[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Erzeugung eines zusammenhängenden Eiskörpers
in einem Erdbodenbereich.
[0002] Diesbezüglich ist die Solekühlung eine etablierte und sichere Variante des Bodengefrierens
und der Baugrundsicherung, die gegenüber anderen Verfahren wie z.B. der Betoninjektion
durchaus wettbewerbsfähig ist. Versuche haben allerdings gezeigt, dass die Solekühlung
bei Grundwassergeschwindigkeiten oberhalb von 2 m/Tag auf ihre Grenzen stößt, d.h.,
ein zusammenhängender monolithischer Eiskörper (auch als Frostkörper bezeichnet),
der alle Kühllanzen einschließt, in der Regel nicht mehr erzeugt werden kann. Ursache
dafür ist u.a. eine auftretende Düsenwirkung. Der um die Kühllanzen wachsende Eiskörper
engt die Strömungsquerschnitte für das Grundwasser bzw. Strömungsmittel ein. Damit
steigen die Strömungsgeschwindigkeit und die Wärmestromdichte am Rand des Eiskörpers
an. Ein stationärer Zustand, bei dem der Eiskörper nicht mehr wächst, kann eintreten,
bevor sich ein geschlossener Eiskörper gebildet hat.
[0003] Die
DE-A1-1501466 beschreibt eine Vorrichtung zum Kühlen oder Gefrieren eines Untergrunds mit einem
länglichen Behälter, der in den zu kühlenden Untergrund eingebracht wird und in dem
ein oben und unten offenes Rohr angeordnet ist, über welches ein Wärmeaustauschfluid
zugeführt werden kann.
[0004] Der Erfindung liegt hiervon ausgehend die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren bereitzustellen,
das die Erzeugung eines zusammenhängenden Eiskörpers ermöglicht.
[0005] Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
[0006] Danach sieht das erfindungsgemäße Verfahren zur Erzeugung eines zusammenhängenden
Eiskörpers in einem Erdbodenbereich durch Gefrieren des Erdbodenbereiches bzw. eines
Teiles davon vor, dass erste Kühllanzen in den Erdbodenbereich eingebracht werden,
in dem der zusammenhängende Frostkörper in Gegenwart einer den Erdbodenbereich durchziehenden
Strömung eines fluiden Strömungsmittels, insbesondere in Form von Grundwasser, zu
erzeugen ist, wobei zum Kühlen bzw. Gefrieren des Erdbodenbereiches ein erster Kälteträger
in die ersten Kühllanzen eingeleitet wird, und wobei weiterhin zum Kühlen bzw. Gefrieren
des Erdbodenbereiches zumindest eine zweite Kühllanze auf einer strömungszugewandten
Seite der ersten Kühllanzen in den Erdbodenbereich eingebracht wird und ein zweiter
Kälteträger, der eine Temperatur aufweist, die niedriger ist als die Temperatur des
ersten Kälteträgers, in die mindestens eine zweite Kältelanze eingeleitet wird, um
die Ausbildung eines zusammenhängenden Eiskörpers zu unterstützen, der sämtliche erste
und zweite Kühllanzen umschließt.
[0007] Der Eiskörper wird vorliegend also durch Kühlen des Erdbodenbereiches erzeugt, wobei
die durch die Kühllanzen strömenden Kälteträger den Erdbodenbereich durch indirekten
Wärmetausch derart kühlen, dass der besagte Eiskörper durch entsprechendes Vereisen
des Erdbodenbereiches ausgebildet wird, d.h., in dem Erdbodenbereich vorhandenes Wasser
wird gefroren und bildet zusammen mit den eingefrorenen Feststoffen des Erdbodenbereiches
den Eiskörper.
[0008] Erfindungsgemäß wird ein zusammenhängender Eiskörper gebildet, der die eingesetzten
bzw. an dem Kühlprozess beteiligten ersten und zweiten Kühllanzen sämtlich umgibt.
Zusammenhängend heißt hierbei wegzusammenhängend, d.h., je zwei Punkte dieses Eiskörpers
können durch einen Weg verbunden werden, der vollständig in dem Eiskörper liegt und
nicht etwa durch ein nichtvereistes Gebiet des Erdbodenbereiches führt. Eine mögliche
Ausgestaltung der Kühllanzen wird weiter unten dargestellt.
