[0001] Die Erfindung bezieht sich auf Fahrzeuge mit einem zumindest abschnittsweise im Fahrzeuginnenraum
befindlichen elektrischen Leiter und mindestens einer elektrischen Schnittstelle im
Bereich einer Öffnung in der Außenhaut des Fahrzeugs oder außerhalb des Fahrzeugs.
[0002] Fahrzeuge der genannten Art sind beispielsweise im Bereich der Schienenfahrzeug-
bzw. Eisenbahntechnik bekannt. Die elektrischen Leiter, die durch die Öffnung in der
Außenhaut der Schienenfahrzeuge nach außen geführt werden, dienen beispielsweise dazu,
auf dem Fahrzeugdach befindliche elektrische Betriebskomponenten, wie beispielsweise
Klimageräte, Umrichter oder Pantographenantriebe, anzusteuern und/oder mit elektrischem
Strom zu versorgen.
[0003] Im Falle eines Fahrzeugbrands im Fahrzeuginnenraum besteht das Problem, dass auch
außerhalb der Außenhaut des Fahrzeugs befindliche Betriebskomponenten des Fahrzeugs
in Mitleidenschaft gezogen werden können und die Fahrfähigkeit des Fahrzeugs dadurch
verloren gehen kann; dies ist im Falle von Tunnelfahrten besonders problematisch.
[0004] Der Erfindung liegt demgemäß die Aufgabe zugrunde, ein Fahrzeug der eingangs angegebenen
Art bezüglich des Brandschutzes zu verbessern.
[0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Fahrzeug mit den Merkmalen gemäß Patentanspruch
1 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen des erfindungsgemäßen Fahrzeugs sind in Unteransprüchen
angegeben.
[0006] Danach ist erfindungsgemäß vorgesehen, dass die Schnittstelle vom Fahrzeuginneren
durch mindestens eine Brandschutzeinrichtung getrennt ist, die im Falle eines Brandes
im Innenraum des Fahrzeugs eine die Schnittstelle außer Funktion setzende Brandeinwirkung
auf die Schnittstelle verhindert oder zumindest verzögert.
[0007] Ein wesentlicher Vorteil des erfindungsgemäßen Fahrzeugs ist darin zu sehen, dass
durch die erfindungsgemäß vorgesehene Brandschutzeinrichtung eine im Bereich einer
Öffnung in der Außenhaut des Fahrzeugs oder außerhalb des Fahrzeugs befindliche elektrische
Schnittstelle geschützt wird, so dass die Funktionsfähigkeit der elektrischen Schnittstelle,
insbesondere die Isolationsfähigkeit bzw. der Isolationswiderstand zwischen den Kontakten
der Schnittestelle, und damit die Funktionsfähigkeit der mit dieser Schnittstelle
verbundenen elektrischen Betriebskomponente des Fahrzeugs auch während eines Fahrzeugbrands
im Fahrzeuginnenraum, zumindest für eine gewisse Zeitspanne, aufrechterhalten bleiben.
Bei einer entsprechenden Dimensionierung der Brandschutzeinrichtung lässt sich in
vorteilhafter Weise erreichen, dass die elektrische Schnittstelle und die mit dieser
in Verbindung stehende Betriebskomponente im Falle eines Fahrzeugbrands im Fahrzeuginnenraum
für 15 Minuten oder länger ihre Funktionsfähigkeit aufrechterhalten können.
[0008] Bei dem Fahrzeug kann es sich um ein Fahrzeug beliebiger Bauart handeln, beispielsweise
um ein Wasserfahrzeug, ein Flugzeug usw., jedoch wird ein Einsatz bei Schienenfahrzeugen
wegen der erwähnten Tunnelfahrtproblematik als besonders vorteilhaft angesehen.
[0009] Vorteilhaft ist es, wenn die Brandschutzeinrichtung - vom Fahrzeuginnenraum aus gesehen
- vor der Öffnung oder in der Öffnung in der Außenhaut des Fahrzeugs angeordnet ist.
