[0001] Die Erfindung betrifft eine Blindbefestiger-Setzvorrichtung mit einem Gehäuse, einer
Zugeinrichtung, die gegenüber dem Gehäuse verlagerbar ist, und einer Steuereinrichtung,
die die Zugeinrichtung steuert.
[0002] Eine derartige Blindbefestiger-Setzvorrichtung kann verwendet werden, um Blindniete
oder Blindnietmuttern zu setzen. Blindniet und Blindnietmutter werden gemeinsam als
Blindbefestiger bezeichnet. Beim Setzen eines Blindbefestigers wird der Blindbefestiger
mit seinem Schafft durch eine Öffnung in einem Bauteil oder in einem Stapel von Bauteilen
geführt, bis sein Setzkopf an dem Bauteil anliegt. Danach wird die Zugeinrichtung
in eine Zugrichtung bewegt. Dies führt dazu, dass sich auf der anderen Seite des Bauteils
ein Schließkopf ausbildet. Bei einem Blindniet wird dabei ein Zug auf einen Nietdorn
ausgeübt, der bei Erreichen einer vorbestimmten Kraft abreißt. Bei einer Blindnietmutter
wird die Zugkraft über einen Gewindestift übertragen, der in ein Innengewinde im Nietschafft
eingeschraubt ist. Blindbefestiger werden aufgrund ihrer einfachen Handhabbarkeit
in vielen Bereichen der Technik verwendet. Ihre einfache Handhabbarkeit führt jedoch
gelegentlich auch zu einer wenig sorgfältigen Arbeit eines Monteurs, der den Blindbefestiger
setzen soll. Dies kann dazu führen, dass der Blindbefestiger nicht an der gewünschten
Position sitzt oder das sich beim oder nach dem Setzen des Blindbefestigers Beschädigungen
ergeben.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Blindbefestiger-Setzvorrichtung mit
einer Handhabungshilfe bereitzustellen.
[0004] Diese Aufgabe wird bei einer Blindbefestiger-Setzvorrichtung der eingangs genannten
Art dadurch gelöst, dass die Steuereinrichtung mit einem Lagesensor zusammenwirkt,
der eine Ausrichtung der Blindbefestiger-Setzvorrichtung relativ zur Schwerkraftrichtung
ermittelt.
[0005] Ein derartiger Lagesensor ist beispielsweise aus als "Smartphones" bezeichneten Mobiltelefonen
bekannt, bei denen in einem Display eine Anzeige in Abhängigkeit von der Ausrichtung
des Mobiltelefons relativ zur Schwerkraftrichtung verändert wird. Man kann nun einen
derartigen Lagesensor verwenden, um die Ausrichtung der Blindbefestiger-Setzvorrichtung
vor dem Setzen eines Blindbefestigers, während des Setzens eines Blindbefestigers
oder nach dem Setzen eines Blindbefestigers zu ermitteln und somit dem Monteur eine
Hilfe dahingehend zu geben, ob er die Blindbefestiger-Setzvorrichtung richtig handhabt.
[0006] Vorzugsweise signalisiert der Lagesensor einen erlaubten Winkelbereich der Blindbefestiger-Setzvorrichtung
relativ zur Schwerkraftrichtung. Diese Signalisierung kann dadurch erfolgen, dass
der Lagesensor ein Signal ausgibt, wenn sich die Blindbefestiger-Setzvorrichtung in
dem erlaubten Winkelbereich befindet oder die Signalisierung kann darin bestehen,
dass der Lagesensor ein Signal ausgibt, wenn sich die Blindbefestiger-Setzvorrichtung
nicht im erlaubten Winkelbereich befindet. Der erlaubte Winkelbereich kann auch als
"zulässiger Winkelbereich" bezeichnet werden. Die Signalisierung kann auf verschiedene
Weise erfolgen. Sie kann beispielsweise in einem Signal bestehen, dass außen an der
Blindbefestiger-Setzvorrichtung angezeigt wird, beispielsweise durch ein Leuchtmittel
oder ein akustisches Signal. Die Signalisierung kann auch darin bestehen, dass lediglich
interne Signale an die Steuereinrichtung weitergegeben werden, wie sie weiter unten
erläutert werden.