[0009] Bevorzugt ist vorgesehen, dass der erste Kälteträger eine Sole ist, insbesondere
eine Calciumchloridlösung, die Temperaturen im Bereich von -30°C bis -45°C aufweisen
kann. Vorzugsweise liegt der maximale Salzgehalt bei einer Calciumchloridlösung bei
30%.
[0010] Bevorzugt ist weiterhin vorgesehen, dass der zweite Kälteträger flüssiger Stickstoff
ist, der vorzugsweise eine Temperatur von -196°C (nämlich am Übergang zur gasförmigen
Phase bei Normalbedingungen) aufweist.
[0011] Es können natürlich auch alternative erste und zweite Kälteträger verwendet werden,
die in etwa die vorgenannten Temperaturen aufweisen.
[0012] Bevorzugt erfolgt das Einleiten des ersten Kälteträgers in die ersten Kühllanzen
und das Einleiten des zweiten Kälteträgers in die zweiten Kühllanzen gleichzeitig.
[0013] Aufgrund der entsprechend tieferen Temperatur des zweiten Kälteträgers kann dabei
trotz der beschriebenen Düsenwirkung ein geschlossener bzw. zusammenhängender Eiskörper
entstehen, wobei nunmehr mit Vorteil nach der Aufgefrierphase, während der der zusammenhängende
Eiskörper erzeugt wird, der Strom des zweiten Kälteträgers in die zweiten Kühllanzen
herunter geregelt bzw. vollständig gestoppt werden kann.
[0014] Die Erfindung bietet mit Vorteil eine größere Verfahrenssicherheit, da die zusammenhängende
Vereisung auch bei vergleichsweise großen Strömungsgeschwindigkeiten von bis zu 6
m/Tag realisiert werden kann. Besonders bei unklaren Verhältnissen hinsichtlich der
Grundwassergeschwindigkeit ist dies ein entscheidender Vorteil. Durch die mittels
des zweiten Kälteträgers unterstützte Vorkühlung wird die Aufgefrier-Phase deutlich
verkürzt. Die Zusatzkosten für die zusätzliche Kühlung mittels des zweiten Kälteträgers
(insbesondere Stickstoff) können durch die Einsparungen aufgrund der kürzeren Aufgefrier-Phase
kompensiert oder sogar überkompensiert werden.
[0015] Im Allgemeinen kann vorliegend der betrachtete Erdboden für den ungefrorenen Fall
als Dreiphasen-Modell modelliert werden, besteht aus Feststoff, Wasser bzw. Strömungsmittel
und Luft. Da für Verweisungsmaßnahmen eine Vollsättigung angenommen werden kann, ergibt
sich für den ungefrorenen Erdboden ein Zweiphasenmodell bestehend aus Feststoff und
Wasser bzw. Strömungsmittel. Im Verlauf des Gefrierprozesses bzw. der Ausbildung des
Eiskörpers reduziert sich die Wasserphase unter gleichzeitiger Zunahme der Eisphase.
Die Erfahrung zeigt, dass bereits bei ca. -2°C für Erdbodenfeststoffe wie Feinsand,
Grobsand oder Kies kein nennenswerter Anteil ungefrorenen Wassers mehr vorhanden ist,
was insbesondere bei den hier vorzugsweise zum Einsatz kommenden Temperaturen der
Kälteträger (siehe oben) gegeben ist.
[0016] Gemäß einer Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen, dass mehrere zweite Kühllanzen
auf der strömungszugewandten Seite der ersten Kühllanzen in den Erdbodenbereich eingebracht
werden und der zweite Kälteträger in die zweiten Kühllanzen eingeleitet wird. D.h.,
die zusätzlichen zweiten Kühllanzen werden auf der Luvseite des geplanten zusammenhängenden
Eiskörpers vor den ersten Kühllanzen positioniert.
[0017] Gemäß einer weiteren Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen, dass die ersten
Kühllanzen, insbesondere zur Ausbildung eines Eiskörpers in Form einer Baugrubenwand,
in einer Erstreckungsebene nebeneinander, insbesondere parallel zueinander, in den
Erdbodenbereich eingebracht werden.
[0018] Gemäß einer weiteren Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen, dass die ersten
Kühllanzen, insbesondere zur Ausbildung eines Frostkörpers in Form eines Hohlzylinders
bzw. einer Tunnelröhre, entlang einer umlaufenden gedachten Fläche (z.B. in Form eines
Zylindermantels, insbesondere Kreiszylindermantel) nebeneinander, insbesondere parallel
zueinander, in den Erdbodenbereich eingebracht werden.
