergasungsmedium
seitlich in die Reaktorkammer einzublasen.
[0058] Gemäß einer Ausführung ist vorgesehen, dass die Seitendüsen auf einer oder mehreren
Höhenlinien der Reaktorwand angeordnet sind.
[0059] Gemäß einer Ausführung ist vorgesehen, dass die Seitendüsen auf einer jeweiligen
Höhenlinie am Umfang der Reaktorwand, insbesondere gleichmäßig voneinander beabstandet
sind.
[0060] Gemäß einer Ausführung ist vorgesehen, dass die Seitendüsen auf genau einer Höhenlinie
oder auf zwei oder mehr Höhenlinien angeordnet sind.
[0061] Gemäß einer Ausführung ist vorgesehen, dass die Höhenlinien jeweils mittig zwischen
zwei Umfangslinien des Verteilungselements angeordnet sind.
[0062] Gemäß einer Ausführung ist vorgesehen, dass die Seitendüsen am Umfang des Reaktors
zwischen jeweiligen Austrittsöffnungen des Verteilungselements liegen.
[0063] Gemäß einer Ausführung ist vorgesehen, dass wenigstens sechs Seitendüsen vorhanden
sind.
[0064] Durch die Seitendüsen kann eine bessere, insbesondere gleichmäßigere Zuführung des
Vergasungsmediums erreicht werden.
[0065] Gemäß einer Ausführung ist vorgesehen, dass der Biomassevergaser eine Anzahl von
Ventilen zum Einstellen der Verteilung des Vergasungsmediums zwischen den Seitendüsen
und dem Verteilungselement aufweist.
[0066] Gemäß einer Ausführung ist vorgesehen, dass die Ventile derart eingestellt sind,
dass eine möglichst homogene Verteilung des Vergasungsmediums in der Reaktorkammer
erfolgt.
[0067] Gemäß einer Ausführung ist vorgesehen, dass das Verteilungselement sich von oben
nach unten zumindest abschnittsweise verbreiternd oder verjüngend ausgebildet ist,
wobei die Verbreiterung einen Schwund von Brennmaterial aufgrund Verschwelung kompensiert.
[0068] Gemäß einer Ausführung ist vorgesehen, dass ein Abstand zwischen dem Verteilungselement
und einem Boden der Reaktorkammer derart ausgebildet ist, dass eine Reduktionszone
so groß ist und/oder eine Verweildauer eines Rohgases genügend lange ist, um langkettige
Kohlenwasserstoffmoleküle in der Reduktionszone weitgehend vollständig zu cracken.
[0069] Gemäß einer Ausführung ist vorgesehen, dass der Biomassevergaser eine Steuerungsvorrichtung
aufweist.
[0070] Gemäß einer Ausführung ist vorgesehen, dass die Steuerungsvorrichtung dazu ausgebildet
ist, eine Drehung der Gitterroste derart zu steuern, dass feiner Kohlestaub für eine
nachfolgende Filtrationsstufe zur Verfügung steht und/oder dass genügend Asche aus
einem Kohlebett in den Kohlebehälter ausgetragen wird, damit eine gute Gasdurchlässigkeit
des Kohlebetts sichergestellt ist.
[0071] Gemäß einer Ausführung ist ein Betriebsunterdruck in der Reaktorkammer von weniger
als 20 mbar, bevorzugt weniger als 10 mbar oder weniger als 5 mbar vorgesehen.
[0072] Gemäß einer Ausführung sind ein Gasgebläse und/oder ein Zuluftgebläse und/oder das
Seitenkanalgebläse zur Wahrung des konstanten Unterdrucks in der Reaktorkammer vorgesehen.
[0073] Gemäß einer Ausführung ist vorgesehen, dass die Steuerungsvorrichtung dazu ausgebildet
ist, den Reaktor nach einem Anzünden möglichst schnell auf Betriebstemperatur hochzufahren.
[0074] Gemäß einer Ausführung ist vorgesehen, dass die Reaktorkammer eine Anzahl von verschließbaren
Anzündeöffnungen aufweist.
[0075] Gemäß einer Ausführung ist vorgesehen, dass die Anzündeöffnungen gegenüberliegend
in der Reaktorkammer angeordnet sind.
[0076] Gemäß einer Ausführung ist vorgesehen, dass die Anzündeöffnungen unter den Seitendüsen
angeordnet sind.
[0077] Gemäß einer Ausführung ist vorgesehen, dass der Reaktor eine Brennstoffzuführeinrichtung
aufweist.
