[0001] Die Erfindung betrifft ein Kraftfahrzeugtürschloss gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs
1.
[0002] Durch Fliehkräfte bzw. entsprechende Massensperren beaufschlagte Kraftfahrzeugschließsysteme
bzw. Kraftfahrzeugtürschlösser sind in vielfältiger Art und Weise bekannt. Im Kern
geht es darum, bei starken Beschleunigungen, wie sie beispielsweise im Crashfall auftreten,
eine unbeabsichtigte Öffnung der mit dem fraglichen Kraftfahrzeugtürschloss ausgerüsteten
Kraftfahrzeugtür zu verhindern. Nur so kann sichergestellt werden, dass die im Kraftfahrzeug
befindlichen Insassen maximal geschützt werden und beispielsweise Sicherheitseinrichtungen
wie Seitenairbags etc. in der Kraftfahrzeugtür ihre Wirkung zielgenau entfalten.
[0003] Man unterscheidet in der Praxis sogenannte aktive und passive Systeme. Aktive Systeme
zeichnen sich dadurch aus, dass sowohl bei starker als auch bei geringer Beschleunigung
der Schlosskinematik respektive des Kraftfahrzeugtürschlosses und insbesondere des
Betätigungshebelwerkes eine Bewegung erfolgt, um eine gesicherte Funktionsfähigkeit
über die gesamte Lebensdauer zu erzielen. Dagegen reagieren passive Systeme nur bei
ungewöhnlich starker Beschleunigung, das heißt im Crashfall.
[0005] Sämtliche bisher bekannten Fliehkraft- bzw. Massensperren zur Verhinderung einer
ungewollten Türöffnung im Crashfall erfordern zusätzliche Bauteile, die das Gewicht
der Kraftfahrzeugtür und die Kosten erhöhen. So ist beispielsweise im Rahmen der
EP 2 133 496 A2 der zugehörige Türaußengriff mit einem als Massensperre dienenden schwenkbaren Sperrglied
ausgerüstet. Eine korrespondierende Handhabe lässt sich nur in einer Freigabelage
der Massensperre bzw. des schwenkbaren Sperrgliedes betätigen. Im Crashfall wird die
Handhabe dagegen blockiert. Durch das notwendige und relativ komplex aufgebaute Sperrglied
wird nicht nur die Masse des bekannten Türaußengriffes signifikant erhöht, sondern
sind auch nicht unerhebliche Kosten hiermit verbunden.
[0006] Zwar arbeitet auch das nach der
DE 10 2010 049 393 A1 bekannte Kraftfahrzeugtürschloss mit einem zusätzlichen Sperrelement. Dieses greift
jedoch direkt am Gesperre an und kann folglich kompakt und klein aufgebaut werden.
Außerdem wird das Betätigungshebelwerk nicht angetastet, so dass dessen Funktionssicherheit
keine Beeinträchtigung erfährt. Dafür wird jedoch mit einem besonders massiv gearbeiteten
Sperrelement gearbeitet, was insgesamt das Gewicht des bekannten Kraftfahrzeugtürschlosses
erhöht.
[0007] Es kommt also insgesamt darauf an, nicht nur die Funktionssicherheit des Sperrelementes
über die gesamte Lebensdauer des Kraftfahrzeugtürschlosses zu erhalten, sondern werden
im bisherigen Stand der Technik letztlich keine überzeugenden Lösungen zur Verfügung
gestellt, die die an sich widerstreitenden Anforderungen der sicheren Funktionalität
in Verbindung mit geringem Gewicht und reduzierten Kosten vereinbaren. Hinzu kommt,
dass teilweise gesetzliche Anforderungen vorschreiben, dass der Crashfall insbesondere
bei entriegeltem Kraftfahrzeugtürschloss beherrscht werden muss. Hier setzt die Erfindung
ein.
[0008] Vor diesem Hintergrund schlägt die Erfindung den Gegenstand des unabhängigen Anspruchs
vor. Vorteilhafte Ausführungsformen der Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen
beschrieben.
[0009] Die Erfindung ermöglicht ein Kraftfahrzeugtürschloss, bei dem bei einwandfreier Funktionalität
Kosten und Gewicht gegenüber bisherigen Ausgestaltungen reduziert sind.
[0010] Die Erfindung schlägt ein Kraftfahrzeugtürschloss vor, mit einem Gesperre, einem
auf das Gesperre arbeitenden Betätigungshebelwerk, einem Sperrelement, welches das
Betätigungshebelwerk bei auftretenden Beschleunigungskräften vorgegebener Größe, beispielsweise
bei einem Unfall, unwirksam setzt, und mit einem Kupplungshebel (13), wobei das Sperrelement
als von einer Verriegelungseinheit beaufschlagbarer Übertragungshebel zwischen dem
Betätigungshebelwerk und dem Gesperre ausgebildet ist; wobei die Verriegelungseinheit
eine motorisch verschwenkbare Abtriebsscheibe umfasst, wobei die Verriegelungseinheit
mittels des Kupplungshebels auf den Übertragungshebel arbeitet; wobei der Kupplungshebel
an die Abtriebsscheibe gelenkig angeschlossen ist, wobei der Kupplungshebel linear
beweglich ist.
[0011] Im Regelfall befindet sich der Übertragungshebel in seiner Position "verriegelt".
Aus diesem Grund ist die Auslegung vorzugsweise so getroffen, dass die Verriegelungseinheit
den Übertragungshebel motorisch in der Position "verriegelt" blockiert. Hierzu dient
der Kupplungshebel.
[0012] Das heißt, die Funktionsstellung "verriegelt" des erfindungsgemäßen Kraftfahrzeugtürschlosses
wird typischerweise so umgesetzt und realisiert, dass der ohnehin meistens in seiner
Position "verriegelt" befindliche Übertragungshebel mit Hilfe der Verriegelungseinheit
in dieser Position "verriegelt" motorisch blockiert wird. Etwaige Bewegungen des Übertragungshebels
zur Öffnung des Gesperres sind in dieser Stellung "verriegelt" folglich nicht möglich.
