[0001] Die Erfindung betrifft eine Luftleiste, insbesondere zum Einbau in einen Ofen sowie
ein Bauelement und einen Ofen mit einer solchen Luftleiste.
[0002] Bekannte Öfen setzen sehr auf den Speichereffekt, d.h. erwärmen zunächst die aus
wärmespeichernden Steinen aufgebaute Ofenwand und geben erst dann die Wärme, bevorzugt
durch Wärmestrahlung, an die Umgebung ab. Dieser Kachelofeneffekt wird in einem bereits
vorgewärmten Raum als sehr angenehm empfunden. Nachteilig an diesem Konzept ist, dass
die Erwärmung eines abgekühlten Raumes sehr langsam erfolgt, da ja zunächst die Speichersteine
des Ofens erwärmt werden müssen.
[0003] Solche Öfen haben in der Ofenplatte daher Öffnungen, damit auch warme Luft aus dem
Ofeninneren entweichen kann, was zu einer schnelleren Erwärmung des Raumes führen
soll. Diese Öffnungen sind meist mit metallischen Gittern abgedeckt und sind aus gestalterischen
Gründen nur klein ausgeführt. Die geringe Querschnittsfläche der Strömungsöffnungen
weist zwei wesentliche technische Nachteile auf: zum Einen wird dadurch das maximal
mögliche Luftvolumen pro Zeit, welches aus dem warmen Ofen ausströmen kann physikalisch
begrenzt. Dies führt zu einer schlechteren Wärmeübertragung durch Konvektion und somit
zu einer langsamen Erwärmung des Raumes.
[0004] Zum Zweiten haben geringe Querschnittsflächen der Strömungsöffnungen den Nachteil,
dass beim Heizen die erwärmte Luft aus dem Ofeninneren mit hoher Geschwindigkeit durch
die engen Öffnungen strömt. Somit entsteht ein Zug im Raum, der von anwesenden Personen
sowohl akustisch als auch taktil als unangenehm empfunden werden kann.
[0005] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, den Stand der Technik dahingehen
zu verbessern, dass mit einem Ofen der zu heizende Raum schneller erwärmt wird.
[0006] Diese Aufgabe wird gelöst durch eine Luftleiste, insbesondere zum Einbau in einen
Ofen, wie zum Beispiel einen Kachelofen, Warmluftofen, Grundofen, Speicherofen oder
ähnlichem, zumindest aufweisend eine Raumluftseite mit mindestens einem Luftdurchlass,
einer Wandungsseite mit mindestens einer Konvektionsöffnung, wobei die Luftleiste
eine innenliegende Kammer aufweist, die mit dem Luftdurchlass und der Konvektionsöffnung
in Verbindung steht.
[0007] Die vorgeschlagene Luftleiste weist auf der, in Richtung des zu beheizten Raumes
weisenden Raumluftseite mindestens einen Luftdurchlass auf, durch den entweder warme
Luft in Richtung des zu beheizenden Raumes oder aber kalte Luft ins Innere der Luftleiste
strömen kann. Dieser mindestens eine Luftdurchlass auf der Raumluftseite ist über
eine, sich innerhalb der Luftleiste befindlichen Kammer mit mindestens einer weiteren
Öffnung verbunden. Diese mindestens eine Konvektionsöffnung ist an einer anderen Seite
der Luftleiste angeordnet als der Luftdurchlass. Diese andere Seite der Luftleiste,
an der die Konvektionsöffnung angeordnet ist, bezeichnet als Wandungsseite, ist im
Wesentlichen im 90°-Winkel zur Raumluftseite und somit auch bezüglich dem Luftdurchlass
angeordnet. Die Luftleiste kann, bedingt durch ihre geometrische Gestaltung von zwei
zueinander im Wesentlichen im 90°-Winkel angeordneten Seiten von Luft durchströmt
werden. Dies ermöglicht einen Einbau der Luftleiste am Rand der Ofenplatte und somit
direkt angrenzend an die Seitenwände des Ofens. Diese Seitenwände des Ofens können
so ausgebildet sein, dass sich in ihrem Inneren vertikal verlaufende, durchgehende
Hohlkammern befinden, die eine Durchströmung der Seitenwände mit Luft ermöglichen.
Diese Hohlkammern sind nur am oberen und unteren Ende der Seitenwände offen und zugänglich
und weisen üblicherweise (ohne die Erfindung hierauf zu beschränken) keine Verbindung
zum Ofeninneren auf. Derartige Seitenwände von Öfen können beispielsweise aus Hohlziegeln
aufgebaut sein, die auch als "Hourdisziegel" oder "Hourdisplatten" bekannt sind.
[0008] Ein wesentlicher Vorteil einer erfindungsgemäßen Luftleiste ist nun der, dass die
Luftleiste mit einer solchen, in ihrem Inneren Hohlkammern aufweisenden Seitenwand
derart verbunden werden kann, dass erwärmte Luft aus den Hohlkammern der Seitenwand
durch die Konvektionsöffnung in der Wandungsseite in die Luftleiste einströmt und
anschließend die Luftleiste durch die Luftdurchlässe auf der Raumluftseite wieder
verlässt. Somit wird durch die Luftleiste eine Luftzirkulation durch die Ofenwand
ermöglicht. Dies führt dazu, dass bereits bei einer leicht erwärmten Ofenwand Wärme
von und aus der Ofenwand durch Konvektion an den zu heizenden Raum abgegeben wird.
Der entscheidende Vorteil dabei ist, dass die Ofenwand nicht zuvor stark erwärmt werden
muss, bevor eine wirksame Wärmeabgabe von der Ofenwand durch Wärmestrahlung erfolgen
kann. Eine erfindungsgemäße Luftleiste ermöglicht somit eine im Vergleich zu herkömmlichen
Öfen zusätzliche Möglichkeit der Wärmeübertragung mittels Wärmekonvektion durch die
Ofenwand, was zu einer deutlich schnelleren Erwärmung des Raumes führt.
[0009] Ein weiterer Vorteil dieser Lösung liegt darin, dass eine so gestaltete Luftleiste
einen maximalen Luftdurchsatz bei sehr geringer Zugwirkung ermöglicht. Eine derartig
geometrisch optimierte Luftleiste kann dann unter reproduzierbaren Serienbedingungen
in größerer Stückzahl angefertigt werden und steht dem Ofenbauer dann als vorgefertigtes,
strömungstechnisch optimiertes Standardbauteil zur Verfügung. Durch die lange, leistenartige
Gestaltung ist der Strömungsquerschnitt durch die Luftleiste groß, wobei der große
Öffnungsquerschnitt nicht als optisch auffällig oder störend wirkt.
