[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Bilden mindestens einer dreidimensionalen
Struktur auf mindestens einer Oberfläche eines Substrats, insbesondere eines Wert-
oder Sicherheitsproduktes oder eines Vorproduktes eines Wert- oder Sicherheitsproduktes.
Derartige Wert- oder Sicherheitsdokumente können beispielsweise ein Personaldokument,
eine Scheckkarte, ein nicht personalisierter Berechtigungsausweis, wie eine Fahrkarte
oder ein Zahlungsmittel, oder ein für die Produktsicherung bestimmtes Wert- oder Sicherheitselement,
sein.
[0002] Wert- oder Sicherheitsprodukte, insbesondere Wert- oder Sicherheitsdokumente, dienen
dazu, die Identität einer Person oder Sache oder einen Anspruch, beispielsweise auf
Zahlung eines Geldbetrages oder auf Herausgabe eines Produktes oder Erbringung einer
Dienstleistung, zu verifizieren. Hierzu ist sicherzustellen, dass das Produkt nicht
oder nur mit erheblichem Aufwand imitiert, gefälscht oder verfälscht werden kann.
Das Produkt enthält daher Sicherheitsmerkmale, deren Nachahmung äußerst schwierig
oder sogar praktisch unmöglich ist. Beispielsweise besteht das Produkt, wie Banknoten,
aus einem nicht ohne weiteres verfügbaren Material. Zusätzlich oder alternativ können
Sicherheitsmerkmale durch spezielle Farben, beispielsweise lumineszierende oder optisch
variable Farben, optische Elemente, wie Hologramme, Kippbilder, Kinegramme, Linsen-
oder Prismenarrays, ferner Guillochen, Melierfasern, Sicherheitsfäden und andere gebildet
sein. Des Weiteren ist es auch erforderlich, dass die Wert- oder Sicherheitsdokumente
einfach herstellbar sind und dass sie von sehbehinderten Personen erfasst werden können.
[0003] In
DE 33 14 327 C1 ist ein Verfahren zur Herstellung einer Ausweiskarte mit hochgeprägten kundenbezogenen
Daten offenbart.
[0004] In
EP 2 161 314 B1 ist ein Verfahren zum Erzeugen einer Authentifizierungsmarkierung auf einem Aufzeichnungsmedium
beschrieben. Zur Erzeugung der Authentifizierungsmarkierung wird zunächst ein Markierungsmaterial
auf ein Zwischentransferelement in einer Bildfläche aufgebracht, sodass ein Markierungsmaterialbild
erzeugt wird. Das Markierungsmaterial ist eine ultraviolett aushärtbare Phasenwechseltintenzusammensetzung.
Danach wird eine vorbestimmte Menge eines zusätzlichen Markierungsmaterials auf die
Authentifizierungsbildfläche aufgebracht, um die Menge an Markierungsmaterial zu erhöhen.
Danach wird das aufgebrachte Markierungsmaterial von dem Zwischentransferelement auf
das Aufzeichnungsmedium transferiert. Und schließlich wird das Markierungsmaterial
auf dem Aufzeichnungsmedium ausgehärtet, sodass das fixierte Markierungsmaterial eine
tastbar wahrnehmbare Authentifizierungsmarkierung bildet.
[0005] Ferner ist in
DE 10 2008 001 712 A1 ein System zum Erzeugen fühlbarer Strukturen auf Druckprodukten angegeben. Hierzu
wird eine Bogendruckmaschine mit mehreren Druckwerken eingesetzt. Zur Erzeugung der
fühlbaren Strukturen befinden sich auf den Druckbögen durch Strahlung expandierbare
Druckschichten (blähende Farben oder Lacke), auf die mittels Lasermarkierungsvorrichtungen
eingewirkt wird.
[0006] Aus
DE 41 10 801 C1 ist ein Foliendruckverfahren bekannt, bei dem zunächst die Oberfläche der zu bedruckenden
Unterlage an den für den Druck vorgesehenen Stellen mit einer Haftschicht versehen
wird, bevor eine aus einer Trägerfolie sowie einer über eine Trennschicht darauf haftenden
Transferschicht zusammengesetzte Transferfolie unter Druckeinwirkung auf die Unterlage
aufgelegt wird, und bei dem die Transferfolie partiell oder flächig auf der Unterlage
haften bleibt. Um eine dauerhafte Verbindung zwischen der Unterlage und der Transferschicht
herzustellen, wird die Unterlage mit der darauf befindlichen Transferschicht in einem
sich an die Folienauflage anschließenden Verfahrensschritt einem Anpressdruck ausgesetzt,
der die Druckeinwirkung während der Folienauflage wesentlich übersteigt.
[0007] Insbesondere zur Erzeugung von tastbaren Merkmalen sind die bekannten Verfahren außerordentlich
aufwändig. Vor allem bei dem in
EP 2 161 314 B1 beschriebenen Verfahren zum Erzeugen einer Authentifizierungsmarkierung ist es erforderlich,
das Authentifizierungsmaterial für jedes Merkmal mittels eines Druckverfahrens auf
das Substrat separat aufzutragen. Insbesondere die Erzeugung von taktilen Strukturen,
bei denen eine Mindesthöhe gefordert ist, ist die Aufbringung langwierig und aufwändig.
Außerdem sind die für diese Verfahren erforderlichen Materialien teuer.
[0008] In
US 7,410,551 B1 ist ein Verfahren nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 beschrieben, das ein Wärmemarkierungsverfahren
ist, das die Ausgestaltung eines Gegenstandes ermöglicht. Hierzu wird eine Mehrlagenstruktur
mit einer Stützlage, einer Dekorlage und einer dazwischen angeordneten und unter Strahlungseinwirkung
aushärtenden Lackschicht mit dem auszugestaltenden Gegenstand in Kontakt gebracht
und die Mehrlagenstruktur unter Druckeinwirkung auf die Stützlage an der Stelle, an
der die Dekorlage und die Lackschicht auf den Gegenstand übertragen werden soll, auf
den Gegenstand aufgedrückt. Die Stützlage wird abgezogen, und die Lackschicht wird
strahlungsgehärtet.
[0009] In
EP 1 897 700 A2 ist ein Heißprägeverfahren angegeben, bei dem eine Transferfolie aus einer Trägerlage
mit einer Trennlage versehen ist, auf der ein dünnes thermoplastisches Harz, dann
eine Aluminiumlage und darauf wiederum eine Kleberschicht angeordnet sind. Die Transferfolie
wird auf ein Substrat, beispielsweise eine Banknote, übertragen. Die Übertragung ist
auf den Bereich der Druckübertragung mittels einer Druckplatte beschränkt. Die Trägerlage
mit den nicht übertragenen Folienbestandteilen wird wieder abgezogen.
[0010] Ein Sicherheitsaufkleber aus einer Prägefolie ist in
DE 10 2007 005 416 A1 angegeben. Auch dieser Aufkleber wird mittels eines Prägestempels auf ein Substrat
bereichsweise übertragen. Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein
Verfahren zum Bilden dreidimensionaler Strukturen, die insbesondere tastbar/fühlbar
sein sollen, bereitzustellen, das einfach durchführbar ist und das eine ausreichende
Feinheit der zu bildenden Strukturen zu erreichen erlaubt. Bevorzugt soll die tastbare
Struktur auf einem aus Polycarbonat gebildeten oder dieses Material enthaltenden Wert-
oder Sicherheitsdokument, insbesondere einer Polycarbonat-Karte, erzeugt werden.
[0011] Die vorstehenden Aufgaben werden gemäß der vorliegenden Erfindung mit dem Verfahren
zum Bilden mindestens einer dreidimensionalen Struktur auf mindestens einer Oberfläche
eines Substrats gelöst. Die Erfindung ist insbesondere zur Erzeugung von taktilen
Strukturen auf einem Wert- oder Sicherheitsprodukt geeignet. Das Wert- oder Sicherheitsprodukt
kann ein Wert- oder Sicherheitsdokument oder ein Sicherheitselement sein, d.h. ein
Element, das beispielsweise mit einem gegen Nachahmung, Fälschung oder Verfälschung
zu schützenden Gegenstand verbunden wird, beispielsweise ein Aufkleber, Etikett oder
dergleichen.
[0012] Soweit in der Beschreibung und in den Ansprüchen der vorliegenden Anmeldung der Begriff
,Wert- oder Sicherheitsprodukt' verwendet wird, ist darunter beispielsweise ein Reisepass,
Personalausweis, Führerschein oder eine andere ID-Karte oder ein Zugangskontrollausweis,
ein Fahrzeugschein, Fahrzeugbrief, Visum, Scheck, Zahlungsmittel, insbesondere eine
Banknote, eine Scheck-, Bank-, Kredit- oder Barzahlungskarte, Kundenkarte, Gesundheitskarte,
Chipkarte, ein Firmenausweis, Berechtigungsnachweis, Mitgliedsausweis, Geschenk- oder
Einkaufsgutschein, Frachtbrief oder ein sonstiger Berechtigungsnachweis, Steuerzeichen,
Postwertzeichen, Ticket, (Spiel-)Jeton, Haftetikett (beispielsweise zur Produktsicherung)
oder ein anderes ID-Dokument zu verstehen. Derartige Produkte sind Wert- oder Sicherheitsdokumente.
Als erfindungsgemäßes Produkt ist auch ein Sicherheitselement (Transferelement) zu
verstehen, das ein Sicherheitsmerkmal gemäß der vorliegenden Erfindung aufweist und
das mit einem zu schützenden Gegenstand unlösbar verbunden werden kann, beispielsweise
ein Aufkleber, Etikett oder dergleichen. Das Produkt kann beispielsweise eine Smartcard
sein. Das Sicherheits- oder Wertdokument kann im ID 1-, ID 2-, ID 3- oder in irgendeinem
anderen Format vorliegen, beispielsweise in Heftform, wie bei einem passähnlichen
Gegenstand. Das Wert- oder Sicherheitsprodukt ist im Allgemeinen ein Laminat aus mehreren
Dokumentenlagen, die passergenau unter Wärmeeinwirkung und unter erhöhtem Druck flächig
miteinander verbunden sind. Diese Produkte sollen den normierten Anforderungen genügen,
beispielsweise ISO 10373, ISO/IEC 7810, ISO 14443. Die Produktlagen bestehen beispielsweise
aus einem Trägermaterial, das sich für eine Lamination eignet.