[0013] Demgegenüber korrespondiert die Position "entriegelt" der Verriegelungseinheit und
folglich des erfindungsgemäßen Kraftfahrzeugtürschlosses im Ganzen dazu, dass die
Verriegelungseinheit dem Übertragungshebel in der betreffenden Position "entriegelt"
einen Freilauf ermöglicht. Das heißt, zur Realisierung der Funktionsstellung "entriegelt"
wird die Verriegelungseinheit bzw. der von der Verriegelungseinheit beaufschlagte
Kupplungshebel motorisch so verfahren, dass der Übertragungshebel gegenüber dem Kupplungshebel
einen Freilauf ausführen kann. Demgegenüber sorgt der fragliche Kupplungshebel in
der Position "verriegelt" dafür, dass der Übertragungshebel blockiert wird.
[0014] Wie bereits erläutert, nimmt der Übertragungshebel als Grundstellung bzw. Ruhestellung
die Position "verriegelt" an. Das hat zur Folge, dass eine sogenannte Normalbetätigung
den Übertragungshebel zunächst mit Hilfe des Betätigungshebelwerkes in seine Stellung
"entriegelt" überführt. Hierbei wird der Übertragungshebel mit dem Betätigungshebelwerk
gekuppelt. Die weitere Bewegung des Betätigungshebelwerkes bei dieser Normalbetätigung
eröffnet nun die Möglichkeit, dass die Sperrklinke als Bestandteil des Gesperres mittelbar
oder unmittelbar mit Hilfe des Übertragungshebels von der Drehfalle abgehoben wird.
Das heißt, der Übertragungshebel sorgt bei der Normalbetätigung für eine Gesperreöffnung.
Hierzu korrespondiert eine turnusgemäße Bewegung des Sperrelementes bzw. erfindungsgemäß
des Übertragungshebels, so dass Festbackungen, Korrosionen etc. nicht zu befürchten
sind. Vielmehr wird die dauerhafte Funktionssicherheit des Übertragungshebels gewährleistet.
[0015] Hierzu trägt ergänzend auch der Umstand bei, dass der Übertragungshebel mit Hilfe
der Verriegelungseinheit beispielsweise von seiner Position "entriegelt" in die Stellung
"verriegelt" überführt werden kann. Dazu arbeitet die Verriegelungseinheit motorisch
auf den Kupplungshebel, welcher den Übertragungshebel verschwenkt. Auch hierdurch
wird eine regelmäßige Betätigung des Sperrelementes bzw. erfindungsgemäß des Übertragungshebels
sichergestellt. Bei der Verriegelungseinheit kann es sich grundsätzlich um eine Zentralverriegelungseinheit
handeln.
[0016] Im Crashfall vollführt das Betätigungshebelwerk demgegenüber einen Leerlauf gegenüber
dem Übertragungshebel. Das heißt, im Crashfall verbleibt der Übertragungshebel in
seiner Funktionsstellung "verriegelt". Es kommt also nicht dazu, dass das Betätigungshebelwerk
und der Übertragungshebel durch die zwischen ihnen befindliche Kupplung mechanisch
miteinander verbunden werden. Vielmehr behält der Übertragungshebel im Crashfall seine
Position bei, wohingegen das Betätigungshebelwerk demgegenüber verschwenkt. Als Folge
hiervon kann der Übertragungshebel das Gesperre auch nicht mittelbar oder unmittelbar
öffnen und entfaltet folglich die gewünschte Sperrwirkung.
[0017] Wie bereits erläutert, überführt demgegenüber das Betätigungshebelwerk bei einer
Normalbetätigung - im Gegensatz zum Crashfall - den Übertragungshebel in die Position
"entriegelt" zur Öffnung des Gesperres. Zugleich kommt es bei dieser Normalbetätigung
dazu, dass das Betätigungshebelwerk mit dem Übertragungshebel gekuppelt wird bzw.
der Übertragungshebel gegenüber dem Betätigungshebelwerk einkuppelt. Dadurch kann
das Betätigungshebelwerk mechanisch auf den Übertragungshebel arbeiten und letztendlich
bei seiner weiteren Betätigung dafür sorgen, dass mit Hilfe des verschwenkten Übertragungshebels
das Gesperre mittelbar oder unmittelbar geöffnet wird.
[0018] Zu diesem Zweck sind das Betätigungshebelwerk und der Übertragungshebel gelenkig
miteinander verbunden. Die an dieser Stelle realisierte Kupplung wird dabei durch
die gelenkige Verbindung einerseits und eine das Betätigungshebelwerk und den Übertragungshebel
miteinander verbindende Feder andererseits sichergestellt. Bei der Feder mag es sich
um eine Schenkelfeder handeln, die an einen die gelenkige Verbindung definierenden
(Gelenk-)Bolzen angeschlossen ist. Außerdem ist meistens noch ein Anschlag für den
Übertragungshebel vorgesehen. Dieser Anschlag mag in einem Schlosskasten oder einem
Schlossgehäuse ortsfest gelagert sein.
[0019] Durch das Wechselspiel zwischen dem Anschlag und der Feder zur federnden mechanischen
Kopplung zwischen dem Betätigungshebelwerk und dem Übertragungshebel wird einerseits
sichergestellt, dass bei einer Normalbetätigung und folglich "langsamen" Beaufschlagung
des Betätigungshebelwerkes der Übertragungshebel dieser Bewegung folgen kann und dementsprechend
im Vergleich zum Betätigungshebelwerk eingekuppelt wird. Als Folge hiervon wird der
Übertragungshebel zunächst entriegelt und dann für die Öffnung des Gesperres eingesetzt.
[0020] Andererseits führt eine "schnelle" Beaufschlagung des Betätigungshebelwerkes (im
Crashfall) dazu, dass die Federkräfte zur Kopplung des Betätigungshebelwerkes mit
dem Übertragungshebel überwunden werden und folglich das Betätigungshebelwerk den
bereits beschriebenen Freilauf gegenüber dem in seiner Stellung "verriegelt" verbleibenden
Übertragungshebel vollführt. Das ist die gewünschte Funktionalität zur Darstellung
der Crashsicherheit und um eine ungewollte Öffnung des Gesperres zu verhindern.