[0010] Der elektrische Leiter und die elektrische Schnittstelle stehen vorzugsweise mit
einer für die Fahrfähigkeit des Fahrzeugs notwendigen Betriebskomponente in Verbindung.
Bei einer solchen Ausgestaltung dient die Brandschutzeinrichtung anschaulich beschrieben
also dazu, die Fahrfähigkeit des Fahrzeugs im Falle eines Fahrzeugbrands im Fahrzeuginnenraum
zu verlängern. Wie bereits erwähnt, ist die Fahrfähigkeit insbesondere bei Tunnelfahrten
von besonderer Bedeutung.
[0011] Bei einer vorteilhaften Ausgestaltungsvariante des Fahrzeugs ist vorgesehen, dass
die Öffnung in der Außenhaut des Fahrzeugs im Fahrzeugdach angeordnet ist und der
elektrische Leiter durch die Öffnung im Fahrzeugdach hindurchgeführt ist. Die Schnittstelle
ist bei dieser Variante vorzugsweise auf dem Fahrzeugdach montiert und stellt eine
elektrische Verbindung zwischen dem Leiter und einer auf dem Fahrzeugdach befindlichen
elektrischen Betriebskomponente, insbesondere einem Klimagerät, einem Umrichter oder
einem Pantographenantrieb, her. Die Brandschutzeinrichtung ist bevorzugt im Fahrzeuginneren
angeordnet und verschließt die Öffnung vom Fahrzeuginneren aus.
[0012] Alternativ oder zusätzlich kann vorgesehen sein, dass die Öffnung oder zumindest
eine der Öffnungen an einer der beiden Stirnseiten des Fahrzeugs angeordnet ist und
die oder zumindest eine der Schnittstellen im Bereich der Öffnung auf der Stirnseite
angeordnet ist und eine elektrische Verkupplung mit einem davor oder dahinter befindlichen
Fahrzeug ermöglicht.
[0013] Bei der letztgenannten Ausführungsvariante ist es besonders vorteilhaft, wenn die
Schnittstelle an der Stirnseite in der Öffnung der Außenhaut angeordnet ist und diese
durchsetzt.
[0014] Die Brandschutzeinrichtung weist vorzugsweise Mineralwolle, insbesondere Steinwolle,
zur Brand- bzw. Feuerdämmung auf.
[0015] Alternativ oder zusätzlich kann die Brandschutzeinrichtung mit einem oder mehreren
Schaumelementen aus Brandschutzschaum ausgestattet sein. Derartige Schaumelemente
werden vorzugsweise vorgeformt bzw. vorgefertigt und als fertig vorgeformte Schaumelemente
im Fahrzeug eingesetzt.
[0016] Bei dem Brandschutzschaum handelt es sich vorzugsweise um einen Polyurethanschaum,
insbesondere einen einkomponentigen Polyurethanschaum.
[0017] Zur Erhöhung der Brandschutzwirkung der Brandschutzeinrichtung wird es darüber hinaus
als vorteilhaft angesehen, wenn die Brandschutzeinrichtung zumindest ein Blech, insbesondere
Schottblech, aufweist, das die Schnittstelle gegenüber dem Fahrzeuginnenraum schützt.
Das Blech besteht vorzugsweise aus Edelstahl.
[0018] Bezüglich der Anordnung der Komponenten ist es insgesamt vorteilhaft, wenn die Mineralwolle
und/oder das zumindest eine Schaumelement zwischen der elektrischen Schnittstelle
und dem Blech angeordnet ist.
[0019] Die Brandschutzeinrichtung ist vorzugsweise derart ausgestaltet, dass sie die Funktionsfähigkeit
der Schnittstelle, insbesondere den für deren Betrieb notwendigen elektrischen Isolationswiderstand
zwischen den Kontakten der (vorzugsweise als offene Steckverbindung ausgeführten)
Schnittstelle, für mindestens 15 Minuten (besonders bevorzugt für mindestens 30 Minuten)
nach Eintritt eines Brandes im Fahrzeuginnenraum aufrechterhält.
