Technisches Gebiet
[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Reinigungsvorrichtung zum Reinigen von Bauteilen,
die mit Fetten und/oder Eiweissen und/oder Kollagenen und Knorpel-, Knochen- oder
Zahnresten kontaminiert sind.
Definitionen
[0002] Unter Bauteile werden alle Arten von Vorrichtungen verstanden, die als Teil oder
als Ganzes dem Reinigungsprozess unterworfen werden können. Diese Bauteile sind aus
Gründen der Nutzung der Funktion unterworfen, dass diese mit Partikeln in Verbindung
kommen, die insbesondere unter bestimmten physikalischen Verbindungen derart an dem
Bauteil haften, dass eine rein mechanische Entfernung beispielsweise mit dem Hochdruckstrahl
nicht möglich ist. Dadurch ist auch eine automatische Reinigung auf diese herkömmliche
Art und Weise ausgeschlossen.
[0003] Die Partikel, die auf den Bauteilen lagern, können beispielsweise Anteile von Fett
oder Eiweissen aufweisen. Diese sind jedoch nicht darauf beschränkt. Vielmehr wird
im nachfolgenden unter Partikeln alles das verstanden, was dazu geeignet ist, sich
auf Bauteilen abzulagern und dort nicht mit einem Hochdruckstrahl entfernt werden
kann. Das Bauteil ist in diesem Fall mit dem Partikel kontaminiert. Partikel sind
somit solche Materialien, die Eiweiss und Proteine enthalten, wobei beispielsweise
aus Knorpel-, Knochen- und Zahnresten bestehen können.
Stand der Technik
[0004] Die Reinigung von Bauteilen, die zur Verarbeitung von beispielsweise Fleisch eingesetzt
werden, ist sehr aufwendig. Beispielsweise sind Lochscheiben von Fleischwölfen, die
eine Vielzahl von Bohrungen und Schneiden aufweisen, durch die Fleisch gepresst werden,
sehr schwer zu reinigen, da die fettigen und eiweisshaltigen sowie kollagenhaltige
Strukturen beinhaltenden Anteile sehr stark an den Bauteilen haften. Neben einem starken
mechanischen Bürsten sowie Einsetzen von chemisch starken Reinigungsmitteln ist gerade
bei solchen Lochscheiben eine Nachbearbeitung jeder einzelnen Bohrung notwendig. Gemäss
dem Stand der Technik erfolgt durch Festhalten der Lochscheibe manuell die Reinigung
mit Hochdruckstrahlern.
[0005] Aber auch andere Schneid- und Verarbeitungsvorrichtungen, die zum Bearbeiten von
Fleisch oder ähnlichen Materialien eingesetzt werden, zeigen das Problem, dass gerade
die Partikel aus Fett und Eiweiss sehr stark an den Vorrichtungen haften. Diese Partikel
sind so stark anhaftend, dass sie mit einem Hochdruckstrahler nicht entfernt werden
können.
[0006] Aus dem Stand der Technik ist eine Vielzahl von Reinigungsvorrichtungen bekannt.
Nachteile des Standes der Technik
[0007] Bedingt durch das Festhalten der Lochscheiben erfolgt eine nicht optimale Reinigung.
Die Reinigungsvorrichtungen, die aus dem Stand der Technik bekannt sind, weisen den
Nachteil auf, dass die Partikel, die sehr stark an den Bauteilen der Vorrichtung haften,
nicht ausreichend entfernt werden können. Gerade in Bohrungen und Hinterschneidungen
sammeln sich diese besagten Partikel, die nur noch mechanisch mit Werkzeugen per Hand
entfernt werden können. Dies ist jedoch für eine zuverlässige und sachgerechte Reinigung
nicht ausreichend. Zudem kostet dies zusätzlich Zeit und ist sehr stark von dem subjektiven
Empfinden der Person abhängig, die das Produkt reinigt. Gerade die in den Bohrungen
abgelagerten Partikel lassen sich allein nicht durch Hochdruckstrahlen entfernen.
[0008] Aus dem Stand der Technik, beispielweise aus der
US 5,580,394 ist eine Reinigungsvorrichtung bekannt, bei der die fetthaltigen und zu reinigenden
Bauteile in einer Trommel gereinigt werden, wobei die Trommel unterschiedliche Arbeitsstellungen
einnimmt. Diese Vorrichtung setzt ein Becken voraus, in das die zu reinigenden Teile
eingelegt werden.