[0021] Schließlich hat es sich als besonders günstig erwiesen, wenn ein Massenschwerpunkt
des als Sperrelement und folglich Massensperre fungierenden Übertragungshebels im
Bereich seiner Drehachse angeordnet ist. Hierbei geht die Erfindung zunächst von der
Erkenntnis aus, dass der Übertragungshebel grundsätzlich Schwenkbewegungen um die
fragliche Drehachse vollführen kann. Dabei sind im Rahmen der Erfindung nur bestimmte
Schwenkbewegungen in Verbindung mit dem ortsfesten Anschlag möglich, wie nachfolgend
mit Bezug zu der Figurenbeschreibung noch näher erläutert wird.
[0022] Da der Massenschwerpunkt des Übertragungshebels im Bereich der Drehachse angeordnet
ist, lässt sich einerseits der Übertragungshebel besonders einfach bzw. durch geringe
Kräfte verschwenken und sind andererseits massive Auslegungen des Übertragungshebels
entbehrlich. Denn solche massig aufgebauten Massensperren werden typischerweise (nur)
dort eingesetzt, wo eine Verschiebung des Schwerpunktes von der Drehachse weg bewusst
erforderlich ist. Da jedoch erfindungsgemäß der Massenschwerpunkt im Bereich der Drehachse
angeordnet ist, kann auf eine herkömmliche oder nahezu herkömmliche Auslegung des
Übertragungshebels zurückgegriffen werden, nämlich eine solche, bei welcher Massenschwerpunkt
und Drehachse in etwa in Deckung sind, wie dies bei den meisten mehrarmigen Schwenkhebeln
der Fall ist. Tatsächlich ist der Übertragungshebel als ein solcher mehrarmiger Schwenkhebel
ausgelegt.
[0023] Auf diese Weise verfügt das erfindungsgemäße Kraftfahrzeugtürschloss zunächst einmal
über ein im Vergleich zum Stand der Technik deutlich verringertes Gewicht. Denn das
Sperrelement bzw. die Massensperre ist vorliegend als Übertragungshebel ausgelegt,
der seinerseits in Gestalt eines mehrarmigen Hebels mit Massenschwerpunkt im Bereich
seiner Drehachse ausgeführt ist. Das heißt, zusätzlich angebrachte Massen, eine besonders
massive Auslegung etc. sind ausdrücklich nicht erforderlich.
[0024] Hinzu kommt, dass der erfindungsgemäße Übertragungshebel bei einer Normalbetätigung
ebenso wie im Zuge der Verriegelung jeweils um seine Drehachse verschwenkt wird, also
die Funktionssicherheit über die gesamte Lebensdauer des Kraftfahrzeugtürschlosses
sicher gewährleistet werden kann. Als weiterer Vorteil ist zu nennen, dass der Übertragungshebel
nur zur Öffnung des Gesperres bei einer Normalbetätigung mit dem Betätigungshebelwerk
mechanisch durch Einkuppeln verbunden wird. Das heißt, für einen Bediener ergeben
sich an dieser Stelle keine signifikant erhöhten Betätigungskräfte, wie sie im Stand
der Technik bei den ansonsten eingesetzten aktiven Massensperren durchweg beobachtet
werden. Zu dieser beschriebenen geringen Betätigungskraft trägt auch der Umstand bei,
dass erfindungsgemäß - wie beschrieben - auf eine massive Auslegung des Sperrelementes
bzw. Übertragungshebels verzichtet werden kann.
[0025] Als weiterer und besonderer Vorteil ist zu nennen, dass das Sperrelement bzw. der
Übertragungshebel gleichsam funktionell in das Kraftfahrzeugtürschloss integriert
ist, also kein separat anzufertigendes und zusätzliches Bauteil darstellt. Vielmehr
fungiert der Übertragungshebel vergleichbar einem Auslösehebel für das Gesperre. Mehr
noch, es ist sogar denkbar, dass der Übertragungshebel insgesamt drei Funktionen übernimmt,
nämlich die Funktion des Sperrelementes, die Funktion des Auslösehebels für das Gesperre
und schließlich die Funktion eines Verriegelungshebels.
[0026] Denn in der Stellung "verriegelt" führt eine Beaufschlagung des Betätigungshebelwerkes
sowohl in der Normalbetätigung als auch im Crashfall jeweils nicht dazu, dass das
Gesperre geöffnet wird bzw. der Übertragungshebel - in seiner Funktion als Auslösehebel
- die Sperrklinke von der Drehfalle abhebt. Das stellt jeweils die Verriegelungseinheit
sicher, welche den Übertragungshebel motorisch in der Position "verriegelt" blockiert.
Befindet sich dagegen die Verriegelungseinheit in der Stellung "entriegelt" und kann
folglich der Übertragungshebel einen Freilauf gegenüber dem Kupplungshebel vollführen,
so korrespondiert die Normalbetätigung dazu, dass der Übertragungshebel gegenüber
dem Betätigungshebelwerk eingekuppelt wird und - als Auslösehebel - bei einer weiteren
Betätigung des Betätigungshebelwerkes die Sperrklinke von der Drehfalle abhebt.
[0027] Das heißt, das Wirkprinzip der Massen- bzw. Fliehkraftsperre respektive das damit
verbundene Sperrelement wird gleichsam in das Kraftfahrzeugtürschloss und vorliegend
- wenn man so will - in eine dortige Verriegelungshebelkette oder ein Verriegelungshebelwerk
integriert. Denn der Übertragungshebel reflektiert letztendlich die Stellungen "entriegelt"
und "verriegelt" des erfindungsgemäßen Kraftfahrzeugtürschlosses im Ganzen.
[0028] Durch diese integrierte Lösung und die Übertragung der Massensperre auf das Verriegelungshebelwerk
wird letztendlich auf ein zusätzliches und extra anzufertigendes sowie zu montierendes
Sperrelement verzichtet. Dadurch werden erhebliche Kosten eingespart und lässt sich
auch- das Gewicht des erfindungsgemäßen Kraftfahrzeugtürschlosses gegenüber bisherigen
Ausführungsformen signifikant verringern. Darüber hinaus ist die Montage vereinfacht,
weil die Anzahl der Bauteile reduziert werden konnte, was einen nochmaligen Kostenvorteil
nach sich zieht. In Verbindung mit der unverändert gegebenen und sicheren Funktionsweise
auch über die gesamte Lebensdauer des Kraftfahrzeugtürschlosses gesehen werden insgesamt
besondere Vorteile erreicht.