[0013] Das Wert- oder Sicherheitsprodukt kann aus einem Polymer gebildet sein, das ausgewählt
ist aus einer Gruppe, umfassend Polycarbonat (PC), insbesondere Bisphenol A-Polycarbonat
oder ein Polycarbonat, gebildet auf Basis eines geminal disubstituierten
Dihydroxydiphenylcycloalkans, Polyethylenterephthalat (PET), deren Derivate, wie Glykolmodifiziertes
PET (PETG), Polyethylennaphthalat (PEN), Polyvinylchlorid (PVC), Polyvinylbutyral
(PVB), Polymethylmethacrylat (PMMA), Polyimid (PI), Polyvinylalkohol (PVA), Polystyrol
(PS), Polyvinylphenol (PVP), Polypropylen (PP), Polyethylen (PE), thermoplastische
Elastomere (TPE), insbesondere thermoplastisches Polyurethan (TPU), Acrylnitril-Butadien-Styrol-Copolymer
(ABS) sowie deren Derivate, und/oder Papier und/oder Pappe und/oder Glas und/oder
Metall und/oder Keramik. Außerdem kann das Produkt auch aus mehreren dieser Materialien
hergestellt sein. Bevorzugt besteht es aus PC oder PC/TPU/PC. Die Polymere können
entweder gefüllt oder ungefüllt vorliegen. Im letzteren Falle sind sie vorzugsweise
transparent oder transluzent. Falls die Polymere gefüllt sind, sind sie opak. Die
vorstehenden Angaben beziehen sich sowohl auf miteinander zu verbindende Folien als
auch auf Flüssigformulierungen, die auf ein Vorprodukt aufgebracht werden, wie einen
Schutz- oder Decklack. Bevorzugt wird das Produkt aus 3 bis 12, vorzugsweise 4 bis
10 Folien, hergestellt. Die Folien können ferner Druckschichten tragen. Ein solcherart
gebildetes Laminat kann abschließend ein- oder beidseitig mit dem Schutz- oder Decklack
oder mit einer Folie überzogen werden. Die Folie kann insbesondere ein Volumenhologramm,
eine Folie mit einem Oberflächenhologramm (beispielsweise einem kinegraphischen Element)
oder eine Kratzschutzfolie sein. Derart gebildete Overlaylagen schützen ein darunter
angeordnetes Sicherheitsmerkmal und/oder verleihen dem Dokument die erforderliche
Abriebfestigkeit.
[0014] Soweit in der Beschreibung und in den Ansprüchen der vorliegenden Anmeldung der Begriff
,Muster' genannt wird, ist darunter eine irgendwie gestaltete Verteilung von einen
taktilen Eindruck vermittelnden Elementen auf einer oder mehreren Oberflächen, zu
verstehen, die eine in sich geschlossene Darstellung ergeben, beispielsweise ein Bild,
Bildelement, Zeichen, einschließlich Blindenschrift, insbesondere Braille-Schrift,
oder ein alphanumerisches Zeichen, ein Symbol, Wappen, eine Linie, Formel oder dergleichen.
Das Muster wird durch die anspruchsgemäßen dreidimensionalen Strukturen gebildet.
Die Strukturen können zusätzlich einen optischen Eindruck vermitteln, insbesondere
wenn sie im Bereich der Erhebungen oder Vertiefungen des Substrats eine Kontrastfarbe,
einschließlich schwarz, grau oder weiß, zur Farbe des Substrats aufweisen. Hierzu
ist das die dreidimensionalen Strukturen bildende Material mittels üblicher Farben
(Farbstoffe, Pigmente) eingefärbt.
[0015] Soweit in der Beschreibung und in den Ansprüchen der vorliegenden Anmeldung der Begriff
'Musterelement' genannt wird, ist darunter ein Bestandteil/Element eines Musters zu
verstehen, wobei die Musterelemente voneinander getrennt sein oder übergangslos ineinander
übergehen können. Ein Musterelement dient als kleinstes Strukturelement zur Bildung
des Musters, wobei alle Musterelemente das Muster bilden. Das Musterelement ist eine
dreidimensionale Struktur in Form einer Erhöhung oder Vertiefung auf einer Substratoberfläche.
Die Musterelemente können, wenn sie voneinander getrennt sind, jeweils eine kreisförmige
(punktförmige), rechteckige, quadratische, sechseckige oder noch andere Form und eine
Größe / einen Durchmesser von beispielsweise 1 bis 100 µm aufweisen. Die Musterelemente
können auch ineinander übergehen, sodass keine regelmäßigen Strukturelemente gebildet
sind. Beispielsweise kann ein einem alphanumerischen Zeichen entsprechendes Zeichen
der Braille-Schrift ein Muster darstellen, während die einzelnen Zeichenelemente,
durch die ein Braille-Schriftzeichen in der bekannten 3 x 2-Matrix gebildet wird,
jeweils ein Musterelement bilden.
[0016] Soweit in dieser Beschreibung und in den Ansprüchen die Begriffe ,Raster' und 'gerastert'
verwendet werden, so ist darunter eine Zerlegung eines Bildes in einzelne Musterelemente
zu verstehen, die typischerweise regelmäßig, beispielsweise in Zeilen oder auch in
einer anderen regelmäßigen Anordnung, angeordnet sind. Die Musterelemente können beispielsweise
in einer Wabenanordnung oder in einer Zeilenanordnung mit zueinander versetzt oder
nicht zueinander versetzten Musterelementen angeordnet sein.
[0017] Soweit in der Beschreibung und in den Ansprüchen ein Begriff im Singular genannt
wird, beispielsweise 'Folienelement', 'dreidimensionale Struktur', 'Oberfläche des
Substrats' usw., ist der Begriff im jeweiligen Kontext gleichzeitig auch im Plural
gemeint, also beispielsweise ,Folienelemente', 'dreidimensionale Strukturen', 'Oberflächen
des Substrats' usw., sofern nicht ausdrücklich etwas anderes angegeben ist. Entsprechendes
gilt auch im umgekehrten Falle.
[0018] Das erfindungsgemäße Verfahren dient zum Bilden mindestens einer dreidimensionalen
Struktur auf mindestens einer Oberfläche eines Substrats. Es umfasst folgende Verfahrensschritte:
- a. Bereitstellen des Substrats sowie eines strukturbildenden Materials in Form einer
(strukturbildenden) Folie,
- b. Mechanisches Trennen mindestens eines Folienelements von solchen Folienteilbereichen,
die dem mindestens einen Folienelement nicht entsprechen (d.h. von dem Rest der Folie),
und
- c. Unlösbares (untrennbares) Verbinden des mindestens einen Folienelements mit der
mindestens einen Oberfläche des Substrats in jeweils einem Adhäsionsbereich des Substrats,
wobei das mindestens eine Folienelement durch lokales Applizieren eines Löse- oder
Quellmittels für das strukturbildende Material der Folie und/oder für das Material
des Substrats in dem mindestens einen Adhäsionsbereich mit der mindestens einen Oberfläche
des Substrats unlösbar verbunden wird.
[0019] Dadurch bildet das mindestens eine Folienelement auf der mindestens einen Oberfläche
des Substrats die mindestens eine dreidimensionale Struktur aus.
[0020] Die vorstehenden Verfahrensschritte können sämtlich gleichzeitig stattfinden, oder
einige dieser Verfahrensschritte können gleichzeitig und andere nacheinander durchgeführt
werden, oder alle Verfahrensschritte werden nacheinander durchgeführt. Falls einige
oder alle Verfahrensschritte nacheinander durchgeführt werden, können diese in einer
von vielen Möglichkeiten von aufeinander folgenden Schritten in einer bestimmten Reihenfolge
nacheinander ablaufen. Beispielsweise können die Verfahrensschritte (b) (mechanisches
Trennen mindestens eines Folienelements von Folienteilbereichen, die dem mindestens
einen Folienelement nicht entsprechen) und (c) (unlösbares Verbinden des mindestens
einen Folienelements mit der mindestens einen Oberfläche des Substrats in jeweils
einem Adhäsionsbereich des Substrats) des erfindungsgemäßen Verfahrens vorzugsweise
gleichzeitig stattfinden, nachdem das Substrat und die strukturbildende Folie bereitgestellt
worden sind (Verfahrensschritt (a)), wenn das mechanische Trennen beispielsweise im
Sinne eines Stanzprozesses durchgeführt wird. Alternativ können die Verfahrensschritte
(b) und (c) nach dem Bereitstellen des Substrats und der strukturbildende Folie (Verfahrensschritt
(a)) aber auch nacheinander stattfinden und zwar indem zunächst das Folienelement
von den dem Folienelement nicht entsprechenden Folienteilbereichen mechanisch getrennt
wird (Verfahrensschritt (b)) und dieses abgetrennte Folienelement dann in dem Adhäsionsbereich
mit der Substratoberfläche unlösbar verbunden wird (Verfahrensschritt (c)). Falls
zumindest einige der genannten Verfahrensschritte nacheinander durchgeführt werden,
werden sie vorzugsweise in der vorgenannten Reihenfolge durchlaufen.
[0021] Die dreidimensionale Struktur bildet auf dem Wert- oder Sicherheitsprodukt ein Sicherheitsmerkmal
aus. Dieses Sicherheitsmerkmal kann ertastbar sein. Es besteht aber auch die Möglichkeit,
dass es nicht ertastbar ist. Falls es ertastbar ist, muss es eine Mindesthöhe aufweisen.