[0010] Weiterhin können die Luftdurchlässe auf der Raumluftseite der Luftleiste so gestaltet
werden, dass die Anbringung eines Abdeckgitters entfallen kann. Hierzu können beispielsweise
die Luftdurchlässe in einem, einem Gitter nachempfundenen, geometrischen Muster angeordnet
werden, um gleichzeitig strömungstechnischen wie ästhetischen Gesichtspunkten Rechnung
zu tragen. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, gar keine Abdeckung vor der Öffnung
zum Raum anzubringen, da bei einer schmalen, schlitzartigen Gestaltung der Öffnungen
kein Bedarf an Schutz vor dem Eindringen von Gegenständen vorhanden ist.
[0011] Ein weiterer Vorteil einer erfindungsgemäßen Luftleiste ist der, dass diese Leiste
in zwei entgegengesetzten Richtungen von Luft durchströmt werden und somit an verschiedenen
Stellen des Ofens eingebaut werden kann. Wird die Luftleiste im oberen Bereich des
Ofens eingebaut, strömt vornehmlich erwärmte Luft aus der hohlen Seitenwand des Ofens
durch die Konvektionsöffnung in die Luftleiste und verlässt diese wieder durch den
Luftdurchlass auf die Raumluftseite. Wird die Luftleiste dagegen im unteren Bereich
des Ofens eingebaut strömt kühle Raumluft durch den Luftdurchlass in die Luftleiste
und über die Konvektionsöffnung von unten in die Hohlkammern der Seitenwand des Ofens.
Eine erfindungsgemäße Luftleiste kann somit als Luftein- und Luftauslass für eine
durchströmte Ofenwand eingesetzt werden.
[0012] Bei der erfindungsgemäßen Luftleiste handelt es sich somit um ein äußerst vielseitig
verwendbares, neues Standardbauteil für den Ofenbau, welches einfache Handhabung mit
optimierten Strömungsverhältnissen kombiniert und einen neuen, zusätzlichen Weg der
Luftzirkulation und Wärmekonvektion ermöglicht. Dadurch wird eine deutlich schnellere
Erwärmung des zu heizenden Raumes realisiert, als es mit bekannter Technik möglich
ist.
[0013] Bei einer bevorzugten Ausgestaltung des Vorschlags ist vorgesehen, dass die Luftleiste
eine Heizungsseite mit mindestens einer Strömungsöffnung aufweist, und die Strömungsöffnung
mit der Kammer in Verbindung steht. In dieser Ausführungsform weist eine erfindungsgemäße
Luftleiste eine weitere Öffnung auf, die eine Verbindung der Kammer der Luftleiste
mit dem Ofeninneren herstellt. Diese Strömungsöffnung ermöglicht es dann, dass auch
erwärmte Luft aus dem heißen Ofeninneren durch den Luftdurchlass der Luftleiste auf
der Raumluftseite ausströmt. Die Strömungsöffnung ist auf der Heizungsseite angeordnet,
welche sich der Raumluftseite gegenüber befindet und im wesentlichen parallel zu dieser
Raumluftseite verläuft. Die beiden Luftströme aus den Hohlräumen der Ofenwand und
dem Ofeninneren werden somit durch die Kammer der Luftleiste zusammengeführt und in
den zu heizenden Raum geleitet. Selbstverständlich ist auch hier wieder eine umgekehrte
Durchströmung möglich. Wenn die Luftleiste im unteren Bereich des Ofens verbaut wird,
kann kühle Raumluft sowohl in die Hohlräume der Ofenwand als auch ins Ofeninnere einströmen.
Diese Ausführungsform hat den Vorteil, dass zwei Mechanismen der Wärmekonvektion gleichzeitig
ermöglicht werden, nämlich sowohl die Luftzirkulation durch die Hohlräume der erwärmten
Ofenwand als auch die Luftzirkulation zwischen Ofeninneren und zu heizendem Raum.
[0014] Des Weiteren ist vorgesehen, dass die Luftleiste weiterhin eine Abschlussseite mit
mindestens einer Zusatzöffnung umfasst und die Zusatzöffnung mit der Kammer in Verbindung
steht. In dieser Ausführungsform weist eine erfindungsgemäße Luftleiste eine weitere
Öffnung auf, die auf der Abschlussseite angeordnet ist. Diese Abschlussseite ist im
wesentlichen im 90° Winkel zur Raumluftseite angeordnet. Im Fall des Einbaus der Luftleiste
im oberen Bereich des Ofens stellt die Zusatzöffnung eine weitere Ausströmungsöffnung
für erwärmte Luft aus der Kammer der Luftleiste dar. Somit wird die Querschnittsfläche
für das Ausströmen erwärmter Luft aus dem Ofen durch die Zusatzöffnung weiter vergrößert,
was eine schnellere Erwärmung des Raumes zur Folge hat. Weiterhin reduziert diese
zusätzliche Querschnitts-fläche die Strömungsgeschwindigkeit der erwärmten Luft und
reduziert somit den Zug, der zwischen warmen Ofen und kühlem Raum entsteht. In dem
Fall, dass die Luftleiste im unteren Bereich des Ofens verbaut wird ist es, abhängig
vom Untergrund möglich, das die Zusatzöffnung dadurch verschlossen wird, dass die
Luftleiste auf dem darunter liegenden Boden aufsteht. Wird der darunter liegende Boden
allerdings so gestaltet, dass ein Einströmen von Luft durch die Zusatzöffnung trotz
des Aufstehens auf dem Untergrund geöffnet bleibt, stellt die Zusatzöffnung auch hier
eine Erhöhung der Querschnittsfläche dar, in diesem Fall wird dann die eine Strömung
von kühler Luft in die Hohlräume der Ofenwand bzw. das Ofeninnere verbessert.
[0015] Des Weiteren ist günstiger Weise vorgesehen, dass die Heizungsseite einen Absatz
oder eine Ausnehmung aufweist oder L-artig ausgebildet ist und/oder die Strömungsöffnung
an der Stirnseite des, in Gebrauchsstellung horizontal orientierten Schenkels der
L-artig ausgebildeten Heizungsseite vorgesehen ist. In einer weiteren Ausführungsform
ist die Heizungsseite der Luftleiste so gebildet, dass sie einen Absatz oder eine
Ausnehmung aufweist. Dieses Merkmal ermöglicht einen Formschluss und damit eine aufwandsarme
und einfache Verbindung mit angrenzenden, horizontal verlaufenden Bauteilen des Ofens.