[0007] In einer bevorzugten Ausgestaltung ist vorgesehen, dass der Winkelbereich von außen
veränderbar ist. Damit kann man die Blindbefestiger-Setzvorrichtung an verschiedene
Arbeitsaufgaben anpassen. In Abhängigkeit von der Position und der Ausrichtung der
zu setzenden Blindbefestiger kann die Blindbefestiger-Setzvorrichtung entsprechend
eingestellt werden.
[0008] Vorzugsweise weist die Zugeinrichtung eine Öffnungsposition auf und die Steuereinrichtung
blockiert eine Bewegung in die Öffnungsposition, wenn der Lagesensor eine Ausrichtung
der Blindbefestiger-Setzvorrichtung außerhalb des erlaubten Winkelbereichs signalisiert.
Diese Ausgestaltung ist insbesondere dann von Vorteil, wenn die Blindbefestiger-Setzvorrichtung
zum Setzen von Blindnieten verwendet wird. Wie oben erläutert, übt die Zugeinrichtung
eine Zugkraft auf einen Nietdorn eines Blindniets aus, um den Schließkopf des Blindniets
zu bilden. Dieser Nietdorn reißt ab und wird dann von der Zugeinrichtung festgehalten.
Üblicherweise wird die Zugeinrichtung dann wieder in ihre Öffnungsposition bewegt,
wo sie den Nietdorn freigibt und wo sie einen Nietdorn eines neuen zu setzenden Blindniets
aufnehmen kann. Der abgerissene Nietdorn, der in der Öffnungsposition freigegeben
wird, sollte von einem Auffangbehälter aufgenommen werden, so dass er nicht herausfällt
und stört. Das Zurückfahren der Zugeinrichtung in die Öffnungsposition erfolgt teilweise
automatisch, teilweise unter der Steuerung eines Benutzers. In beiden Fällen kann
es dann vorkommen, dass die Blindbefestiger-Setzvorrichtung versehentlich so gehalten
wird, dass der Nietdorn nicht, wie eigentlich erwünscht, in den Auffangbehälter entsorgt
wird, sondern nach vorne aus der Blindbefestiger-Setzvorrichtung herausfällt. Dies
kann unter ungünstigen Umständen dazu führen, dass der Nietdorn nach dem Herausfallen
nicht mehr erreicht werden kann, weil er sich in einer ungünstigen Position befindet.
Wenn beispielsweise der Blindniet in einem Kraftfahrzeug gesetzt wird, kann der Nietdorn
in einen Hohlraum des Kraftfahrzeugs fallen, wo er für den Monteur nicht mehr zugänglich
ist, später für den Verwender des Kraftfahrzeugs aber stört, wenn der Nietdorn zum
Klappern neigt. Wenn der Lagesensor nun der Steuereinrichtung signalisiert, dass sich
die Blindbefestiger-Setzvorrichtung in einer Ausrichtung befindet, in der die Gefahr
besteht, dass der Nietdorn nach vorne herausfällt, also in einer Situation, in der
die Zugeinrichtung mit ihrem Aufnahmeende nach untern geneigt ist, dann kann die Steuereinrichtung
die Bewegung der Zugeinrichtung in der Öffnungsposition verhindern, so dass der Nietdorn
nicht versehentlich herausfallen und später stören kann.
