(19)
(11) EP 3 061 544 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
31.08.2016  Patentblatt  2016/35

(21) Anmeldenummer: 15156336.8

(22) Anmeldetag:  24.02.2015
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
B21J 15/10(2006.01)
B21J 15/32(2006.01)
B21J 15/28(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
BA ME

(71) Anmelder: GESIPA Blindniettechnik GmbH
64546 Mörfelden-Walldorf (DE)

(72) Erfinder:
  • Bamberger, Thomas
    64546 Mörfelden-Walldorf (DE)
  • Gärtner, Richard Dr.
    64546 Mörfelden-Walldorf (DE)

(74) Vertreter: Knoblauch, Andreas 
Patentanwälte Dr. Knoblauch PartGmbB Schlosserstrasse 23
60322 Frankfurt am Main
60322 Frankfurt am Main (DE)

   


(54) Blindbefestiger-Setzvorrichtung


(57) Es wird eine Blindbefestiger-Setzvorrichtung (1) angegeben mit einem Gehäuse (2), einer Zugeinrichtung (5), die gegenüber dem Gehäuse (2) verlagerbar ist, und eine Steuereinrichtung (6), die die Zugeinrichtung (5) steuert.
Man möchte eine derartige Blindbefestiger-Setzvorrichtung mit einer Handhabungshilfe bereitstellen.
Hierzu ist vorgesehen, dass die Steuereinrichtung (6) mit einem Lagesensor (16) zusammenwirkt, der eine Ausrichtung der Blindbefestiger-Setzvorrichtung (1) relativ zur Schwerkraftrichtung ermittelt.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft eine Blindbefestiger-Setzvorrichtung mit einem Gehäuse, einer Zugeinrichtung, die gegenüber dem Gehäuse verlagerbar ist, und einer Steuereinrichtung, die die Zugeinrichtung steuert.

[0002] Eine derartige Blindbefestiger-Setzvorrichtung kann verwendet werden, um Blindniete oder Blindnietmuttern zu setzen. Blindniet und Blindnietmutter werden gemeinsam als Blindbefestiger bezeichnet. Beim Setzen eines Blindbefestigers wird der Blindbefestiger mit seinem Schafft durch eine Öffnung in einem Bauteil oder in einem Stapel von Bauteilen geführt, bis sein Setzkopf an dem Bauteil anliegt. Danach wird die Zugeinrichtung in eine Zugrichtung bewegt. Dies führt dazu, dass sich auf der anderen Seite des Bauteils ein Schließkopf ausbildet. Bei einem Blindniet wird dabei ein Zug auf einen Nietdorn ausgeübt, der bei Erreichen einer vorbestimmten Kraft abreißt. Bei einer Blindnietmutter wird die Zugkraft über einen Gewindestift übertragen, der in ein Innengewinde im Nietschafft eingeschraubt ist. Blindbefestiger werden aufgrund ihrer einfachen Handhabbarkeit in vielen Bereichen der Technik verwendet. Ihre einfache Handhabbarkeit führt jedoch gelegentlich auch zu einer wenig sorgfältigen Arbeit eines Monteurs, der den Blindbefestiger setzen soll. Dies kann dazu führen, dass der Blindbefestiger nicht an der gewünschten Position sitzt oder das sich beim oder nach dem Setzen des Blindbefestigers Beschädigungen ergeben.

[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Blindbefestiger-Setzvorrichtung mit einer Handhabungshilfe bereitzustellen.

[0004] Diese Aufgabe wird bei einer Blindbefestiger-Setzvorrichtung der eingangs genannten Art dadurch gelöst, dass die Steuereinrichtung mit einem Lagesensor zusammenwirkt, der eine Ausrichtung der Blindbefestiger-Setzvorrichtung relativ zur Schwerkraftrichtung ermittelt.