[0029] Im Folgenden wird die Erfindung anhand einer lediglich ein Ausführungsbeispiel darstellenden
Zeichnung näher erläutert; es zeigen:
- Fig. 1
- das erfindungsgemäße Kraftfahrzeugtürschloss in einer detaillierten Übersicht,
- Fig. 2A bis 2C
- den Gegenstand nach Fig. 1 in der Stellung "entriegelt" sowie bei einer Normalbetätigung,
- Fig. 3A bis 3C
- den Gegenstand nach den Fig. 2A bis 2C im Crashfall und
- Fig. 4A bis 4C
- das Kraftfahrzeugtürschloss nach Fig. 1 in seiner Position "verriegelt" und einen
zugehörigen Funktionsablauf.
[0030] In den Figuren ist ein Kraftfahrzeugtürschloss dargestellt, welches auf die für die
Erfindung wesentlichen Bauteile reduziert ist. Man erkennt zunächst einmal ein Schlossgehäuse
1, bei dem es sich um einen Schlosskasten und/oder einen Schlossdeckel handeln kann
und welches zur Lagerung und Aufnahme der nachfolgend im Detail zu beschreibenden
einzelnen Elemente dient. Außerdem ist ein Gesperre 2, 3 realisiert, welches sich
in bekannter Art und Weise aus einer Drehfalle 2 und einer Sperrklinke 3 zusammensetzt.
Die Drehfalle 2 ist drehbar auf einem eine Drehachse 4 definierenden Bolzen im Schlossgehäuse
1 gelagert. Vergleichbares gilt für die Sperrklinke 3, welche drehbar von einem eine
weitere Drehachse 5 definierenden Bolzen im Schlossgehäuse 1 aufgenommen wird.
[0031] Auf das Gesperre 2, 3 arbeitet ein Betätigungshebelwerk 6a, 6b. Im Ausführungsbeispiel
setzt sich das Betätigungshebelwerk 6a, 6b aus zwei gelenkig miteinander verbundenen
Hebelabschnitten 6a, 6b eines Außenbetätigungshebels 6a, 6b zusammen. Die Hebelabschnitte
6a, 6b sind - wie gesagt - gelenkig miteinander über einen sie koppelnden Gelenkbolzen
7 miteinander verbunden. An den Gelenkbolzen 7 ist eine Feder 8 angeschlossen.
[0032] Bei der Feder 8 handelt es sich um eine Schenkelfeder 8, die die beiden Hebelabschnitte
6a, 6b derart miteinander verspannt oder federnd koppelt, dass mit Hilfe der Feder
8 eine Kraft im Uhrzeigersinn bezüglich des Gelenkbolzens 7 aufgebracht wird, wie
ein entsprechender Pfeil in der Fig. 1 andeutet. Die Kraft der Feder 8 sorgt also
letztendlich dafür, dass der Hebelabschnitt 6a auf den Hebelabschnitt 6b unter Verringerung
des zwischen ihnen aufgespannten Winkels zubewegt wird. Ein Anschlag 10 für die Ruhelage
des Betätigungshebelwerkes 6a, 6b sorgt in diesem Kontext dafür, dass die beiden Hebelabschnitte
6a, 6b in dieser Ruhelage wie ein durchgängiger Hebel bzw. Außenbetätigungshebel 6a,
6b wirken.
[0033] Zur Beaufschlagung des Betätigungshebelwerkes 6a, 6b bzw. des Außenbetätigungshebels
6a, 6b ist ein lediglich durch einen Pfeil angedeuteter Türaußengriff 9 vorgesehen.
Bei dem Betätigungshebelwerk 6a, 6b kann es sich grundsätzlich auch um ein Innenbetätigungshebelwerk
anstelle des im Ausführungsbeispiel dargestellten Außenbetätigungshebelwerkes handeln.
Dann ist der Außenbetätigungshebel 6a, 6b als Innenbetätigungshebel ausgelegt. Das
ist jedoch ebenso wenig und aus Gründen der Deutlichkeit gezeigt, wie die weitere
prinzipielle Vorgehensweise, nach welcher sowohl ein Innenbetätigungshebelwerk als
auch ein Außenbetätigungshebelwerk bei solchen Kraftfahrzeugtürschlössern allgemein
umgesetzt werden.
[0034] Zusätzlich zu diesem Betätigungshebelwerk 6a, 6b ist noch eine Verriegelungseinheit
11, 12 realisiert. Die Verriegelungseinheit 11, 12 setzt sich aus einem Elektromotor
11 und einer von dem Elektromotor 11 bzw. seiner Abtriebswelle verschwenkbaren Abtriebsscheibe
12 zusammen. Mit Hilfe des Elektromotors 11 kann die Abtriebsscheibe 12 in Rotationen
im Uhrzeigersinn und im Gegenuhrzeigersinn verschwenkt werden. Als Folge hiervon lässt
sich ein an die Abtriebsscheibe 12 gelenkig angeschlossener Kupplungshebel 13 linear
bewegen. Dabei werden im Kern zwei verschiedene Grundstellungen des Kupplungshebels
13 umgesetzt und definiert.
[0035] So gehört die Stellung des Kupplungshebels 13 in den Fig. 2A bis 2C und in den Fig.
3A bis 3C zur Funktionsstellung "entriegelt" der Verriegelungseinheit 11, 12. Dagegen
korrespondiert die Stellung des Kupplungshebels 13 in den Fig. 4A bis 4C und in der
Fig. 1 zur Funktionsstellung "verriegelt" der Verriegelungseinheit 11, 12. In der
Stellung "entriegelt" nach den Fig. 2A bis 2C und 3A bis 3C kann ein nachfolgend noch
näher zu beschreibender Übertragungshebel 14 einen Freilauf gegenüber dem Kupplungshebel
13 vollführen. Dagegen wird der betreffende Übertragungshebel 14 in der Position "verriegelt"
der Verriegelungseinheit 11, 12 nach den Darstellungen in den Fig.1 und 4A bis 4C
jeweils blockiert.