[0009] Hierbei ist bevorzugt, dass die Steuereinrichtung die Zugvorrichtung in die Öffnungsposition
steuert, sobald der Lagesensor eine Ausrichtung der Blindbefestiger-Setzvorrichtung
im erlaubten Winkelbereich signalisiert. Dies vereinfacht die Handhabung weiter. Der
Monteur muss die Blindbefestiger-Setzvorrichtung im Grunde nur etwas schräg nach oben
ausrichten, also so, dass die Zugvorrichtung mit ihrem Nietdornaufnahmeende nach oben
zeigt. Die Zugeinrichtung wird dann in ihre Öffnungsposition bewegt und lässt den
Nietdorn dann los, so dass der Nietdorn in den Aufnahmebehälter fallen und entsorgt
werden kann.
[0010] In einer alternativen oder zusätzlichen Ausgestaltung kann vorgesehen sein, dass
die Steuervorrichtung die Zugvorrichtung nur dann in eine Zugrichtung steuert, wenn
der Lagesensor einen erlaubten Arbeitsbereich der Blindbefestiger-Setzvorrichtung
relativ zur Schwerkraftrichtung signalisiert. Der Arbeitsbereich kann mit dem Winkelbereich
übereinstimmen. Er kann sich davon aber auch unterscheiden. Wenn beispielsweise Blindbefestiger
im Dachbereich eines Innenraums eines Kraftfahrzeugs gesetzt werden soll, muss die
Blindbefestiger-Setzvorrichtung beim Setzen der Blindbefestiger so ausgerichtet werden,
dass das Aufnahmeende der Zugeinrichtung nach oben zeigt. Gegebenenfalls kann man
hier auch noch einen Winkel zur Schwerkraftrichtung definieren, den die Zugeinrichtung
einhalten muss. Nur wenn die Blindbefestiger-Setzvorrichtung eine derartige Ausrichtung
relativ zur Schwerkraftrichtung hat, ist sichergestellt, dass der Blindbefestiger
in der gewünschten Weise gesetzt wird. Dementsprechend erlaubt die Steuervorrichtung
eine Bewegung der Zugeinrichtung nur dann, wenn diese Ausrichtung gegeben ist. Wenn
der Monteur die Blindbefestiger-Setzvorrichtung falsch hält, also nicht in dem erlaubten
Arbeitsbereich, dann erfolgt auch keine Bewegung der Zugvorrichtung und ein Setzen
des Blindbefestigers wird verhindert.
[0011] Auch hier ist von Vorteil, wenn der erlaubte Arbeitsbereich von außen veränderbar
ist. Der erlaubte Arbeitsbereich kann auch als "zulässiger" Arbeitsbereich bezeichnet
werden. Durch die Veränderung des erlaubten Arbeitsbereichs lässt sich die Blindbefestiger-Setzvorrichtung
an unterschiedliche Arbeitsaufgaben anpassen. So kann man beispielsweise einen ersten
erlaubten Arbeitsbereich einstellen, wenn Blindbefestiger im Dachbereich des Innenraums
eines Kraftfahrzeugs gesetzt werden sollen und die Blindbefestiger-Setzvorrichtung
beim Setzen eines Blindbefestigers "nach oben" zeigen muss. Man kann einen zweiten
Arbeitsbereich einstellen, wenn die gleiche Blindbefestiger-Setzvorrichtung zum Setzen
von Blindbefestigern im Bodenbereich des Innenraums des Kraftfahrzeugs verwendet werden
sollen. In diesem Fall muss die Blindbefestiger-Setzvorrichtung beim Setzen der Blindbefestiger
"nach unten" zeigen.