Die Höhe kann beispielsweise mindestens etwa 30 µm, besser mindestens 100 µm, am meisten
bevorzugt mindestens 300 µm, betragen. Sinnvoller Weise ist das Sicherheitsmerkmal
nicht höher als wenige Millimeter, beispielsweise nicht höher als 3 mm, vorzugsweise
nicht höher als 2 mm, weiter bevorzugt nicht höher als 1 mm und am meisten bevorzugt
nicht höher als 750 µm. In diesem Falle kann eine Person die Struktur ertasten. Beispielsweise
kann die Struktur in Form einer Blindenschrift, insbesondere der Braille-Schrift,
ausgebildet sein. Es können aber auch ertastbare Strukturen mit anderer Codierung
gebildet werden, beispielsweise ein regelmäßiges Muster oder eine bestimmte Rauheit
in Form von ungleichmäßig (zufällig) angeordneten Strukturen. Alle diese Strukturen
erlauben es einer Person, die Struktur durch Ertasten wahrzunehmen. Falls die dreidimensionalen
Strukturen nicht ertastbar sind, weil sie für das Ertasten nicht die dafür ausreichende
Höhe, beispielsweise etwa 150 µm, gegenüber der Substratoberfläche haben, können sie
maschinell erfasst werden, etwa mit einem Abtastgerät oder optisch mittels streifender
Beleuchtung.
[0022] Insbesondere für die Bildung von von einem Menschen fühlbaren Strukturen ist das
erfindungsgemäße Verfahren gut geeignet, da es sehr einfach durchführbar ist und keine
aufwändigen und teuren Materialien und Vorrichtungen zum Aufbringen der Materialien
erfordert. Zur Erzeugung der Strukturen werden diese aus dem strukturbildenden Material
gebildet, indem das Material in dem zu übertragenden Flächenbereich (Adhäsionsbereich)
vollständig auf das Substrat übertragen und dort fixiert wird. Die Fixierung führt
zu einer unlösbaren Verbindung des übertragenen Materialelements mit der Substratoberfläche.
Zur Fixierung wird eine Kraft auf das Materialelement aufgebracht (Druckausübung,
Impactverfahren), um es auf die Substratoberfläche aufzudrücken. Im Gegensatz zum
Thermotransferdruckverfahren, bei dem ein mit einer temperaturempfindlichen Farbe
beschichtetes Transferband zwischen dem Substrat und einem Thermodruckkopf angeordnet
wird und ausschließlich die Farbe aufgrund thermischer und mechanischer Beaufschlagung
durch den Thermodruckkopf von dem Transferband auf das Substrat übertragen wird, nicht
aber das die Farbe tragende Trägerband, wird die zwischen einem Werkzeug und dem Substrat
angeordnete strukturbildende Folie im erfindungsgemäßen Falle vollständig auf das
Substrat transferiert. Der Vorgang entspricht einem Stanzvorgang, indem das zu übertragende
Folienelement aus der strukturbildenden Folie ausgestanzt (d.h. vollständig herausgelöst)
und auf das Substrat übertragen wird. Damit wird eine sehr präzise Erzeugung auch
sehr kleiner Folienelemente ermöglicht, die an einer exakt positionierten Stelle auf
dem Substrat platziert und mit diesem dort unlösbar verbunden werden. Das Verfahren
ist folglich schnell, da die für die Erzeugung taktiler dreidimensionaler Strukturen
erforderliche Strukturhöhe durch einfache Wahl der dafür geeigneten Foliendicke erreicht
wird. Das Material wird unabhängig von der Zielhöhe der Struktur vorzugsweise in einem
Schritt auf die Substratoberfläche übertragen, wenngleich es auch möglich ist, nach
der Erzeugung einer ersten Struktur mit einer ersten Höhe darauf eine zweite Struktur
mit einer zweiten Höhe aufzubauen, wobei die erste Höhe und die zweite Höhe gleich
oder verschieden sein können, um entweder die Strukturhöhe zu erhöhen oder um eine
komplexere Struktur zu erzeugen. Es ist daher nicht erforderlich, die Strukturen wie
im Falle des in
EP 2 161 314 B1 beschriebenen Verfahrens sukzessive aufzubauen. Ein Vorteil gegenüber einem Prägeverfahren
besteht ferner darin, dass auch empfindliche Substrate problemlos mit den dreidimensionalen
Strukturen versehen werden können: Beispielsweise wäre es mit einem Prägeverfahren
nicht möglich, ein Wert- oder Sicherheitsdokument, das eine innenliegende elektrische
Schaltung, die gegebenenfalls auch ein elektronisches Halbleiterbauelement enthält,
mit einem Prägeverfahren zu strukturieren. Denn die Schaltung und insbesondere das
elektronische Halbleiterbauelement und deren Anschlüsse können bei diesem Vorgang
beschädigt oder sogar zerstört werden. Das erfindungsgemäße Verfahren geht dagegen
wesentlich schonender vor und beeinträchtigt diese Komponenten nicht.
[0023] Das/die für die Übertragung der Folienelemente auf das Substrat verwendete/n Werkzeug/e
kann/können dazu ausgebildet sein, die Folienelemente gerastert, d.h. in kleinen Musterelementen,
auszustanzen und zu übertragen. Auf diese Weise können beliebige dreidimensionale
Muster auf dem Substrat erzeugt werden. Daher ist es möglich, die dreidimensionale
Struktur nicht nur in einer einzigen Gestaltung für eine größere Gesamtheit von Substraten
zu erzeugen, die allen diesen Substraten gemein ist, sondern auch für jedes einzelne
Substrat eine individuelle Gestaltung der dreidimensionalen Struktur zu bilden. Somit
können die dreidimensionalen Strukturen auch in Form individualisierender, insbesondere
personalisierender, Kennzeichnungen ausgebildet sein, d.h. in Form von Kennzeichnungen,
die beispielsweise individualisierende Daten einer Person oder einer Sache, der das
Wert- oder Sicherheitsdokument zugeordnet ist, wiedergeben. Beispielsweise kann auf
diese Weise der Name oder ein anderes Kennzeichen der Person in Klarschrift oder in
codierter Form dreidimensional dargestellt sein. Insofern kann das dreidimensionale
Muster eine Information codieren. Beispielsweise kann die dreidimensionale Kennzeichnung
mit alphanumerischen Zeichen oder, weiter bevorzugt, in Blindenschrift, insbesondere
in Braille-Schrift, wiedergegeben sein. Somit kann die dreidimensionale Struktur ein
Authentifizierungsmerkmal darstellen. Ferner ist es auch möglich, eine ganze Gruppe
von gleichartigen Wert- oder Sicherheitsdokumenten mit derselben Struktur zu versehen,
beispielsweise Banknoten mit einer Wertkennzeichnung. Außerdem kann die dreidimensionale
Struktur auch ein Verifizierungs- oder Echtheitsmerkmal sein.
[0024] In einer bevorzugten Weiterbildung der vorliegenden Erfindung steht das mindestens
eine Folienelement beim unlösbaren Verbinden mit der mindestens einen Oberfläche des
Substrats in direktem Kontakt mit der mindestens einen Oberfläche des Substrats. Bei
der Übertragung des Folienelements auf die Substratoberfläche ist zur Verbindung mit
dem Substrat daher kein Haftvermittler (Kleber) oder irgendeine andere zusätzliche
Substanz zwischen dem Folienelement und der Substratoberfläche vorgesehen. Die Folie
selbst weist in dieser bevorzugten Ausführungsform der Erfindung zumindest an der
Seite keinen Haftvermittler auf, die mit dem Substrat in Kontakt gebracht wird. Damit
gelangt das Folienelement in direkten Kontakt mit der Substratoberfläche. Das Folienelement
liegt nach der Übertragung auf der Substratoberfläche flächig auf. Die Vermeidung
zusätzlichen Materials zwischen dem Folienelement und der Substratoberfläche ermöglicht
unter anderem eine bessere und festere Verbindung des Folienelements auf der Substratoberfläche.
Vorzugsweise wird eine monolithische Verbindung zwischen den beiden Verbindungspartnern
gebildet, d.h. eine Verbindung, bei der die einzelnen Verbindungspartner nach der
Verbindungsbildung nicht mehr separat vorliegen, weil die beiden Verbindungspartner
nicht mehr durch eine Grenzfläche getrennt sind. Eine derartige innige Verbindung
wird insbesondere durch einen festen Anpressdruck des Folienelements auf die Substratoberfläche
erreicht.
[0025] In einer weiteren bevorzugten Weiterbildung der vorliegenden Erfindung wird das mindestens
eine Folienelement durch lokales Andrücken in dem mindestens einen Adhäsionsbereich
an die mindestens eine Oberfläche des Substrats und außerdem durch Erwärmen unlösbar
verbunden. Dies ist insbesondere dann vorteilhaft, wenn das strukturbildende Material
ein thermoplastisches Material ist, sodass es beim Erwärmen zumindest teilweise schmilzt.
Für die Erwärmung kann beispielsweise das auch zum Anpressen und/oder Abtrennen verwendete
Werkzeug eingesetzt werden. Dem Werkzeug wird Wärme zugeführt, die es dann auf das
Folienelement weiterleitet, oder das Werkzeug ist dazu ausgebildet, die Wärme selbst
zu erzeugen, etwa über eine Widerstandsheizung oder eine Ultraschall-Vibrationseinrichtung.
Alternativ kann auch ein separates Werkzeug für die Erwärmung eingesetzt werden, beispielsweise
eine elektromagnetische Strahlungsquelle, beispielsweise eine Laservorrichtung, deren
Strahlung in dem Folienelement absorbiert wird, sodass es sich erwärmt. Das Folienelement
kann hierzu spezielle Absorbermittel enthalten, insbesondere selektiv im Infrarot-Spektralbereich
absorbierende Subtanzen (thermoempfindliche Substanzen). Diese befinden sich vorzugsweise
in einem Bereich in der strukturbildende Folie bzw. des Folienelements, der benachbart
zu der Kontaktseite mit der Substratoberfläche angeordnet ist. In diesem Falle kann
das Folienelement zuerst mit der Substratoberfläche in Kontakt gebracht und das in
Kontakt gebrachte Folienelement dann erwärmt und dabei gegebenenfalls zusätzlich auf
die Substratoberfläche aufgedrückt werden. Vorher oder anschließend kann der Folienrest
von dem dem Folienelement entsprechenden Flächenbereich der strukturbildenden Folie
mechanisch getrennt werden. Falls die Erwärmung mittels elektromagnetischer Strahlung
stattfindet, kann diese durch ein Anpresselement hindurch geleitet werden. Das Anpresselement
muss zu diesem Zweck für die elektromagnetische Strahlung transparent/transluzent
sein.