Im Fall des Einbaus der Luftleiste im oberen Bereich des Ofens kann auf den Absatz
der Heizungsseite die Ofenplatte aufgelegt werden, die den oberen horizontalen Abschluss
der Ofenhülle bildet. Der Absatz ermöglicht ein einfaches Einlegen dieser Ofenplatte
in die Luftleiste und erspart somit kritische oder aufwändige Maßnahmen zur Verbindung
beider Teile. Selbstverständlich kann zusätzlich zum Aufliegen der Ofenplatte auf
dem Absatz der Heizungsseite noch eine Klebeverbindung oder Verputzung der Bauteile
miteinander erfolgen. Zur Gestaltung eines Formschlusses mit angrenzenden Bauteilen
gibt es viele Möglichkeiten, die entweder eher mit dem Begriff Ausnehmung oder mit
dem Begriff Absatz beschrieben werden können. Zur Erfindung gehörend daher eine Vielzahl
von Formen, die sich zusammenfassend als "L-artig" beschreiben lassen. Als besonders
günstig hat sich die Anbringung der Strömungsöffnung, die das Ofeninnere mit der Kammer
der Luftleiste verbindet, an der Stirnseite des, in Gebrauchsstellung horizontal orientierten
Schenkels der L-artig ausgebildeten Heizungsseite herausgestellt. Diese Anordnung
der Strömungsöffnung ermöglicht die Konvektion vom Ofeninneren zur Luftleiste, auch
in dem Fall, dass auf dem Absatz der Heizungsseite ein angrenzendes Bauteil aufgelegt
ist.
[0016] Vorteilhafter Weise ist vorgesehen, dass die Wandungsseite eine Leiste aufweist.
Die Leiste dieser Ausführungsform der Erfindung ermöglicht einen Formschluss zwischen
Luftleiste und dem angrenzenden Wandelement der vertikalen Ofenwand. Die Leiste stellt
auch eine Art Anschlag für das Wandelement an der Luftleiste dar. Durch diesen Anschlag
ist eine maßgenaue und parallele Verbindung zwischen Wandelement und Luftleiste gewährleistet.
Dies hat den Vorteil, dass die Montage beider Bauteile einfach und schnell geht und
das Ergebnis darüber hinaus optisch sauber und gefällig wirkt. Selbstverständlich
kann der Formschluss bzw. der Anschlag, der durch die Leiste gewährleistet wird, auch
in Kombination mit beispielsweise einer Klebeverbindung zwischen den Bauteilen verwendet
werden. Es wäre auch möglich, derartige Leisten beidseitig an der Luftleiste anzubringen,
so dass das Wandelement der Ofenwand zwischen diese beiden Leisten gesteckt werden
kann und somit noch einfacher zur Luftleiste positioniert werden kann.
[0017] Geschickter Weise ist vorgesehen, dass ein beweglicher Wandschieber vorgesehen ist,
der die Konvektionsöffnung, den Luftdurchlass, die Strömungsöffnung, die Zusatzöffnung
oder die Kammer der Luftleiste ganz oder teilweise verschließt. In dieser Ausführungsform
kann die Konvektionsöffnung der Luftleiste durch einen beweglichen Wandschieber stufenlos
verschlossen werden. Dadurch wird die Zirkulation von Luft durch die Ofenwand ganz
oder teilweise unterbunden. Dies ist von Vorteil, wenn sich nach zügiger Erwärmung
eines abgekühlten Raumes mithilfe der Zirkulation durch die Ofenwand eine angenehme
Raumtemperatur eingestellt hat. Durch ein Unterbinden der Zirkulation durch die Ofenwand
kann dann die Wärmeleistung des Ofens zur Speicherung von Wärme in der Ofenwand umgeleitet
werden. Damit kann dann der klassische Kachelofeneffekt ausgenutzt werden, bei dem
es zu einer langsamen aber dafür langfristigen Abgabe der gespeicherten Wärme kommt,
auch wenn beispielsweise über Nacht, kein neues Brennmaterial in den Ofen eingebracht
wird. Der bewegliche Wandschieber ermöglicht dabei eine stufenlose Regulierung der
Zirkulation durch die Ofenwand. Somit ist es beispielsweise auch möglich bei Erreichen
einer angenehmen Raumtemperatur nur einen Teil der Wandzirkulation zu unterbinden
und einen Teil weiterhin zur Wärmeabgabe mittels Konvektion zu nutzen. Der bewegliche
Wandschieber kann dabei technisch unterschiedlich ausgebildet sein, beispielsweise
als sich linear bewegender Schieber oder aber auch als Klappe, die um eine Achse rotiert
und mit einem Hebel verstellt wird. Der Wandschieber ist dabei zum Beispiel in der
Luftleiste integriert, d.h. die Luftleiste besitzt eine Ausnehmung, durch die der
Wandschieber einschiebbar und betätigbar ist. In einer anderen Variante ist ein separates
Bauteil vorgesehen, das den Wandschieber aufnimmt und welches die Konvektionsöffnung
(oder den Luftdurchlass) der Luftleiste zumindest teilweise zu verschließen vermag.
[0018] Des Weiteren ist vorgesehen, dass die Luftleiste aus einem hochtemperaturfesten Werkstoff,
z.B. Keramik, Ton, Metall, Stahlblech, Edelstahl oder dergleichen, gefertigt ist.
Da sich die Luftleiste bisweilen stark erwärmen kann, sind erfindungsgemäß Werkstoffe
vorgesehen, die sich auch bei hohen Temperaturen nicht nachteilig für die Funktion
verändern.
[0019] Vorteilhafter Weise ist vorgesehen, dass die Kammer die Luftleiste in deren Längsrichtung
durchdringt und/oder die Luftleiste an ihren, in Längsrichtung gesehenen Stirnseiten
geschlossen ist und so die Kammer begrenzt. Die Kammer der Luftleiste ist so gestaltet,
dass sie die Luftleiste in Längsrichtung über die ganze Länge durchdringt. Durch diese
Formgebung wird der maximal mögliche Strömungsquerschnitt erzielt. Lediglich an den
Enden der Luftleiste ist diese durch eine Wandung verschlossen. Diese Begrenzung der
Kammer an den Schmalseiten dient der mechanischen Stabilisierung der Luftleiste und
sorgt für eine gleichmäßige Strömung durch die anderen Öffnungen, ohne dass im Randbereich
unerwünschte Turbulenzen oder Ähnliches auftreten können.