[0009] Für Teile, die jedoch kleine Bohrungen oder Hinterschneidungen aufweisen, die kontaminiert
sind, eignet sich das Verfahren bzw. die Vorrichtung nicht, da die Fette und Eiweisse
sowie bei Lochscheiben für Fleischwölfe die Fleischreste in den Bohrungen haften bleiben.
Zudem wären die Lochscheiben in der beschriebenen Reinigungsvorrichtung ungeordnet
und würden aufeinanderliegen, was wiederrum zu einem schlechten Reinigungsergebnis
führt.
Aufgabe der Erfindung
[0010] Daher besteht die Aufgabe der Erfindung darin, eine Vorrichtung sowie ein Verfahren
bereitzustellen, mit dem eine vorzugsweise automatische und ausreichende Reinigung
von Bauteilen, die mit Fett und Eiweiss beaufschlagt sind, erzielt wird.
Vorteile der Erfindung
[0011] Der Grundgedanke der Erfindung besteht darin, die kontaminierten Bauteile in einem
temperierten Fluidbad über den Siedepunkt hinaus auszusetzen. Dabei erreicht die Temperatur
einen Bereich über 100 Grad Celsius (bei Verwendung von Wasser als Fluid), wobei systemimmanent
auch der Druck ansteigt und damit dieser grösser ist als der Umgebungsdruck, Es hat
sich gezeigt, dass durch die Erhöhung der Temperatur über dem Siedepunkt und das Anordnen
in einem druckbeständigen Behälter die Partikel ihre Strukturen ändern und so einfacher
in einem nächsten Arbeitsschritt, beispielsweise durch Absprühen entfernt werden können.
Ohne das Aussetzen der Partikel in Temperaturbereichen über dem jeweiligen Siedepunkt
des Fluids, das die Partikel umgibt, findet keine oder nur eine geringe Strukturänderung
der Partikel statt. Somit wird durch die physikalische bzw. chemische Veränderung
der Partikel aufgrund dieses Prozesses ein leichtes Ablösen erreicht.
[0012] So beträgt bei einer Siedetemperatur von 100 Grad Celsius der Siededruck 1 bar. Wird
die Siedetemperatur auf 180 Grad Celsius erhöht, so stellt sich der Siededruck von
ca. 10 bar ein. Tatsächlich hat es sich in Versuchen gezeigt, dass bei 180 Grad Celsius
Fluidtemperatur und damit einem verbundenen Druck von ca. 10 bar ein deutlich besseres
Reinigungsergebnis erzielt werden kann. Dieser Bereich zwischen 150 und 190 Grad Celsius
kann als Arbeitsbereich angesehen werden. Dabei entsteht ein Druck im Bereich von
5 bis 10 bar.
[0013] Alternativ können auch anstelle von Wasser als Fluid alkalische Fluide, wie beispielweise
in Wasser gelöstes Kaliumhydroxid oder Natriumhydroxid verwendet werden. Dadurch wird
weiter die Reinigungsleistung verbessert.
[0014] Ein Vorteil der hier zugrundliegenden Vorrichtung liegt darin, dass mehrere Bauteile
gleichzeitig bearbeitet werden können, so dass eine Reinigung von vielen Bauteilen
gleichzeitig möglich ist. Zudem ist der Reinigungsprozess derart ausgestaltet, dass
diese automatisch ablaufen könnte.
[0015] Damit liegt der Vorteil der Vorrichtung bzw. des Verfahrens darin, dass Eiweisse
und Proteine, insbesondere Knochen-, Knorpel- und Zahnreste, die ansonsten bei drucklos
und nur mit geringem Druck betriebenen Reinigungen bei 60-80 Grad Celsius nicht entfernt
werden können, nun in einer kurzen Zeit, vorzugsweise geringer als 1 h, vollständig
entfernt werden können.
[0016] Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen gehen aus der nachfolgenden Beschreibung, den
Ansprüchen sowie der Zeichnung hervor.
Zeichnung
[0017] Es zeigt
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung der Reinigungsvorrichtung, teilweise im Schnitt.