[0005] Ein derartiger Lagesensor ist beispielsweise aus als "Smartphones" bezeichneten Mobiltelefonen bekannt, bei denen in einem Display eine Anzeige in Abhängigkeit von der Ausrichtung des Mobiltelefons relativ zur Schwerkraftrichtung verändert wird. Man kann nun einen derartigen Lagesensor verwenden, um die Ausrichtung der Blindbefestiger-Setzvorrichtung vor dem Setzen eines Blindbefestigers, während des Setzens eines Blindbefestigers oder nach dem Setzen eines Blindbefestigers zu ermitteln und somit dem Monteur eine Hilfe dahingehend zu geben, ob er die Blindbefestiger-Setzvorrichtung richtig handhabt.

[0006] Vorzugsweise signalisiert der Lagesensor einen erlaubten Winkelbereich der Blindbefestiger-Setzvorrichtung relativ zur Schwerkraftrichtung. Diese Signalisierung kann dadurch erfolgen, dass der Lagesensor ein Signal ausgibt, wenn sich die Blindbefestiger-Setzvorrichtung in dem erlaubten Winkelbereich befindet oder die Signalisierung kann darin bestehen, dass der Lagesensor ein Signal ausgibt, wenn sich die Blindbefestiger-Setzvorrichtung nicht im erlaubten Winkelbereich befindet. Der erlaubte Winkelbereich kann auch als "zulässiger Winkelbereich" bezeichnet werden. Die Signalisierung kann auf verschiedene Weise erfolgen. Sie kann beispielsweise in einem Signal bestehen, dass außen an der Blindbefestiger-Setzvorrichtung angezeigt wird, beispielsweise durch ein Leuchtmittel oder ein akustisches Signal. Die Signalisierung kann auch darin bestehen, dass lediglich interne Signale an die Steuereinrichtung weitergegeben werden, wie sie weiter unten erläutert werden.

[0007] In einer bevorzugten Ausgestaltung ist vorgesehen, dass der Winkelbereich von außen veränderbar ist. Damit kann man die Blindbefestiger-Setzvorrichtung an verschiedene Arbeitsaufgaben anpassen. In Abhängigkeit von der Position und der Ausrichtung der zu setzenden Blindbefestiger kann die Blindbefestiger-Setzvorrichtung entsprechend eingestellt werden.

[0008] Vorzugsweise weist die Zugeinrichtung eine Öffnungsposition auf und die Steuereinrichtung blockiert eine Bewegung in die Öffnungsposition, wenn der Lagesensor eine Ausrichtung der Blindbefestiger-Setzvorrichtung außerhalb des erlaubten Winkelbereichs signalisiert. Diese Ausgestaltung ist insbesondere dann von Vorteil, wenn die Blindbefestiger-Setzvorrichtung zum Setzen von Blindnieten verwendet wird. Wie oben erläutert, übt die Zugeinrichtung eine Zugkraft auf einen Nietdorn eines Blindniets aus, um den Schließkopf des Blindniets zu bilden. Dieser Nietdorn reißt ab und wird dann von der Zugeinrichtung festgehalten. Üblicherweise wird die Zugeinrichtung dann wieder in ihre Öffnungsposition bewegt, wo sie den Nietdorn freigibt und wo sie einen Nietdorn eines neuen zu setzenden Blindniets aufnehmen kann. Der abgerissene Nietdorn, der in der Öffnungsposition freigegeben wird, sollte von einem Auffangbehälter aufgenommen werden, so dass er nicht herausfällt und stört. Das Zurückfahren der Zugeinrichtung in die Öffnungsposition erfolgt teilweise automatisch, teilweise unter der Steuerung eines Benutzers. In beiden Fällen kann es dann vorkommen, dass die Blindbefestiger-Setzvorrichtung versehentlich so gehalten wird, dass der Nietdorn nicht, wie eigentlich erwünscht, in den Auffangbehälter entsorgt wird, sondern nach vorne aus der Blindbefestiger-Setzvorrichtung herausfällt. Dies kann unter ungünstigen Umständen dazu führen, dass der Nietdorn nach dem Herausfallen nicht mehr erreicht werden kann, weil er sich in einer ungünstigen Position befindet. Wenn beispielsweise der Blindniet in einem Kraftfahrzeug gesetzt wird, kann der Nietdorn in einen Hohlraum des Kraftfahrzeugs fallen, wo er für den Monteur nicht mehr zugänglich ist, später für den Verwender des Kraftfahrzeugs aber stört, wenn der Nietdorn zum Klappern neigt. Wenn der Lagesensor nun der Steuereinrichtung signalisiert, dass sich die Blindbefestiger-Setzvorrichtung in einer Ausrichtung befindet, in der die Gefahr besteht, dass der Nietdorn nach vorne herausfällt, also in einer Situation, in der die Zugeinrichtung mit ihrem Aufnahmeende nach untern geneigt ist, dann kann die Steuereinrichtung die Bewegung der Zugeinrichtung in der Öffnungsposition verhindern, so dass der Nietdorn nicht versehentlich herausfallen und später stören kann.