[0026] Erfindungsgemäß wird das mindestens eine Folienelement durch lokales Applizieren
eines chemischen Mittels, das als Löse- oder Quellmittel für das strukturbildende
Material der strukturbildenden Folie und/oder als Löse- oder Quellmittel für das Substratmaterial
wirkt, in dem mindestens einen Adhäsionsbereich unlösbar verbunden. Anstelle von in
der vorstehend erläuterten Verfahrensweise verwendeter Wärmeeinbringung zum unlösbaren
Verbinden des Folienelements mit der Substratoberfläche oder zusätzlich dazu kann
diese Verbindung durch die chemische Einwirkung auf die miteinander in Kontakt gebrachten
Oberflächen der strukturbildenden Folie und des Substrats hergestellt werden. Hierzu
kann das Löse- oder Quellmittel auf das Folienmaterial und/oder auf das Substratmaterial
abgestimmt sein. Falls bevorzugt ein Polycarbonat enthaltendes Material für die strukturbildende
Folie verwendet wird oder die Folie aus einem Polycarbonat gebildet ist, kann als
Löse- oder Quellmittel eines der in
DE 10 2007 052 947 A1 angegebenen Lösemittel eingesetzt werden, die dort als Lösemittel für die auf der
Basis eines Polycarbonats bestehende Druckfarbe angegeben sind (entsprechend der dort
angegebenen Komponente B). Von daher wird dieses Dokument hiermit vollumfänglich in
den Offenbarungsgehalt der vorliegenden Anmeldung aufgenommen, zumindest aber im Umfange
der dort genannten Lösemittel. Als besonders bevorzugt werden von daher folgende Löse-
oder Quellmittel verwendet: aliphatische, cycloaliphatische, aromatische Kohlenwasserstoffe
und flüssige organische Ester.
[0027] Das Löse- oder Quellmittel wird von einem Werkzeug auf das Folienelement appliziert,
vorzugsweise wenn letzteres sich bereits in Kontakt mit der Substratoberfläche befindet.
Durch das Anlösen bzw. Quellen des Folienmaterials verbindet sich dieses in hervorragender
Weise mit dem Material des Substrats an dessen Oberfläche. Das Werkzeug, das zum Andrücken
des Folienelements und/oder zum mechanischen Abtrennen des Folienelements von dem
Rest der strukturbildenden Folie dient, kann zusätzlich dazu ausgebildet sein, das
Löse- oder Quellmittel zu applizieren. Hierzu weist dieses Werkzeug Auslassöffnungen
für das chemische Mittel, beispielsweise Düsen, auf, die mit einem Reservoir für das
Löse- oder Quellmittel verbunden sind.
[0028] Damit das Löse- oder Quellmittel an die Kontaktfläche zwischen dem Folienelement
und der Substratoberfläche gelangen kann, kann des Weiteren vorzugsweise vorgesehen
sein, dass das strukturbildende Material der Folie Kavitäten aufweist, die die Folie
vollständig durchdringen. Diese Kavitäten sind dazu ausgebildet, dass ein Löse- oder
Quellmittel, das auf eine Folienseite, die einer Kontaktseite der Folie mit der mindestens
einen Oberfläche des Substrats gegenüberliegt, appliziert wird, durch die Folie hindurchtreten
und zur Kontaktseite der Folie gelangen kann.
[0029] Die Kavitäten können bei der Herstellung der strukturbildenden Folie oder erst danach
in diese eingebracht werden.
[0030] In ersterem Falle kann die Folie beim Extrudieren mit einem Blähmaterial versehen
sein, das bei erhöhter Temperatur ausgast und die Kavitäten erzeugt. Alternativ können
auch anorganische oder organische Materialien, die eine Porosität aufweisen, in das
Polymermaterial der Transferfolie eingelagert sein, beispielsweise Siliziumdioxid
oder Aluminiumoxid, die in Form nanoskaliger Teilchen vorliegen können. Alternativ
sind auch größere Teilchen mit entsprechend kleinen Kavitäten einsetzbar, beispielsweise
Zeolithe. Derartige gefüllte Werkstoffe sind exemplarisch in
DE 10 2010 035 890 A1 angegeben. Diese Druckschrift zeigt ein Verfahren zur Herstellung einer mikroporösen
Folie. In diesem Falle wird ein mit Partikeln versehenes Material in eine Folie extrudiert.
Die Partikel weisen definierte Hohlräume auf. Es kann sich beispielsweise um Zeolithe
oder Fullerene handeln. Gemäß einer weiteren in
DE 10 2010 035 890 A1 angegebenen Herstellmethode wird eine Suspension von Polymerteilchen, beispielsweise
von PC-Partikeln, auf einen Folienträger aufgebracht. Die Flüssigbestandteile der
Suspension werden dann verdampft, sodass sich die zurückbleibenden PC-Partikel miteinander
verbinden und eine poröse Folie ausbilden. Von daher wird auch dieses Dokument hiermit
vollumfänglich, zumindest jedenfalls hinsichtlich der Herstellung derartiger Materialien,
in den Offenbarungsgehalt der vorliegenden Anmeldung aufgenommen. Alternativ dazu
kann auch eine geschäumte Zusammensetzung aus einer Harzemulsion verwendet werden.
Ein derartiges Herstellverfahren mit einem Acrylesterharz ist in
DE 600 36 341 T2 beschrieben. Von daher wird auch dieses Dokument hiermit vollumfänglich, zumindest
jedenfalls hinsichtlich der Herstellung eines derartigen Polymermaterials, in den
Offenbarungsgehalt der vorliegenden Anmeldung aufgenommen. Soweit für ein derartiges
Verfahren auch andere Polymere als Acrylesterharze verwendet werden, beispielsweise
PC oder PET, sind entsprechende vom Fachmann vorzunehmende Anpassungen erforderlich.
Diese Werkstoffe können unter Verwendung der Harzemulsion sowie ferner von Schaumbildnern,
Schaumstabilisierern und Eindickern hergestellt werden.
[0031] Falls die Kavitäten erst nach der Herstellung der strukturbildenden Folie gebildet
werden, können sie durch Perforationsvorgänge erzeugt werden, beispielsweise durch
Laserbohren (Laserablation, entweder thermisch mit einem CO
2-Laser oder durch photolytische Zersetzung des Polymermaterials mit einem UV-(Excimer-)Laser.
Beispielsweise kann das Folienmaterial porös sein.
[0032] Die Kavitäten können durch Löcher, Vertiefungen, Aushöhlungen, Kanäle, Poren, Aussparungen,
Hohlräume und dergleichen gebildet sein. Die Kavitäten weisen insbesondere eine Größe
im Mikrometerbereich auf, d.h. der Durchmesser / die Dicke der Kavitäten liegt im
Bereich von 1 µm bis 1000 µm, vorzugsweise im Bereich von 1 µm bis 500 µm und ganz
besonders bevorzugt im Bereich von 1 µm bis 100 µm. Grundsätzlich können die Kavitäten
auch kleiner sein: Ihre Größe kann beispielsweise mindestens 50 nm und weiter bevorzugt
mindestens 100 nm und maximal 1000 µm, besser maximal 500 µm und am besten maximal
100 µm betragen.
[0033] In einer weiteren bevorzugten Weiterbildung der vorliegenden Erfindung wird das strukturbildende
Material entsprechend einer Matrix (einem Raster) auf der mindestens einen Oberfläche
des Substrats punktweise unlösbar verbunden, sodass die diesen Punktflächen entsprechenden
Folienelemente auf die Substratoberfläche übertragen werden. Dadurch ist es möglich,
beliebige dreidimensionale Strukturen auf der Substratoberfläche zu bilden.
[0034] In einer weiteren bevorzugten Weiterbildung der vorliegenden Erfindung hat die strukturbildende
Folie eine Dicke von 50 bis 250 µm. Jedoch kann die Foliendicke auch größer oder kleiner
sein, also beispielsweise mindestens 30 µm oder mindestens 75 µm oder mindestens 100
µm oder mindestens 250 µm oder mindestens 500 µm. Unabhängig von den vorstehend genannten
Mindestdickewerten kann die Foliendicke auch maximal 3000 µm oder maximal 1000 µm
oder maximal 500 µm oder maximal 250 µm oder maximal 100 µm sein. Die maximale Foliendicke
ist im Wesentlichen dadurch begrenzt, dass beliebig dicke Folienelemente aus dem strukturbildenden
Material nicht mehr mit der gewünschten Feinheit herausgetrennt werden können. Die
mit einer derartigen Folie hergestellten Strukturen haben demgemäß die angegebene
Höhe. Mit einer derartigen Höhe gebildete Strukturen sind fühlbar.
[0035] In einer weiteren bevorzugten Weiterbildung der vorliegenden Erfindung weist die
Folie mindestens einen Farbstoff oder mindestens ein Pigment auf. Der Farbstoff oder
das Pigment kann vorzugsweise im sichtbaren Spektralbereich absorbierend und/oder
lumineszierend sein. Der Farbstoff bzw. das Pigment können sich in der Folie oder
als Schicht, etwa als Druckschicht, auf der Folie befinden.
[0036] In einer weiteren bevorzugten Weiterbildung der vorliegenden Erfindung weist die
strukturbildende Folie regelmäßig angeordnete Dünnbereiche auf, sodass das mindestens
eine Folienelement entlang von Dünnbereichen, die das Folienelement umranden, von
Folienteilbereichen, die dem mindestens einen Folienelement nicht entsprechen (dem
Folienrest), mechanisch getrennt wird. Dadurch kann das Folienelement von dem Rest
der strukturbildenden Folie sehr einfach und präzise abgetrennt werden, weil die Dünnbereiche
Soll-Trennstellen darstellen. Zwischen den Dünnbereichen befinden sich erhabene Bereiche.