[0020] Die Erfindung bezieht sich darüber hinaus auf ein Verfahren zum Montieren eines Fahrzeugs,
insbesondere Schienenfahrzeugs, bei dem ein zumindest abschnittsweise im Fahrzeuginnenraum
befindlicher elektrischer Leiter und mindestens eine elektrische Schnittstelle, die
sich im Bereich einer Öffnung in der Außenhaut des Fahrzeugs oder außerhalb des Fahrzeugs
befindet, miteinander verbunden werden.
[0021] Erfindungsgemäß ist bezüglich eines solchen Verfahrens vorgesehen, dass die Schnittstelle
vom Fahrzeuginneren durch mindestens eine Brandschutzeinrichtung getrennt wird, die
im Falle eines Brandes im Innenraum des Fahrzeugs eine die Schnittstelle außer Funktion
setzende Brandeinwirkung auf die Schnittstelle verhindert oder zumindest verzögert.
[0022] Bezüglich der Vorteile des erfindungsgemäßen Verfahrens sei auf die oben erläuterten
Vorteile des erfindungsgemäßen Fahrzeugs verwiesen, da die Vorteile des erfindungsgemäßen
Verfahrens denen des erfindungsgemäßen Fahrzeugs im Wesentlichen entsprechen.
[0023] Die Erfindung wird nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen näher erläutert;
dabei zeigen beispielhaft
- Figur 1
- in einer aufgeschnittenen dreidimensionalen Darstellung schräg von der Seite einen
Abschnitt eines Fahrzeugdachs, auf dem eine elektrische Schnittstelle angeordnet ist,
- Figur 2
- das Fahrzeugdach gemäß Figur 1 in einer dreidimensionalen Sicht vom Fahrzeuginnenraum
aus, bevor elektrische Leiter und eine Brandschutzeinrichtung installiert worden sind,
- Figur 3
- das Fahrzeugdach gemäß den Figuren 1 und 2 vom Fahrzeuginnenraum aus gesehen, nachdem
die Brandschutzeinrichtung montiert worden ist,
- Figur 4
- ein Ausführungsbeispiel für ein Fahrzeug, das auf einer Stirnseite mit einer elektrischen
Schnittstelle versehen ist,
- Figur 5
- das Fahrzeug gemäß Figur 4, nachdem ein elektrisches Steckelement auf die Schnittstelle
aufgesetzt worden ist, um das Fahrzeug gemäß Figur 4 mit einem anderen Fahrzeug elektrisch
zu verbinden,
- Figur 6
- die Schnittstelle des Fahrzeugs gemäß den Figuren 4 und 5 vom Fahrzeuginnenraum aus
gesehen vor Montage einer Brandschutzeinrichtung und
- Figur 7
- die elektrische Schnittstelle gemäß Figur 6 nach Montage der Brandschutzeinrichtung.
[0024] In den Figuren werden der Übersicht halber für identische oder vergleichbare Komponenten
stets dieselben Bezugszeichen verwendet.
[0025] Die Figur 1 zeigt in einer dreidimensionalen Darstellung schräg von der Seite einen
Abschnitt eines Fahrzeugdachs 11 eines nicht weiter dargestellten Fahrzeugs 10. Bei
dem Fahrzeug 10 kann es sich beispielsweise um ein Schienenfahrzeug handeln.
[0026] Das Fahrzeugdach 11, das einen Abschnitt der Außenhaut des Fahrzeugs 10 bildet, ist
mit einer Öffnung 20 versehen, durch die elektrische Leiter, die im Fahrzeuginnenraum
12 des Fahrzeugs 10 angeordnet sind, hindurch nach außen zu einer außenliegenden und
auf dem Fahrzeugdach 11 befindlichen elektrischen Schnittstelle 40 geführt werden
können. Aus Gründen der Übersicht ist in der Darstellung gemäß Figur 1 lediglich ein
einziger elektrischer Leiter durch die Öffnung 20 hindurchgeführt; dieser Leiter ist
mit dem Bezugszeichen 30 gekennzeichnet.