Beschreibung eines Ausführungsbeispiels
[0018] In der Fig. 1 ist eine Reinigungsvorrichtung 1 dargestellt. Die Reinigungsvorrichtung
1 im Wesentlichen aus einer Druckkammer 2, die mit dem zu reinigenden Gut 3 beschickbar
ist. Vorteilhafterweise ist das zu reinigende Gut 3 auf einer Haltevorrichtung 4 angeordnet.
Die Druckkammer 2 ist derart bemessen, dass das zu reinigende Gut 3 in der Druckkammer
2 vollständig untergebracht werden kann.
[0019] Bei der in der Zeichnung dargestellten Ausführungsform weist die Druckkammer 2 ein
Deckelelement 4 sowie einen Aufnahmebereich 5 für das zu reinigende Gut 3 auf. Das
Deckelement 4 umschliesst im Gebrauchszustand der Reinigungsvorrichtung 1 das zu reinigende
Gut 3 und steht in Wirkverbindung mit dem Aufnahmebereich 5 derart, dass der umschlossene
Hohlraum 6, der mit dem zu reinigenden Gut 3 zumindest teilweise ausgefüllt ist, mit
einem Fluid ausgefüllt bzw. beaufschlagt werden kann, wobei die Temperatur des Fluids
über dessen Siedepunkt ist. Um dies zu bewirken, ist bei dem hier dargestellten Ausführungsbeispiel
im Bereich des Deckelelements 4 ein Zulauf 7 vorgesehen, über den wahlweise Luft oder
einem Fluid in den Hohlraum 6 eingebracht werden kann. Das Fluid und/oder der Druck
kann über einen Ablauf 8 abgelassen werden, wobei der Ablauf 8 im Bereich des tiefsten
Punktes des Hohlraums 6 bezogen auf die wirkende Schwerkraft angeordnet ist.
[0020] Um das in den Hohlraum eingebrachte Fluid auf eine definierte Temperatur zu bringen
bzw. zu halten, sind in oder angrenzend an den Hohlraum 6 ein oder mehrere Heizelemente
9 vorgesehen. Dieses Heizelement 9 hat damit die Eigenschaft, das eingebrachte Fluid
so aufzuheizen, dass in dem Druckbehälter die Temperatur vorzugsweise weit über den
Siedepunkt des Fluids erreicht wird und damit die deutlich schnellere und effektivere
reinigende Wirkung einsetzen kann.
[0021] Entsprechende Steuer- und Regelungstechnik 10 ist ebenfalls in der Reinigungsvorrichtung
1 vorgesehen. Sie dient dazu, den Zu- und Ablauf von Druck und Fluid zu regeln, physikalische
Eigenschaften in der Druckkammer 2 zu messen und entsprechende Regelgrössen bereitzustellen.
Vorzugsweise kann der mit der Reinigungsvorrichtung 1 verbundene Prozess bzw. das
Verfahren automatisch ablaufen, wobei die einzelnen Prozessschritte von der Steuer-
und Regelungstechnik 10 überwacht bzw. gesteuert werden.
[0022] Die Beschickung des Hohlraums 6 der Druckkammer 2 kann auf unterschiedliche Weise
erfolgen. Entweder kann das zu reinigende Gut in Körben oder anderen Aufnahmeeinrichtungen
eingebracht werden, so dass ein einfaches Einbringen und Herausnehmen aus der Druckkammer
2 möglich ist.
[0023] Bei dem in Fig. 1 dargestellten Ausführungsbeispiel ist eine Haltevorrichtung 13
vorgeschlagen. Diese Haltevorrichtung 13 besteht aus einem Gestell 11, das vergleichbar
mit einem Korb für eine Spülmaschine ist. Darin werden geordnet die Einzelteile des
Gutes 3 aufgenommen, die zu reinigen sind. Ferner weist die Haltevorrichtung 13 mindestens
einen Sprüharm 12 auf. Diese benetzt oder besprüht das zu reinigende Gut 3 während
des Reinigungsprozesses in bestimmt definierten Zeitabschnitten und ist vergleichbar
mit dem Sprüharm einer Spühlmaschine. Dies bedeutet, dass kein separater Antrieb vorhanden
ist. Die Rotation des Sprüharms erfolgt ausschliesslich durch den Fluiddruck, der
den Sprüharm 12 durchläuft. Bei dem hier dargestellten Beispiel weist die Haltevorrichtung
13 mehrere Ebenen E1 bis En auf, wobei die Anzahl der Ebenen nicht beschränkt ist.