[0012] In einer besonders bevorzugten Ausgestaltung ist vorgesehen, dass die Steuereinrichtung
mit einer Speichereinrichtung zusammenwirkt, in der für aufeinanderfolgende Setzvorgänge
von Blindbefestigern jeweils ein erlaubter Arbeitsbereich für die Ausrichtung der
Blindbefestiger-Setzvorrichtung relativ zur Schwerkraftrichtung gespeichert ist, wobei
die Steuereinrichtung die Zugeinrichtung nur dann in Zugrichtung steuert, wenn die
Blindbefestiger-Setzvorrichtung bei einem Setzvorgang eine Ausrichtung relativ zur
Schwerkraftrichtung aufweist, die dem für diesen Setzvorgang gespeicherten Arbeitsbereich
entspricht. In vielen Fällen haben die zu setzenden Blindbefestiger unterschiedliche
Ausrichtungen zur Schwerkraft. Wenn man beispielsweise mehrere Blindbefestiger zunächst
an einer Seitenwand oder A-Säule eines Kraftfahrzeugs und später im Deckenbereich
setzen möchte, dann haben die Blindbefestiger im Deckenbereich eine andere Ausrichtung
als die übrigen Blindbefestiger. Man kann nun einen Arbeitsablauf vorgeben, bei dem
beispielsweise eine vorbestimmte Anzahl von Blindbefestigern zunächst in der A-Säule
oder Seitenwand des Kraftfahrzeugs und danach eine vorbestimmte Anzahl von Blindbefestigern
im Deckenbereich des Innenraums des Kraftfahrzeugs gesetzt werden sollen. Für jeden
Blindbefestiger gibt es dann einen erlaubten Winkel relativ zur Schwerkraftrichtung.
Nur wenn der Monteur diesen Winkel mit einem gewissen Toleranzbereich einhält, wird
die Blindbefestiger-Setzvorrichtung aktiv und die Zugeinrichtung wirkt auf den Blindbefestiger,
um den Schließkopf auszubilden. Wenn der Monteur die Blindbefestiger-Setzvorrichtung
falsch, also nicht in der gewünschten Ausrichtung hält, wird ein Setzvorgang nicht
ermöglicht. Ein derartiger Arbeitsablauf kann auch als Profil bezeichnet werden. Die
Speichereinrichtung kann mehrere unterschiedliche Profile in einer sogenannten Profilliste
enthalten. Der Monteur kann je nach Anforderung eines der Profile aus der Liste auswählen.
[0013] Vorzugsweise wirkt die Steuereinrichtung mit einer Betätigungseinrichtung zusammen,
mit der eine Wirkung des Lagesensors übersteuerbar ist. Es kann durchaus der Fall
eintreten, dass der Monteur einen Blindbefestiger setzen möchte, obwohl die Lage,
also die Ausrichtung der Blindbefestiger-Setzvorrichtung relativ zur Schwerkraftrichtung,
an und für sich nicht zutreffend gewählt ist. In diesem Fall kann der Monteur die
Betätigungseinrichtung auf eine bestimmte Art und Weise betätigen, beispielsweise
mehrfach betätigen, so dass die Steuervorrichtung dann die Zugeinrichtung in Zugrichtung
bewegt. Da in diesem Fall aber eine bewusste Handlung des Monteurs erforderlich ist,
ist eine derartige Übersteuerung des Signals des Lagesensors durchaus akzeptabel.
[0014] Die Erfindung wird im Folgenden anhand eines bevorzugten Ausführungsbeispiels in
Verbindung mit der Zeichnung erläutert.
Hierin zeigt:
die einzige Figur eine stark schematisierte Darstellung einer Blindbefestiger-Setzvorrichtung.
[0015] Eine Blindbefestiger-Setzvorrichtung ist im vorliegenden Ausführungsbeispiel als
Blindniet-Setzgerät 1 ausgebildet. Das Blindniet-Setzgerät 1 weist ein Gehäuse 2 auf,
das an seinem vorderen Ende ein Mundstück 3 trägt. Das Mundstück 3 weist eine Beschickungsöffnung
4 auf. Das Blindniet-Setzgerät 1 weist eine Zugeinrichtung 5 auf, deren Bewegung von
einer Steuereinrichtung 6 gesteuert wird. Die Bewegung der Zugeinrichtung 5 kann lediglich
in zwei Richtungen erfolgen, die durch einen Doppelpfeil 7 symbolisiert sind. Hierbei
wird eine Bewegungsrichtung der Zugeinrichtung 5 vom Mundstück 3 weg als Zugrichtung
bezeichnet.