[0027] Bei der elektrischen Schnittstelle 40 handelt es sich vorzugsweise um eine Steckverbindung,
insbesondere offene Steckverbindung, die zum Schutz vor äußeren Einflüssen innerhalb
eines Schnittstellengehäuses 50 angeordnet ist.
[0028] Um im Falle eines Fahrzeugbrandes im Fahrzeuginnenraum 12 einen ausreichenden Schutz
der elektrischen Schnittstelle 40 zu gewährleisten, ist bei dem Fahrzeug 10 gemäß
Figur 1 zwischen der elektrischen Schnittstelle 40 und dem Fahrzeuginnenraum 12 eine
Brandschutzeinrichtung 60 vorgesehen. Bei dem Ausführungsbeispiel gemäß Figur 1 ist
die Brandschutzeinrichtung 60 vom Fahrzeuginnenraum 12 aus gesehen vor der Öffnung
20 im Fahrzeugdach 11 angeordnet, wodurch die Öffnung 20 und damit die Schnittstelle
40 von dem Fahrzeuginnenraum 12 abgeschottet werden.
[0029] Im Falle eines Fahrzeugbrandes wird die Brandschutzeinrichtung 60 einen brandbedingten
Ausfall der elektrischen Schnittstelle 40 verzögern und somit die Funktion der mit
dem elektrischen Leiter 30 verbundenen Betriebskomponente des Fahrzeugs 10 verlängern.
Handelt es sich bei der Betriebskomponente um eine für die Fahrfähigkeit des Fahrzeugs
10 relevante bzw. notwendige Betriebskomponente, so wird die Brandschutzeinrichtung
60 - im Falle eines Fahrzeugbrandes im Fahrzeuginnenraum 12 - die Fahrfähigkeit des
Fahrzeugs 10 in vorteilhafter Weise signifikant verlängern.
[0030] Bei dem Ausführungsbeispiel gemäß Figur 1 umfasst die Brandschutzeinrichtung 60 ein
Mineralwollelement 61, vorzugsweise in Form eines Steinwollelements, sowie ein zusätzliches
Schottblech, das in der Figur 1 nicht näher dargestellt ist und erst im Zusammenhang
mit der Figur 3 weiter unten näher erläutert wird. Der elektrische Leiter ist vorzugsweise
durch das Mineralwollelement 61 hindurchgezogen.
[0031] Bezüglich der Ausgestaltung des Mineralwollelements 61 wird es als vorteilhaft angesehen,
wenn die Dicke des Mineralwollelements 61 mindestens 50 mm beträgt.
[0032] Die Figur 2 zeigt das Fahrzeugdach 11 des Fahrzeugs 10 gemäß Figur 1 mit der Öffnung
20 sowie das auf dem Fahrzeugdach 11 befindliche Schnittstellengehäuse 50 in einer
dreidimensionalen Sicht vom Fahrzeuginnenraum 12 aus betrachtet, bevor der elektrische
Leiter 30 installiert und die Brandschutzeinrichtung 60 gemäß Figur 1 montiert worden
sind.
[0033] Die Figur 3 zeigt das Fahrzeugdach 11 und das Schnittstellengehäuse 50 in einer dreidimensionalen
Sicht vom Fahrzeuginnenraum 12 aus betrachtet, nachdem die Brandschutzeinrichtung
60 vor der Öffnung 20 montiert worden ist. Man erkennt das Mineralwollelement 61,
das die Öffnung 20 verschließt sowie darüber hinaus ein Schottblech 62 der Brandschutzeinrichtung
60, das das Mineralwollelement 61 vom Fahrzeuginnenraum 12 trennt.