[0020] Des Weiteren wird die Aufgabe der Erfindung auch gelöst durch ein Bauelement zum
Einbau in einen Ofen, wie zum Beispiel einen Kachelofen, Warmluftofen, Grundofen,
Speicherofen oder ähnlichem, insbesondere zur Bildung einer Ofenwand, wobei das Bauelement
zumindest ein flächiges, mit mindestens einer Hohlkammer ausgestattetes Wandelement
und mindestens eine Luftleiste nach zumindest einer der zuvor beschriebenen Ausführungsformen
aufweist, und die Hohlkammer über die Konvektionsöffnung an der Wandungsseite mit
der Kammer der Luftleiste in Verbindung steht. Ein erfindungsgemäßes Bauelement weist
stets mindestens eine Luftleiste nach zumindest einer der bereits beschriebenen Ausführungsformen
auf. Darüber hinaus weist ein solches Bauelement mindestens ein Wandelement auf, in
dessen Inneren sich durchgehende, im Einbauzustand vertikal verlaufende Hohlkammern
befinden. Dabei sind Luftleiste und Wandelement derart miteinander verbunden, dass
eine luftdurchgängige Verbindung zwischen den Hohlkammern des Wandelementes und der
Konvektionsöffnung der Luftleiste entsteht. Ein solches Bauelement hat den Vorteil,
dass beim Aufbau des Ofens auf der Baustelle Luftleiste und Wandelemente bereits miteinander
verbunden vorliegen. Dadurch wird ein schnellerer und einfacherer Aufbau des Ofens
vor Ort ermöglicht. Darüber hinaus ist die Verbindung zwischen Luftleiste(n) und Wandelementen
im Vorfeld unter Werkstattbedingungen qualitativ hochwertiger, als wenn diese Verbindung
erst unter nicht optimalen Bedingungen auf der Baustelle hergestellt wird. Weiterhin
vorteilhaft ist, dass solche Bauelemente im Vorfeld als Standardbauteile in Serienfertigung
vorproduziert werden können. Dies bringt einen deutlichen Kostenvorteil gegenüber
der jeweils individuellen Verbindung von Luftleiste(n) und Wandelementen vor Ort.
[0021] Bei einer bevorzugten Ausgestaltung des Vorschlags ist vorgesehen, dass mindestens
eine erste Luftleiste als auf dem Boden aufliegende Bodenluftleiste und mindestens
eine zweite Luftleiste als obere Abschlussluftleiste des Bauelementes vorgesehen ist.
Bei dieser Ausführungsforme des Bauelementes ist an beiden Enden der Wandelemente,
betrachtet in vertikaler Richtung, eine Luftleiste angebracht. Die Hohlkammern im
Inneren des Wandelementes durchdringen dieses Wandelement in vertikaler Richtung komplett
und ermöglichen somit eine durchgehende Luftströmung in vertikaler Richtung, von der
Bodenluftleiste zur Abschlussluftleiste und umgekehrt. Beim Einbau des Bauelementes
als Ofenwand liegt dann die unten angebrachte Bodenluftleiste auf dem Untergrund auf.
Diese Bodenluftleiste bildet dabei das Element, auf dem die Ofenwand mechanisch belastet
auf dem Untergrund abgestellt wird und gleichzeitig den Bereich, durch den kühle Raumluft
in die Hohlkammern der Wandelemente der erwärmten Ofenwand einströmt. Die oben mit
den Wandelementen verbundene Abschlussluftleiste hat ebenfalls zwei Funktionen. Zum
Einen dient sie als Verbindungselement der vertikalen Ofenwand zur angrenzenden, horizontal
verlaufenden Ofenplatte. Zum Anderen strömt die in dem Bauelement erwärmte Luft durch
diese Abschlussluftleiste und deren Luftdurchlässe in den zu heizenden Raum. In dem
Fall, in dem die Abschlussluftleiste so ausgeführt ist, dass sie eine Zusatzöffnung
aufweist, ist die Querschnittsfläche, durch die erwärmte Luft aus der Ofenwand in
den Raum strömt weiter vergrößert, was wiederum zu einer noch schnelleren Erwärmung
des Raumes führt. Selbstverständlich kann ein derartiges Bauelement aber auch Luftleisten
ohne Zusatzöffnung aufweisen.
[0022] Geschickter Weise ist vorgesehen, dass der Absatz oder die Ausnehmung der als Abschlussteil
dienenden Luftleiste als Auflagefläche für eine Ofenplatte dient. In dieser Ausführungsform
des Bauelementes ist ein Absatz oder eine Ausnehmung auf der Heizungsseite der Abschlussluftleiste
dazu vorgesehen, die, den horizontalen Teil der Ofenhülle bildende Ofenplatte aufzunehmen
und als Auflagefläche zu dienen. Dadurch wird eine besonders einfache Montage und
Verbindung des Bauelementes mit der Ofenplatte ermöglicht. Die Ofenplatte kann zunächst
einfach in den Absatz bzw. die Ausnehmung der Abschlussluftleiste des Bauelementes
eingelegt werden und befindet sich dadurch bereits in richtiger Position und Lage
zu den Seitenwänden des Ofens. Dann ist es optional möglich, die bereits eingelegte
Ofenplatte durch eine Verklebung oder Verputzung zusätzlich zu befestigen oder abzudichten.
Selbstverständlich ist es auch möglich den Absatz oder die Ausnehmung der Bodenluftleiste
zum einfachen Einbau einer Bodenplatte des Ofens zu verwenden.
[0023] Vorteilhafter Weise ist vorgesehen, dass das Wandelement fest mit der mindestens
einen Luftleiste, insbesondere durch eine Klebeverbindung verbunden ist oder das Wandelement
und die mindestens eine Luftleiste einteilig, als ein gemeinsames Element ausgebildet
sind. Die Herstellung eines erfindungsgemäßen Bauelementes kann durch die Verbindung
von mindestens einer vorgefertigten Luftleiste mit einem vorgefertigten Wandelement
erfolgen. Diese Verbindung kann beispielsweise durch eine Klebeverbindung hergestellt
werden. Generell sind aber alle Verbindungsarten geeignet, die eine ausreichende Temperatur-festigkeit
für den Einsatz in einer Ofenwand gewährleisten. Neben der Herstellung des Bauelementes
durch die Verbindung mehrerer vorgefertigter Einzelteile ist es ebenfalls möglich,
ein solches Bauelement einteilig, als ein einziges, gemeinsames Stück oder Element
herzustellen. Dies hat den Vorteil, dass der Arbeitsschritt zur Verbindung der Einzelteile
entfällt. Eine derartige, einteilige Herstellung könnte beispielsweise durch einen
gemeinsamen Brennvorgang des gesamten, zuvor einteilig ausgeformten Bauelementes realisiert
werden.