Das Raster der Dünnbereiche und der erhabenen Bereiche erstreckt sich vorzugsweise
über die gesamte Fläche der strukturbildenden Folie. Durch die Ausstattung der Folie
mit Dünnbereichen, die eine Schwächung des Folienmaterials darstellen, kann die Folie
vorzugsweise entlang dieser Bereiche zerreißen, sodass das Folienelement damit mechanisch
leichter abgetrennt werden kann. Dadurch wird zudem eine kontrollierte Formgebung
der Folienelemente erreicht. Falls keine derartigen Dünnbereiche vorliegen, könnte
das mechanische Abtrennen insbesondere dann ein Problem sein, wenn die strukturbildende
Folie verhältnismäßig dick ist. Falls komplexer geformte Folienelemente mit der Substratoberfläche
verbunden werden sollen, erlauben die Dünnbereiche die Ausbildung eines regelmäßigeren
Randverlaufes der Folienelemente, weil die Folienelemente entlang der als Reißlinien
wirkenden Dünnbereiche abgetrennt werden. Falls die Dünnbereiche beispielsweise in
einem hexagonalen Raster angeordnet sind (wabenförmige Struktur), ergibt sich eine
diesem Raster entsprechende regelmäßige Randstruktur der Folienelemente auf der Substratoberfläche.
Durch gezielte Formgebung der Reißlinien stehen daher unterschiedliche Randstrukturen
zur Verfügung. Diese Variabilität kann für eine Identifizierung des jeweiligen Dokuments
oder Dokumententyps herangezogen werden, weil die Randstruktur der übertragenen Folienelemente
analysiert werden kann. Die Dünnbereiche bilden in einer strukturbildenden Folie vorzugsweise
eine Vielzahl von umrandeten Rasterzellen, die ganz besonders bevorzugt regelmäßig
angeordnet sind. Die Folienelemente können durch jeweils einen oder auch mehrere derartige
Rasterzellen gebildet sein.
[0037] In einer bevorzugten ersten Ausführungsform dieser Weiterbildung der vorliegenden
Erfindung werden die Dünnbereiche beim Herstellen des strukturbildenden Folienmaterials
durch einen Materialaufbau in den Bereichen außerhalb der Dünnbereiche, d.h. in den
erhabenen Bereichen, erzeugt. In einer bevorzugten zweiten Ausführungsform dieser
Weiterbildung werden die Dünnbereiche erst nach dem Herstellen des Folienmaterials
durch Materialentfernung oder Materialumformung erzeugt. Diese Vorgehensweisen können
auch kombiniert werden. Falls die Dünnbereiche erst nach dem Herstellvorgang durch
Materialumformung erzeugt werden, kann in einer weiteren Weiterbildung der vorliegenden
Erfindung hierzu ein Prägeverfahren eingesetzt werden. Falls die Dünnbereiche nach
dem Herstellvorgang durch Materialabtrag erzeugt werden, kann hierzu in einer alternativen
Weiterbildung ein chemisches Ätzverfahren oder ein Corona-Ätzverfahren eingesetzt
werden. Falls die Dünnbereiche bereits vor dem Herstellvorgang erzeugt werden, kann
in einer weiteren Weiterbildung der vorliegenden Erfindung hierzu ein Druckverfahren,
beispielsweise ein Siebdruckverfahren, eingesetzt werden. Mit dem Druckverfahren wird
außerhalb der Dünnbereiche eine verstärkte Schicht durch Materialauftrag erzeugt.
Dadurch ist die Dicke eines Applikations- (folien-)elements in den Dünnbereichen lokal
vermindert.
[0038] Falls die Dünnbereiche mittels eines Druckverfahrens durch Materialauftrag außerhalb
dieser Bereiche erzeugt werden, kann beispielsweise ein mittels elektromagnetischer
Strahlung, beispielsweise UV-Strahlung, härtbares Polymer, beispielsweise ein Cyanoacrylatlack,
in einer Schicht aufgetragen werden, sodass sich in den Dünnbereichen eine verminderte
Dicke des Applikationselements einstellt.
[0039] Falls die Dünnbereiche durch Materialumformung mittels eines Prägeverfahrens erzeugt
werden, kann mittels Ultraschall und/oder unter Einbringung von Wärme und Temperaturerhöhung
und unter Aufbringung eines Pressdruckes mit einem Werkzeug, beispielsweise einem
Prägestempel oder einer Prägeplatte / einem Prägeblech, die zur Erzeugung der Dünnbereiche
erforderliche Struktur beispielsweise in eine schmelzbare Polymerschicht, etwa aus
Polycarbonat, eingedrückt werden und die erzeugte Struktur anschließend durch Abkühlen
oder durch mittels elektromagnetischer Strahlung verursachte Aushärtung des Polymers
fixiert werden. Beispielsweise kann die Polymerschicht dabei lokal aufschmelzen. Beispielsweise
kann eine thermoplastische Polymerschicht eingesetzt werden, die unter Temperaturerhöhung
mittels des Werkzeuges abgeformt wird.
[0040] Falls die Dünnbereiche nach dem Herstellen der strukturbildenden Folie durch Materialentfernung
erzeugt werden, etwa mittels eines chemischen Ätzverfahrens, kann ein Ätzmittel beispielsweise
auf eine Metallschicht, die Teil der strukturbildenden Folie ist, einwirken, indem
die Metallschicht in den Bereichen, in denen die Metallschicht gedünnt werden soll,
lokal entfernt wird (Entmetallisierung). Hierfür erforderliche Verfahren und beispielsweise
chemische Ätzmittel sind dem Fachmann bekannt. Falls das abzudünnende Material kein
Metall ist, sondern eine Schicht oder Folie aus einem anderen Material, muss das Ätzmittel
entsprechend angepasst werden. Als weitere Alternative für ein Abtragsverfahren zur
Erzeugung der Dünnbereiche kann das Korona-Ätzverfahren eingesetzt werden. Andere
Abtragsverfahren sind das Verdampfen (beispielsweise mit einem IR-Laser), das Laserablatieren
durch Zersetzen des Materials (beispielsweise mit einem UV-Laser) sowie das chemische
Ätzen mit geeigneten Ätzmitteln.
[0041] Die Dünnbereiche erstrecken sich vorzugsweise nicht vollständig durch die strukturbildende
Folie hindurch. Sie sind zweidimensional gerastert, d.h. in einer vorzugsweise regelmäßigen
zweidimensionalen Anordnung ausgebildet. Dementsprechend sind auch die dazwischen
liegenden erhabenen Bereiche regelmäßig, d.h. gerastert, angeordnet. Die Dünnbereiche
können beispielsweise durch durchgehende Gräben gebildet sein oder auch durch zueinander
beabstandete Vertiefungen oder Perforationen. Die Gräben können zusätzlich Perforationen
aufweisen. Die Dünnbereiche können entweder ausschließlich durch Gräben gebildet sein,
die beispielsweise eine einheitliche Tiefe aufweisen, oder auch zusätzlich zu Gräben
mit einheitlicher Tiefe Perforationen aufweisen, die das Material der Folie vollständig
durchdringen. Alternativ können auch ausschließlich Perforationen vorliegen oder Gräben
mit variierender Tiefe oder noch andere Arten von Dünnbereichen. Die die Dünnbereiche
bildenden Aushöhlungen, Aussparungen, Einschnitte, Ausnehmungen, Durchbrüche, Mulden
und dergleichen liegen vorzugsweise in einer regelmäßigen eindimensionalen oder zweidimensionalen
Anordnung vor. Beispielsweise können die Dünnbereiche in Form eines quadratischen,
rechteckigen, parallelogrammartigen, durch Sechsecke gebildeten oder auch durch gekrümmte
Grenzlinienscharen, die einander in einem vorgegebenen beliebigen Winkel kreuzen,
gebildeten Gitter ausgebildet sein. Durch das Gitter der Dünnbereiche werden Rasterzellen
gebildet (Rasterzellen zwischen den Dünnbereichen bilden Pixel in erhabener Form,
sodass eine durch die Dünnbereiche in Rasterform gebildete pixelierte Folie gebildet
wird). Die Pixel können 'punktförmig' oder in Form von Streifen oder in noch anderer
Form erhaben gegenüber den Dünnbereichen vorliegen. Die minimalen Abmessungen der
Rasterzellen sind durch die gewünschte Feinheit des Folienelements vorgegeben. Je
präziser die Konturen des Folienelements nachgezeichnet werden sollen, desto feiner
muss auch das Raster der Dünnbereiche gebildet werden. Beispielsweise weist das Raster
Rasterzellen mit lateralen Abmessungen von 50 µm bis 500 µm, vorzugsweise von 70 µm
bis 200 µm, auf. Die Breite der Dünnbereiche ist für deren Funktion der Schwächung
des Materials der strukturbildenden Folie unerheblich. Allerdings ergibt sich die
Breite durch das gewählte Erzeugungsverfahren. Die Tiefe der Vertiefungen o.ä. ist
durch die Gesamtdicke der Folie bestimmt. Die Restdicke (Gesamtdicke der Folie abzüglich
der Gesamttiefe der Vertiefungen [bei Dünnbereichen an beiden Seiten der Folie abzüglich
der Summe der einander gegenüber liegenden Vertiefungen]) sollte so gering sein, dass
die Folie vorzugsweise ausschließlich in den Dünnbereichen leicht reißt. Beispielsweise
kann die Restdicke 5 µm bis 200 µm, weiter bevorzugt 30 µm bis 100 µm, betragen.
[0042] In einer weiteren bevorzugten Weiterbildung der vorliegenden Erfindung ist das strukturbildende
Material Polycarbonat oder enthält zumindest Polycarbonat. Alternativ kann das strukturbildende
Material auch PET sein oder dieses enthalten.
[0043] In einer weiteren bevorzugten Weiterbildung der vorliegenden Erfindung ist das Substrat
ein Wert- oder Sicherheitsprodukt oder ein Vorprodukt eines Wert- oder Sicherheitsproduktes.