[0019] Simulationsberechnungen zeigen dabei, dass in Bereichen, in denen Düseneffekte verstärkt
auftreten werden, pro erste Kühllanze vorzugsweise eine zweite Kühllanze empfehlenswert
ist. Dies ist insbesondere in der Mitte eines ebenen Frostkörpers, z.B. in Form einer
Baugrubenwand, oder eines zylindrischen, insbesondere kreiszylindrischen, Eiskörpers,
z.B. in Form einer Tunnelröhre, sinnvoll.
[0020] Bevorzugt wird daher die mindestens eine zweite Kühllanze oder die mehreren zweiten
Kühllanzen jeweils in einer Strömungsrichtung der Strömung vor einer zugordneten ersten
Kühllanze in den Erdbodenbereich eingebracht, wobei insbesondere die jeweilige zweite
Kühllanze parallel zur zugeordneten ersten Kühllanze verläuft.
[0021] Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung werden in den nachfolgenden Figurenbeschreibungen
von Ausführungsbeispielen der Erfindung anhand der Figuren erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung einer Anlage zur Durchführung des erfindungsgemäßen
Verfahrens;
- Fig. 2
- die Erzeugung eines zusammenhängenden Eiskörpers in Form einer ebenen Wand (z.B. Baugrubenwand)
mit Sole-Kühlung bei verschwindender Grundwasserströmung (links) sowie bei einer Grundwasserströmung
im Bereich von V= 2m/Tag, die die Entstehung eines zusammenhängenden Eiskörpers aufgrund
eines Düseneffektes verhindert (rechts);
- Fig. 3
- eine schematische Darstellung einer erfindungsgemäßen Erzeugung eines zusammenhängenden
Eiskörpers, insbesondere in Form einer ebenen Wand (z.B. Baugrubenwand);
- Fig. 4
- eine schematische Darstellung der Erzeugung eines zusammenhängenden hohlzylinderförmigen
Eiskörpers mit Sole-Kühlung bei verschwindender Grundwasserströmung (links) sowie
bei einer Grundwasserströmung im Bereich von V= 2m/Tag, die die Entstehung eines zusammenhängenden
Eiskörpers aufgrund eines Düseneffektes verhindert (rechts); und
- Fig. 5
- eine schematische Darstellung einer erfindungsgemäßen Erzeugung eines zusammenhängenden
hohlzylindrischen Eiskörpers (z.B. Tunnelröhre).
[0022] Figur 1 zeigt eine schematische Darstellung einer erfindungsgemäßen Anlage bzw. eines
erfindungsgemäßen Verfahrens zur Erzeugung eines zusammenhängenden Eis- oder Frostkörpers
100, 200, wie er z.B. in den Figuren 3 und 5 gezeigt ist.
[0023] Dabei wird bei einer Strömung in Form einer Grundwasserströmung in einer Strömungsrichtung
S der Strömung vor in den Erdbodenbereich 1 eingebrachten ersten Kühllanzen 10 (diese
können vertikal als auch waagerecht in den Erdbodenbereich 1 eingebracht werden),
in die ein erster Kälteträger T in Form einer Sole-Lösung (z.B. CaCl
2) geleitet wird, zumindest eine zweite Kühllanze 20 angeordnet, in die ein zweiter
Kälteträger T' in Form von flüssigem Stickstoff eingeleitet wird. In einer Aufgefrierphase,
während der der zusammenhängende Eiskörper 100, 200 im Erdbodenbereich 1 erzeugt wird,
werden der erste und der zweite Kälteträger T, T' gleichzeitig in die entsprechenden,
zugeordneten Kühllanzen 10, 20 eingeleitet. Später, nach Ausbildung des zusammenhängenden
Eiskörpers 100, 200 kann der Strom des zweiten Kälteträgers T' (z.B. flüssiger Stickstoff)
gedrosselt bzw. vollständig gestoppt werden.
