(19)
(11) EP 3 064 700 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
07.09.2016  Patentblatt  2016/36

(21) Anmeldenummer: 15158116.2

(22) Anmeldetag:  06.03.2015
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
E06B 9/262(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
BA ME
Benannte Validierungsstaaten:
MA

(71) Anmelder: Lienert, Achim
95632 Wunsiedel (DE)

(72) Erfinder:
  • Lienert, Achim
    95632 Wunsiedel (DE)

(74) Vertreter: FDST Patentanwälte 
Nordostpark 16
90411 Nürnberg
90411 Nürnberg (DE)

   


(54) Austauschbarer Stoff für eine Beschattungsanlage sowie Beschattungsanlage mit einem solchen austauschbaren Stoff


(57) Die Beschattungsanlage (2), insbesondere Plissee-Anlage, ist mit einem austauschbaren Stoff (6) versehen, welcher insbesondere ein zickzackförmig gefalteter Stoff (6) ist. Der Stoff (6) weist dabei eine Vielzahl von in Längsrichtung (14) fluchtende Löcher (20) auf, durch die jeweils ein Führungselement (16) geführt ist. Um eine seitliche Abnahme des Stoffs (6) zu ermöglichen, gehen von den einzelnen Löchern (20) jeweils Schlitze (24) in seitlicher Richtung (22) aus. Um ein unbeabsichtigtes Herausgleiten der Führungselemente (16) aus den Schlitzen (24) zu vermeiden, ist zumindest im Bereich einiger der Löcher (20) ein Sicherungselement (30,32,34) gegen ein unbeabsichtigtes seitliches Herausrutschen der Führungselemente aus den Löchern (20) angeordnet. Das Sicherungselement ist dabei wahlweise als Verstärkungselement (30), als Distanzelement (32) oder als Verdickungselement (34) ausgebildet.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft einen austauschbaren Stoff für eine Beschattungsanlage sowie eine Beschattungsanlage, insbesondere Plissee-Anlage mit einem solchen austauschbaren Stoff mit den Merkmalen des Oberbegriffs des Anspruchs 1.

[0002] Eine derartige Beschattungsanlage sowie ein derartiger austauschbarer Stoff für eine Beschattungsanlage sind beispielsweise aus der DE 20 2014 104 192 U1 zu entnehmen. Der austauschbare Stoff ist dabei insbesondere als ein in etwa zickzackförmig gefalteter Stoff ausgebildet, der sich in einer Längsrichtung und in einer Querrichtung erstreckt. Durch die zickzackförmige Faltung sind horizontale Faltlamellen ausgebildet, welche jeweils an einer in Querrichtung verlaufenden Faltkante miteinander verbunden sind. Durch die einzelnen Faltlamellen sind in Längsrichtung zueinander fluchtende Löcher eingebracht, durch die im montierten Zustand ein sich in Längsrichtung erstreckendes Führungselement durchgeführt ist. Bei diesem handelt es sich üblicherweise um eine Führungsschnur oder auch um einen Führungsstab.

[0003] Bei Plissee-Anlagen wird ein solcher gefalteter Stoff ziehharmonikaartig zwischen einer unteren und einer oberen Profilschiene gehalten. Diese Profilschienen sind dabei entlang der Führungselemente innerhalb eines Rahmens, beispielsweise eines Fensterrahmens oder auch Türrahmens verschieblich gehalten. Durch die beidseitige Beweglichkeit der Profilschienen lassen sich bei Plissee-Anlagen unterschiedliche Bereiche abdecken.

[0004] Bei derartigen Plissee-Anlagen ist das Einfädeln der Führungselemente durch die einzelnen fluchtenden Löcher des Stoffes üblicherweise mit einigem Aufwand verbunden. Ein Austausch des Stoffes ist bei herkömmlichen Plissee-Anlagen nur schwer möglich.