[0044] Da die Verfahrensschritte nacheinander ausführbar sind, können zu deren Ausführung
verschiedene Werkzeuge eingesetzt werden: Zum Ausüben eines Druckes für das unlösbare
Verbinden des Folienelements mit der Substratoberfläche kann ein Thermokamm verwendet
werden, wie er auch beim Thermo(transfer)druck eingesetzt wird. Ein Thermokamm weist
mehrere nebeneinander angeordnete Stempel auf, die vorzugsweise äquidistant zueinander
angeordnet sind. Alternativ kann auch ein wie bei einem herkömmlichen Nadeldrucker
verwendeter Druckkopf eingesetzt werden. Insbesondere für die Erzeugung von Braille-Schrift,
deren Pixel in einer 3 x 2-Matrix angeordnet sind, können beispielsweise für jeweils
eine Zeile drei übereinander angeordnete Druckwerkzeuge, beispielsweise Stempel, vorgesehen
werden. Die einzelnen Folienelemente werden mittels derartiger Druckwerkzeuge vorzugsweise
mit einem Stanzverfahren von der strukturbildenden Folie abgetrennt (vereinzelt).
Die einzelnen Werkzeuge des Thermokamms oder Druckkopfes können einzeln angesteuert
werden. Alternativ sind natürlich auch einzeln stehende Prägestempel oder Prägeplatten
oder -bleche einsetzbar. Vorzugsweise sind diese beheizbar. Falls die Fixierung der
Folienelemente mittels elektromagnetischer Strahlung vorgenommen werden soll, sind
hierfür transparente/transluzente Werkzeuge einzusetzen. Falls die Wärme über Vibrationseinrichtungen
zugeführt werden soll, ist ein entsprechender Ultraschallgenerator vorzusehen, dessen
Ultraschallenergie in die Werkzeuge mechanisch eingekoppelt wird. Eine gezielte Zuführung
eines Löse- oder Quellmittels zur Verbindung des Folienelements auf der Substratoberfläche
ist an die Stelle vorzusehen, an der das Folienelement auf die Substratoberfläche
aufgedrückt wird. Hierzu ist jeweils ein hierfür geeigneter Dispenser vorhanden. Die
Zuführung des Löse- oder Quellmittels wird ebenfalls separat gesteuert, sofern die
Zuführung nicht über Kapillarkräfte möglich ist.
[0045] Für die Aufbringung von Folienelementen an verschiedene Stellen auf das Substrat
weist eine hierfür geeignete Vorrichtung eine Halterung des Substrats und gegebenenfalls
eine Zuführeinrichtung für das Substrat sowie eine Bewegungseinrichtung auf, die eine
Relativbewegung zwischen dem Substrat und dem Druckkopf oder Stempel ermöglicht.
[0046] Die vorliegende Erfindung wird nachfolgend anhand von Figuren näher erläutert, wobei
die dargestellten Beispiele lediglich exemplarischen Charakter haben und keine Einschränkung
hinsichtlich der Tragweite der beschriebenen Erfindung darstellen. Es zeigen im Einzelnen:
- Fig. 1:
- eine schematische isometrische Darstellung eines Wert- oder Sicherheitsdokuments in
Form einer Identitätskarte;
- Fig. 2:
- eine schematische Schnittansicht der Identitätskarte entlang der Linie I-I in einem
Ausschnitt;
- Fig. 3:
- eine schematische Schnittdarstellung eines Substrats und einer darüber angeordneten
strukturbildenden Folie zusammen mit einem Werkzeug zum Übertragen und Fixieren eines
Folienelements auf der Substratoberfläche; (A) Anfangszustand des Substrats und der
Folie mit einem Werkzeug in der Ausgangsstellung; (B) das Werkzeug drückt die Folie
im Bereich des Folienelements gegen die Substratoberfläche; (C) das Werkzeug stanzt
das Folienelement aus der Folie aus, drückt das Folienelement gegen die Substratoberfläche
und fixiert es auf dieser; (D) das Werkzeug fährt in die Ausgangsstellung;
- Fig. 4:
- eine schematische Querschnittsansicht des Werkzeuges mit dem ausgestanzten Folienelement
auf dem Substrat in einer ersten Ausführungsform (Wärmeapplikation);
- Fig. 5:
- eine schematische Querschnittsansicht des Werkzeuges mit dem ausgestanzten Folienelement
auf dem Substrat in einer zweiten Ausführungsform (Applikation eines Löse- oder Quellmittels),
erste Variante;
- Fig. 6:
- eine schematische Querschnittsansicht des Werkzeuges mit dem ausgestanzten Folienelement
auf dem Substrat in der zweiten Ausführungsform (Applikation eines Löse- oder Quellmittels),
zweite Variante;
- Fig. 7A
- eine schematische Querschnittsansicht einer pixelierten Folie mit durch Dünnbereiche
getrennten erhabenen Bereichen;
- Fig. 7B, C
- schematische Draufsichten auf ein sukzessive mit Rasterzellen versehenes Substrat;
- Fig. 8
- schematische Draufsicht auf eine pixelierte Folie;
- Fig. 9
- schematische isometrische Darstellung der Übertragung von einzelnen Rasterpunkten
von einer strukturbildenden Folie (Fig. 9A) auf ein Substrat (Fig. 9B);
- Fig. 10
- schematische Darstellung der Herstellung einer mit Kavitäten versehenen strukturbildenden
Folie.
[0047] In den Figuren bezeichnen gleiche Bezugszeichen Elemente mit derselben Funktion oder
gleiche Elemente.
[0048] Das mit einer dreidimensionalen Struktur zu versehende Substrat 100 kann ein Wert-
oder Sicherheitsdokument oder ein Sicherheitselement sein, das beispielsweise als
Aufkleber auf einen zu sichernden Artikel, beispielsweise ein Wert- oder Sicherheitsdokument
aufgebracht und mit diesem fest verbunden werden kann. Das Wert- oder Sicherheitsdokument
kann ein Personaldokument, wie ein Reisepass, ein Personalausweis, ein Zugangsausweis
oder dergleichen, eine Scheckkarte oder eine Banknote oder noch ein anderes Dokument,
sein. Alle nachfolgenden Beispiele werden stellvertretend für andere Dokumententypen
anhand einer derartigen Karte beschrieben.
[0049] In Fig. 1, 2 ist stellvertretend für andere derartige Produkte eine Identitätskarte
100 dargestellt, die beispielsweise als Laminat aus mehreren innenliegenden Polymerlagen
140 zusammengefügt worden ist. Beispielsweise können die Polymerlagen aus PC und/oder
PET bestehen. Die einzelnen Lagen können ungefüllt oder mit Füllstoffen gefüllt sein.
In letzterem Falle sind sie opak, ansonsten transparent. Die Lagen können vorzugsweise
derart miteinander verbunden sein, dass sie einen monolithischen Block bilden, der
praktisch nicht gespalten werden kann. In Fig. 2 sind nur zur Veranschaulichung die
vor dem Laminieren noch vereinzelten Lagen sichtbar dargestellt. Im fertigen Laminat
sind die Grenzflächen nicht mehr sichtbar. Die äußeren Schichten 150 der Karte können
aus einem Schutzlack bestehen, der nach dem Laminieren auf die Karte aufgetragen worden
ist. Der Schutzlack ist transparent, sodass darunter liegende Informationen von außen
sichtbar sind.
[0050] Die Karte 100 weist eine Oberseite 101 und eine Unterseite 102 auf. Auf der Oberseite
befinden sich ein Gesichtsbild 110 des Inhabers der Karte sowie vier Datenfelder,
nämlich ein erstes Datenfeld 120, ein zweites Datenfeld 130 mit Karten- und Inhaberdaten
in Klarschrift sowie ein drittes Datenfeld 125 und ein viertes Datenfeld 135 mit den
Karten- und Inhaberdaten in Blindenschrift, beispielsweise Braille-Schrift. Das dritte
Datenfeld gibt die Daten des ersten Datenfeldes in der Blindenschrift an, und das
vierte Datenfeld gibt die Daten des zweiten Datenfeldes ebenfalls in der Blindenschrift
an. Die Daten im ersten und im zweiten Datenfeld sind durch Druckschichten hergestellt,
die auf einer äußeren Lage des Dokuments, aber unmittelbar unter der außenliegenden
Schutzlackschicht 150, liegen. Die Blindenschrift ist mit dem erfindungsgemäßen Verfahren
gebildet.
[0051] Der Ablauf des erfindungsgemäßen Verfahrens ist schematisch in Fig. 3 wiedergegeben:
Ausgehend von dem Substrat 100 und einer strukturbildenden Folie 200, beispielsweise
einer beispielsweise 150 µm dicken weißen opaken PC-Folie, die oberhalb der Oberfläche
101 des Substrats und im Wesentlichen parallel zu dieser angeordnet ist, wird ein
Stanzwerkzeug 300 oberhalb der Stelle auf der Substratoberfläche in Position gebracht,
auf der ein erhabener Rasterpunkt 400 (Fig. 3D), beispielsweise mit kreisrunder Fläche
auf der Substratoberfläche angeordnet und fixiert werden soll (Fig. 3A). Dieser Anfangszustand
entspricht Verfahrensschritt (a) des erfindungsgemäßen Verfahrens (Bereitstellen des
Substrats sowie eines strukturbildenden Materials in Form einer Folie).
[0052] Zur Übertragung eines Folienelements 210 der strukturbildenden Folie 200 auf die
Substratoberfläche 101 wird dann das Stanzwerkzeug 300 auf die strukturbildende Folie
abgesenkt, sodass es die Folie auf die Substratoberfläche herunterdrückt (Fig. 3B).
Durch Ausüben eines ausreichenden Pressdruckes P auf die Folie stanzt das Stanzwerkzeug
das Folienelement 210 aus der Folie aus, sodass die Folie (der Folienrest 230) wieder
in den beabstandeten Zustand überführt wird (Fig. 3C). Dieser Vorgang entspricht Verfahrensschritt
(b) des erfindungsgemäßen Verfahrens (mechanisches Trennen des Folienelements von
Folienteilbereichen, die dem mindestens einen Folienelement nicht entsprechen).