[0009] Hierbei ist bevorzugt, dass die Steuereinrichtung die Zugvorrichtung in die Öffnungsposition steuert, sobald der Lagesensor eine Ausrichtung der Blindbefestiger-Setzvorrichtung im erlaubten Winkelbereich signalisiert. Dies vereinfacht die Handhabung weiter. Der Monteur muss die Blindbefestiger-Setzvorrichtung im Grunde nur etwas schräg nach oben ausrichten, also so, dass die Zugvorrichtung mit ihrem Nietdornaufnahmeende nach oben zeigt. Die Zugeinrichtung wird dann in ihre Öffnungsposition bewegt und lässt den Nietdorn dann los, so dass der Nietdorn in den Aufnahmebehälter fallen und entsorgt werden kann.

[0010] In einer alternativen oder zusätzlichen Ausgestaltung kann vorgesehen sein, dass die Steuervorrichtung die Zugvorrichtung nur dann in eine Zugrichtung steuert, wenn der Lagesensor einen erlaubten Arbeitsbereich der Blindbefestiger-Setzvorrichtung relativ zur Schwerkraftrichtung signalisiert. Der Arbeitsbereich kann mit dem Winkelbereich übereinstimmen. Er kann sich davon aber auch unterscheiden. Wenn beispielsweise Blindbefestiger im Dachbereich eines Innenraums eines Kraftfahrzeugs gesetzt werden soll, muss die Blindbefestiger-Setzvorrichtung beim Setzen der Blindbefestiger so ausgerichtet werden, dass das Aufnahmeende der Zugeinrichtung nach oben zeigt. Gegebenenfalls kann man hier auch noch einen Winkel zur Schwerkraftrichtung definieren, den die Zugeinrichtung einhalten muss. Nur wenn die Blindbefestiger-Setzvorrichtung eine derartige Ausrichtung relativ zur Schwerkraftrichtung hat, ist sichergestellt, dass der Blindbefestiger in der gewünschten Weise gesetzt wird. Dementsprechend erlaubt die Steuervorrichtung eine Bewegung der Zugeinrichtung nur dann, wenn diese Ausrichtung gegeben ist. Wenn der Monteur die Blindbefestiger-Setzvorrichtung falsch hält, also nicht in dem erlaubten Arbeitsbereich, dann erfolgt auch keine Bewegung der Zugvorrichtung und ein Setzen des Blindbefestigers wird verhindert.

[0011] Auch hier ist von Vorteil, wenn der erlaubte Arbeitsbereich von außen veränderbar ist. Der erlaubte Arbeitsbereich kann auch als "zulässiger" Arbeitsbereich bezeichnet werden. Durch die Veränderung des erlaubten Arbeitsbereichs lässt sich die Blindbefestiger-Setzvorrichtung an unterschiedliche Arbeitsaufgaben anpassen. So kann man beispielsweise einen ersten erlaubten Arbeitsbereich einstellen, wenn Blindbefestiger im Dachbereich des Innenraums eines Kraftfahrzeugs gesetzt werden sollen und die Blindbefestiger-Setzvorrichtung beim Setzen eines Blindbefestigers "nach oben" zeigen muss. Man kann einen zweiten Arbeitsbereich einstellen, wenn die gleiche Blindbefestiger-Setzvorrichtung zum Setzen von Blindbefestigern im Bodenbereich des Innenraums des Kraftfahrzeugs verwendet werden sollen. In diesem Fall muss die Blindbefestiger-Setzvorrichtung beim Setzen der Blindbefestiger "nach unten" zeigen.

