[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Sanitärarmatur, die regelmäßig im Zusammenhang
mit Spülbecken, Waschbecken, Duschen und/oder Badewannen Verwendung findet. Solche
Sanitärarmaturen dienen insbesondere der Bereitstellung eines Mischwassers mit einer
gewünschten Mischwassertemperatur.
[0002] Aus dem Stand der Technik sind elektronische Sanitärarmaturen mit einer werkseitigen
Voreinstellung bekannt. Die werkseitige Voreinstellung der Sanitärarmatur muss häufig
auf Wunsch des Kunden oder aufgrund länderspezifischer Anforderungen angepasst werden.
Bei der werkseitigen Voreinstellung kann es sich beispielsweise um eine maximale Mischwassertemperatur,
eine Begrenzung/ Einstellung der Durchflussmenge und/oder der Durchflusszeit des Mischwassers
durch einen Auslauf der Sanitärarmatur handeln. Die Anpassung der Voreinstellung kann
bei bekannten Sanitärarmaturen beispielsweise durch das Abdecken eines optischen Sensors
erfolgen, wobei eine Änderung der Voreinstellung in Abhängigkeit einer Dauer der Abdeckung
des optischen Sensors erfolgt. Nachteilig hieran sind unteranderem die ungenaue oder
begrenzte Einstellmöglichkeit sowie die Fehleranfälligkeit. Zudem ist die Anpassung
der Voreinstellung durch eine Fernbedienung oder rechnergestützte Softwareanwendungen
bekannt. Nachteilig hierbei ist, dass sich jeder Anwender kostenintensive Programmiertools
für die Anpassung der Voreinstellungen beschaffen muss.
[0003] Aufgabe der Erfindung ist daher, die mit Bezug auf den Stand der Technik geschilderten
Probleme zumindest teilweise zu lösen und insbesondere eine Sanitärarmatur und ein
Verfahren zur Einstellung einer Sanitärarmatur anzugeben, mit denen die Sanitärarmatur
einfach und kostengünstig einstellbar ist.
[0004] Diese Aufgaben werden gelöst mit einer Sanitärarmatur und einem Verfahren zur Einstellung
einer Sanitärarmatur gemäß den Merkmalen der unabhängigen Patentansprüche. Weitere
vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den abhängig formulierten Patentansprüchen
angegeben. Es ist darauf hinzuweisen, dass die in den abhängig formulierten Patentansprüchen
einzeln aufgeführten Merkmale in beliebiger technologisch sinnvoller Weise miteinander
kombiniert werden können und weitere Ausgestaltungen der Erfindung definieren. Darüber
hinaus werden die in den Patentansprüchen angegebenen Merkmale in der Beschreibung
näher präzisiert und erläutert, wobei weitere bevorzugte Ausgestaltungen der Erfindung
dargestellt werden.
[0005] Hierfür dient eine Sanitärarmatur, die einen Sensor zur Erfassung einer optoelektronisch
lesbaren Schrift aufweist, wobei der Sensor datenleitend mit einem Mikroprozessor
zur Auswertung einer in der durch den Sensor erfassten optoelektronischen Schrift
enthaltenen Information verbunden ist, sodass die Information zur Einstellung der
Sanitärarmatur verwendbar ist.
[0006] Die vorgeschlagene Sanitärarmatur wird insbesondere im Zusammenhang mit Waschbecken,
Spülbecken, Duschen und/oder Badewannen verwendet. Die Sanitärarmatur kann einen Armaturenkörper
aufweisen, der bevorzugt zumindest teilweise aus Metall und/oder Kunststoff besteht.
Die Sanitärarmatur dient insbesondere der Bereitstellung eines Mischwassers mit einer
gewünschten Mischwassertemperatur. Hierzu kann die Sanitärarmatur zumindest ein Mischventil
aufweisen, mit dem ein Kaltwasser und ein Warmwasser zu dem Mischwasser mit der gewünschten
Mischwassertemperatur mischbar sind. Zur Einstellung der Mischwassertemperatur und
zum Steuern eines Auslaufs des Mischwassers aus einem Auslauf der Sanitärarmatur kann
die Sanitärarmatur einen Stellhebel zur Betätigung des zumindest einen Mischventils
aufweisen.
[0007] Bei der Sanitärarmatur handelt es sich um eine elektronische Sanitärarmatur, bei
der zumindest eine Funktion elektronisch steuerbar ist. Bei der zumindest einen Funktion
kann es sich beispielsweise um a) eine voreingestellte (minimale und/oder maximale)
Mischwassertemperatur, b) eine voreingestellte (minimale und/oder maximale) Auslaufdauer
aus dem Auslauf und/oder c) eine voreingestellte (minimale und/oder maximale) Auslaufmenge
des Mischwassers aus dem Auslauf handeln. Weiterhin könnten die Funktionen Betriebsphasen
der Sanitärarmatur betreffen, wie beispielsweise die Aktivierung und Deaktivierung
einer "Stand-by-Phase" und/oder die Aktivierung und Deaktivierung der Benutzungsphase
der Sanitärarmatur, insbesondere betreffend eine Sensitivität der Sanitärarmatur (Erfassungsraum,
Abtastraten, etc.).