[0024] Bei der besagten Sole-Kühlung wird der erste Kälteträger T in Innenrohre 11 der ersten
Kühllanzen 10 eingeleitet, die jeweils in einem zugeordneten Außenrohr 13 koaxial
angeordnet sind. Der erste Kälteträger T strömt dabei durch das jeweilige Innenrohr
11 bis zu einer Öffnung 12 des jeweiligen Innenrohres 11, die einer Stirnwand 14 des
jeweiligen Außenrohres 13 gegenüberliegt, tritt aus der jeweiligen Öffnung 12 aus
und fließt in dem das jeweilige Innenrohr 11 umgebenden Außenrohr 13 zurück. Dabei
kühlt der erste Kälteträger T durch indirekte Wärmeübertragung den umgebenden Erdbodenbereich
1 ab und wird anschließend, nach Verlassen des jeweiligen Außenrohres 13 in einen
Kühlträgerkreislauf 30 geführt, in dem der erwärmte erste Kälteträger T mittels einer
Pumpe 31 durch einen Wärmeübertrager 32 gepumpt wird. In diesem wird der erste Kälteträger
T gegen ein Kühlmittel K (z.B. Ammoniak oder CO
2), das in einem Kühlmittelkreislauf 33 zirkuliert, abgekühlt und wird erneut in die
Innenrohre 11 der ersten Kühllanzen 10 eingeleitet.
[0025] Hierbei erwärmt sich das gasförmige Kühlmittel K, wird in einem Kompressor 34 verdichtet
und sodann in einem Kondensator 36, der mit einem Kühlwasserkreislauf 37 wärmegekoppelt
ist, wieder abgekühlt, über eine Drossel 35 entspannt und verflüssigt. Das solchermaßen
flüssige Kühlmittel K strömt erneut in den Wärmeübertrager 32 bzw. Verdampfer 32 und
kühlt dort den ersten Kälteträger T ab, wobei es verdampft wird.
[0026] Die zweiten Kühllanzen 20 sind vorzugsweise wie die ersten Kühllanzen 10 ausgebildet,
wobei hier nun als zweiter Kälteträger T' flüssiger Stickstoff aus einem Flüssigstickstofftank
40 in das jeweilige Innenrohr 21 eingeleitet wird, aus der jeweiligen Öffnung 22,
die der Stirnseite 24 des jeweiligen Außenrohres 23 gegenüberliegt, austritt und im
jeweiligen Außenrohr 23 zurückströmt. Dabei wird der zweite Kälteträger T' unter Kühlung
des Erdbodenbereichs 1 verdampft, wobei die gasförmige Phase aus den Außenrohren 23
der zweiten Kühllanzen 20 austritt und sodann z.B. verworfen wird.
[0027] Bei einer reinen Sole-Kühlung kann bei Grundwasserströmungsgeschwindigkeiten V oberhalb
von 2m/Tag bei einer Anordnung von ersten Kühllanzen 10 parallel zueinander entlang
einer Ebene, wie sie in Fig. 2 gezeigt ist, aufgrund eines sich einstellenden Düseneffektes,
der insbesondere im Zentrum zwischen benachbarten ersten Kühllanzen 10 auftritt (hier
ist die Strömungsgeschwindigkeit V aufgrund des Düseneffektes deutlich höher als 2m/Tag),
kein zusammenhängender Eiskörper 100 mehr erzeugt werden, der alle ersten Kühllanzen
10 einschließt, wie es in Fig. 2 (links) gezeigt ist. Vielmehr entsteht beispielsweise
eine Konfiguration mit drei nicht zusammenhängenden Eiskörpern 101, 102, 103, wobei
ein zentraler Eiskörper 102 lediglich eine mittlere erste Kühllanze 10 umschließt.
[0028] Bei zusätzlicher Kühlung mittels zweiter Kühllanzen 20, in die - wie oben beschrieben
- ein zweiter Kälteträger T' in Form von flüssigem Stickstoff eingeleitet wird, kann
auch bei einer Grundwasserströmungsgeschwindigkeit von V=2m/Tag ein erfindungsgemäß
zusammenhängender Eiskörper 100 im Erdbodenbereich 1 erzeugt werden (vgl. Fig. 4).
Hierzu werden die zweiten Kühllanzen 20, hier insbesondere drei zweite Kühllanzen
20, in der Strömungsrichtung S mittig vor den ersten Kühllanzen 10 angeordnet, d.h.,
auf der strömungszuwandten Seite 2 des geplanten Eiskörpers 100, und zwar insbesondere
in einem Abstand von ca. 1m zur durch die ersten Kühllanzen 10 aufgespannten Ebene.