[0034] Die Funktion des Schottblechs 62 besteht darin, das Mineralwollelement 61 vom Fahrzeuginnenraum
12 und damit vor der unmittelbaren Brandeinwirkung eines im Fahrzeuginnenraum 12 auftretenden
Brands zu schützen und somit die Brandschutzwirkung der Brandschutzeinrichtung 60
insgesamt zu erhöhen.
[0035] Das Schottblech 62 besteht vorzugsweise aus Metall: Im Falle eines Schottblechs aus
Stahl wird eine Blechdicke von mindestens 1 mm als vorteilhaft angesehen; im Falle
eines Aluminiumblechs wird eine Blechdicke von mindestens 3 mm als vorteilhaft angesehen.
[0036] Die Brandschutzeinrichtung 60 ist bei dem Ausführungsbeispiel gemäß den Figuren 1
bis 3 vor der Öffnung 20 in der Außenhaut des Fahrzeugs 10 angeordnet; alternativ
ist es möglich, die Brandschutzeinrichtung 60 unmittelbar in der Öffnung 20 zu positionieren.
[0037] Durch die bei dem Fahrzeug 10 gemäß den Figuren 1 bis 3 vorgesehene Brandschutzeinrichtung
60 lässt sich erreichen, dass die außerhalb des Fahrzeugs 10 angeordnete Schnittstelle
40 über mindestens 15 Minuten (besonders bevorzugt über mindestens 30 Minuten) ihre
elektrische Funktion, insbesondere ihre Isolationsfähigkeit zwischen den Kontakten
im Falle einer offenen Steckverbindung, aufrechterhält und damit gewährleistet, dass
die mit dem elektrischen Leiter elektrisch verbundene Betriebskomponente des Fahrzeugs
10 für diese Zeitspanne von mindestens 15 Minuten (besonders bevorzugt von mindestens
30 Minuten) auch während eines Fahrzeugbrands im Fahrzeuginnenraum 12 betriebsfähig
bleibt.
[0038] Handelt es sich bei der Betriebskomponente um eine für die Fahrfähigkeit des Fahrzeugs
10 notwendige Betriebskomponente, so wird durch die Brandschutzeinrichtung 60 die
Fahrfähigkeit des Fahrzeugs 10 für die genannten Zeitspannen entsprechend verlängert.
[0039] Die Figur 4 zeigt ein Ausführungsbeispiel für ein Fahrzeug 10, das im Bereich einer
Öffnung 20 auf einer Stirnseite 13 des Fahrzeugs 10 mit einer elektrischen Schnittstelle
40 ausgestattet ist. Die elektrische Schnittstelle 40 steht elektrisch mit einer Mehrzahl
an elektrischen Leitern 30 in Verbindung, die im Fahrzeuginnenraum 12 des Fahrzeugs
10 verlegt sind.
[0040] Die Figur 5 zeigt das Fahrzeug 10 gemäß Figur 4, nachdem von außen auf die Schnittstelle
40 ein Steckelement 100 aufgesteckt worden ist, das die elektrische Schnittstelle
40 mit elektrischen Kabeln 110 verbindet. Die elektrischen Kabel 110 dienen dazu,
die elektrischen Leiter 30 im Fahrzeuginnenraum 12 mit elektrischen Leitern und/oder
elektrischen Komponenten zu verbinden, die in einem benachbarten Fahrzeug angeordnet
sind.
[0041] Die Figur 6 zeigt die elektrische Schnittstelle 40 vom Fahrzeuginnenraum 12 aus betrachtet.
Darüber hinaus erkennt man die elektrischen Leiter 30, die im Fahrzeuginnenraum 12
angeordnet bzw. verlegt sind und mit der elektrischen Schnittstelle 40 in Verbindung
stehen.
[0042] Die Figur 7 zeigt die elektrische Schnittstelle 40 und die elektrischen Leiter 30,
nachdem zum Schutz der elektrischen Schnittstelle 40 eine Brandschutzeinrichtung 60
montiert worden ist. Die Brandschutzeinrichtung 60 umfasst ein vorgefertigtes bzw.
vorgeformtes Schaumelement 63 aus Brandschutzschaum, das auf die Schnittstelle 40
aufgesetzt wird und vorzugsweise mit einer oder mehreren Klammern 64 gehalten wird.