[0008] Die Sanitärarmatur weist zudem einen Sensor zur Erfassung einer optoelektronisch
lesbaren Schrift auf. Bei dem Sensor handelt es sich insbesondere um einen optischen
Sensor, mit dem die optoelektronisch lesbare Schrift erfassbar beziehungsweise lesbar
ist. Zur Erfassung der optoelektronisch lesbaren Schrift ist die optoelektronisch
lesbare Schrift insbesondere in einem Sensorbereich des Sensors zu führen. Bei der
optoelektronisch lesbaren Schrift handelt es sich insbesondere um einen 2D-Code, beispielsweise
nach Art eines Strichcodes oder QR-Codes. Der Strichcode besteht insbesondere aus
einer Mehrzahl von verschieden breiten, parallelen Strichen und Lücken. QR-Codes sind
beispielsweise aus der
EP 0672 994 A1 bekannt. Die optoelektronisch lesbare Schrift dient insbesondere der Abbildung einer
Information mit Hilfe von binären Symbolen. Der Sensor ist datenleitend, beispielweise
mittels eines Bus-Systems, mit einem Mikroprozessor zur Auswertung einer in der mit
dem Sensor erfassten optoelektronischen Schrift enthaltenen Information verbunden.
Hierzu ist die optoelektronisch lesbare Schrift durch den Sensor insbesondere in elektrische
Signale umsetzbar, die durch den Mikroprozessor auswertbar sind. Bei der in der optoelektronischen
Schrift enthaltenen Information handelt es sich insbesondere um Daten zur Einstellung
der Sanitärarmatur beziehungsweise zur Änderung einer Voreinstellung der Sanitärarmatur.
Dabei kann es sich beispielsweise um einen Programmcode oder Software, wie zum Beispiel
Softwareaktualisierungen, handeln. Mit der Information sind insbesondere Daten in
einem Speicher der Sanitärarmatur änderbar, der ebenfalls, insbesondere über das Bus-System,
mit dem Mikroprozessor datenleitend verbunden ist. Mit der in der optoelektronischen
Schrift enthaltenen Information sind insbesondere die bereits zuvor genannten Funktionen
der elektronischen Sanitärarmatur einstellbar. Diese Funktionen sind insbesondere
durch zumindest ein elektrisch steuerbares Mischventil, wie zum Beispiel ein Magnetventil,
und/oder zumindest ein elektrisch steuerbares Durchflussmengenregulierventil, mit
dem eine Durchflussmenge des Mischwassers aus dem Auslass steuerbar ist, ausführbar.
Hierzu kann der Mikroprozessor datenleitend, insbesondere über das Bussystem, mit
dem zumindest einen elektrisch steuerbaren Mischventil und/oder dem zumindest einen
elektrisch steuerbaren Durchflussmengenregulierventil datenleitend verbunden sein.
Die Sanitärarmatur ist somit ohne Programmiergeräte und ohne Spezialwissen für das
Abdecken eines optischen Sensors einstellbar. Außerdem ist es möglich, Softwareaktualisierungen
durch das nachträgliche Versenden von optoelektronischen Schriftzeichen, beispielsweise
per SMS, zu ermöglichen.
[0009] Ebenfalls vorteilhaft ist es, wenn es sich bei dem Sensor um einen Zeilensensor handelt.
Bei einem Zeilensensor handelt es sich insbesondere um einen lichtempfindlichen beziehungsweise
strahlungsempfindlichen Sensor, der insbesondere eine eindimensionale Anordnung von
Fotosensoren umfasst.
[0010] Besonders vorteilhaft ist es, wenn der Zeilensensor eine Auflösung 50-500 x 1-50
Pixel und vorzugsweise von 128 x 1 Pixel aufweist. Diese Anzahl von Pixel ist für
die vorliegende Aufgabenstellung bereits vollkommen ausreichend und günstig herzustellen.
[0011] Zudem ist es vorteilhaft, wenn der Sensor an einem Armaturengehäuse befestigt ist.
Der Sensor kann dabei insbesondere unterhalb eines Auslaufs der Sanitärarmatur angeordnet
sein.
[0012] Einem weiteren Aspekt dieser Lösung folgend, wird auch ein Verfahren zur Einstellung
einer Sanitärarmatur angegeben, das zumindest die folgenden Schritte aufweist:
- a) Erfassen einer optoelektronisch lesbaren Schrift mit einem an der Sanitärarmatur
befestigten Sensor;
- b) Auswerten einer in der optoelektronisch lesbaren Schrift enthaltenen Information;
und
- c) Einstellen der Sanitärarmatur unter Verwendung der Information.
[0013] Mit dem vorgeschlagenen Verfahren ist insbesondere die hier vorgeschlagene Sanitärarmatur
einstellbar. Dabei können die im Zusammenhand mit der Sanitärarmatur erläuterten technischen
Merkmale und Prozesse hier ebenfalls Anwendung finden und umgekehrt.