[0005] Um einen solchen Austausch des Stoffes zu erleichtern, sind gemäß einer Ausführungsvariante der DE 20 2014 104 192 U1 ausgehend von einem jeweiligen Loch sich seitlich zu einer Rückseite erstreckende Schlitze eingebracht, so dass ein jeweiliges Führungselement seitlich über die Schlitze in bzw. aus den Löchern ein- und ausgeführt werden kann. Der Stoff lässt sich daher seitlich, also in Richtung einer Flächennormalen der zu beschattenden Fläche abnehmen und dadurch leicht austauschen. Hierbei wird ausgenutzt, dass der Stoff eine gewisse Elastizität aufweist und sich daher aufspreizen lässt, so dass zur Montage oder Demontage der Schlitz aufgeweitet werden kann, um das Führungselement durch den Schlitz hindurchführen zu können.

[0006] Durch die Schlitze ist jedoch die Gesamtstabilität der Beschattungsanlage und des Stoffes reduziert, was sich insbesondere bei größeren zu beschattenden Flächen als nachteilig auswirkt.

[0007] Ausgehend hiervon liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine zuverlässige Funktion einer Beschattungsanlage mit einem solchen austauschbaren Stoff zu gewährleisten.

[0008] Die Aufgabe wird gemäß der Erfindung gelöst durch einen austauschbaren Stoff für eine Beschattungsanlage sowie durch eine solche Beschattungsanlage mit einem austauschbaren Stoff mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1. Basierend auf dem insbesondere zickzackförmig gefalteten Stoff, der ausgehend von den zueinander fluchtenden Löchern sich zu einer Rückseite hin erstreckende Schlitze aufweist, ist ein zusätzliches Sicherungselement im Bereich zumindest einiger der Löcher angeordnet, welches das jeweilige Führungselement gegen ein unbeabsichtigtes seitliches Herausrutschen aus den Löchern sichert.

[0009] Unter Rückseite wird hierbei allgemein die Seite des Stoffes verstanden, an der die Schlitze frei auslaufen. Die gegenüberliegende Seite wird als Vorderseite bezeichnet. Vorzugsweise ist die Rückseite im montierten Zustand in Richtung zu der zu beschattenden Fläche (Fenster), also zur Fensterseite orientiert, so dass die Schlitze von dem Benutzer von der Innenseite her nicht zu erkennen sind. Grundsätzlich ist jedoch auch eine umgekehrte Montage möglich, so dass also die Schlitze auf der dem Fenster gegenüberliegenden Seite (Raumseite) auslaufen. In diesem Fall bildet dann diese Seite die Rückseite des Stoffes. Nachfolgend wird - ohne Beschränkung der Allgemeinheit - unter Rückseite die Fensterseite und unter Vorderseite die Raumseite verstanden.

[0010] Die Anordnung eines derartigen zusätzlichen Sicherungselements beruht auf der Erkenntnis, dass bei einer Beschattungsanlage gemäß der DE 20 2014 104 192 U1 bei größeren zu beschattenden Flächen die Gefahr besteht, dass der Stoff von alleine von den Führungselementen abgleitet und daher nicht mehr zuverlässig geführt ist. Um dieses unbeabsichtigte Herausrutschen in seitlicher Richtung der Führungselemente aus den Löchern zu vermeiden, ist das Sicherungselement nunmehr derart ausgebildet, dass der erforderliche Kraftaufwand zum Herausführen der Führungselemente über die Schlitze erhöht ist oder das Herausführen verhindert ist. Der erforderliche Kraftaufwand ist dabei derart bemessen, dass dieser auf alle Fälle höher ist, als die bei einem normalen Betrieb und einer normalen Handhabung der Beschattungsanlage auftretenden Kräfte. Unter seitlicher Richtung wird insbesondere die Richtung einer Flächennormalen der zu beschattenden Fläche (Fensterfläche) verstanden, die also quer zur Querrichtung sowie quer zur Längsrichtung verläuft.