[0024] In einer vorteilhaften Ausgestaltung ist vorgesehen, dass das ein beweglicher Wandschieber
vorgesehen ist, der die mindestens eine Hohlkammer des Wandelementes ganz oder teilweise
verschließt und so die Wandströmung ganz oder teilweise unterbindet. In dieser Ausführungsform
weist ein Bauelement einen beweglichen Wandschieber auf, der so gestaltet ist, dass
er die Luftzirkulation durch die Hohlkammern der Wandelemente ganz oder teilweise
unterbinden kann. Dieser bewegliche Wandschieber kann an verschiedenen Stellen des
Bauelementes angeordnet werden. Wie bereits weiter oben beschrieben kann der Wandschieber
beispielsweise in eine Luftleiste eingebaut werden. Es ist aber auch möglich, den
Wandschieber in das oder die Wandelement/e zu integrieren, wo er die, sich im Inneren
der Wandelemente befindlichen Hohlkammern ganz oder teilweise verschließt. Durch einen
derartigen Wandschieber kann die Luftzirkulation und damit die in der Ofenwand stattfindende
Wärmekonvektion stufenlos eingestellt werden. Dies ist besonders von Vorteil, wenn
der zu heizende Raum bereits teilweise oder auch schon gut erwärmt ist. Der Wandschieber
ermöglicht eine Auswahl, ob der Raum schnell über Wärmekonvektion durch die Ofenwand
geheizt werden soll, oder ob stattdessen der langsamere Mechanismus der Wärmestrahlung
von der Ofenwand genutzt werden soll. Das Vorsehen eines derartigen Wandschiebers
ermöglicht somit eine stufenlose Kombination der beiden Wärmeübertragungsmechanismen
Konvektion und Wärmestrahlung durch das Bauelement und damit die Ofenwand. Der Wandschieber
ist dabei zum Beispiel in dem Wandelement integriert, d.h. das Wandelement besitzt
eine Ausnehmung durch die der Wandschieber einschiebbar und betätigbar ist. In einer
anderen Variante ist ein separates Bauteil vorgesehen, das den Wandschieber aufnimmt
und welches zwischen zwei in Strömungsrichtung der erwärmten Luft hintereinander angeordneten
Wandelementen angeordnet ist, und den Luftstrom durch die Wandelemente zumindest teilweise
zu verschließen vermag.
[0025] Die Aufgabe der Erfindung wird ebenfalls gelöst durch einen Ofen, wie zum Beispiel
einen Kachelofen, Warmluftofen, Grundofen, Speicherofen oder Ähnlichem, welcher zumindest
ein Bauelement nach einer der zuvor beschriebenen Ausführungsformen aufweist. Ein
solcher Ofen kann eine oder mehrere Bauelemente, wie sie zuvor beschrieben wurden,
aufweisen. Diese Bauelemente bilden vorteilhafte Seitenwände der Ofenhülle um den
eigentlichen Grundofen. Eine mit derartigen Seitenwänden versehene Ofenhülle ermöglicht
es einem Ofen, Wärme über verschiedene Wärmeübertragungsmechanismen an den zu heizenden
Raum abzugeben. Zum einen kann Wärmestrahlung über die erhitzte Ofenhülle abgegeben
werden. Darüber hinaus kann Wärmekonvektion zwischen dem Ofeninneren, d.h. dem Bereich
innerhalb der Ofenhülle und dem zu heizenden Raum stattfinden. Diese Wärmekonvektion
kann beispielsweise durch Öffnungen in der Ofenplatte erfolgen, wobei diese Öffnungen
eine Verbindung zwischen Ofeninneren und Raum darstellen. Besonders vorteilhaft an
dem vorgeschlagenen Ofen ist, dass durch das mindestens eine Bauelement der Ofen in
der Lage ist, Wärme zusätzlich über Konvektion durch die Ofenhülle bzw. Ofenwand zu
übertragen. Ein derartiger Ofen kann durch diesen zusätzlichen Wärmetransportmechanismus
einen Raum deutlich schneller erwärmen, als es bekannte Öfen können.
[0026] Schließlich wird die Aufgabe der Erfindung auch gelöst durch die Verwendung mindestens
einer Luftleiste entsprechend den weiter oben beschriebenen Ausführungsformen als
Bodenluftleiste und/oder Abschlussluftleiste eines, zur Bildung der seitlichen, im
Wesentlichen vertikal orientierten Ofenwand dienenden Bauelementes. Die Verwendung
einer zuvor beschriebenen Luftleiste für ein Bauelement einer Ofenwand ermöglicht
die Nutzung von Konvektionswärme aus dem Inneren der Ofenwand. Die vertikal orientierte
Ofenwand bzw. mehrere vertikal orientierte Ofenwände bilden im Vergleich zur horizontal
orientierten, oben aufliegenden Ofenplatte eine deutlich größere Oberfläche. Die Verwendung
einer Luftleiste zur Bildung eines Elementes dieser großflächigen, vertikalen Ofenwand
erschließt eine deutlich vergrößerte Oberfläche, die zur Wärmeübertragung vom Ofen
auf den Raum mittels Konvektion genutzt werden kann. Mit der vergrößerten Oberfläche
vergrößert sich auch die übertragbare Wärmemenge, was wiederum zu einer deutlich schnelleren
Erwärmung des Raumes führt. Die Verwendung einer solchen Luftleiste als Bodenluftleiste
und/oder Abschlussluftleiste eines vertikal orientierten Wandelementes eines Ofens
gewährleistet weiterhin einen sehr einfachen Aufbau der leistungsfähiger Ofenwände
aus einer geringen Anzahl an Bauteilen. Die Verwendung einer Bodenluftleiste schafft
eine Funktionsvereinigung von mechanischer Abstützung des Wandelementes auf dem Untergrund
bzw. Boden mit dem für die Nutzung der Konvektion durch die Wand benötigten Lufteinlass
in das Wandelement. Dadurch wird sowohl die Herstellung des Wandelementes bzw. der
Ofenwand als auch dessen Montage auf der Baustelle einfacher und kostengünstiger.
Die Verwendung einer Abschlussluftleiste zur Bildung eines Bauelementes für die vertikale
Ofenwand ermöglicht darüber hinaus die Vereinigung von zwei weiteren Funktionen. Zum
Einen ist eine hervorragende Möglichkeit für das Ausströmen von erwärmter Luft aus
der Ofenwand in den Raum gewährleistet. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn die
verwendete Luftleiste eine Zusatzöffnung auf der nach oben orientierten Abschlussseite
aufweist. Zum Anderen vereinfacht die Verwendung der Abschlussluftleiste den Zusammenbau
der Ofenhülle. So kann beispielsweise die horizontal verlaufende Ofenplatte in einen
an der Abschlussluftleiste angebrachten Absatz eingelegt werden. Beim Zusammenbau
der Ofenhülle muss die horizontal verlaufende Ofenplatte dann nur in die zuvor aufgestellten,
vertikalen Ofenwände eingelegt und abgedichtet werden. Die Verwendung einer Luftleiste
als Bodenleiste oder Abschlussleiste für die Bildung eines vertikal verlaufenden Bauelementes
für die Ofenwand ist somit sowohl für das Heizverhalten des Ofens als auch für einen
einfachen und kostengünstigen Aufbau des Ofens vorteilhaft.