[0078] Gemäß einer Ausführung ist vorgesehen, dass die Brennstoffzuführeinrichtung eine
Vorheizvorrichtung zum Vorheizen von zuzuführendem Brennstoff aufweist.
[0079] Gemäß einer Ausführung ist vorgesehen, dass der Reaktor dazu ausgebildet ist, Hackschnitzel,
Holzpellets, trockene und/oder stückige Biomasse oder sonstige Biomasse als Brennstoff
zu vergasen.
[0080] Die beschriebenen Ausführungen haben sich als vorteilhaft, insbesondere im Hinblick
auf eine Gaserzeugung, erwiesen.
[0081] Die Erfindung betrifft des Weiteren eine Gaserzeugungsvorrichtung, aufweisend einen
erfindungsgemäßen Biomassevergaser und einen dem Biomassevergaser fluidisch nachgeschalteten
Gaskühler.
[0082] Damit können die Vorteile eines erfindungsgemäßen Biomassevergasers für eine Gaserzeugungsvorrichtung
nutzbar gemacht werden. Hinsichtlich des Biomassevergasers und des darin enthaltenen
Verteilungselements kann auf alle beschriebenen Ausführungen und Varianten zurückgegriffen
werden. Erläuterte Vorteile gelten entsprechend.
[0083] Gemäß einer Ausführung ist vorgesehen, dass der Gaskühler dazu ausgebildet ist, aus
dem Reaktor austretendes Rohgas von bis zu mehr als 500° C auf etwa 130° C zu kühlen.
[0084] Gemäß einer Ausführung ist vorgesehen, dass der Gaskühler eine Abreinigungsfunktion
aufweist, vorzugsweise mittels Spiralen und/oder Stahlbürsten.
[0085] Gemäß einer Ausführung ist vorgesehen, dass der Gaskühler zumindest einen Wärmetauscher
zum Auskoppeln von Wärme aus dem Rohgas aufweist.
[0086] Gemäß einer Ausführung ist vorgesehen, dass die im Gaskühler aus dem Rohgas ausgekoppelte
Wärme zum Heizen, zur Warmwassererzeugung, und/oder zum Vorwärmen des Brennmaterials
vorgesehen ist beziehungsweise verwendet wird.
[0087] Gemäß einer Ausführung ist vorgesehen, dass die Gaserzeugungsvorrichtung einen Heißgasfilter
aufweist, welcher fluidisch dem Gaskühler nachgeschaltet ist.
[0088] Gemäß einer Ausführung ist vorgesehen, dass der Heißgasfilter eine Anzahl hochtemperaturbeständiger
Beutelfilter aufweist.
[0089] Gemäß einer Ausführung ist vorgesehen, dass der Heißgasfilter eine Abreinigungsvorrichtung
aufweist.
[0090] Gemäß einer Ausführung ist vorgesehen, dass im Heißgasfilter eine pulverförmige Schicht
aus im Reaktor erzeugtem Kohlestaub ausgebildet ist.
[0091] Gemäß einer Ausführung ist vorgesehen, dass die Gaserzeugungsvorrichtung einen weiteren
Gaskühler aufweist, welcher fluidisch dem Heißgasfilter nachgeschaltet ist.
[0092] Gemäß einer Ausführung ist vorgesehen, dass der weitere Gaskühler dazu ausgebildet
ist, durchströmendes Gas von etwa 130° C auf etwa 50° C zu kühlen.
[0093] Gemäß einer Ausführung ist vorgesehen, dass die Komponenten der Gaserzeugungsvorrichtung
ganz oder teilweise isoliert sind.
[0094] Gemäß einer Ausführung ist vorgesehen, dass die Gaserzeugungsvorrichtung einen Kondensatbehälter
zur Sammlung von Kondensat aufweist.
[0095] Gemäß einer Ausführung ist vorgesehen, dass die Gaserzeugungsvorrichtung eine Anzahl
von fluidisch zueinander und zum Reaktor parallel geschalteten weiteren erfindungsgemäßen
Biomassevergasern aufweist.
[0096] Gemäß einer Ausführung ist vorgesehen, dass die Gaserzeugungsvorrichtung ein Gebläse
zum Absaugen von Rohgas aus dem Reaktor aufweist.
[0097] Die beschriebenen Ausführungen haben sich als vorteilhaft erwiesen, insbesondere
im Hinblick auf eine Gaserzeugung.