[0016] In an sich bekannter Weise weist die Zugeinrichtung 5 einen Zugmechanismus 8 mit
zwei Spannbacken 9 auf. Die Spannbacken 9 sind in einem Futtergehäuse 10 angeordnet.
Das Futtergehäuse 10 weist einen Innenkonus auf und die Spannbacken 9 weisen einen
entsprechenden Außenkonus auf. Die Spannbacken 9 werden durch ein Druckstück 11 unter
der Wirkung einer Druckfeder 12 in das Futtergehäuse 10 hineingedrückt, so dass sich
ein Durchmesser eines Aufnahmekanals 13 verkleinert.
[0017] In der dargestellten Öffnungsposition kommen die Spannbacken 9 jedoch zur Anlage
an das Mundstück 3, wobei sich das Futtergehäuse 10 unter der Wirkung der Steuereinrichtung
6 noch eine kleine Strecke auf das Mundstück 3 zubewegen kann, so dass die Spannbacken
9 auseinanderfahren können und den Durchmesser des Aufnahmekanals 13 vergrößern. In
diesem Zustand kann ein Nietdorn eines Blindniets (nicht dargestellt) eingeführt werden.
Wenn die Zugeinrichtung 5 dann in Zugrichtung bewegt wird, also weg vom Mundstück
3, dann wirkt das Futtergehäuse 10 auf die Spannbacken 9, die den Nietdorn einklemmen
und bei einer weiteren Bewegung der Zugeinrichtung 5 in Zugrichtung eine Zugkraft
auf den Nietdorn ausüben können. Durch die Bewegung der Zugeinrichtung 5 wird der
Nietdorn, wie dies an sich bekannt ist, durch eine Niethülse des Blindniets gezogen,
wobei sich ein Schließkopf ausbildet. Bei einer weiteren Bewegung der Zugeinrichtung
5 reißt der Nietdorn ab.
[0018] An den dem Mundstück 3 abgewandten Ende des Gehäuses 2 ist ein Aufnahmebehälter 14
angeordnet, in dem die abgerissenen Nietdorne aufgenommen werden sollen.
[0019] Das Blindniet-Setzgerät 1 weist ferner einen Bedienungsknopf 15 auf, mit dem ein
Setzvorgang für den Blindniet ausgelöst werden kann. Hierzu ist der Bedienungsknopf
15 mit der Steuereinrichtung 6 verbunden.
[0020] Ferner weist das Blindniet-Setzgerät 1 einen Lagesensor 16 auf, der eine Ausrichtung
des Blindniet-Setzgeräts 1 relativ zur Schwerkraftrichtung ermittelt. Genauer gesagt
wird eine Ausrichtung des Aufnahmekanals 13 der Zugeinrichtung 5 relativ zur Schwerkraftrichtung
ermittelt.
[0021] Eine erste Einstelleinrichtung 17, beispielsweise ein Drehknopf, ist vorgesehen,
um einen zulässigen oder erlaubten Winkelbereich für den Aufnahmekanal 13 einzustellen.
Der Lagesensor 16 kann dann ein Signal abgeben, wenn sich die Ausrichtung des Blindniet-Setzgeräts
1 relativ zur Schwerkraftrichtung innerhalb dieses erlaubten oder zulässigen Winkelbereichs
befindet oder er kann ein Signal abgeben, wenn dies nicht der Fall ist.
[0022] Ferner weist das Blindniet-Setzgerät eine zweite Einstelleinrichtung 18 auf, die
ebenfalls mit dem Lagesensor 16 verbunden ist und einen erlaubten oder zusätzlichen
Arbeitsbereich einstellt. Auch der Arbeitsbereich definiert Winkel, die das Blindnietsetzgerät
1 relativ zur Schwerkraftrichtung einnehmen darf. Wenn dies der Fall ist, kann dies
durch den Lagesensor 16 signalisiert werden. Der Lagesensor 16 kann auch signalisieren,
wenn dies nicht der Fall ist.