[0027] In der Zeichnung ist die Erfindung insbesondere in einem Ausführungsbeispiel schematisch
dargestellt. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung eines Ofens gemäß der Erfindung,
- Fig. 2
- eine vergrößerte Schnittdarstellung einer Ausführungsform einer erfindungsgemäßen
Luftleiste.
[0028] In den Figuren sind gleiche oder einander entsprechende Elemente jeweils mit den
gleichen Bezugszeichen bezeichnet und werden daher, sofern nicht zweckmäßig, nicht
erneut beschrieben. Die in der gesamten Beschreibung enthaltenen Offenbarungen ist
sinngemäß auf gleiche Teile mit gleichen Bezugszeichen bzw. gleichen Bauteilbezeichnungen
übertragbar. Auch sind die in der Beschreibung gewählten Lageangaben, wie z.B. oben,
unten, seitlich usw. auf die unmittelbar beschriebene sowie dargestellte Figur bezogen
und sind bei einer Lageänderung sinngemäß auf die neue Lage zu übertragen. Weiterhin
können auch Einzelmerkmale oder Merkmalskombinationen aus den gezeigten und beschriebenen
unterschiedlichen Ausführungsbeispielen für sich eigenständige, erfinderische oder
erfindungsgemäße Lösungen darstellen.
[0029] Fig. 1 zeigt eine schematische Darstellung eines Ofens, in dem an vier Stellen eine
mögliche Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Luftleiste 1 (1a, 1b, 1c, 1d) verbaut
ist. In der Mitte des dargestellten Ofens ist die Feuerstelle zu sehen, die durch
systematische Flammen angedeutet ist. Diese Feuerstelle befindet sich im Grundofen
30. Die Wärme wird durch Verbrennung von Brennstoffen in diesem Grundofen 30 erzeugt.
Der Grundofen 30 kann dabei nach verschiedenen Konzepten aufgebaut seien, wie beispielsweise
aus Schamottsteinen oder aus Stahl. Erfindungsgemäße Luftleisten 1 lassen sich in
Kombination mit jeder Art Grundofen einsetzen. Der Grundofen weist im oberen Bereich
einen Kamin 31 auf. Der Raum um den Grundofen herum wird als Ofeninneres 32 bezeichnet.
Die im Ofeninneren 32 befindliche Luft wird zunächst vom Grundofen 30 erwärmt. Die
Ofenhülle grenzt das Ofeninnere von dem zu beheizen den Raum ab. Diese Ofenhülle wird
in Fig. 1 durch vier Luftleisten 1a, 1b, 1c, 1d, zwei Ofenwänden 14a, 14b und einer
Ofenplatte 20 gebildet. Der Verbund aus Luftleisten 1a, 1b, 1c, 1d und Ofenwänden
14a, 14b kann dabei vor dem Bau des Ofens erfolgen, eine solche im Vorfeld erzeugte
Kombination wird als Bauelement 15 bezeichnet. Die Ofenhülle ist dabei an mehreren
Stellen luftdurchlässig und ermöglicht so eine Luftzirkulation zwischen dem Ofeninneren
und dem zu beheizen den Raum, die wiederum eine Wärmeübertragung durch Konvektion
ermöglicht. Diese Innenströmung 33 zwischen Ofeninnerem 32 und dem zu beheizenden
Raum ist durch Pfeile symbolisch dargestellt.
[0030] Im Wesentlichen strömt dabei Luft vom zu beheizenden Raum durch die beiden unteren
Luftleisten, die als Bodenluftleisten 19 verwendet werden in das Ofeninnere 32 ein.
Dort wird die Luft vom Grundofen 30 erwärmt, steigt auf und verlässt das Ofeninnere
32 wieder durch zwei weitere Luftleisten, die als Abschlussluftleisten 18 ausgebildet
sind.
[0031] Neben dieser Luftzirkulation durch das Ofeninnere 32 ist in Fig. 1 ein weiterer Weg
für die Wärmeübertragung mittels Konvektion dargestellt. Die beiden Ofenwände 14a
und 14b sind aus Wandelementen 17 aufgebaut, die in ihren inneren Hohlkammern 16 aufweisen.
Somit ist eine Durchströmung der Ofenwände 14a, 14b auch durch die Hohlkammern 16
möglich. Es kann somit auf einem weiteren Weg Wärme über Konvektion vom Ofen an den
zu heizenden Raum abgegeben werden. Diese Wandströmung 34 ist schematisch durch Pfeile
dargestellt. Ohne die Durchströmung der Ofenhülle mit Luft könnte Wärme von der Ofenhülle
lediglich durch Wärmestrahlung an den Raum abgegeben werden. Der Mechanismus der Konvektion
durch das Innere der Ofenhülle hat sich als wesentlich leistungsfähiger bezüglich
einer zügigen Erwärmung des umliegenden Raumes herausgestellt, verglichen mit der
reinen Wärmeabstrahlung herkömmlicher Ofenhüllen. Das Einströmen von kühler Raumluft
in die Ofenwände 14a, 14b, sowie das Ausströmen der in den Hohlkammer 16 der Ofenwände
14a, 14b erwärmte Luft erfolgt dabei wieder durch erfindungsgemäße Luftleisten 1a,
1b, 1c und 1d. Die Luftleiste 1 ermöglicht dabei in einem Bauteil eine Konvektion
durch das Ofeninnere 32 und gleichzeitig eine Konvektion durch die, die Ofenwände
14a, 14b bildenden Wandelemente 17.
[0032] Weitere mögliche Ausführungsformen der Erfindung enthalten einen oder mehrere Wandschieber
35. Im geöffneten Zustand (in Fig. 1 ist der dargestellte Schieber halb geöffnet)
kann die Wandströmung 34 ungehindert durch die Ofenwand 14a, 14b strömen. Im geschlossenen
Zustand des Schiebers dagegen wird die Wandströmung unterbunden. Damit findet keine
Konvektion durch die Ofenwand 14a, 14b mehr statt, die Wand kann Wärme dann ausschließlich
über Wärmestrahlung abgeben. Dies kann von Vorteil sein, wenn der zu heizende Raum
bereits gut erwärmt ist und die Ofenwärme in den Wänden gespeichert werden soll. Es
ist selbstverständlich auch möglich, den Wandschieber statt, wie dargestellt, in der
Ofenwand 14a, 14b sondern in einer Luftleiste 1 anzubringen.