[0011] Der Vorteil der Anordnung von derartigen Sicherungselementen besteht darin, dass weiterhin herkömmliche Stoffe verwendet werden können, auch solche, die sehr leicht und damit einfach biegbar sind und welche somit anfällig für ein seitliches Herausrutschen wären. Ein weiterer Vorteil ist auch darin zu sehen, dass das Sicherungselement nur punktuell und an wenigen ausgewählten Löchern angeordnet zu sein braucht, so dass also die Sicherungselemente die Gesamtoptik nicht oder nur kaum stört. Ein derartiges Sicherungselement kann darüber hinaus ohne Probleme auch nachgerüstet werden, so dass bestehende Beschattungsanlagen mit einem derartigen austauschbaren Stoff aufgerüstet werden können.

[0012] In bevorzugter Ausgestaltung ist das Sicherungselement wahlweise als ein Verstärkungselement, als ein Distanzelement oder als ein Verdickungselement ausgebildet. Bei einer Ausgestaltung als Verstärkungselement ist dieses im Bereich des Lochs lokal am Stoff angebracht und versteift oder verstärkt diesen zumindest am Lochrand, so dass ein Aufbiegen des Schlitzes erschwert und nur mit erhöhtem Kraftaufwand ermöglicht ist oder gar verhindert ist. Der Grundgedanke des Verstärkungselements ist also darin zu sehen, die Steifigkeit des Stoffs lokal im Bereich des Schlitzes zu erhöhen.

[0013] Bei der Ausgestaltung als Distanzelement ist dieses im Bereich des Lochs zwischen dem Führungselement und dem Stoff eingefügt, so dass ein seitliches Versetzen des Stoffes relativ zu dem Führungselement zur Vermeidung eines unbeabsichtigten seitlichen Herausrutschens aus den Löchern verhindert ist. Das Distanzelement ist daher zwischen dem Führungselement und einem zur Vorderseite orientierten Stoffbereich, insbesondere einer Faltkante, an der die einzelnen Faltlamellen miteinander verbunden sind, eingelegt.

[0014] Durch das Distanzelement ist quasi ein Sperrelement gebildet.

[0015] Schließlich ist in der Ausgestaltung als Verdickungselement dieses derart ausgebildet, dass es im Bereich des Lochs das Führungselement umgibt, so dass hierdurch das Führungselement lokal und begrenzt verdickt ist und ein unbeabsichtigtes seitliches Herausrutschen aus dem jeweiligen Loch verhindert ist. Um das Verdickungselement beispielsweise auch nachträglich montieren zu können, ist dieses vorzugsweise durch ein seitliches Heranführen an das Führungselement an diesem befestigbar. Es ist daher kein Auffädeln des Verdickungselements erforderlich. Durch das Verdicken des Führungselements im Bereich des Lochs ist wiederum der erforderliche Kraftaufwand zum Aufbiegen des Schlitzes erhöht, da durch die Verdickung der Schlitz stärker aufgeweitet werden muss.

[0016] Allgemein ist der Schlitz mit einer möglichst dünnen Schlitzbreite ausgebildet, die vorzugsweise auch null beträgt, so dass der Schlitz lediglich durch einen Einschnitt gebildet ist. Insbesondere ist die Schlitzbreite dünner als die Breite des Führungselements. Umgekehrt sind die Löcher üblicherweise dicker als das Führungselement, weisen also einen größeren Durchmesser auf, so dass das Führungselement in den Löchern lose geführt ist.

[0017] Gemäß einer bevorzugten Weiterbildung weist das Sicherungselement selbst ein Führungsloch auf, durch das das Führungselement im montierten Zustand lose geführt ist. Das Führungsloch fluchtet dabei im montierten Zustand vorzugsweise mit dem zu sichernden Loch des Stoffes. Durch diese Ausgestaltung ist der Normalbetrieb der Plissee-Anlage, also das Verstellen des Stoffes entlang der Führungselemente nicht behindert. Diese Ausgestaltung trifft insbesondere für die Ausführungsvarianten des Sicherungselements als Versteifungselement und/oder Verdickungselement zu.