[0036] Bei dem zuvor bereits angesprochenen Übertragungshebel 14 handelt es sich im Rahmen
der Erfindung um ein Sperrelement 14, welches das Betätigungshebelwerk 6a, 6b bei
auftretenden Beschleunigungskräften F vorgegebener Größe, beispielsweise bei einem
Unfall (Crashfall) unwirksam setzt. Der Crashfall ist in den Fig. 3A bis 3C dargstellt.
Hier erkennt man, dass die fraglichen Beschleunigungskräfte F das Betätigungshebelwerk
6a, 6b zwar auslenken und von dem Anschlag 10 für die Ruhelage entfernen, dass solche
Auslenkungen des Betätigungshebelwerkes 6a, 6b jedoch zu einem Freilauf des Betätigungshebelwerkes
6a, 6b gegenüber dem in seiner Position verharrenden Übertragungshebel 14 korrespondieren,
der folglich weder mittelbar noch unmittelbar das Gesperre 2, 3 öffnen kann, wie nachfolgend
noch näher erläutert wird.
[0037] Wie zuvor bereits beschrieben, fungiert erfindungsgemäß der Übertragungshebel 14
als Sperrelement 14 bzw. Massensperre und verhindert bei den auftretenden Beschleunigungskräften
F vorgegebener Größe, dass das Kraftfahrzeugtürschloss respektive eine damit ausgerüstete
Kraftfahrzeugtür ungewollt geöffnet wird. Dazu ist das Sperrelement 14 nicht nur als
Übertragungshebel 14 ausgelegt, sondern lässt sich der Übertragungshebel 14 auch von
der Verriegelungseinheit 11, 12 beaufschlagen. Darüber hinaus ist der Übertragungshebel
14 zwischen dem Betätigungshebelwerk 6a, 6b und dem Gesperre 2, 3 angeordnet.
[0038] Im Ausführungsbeispiel fungiert der Übertragungshebel 14 nicht nur als Sperrelement
14 bzw. Massensperre, sondern übernimmt letztlich auch die Funktion eines Auslöseelementes
bzw. Auslösehebels, nämlich dergestalt, dass mit seiner Hilfe mittelbar oder unmittelbar
das Gesperre 2, 3 geöffnet werden kann. Dazu ist der Übertragungshebel 14 in seinem
entriegelten Zustand und bei einer sogenannten Normalbetätigung des Betätigungshebelwerkes
6a, 6b in der Funktionsabfolge nach den Fig. 2A bis 2C am Ende der Bewegung in der
Lage, die Sperrklinke 3 von der Drehfalle 2 abzuheben, wie dies in der Fig. 2C dargestellt
ist.
[0039] Darüber hinaus stellt der Übertragungshebel 14 gleichsam einen Bestandteil einer
Verriegelungshebelkette 11, 12, 13, 14 dar. Diese-Verriegelungshebelkette 11, 12,
13, 14 setzt sich aus der Verriegelungseinheit 11, 12, dem Kupplungshebel 13 und dem
besagten Übertragungshebel 14 zusammen. Folglich erklärt sich die einleitend bereits
beschriebene und praktisch dreifache Funktionalität des Übertragungshebels 14 als
Sperrelement 14 bzw. Massensperre, als Auslösehebel für das Gesperre 2, 3 und schließlich
als Bestandteil der Verriegelungshebelkette 11, 12, 13, 14 und somit als eine Art
Verriegelungshebel.
[0040] Tatsächlich nimmt der Übertragungshebel 14 als Grundstellung die Position "verriegelt"
ein. Diese Grundstellung ist in den Fig. 1, 2A, 3A bis 3C und schließlich 4A bis 4C
dargestellt. Demgegenüber korrespondiert die Funktionsstellung nach den Fig. 2B und
2C dazu, dass der Übertragungshebel 14 die Position "entriegelt" einnimmt respektive
einnehmen kann, weil bei der in den Fig. 2A bis 2C dargestellten Funktionsabfolge
der Kupplungshebel 13 einen Freilauf des Übertragungshebels 14 zulässt, wie nachfolgend
noch näher erläutert wird. Hier ist eine sogenannte Normalbetätigung dargestellt,
bei welcher das Betätigungshebelwerk 6A, 6B den Übertragungshebel 14 zunächst in die
Position "entriegelt" nach der Fig. 2B überführt und dann der gegenüber dem Betätigungshebelwerk
6A, 6B eingekuppelte Übertragungshebel 14 letztendlich für die Öffnung des Gesperres
2, 3 entsprechend der Darstellung nach der Fig. 2C sorgt.
[0041] Um dies insgesamt konstruktiv umsetzen zu können, sind das Betätigungshebelwerk 6A,
6B bzw. der Außenbetätigungshebel 6A, 6B und der Übertragungshebel 14 gelenkig miteinander
verbunden. Tatsächlich ist an dieser Stelle ein weiterer Gelenkbolzen 15 realisiert.
Außerdem eine Feder 16, die an dem Gelenkbolzen 15 angeordnet ist bzw. an den Gelenkbolzen
15 angeschlossen wird. Bei der Feder 16 handelt es sich um eine Schenkelfeder 16.
Mit Hilfe der Feder 16 werden der Außenbetätigungshebel 6a, 6b und der Übertragungshebel
14 derart mechanisch miteinander gekoppelt, dass die Feder 16 eine in der Fig. 1 angedeutete
Kraft im Gegenuhrzeigersinn bezüglich des Gelenkbolzens 15 erzeugt. In der Darstellung
nach Fig. 1 sorgt ein Anschlag 17 für den Übertragungshebel 14 dafür, dass der Übertragungshebel
14 seine dort gezeigte Ruhelage bzw. die Stellung "verriegelt" beibehält und nicht
durch die Kraft der Feder 16 in Richtung auf den Außenbetätigungshebel 6a, 6b im Gegenuhrzeigersinn
um den Gelenkbolzen 15 als Drehachse 15 verschwenkt wird.