[0033] Fig. 2 zeigt eine vergrößerte Schnittdarstellung einer Ausführungsform einer erfindungsgemäßen
Luftleiste. Das zentrale Element der Luftleiste 1 ist die innenliegende Kammer 10.
An verschiedenen Seiten dieser Kammer 10 sind unterschiedliche Öffnungen angebracht.
Auf der dem zu beheizenden Raum zugewandten Raumluftseite 2 befinden sich hier mehrere
Luftdurchlässe 3. Im dargestellten Fall sind diese Luftdurchlässe 3 schlitzförmig
und übereinander angeordnet. Es sind selbstverständlich auch andere Gestaltungsformen
derartiger Luftdurchlässe 3 möglich. Im 90°- Winkel zur Raumluftseite 2 angeordnet
befindet sich die Wandungsseite 7. In dieser Wandungsseite 7 ist eine Konvektionsöffnung
8 angeordnet. Wie durch Pfeile in Fig. 2 dargestellt, kann Luft von der Konvektionsöffnung
8 durch die Kammer 10 zu den Luftdurchlässen 3 auf der Raumluftseite 2 strömen. Die
Luftleiste 1 wird auf der Wandungsseite 7 mit den Wandelementen 17 der Ofenwand 14a,
14b und deren Hohlkammern 16 verbunden. Somit ist es möglich, dass Luft von den Hohlkammern
16 durch die Konvektionsöffnung 8 in die Luftleiste 1 strömt und dabei Wärme transportiert.
Selbstverständlich ist auch eine umgekehrte Luftströmung möglich, wie sie beispielsweise
auftritt wenn eine Luftleiste 1 an der Unterseite der Ofenwand 14a, 14b angebracht
wird. In diesem Fall strömt dann kühle Raumluft durch die Luftleiste 1 und deren Konvektionsöffnung
8 in die Ofenwand 14a, 14b.
[0034] Die Luftleiste 1 weist auf der der Raumluftseite 2 abgewandten Seite eine Leiste
13 auf. Diese Leiste 13 ist so gestaltet, dass sie einen Anschlag bei der Montage
des Wandelementes 17 an die Luftleiste 1 bildet. Dadurch wird eine einfache und maßhaltige
Verbindung zwischen beiden Elementen ermöglicht, vor allem eine parallele Ausrichtung
von Luftleiste 1 und Wandelement 17 wird dadurch sichergestellt. Die Verbindung von
Luftleiste 1 und Wandelementen 17 kann beispielsweise durch Kleben oder Verputzen
erfolgen. Für eine gute Abdichtung zwischen beiden Elementen sind die Dimensionen
so gewählt, dass Luftleiste 1 und Wandelement 17 bei der Montage auf der Raumluftseite
eine Putzkante 22 bilden. Diese Putzkante 22 ermöglicht es an geschützter Stelle genügend
Putzmaterial für eine gute Abdichtung aufzubringen. Darüber hinaus ermöglicht die
Putzkante ein einfaches Verputzen mit konstanter Putzbreite, was wiederum optisch
gefällig wirkt. Der Putz ist in Fig. 2 nicht dargestellt.
[0035] Die Seite der Luftleiste 1, die der Raumluftseite 2 gegenüber liegt, wird im Folgenden
als Heizungsseite 4 bezeichnet und weist die Strömungsöffnung 5 auf. Über diese Strömungsöffnung
5 ist die Kammer 10 der Luftleiste 1 mit dem Ofeninneren 32 verbunden. Somit kann
erwärmte Luft aus dem Ofeninneren 32 durch die Luftleiste 1 auf die Raumluftseite
2 gelangen. Selbstverständlich ist auch hier wieder eine umgekehrte Strömung möglich,
nämlich wenn eine Luftleiste 1 im unteren Bereich des Ofens angebracht ist und kühle
Raumluft durch diese Luftleiste in das Ofeninnere 32 gesaugt wird. Die Heizungsseite
4 der Luftleiste 1 ist in der Schnittansicht in Fig. 2 L-förmig ausgebildet. Der horizontal
verlaufende, kurze Schenkel des "L" bildet dabei einen Absatz 6 bzw. eine Ausnehmung
6 und eine Auflagefläche 21 für den formschlüssigen Anschluß angrenzender Bauteile.
Im dargestellten Fall ist in den von der Luftleiste 1 gebildeten Absatz 6 eine Ofenplatte
20 eingelegt. Diese Ofenplatte schließt das Ofeninnere 32 nach oben ab. Die Luftleiste
1 dient hier somit nicht nur dem Transport von Konvektionsluft, sondern auch als Verbindungselement
zwischen den Ofenwänden 14a, 14b und der Ofenplatte 20. Die Ofenplatte 20 kann dabei
ohne weitere Verbindungsmaßnahmen einfach in den Absatz 6 der Luftleiste 1 eingelegt
werden. Eine Abdichtung zwischen beiden Elementen erfolgt dabei rein durch die Schwerkraft
der Ofenplatte 20. Es ist natürlich auch möglich die Verbindung zwischen diesen Elementen
durch eine Klebe- oder Putzverbindung zu gestalten.
[0036] In Fig. 2 oben dargestellt, 90° zur Raumluftseite 2 orientiert, befindet sich die
Abschlussseite 11 der Luftleiste 1. In dieser Abschlussseite 11 befindet sich die
Zusatzöffnung 12, über die im dargestellten Fall ebenfalls Luft aus der Kammer 10
der Luftleiste 1 in die Umgebung strömen kann. Die Zusatzöffnung 12 vergrößert hier
den Querschnitt der Öffnungen der Luftdurchlässe 3 auf der Raumluftseite 2. Für die
technische Funktion der Luftleiste 1 ist die Zusatzöffnung 12 nicht immer erforderlich.
In dem Fall, dass die Luftleiste am unteren Ende der Ofenwand 14a, 14b verbaut ist,
ist es auch möglich, dass die Luftleiste dann auf der Abschlussseite 11 auf dem darunter
liegenden Boden aufsteht und somit die Zusatzöffnung 12 verschlossen wird. In diesem
Fall wird die kühle Raumluft dann nur über die Luftdurchlässe 3 ins Ofeninnere 32
geführt.
[0037] Die jetzt mit der Anmeldung und später eingereichten Ansprüche sind ohne Präjudiz
für die Erzielung weitergehenden Schutzes.