[0012] In einer besonders bevorzugten Ausgestaltung ist vorgesehen, dass die Steuereinrichtung mit einer Speichereinrichtung zusammenwirkt, in der für aufeinanderfolgende Setzvorgänge von Blindbefestigern jeweils ein erlaubter Arbeitsbereich für die Ausrichtung der Blindbefestiger-Setzvorrichtung relativ zur Schwerkraftrichtung gespeichert ist, wobei die Steuereinrichtung die Zugeinrichtung nur dann in Zugrichtung steuert, wenn die Blindbefestiger-Setzvorrichtung bei einem Setzvorgang eine Ausrichtung relativ zur Schwerkraftrichtung aufweist, die dem für diesen Setzvorgang gespeicherten Arbeitsbereich entspricht. In vielen Fällen haben die zu setzenden Blindbefestiger unterschiedliche Ausrichtungen zur Schwerkraft. Wenn man beispielsweise mehrere Blindbefestiger zunächst an einer Seitenwand oder A-Säule eines Kraftfahrzeugs und später im Deckenbereich setzen möchte, dann haben die Blindbefestiger im Deckenbereich eine andere Ausrichtung als die übrigen Blindbefestiger. Man kann nun einen Arbeitsablauf vorgeben, bei dem beispielsweise eine vorbestimmte Anzahl von Blindbefestigern zunächst in der A-Säule oder Seitenwand des Kraftfahrzeugs und danach eine vorbestimmte Anzahl von Blindbefestigern im Deckenbereich des Innenraums des Kraftfahrzeugs gesetzt werden sollen. Für jeden Blindbefestiger gibt es dann einen erlaubten Winkel relativ zur Schwerkraftrichtung. Nur wenn der Monteur diesen Winkel mit einem gewissen Toleranzbereich einhält, wird die Blindbefestiger-Setzvorrichtung aktiv und die Zugeinrichtung wirkt auf den Blindbefestiger, um den Schließkopf auszubilden. Wenn der Monteur die Blindbefestiger-Setzvorrichtung falsch, also nicht in der gewünschten Ausrichtung hält, wird ein Setzvorgang nicht ermöglicht. Ein derartiger Arbeitsablauf kann auch als Profil bezeichnet werden. Die Speichereinrichtung kann mehrere unterschiedliche Profile in einer sogenannten Profilliste enthalten. Der Monteur kann je nach Anforderung eines der Profile aus der Liste auswählen.

[0013] Vorzugsweise wirkt die Steuereinrichtung mit einer Betätigungseinrichtung zusammen, mit der eine Wirkung des Lagesensors übersteuerbar ist. Es kann durchaus der Fall eintreten, dass der Monteur einen Blindbefestiger setzen möchte, obwohl die Lage, also die Ausrichtung der Blindbefestiger-Setzvorrichtung relativ zur Schwerkraftrichtung, an und für sich nicht zutreffend gewählt ist. In diesem Fall kann der Monteur die Betätigungseinrichtung auf eine bestimmte Art und Weise betätigen, beispielsweise mehrfach betätigen, so dass die Steuervorrichtung dann die Zugeinrichtung in Zugrichtung bewegt. Da in diesem Fall aber eine bewusste Handlung des Monteurs erforderlich ist, ist eine derartige Übersteuerung des Signals des Lagesensors durchaus akzeptabel.

[0014] Die Erfindung wird im Folgenden anhand eines bevorzugten Ausführungsbeispiels in Verbindung mit der Zeichnung erläutert.
Hierin zeigt:

die einzige Figur eine stark schematisierte Darstellung einer Blindbefestiger-Setzvorrichtung.