Das Schaumelement 63 kann ein- oder mehrteilig sein, also zum Beispiel aus zwei oder
mehr vorgefertigten bzw. vorgeformten Schaumelementteilen zusammengesetzt sein.
[0043] Bei dem Schaumelement 63 oder den Schaumelementteilen handelt es sich - wie bereits
erwähnt - vorzugsweise um vorgefertigte und vorher in eine vorgegebene Form gebrachte
und bereits ausgehärtete Elemente, also vorzugsweise nicht um eine von der Form her
undefinierte Schaummasse, die erst im Fahrzeug 10 verarbeitet wird; selbstverständlich
ist ein Verarbeiten eines Brandschutzschaums und Aushärten des Brandschutzschaums
innerhalb des Fahrzeugs eine mögliche Alternative, jedoch wird ein Einsetzen vorgefertigter
Schaumelemente als günstiger angesehen.
[0044] Das Schaumelement 63 der Brandschutzeinrichtung 60 ist bei dem Ausführungsbeispiel
gemäß Figur 7 vorzugsweise derart dimensioniert, dass im Falle eines Brands im Fahrzeuginnenraum
12 des Fahrzeugs 10 die elektrische Funktion der Schnittstelle 40 mindestens für eine
Zeitdauer von mindestens 15 Minuten, besonders bevorzugt für eine Zeitdauer von mindestens
30 Minuten, erhalten bleibt. Werden über die elektrischen Leiter 30 bzw. über die
elektrische Schnittstelle 40 Betriebskomponenten des Fahrzeugs 10 angesteuert oder
mit Strom versorgt, die für die Fahrfähigkeit des Fahrzeugs 10 notwendig sind, so
dient die Brandschutzeinrichtung 60 dazu, im Falle eines Brands innerhalb des Fahrzeugsinnenraums
12 die Fahrfähigkeit des Fahrzeugs 10 für eine Dauer von mindestens 15 bzw. 30 Minuten
aufrechtzuerhalten.
[0045] Obwohl die Erfindung im Detail durch bevorzugte Ausführungsbeispiele näher illustriert
und beschrieben wurde, so ist die Erfindung nicht durch die offenbarten Beispiele
eingeschränkt und andere Variationen können vom Fachmann hieraus abgeleitet werden,
ohne den Schutzumfang der Erfindung zu verlassen.
1. Fahrzeug (10), insbesondere Schienenfahrzeug, mit einem zumindest abschnittsweise
im Fahrzeuginnenraum (11) befindlichen elektrischen Leiter (30) und mindestens einer
elektrischen Schnittstelle (40) im Bereich einer Öffnung (20) in der Außenhaut des
Fahrzeugs (10) oder außerhalb des Fahrzeugs (10),
dadurch gekennzeichnet, dass
die Schnittstelle (40) vom Fahrzeuginneren durch mindestens eine Brandschutzeinrichtung
(60) getrennt ist, die im Falle eines Brandes im Fahrzeuginnenraum (11) eine die Schnittstelle
(40) außer Funktion setzende Brandeinwirkung auf die Schnittstelle (40) verhindert
oder zumindest verzögert.
2. Fahrzeug (10) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Brandschutzeinrichtung (60) - vom Fahrzeuginnenraum (11) aus gesehen - vor der
Öffnung (20) oder in der Öffnung (20) in der Außenhaut des Fahrzeugs (10) angebracht
ist.
3. Fahrzeug (10) nach einem der voranstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
der elektrische Leiter (30) und die elektrische Schnittstelle (40) mit einer für die
Fahrfähigkeit des Fahrzeugs (10) notwendigen Betriebskomponente in Verbindung stehen.