[0042] Schließlich erkennt man anhand der Fig. 1 noch, dass sich der Übertragungshebel 14
um eine Drehachse 18 gegenüber dem Schlossgehäuse 1 verschwenken lässt. Der Übertragungshebel
14 ist vorliegend als dreiarmiger Hebel ausgelegt, wobei ein Anschlagarm 14a des Übertragungshebels
14 an dem Anschlag 15 in der Ruhelage gemäß Fig. 1 anliegt. Der Auslösearm 14b sorgt
demgegenüber im Rahmen der Funktionsstellung nach der Fig. 2C dafür, dass mit seiner
Hilfe die Sperrklinke 3 von der Drehfalle 2 abgehoben wird bzw. das Gesperre 2, 3
eine Öffnung bei einer Normalbetätigung erfährt. Neben dem Anschlagarm 14a und dem
Auslösearm 14b ist dann schließlich noch ein Dreharm 14c des Übertragungshebels 14
vorgesehen, welcher die Drehachse 18 definiert und auch den im Bereich der Drehachse
18 vorgesehenen Schwerpunkt des Übertragungshebels 14 aufweist.
[0043] Die Funktionsweise ist wie folgt. In den Fig. 2A bis 2C ist der Bewegungsablauf bei
einer Normalbetätigung dargestellt. Bei dieser Normalbetätigung wird der Außenbetätigungshebel
6a, 6b von einem Bediener derart (langsam) verschwenkt, dass der Bediener den Türaußengriff
9 beaufschlagt und dadurch den Außenbetätigungshebel 6a, 6b beim Übergang von der
Fig. 2A zur Fig. 2B um den Bolzen bzw. Gelenkbolzen 15 als Drehachse 15 im Gegenuhrzeigersinn
verschwenkt. Die Verriegelungseinheit 11, 12 bzw. die gesamte Verriegelungskette 11,
12, 13, 14 befindet sich bei dieser Normalbetätigung in ihrer Stellung "entriegelt",
so dass als Folge der Schwenkbewegung des Außenbetätigungshebels 6a, 6b der Übertragungshebel
14 in das Betätigungshebelwerk 6a, 6b einkuppelt.
[0044] Anders ausgedrückt, sorgt die vom Bediener oder Benutzer eingeleitete Schwenkbewegung
des Außenbetätigungshebels 6a, 6b im Gegenuhrzeigersinn um die Achse 15 dafür, dass
der Übertragungshebel 14 bei diesem Vorgang "mitgenommen" wird, weil der Außenbetätigungshebel
6a, 6b einerseits und der Übertragungshebel 14 andererseits durch die in Richtung
dieser Gegenuhrzeigersinnbewegung vorgespannte Feder 16 miteinander mechanisch verbunden
sind. Das heißt, der Übertragungshebel 14 wird bei diesem Vorgang gegenüber dem Betätigungshebelwerk
6a, 6b eingekuppelt.
[0045] Als Folge hiervon wird der Übertragungshebel 14 um seine Achse 18 ebenfalls im Gegenuhrzeigersinn
verschwenkt und verlässt seine Position "verriegelt" entsprechend der Fig. 2A und
geht demgegenüber in eine Stellung "entriegelt" entsprechend der Fig. 2B über. Eine
solche Bewegung wird zugelassen, weil sich die Verriegelungseinheit 11, 12 ebenfalls
in ihrer Stellung "entriegelt" befindet und der Kupplungshebel 13 einen entsprechenden
Freilauf des Übertragungshebels 14 gegenüber dem Kupplungshebel 13 bzw. einem dortigen
Bolzen 13a zulässt.
[0046] Die weitere Bewegung des Außenbetätigungshebels 6a, 6b im Gegenuhrzeigersinn und
die ebenfalls hierdurch initiierte Gegenuhrzeigersinnbewegung des Übertragungshebels
14 um die Achse 18 haben nun zur Folge, dass der Anschlagarm 14a des Übertragungshebels
14 an dem Anschlag 17 entlanggleitet und schlussendlich eine weitere Schwenkbewegung
des Außenbetätigungshebels 6a, 6b dazu führt, dass der Übertragungshebel 14 in der
Funktionsstellung nach der Fig. 2C infolge der Anlage am Anschlag 17 eine geringfügige
Schwenkbewegung im Uhrzeigersinn um die Achse 18 vollführt, welche dazu korrespondiert,
dass die Sperrklinke 3 von der Drehfalle 2 abgehoben wird. Das ist durch einen entsprechenden
Pfeil in der Fig. 2C dargestellt. Das heißt, am Ende der Funktionsabfolge nach den
Fig. 2A bis 2C im Zuge der Normalbetätigung und bei in Stellung "entriegelt" befindlicher
Verriegelungseinheit 11, 12 fungiert schlussendlich der Auslösearm 14b des Übertragungshebels
14 wie ein auf das Gesperre 2, 3 arbeitendes Auslöseelement respektive ein entsprechender
Auslösehebel.
[0047] In der Figurenabfolge nach den Fig. 3A bis 3C ist nun das Auftreten von Beschleunigungskräften
F vorgegebener Größe, also der Crashfall in der Stellung "entriegelt" der Verriegelungseinheit
11, 12 dargestellt. Das heißt, das Kupplungselement 13 hat im Vergleich zu dem Übertragungshebel
14 seine Position im Vergleich zu der Funktionsabfolge nach den Fig. 2A bis 2C beibehalten.
Dadurch kann prinzipiell der Übertragungshebel 14 erneut einen Freilauf im Vergleich
zu dem Kupplungshebel 13 vollführen, folglich seine in der Darstellung nach der Fig.
3A eingenommene Grundstellung "verriegelt" verlassen. Hierzu kommt es jedoch aus den
nachfolgend geschilderten Gründen nicht.
[0048] Denn die auftretenden Beschleunigungskräfte F vorgegebener Größe bei einem Crashfall
sorgen dafür, dass erneut - wie bei einer Normalbetätigung - der Außenbetätigungshebel
6a, 6b bzw. das Betätigungshebelwerk 6a, 6b eine Gegenuhrzeigersinnbewegung um die
Achse respektive in Bezug auf den Gelenkbolzen 15 vollführt. Bei diesem Vorgang ist
jedoch der Übertragungshebel 14 aufgrund seiner Massenträgheit nicht in der Lage,
der schnellen Bewegung des Betätigungshebelwerkes bzw. des Außenbetätigungshebels
6a, 6b zu folgen. Vielmehr verharrt der Übertragungshebel 14 aufgrund seiner Massenträgheit
in der Position "verriegelt" entsprechend·der Fig. 3A. Das heißt, bei der Auslenkung
des Außenbetätigungshebels 6a, 6b beim Übergang zu den Fig. 3B und 3C behält der Übertragungshebel
14 seine ursprünglich bereits eingenommene Position "verriegelt" entsprechend der
Fig. 3A bei.