[0014] Zunächst wird gemäß Schritt a) eine optoelektronisch lesbare Schrift mit einem an/in
der Sanitärarmatur befestigten Sensor erfasst und durch den Sensor insbesondere in
ein elektrisches Signal umgewandelt. Hierzu wird die optoelektronisch lesbare Schrift
insbesondere in einen Sensorbereich des Sensors geführt. Durch das elektrische Signal
kann eine in der optoelektronisch lesbaren Schrift enthaltene Information insbesondere
mittels eines Mikroprozessors (ggf. ebenfalls Bestandteil der Sanitärarmatur) ausgewertet
werden. Anschließend kann diese Information gemäß Schritt c) zur Einstellung der Sanitärarmatur
(siehe Funktionen oben, beispielsweise mittels Voreinstellungen bei mindestens einem
Ventil der Sanitärarmatur) verwendet werden.
[0015] Zudem ist es vorteilhaft, wenn das Einstellen der Sanitärarmatur in Schritt c) ein
Programmieren oder eine Softwareaktualisierung (bezüglich des Mikroprozessors) umfasst.
[0016] Die Erfindung sowie das technische Umfeld werden nachfolgend anhand der Figur näher
erläutert. Es ist darauf hinzuweisen, dass die Figur eine besonders bevorzugte Ausführungsvariante
der Erfindung zeigt, diese jedoch nicht darauf beschränkt ist. Es zeigt schematisch:
Fig. 1: eine Sanitärarmatur mit einem Sensor.
[0017] Die Fig. 1 zeigt eine Sanitärarmatur 1 mit einem Armaturengehäuse 5. Das Armaturengehäuse
5 weist einen Auslass 9 für ein Mischwasser auf. Eine Mischwassertemperatur des Mischwassers
und eine Durchflussmenge des Mischwassers aus dem Auslass 9 sind manuell über einen
Stellhebel 8 und zusätzlich über ein hier nicht gezeigtes elektrisch steuerbares Mischventil
und ein elektrisch steuerbares Durchflussmengenregulierventil steuerbar. In dem Armaturengehäuse
5 ist zudem ein Mikroprozessor 4 angeordnet, der über ein Bussystem 7 datenleitend
mit einem Sensor 2 und einem Speicher 6 verbunden ist. Mit dem Sensor 2 ist eine optoelektronisch
lesbare Schrift 3 erfassbar und über das Bussystem 7 als elektrische Signale dem Mikroprozessor
4 zuführbar. Eine in der optoelektronischen Schrift 3 enthaltene Information ist durch
den Mikroprozessor 4 auswertbar und zur Einstellung der Sanitärarmatur 1 verwendbar.
Hierzu können beispielsweise Daten in dem Speicher 6 geändert werden.
[0018] Durch die vorliegende Erfindung ist eine Sanitärarmatur besonders einfach und kostengünstig
einstellbar.
Bezugszeichenliste
[0019]
- 1
- Sanitärarmatur
- 2
- Sensor
- 3
- Optoelektronisch lesbare Schrift
- 4
- Mikroprozessor
- 5
- Armaturengehäuse
- 6
- Speicher
- 7
- Bussystem
- 8
- Stellhebel
- 9
- Auslass
1. Sanitärarmatur (1), aufweisend einen Sensor (2) zur Erfassung einer optoelektronisch
lesbaren Schrift (3), wobei der Sensor (2) datenleitend mit einem Mikroprozessor (4)
zur Auswertung einer in der durch den Sensor (2) erfassten optoelektronischen Schrift
(3) enthaltenen Information verbunden ist, sodass die Information zur Einstellung
der Sanitärarmatur (1) verwendbar ist.
2. Sanitärarmatur (1) nach Patentanspruch 1, wobei es sich bei dem Sensor (2) um einen
Zeilensensor handelt.
3. Sanitärarmatur (1) nach Patentanspruch 2, wobei der Zeilensensor eine Auflösung von
50-500 x 1-50 Pixel und vorzugsweise von 128 x 1 Pixel aufweist.
4. Sanitärarmatur (1) nach einem der vorhergehenden Patentansprüche, wobei der Sensor
(2) an einem Armaturengehäuse (5) befestigt ist.
5. Verfahren zur Einstellung einer Sanitärarmatur (1), aufweisend zumindest die folgenden
Schritte:
a) Erfassen einer optoelektronisch lesbaren Schrift (3) mit einem an der Sanitärarmatur
(1) befestigten Sensor (2);
b) Auswerten einer in der optoelektronisch lesbaren Schrift (3) enthaltenen Information;
und
c) Einstellen der Sanitärarmatur (1) unter Verwendung der Information.
6. Verfahren nach Patentanspruch 5, wobei das Einstellen der Sanitärarmatur (1) in Schritt
c) ein Programmieren oder eine Softwareaktualisierung umfasst.