[0023] Die beiden Einstelleinrichtungen 17, 18 können auch direkt mit der Steuereinrichtung
6 verbunden sein.
[0024] Der Lagesensor 16 kann für mehrere Zwecke verwendet werden.
[0025] Ein derartiger Zweck besteht darin, zu verhindern, dass abgerissene Nietdorne aus
dem Blindniet-Setzgerät 1 herausfallen. Diese Gefahr besteht, wenn nach dem Abreißen
eines Nietdorns das Blindniet-Setzgerät 1 so gehalten wird, dass der Aufnahmekanal
13 mit einer gewissen Neigung nach unten gehalten wird, so dass der abgerissene Nietdorn
aus der Beschickungsöffnung 4 heraustreten und herunterfallen kann.
[0026] Um dies zu verhindern, wirkt der Lagesensor 16 mit der Steuereinrichtung 6 so zusammen,
dass die Steuereinrichtung 6 eine Bewegung der Zugeinrichtung 5 in die Öffnungsposition,
also in die Position, wo die Spannbacken 9 durch das Mundstück in eine Richtung aus
dem Futtergehäuse 10 herausgedrückt werden, blockiert, solange das Blindniet-Setzgerät
1 relativ zur Schwerkraftrichtung nicht die richtige Ausrichtung hat. Mit anderen
Worten ist eine Bewegung der Zugeinrichtung 5 in die Öffnungsposition nur dann möglich,
wenn der Aufnahmekanal 13 zumindest horizontal ausgerichtet ist, besser jedoch dann,
wenn der Aufnahmekanal 13 mit der Beschickungsöffnung 4 schräg nach oben zeigt. In
dieser Position kann nämlich der abgerissene Nietdorn in den Aufnahmebehälter 14 rutschen.
[0027] Die Steuereinrichtung 6 kann auch so geschaltet sein, dass sie bei einer falschen
Haltung des Blindniet-Setzgeräts 1, also mit dem Aufnahmekanal 13 schräg nach unten,
eine Bewegung der Zugeinrichtung 5 in die Öffnungsposition zwar blockiert. Sobald
aber der Bediener das Blindniet-Setzgerät 1 richtig hält, also den Aufnahmekanal 13
mit der Beschickungsöffnung 4 schräg nach oben hält, erfolgt eine Rückbewegung der
Zugeinrichtung 5 in die Öffnungsposition automatisch.
[0028] Eine zweite Verwendungsmöglichkeit für den Lagesensor 16 ergibt sich dadurch, dass
man überprüfen kann, ob ein Bediener oder Monteur das Blindniet-Setzgerät 1 beim Setzen
eines Blindniets in der richtigen Ausrichtung hält.
[0029] Wenn beispielsweise ein Blindniet in einem Deckenbereich eines Innenraums eines Kraftfahrzeugs
gesetzt werden soll, dann ist es zwangsläufig so, dass der Aufnahmekanal 13 mit der
Beschickungsöffnung 4 nach oben weisen muss. Dies lässt sich mit Hilfe des Lagesensors
16 relativ einfach kontrollieren. Wenn also der Aufnahmekanal 13 mit der Beschickungsöffnung
4 nicht nach oben weist, dann steuert die Steuereinrichtung 6 die Zugeinrichtung 5
auch nicht in Zugeinrichtung an, sondern bewegt die Zugeinrichtung 5 überhaupt nicht.
[0030] Da das Blindniet-Setzgerät 1 für verschiedene Arbeitsaufgaben verwendbar sein soll,
kann man mit Hilfe der zweiten Einstelleinrichtung 18 den jeweils zulässigen oder
erlaubten Arbeitsbereich verändern.