Jede Ebene E1 bis En verfügt über einen Sprüharm 12, der das zu reinigende Gut 3 besprüht.
[0024] Der für den Sprüharm 12 notwendige Fluiddruck wird durch die Konnektierung mit dem
Zulauf 7 erreicht.
[0025] Die Erfindung ist jedoch nicht auf die spülmaschinenartige Ausbildung begrenzt. Je
nach Bohrungsverlauf des jeweils zu reinigenden Guts ist vorgesehen, die Sprüharme
fremdanzutreiben (beispielsweise durch einen Elektromotor) oder anstelle der Sprüharme
oder zusätzlich zu den Sprüharmen Sprühstrahle einzusetzen, die auf die Bohrungen
ausgerichtet sind.
[0026] Die Haltevorrichtung 13 weist bei dem in der Fig. 1 dargestellten Ausführung Räder
14 auf. Dadurch ist es möglich, die Druckkammer 2 einfach zu beschicken, unabhängig
davon, ob es sich um ein Tisch- oder Standgerät der Reinigungsvorrichtung 1 handelt.
Reinigungsprozess
[0027] Der Reinigungsprozess für das zu reinigende Gut 3 in der Reinigungsvorrichtung 1
ist in unterschiedliche Schritte aufgeteilt. Vorzugsweise dient die Reinigungsvorrichtung
1 dazu fetthaltiges und mit Eiweiss versehendes Gut zu reinigen. Darunter können beispielsweise
Schreiben eines Fleischwolfes verstanden werden, durch dessen Öffnungen Fleisch unter
hohem Druck gedrückt worden ist. Aufgrund der Verwendung sind die Scheiben fettig
und auf ihnen sowie in den (Bauteil-)Bohrungen sind eiweisshaltige Partikel oder Knochen-,
Knorpel- oder Zahnreste abgelagert, die nur schwer in einem automatischen Prozess
zu entfernen sind, zumindest innerhalb eines vertretbaren Zeitraums (in der Regel
weniger als 2 h).
[0028] Das zu reinigende Gut 3 wird in die Haltevorrichtung 13 eingebracht. Dabei ist die
Druckkammer derart ausgebildet, dass diese Mittel aufweist, dass die Druckkammer in
eine offene Stellung bringbar ist. In dieser offenen Stellung ist das zu reinigende
Gut in die Druckkammer einbringbar und aus dieser entnehmbar. Die weitere Stellung,
die die Druckkammer aufweist, ist die geschlossene Stellung. Diese dient dazu, das
zu reinigende Gut zu reinigen. Da innerhalb der Druckkammer der Druck ansteigt, sind
Mittel vorgesehen, die die Druckkammer funktionsgerecht abdecken.
[0029] Zuvor wird mittels eines Fluidstrahlers, beispielsweise einem Wasserstrahl eine Grobreinigung
durchgeführt, so dass die leicht entfernbaren Partikel bereits von dem Gut 3 entfernt
sind. Anschliessend öffnet das Deckelelement 4 der Druckkammer 2, so dass die Haltevorrichtung
13 mit dem zu reinigenden Gut 3 in den Hohlraum 6, gebildet durch das Deckelelement
4 der Druckkammer 2 eingebracht werden kann. Nach dem Einbringen bzw. Beschicken schliesst
das Deckelement 4, so dass der Hohlraum 6 nur noch durch den Zulauf 7 bzw. Ablauf
8 fluidmässig mit der Umgebung in Wirkverbindung steht. Das Fluid fliesst in den Hohlraum
ein und die Sprüharme 12 rotieren oder bewegen sich über das Reinigungsgut hinweg
und tragen so Partikel, die auf dem zu reinigenden Gut liegen ab. Anschliessend wird
das Fluid abgelassen. Für die Entfernung weiterer Partikel wird der Hohlraum 6 mit
einem Fluid soweit geflutet, dass das zu reinigende Gut 3 benetzt ist. Mit dem Heizelement
9 wird die Temperatur des Fluids über dessen Siedepunkt hinaus) bei Wasser auf mindestens
100 Grad Celsius) erhöht. Parallel erhöht sich der Druck innerhalb der Druckkammer
2 über den Umgebungsdruck hinaus. Vorzugsweise können Drücke bis zu 5 bar erreicht
werden (in Abhängigkeit des Verschmutzungsgrads auf dem Gut 3). Durch das Aufheizen
des Fluids innerhalb des Druckbehälters entsteht dieser beschriebene Druck. Daher
ist der Druckbehälter entsprechend ausgelegt.