Der Abstand der ersten Kühllanzen 10 zueinander beträgt vorzugsweise 0,8m. Der Abstand
der zweiten Kühllanzen 20 zueinander beträgt vorzugsweise 0,8m bis 1m.
[0029] Fig. 4 zeigt ein der Fig. 2 entsprechendes Phänomen bei der Erzeugung eines hohlzylindrischen
Eiskörpers 200. Während dieser bei verschwindender Grundwasserströmungsgeschwindigkeit
mit reiner Sole-Kühlung erzeugbar ist, ergibt sich bei erhöhter Grundwasserströmungsgeschwindigkeit
im Bereich von V=2m/Tag wiederum ein Düseneffekt, und zwar insbesondere zwischen den
mittleren ersten Kühllanzen 10 auf der strömungszugewandten Seite oder Luvseite 2
der Kühllanzenanordnung 10 sowie ggf. auf der strömungsabgewandten Seite oder Leeseite
3, wenn auch in geringerem Ausmaß. Als mögliche nichtzusammenhängende Konfiguration
ergeben sich somit z.B. eine Mehrzahl nichtzusammenhängender kleinerer zentraler Eiskörper
203 auf der Luvseite 2 bzw. Leeseite 3 sowie zwei flankierende größere Eiskörper 201,
202.
[0030] Gemäß Fig. 5 kann wiederum auch bei einer hohlzylinderförmigen Konfiguration der
ersten Kühllanzen 10 ein zusammenhängender Eiskörper 200 erzeugt werden, und zwar
bei erfindungsgemäßer zusätzlicher Kühlung durch Einleiten eines zweiten Kälteträgers
T' in zweite Kühllanzen 20 (siehe oben), hier beispielhaft 5 zweite Kühllanzen 20,
die wiederum in der Strömungsrichtung S des Grundwassers vor je einer zugeordneten
ersten Kühllanze 10 angeordnet sind, und zwar insbesondere in einem Abstand von vorzugsweise
1m bis 2m zur durch die ersten Kühllanzen 10 aufgespannten Zylindermantelfläche bzw.
der jeweils gegenüberliegenden ersten Kühllanze 10. Der Abstand der ersten Kühllanzen
10 zueinander beträgt vorzugsweise wiederum 0,8m bis 1,2m, beispielsweise 1m. Der
Abstand der zweiten Kühllanzen 20 zueinander beträgt vorzugsweise 0,8m bis 1,5m.
[0031] Allgemein sind bei zweiten Kühllanzen 20 mit Stickstoff als zweitem Kälteträger T'
Abstände von 1,0 m üblich bzw. bevorzugt. Bei ersten Kühllanzen 10 mit Sole als erstem
Kälteträger T sind aufgrund der erheblich höheren Temperaturen Abstände von 0,8 m
bevorzugt. Werte darunter erhöhen den Aufwand, Werte darüber die Dauer des Gefrierens.
Bei nicht-symmetrischen Frostkörpern oder bei symmetrischen Frostkörpern, bei denen
Kühllanzen aufgrund baulicher Gegebenheiten nicht symmetrisch ausgeführt werden können,
können die Abstände der Kühllanzen 10 bzw. 20 untereinander und zueinander natürlich
abweichen. Bevorzugt sind bei geraden wandartigen Eiskörpern (vgl. Fig. 3) Abstände
zwischen den ersten und zweiten Kühllanzen von 1,0 m, bzw. bei einem Kreisquerschnitt
(vgl. Fig. 5) von 1,5 m. Die Abstände können hier durchaus von der Geometrie des Frostkörpers
100, 200 abhängig sein.