[0053] Das Folienelement 210 befindet sich zwischen der Stirnfläche 310 des Stanzwerkzeuges
und der Substratoberfläche 101. Durch verstärktes Ausüben des Pressdruckes P auf das
Folienelement 210 sowie durch Wärmeerzeugung W durch das Werkzeug (Fig. 4) und/oder
erfindungsgemäßes Applizieren eines Löse- oder Quellmittels M durch das Folienelement
hindurch (Fig. 5, 6) wird das Folienelement auf der Substratoberfläche fixiert, d.h.
dort unlösbar verbunden. Dieser Vorgang entspricht Verfahrensschritt (c) des erfindungsgemäßen
Verfahrens (unlösbares Verbinden des Folienelements mit der Oberfläche des Substrats
100 in einem Adhäsionsbereich 160 des Substrats). Diese Verbindung findet durch unmittelbaren
Kontakt zwischen dem Material des Folienelements und der Substratoberfläche statt,
ohne dass sich dazwischen ein Haftvermittler befindet. Schließlich wird das Werkzeug
von dem fixierten Folienelement wieder abgehoben und in die Ausgangsstellung befördert
(Fig. 3D).
[0054] Zum unlösbaren Fixieren des Folienelements 210 auf der Substratoberfläche 101 kann
demnach zusätzlich zur Anwendung des mechanischen Pressdruckes P Wärme W auf das Folienelement
übertragen werden (Fig. 4). Hierzu kann das Werkzeug dazu ausgebildet sein, die hierfür
erforderliche Wärme zu erzeugen, beispielsweise über eine Widerstandsheizung oder
mittels eines Ultraschallgenerators (eines piezoelektrischen Kristalls) (nicht dargestellt),
und auf das Folienelement zu übertragen. Wenn die strukturbildende Folie 200 und damit
das Folienelement aus einem thermoplastischen Material besteht, beispielsweise aus
PC oder PET, wird dieses durch die bei der Wärmeübertragung erzeugte Temperaturerhöhung
zumindest teilweise geschmolzen und verbindet sich auf diese Art und Weise fest mit
der Substratoberfläche. Dieser Vorgang kann noch dadurch unterstützt werden, dass
das Substrat 100 an der Oberfläche ebenfalls ein thermoplastisches Material enthält,
das unter den angewendeten Bedingungen zumindest teilweise schmilzt.
[0055] In erfindungsgemäßer Weise wird anstelle von Wärme W ein Löse- oder Quellmittel M
appliziert. Die strukturbildende Folie 200 ist in diesem Falle mit hindurchgehenden
Kavitäten 220 versehen, die beispielsweise mit einem Laserablationsverfahren in die
strukturbildende Folie eingebracht worden sind. Dadurch kann ein von oben appliziertes
Löse- oder Quellmittel durch das Folienelement 210 hindurchdringen, sodass es bis
zur Unterseite 215 des Folienelements gelangt, d.h. bis zur Kontaktfläche zwischen
dem Folienelement und der Substratoberfläche 101 (Fig. 5). Nachdem das Folienelement
mittels des Stanzwerkzeuges 300 ausgestanzt worden ist, wird das Löse- oder Quellmittel
aus dem Werkzeug in das Folienelement injiziert, beispielsweise durch entsprechende
Düsenöffnungen 320 in der Stanzfläche 310. Das Löse- oder Quellmittel dringt durch
die Kavitäten zur Unterseite 215 des Folienelements und verbindet dieses dort mit
dem Substrat 100, während das Folienelement auf die Substratoberfläche fest aufgedrückt
wird. Wenn das Folienelement sowie das Substrat aus PC bestehen oder dieses enthalten,
kann das Löse- oder Quellmittel beispielsweise Methylacetat sein.
[0056] Anstelle von separat eingebrachten Kavitäten 220 können auch auf andere Weise erzeugte
durchgehende Hohlräume, Öffnungen, Kanäle oder dergleichen vorgesehen sein, um das
Löse- oder Quellmittel M von der Oberseite zur Unterseite 215 des Folienelements 210
zu leiten. Ein derartiges Beispiel in Fig. 6 gezeigt. Das dort verwendete Folienelement
210 ist aus einer Vielzahl von Körnern gebildet, beispielsweise Granulat, die in einem
Backverfahren miteinander verbunden sind. An den Korngrenzen sind noch Hohlräume zurückgeblieben,
die den Durchgang des Löse- oder Quellmittels ermöglichen. Dieses Folienelement ist
porös.
[0057] In noch einer weiteren Ausführungsvariante kann die Folie auch als offenporiger Schaum
vorliegen. Die Herstellung derartiger Materialien ist bekannt.
[0058] Damit das Folienelement 210 vom Folienrest 230 problemlos und insbesondere mit guter
Kantenschärfe abgetrennt werden kann, kann die strukturbildende Folie ferner pixeliert,
d.h. mit Dünnbereichen versehen, sein.
[0059] Eine strukturbildende Folie 200 gemäß einer ersten Ausführungsvariante dieser Weiterbildung
der vorliegenden Erfindung ist in Fig. 7A im Ausschnitt dargestellt. Die Folie weist
eine Trägerlage 240 sowie erhabene Bereiche (Rasterzellen) 250 auf, die durch Dünnbereiche
260 voneinander getrennt sind. Zwischen der Trägerlage und den erhabenen Bereichen
befindet sich ferner eine Trennlage 295. Die Trägerlage kann beispielsweise eine PET-Folie
und die Trennlage eine Siliconschicht sein. Die erhabenen Bereiche können beispielsweise
aus PC gebildet sein. Eine oder mehrere Rasterzellen bilden schließlich das auf das
Substrat 100 zu übertragende Folienelement 210. Die Trägerlage und die Trennlage können
in Form eines Bandes ausgebildet sein. Alternativ kann die strukturbildenden Folie
auch ohne Trennlage ausgebildet sein, sodass zusammen mit den erhabenen Bereichen
auch diese tragenden Bereiche der Trägerlage ausgestanzt und auf die Substratoberfläche
übertragen werden.
[0060] Damit das Folienelement 210 möglichst präzise in der gewünschten Musterstruktur auf
das Substrat 100 übertragen wird, sind die Dünnbereiche 260 vorgesehen. Die Dünnbereiche
definieren die zwischen ihnen liegenden Rasterzellen 250. Im vorliegenden Falle bilden
die Dünnbereiche auf der Folie 200 eine wabenförmige Struktur schmaler Gräben 260
mit den dazwischen angeordneten Rasterzellen 250 (pixelierte Folie). Die Dünnbereiche
durchdringen das Folienelement vollständig, greifen aber nicht in die Trägerlage und
gegebenenfalls die Trennlage hinein (Fig. 7A). Die Dünnbereiche sind in der Folie
in einer regelmäßigen Anordnung gebildet, nämlich in einer zweidimensionalen gerasterten
Anordnung. Ein mögliches Beispiel für eine derartige pixelierte Folie ist in Fig.
8 gezeigt. In diesem Beispiel sind der Abstand benachbarter Dünnbereiche und die Größe
der Rasterzellen konstant. Zur Herstellung der erhabenen Bereiche und Dünnbereiche
auf der Träger- und der Trennlage kann das strukturbildende Material beispielsweise
in einem Prägevorgang strukturiert werden. Alternativ dazu kann das strukturbildende
Material in den Dünnbereichen partiell abgetragen werden, beispielsweise mit einem
Polymerätzverfahren. Beispielsweise kann Polyimid mit einer alkalischen Lösung abgetragen
werden. Hierzu wird eine Ätzmaske verwendet, die verhindert, dass Polymermaterial
auch in den nicht abzutragenden Bereichen entfernt wird. Die Ätzmasken werden nach
dem Erzeugen der Dünnbereiche wieder entfernt.
[0061] Die erhabenen Bereiche 250 der in Fig. 7A gezeigten Folie 200 werden dann wie in
Fig. 3 dargestellt mit dem Substrat 100 in Kontakt gebracht. Die Trägerlage 240 weist
nach oben zum Werkzeug 300, und die erhabenen Bereiche sind zur Substratoberfläche
101 hin ausgerichtet. Nach dem Abtrennen eines erhabenen Bereiches vom Folienrest
230 und Fixieren dieses Bereiches auf der Oberfläche 101 des Substrats 100 ergibt
sich dort ein Pixel oder Rasterpunkt 400 (Fig. 7B). Nach dem Aufbringen eines weiteren
Pixels wird ein Substrat mit zwei Pixeln 400, 400' erhalten (Fig. 7C). Alternativ
dazu können zur Bildung eines Folienelements 210 natürlich auch mehrere erhabene Bereiche
gleichzeitig auf die Substratoberfläche aufgebracht werden, die zusammen ein Folienelement
bilden.
[0062] Die Anwendung einer pixelierten Folie hat den zusätzlichen Vorteil für das erfindungsgemäße
Verfahren, bei dem zusätzlich zum Pressdruck durch das Werkzeug ein Löse- oder Quellmittel
zum unlösbaren Verbinden des Folienelements auf der Substratoberfläche zugeführt wird,
dass das Löse- oder Quellmittel ohne weiteres durch die Dünnbereiche in der Folienschicht
hindurchdringen kann. Damit das Löse- oder Quellmittel zu dieser Schicht vordringen
kann, sind allerdings auch die Trägerlage 240 und die Trennlage 295 mit Kavitäten
zu versehen.
[0063] Somit haften lediglich die Teile der strukturbildenden Folie 200 auf der Substratoberfläche
101, die sich in dem Adhäsionsbereich 160 befinden und die dem zu bildenden Muster
entsprechen.
[0064] In einer weiteren Ausführungsvariante dieser Weiterbildung der vorliegenden Erfindung
wird eine strukturbildende Folie 200 gebildet, die verdickte Bereiche 250 einer Polymerfolie,
beispielsweise einer PC-Folie, und dazwischen liegende dünnere Bereiche 260 in einem
bestimmten Raster aufweist (Fig. 9). Das Material der verdickten Bereiche kann im
Wesentlichen dasselbe sein wie das Material der Polymerfolie. Hierzu kann das Material
für die verdickten Bereiche beispielsweise in Form eines Lackes auf die Polymerfolie
aufgedruckt werden, beispielsweise mit einem Siebdruckverfahren. Die erhabenen Bereiche
dienen dazu, auf einem Wert- und/oder Sicherheitsdokument Erhebungen 400 für Braille-Schrift
zu bilden. Dazu entspricht der Rasterabstand der Erhebungen dem für Brailleschrift
üblichen Abstand der Punkte in dem Punktmuster der Blindenschrift. Für eine wiederholte
Auftragung von Punktmustern auf Dokumente kann ein derartige Erhebungen aufweisendes
Band hergestellt werden (Fig. 9A).