[0030] Als weitere Verbesserung der Reinigungswirkung und zur Erhöhung der Reinigungsleistung
kann das Fluid einen anderen als den neutralen pH-Wert aufweisen. Je nach Kontaminierung
ist das Fluid entweder sauer oder basisch.
[0031] Eine weitere Verbesserung der Reinigungsleistung kann durch Einsetzen von Ultraschall
erzielt werden. Ultraschallschwingelemente, die den Ultraschall erzeugen, können an
der Wandung des Deckelelements 4 oder auch im Aufnahmebereich 5 angeordnet sein.
[0032] Der Einsatz von Ultraschall kann sowohl bei normaler Fluidtemperatur (beispielsweise
Raumtemperatur) oder auch bei erhöhten Temperaturen erfolgen. Unabhängig davon kann
die Ultraschallreinigung in dem Druckbehälter erfolgen, in dem das zu reinigende Gut
bereits angeordnet ist. Alternativ kann der Ultraschallreinigungsprozess auch mit
einem weiteren Gerät nachgeschaltet werden.
[0033] Somit umfasst der Reinigungsprozess folgende Schritte:
- 1. Optional Vorreinigung des zu reinigenden Guts und Entfernung der groben Verschmutzung;
- 2. Einbringen des zu reinigenden Guts in die Druckkammer;
- 3. Fluten der Druckkammer mit einem Fluid, beispielsweise Wasser oder einer sauer
oder basisch orientierten Flüssigkeit, derart, dass das zu reinigende Gut von dem
Fluid beaufschlagt ist;
- 4. Erhitzen des Fluids über den Siedepunkt des Fluids hinaus, durch Erhöhung der Temperatur
des Fluids innerhalb der Druckkammer durch die vorgesehene Heizung;
- 5. Optional Spülen des Guts mit dem im Druckbehälter befindlichen Fluid beispielsweise
durch Sprühdüsen oder einem oder mehreren Druckstrahlen;
- 6. Optional Reinigung durch Beaufschlagung mit Ultraschall;
- 7. Entnehmen des zu reinigenden Guts aus der Druckkammer.
[0034] Die Erhöhung des Druckes aufgrund der Erhöhung der Temperatur des Fluids über den
Siedepunkt des Fluids führen zu einer bisher nicht bekannten Reinigungswirkung. Die
Fett- und Eiweissanteile und/oder Knorpel-, Knochen- oder Zahnreste, die auf dem zu
reinigenden Gut haften, können rückstandsfrei entfernt werden. Durch die physikalische
bzw. chemische Bearbeitung werden die Anteile pulverartig und lassen sich so einfach
durch einen anschliessenden Spülvorgang und/oder Ultraschallanwendung entfernen.
[0035] Die Erfindung ist nicht auf die Reinigung von Lochscheiben, insbesondere von Fleischwölfen
beschränkt. Vielmehr können alle Gegenstände auf mit dieser Vorrichtung sowie dem
damit verbundenen Verfahren gereinigt werden, die insbesondere durch Eiweisse und/oder
Fette kontaminiert sind. Insbesondere ist die Vorrichtung für die Reinigung von Werkzeugen
bei der fleischverarbeitenden Industrie geeignet, da an diesen Werkzeigen die zuvor
beschriebenen Partikel haften. Aber auch in der Medizin, beispielsweise im pathologischen
oder histologischen Bereich, sind durchaus solche Reinigungsvorrichtungen vorstellbar.