[0015] Eine Blindbefestiger-Setzvorrichtung ist im vorliegenden Ausführungsbeispiel als Blindniet-Setzgerät 1 ausgebildet. Das Blindniet-Setzgerät 1 weist ein Gehäuse 2 auf, das an seinem vorderen Ende ein Mundstück 3 trägt. Das Mundstück 3 weist eine Beschickungsöffnung 4 auf. Das Blindniet-Setzgerät 1 weist eine Zugeinrichtung 5 auf, deren Bewegung von einer Steuereinrichtung 6 gesteuert wird. Die Bewegung der Zugeinrichtung 5 kann lediglich in zwei Richtungen erfolgen, die durch einen Doppelpfeil 7 symbolisiert sind. Hierbei wird eine Bewegungsrichtung der Zugeinrichtung 5 vom Mundstück 3 weg als Zugrichtung bezeichnet.

[0016] In an sich bekannter Weise weist die Zugeinrichtung 5 einen Zugmechanismus 8 mit zwei Spannbacken 9 auf. Die Spannbacken 9 sind in einem Futtergehäuse 10 angeordnet. Das Futtergehäuse 10 weist einen Innenkonus auf und die Spannbacken 9 weisen einen entsprechenden Außenkonus auf. Die Spannbacken 9 werden durch ein Druckstück 11 unter der Wirkung einer Druckfeder 12 in das Futtergehäuse 10 hineingedrückt, so dass sich ein Durchmesser eines Aufnahmekanals 13 verkleinert.

[0017] In der dargestellten Öffnungsposition kommen die Spannbacken 9 jedoch zur Anlage an das Mundstück 3, wobei sich das Futtergehäuse 10 unter der Wirkung der Steuereinrichtung 6 noch eine kleine Strecke auf das Mundstück 3 zubewegen kann, so dass die Spannbacken 9 auseinanderfahren können und den Durchmesser des Aufnahmekanals 13 vergrößern. In diesem Zustand kann ein Nietdorn eines Blindniets (nicht dargestellt) eingeführt werden. Wenn die Zugeinrichtung 5 dann in Zugrichtung bewegt wird, also weg vom Mundstück 3, dann wirkt das Futtergehäuse 10 auf die Spannbacken 9, die den Nietdorn einklemmen und bei einer weiteren Bewegung der Zugeinrichtung 5 in Zugrichtung eine Zugkraft auf den Nietdorn ausüben können. Durch die Bewegung der Zugeinrichtung 5 wird der Nietdorn, wie dies an sich bekannt ist, durch eine Niethülse des Blindniets gezogen, wobei sich ein Schließkopf ausbildet. Bei einer weiteren Bewegung der Zugeinrichtung 5 reißt der Nietdorn ab.

[0018] An den dem Mundstück 3 abgewandten Ende des Gehäuses 2 ist ein Aufnahmebehälter 14 angeordnet, in dem die abgerissenen Nietdorne aufgenommen werden sollen.

[0019] Das Blindniet-Setzgerät 1 weist ferner einen Bedienungsknopf 15 auf, mit dem ein Setzvorgang für den Blindniet ausgelöst werden kann. Hierzu ist der Bedienungsknopf 15 mit der Steuereinrichtung 6 verbunden.

[0020] Ferner weist das Blindniet-Setzgerät 1 einen Lagesensor 16 auf, der eine Ausrichtung des Blindniet-Setzgeräts 1 relativ zur Schwerkraftrichtung ermittelt. Genauer gesagt wird eine Ausrichtung des Aufnahmekanals 13 der Zugeinrichtung 5 relativ zur Schwerkraftrichtung ermittelt.

[0021] Eine erste Einstelleinrichtung 17, beispielsweise ein Drehknopf, ist vorgesehen, um einen zulässigen oder erlaubten Winkelbereich für den Aufnahmekanal 13 einzustellen. Der Lagesensor 16 kann dann ein Signal abgeben, wenn sich die Ausrichtung des Blindniet-Setzgeräts 1 relativ zur Schwerkraftrichtung innerhalb dieses erlaubten oder zulässigen Winkelbereichs befindet oder er kann ein Signal abgeben, wenn dies nicht der Fall ist.