[0098] Der oben beschriebene Biomassevergaser kann im Prinzip auf einem bekannten absteigenden
Festbett-Gleichstromvergaser beruhen, bei welchem der zu vergasende Brennstoff von
oben in den Vergaser eingeführt wird und der Brennstoff die Prozessschritte Trocknung,
Pyrolyse, Oxidation und Reduktion im Vergaser durchläuft. Das Vergasungsmedium Luft
oder vorgeheizte Luft kann mittels eines Seitenkanalverdichters über beispielsweise
sechs äußere Luftdüsen und ein im Reaktor befindliches Verteilungselement in Form
eines konischen Luftbaums eingedüst werden. Es sei erwähnt, dass das Verteilungselement
grundsätzlich beispielsweise auch eine Zylinderform, eine Kugelform, eine Form mit
zwei spiegelsymmetrisch zueinander angeordneten Kegelstümpfen wie beispielsweise die
Form eines Diabolos, oder die Form eines auf der Spitze oder auf der Grundplatte stehenden
Kegels haben kann.
[0099] Der Luftbaum kann als Drehteil aus massivem rostfreiem Stahl ausgebildet sein, welcher
im Zentrum eine Bohrung hat. In den Absätzen des Luftbaumes kann er um den ganzen
Umfang herum verteilt Bohrungen aufweisen, welche Verbindung haben mit der Zentrumsbohrung.
[0100] Die Zentrumsbohrung kann ein Gewinde aufweisen, in welches eine Hohlwelle eingeschraubt
werden kann. Mit der Hohlwelle kann das Vergasungsmedium Luft in den Luftbaum eingebracht
werden und der Luftbaum kann durch Antrieb der Welle mittels eines Elektromotors periodisch
bewegt werden.
[0101] Mittels den äußeren Luftdüsen und dem Luftbaum im Inneren des Reaktors kann erreicht
werden, dass eine möglichst homogene Luftverteilung im Reaktor erfolgt.
[0102] Die Dimensionierung des Luftbaumes, beispielsweise Höhe und Durchmesser, ist bevorzugt
so gewählt, dass dem Schwund der durch die Verschwelung, welche vor allem in der Oxidationszone
stattfindet, Rechnung getragen wird, indem das Schwundvolumen durch den kegelförmigen
Luftbaum kompensiert wird.
[0103] In einer Weiterentwicklung verfügt der Reaktor unterhalb des Luftbaumes über einen
doppelten Rost. Der obere Rost ist fest mit der Hohlwelle des Luftbaumes verbunden.
Der obere Rost liegt zudem direkt auf dem unteren Rost auf. Der untere Rost ist fest
mit dem Reaktorgehäuse verbunden.
[0104] Wenn der obere drehbare Rost über gröbere Schlitze verfügt und der untere fest stehende
Rost über feinere Schlitze verfügt, wird sichergestellt, dass nur feine Kohleasche,
zerkleinert durch die Rostbewegungen, in einen Kohlebehälter durchfällt.
[0105] Durch diese Rostkonstruktion kann erreicht werden, dass eine beispielsweise mittels
Pausenzeiten oder Roststillstandzeiten einstellbare genügend lange Verweildauer der
Kohle in der Reduktionszone stattfindet. So kann sichergestellt werden, dass die Kohle
vollständig entgast wird und mittels des feinen Kohlestaubs genügend Feinanteil zur
Verfügung steht, welcher in einer nachgelagerten Filtrationsstufe benötigt wird um
das Gas zu reinigen. Zum anderen sollte aber sicher gestellt werden, dass die Rostbewegungen
trotzdem genügend oft stattfinden, so dass genügend Asche aus dem Kohlebett in den
Kohlebehälter ausgetragen wird, damit eine gute Gasdurchlässigkeit des Koksbeetes
sichergestellt ist.
[0106] Des Weiteren ist die Dimensionierung der Distanz unterhalb des Luftbaumes bis zum
oberen Rost bevorzugt so gewählt, dass die Reduktionszone so groß ist, respektive
die Verweildauer des Rohgases genügend lange dauert, damit allfällige langkettige
Kohlenwasserstoffmoleküle in der Reduktionszone gecrackt werden zu kurzkettigen Molekülen.
Zudem soll auch die wünschenswerte Boudouard-Reaktion (Reduktion von C und CO
2 zu 2 CO) und die Wassergasreaktion (C + H
2O => CO + H
2) ablaufen, da sich diese heizwertsteigernd auf das Holzgas auswirken.