[0049] Dadurch entfernt sich der Außenbetätigungshebel 6a, 6b zwar von seinem Anschlag 10
für die Ruhelage, ohne jedoch den Übertragungshebel 14 mitnehmen zu können. Folglich
ist auch der Auslösearm 14b des Übertragungshebels 14 nicht in der Lage, mit der Sperrklinke
3 in öffnendem Sinne wechselwirken zu können, wie dies bei der maximalen Auslenkung
des Betätigungshebelwerkes 6a, 6b entsprechend der Darstellung nach der Fig. 3C deutlich
wird. Das heißt, es kommt aufgrund der Massenträgheit des Sperrelementes bzw. Übertragungshebels
14 dazu, dass das Betätigungshebelwerk 6a, 6b bei den auftretenden Beschleunigungskräften
F vorgegebener Größe unwirksam gesetzt wird, vorliegend einen Freilauf gegenüber dem
fraglichen Sperrelement bzw. Übertragungshebel 14 vollführt.
[0050] In den Fig. 4A bis 4C ist schließlich das Szenario dargestellt, bei dem sich die
Verriegelungseinheit 11, 12 und folglich das Kraftfahrzeugtürschloss insgesamt in
der Position "verriegelt" befindet. In dieser Position wird der Übertragungshebel
14 mit Hilfe des Kupplungshebels 13 blockiert. Denn der Kupplungshebel 13 sorgt mit
seinem Bolzen 13a dafür, dass dieser Bolzen 13a den Auslösearm 14b des Übertragungshebels
14 festhält und dementsprechend der Übertragungshebel 14 in dieser Stellung "verriegelt"
keine Schwenkbewegungen im Gegenuhrzeigersinn vollführen kann, wie sie für die Entriegelung
und schließlich Öffnung des Gesperres 2, 3 entsprechend der Funktionsabfolge nach
den Fig. 2A bis 2C erforderlich wären.
[0051] Tatsächlich wird in der Stellung "verriegelt" der Übertragungshebel 14 mit Hilfe
einerseits des Anschlages 17 für die Ruhelage des Übertragungshebels 14 und andererseits
mit Hilfe des Bolzens 13a an dem Kupplungshebel 13 derart fixiert, dass der Übertragungshebel
14 nicht in die Position "entriegelt" durch eine Gegenuhrzeigersinnbewegung um seine
Achse 18 verschwenkt werden kann.
[0052] Als Folge hiervon führt eine Beaufschlagung des Betätigungshebelwerkes bzw. Außenbetätigungshebels
6a, 6b seitens eines Bedieners durch entsprechende Ziehbewegungen am Türaußengriff
9 erneut dazu, dass das Betätigungshebelwerk bzw. der Außenbetätigungshebel 6a, 6b
eine Leerbewegung gegenüber dem Übertragungshebel 14 vollführt. Selbst wenn der Außenbetätigungshebel
6a, 6b seinen maximalen Weg absolviert hat, wie dies bereits in der Fig. 3C im Crashfall
dargestellt ist und die Fig. 4C zeigt, führt eine dann erfolgende Uhrzeigersinndrehung
des Übertragungshebels 14 um seine Drehachse 18 nicht dazu, dass der Auslösearm 14b
des Übertragungshebels 14 in den Wirkbereich der Sperrklinke 3 gelangt oder gelangen
kann.
[0053] Das heißt, diese auch am Ende der Normalbetätigung in der Stellung "entriegelt" nach
der Fig. 2C beobachtete Uhrzeigersinnbewegung des Übertragungshebels 14 um die Drehachse
18 führt im Falle "verriegelt" nicht dazu, dass der Auslösearm 14b gegen die Sperrklinke
3 fährt. Denn der Kupplungshebel 13 bzw. dessen Bolzen 13a sorgt dafür, dass der Übertragungshebel
14 außerhalb des Wirkbereiches der Sperrklinke 3 gehalten wird und folglich die in
der Fig. 2C beim Öffnen des Gesperres 2, 3 erfolgende Beaufschlagung der Sperrklinke
3 durch den Auslösearm 14b des Übertragungshebels 14 nicht stattfinden kann. Das heißt,
es wird die übliche Funktionalität "verriegelt" dargestellt und führt in diesem Kontext
das Betätigungshebelwerk 6a, 6b einen gewünschten Leerhub aus.
1. Kraftfahrzeugtürschloss, mit einem Gesperre (2, 3), einem auf das Gesperre (2, 3)
arbeitenden Betätigungshebelwerk (6a, 6b), einem Sperrelement (14), welches das Betätigungshebelwerk
(6a, 6b) bei auftretenden Beschleunigungskräften (F) vorgegebener Größe, beispielsweise
bei einem Unfall, unwirksam setzt, und mit einem Kupplungshebel (13), wobei das Sperrelement
(14) als von einer Verriegelungseinheit (11, 12) beaufschlagbarer Übertragungshebel
(14) zwischen dem Betätigungshebelwerk (6a, 6b) und dem Gesperre (2, 3) ausgebildet
ist; wobei die Verriegelungseinheit (11, 12) eine motorisch verschwenkbare Abtriebsscheibe
(12) umfasst, wobei die Verriegelungseinheit (11, 12) mittels des Kupplungshebels
(13) auf den Übertragungshebel (14) arbeitet; dadurch gekennzeichnet, dass der Kupplungshebel (13) an die Abtriebsscheibe (12) gelenkig angeschlossen ist, wobei
der Kupplungshebel (13) linear beweglich ist.
2. Kraftfahrzeugtürschloss nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Verriegelungseinheit (11, 12) den Übertragungshebel (14) motorisch in der Position
"verriegelt" blockiert.
3. Kraftfahrzeugtürschloss nach einem der vorigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Verriegelungseinheit (11, 12) dem Übertragungshebel (14) in der Position "entriegelt"
einen Freilauf ermöglicht.
4. Kraftfahrzeugtürschloss nach einem der vorigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Betätigungshebelwerk (6a, 6b) im Crashfall einen Leerlauf gegenüber dem Übertragungshebel
(14) vollführt, der bei diesem Vorgang aufgrund seiner Massenträgheit im Wesentlichen
in seiner Stellung verharrt.