[0031] Das Blindniet-Setzgerät 1 kann weiterhin eine Speichereinrichtung 19 aufweisen, die
mit der Steuereinrichtung 6 verbunden ist. Die Speichereinrichtung 19 weist einen
Beschickungseingang 20 auf, an den man beispielsweise einen Computer oder dergleichen
per Kabel oder kabellos anschließen kann, um bestimmte Werte in die Speichereinrichtung
19 einzugeben.
[0032] Diese Werte können beispielsweise wieder verschiedene Arbeitsbereiche sein, also
Winkel relativ zur Schwerkraftrichtung, wobei diese Winkel mit einer gewissen Toleranz
versehen sein können. Die Speichereinrichtung 19 ist in Fällen verwendbar, in denen
nacheinander eine Reihe von Blindnieten gesetzt werden sollen, die unterschiedliche
Ausrichtungen relativ zur Schwerkraftrichtung haben. In diesem Fall kann man die einzelnen
Winkel in der Speichereinrichtung 19 ablegen. Die Steuereinrichtung 6 vergleicht dann
bei jedem Setzvorgang ob die Ausrichtung des Blindniet-Setzgeräts 1 relativ zur Schwerkraftrichtung
der für diesen Setzvorgang gewünschten Ausrichtung, die in der Speichereinrichtung
19 gespeichert ist, entspricht. Nur, wenn dies der Fall ist, wird die Zugeinrichtung
5 betätigt. Unterschiedliche Ausrichtungen können sich beispielsweise dann ergeben,
wenn Blindniete an einer senkrecht oder gebogen verlaufenden Wand und anschließend
in einem Deckenbereich eines Raumes, beispielsweise dem Innenraum eines Fahrzeugs,
gesetzt werden sollen. In diesem Fall sind beispielsweise die ersten fünf Blindniete
mit einer Ausrichtung zu setzten, bei der der Aufnahmekanal 13 horizontal, also mit
einem Winkel von 90° zur Schwerkraftrichtung, ausgerichtet ist, während die anschließend
zu setzenden Blindniete jeweils eine Ausrichtung mit einem Winkel größer als 90° zur
Schwerkraftrichtung haben, der mit jedem Niet ansteigt. Die letzten Blindniete im
Deckenbereich müssen dann mit einer Ausrichtung des Blindniet-Setzgeräts 1 gesetzt
werden, die der Schwerkraftrichtung entspricht.
[0033] Die "Haltungskontrolle" des Blindniet-Setzgeräts 1 beim Setzen und die "Haltungskontrolle"
des Blindniet-Setzgeräts 1 nach dem Abriss des Nietdorns können kombiniert werden.
Sie sind aber auch jeweils einzeln in einem Blindniet-Setzgerät verwendbar.
[0034] Bei einem Blindnietmutter-Setzgerät ist das Abreißen eines Nietdorns kein Problem.
Hier kann man jedoch die Ausrichtung der Blindbefestiger-Setzvorrichtung beim Setzen
der Blindnietmutter überwachen.
[0035] In nicht näher dargestellter Weise kann man auch nach außen signalisieren, ob das
Blindniet-Setzgerät 1 vor oder während eines Setzvorgangs oder nach dem Abreißen eines
Nietdorns die richtige Ausrichtung im Raum hat. Hierzu können beispielsweise am Gehäuse
2 Leuchtdioden vorgesehen sein oder man kann einen akustischen Signalgeber verwenden,
der dem Monteur oder der Bedienungsperson anzeigt, ob sie das Gerät richtig hält.
[0036] Der Setzvorgang wird normalerweise durch den Bedienungsknopf 15 ausgelöst. Allerdings
reicht das drücken des Bedienungsknopfes 15 nicht aus, um einen Setzvorgang auszulösen,
wenn der Lagesensor 16 einen Setzvorgang oder ein Zurückfahren der Zugeinrichtung
5 in die Öffnungsposition nicht erlaubt.