[0107] Die Platzierung der äußeren Luftdüsen ist bevorzugt so gewählt, dass die Luft zwischen
den Luftdüsen des Luftbaumes des ersten und zweiten Ringes liegen. Damit wird eine
zusätzlich gewünschte Verwirbelung sichergestellt und die Luftströme prallen nicht
aufeinander. Die Luftverteilung der äusseren Luftdüsen und des Luftbaumes kann mittels
Einstellhahnen so eingestellt werden, dass die Luftverteilung gleichmässig und vor
allem homogen ist.
[0108] Der Holzvergasungsreaktor wird bevorzugt mittels zweier aufschraubbarer Stopfen,
180 Grad versetzt, unterhalb der äusseren Luftdüsenreihe, angefeuert. Dazu reicht
es aus, einige wenige Sekunden einen Bunsenbrenner oder ähnliches an jeder dieser
Öffnungen hin zu halten, während dem ein (Anfahr-)Gasgebläse auf kleiner Leistung
läuft. Dies kann auch als Betrieb auf Fackel bezeichnet werden.
[0109] Nach erfolgreichem Anzünden des Reaktors werden bevorzugt mittels einer SPS-Steuerung
Gasgebläse und Zuluftgebläse so geregelt, dass unter Wahrung eines konstant gleichen
Unterdruckes von einigen wenigen Millibar der Reaktor so schnell wie möglich auf Betriebstemperatur
hochgefahren wird. Dadurch wird sichergestellt, dass die kritischen tiefen Temperaturen,
bei welchen unerwünschte Bestandteile wie beispielsweise Teer und Kondensat entstehen,
zügig durchlaufen werden. Üblicherweise erreicht der Reaktor bei optimalem Brennstoff
und Regelparametern in wenigen Minuten die Soll-Betriebstemperatur und kann daher
so nur sehr wenige unerwünschte Bestandteile produzieren die die Anlage negativ beeinträchtigen
könnten.
[0110] Das aus dem Reaktor über eine Gasaustrittsöffnung im Kohlebehälter austretende Rohgas,
welches typischerweise mehr als ca 500° C heiß ist, wird bevorzugt mittels nachgeschaltetem
Gaskühler welcher vorzugsweise über eine Abreinigungsfunktion mittels Spiralen, Stahlbürsten
oder ähnlichem verfügt, auf ca. 130° C heruntergekühlt. Die ausgekoppelte Wärme des
Gaskühlers wird vorzugsweise für Heizzwecke, Warmwasserproduktion oder auch zur Vorwärmung
des Brennmaterials verwendet.
[0111] Das gekühlte Rohgas aus dem Gaskühler wird in den Heißgasfilter geleitet, welcher
vorzugsweise hochtemperaturbeständige Beutelfilter mit Abreinigungsvorrichtung aufweist.
Der weiter oben beschriebene feine Kohlestaub bildet im Heißgasfilter eine feine pulverförmige
Schicht auf dem Beutelfilter, welcher die Reinigungsfunktion des Beutelfilters verstärkt
und zudem allfällige noch vorhandene eher kurzkettige Teermoleküle absorbiert.
[0112] Der Kohlestaub hat dabei eine positive Auswirkung infolge seiner Aktivkohlefunktion.
Aus diesem Grund sollte das Abreinigungsintervall mit dem negativen Einfluss des höheren
Differenzdruckes des Filters sorgfältig abgestimmt werden.
[0113] Das nach dem Heißgasfilter nun staubfreie und praktisch teerfreie Holzgas wird bevorzugt
über einen weiteren Gaskühler von ca. 130° C auf ca. 50° C heruntergekühlt, sodass
das Holzgas für motorische Zwecke genutzt werden kann.
[0114] Die gesamte Gasstrecke ist vorzugsweise so ausgestattet, dass mittels Isolation oder
ähnlichem verhindert wird, dass Wasser aus dem Holzgas auskondensiert. Das Kondensat
kann in einem Kondensatfänger aufgefangen werden.
[0115] Der Holzvergasungsreaktor ist vorzugsweise so gut isoliert, sodass er möglichst wenig
Wärmeabstrahlung hat. Damit wird sichergestellt, dass die benötigte Reaktionswärme
im Reaktor möglichst vorhanden bleibt und eine gleichmäßige Reaktion im Vergaser möglich
ist.