[0065] Das Band wird mit den Erhebungen auf die Oberfläche 101 des Substrats 100 aufgedrückt
und mittels Wärme und/oder unter Zuführung eines Löse- oder Quellmittels oder auf
noch andere Art und Weise mit dem Substrat unlösbar verbunden. Ein Folienelement 210
entspricht in diesem Falle genau einer Erhebung. Diese befindet sich in einem Adhäsionsbereich
160 auf der Substratoberfläche. Das Material der strukturbildenden Folie zwischen
den Erhebungen, d.h. in den Dünnbereichen, reißt relativ leicht, da die Polymerfolie
selbst verhältnismäßig dünn sein kann. Daher werden die Folienelemente in der gesamte
Foliendicke einschließlich der Erhebungen auf die Substratoberfläche übertragen. Da
sich mit der Folie relativ dicke Punkterhebungen 400 auf der Substratoberfläche bilden
lassen, ist auf diese Weise ein taktiles Element, insbesondere eine Information in
Form von Braille-Schrift, auf der Substratoberfläche erzeugbar.
[0066] In Fig. 10 ist ein Verfahren zum Erzeugen von Kavitäten 220 zwischen Polymerteilchen
270 in einer strukturbildenden Folie 200 schematisch dargestellt:
Eine Suspension 280 von Polymerteilchen 270, beispielsweise PC-Teilchen, wird auf
einen umlaufenden Folienträger 500, beispielsweise auf eine Metallfolie, aufgegossen.
Anschließend werden alle Flüssigkeitsanteile 290 der Suspension verdampft, sodass
sich die zurückbleibenden Polymerteilchen miteinander verbinden und sich die mit durchgehenden
Kavitäten 220 zwischen den Polymerteilchen versehene strukturbildende Folie 200 ausbildet.
Anschließend kann die strukturbildende Folie von dem Folienträger abgehoben werden,
sodass eine durchgehende Kavitäten aufweisende Polymerfolie gebildet wird. Die Polymerteilchen
können in der Suspension teilweise angelöst sein, um beim Verdunsten der flüssigen
Bestandteile ein Anhaften der Polymerteilchen aneinander zu verbessern. Außerdem können
die Polymerteilchen an der Oberfläche reaktive Gruppen aufweisen, um eine nachträgliche
Vernetzung zu bewirken, sodass der Schichtbereich einen festen inneren Zusammenhalt
hat.
Liste der Bezugszeichen:
[0067]
- 100
- Substrat, Identitätskarte
- 101
- obere Substratoberfläche, obere Kartenoberfläche, Oberseite
- 102
- untere Substratoberfläche, untere Kartenoberfläche, Unterseite
- 110
- Gesichtsbild
- 120
- erstes Datenfeld
- 125
- drittes Datenfeld
- 130
- zweites Datenfeld
- 135
- viertes Datenfeld
- 140
- innenliegende Polymerlagen
- 150
- äußere Schutzschicht, Schutzlackschicht
- 160
- Adhäsionsbereich auf dem Substrat
- 200
- (strukturbildende) Folie
- 210
- Folienelement
- 215
- Unterseite des Folienelements, Kontaktseite der Folie
- 220
- Kavitäten
- 230
- Folienrest, nicht dem Folienelement entsprechende Folienteilbereiche
- 240
- Trägerlage
- 250
- Rasterzellen
- 260
- Dünnbereiche
- 270
- Polymerteilchen
- 280
- Suspension von Polymerteilchen
- 290
- Flüssigkeitsbestandteile
- 295
- Trennlage
- 300
- (Stanz)Werkzeug
- 310
- Stirnfläche des Stanzwerkzeuges
- 320
- Düsenöffnung
- 400
- Rasterpunkt, Pixel, dreidimensionale Struktur
- 400'
- Rasterpunkt, Pixel, dreidimensionale Struktur
- 500
- Folienträger, Metallfolie
- M
- Löse- oder Quellmittel
- P
- Pressdruck
- W
- Wärmeerzeugung
1. Verfahren zum Bilden mindestens einer dreidimensionalen Struktur (400, 400') auf mindestens
einer Oberfläche (101) eines Substrats (100), umfassend folgende Verfahrensschritte:
a. Bereitstellen des Substrats (100) sowie eines strukturbildenden Materials in Form
einer Folie (200),
b. Mechanisches Trennen mindestens eines Folienelements (210) von Folienteilbereichen
(230), die dem mindestens einen Folienelement (210) nicht entsprechen, und
c. Unlösbares Verbinden des mindestens einen Folienelements (210) mit der mindestens
einen Oberfläche (101) des Substrats (100) in jeweils einem Adhäsionsbereich (160)
des Substrats (100),
sodass das mindestens eine Folienelement (210) auf der mindestens einen Oberfläche
(101) des Substrats (100) die mindestens eine dreidimensionale Struktur (400, 400')
ausbildet,
dadurch gekennzeichnet, dass das mindestens eine Folienelement (210) in Verfahrensschritt (c) durch lokales Applizieren
eines Löse- oder Quellmittels (M) für das strukturbildende Material der Folie (200)
und/oder für das Material des Substrats (100) in dem mindestens einen Adhäsionsbereich
(160) mit der mindestens einen Oberfläche (101) des Substrats (100) unlösbar verbunden
wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das mindestens eine Folienelement (210) beim unlösbaren Verbinden mit der mindestens
einen Oberfläche (101) des Substrats (100) in direkten Kontakt mit der mindestens
einen Oberfläche (101) des Substrats (100) kommt.
3. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das mindestens eine Folienelement (210) durch lokales Andrücken in dem mindestens
einen Adhäsionsbereich (160) an die mindestens eine Oberfläche (101) des Substrats
(100) und Erwärmen unlösbar verbunden wird.
4. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das strukturbildende Material der Folie (200) diese durchdringende Kavitäten (220)
aufweist, sodass auf einer einer Kontaktseite (215) der Folie (200) mit der mindestens
einen Oberfläche (101) des Substrats (100) gegenüberliegenden Seite der Folie (200)
appliziertes Löse- oder Quellmittel (M) durch die Folie (200) hindurchtreten und zur
Kontaktseite (215) der Folie (200) gelangen kann.
5. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das strukturbildende Material der Folie (200) entsprechend einer Matrix auf der mindestens
einen Oberfläche (101) des Substrats (100) punktweise unlösbar verbunden wird.
6. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Folie (200) eine Dicke von 50 bis 150 µm hat.
7. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das strukturbildende Material der Folie (200) regelmäßig angeordnete Dünnbereiche
(260) aufweist, sodass das mindestens eine Folienelement (210) entlang das Folienelement
(210) umfassenden Dünnbereichen (260) von Folienteilbereichen (230), die nicht dem
mindestens einen Folienelement (210) entsprechen, mechanisch getrennt wird.
8. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das strukturbildende Material Polycarbonat ist oder dieses zumindest enthält.
9. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Substrat (100) aus Polycarbonat gebildet ist oder dieses zumindest enthält.
10. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die dreidimensionalen Strukturen (400, 400') eine Information codieren.
11. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die dreidimensionalen Strukturen (400, 400') Elemente einer Blindenschrift bilden.
12. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Substrat (100) ein Wert- oder Sicherheitsprodukt oder ein Vorprodukt eines Wert-
oder Sicherheitsproduktes ist.
1. Method for forming at least one three-dimensional structure (400,400') on at least
one surface (101) of a substrate (100), comprising the following steps:
a. provision of a substrate (100) and of a structure-forming material in the form
of a film (200),
b. mechanical separation of at least one film element (210) from film part regions
(230) which do not correspond to the at least one film element (210), and
c. non-releasable connection of the at least one film element (210) to the at least
one surface (101) of the substrate (100) in each case in one adhesion region (160)
of the substrate (100),
with the result that the at least one film element (210) forms the at least one three-dimensional
structure (400, 400') on the at least one surface (101) of the substrate (100),
characterised in that, in the method step (c), the at least one film element (210), by local application
of a solvent or swelling agent (M) for the structure-forming material of the film
(200) and/or for the material of the substrate (100), is non-releasably connected
in the at least one adhesion region (160) to the at least one surface (101) of the
substrate (100).
2. Method according to claim 1, characterised in that the at least one film element (210), with the non-releasable connection with the
at least one surface (101) of the substrate (100), comes in direct contact with the
at least one surface (101) of the substrate (100).
3. Method according to any one of the preceding claims, characterised in that the at least one film element (210), by local application of pressure in the at least
one adhesion region (160) and heating, is non-releasably connected to the at least
one surface (101) of the substrate (100).
4. Method according to any one of the preceding claims, characterised in that the structure-forming material of the film (200) comprises cavities (220) which penetrate
it, such that solvent or swelling agent (M) applied on a side of the film (200) opposite
a contact side (215) of the film (200) with the at least one surface (101) of the
substrate (100), will penetrate through the film (200) and can reach the contact side
(215) of the film (200).
5. Method according to any one of the preceding claims, characterised in that the structure-forming material of the film (200) is non-releasably connected point
by point, in accordance with a matrix, on the at least one surface (101) of the substrate
(100).
6. Method according to any one of the preceding claims, characterised in that the film (200) has a thickness from 50 to 150 µm.
7. Method according to any one of the preceding claims, characterised in that the structure-forming material of the film (200) exhibits regularly arranged thin
regions (260), such that the at least film element (210) is mechanically separated
along thin regions (260) arranged on the film element (210) from film part regions
(230) which do not correspond to the at least one film element (210).
8. Method according to any one of the preceding claims, characterised in that the structure-forming material is or at least contains polycarbonate.
9. Method according to any one of the preceding claims, characterised in that the substrate (100) is formed from polycarbonate or at least contains this.
10. Method according to any one of the preceding claims, characterised in that the three-dimensional structures (400, 400') encode an item of information.
11. Method according to any one of the preceding claims, characterised in that the three-dimensional structures (400, 400') form elements of a script for the blind.
12. Method according to any one of the preceding claims, characterised in that the substrate (100) is a value product or security product, or a preliminary product
of a value product or a security product.