4. Fahrzeug (10) nach einem der voranstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
- die Öffnung (20) in der Außenhaut des Fahrzeugs (10) im Fahrzeugdach (11) angeordnet
ist,
- der elektrische Leiter (30) durch die Öffnung (20) im Fahrzeugdach (11) hindurchgeführt
ist,
- die Schnittstelle (40) auf dem Fahrzeugdach (11) montiert ist und eine elektrische
Verbindung zwischen dem Leiter (30) und einer auf dem Fahrzeugdach (11) befindlichen
elektrischen Betriebskomponente, insbesondere einem Klimagerät, einem Umrichter oder
einem Pantographenantrieb, herstellt und
- die Brandschutzeinrichtung (60) im Fahrzeuginneren angeordnet ist und die Öffnung
(20) vom Fahrzeuginneren aus gesehen verschließt.
5. Fahrzeug (10) nach einem der voranstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
- die Öffnung (20) oder zumindest eine der Öffnungen an einer der beiden Stirnseiten
(13) des Fahrzeugs (10) angeordnet ist und
- die oder zumindest eine der Schnittstellen (40) im Bereich der Öffnung (20) auf
der Stirnseite (13) angeordnet ist und eine elektrische Verkupplung mit einem davor
oder dahinter befindlichen Fahrzeug (10) ermöglicht.
6. Fahrzeug (10) nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Schnittstelle (40) an der Stirnseite (13) in der Öffnung (20) der Außenhaut angeordnet
ist und diese durchsetzt.
7. Fahrzeug (10) nach einem der voranstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Brandschutzeinrichtung (60) Mineralwolle aufweist.
8. Fahrzeug (10) nach einem der voranstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Brandschutzeinrichtung (60) Steinwolle aufweist.
9. Fahrzeug (10) nach einem der voranstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Brandschutzeinrichtung (60) zumindest ein Schaumelement (63) aus Brandsschutzschaum
aufweist.
10. Fahrzeug (10) nach einem der voranstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Brandsschutzschaum ein Polyurethanschaum ist oder Polyurethanschaum zumindest
auch enthält.
11. Fahrzeug (10) nach einem der voranstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Schaumelement (63) ein fertig vorgeformtes Schaumelement (63) ist, das im Rahmen
der Montage der Brandschutzeinrichtung (60) eingesetzt wird.
12. Fahrzeug (10) nach einem der voranstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Brandschutzeinrichtung (60) zumindest ein Blech (62) aufweist, das die Schnittstelle
(40) von dem Fahrzeuginnenraum (12) trennt.
13. Fahrzeug (10) nach einem der voranstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Mineralwolle und/oder das zumindest eine Schaumelement (63) zwischen der elektrischen
Schnittstelle (40) und dem Blech (62) angeordnet ist.
14. Fahrzeug (10) nach einem der voranstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Brandschutzeinrichtung (60) derart ausgestaltet ist, dass sie die Funktionsfähigkeit
der Schnittstelle (40), insbesondere den für deren Betrieb notwendigen elektrischen
Isolationswiderstand zwischen den Kontakten der Schnittstelle (40), für mindestens
15 min nach Eintritt eines Brandes im Fahrzeuginnenraum (11) aufrechterhält.
15. Verfahren zum Montieren eines Fahrzeugs (10), insbesondere Schienenfahrzeugs, bei
dem ein zumindest abschnittsweise im Fahrzeuginnenraum (11) befindlicher elektrischer
Leiter (30) und mindestens eine elektrische Schnittstelle (40), die sich im Bereich
einer Öffnung (20) in der Außenhaut des Fahrzeugs (10) oder außerhalb des Fahrzeugs
(10) befindet, miteinander verbunden werden,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Schnittstelle (40) vom Fahrzeuginneren durch mindestens eine Brandschutzeinrichtung
(60) getrennt wird, die im Falle eines Brandes im Innenraum des Fahrzeugs (10) eine
die Schnittstelle (40) außer Funktion setzende Brandeinwirkung auf die Schnittstelle
(40) verhindert oder zumindest verzögert.