[0116] Vorzugsweise sind der Reaktor und der darüber stehende Vorratsbehälter so konstruiert
respektive isoliert, dass möglichst viel Abwärme vom Reaktor zur Vortrocknung/Vorwärmung
des Brennstoffes zur Verfügung steht. Eine optimale Vorwärmung des Brennstoffes ist
besonders vorteilhaft.
[0117] Wird eine größere Gasmenge benötigt als ein einzelner Holzvergasungsreaktor typischerweise
produzieren kann, werden vorzugsweise mehrere Reaktoren in einer Anlage aufgebaut,
welche sich beispielsweise eine gemeinsame Gasreinigung teilen können. Die Reaktoren
können beispielsweise gleich groß sein. Bevorzugt sind sie jeweils optimal ausgelegt.
Mit so einer Anlagenkombination ist es möglich hochwertiges Holzgas in größeren Mengen
zu produzieren, wobei jeder Reaktor eine optimale Größe haben kann und Nachteile aufgrund
eines zu großen Reaktors vermieden werden können. Zudem resultiert aus so einer Anlagenkombination
eine Back-up-Funktion. Bei Störung eines Reaktors fällt nicht die ganze Anlage aus,
sondern nur der Reaktor, welche eine Störung hat.
[0118] Der beschriebene Biomassevergaser beziehungsweise die beschriebene Gaserzeugungsvorrichtung
eignen sich sehr gut dazu, dass sowohl Hackschnitzel, Holzpellets oder auch andere
trockene und stückige Biomasse als Brennstoff verwendet werden können.
[0119] In der Zeichnung ist die Erfindung insbesondere in einem Ausführungsbeispiel schematisch
dargestellt. Es zeigen:
- Fig. 1:
- einen Biomassevergaser, und
- Fig. 2:
- eine Gaserzeugungsvorrichtung mit einem solchen Biomassevergaser.
[0120] In den Figuren sind gleiche oder einander entsprechende Elemente jeweils mit den
gleichen Bezugszeichen bezeichnet und werden daher, sofern nicht zweckmäßig, nicht
erneut beschrieben. Die in der gesamten Beschreibung enthaltenen Offenbarungen sind
sinngemäß auf gleiche Teile mit gleichen Bezugszeichen bzw. gleichen Bauteilbezeichnungen
übertragbar. Auch sind die in der Beschreibung gewählten Lageangaben, wie z.B. oben,
unten, seitlich usw. auf die unmittelbar beschriebene sowie dargestellte Figur bezogen
und sind bei einer Lageänderung sinngemäß auf die neue Lage zu übertragen. Weiterhin
können auch Einzelmerkmale oder Merkmalskombinationen aus den gezeigten und beschriebenen
unterschiedlichen Ausführungsbeispielen für sich eigenständige, erfinderische oder
erfindungsgemäße Lösungen darstellen.
[0121] Fig. 1 zeigt einen Biomassevergaser 100. Dieser weist einen Reaktor 110 mit einer
Reaktorkammer 115 auf, welche von einer Reaktorwand 117, einem Deckel 112 und einem
Boden 118 begrenzt wird. Der gezeigte Reaktor 110 basiert im Prinzip auf einem bekannten
absteigenden Festbett-Gleichstromvergaser, bei welchem der zu vergasende Brennstoff
von oben über einen Brennstoffbunker 195 einer Brennstoffzuführeinrichtung 190 in
die Reaktorkammer 110 eingeführt wird und der Brennstoff die Prozessschritte Trocknung,
Pyrolyse, Oxidation und Reduktion durchläuft. Ein Vergasungsmedium, vorliegend vorgeheizte
Luft, alternativ auch nicht vorgeheizte Luft, wird mittels eines nicht dargestellten
Seitenkanalverdichters einer Versorgungsanlage 124 über sechs äußere Luftdüsen, von
welchen vier Luftdüsen 160, 162, 164, 166 dargestellt sind, und ein im Reaktor 110
befindliches konisches Verteilungselement 200 in Form eines Luftbaums eingedüst. Die
Anordnung von Luftdüsen 160, 162, 164, 166 ist vorliegend zweireihig, kann jedoch
alternativ beispielsweise auch einreihig sein.
[0122] Das Verteilungselement 200 ist vorliegend ein Drehteil aus massivem rostfreiem Stahl
und hat im Zentrum eine Bohrung mit einem untenseitig angeordneten Anschluss 210,
an welchem ein Schraubgewinde 215 ausgebildet ist. An dem Anschluss 210 ist eine Zuführleitung
120 angeschlossen, über welche das Vergasungsmedium zum Verteilungselement 200 geliefert
wird.