[0022] Ferner weist das Blindniet-Setzgerät eine zweite Einstelleinrichtung 18 auf, die ebenfalls mit dem Lagesensor 16 verbunden ist und einen erlaubten oder zusätzlichen Arbeitsbereich einstellt. Auch der Arbeitsbereich definiert Winkel, die das Blindnietsetzgerät 1 relativ zur Schwerkraftrichtung einnehmen darf. Wenn dies der Fall ist, kann dies durch den Lagesensor 16 signalisiert werden. Der Lagesensor 16 kann auch signalisieren, wenn dies nicht der Fall ist.

[0023] Die beiden Einstelleinrichtungen 17, 18 können auch direkt mit der Steuereinrichtung 6 verbunden sein.

[0024] Der Lagesensor 16 kann für mehrere Zwecke verwendet werden.

[0025] Ein derartiger Zweck besteht darin, zu verhindern, dass abgerissene Nietdorne aus dem Blindniet-Setzgerät 1 herausfallen. Diese Gefahr besteht, wenn nach dem Abreißen eines Nietdorns das Blindniet-Setzgerät 1 so gehalten wird, dass der Aufnahmekanal 13 mit einer gewissen Neigung nach unten gehalten wird, so dass der abgerissene Nietdorn aus der Beschickungsöffnung 4 heraustreten und herunterfallen kann.

[0026] Um dies zu verhindern, wirkt der Lagesensor 16 mit der Steuereinrichtung 6 so zusammen, dass die Steuereinrichtung 6 eine Bewegung der Zugeinrichtung 5 in die Öffnungsposition, also in die Position, wo die Spannbacken 9 durch das Mundstück in eine Richtung aus dem Futtergehäuse 10 herausgedrückt werden, blockiert, solange das Blindniet-Setzgerät 1 relativ zur Schwerkraftrichtung nicht die richtige Ausrichtung hat. Mit anderen Worten ist eine Bewegung der Zugeinrichtung 5 in die Öffnungsposition nur dann möglich, wenn der Aufnahmekanal 13 zumindest horizontal ausgerichtet ist, besser jedoch dann, wenn der Aufnahmekanal 13 mit der Beschickungsöffnung 4 schräg nach oben zeigt. In dieser Position kann nämlich der abgerissene Nietdorn in den Aufnahmebehälter 14 rutschen.

[0027] Die Steuereinrichtung 6 kann auch so geschaltet sein, dass sie bei einer falschen Haltung des Blindniet-Setzgeräts 1, also mit dem Aufnahmekanal 13 schräg nach unten, eine Bewegung der Zugeinrichtung 5 in die Öffnungsposition zwar blockiert. Sobald aber der Bediener das Blindniet-Setzgerät 1 richtig hält, also den Aufnahmekanal 13 mit der Beschickungsöffnung 4 schräg nach oben hält, erfolgt eine Rückbewegung der Zugeinrichtung 5 in die Öffnungsposition automatisch.

[0028] Eine zweite Verwendungsmöglichkeit für den Lagesensor 16 ergibt sich dadurch, dass man überprüfen kann, ob ein Bediener oder Monteur das Blindniet-Setzgerät 1 beim Setzen eines Blindniets in der richtigen Ausrichtung hält.

[0029] Wenn beispielsweise ein Blindniet in einem Deckenbereich eines Innenraums eines Kraftfahrzeugs gesetzt werden soll, dann ist es zwangsläufig so, dass der Aufnahmekanal 13 mit der Beschickungsöffnung 4 nach oben weisen muss. Dies lässt sich mit Hilfe des Lagesensors 16 relativ einfach kontrollieren. Wenn also der Aufnahmekanal 13 mit der Beschickungsöffnung 4 nicht nach oben weist, dann steuert die Steuereinrichtung 6 die Zugeinrichtung 5 auch nicht in Zugeinrichtung an, sondern bewegt die Zugeinrichtung 5 überhaupt nicht.