BEZUGSZEICHENLISTE
[0036] Reinigungsvorrichtung une Verfarhen zum Reinigen von Bauteilen, die insbesondere mit
Fett- une Eiweissanteilen, Knorpel-, Knochen- oder Zahnresten kontaminiert sind
- 1
- Reinigungsvorrichtung
- 2
- Druckkammer
- 3
- zu reinigendes Gut
- 4
- Deckelement
- 5
- Aufnahmebereich
- 6
- Hohlraum
- 7
- Zulauf
- 8
- Ablauf / Hohlraum
- 9
- Heizelement
- 10
- Steuer- und Regelungstechnik
- 11
- Gestell
- 12
- Sprüharm
- 13
- Haltevorrichtung
- 14
- Räder
- E1 bis En
- Ebenen
1. Reinigungsvorrichtung zum Reinigen von Bauteilen, die mit Fetten und/oder Eiweissen
und/oder Kollagenen und/oder Knorpel-, Knochen-oder Zahnresten kontaminiert sind,
dadurch gekennzeichnet, dass die Reinigungsvorrichtung eine Druckkammer (2) umfasst, in die die Bauteile als zu
reinigendes Gut einbringbar sind, die Druckkammer (2) von einer geöffneten Stellung
zum Einbringen des Gutes (3) in eine geschlossene Stellung zum Reinigen des Gutes
(3) überführbar ist und in der geschlossenen Stellung Heizelemente (9) das Fluid bis
über deren Siedetemperatur aufheizen.
2. Reinigungsvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Druck innerhalb der Vorrichtung in einem Bereich 5 bis 10 bar ist.
3. Reinigungsvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Siedetemperatur in einem Bereich von 150 bis 190 Grad Celsius ist.
4. Reinigungsvorrichtung einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zusätzlich innerhalb oder an der Druckkammer eine Ultraschallvorrichtung zur Beschallung
des zu reinigenden Guts (3) vorgesehen ist.
5. Reinigungsvorrichtung einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Druckkammer (2) einen Zulauf (7) zur Einfüllen des Fluids in die Druckkammer
(2) aufweist.
6. Reinigungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Reinigungsvorrichtung eine feststehende Haltevorrichtung (13) zur Aufnahme des
zur reinigenden Guts (3) umfasst, wobei die Haltevorrichtung (13) in die Druckkammer
(2) einbringbar ist und Halteelemente zur Aufnahme des zu reinigenden Guts (3) sowie
Sprüharme zum Besprühen des zu reinigenden Guts aufweist.
7. Reinigungsvorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Zulauf (7) mit Sprüharm fluidmässig gekoppelt ist, derart dass der Sprüharm rotiert
und das zu reinigende Gut (3) besprüht.
8. Verfahren zur Durchführung einer Reinigung von Bauteilen, die mit Fetten und/oder
Eiweissen beaufschlagt sind, wobei die die Reinigungsvorrichtung eine Druckkammer
(2) umfasst, in die die Bauteile als zu reinigendes Gut einbringbar sind, wobei die
Druckkammer Mittel aufweist, die eine Befüllung mit einem Fluid und einer Erhöhung
des Druckes ermöglichen, gekennzeichnet im Wesentlichen durch folgende Verfahrensschritte:
A Optional Vorreinigung des zu reinigenden Guts und Entfernung der groben Verschmutzung
B Einbringen des zu reinigenden Guts in die Druckkammer
C Fluten der Druckkammer mit einem Fluid in der Ausbildung einer sauer oder basisch
orientierten Flüssigkeit, derart, dass das zu reinigende Gut von dem Fluid beaufschlagt
ist
D Erhitzen des Fluids über den Siedepunkt des Fluids hinaus, durch Erhöhung der Temperatur
des Fluids innerhalb der Druckkammer durch das vorgesehene Heizelement;
E Optional Spülen des Guts mit einem dem im Druckbehälter befindlichen Fluid beispielsweise
durch Sprühdüsen oder einem oder mehreren Druckstrahlen;
F Optional Reinigung durch Beaufschlagung mit Ultraschall
G Entnehmen des zu reinigenden Guts aus der Druckkammer
9. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Arbeitsbereich für die Reinigung des zu reinigenden Guts bei einer Siedetemperatur
von 150 bis 190 Grad Celsius liegt.
10. Verwendung einer Vorrichtung zum Reinigen von Werkzeugen bei der Fleischverarbeitung,
die mit Fetten und/oder Eiweissen und/oder Kollagenen kontaminiert sind, wobei die
Reinigungsvorrichtung eine Druckkammer (2) umfasst, in die die Bauteile als zu reinigendes
Gut einbringbar sind, die Druckkammer (2) von einer geöffneten Stellung zum Einbringen
des Gutes (3) in eine geschlossene Stellung zum Reinigen des Gutes (3) überführbar
ist und in der geschlossenen Stellung Heizelemente (9) das Fluid bist über deren Siedetemperatur
aufheizen, wobei die Siedetemperatur zwischen 150 und 190 Grad Celsius liegt.