[0123] In dem Verteilungselement 200 sind entlang dreier vertikal beabstandeter Umfangslinien
225, 235, 245 jeweilige Luftaustrittsöffnungen 220, 230, 240 angeordnet, welche jeweils
entlang des von der jeweiligen Umfangslinie 225, 235, 245 definierten Umfangs angeordnet
sind. Sie sind fluidisch verbunden mit dem Anschluss 210.
[0124] Unter der untersten Umfangslinie 225 ist ein unterstes Wandteil 260 angeordnet. Zwischen
den Umfangslinien 225, 235, 245 sind jeweilige weitere Wandteile 262, 264 angeordnet.
Zwischen der obersten Umfangslinie 245 und einer Spitze 205 des Verteilungselements
200 ist ein kegelförmiges Dach 250 angeordnet.
[0125] Insgesamt verbreitert sich das Verteilungselement 200 von oben nach unten abgesehen
von jeweiligen Sprungstellen an den Umfangslinien 225, 235, 245. Damit kann einem
Schwund des Brennstoffs aufgrund Vergasung Rechnung getragen werden.
[0126] Das Verteilungselement 200 kann durch Drehung der Zuführleitung 120 mittels eines
Elektromotors 122 periodisch um eine Mittenachse 202 bewegt werden. Damit kann Kohle
am unteren Rand des Brennstoffs zerkleinert werden.
[0127] Mittels der äußeren Luftdüsen 160, 162, 164, 166 und dem Verteilungselement 200 im
Inneren des Reaktors 110 wird sichergestellt, dass eine möglichst homogene Luftverteilung
im Reaktor 110 erfolgt.
[0128] Der Reaktor 110 verfügt unterhalb des Verteilungselements 200 über einen oberen ersten
Rost 130 und einen unteren zweiten Rost 140. Der erste Rost 130 ist fest mit der Zuführleitung
120 verbunden. Der erste Rost 130 liegt zudem direkt auf dem zweiten Rost 140 auf.
Der zweite Rost ist fest mit der Reaktorwand 117 verbunden.
[0129] Der obere erste Rost 130 verfügt über gröbere Schlitze als der untere zweite Rost
140. Dadurch wird sichergestellt, dass nur feine Kohleasche, zerkleinert durch die
Rostbewegungen, in einen unter dem zweiten Rost 140 angeordneten Kohlebehälter 150
durchfällt, wenn der erste Rost 130 gedreht wird. Der Kohlebehälter 150 wird unten
von einem Boden 111 begrenzt.
[0130] Im Reaktor 110 erzeugtes Rohgas kann über einen Auslass 182 abgesaugt beziehungsweise
entnommen werden. Die feine Kohle aus dem Kohlebehälter 150 wird dabei mit dem Rohgas
mitgesaugt. Es gelangt über weiter unten mit Bezug auf Fig. 2 beschriebene Wärmetauscher
in einen Heißgasfilter, wo es eine vorteilhafte Filterfunktion hat.
[0131] Der Reaktor 110 kann mittels zweier Anzündeöffnungen 185, 186, welche um 180° zueinander
versetzt sind, angefeuert werden. Diese sind im gezeigten Zustand durch Pfropfen verschlossen.
Des Weiteren ist eine Revisionsöffnung 180 für einen Zugang zum Kohlebehälter 150
vorgesehen.
[0132] Der Biomassevergaser 100 weist des Weiteren eine elektronische Steuerungsvorrichtung
170 auf, welche insbesondere das weiter oben beschriebene Seitenkanalgebläse sowie
den Elektromotor 122 steuert.
[0133] Fig. 2 zeigt eine Gaserzeugungsvorrichtung 10 mit dem Biomassevergaser 100 aus Fig.
1 und weiteren Komponenten, welche nachfolgend beschrieben werden.
[0134] Das aus dem Reaktor 110 über den Auslass 182 im Kohlebehälter 150 austretende Rohgas,
welches typischerweise bis zu mahr als ca. 500° C heiß ist, wird mittels eines nachgeschalteten
ersten Gaskühlers 300, welcher einen ersten Wärmetauscher 310 und einen zweiten Wärmetauscher
320 aufweist, auf ca. 130° C heruntergekühlt. Der erste Gaskühler 300 weist vorliegend
eine Abreinigungsfunktion mittels Spiralen und Stahlbürsten auf. Die ausgekoppelte
Wärme des ersten Gaskühlers 300 kann für Heizzwecke, Warmwasserproduktion oder auch
zur Vorwärmung des Brennmaterials verwendet werden.