[0030] Da das Blindniet-Setzgerät 1 für verschiedene Arbeitsaufgaben verwendbar sein soll, kann man mit Hilfe der zweiten Einstelleinrichtung 18 den jeweils zulässigen oder erlaubten Arbeitsbereich verändern.

[0031] Das Blindniet-Setzgerät 1 kann weiterhin eine Speichereinrichtung 19 aufweisen, die mit der Steuereinrichtung 6 verbunden ist. Die Speichereinrichtung 19 weist einen Beschickungseingang 20 auf, an den man beispielsweise einen Computer oder dergleichen per Kabel oder kabellos anschließen kann, um bestimmte Werte in die Speichereinrichtung 19 einzugeben.

[0032] Diese Werte können beispielsweise wieder verschiedene Arbeitsbereiche sein, also Winkel relativ zur Schwerkraftrichtung, wobei diese Winkel mit einer gewissen Toleranz versehen sein können. Die Speichereinrichtung 19 ist in Fällen verwendbar, in denen nacheinander eine Reihe von Blindnieten gesetzt werden sollen, die unterschiedliche Ausrichtungen relativ zur Schwerkraftrichtung haben. In diesem Fall kann man die einzelnen Winkel in der Speichereinrichtung 19 ablegen. Die Steuereinrichtung 6 vergleicht dann bei jedem Setzvorgang ob die Ausrichtung des Blindniet-Setzgeräts 1 relativ zur Schwerkraftrichtung der für diesen Setzvorgang gewünschten Ausrichtung, die in der Speichereinrichtung 19 gespeichert ist, entspricht. Nur, wenn dies der Fall ist, wird die Zugeinrichtung 5 betätigt. Unterschiedliche Ausrichtungen können sich beispielsweise dann ergeben, wenn Blindniete an einer senkrecht oder gebogen verlaufenden Wand und anschließend in einem Deckenbereich eines Raumes, beispielsweise dem Innenraum eines Fahrzeugs, gesetzt werden sollen. In diesem Fall sind beispielsweise die ersten fünf Blindniete mit einer Ausrichtung zu setzten, bei der der Aufnahmekanal 13 horizontal, also mit einem Winkel von 90° zur Schwerkraftrichtung, ausgerichtet ist, während die anschließend zu setzenden Blindniete jeweils eine Ausrichtung mit einem Winkel größer als 90° zur Schwerkraftrichtung haben, der mit jedem Niet ansteigt. Die letzten Blindniete im Deckenbereich müssen dann mit einer Ausrichtung des Blindniet-Setzgeräts 1 gesetzt werden, die der Schwerkraftrichtung entspricht.

[0033] Die "Haltungskontrolle" des Blindniet-Setzgeräts 1 beim Setzen und die "Haltungskontrolle" des Blindniet-Setzgeräts 1 nach dem Abriss des Nietdorns können kombiniert werden. Sie sind aber auch jeweils einzeln in einem Blindniet-Setzgerät verwendbar.

[0034] Bei einem Blindnietmutter-Setzgerät ist das Abreißen eines Nietdorns kein Problem. Hier kann man jedoch die Ausrichtung der Blindbefestiger-Setzvorrichtung beim Setzen der Blindnietmutter überwachen.

[0035] In nicht näher dargestellter Weise kann man auch nach außen signalisieren, ob das Blindniet-Setzgerät 1 vor oder während eines Setzvorgangs oder nach dem Abreißen eines Nietdorns die richtige Ausrichtung im Raum hat. Hierzu können beispielsweise am Gehäuse 2 Leuchtdioden vorgesehen sein oder man kann einen akustischen Signalgeber verwenden, der dem Monteur oder der Bedienungsperson anzeigt, ob sie das Gerät richtig hält.

[0036] Der Setzvorgang wird normalerweise durch den Bedienungsknopf 15 ausgelöst. Allerdings reicht das drücken des Bedienungsknopfes 15 nicht aus, um einen Setzvorgang auszulösen, wenn der Lagesensor 16 einen Setzvorgang oder ein Zurückfahren der Zugeinrichtung 5 in die Öffnungsposition nicht erlaubt.