[0038] Sollte sich hier bei näherer Prüfung, insbesondere auch des einschlägigen Standes
der Technik, ergeben, dass das eine oder andere Merkmal für das Ziel der Erfindung
zwar günstig, nicht aber entscheidend wichtig ist, so wird selbstverständlich schon
jetzt eine Formulierung angestrebt, die ein solches Merkmal, insbesondere im Hauptanspruch,
nicht mehr aufweist. Auch eine solche Unterkombination ist von der Offenbarung dieser
Anmeldung abgedeckt.
[0039] Es ist weiter zu beachten, dass die in den verschiedenen Ausführungsformen beschriebenen
und in den Figuren gezeigten Ausgestaltungen und Varianten der Erfindung beliebig
untereinander kombinierbar sind. Dabei sind einzelne oder mehrere Merkmale beliebig
gegeneinander austauschbar. Diese Merkmalskombinationen sind ebenso mit offenbart.
[0040] Die in den abhängigen Ansprüchen angeführten Rückbeziehungen weisen auf die weitere
Ausbildung des Gegenstandes des Hauptanspruches durch die Merkmale des jeweiligen
Unteranspruches hin. Jedoch sind diese nicht als ein Verzicht auf die Erzielung eines
selbständigen, gegenständlichen Schutzes für die Merkmale der rückbezogenen Unteransprüche
zu verstehen.
[0041] Merkmale, die nur in der Beschreibung offenbart wurden oder auch Einzelmerkmale aus
Ansprüchen, die eine Mehrzahl von Merkmalen umfassen, können jederzeit als von erfindungswesentlicher
Bedeutung zur Abgrenzung vom Stande der Technik in den oder die unabhängigen Anspruch/Ansprüche
übernommen werden, und zwar auch dann, wenn solche Merkmale im Zusammenhang mit anderen
Merkmalen erwähnt wurden beziehungsweise im Zusammenhang mit anderen Merkmalen besonders
günstige Ergebnisse erreichen.
1. Luftleiste, insbesondere zum Einbau in einen Ofen, wie zum Beispiel einen Kachelofen,
Warmluftofen, Grundofen, Speicherofen oder ähnlichem, zumindest aufweisend
- eine Raumluftseite (2) mit mindestens einem Luftdurchlass (3),
- einer Wandungsseite (7) mit mindestens einer Konvektionsöffnung (8),
wobei die Luftleiste (1) eine innenliegende Kammer (10) aufweist, die mit dem Luftdurchlass
(3) und der Konvektionsöffnung (8) in Verbindung steht.
2. Luftleiste nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Luftleiste eine Heizungsseite (4) mit mindestens einer Strömungsöffnung (5) aufweist,
und die Strömungsöffnung (5) mit der Kammer (10) in Verbindung steht.
3. Luftleiste nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Luftleiste (1) weiterhin eine Abschlussseite (11) mit mindestens einer Zusatzöffnung
(12) umfasst und die Zusatzöffnung (12) mit der Kammer (10) in Verbindung steht.
4. Luftleiste nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Heizungsseite (4) einen Absatz (6) oder eine Ausnehmung (6) aufweist oder L-artig
ausgebildet ist und/oder die Strömungsöffnung (5) an der Stirnseite des, in Gebrauchsstellung
horizontal orientierten Schenkels der L-artig ausgebildeten Heizungsseite (4) vorgesehen
ist.
5. Luftleiste nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Wandungsseite (7) eine Leiste (13) aufweist.
6. Luftleiste nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein beweglicher Wandschieber (35) vorgesehen ist, der die Konvektionsöffnung (8),
den Luftdurchlass (3), die Strömungsöffnung (5), die Zusatzöffnung (12) oder die Kammer
(10) ganz oder teilweise verschließt.
7. Luftleiste nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Luftleiste (1) aus einem hochtemperaturfesten Werkstoff, z.B. Keramik, Ton, Metall,
Stahlblech, Edelstahl oder dergleichen, gefertigt ist.
8. Luftleiste nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Kammer (10) die Luftleiste (1) in deren Längsrichtung durchdringt oder die Luftleiste
(1) an ihren, in Längsrichtung gesehenen Stirnseiten geschlossen ist und so die Kammer
(10) begrenzt.
9. Bauelement zum Einbau in einen Ofen, wie zum Beispiel einen Kachelofen, Warmluftofen,
Grundofen, Speicherofen oder ähnlichem, insbesondere zur Bildung einer Ofenwand (14a,
14b), wobei das Bauelement (15) zumindest ein flächiges, mit mindestens einer Hohlkammer
(16) ausgestattetes Wandelement (17) und mindestens eine Luftleiste (1) nach einem
der vorhergehenden Ansprüche aufweist, und die Hohlkammer (16) über die Konvektionsöffnung
(8) an der Wandungsseite (7) mit der Kammer (10) in Verbindung steht.
10. Bauelement nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine erste Luftleiste (1, 1a) als auf dem Boden aufliegende Bodenluftleiste
(19) und mindestens eine zweite Luftleiste (1, 1b) als obere Abschlussluftleiste (18)
des Bauelementes (15) vorgesehen ist.
11. Bauelement nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Absatz (6) oder die Ausnehmung (6) der als Abschlussluftleiste (18) dienenden
Luftleiste (1, 1b) als Auflagefläche (21) für eine Ofenplatte (20) dient.
12. Bauelement nach einem der Ansprüche 9 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass das Wandelement (17) fest mit der mindestens einen Luftleiste (1), insbesondere durch
eine Klebeverbindung verbunden ist oder das Wandelement (17) und die mindestens eine
Luftleiste (1) einteilig, als ein gemeinsames Element ausgebildet sind.
13. Bauelement nach einem der Ansprüche 9 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass das ein beweglicher Wandschieber (35) vorgesehen ist, der die mindestens eine Hohlkammer
(16) des Wandelementes (17) ganz oder teilweise verschließt und so die Wandströmung
(34) ganz oder teilweise unterbindet.
14. Ofen, wie zum Beispiel einen Kachelofen, Warmluftofen, Grundofen, Speicherofen oder
Ähnlichem, welcher zumindest ein Bauelement (15) nach einem der vorhergehenden Ansprüche
9 bis 13 aufweist.
15. Verwendung mindestens einer Luftleiste nach den Ansprüchen 1 bis 8 als Bodenluftleiste
(19) und/oder Abschlussluftleiste (18) eines, zur Bildung der seitlichen, im Wesentlichen
vertikal orientierten Ofenwand (14a, 14b) dienenden Bauelementes (15).