[0135] Das gekühlte Rohgas aus dem ersten Gaskühler 300 wird in einen Heißgasfilter 400
geleitet, welcher vorliegend einen hochtemperaturbeständigen Beutelfilter mit Abreinigungsvorrichtung
aufweist.
[0136] Der feine Kohlestaub bildet in diesem Heißgasfilter 400 eine feine pulverförmige
Schicht auf dem Beutelfilter, welche die Reinigungsfunktion des Beutelfilters verstärkt
und zudem allfällige noch vorhandene eher kurzkettige Teermoleküle absorbiert. Der
Kohlestaub hat dabei eine positive Auswirkung infolge seiner Aktivkohlefunktion. Aus
diesem Grund soll ein Abreinigungsintervall bevorzugt mit dem negativen Einfluss des
höheren Differenzdruckes des Heißgasfilters 400 sorgfältig abgestimmt werden. Überschüssiger
Kohlestaub kann über eine unten am Heißgasfilter 400 angebrachte Ascheaustragung 410
abgeleitet werden.
[0137] Das nach dem Heißgasfilter 400 nun praktisch staub- und teerfreie Holzgas wird über
einen zweiten Gaskühler 500 von ca. 130° C auf unter 50° C heruntergekühlt, sodass
das Holzgas für motorische Zwecke, beispielsweise in einem Blockheizkraftwerk 600,
genutzt werden kann.
[0138] Zwischen dem Heißgasfilter 400 und dem zweiten Gaskühler 500 ist ein Ventil 510 angeordnet,
mit welchem der Gasstrom unterbrochen beziehungsweise freigegeben werden kann. Zwischen
dem Heißgasfilter 400 und dem Ventil 510 sind ein Kaminventil 710 und ein Kamin 700
angeschlossen. Der Kamin 700 kann zur Lagerung von Material verwendet werden, welches
in einer der dargestellten Komponenten gebraucht wird. Er kann auch zum Abzug von
Rohgas verwendet werden.
[0139] Die jetzt mit der Anmeldung und später eingereichten Ansprüche sind ohne Präjudiz
für die Erzielung weitergehenden Schutzes.
[0140] Sollte sich hier bei näherer Prüfung, insbesondere auch des einschlägigen Standes
der Technik, ergeben, dass das eine oder andere Merkmal für das Ziel der Erfindung
zwar günstig, nicht aber entscheidend wichtig ist, so wird selbstverständlich schon
jetzt eine Formulierung angestrebt, die ein solches Merkmal, insbesondere im Hauptanspruch,
nicht mehr aufweist. Auch eine solche Unterkombination ist von der Offenbarung dieser
Anmeldung abgedeckt.
[0141] Es ist weiter zu beachten, dass die in den verschiedenen Ausführungsformen beschriebenen
und in den Figuren gezeigten Ausgestaltungen und Varianten der Erfindung beliebig
untereinander kombinierbar sind. Dabei sind einzelne oder mehrere Merkmale beliebig
gegeneinander austauschbar. Diese Merkmalskombinationen sind ebenso mit offenbart.
[0142] Die in den abhängigen Ansprüchen angeführten Rückbeziehungen weisen auf die weitere
Ausbildung des Gegenstandes des Hauptanspruches durch die Merkmale des jeweiligen
Unteranspruches hin. Jedoch sind diese nicht als ein Verzicht auf die Erzielung eines
selbständigen, gegenständlichen Schutzes für die Merkmale der rückbezogenen Unteransprüche
zu verstehen.
[0143] Merkmale, die nur in der Beschreibung offenbart wurden oder auch Einzelmerkmale aus
Ansprüchen, die eine Mehrzahl von Merkmalen umfassen, können jederzeit als von erfindungswesentlicher
Bedeutung zur Abgrenzung vom Stande der Technik in den oder die unabhängigen Anspruch/Ansprüche
übernommen werden, und zwar auch dann, wenn solche Merkmale im Zusammenhang mit anderen
Merkmalen erwähnt wurden beziehungsweise im Zusammenhang mit anderen Merkmalen besonders
günstige Ergebnisse erreichen.