5. Kraftfahrzeugtürschloss nach einem der vorigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Betätigungshebelwerk (6a, 6b) bei einer Normalbetätigung den Übertragungshebel
(14) in die Position "entriegelt" zur Öffnung des Gesperres (2, 3) überführt.
6. Kraftfahrzeugtürschloss nach einem der vorigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Betätigungshebelwerk (6a, 6b) und der Übertragungshebel (14) gelenkig miteinander
verbunden sind.
7. Kraftfahrzeugtürschloss nach einem der vorigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Übertragungshebel (14) gegenüber dem Betätigungshebelwerk (6a, 6b) mittels einer
Feder (16) vorgespannt ist.
8. Kraftfahrzeugtürschloss nach einem der vorigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Massenschwerpunkt des Übertragungshebels (14) im Bereich der Drehachse (18) des
Übertragungshebels (14) angeordnet ist.
1. Motor vehicle door latch, with a locking mechanism (2, 3), with an operating lever
system (6a, 6b) working on the locking mechanism (2, 3) with a locking element (14),
which disables the operating lever system (6a, 6b) with occurring acceleration forces
(F) of a specified magnitude, for example in the case of an accident, and with a coupling
lever (13), whereby the locking element (14) is formed as a transfer lever (14) impingeable
by a locking unit (11, 12) between the operating lever system (6a, 6b) and the locking
mechanism (2, 3);
whereby the locking unit (11, 12) comprises a mechanically pivotable driver disk (12),
whereby the locking unit (11, 12) works on the transfer lever (14) by means of a coupling
lever (13);
characterized in that the coupling lever (13) is connected in a hinged way to the drive disk (12), whereby
the coupling lever (13) can move in a linear manner.
2. Motor vehicle door latch according to claim 1, characterized in that the locking unit (11,12) mechanically blocks the transfer lever (14) in the "locked"
position.
3. Motor vehicle door latch according to one of the previous claims, characterized in that the locking unit (11, 12) enables a freewheel for the transfer lever (14) in the
"unlocked" position.
4. Motor vehicle door latch according to one of the previous claims, characterized in that the operating lever system (6a, 6b) in the case of a crash accomplishes idling vis-à-vis
the transfer lever (14) which in this process, due to its mass inertia, predominantly
remains in its position.
5. Motor vehicle door latch according to one of the previous claims, characterized in that the operating lever system (6a, 6b) during normal operating transfers the transfer
lever (14) into the "unlocked" position for opening the locking mechanism (2, 3).
6. Motor vehicle door latch according to one of the previous claims, characterized in that the operating lever system (6a, 6b) and the transfer lever (14) are connected to
one another in a hinged way.
7. Motor vehicle door latch according to one of the previous claims, characterized in that the transfer lever (14) is pre-tensioned vis-à-vis the operating lever system (6a,
6b) by means of a spring (16).
8. Motor vehicle door latch according to one of the previous claims, characterized in that the center of mass of the transfer lever (14) is arranged in the area of the rotational
axis (18) of the transfer lever (14).
1. Serrure de porte de véhicule à moteur, comprenant un mécanisme de verrouillage (2,
3), un mécanisme (6a, 6b) à levier d'actionnement agissant sur le mécanisme de verrouillage
(2, 3), un élément de verrouillage (14) qui rend le mécanisme (6a, 6b) à levier d'actionnement
inopérant lorsque surviennent des forces d'accélération (F) d'une ampleur spécifiée,
par exemple lors d'un accident, et comprenant un levier d'accouplement (13), sachant
que l'élément de verrouillage (14) est configuré comme levier de transmission (14),
pouvant être mis sous contrainte par une unité de verrouillage (11, 12), entre le
mécanisme (6a, 6b) à levier d'actionnement et le mécanisme de verrouillage (2, 3)
;
sachant que l'unité de verrouillage (11, 12) comprend une poulie de sortie (12) pouvant
pivoter de manière motorisée,
sachant que l'unité de verrouillage (11, 12) agit au moyen du levier d'accouplement
(13) sur le levier de transmission (14) ;
caractérisée en ce que le levier d'accouplement (13) est raccordé de manière articulée à la poulie de sortie
(12), sachant que le levier d'accouplement (13) est déplaçable de façon linéaire.
2. Serrure de porte de véhicule à moteur selon la revendication 1, caractérisée en ce que l'unité de verrouillage (11, 12) bloque de façon motorisée le levier de transmission
(14) sur la position « verrouillé ».
3. Serrure de porte de véhicule à moteur selon l'une des revendications précédentes,
caractérisée en ce que l'unité de verrouillage (11, 12) permet au levier de transmission (14) de se déplacer
librement lorsqu'en position « déverrouillé ».
4. Serrure de porte de véhicule à moteur selon l'une des revendications précédentes,
caractérisée en ce que le mécanisme (6a, 6b) à levier d'actionnement exécute, en cas d'accident, une marche
à vide par rapport au levier de transmission (14), lequel au cours de cette opération
demeure pour l'essentiel sur sa position en raison de son inertie de masse.
5. Serrure de porte de véhicule à moteur selon l'une des revendications précédentes,
caractérisée en ce que le mécanisme (6a, 6b) à levier d'actionnement transfère, lors d'un actionnement normal,
le levier de transmission (14) sur la position « déverrouillé » pour ouvrir le mécanisme
de verrouillage (2, 3).
6. Serrure de porte de véhicule à moteur selon l'une des revendications précédentes,
caractérisée en ce que le mécanisme (6a, 6b) à levier d'actionnement et le levier de transmission (14) sont
reliés entre eux de manière articulée.
7. Serrure de porte de véhicule à moteur selon l'une des revendications précédentes,
caractérisée en ce que le levier de transmission (14) est précontraint, par rapport au mécanisme (6a, 6b)
à levier d'actionnement, au moyen d'un ressort (16).
8. Serrure de porte de véhicule à moteur selon l'une des revendications précédentes,
caractérisée en ce que le centre de gravité de la masse du levier de transmission (14) est situé dans la
zone de l'axe de rotation (18) du levier de transmission (14).