Bezugszeichenliste
| 1 |
Erdbodenbereich |
| 2 |
Strömungszugewandte Seite oder Luvseite |
| 3 |
Strömungsabgewandte Seite oder Leeseite |
| 10 |
Erste Kühllanze |
| 11 |
Innenrohr |
| 12 |
Öffnung |
| 13 |
Außenrohr |
| 14 |
Stirnseite |
| 20 |
Zweite Kühllanze |
| 21 |
Innenrohr |
| 22 |
Öffnung |
| 23 |
Außenrohr |
| 24 |
Stirnseite |
| 30 |
Kälteträgerkreislauf |
| 31 |
Pumpe |
| 32 |
Wärmeübertrager |
| 33 |
Kühlmittelkreislauf |
| 34 |
Kompressor |
| 35 |
Drossel |
| 36 |
Kondensator |
| 37 |
Kühlwasserkreislauf |
| 40 |
Flüssigstickstofftank |
| T |
Erster Kälteträger |
| T' |
Zweiter Kälteträger |
| K |
Kühlmittel |
| W |
Kühlwasser |
| S |
Strömung bzw. Strömungsrichtung |
1. Verfahren zur Erzeugung eines zusammenhängenden Eiskörpers (100, 200) in einem Erdbodenbereich
(1), wobei erste Kühllanzen (10) in den Erdbodenbereich (1) eingebracht werden, in
dem der zusammenhängende Eiskörper (100, 200) in Gegenwart einer den Erdbodenbereich
(1) durchströmenden Strömung (S) eines fluiden Strömungsmittels, insbesondere in Form
von Grundwasser, zu erzeugen ist, wobei ein erster Kälteträger (T) in die ersten Kühllanzen
(10) eingeleitet wird, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest eine zweite Kühllanze (20) auf einer strömungszugewandten Seite (2) der
ersten Kühllanzen (10) in den Erdbodenbereich (1) eingebracht wird und ein zweiter
Kälteträger (T'), der eine Temperatur aufweist, die niedriger ist als die Temperatur
des ersten Kälteträgers (T), in die mindestens eine zweite Kältelanze (20) eingeleitet
wird, um die Ausbildung eines zusammenhängenden Eiskörpers (100, 200) zu unterstützen,
der sämtliche Kühllanzen (10, 20) umschließt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere zweite Kühllanzen (20) auf der strömungszugewandten Seite (2) der ersten
Kühllanzen (10) in den Erdbodenbereich (1) eingebracht werden und der zweite Kälteträger
(T') in die zweiten Kühllanzen (20) eingeleitet wird.
3. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Kälteträger (T) und der zweite Kälteträger (T') gleichzeitig in die jeweiligen
Kühllanzen (10, 20) eingeleitet werden.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass nach der Erzeugung des zusammenhängenden Eiskörpers (100, 200) das Einleiten des
zweiten Kälteträgers (T') in die mindestens eine zweite Kühllanze (20) oder die mehreren
zweiten Kühllanzen (20) gestoppt oder gedrosselt wird.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Kälteträger (T) eine Sole ist, insbesondere eine Calciumchloridlösung.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der zweite Kälteträger (T') flüssiger Stickstoff ist.
7. Verfahren nach einen der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die ersten Kühllanzen (10), insbesondere zur Ausbildung eines Eiskörpers (100) in
Form einer Baugrubenwand, entlang einer Erstreckungsebene nebeneinander, insbesondere
parallel zueinander, in den Erdbodenbereich (1) eingebracht werden.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die ersten Kühllanzen (10), insbesondere zur Ausbildung eines Eiskörpers (200) in
Form einer Tunnelröhre, entlang einer umlaufenden Fläche nebeneinander, insbesondere
parallel zueinander, in den Erdbodenbereich (1) eingebracht werden.
9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens eine zweite Kühllanze (20) oder die mehreren zweiten Kühllanzen (20)
jeweils in einer Strömungsrichtung (S) der Strömung (S) vor einer zugeordneten ersten
Kühllanze (10) in den Erdbodenbereich (1) eingebracht werden, wobei insbesondere die
jeweilige zweite Kühllanze (20) parallel zur zugeordneten ersten Kühllanze (10) verläuft.
1. Method for producing a contiguous ice body (100, 200) in a ground region (1) wherein
first cooling lances (10) are introduced into the ground region (1) in which the contiguous
ice body (100, 200) is to be created in the presence of a flow (S), flowing through
the ground region (1), of a fluid flow medium, in particular in the form of groundwater,
wherein a first heat transport medium (T) is introduced into the first cooling lances
(10), characterized in that at least one second cooling lance (20) is introduced into the ground region (1) on
an upstream side (2) of the first cooling lances (10) and a second heat transport
medium (T'), at a temperature below that of the first heat transport medium (T), is
introduced into the at least one second cooling lance (20) in order to support the
formation of a contiguous ice body (100, 200) that encloses all of the cooling lances
(10, 20).
2. Method according to Claim 1, characterized in that multiple second cooling lances (20) are introduced into the ground region (1) on
the upstream side (2) of the first cooling lances (10) and the second heat transport
medium (T') is introduced into the second cooling lances (20).