1. Verteilungselement für einen Biomassevergaser (100), aufweisend einen Anschluss (210)
für eine Zuführleitung (120), welche ein Vergasungsmedium an das Verteilungselement
(200) liefert, und eine Anzahl von Austrittsöffnungen (220, 230, 240), welche mit
dem Anschluss (210) fluidisch verbunden sind und entlang zumindest einer ebenen Umfangslinie
(225, 235, 245) des Verteilungselements (200) angeordnet sind, wobei die Austrittsöffnungen
(220, 230, 240) dazu ausgebildet sind, das Vergasungsmedium entlang jeder Umfangslinie
(225, 235, 245) seitlich um das Verteilungselement (200) zu verteilen.
2. Verteilungselement nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Austrittsöffnungen (220, 230, 240) entlang einer Mehrzahl von zueinander beabstandeten
Umfangslinien (225, 235, 245) angeordnet sind und zwischen jeweils zwei benachbarten
Umfangslinien (225, 235, 245) ein jeweiliges Wandteil (260, 262, 264) angeordnet ist
und die Wandteile (260, 262, 264) jeweils kegelstumpfförmig ausgebildet sind und jedes
Wandteil (260, 262, 264) die Austrittsöffnungen (220, 230, 240) der jeweils darunter
angeordneten Umfangslinie (225, 235, 245) überdeckt.
3. Biomassevergaser, aufweisend einen Reaktor (110) mit einer Reaktorkammer (115), eine
in die Reaktorkammer (115) führende Zuführleitung (120), und ein Verteilungselement
(200) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, welches in der Reaktorkammer (115)
angeordnet ist, wobei der Anschluss (210) des Verteilungselements (200) an die Zuführleitung
(120) angeschlossen ist.
4. Biomassevergaser nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Reaktorkammer (115) unterseitig durch einen ersten Gitterrost (130) begrenzt
wird.
5. Biomassevergaser nach einem der Ansprüche 3 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Gitterrost (130) mit dem Rohr verbunden ist, so dass er mit dem Rohr gedreht
werden kann.
6. Biomassevergaser nach einem der Ansprüche 3 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass unter dem ersten Gitterrost (130) ein zweiter Gitterrost (140) angeordnet ist.
7. Biomassevergaser nach einem der Ansprüche 3 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Reaktor (110) eine Anzahl von Seitendüsen (160, 162, 164, 166) aufweist, welche
in einer die Reaktorkammer (115) umgebenden Reaktorwand (117) angeordnet sind, wobei
die Seitendüsen (160, 162, 164, 166) mit der Zuführleitung (120) fluidisch verbunden
sind, um das Vergasungsmedium seitlich in die Reaktorkammer (115) einzublasen.
8. Biomassevergaser nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Seitendüsen (160, 162, 164, 166) auf einer oder mehreren Höhenlinien der Reaktorwand
angeordnet sind.
9. Biomassevergaser nach einem der Ansprüche 7 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Seitendüsen (160, 162, 164, 166) am Umfang des Reaktors zwischen jeweiligen Austrittsöffnungen
(220, 230, 240) des Verteilungselements (200) liegen.
10. Biomassevergaser nach einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Biomassevergaser (100) eine Anzahl von Ventilen zum Einstellen der Verteilung
des Vergasungsmediums zwischen den Seitendüsen (160, 162, 164, 166) und dem Verteilungselement
(200) aufweist.
11. Biomassevergaser nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Reaktorkammer (115) eine Anzahl von verschließbaren Anzündeöffnungen (185, 186)
aufweist.
12. Biomassevergaser einem der Ansprüche 7 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Anzündeöffnungen (185, 186) unter den Seitendüsen (160, 162, 164, 166) angeordnet
sind.
13. Gaserzeugungsvorrichtung, aufweisend einen Biomassevergaser (100) nach einem der Ansprüche
3 bis 12, und einen dem Biomassevergaser (100) fluidisch nachgeschalteten Gaskühler
(300) .
14. Gaserzeugungsvorrichtung nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass der Gaskühler (300) eine Abreinigungsfunktion aufweist, vorzugsweise mittels Spiralen
und/oder Stahlbürsten.
15. Gaserzeugungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 13 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass der Gaskühler (300) zumindest einen Wärmetauscher (310, 320) zum Auskoppeln von Wärme
aus dem Rohgas aufweist und die im Gaskühler (300) aus dem Rohgas ausgekoppelte Wärme
zum Heizen, zur Warmwassererzeugung, und/oder zum Vorwärmen des Brennmaterials vorgesehen
ist.