[0037] Es kann allerdings Situationen geben, in denen der Monteur dennoch die Zugeinrichtung 5 bewegen können möchte. In diesem Fall kann vorgesehen sein, dass man beispielsweise durch ein zweimaliges Drücken des Bedienungsknopfs 15 die Wirkung des Lagesensors 16 übersteuert, also ein Bewegung der Zugeinrichtung 5 bewirkt, auch wenn das Blindniet-Setzgerät 1 nicht die richtige Ausrichtung im Raum hat.

[0038] Die Steuereinrichtung 6 kann einen elektrisch, pneumatischen oder hydraulischen Antrieb aufweisen. Bei einem Blindnietmutter-Setzgerät kann die Steuereinrichtung 6 auch ein Rotieren der Zugeinrichtung 5 bewirken, um einen Zugdorn aus einer Blindnietmutter heraus oder ihn in die Blindnietmutter hinein zu schrauben.


Ansprüche

1. Blindbefestiger-Setzvorrichtung (1) mit einem Gehäuse (2), einer Zugeinrichtung (5), die gegenüber dem Gehäuse (2) verlagerbar ist, und einer Steuereinrichtung (6), die die Zugeinrichtung (5) steuert, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuereinrichtung (6) mit einem Lagesensor (16) zusammenwirkt, der eine Ausrichtung der Blindbefestiger-Setzvorrichtung (1) relativ zur Schwerkraftrichtung ermittelt.
 
2. Blindbefestiger-Setzvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Lagesensor (16) einen erlaubten Winkelbereich der Blindbefestiger-Setzvorrichtung (1) relativ zur Schwerkraftrichtung signalisiert.
 
3. Blindbefestiger-Setzvorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Winkelbereich von außen veränderbar ist.
 
4. Blindbefestiger-Setzvorrichtung nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Zugeinrichtung (5) eine Öffnungsposition aufweist und die Steuereinrichtung (6) eine Bewegung in die Öffnungsposition blockiert, wenn der Lagesensor (16) eine Ausrichtung der Blindbefestiger-Setzvorrichtung (1) außerhalb des erlaubten Winkelbereichs signalisiert.
 
5. Blindbefestiger-Setzvorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuereinrichtung (6) die Zugvorrichtung (5) in die Öffnungsposition steuert, sobald der Lagesensor (16) eine Ausrichtung der Blindbefestiger-Setzvorrichtung (1) im erlaubten Winkelbereich signalisiert.
 
6. Blindbefestiger-Setzvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuervorrichtung (6) die Zugvorrichtung (5) nur dann in eine Zugrichtung steuert, wenn der Lagesensor (16) einen erlaubten Arbeitsbereich der Blindbefestiger-Setzvorrichtung (1) relativ zur Schwerkraftrichtung signalisiert.
 
7. Blindbefestiger-Setzvorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der erlaubte Arbeitsbereich von außen veränderbar ist.
 
8. Blindbefestiger-Setzvorrichtung nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuereinrichtung (6) mit einer Speichereinrichtung (19) zusammenwirkt, in der für aufeinanderfolgende Setzvorgänge von Blindbefestigern jeweils ein erlaubter Arbeitsbereich für die Ausrichtung der Blindbefestiger-Setzvorrichtung (1) relativ zu Schwerkraftrichtung gespeichert ist, wobei die Steuereinrichtung (6) die Zugeinrichtung (5) nur dann in Zugrichtung steuert, wenn die Blindbefestiger-Setzvorrichtung (1) bei einem Setzvorgang eine Ausrichtung relativ zur Schwerkraftrichtung aufweist, die dem für diesen Setzvorgang gespeicherten Arbeitsbereich entspricht.
 
9. Blindbefestiger-Setzvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuereinrichtung (6) mit einer Betätigungseinrichtung (15) zusammenwirkt, mit der eine Wirkung des Lagesensors übersteuerbar ist.
 




Zeichnung







Recherchenbericht









Recherchenbericht