[0037] Es kann allerdings Situationen geben, in denen der Monteur dennoch die Zugeinrichtung
5 bewegen können möchte. In diesem Fall kann vorgesehen sein, dass man beispielsweise
durch ein zweimaliges Drücken des Bedienungsknopfs 15 die Wirkung des Lagesensors
16 übersteuert, also ein Bewegung der Zugeinrichtung 5 bewirkt, auch wenn das Blindniet-Setzgerät
1 nicht die richtige Ausrichtung im Raum hat.
[0038] Die Steuereinrichtung 6 kann einen elektrisch, pneumatischen oder hydraulischen Antrieb
aufweisen. Bei einem Blindnietmutter-Setzgerät kann die Steuereinrichtung 6 auch ein
Rotieren der Zugeinrichtung 5 bewirken, um einen Zugdorn aus einer Blindnietmutter
heraus oder ihn in die Blindnietmutter hinein zu schrauben.
1. Blindbefestiger-Setzvorrichtung (1) mit einem Gehäuse (2), einer Zugeinrichtung (5),
die gegenüber dem Gehäuse (2) verlagerbar ist, und einer Steuereinrichtung (6), die
die Zugeinrichtung (5) steuert, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuereinrichtung (6) mit einem Lagesensor (16) zusammenwirkt, der eine Ausrichtung
der Blindbefestiger-Setzvorrichtung (1) relativ zur Schwerkraftrichtung ermittelt.
2. Blindbefestiger-Setzvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Lagesensor (16) einen erlaubten Winkelbereich der Blindbefestiger-Setzvorrichtung
(1) relativ zur Schwerkraftrichtung signalisiert.
3. Blindbefestiger-Setzvorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Winkelbereich von außen veränderbar ist.
4. Blindbefestiger-Setzvorrichtung nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Zugeinrichtung (5) eine Öffnungsposition aufweist und die Steuereinrichtung (6)
eine Bewegung in die Öffnungsposition blockiert, wenn der Lagesensor (16) eine Ausrichtung
der Blindbefestiger-Setzvorrichtung (1) außerhalb des erlaubten Winkelbereichs signalisiert.
5. Blindbefestiger-Setzvorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuereinrichtung (6) die Zugvorrichtung (5) in die Öffnungsposition steuert,
sobald der Lagesensor (16) eine Ausrichtung der Blindbefestiger-Setzvorrichtung (1)
im erlaubten Winkelbereich signalisiert.
6. Blindbefestiger-Setzvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuervorrichtung (6) die Zugvorrichtung (5) nur dann in eine Zugrichtung steuert,
wenn der Lagesensor (16) einen erlaubten Arbeitsbereich der Blindbefestiger-Setzvorrichtung
(1) relativ zur Schwerkraftrichtung signalisiert.
7. Blindbefestiger-Setzvorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der erlaubte Arbeitsbereich von außen veränderbar ist.
8. Blindbefestiger-Setzvorrichtung nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuereinrichtung (6) mit einer Speichereinrichtung (19) zusammenwirkt, in der
für aufeinanderfolgende Setzvorgänge von Blindbefestigern jeweils ein erlaubter Arbeitsbereich
für die Ausrichtung der Blindbefestiger-Setzvorrichtung (1) relativ zu Schwerkraftrichtung
gespeichert ist, wobei die Steuereinrichtung (6) die Zugeinrichtung (5) nur dann in
Zugrichtung steuert, wenn die Blindbefestiger-Setzvorrichtung (1) bei einem Setzvorgang
eine Ausrichtung relativ zur Schwerkraftrichtung aufweist, die dem für diesen Setzvorgang
gespeicherten Arbeitsbereich entspricht.
9. Blindbefestiger-Setzvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuereinrichtung (6) mit einer Betätigungseinrichtung (15) zusammenwirkt, mit
der eine Wirkung des Lagesensors übersteuerbar ist.