3. Method according to either of the preceding claims, characterized in that the first heat transport medium (T) and the second heat transport medium (T') are
introduced simultaneously into the respective cooling lances (10, 20).
4. Method according to one of the preceding claims, characterized in that after creation of the contiguous ice body (100, 200), the introduction of the second
heat transport medium (T') into the at least one second cooling lance (20) or the
multiple second cooling lances (20) is stopped or throttled.
5. Method according to one of the preceding claims, characterized in that the first heat transport medium (T) is a brine, in particular a calcium chloride
solution.
6. Method according to one of the preceding claims, characterized in that the second heat transport medium (T') is liquid nitrogen.
7. Method according to one of the preceding claims, characterized in that the first cooling lances (10) are introduced into the ground region (1) next to one
another, in particular parallel to one another, along a plane of extent, in particular
in order to form an ice body (100) in the form of an excavation wall.
8. Method according to one of the preceding claims, characterized in that the first cooling lances (10) are introduced into the ground region (1) next to one
another, in particular parallel to one another, along a circumferential surface, in
particular in order to form an ice body (200) in the form of a tunnel tube.
9. Method according to one of the preceding claims, characterized in that the at least one second cooling lance (20) or the multiple second cooling lances
(20) are in each case introduced into the ground region (1) upstream of an associated
first cooling lance (10), as seen in a flow direction (S) of the flow (S), wherein
in particular the respective second cooling lance (20) runs parallel to the associated
first cooling lance (10).
1. Procédé pour générer un corps glacé (100, 200) cohérent dans une zone de sol (1),
des premières lances de refroidissement (10) étant introduites dans la zone de sol
(1) dans laquelle doit être produit le corps glacé (100, 200) cohérent en présence
d'un écoulement (S) d'un fluide liquide qui s'écoule à travers la zone de sol (1),
notamment sous la forme d'eau souterraine, un premier agent frigorigène (T) étant
injecté dans les premières lances de refroidissement (10), caractérisé qu'au moins
une deuxième lance de refroidissement (20) est introduite dans la zone de sol (1)
sur un côté (2) faisant face à l'écoulement des premières lances de refroidissement
(10) et un deuxième agent frigorigène (T'), qui présente une température qui est inférieure
à la température du premier agent frigorigène (T), est injecté dans l'au moins une
deuxième lance de refroidissement (20) afin d'assister à la formation d'un corps glacé
(100, 200) cohérent qui entoure toutes les lances de refroidissement (10, 20).
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que plusieurs deuxièmes lances de refroidissement (20) sont introduites dans la zone
de sol (1) sur le côté (2) faisant face à l'écoulement des premières lances de refroidissement
(10) et le deuxième agent frigorigène (T') est injecté dans les deuxièmes lances de
refroidissement (20).
3. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le premier agent frigorigène (T) et le deuxième agent frigorigène (T') sont injectés
simultanément dans les lances de refroidissement (10, 20) respectives.
4. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'après la génération du corps glacé (100, 200) cohérent, l'injection du deuxième agent
frigorigène (T') dans l'au moins une deuxième lance de refroidissement (20) ou les
plusieurs deuxièmes lances de refroidissement (20) est arrêtée ou ralentie.
5. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le premier agent frigorigène (T) est une saumure, notamment une solution de chlorure
de calcium.
6. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le deuxième agent frigorigène (T') est de l'azote liquide.
7. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que les premières lances de refroidissement (10), notamment en vue de former le corps
glacé (100) sous la forme d'une paroi de fouille de fondation, sont introduites dans
la zone de sol (1) les unes à côté des autres le long d'un plan d'extension, notamment
parallèlement les unes aux autres.
8. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que les premières lances de refroidissement (10), notamment en vue de former le corps
glacé (200) sous la forme d'un tube de tunnel, sont introduites dans la zone de sol
(1) les unes à côté des autres le long d'une surface circonférentielle, notamment
parallèlement les unes aux autres.
9. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'au moins une deuxième lance de refroidissement (20) ou les plusieurs deuxièmes
lances de refroidissement (20) sont respectivement introduites dans la zone de sol
(1) devant une première lance de refroidissement (10) associée dans un sens d'écoulement
(S) de l'écoulement (S), la deuxième lance de refroidissement (20) correspondante
s'étendant notamment parallèlement à la première lance de refroidissement (10) associée.