[0018] Im Hinblick auf eine möglichst einfache Montage des Sicherungselements ist dieses insbesondere in der Variante als Verstärkungselement oder Verdickungselement zum einen durch seitliches Heranführen anbringbar und derart ausgestaltet, dass es das Führungselement umgibt. Hierzu weist das Sicherungselement dabei insbesondere einen seitlichen Einführschlitz zum seitlichen Einführen des Führungselements auf. Zweckdienlicherweise wird der Einführungsschlitz dabei in Überdeckung mit dem Schlitz des Stoffes gebracht.

[0019] Bei dem Sicherungselement handelt es sich dabei insbesondere um ein elastisches Element, so dass dieses also elastisch aufweitbar ist, um bei Bedarf das Führungselement durch den Einführungsschlitze wieder herauszuführen. Die Schlitzbreite des Einführungsschlitzes ist dabei insbesondere kleiner als die Breite des Führungselements. Auch hier kann vorgesehen sein, dass die Schlitzbreite auch null beträgt.

[0020] In zweckdienlicher Weiterbildung ist der Einführungsschlitz begrenzt durch Randbereiche, die - in Längsrichtung betrachtet - einander überlappen oder überdecken, d.h. bei einer Aufsicht in Längsrichtung überdeckt der eine Randbereich den anderen Randbereich. Alternativ stoßen die beiden Randbereiche unmittelbar aneinander an. Gemäß einer dritten Variante überlappen die Randbereiche schließlich in seitlicher Richtung, so dass der Einführschlitz einen labyrinthartigen oder gezackten Verlauf ausbildet. Insbesondere die Ausführungsvarianten mit den sich überlappenden Randbereichen sichern dabei zuverlässig das Führungselement gegen ein unbeabsichtigtes Herauslösen.

[0021] In zweckdienlicher Weiterbildung ist gegenüberliegend zum Einführungsschlitz am insbesondere als Verstärkungselement ausgebildeten Sicherungselement eine Kerbe eingebracht. Diese erleichtert das Aufbiegen des Sicherungselements und damit des Einführschlitzes im Falle einer gewünschten Montage/Demontage des Stoffes.

[0022] Insbesondere bei der Ausführungsvariante als Verstärkungselement ist das Sicherungselement dabei bevorzugt zu der geschlitzten Rückseite hingebogen, insbesondere kreissegmentartig gebogen ausgebildet. Auch hierdurch wird insbesondere in Kombination mit der gegenüberliegend eingebrachten Kerbe ein definiertes elastisches Aufbiegen des Verstärkungselements unterstützt.

[0023] Insgesamt ist das Sicherungselement vorzugsweise als ein flaches dünnes Element ausgebildet und insbesondere plättchenförmig ausgebildet. Es weist dabei eine Dicke beispielsweise im Bereich von 0,5 bis 2 mm auf. Hierdurch ist die Einstellung einer gewünschten Elastizität und damit Widerstandskraft gegen ein Aufbiegen des Einführschlitzes in gewünschter Weise einstellbar. Auch ist eine Handhabung des Sicherungselements beispielsweise zur Befestigung am Stoff oder auch für ein nachträgliches Einführen an einer bereits montierten Beschattungsanlage ermöglicht.

[0024] Das Sicherungselement ist dabei zweckdienlicherweise aus einem transparenten Material ausgebildet, so dass es die Optik des Stoffes nicht oder möglichst wenig stört. Vorzugsweise ist das Sicherungselement dabei als ein Kunststoffelement ausgebildet.

[0025] Insbesondere bei der Ausgestaltung als Verstärkungselement kann das Sicherungselement alternativ jedoch auch als textiles Verstärkungselement ausgebildet sein. Prinzipiell besteht auch die Möglichkeit, dass der Stoff im Bereich des Lochs in geeigneter Weise zur Ausbildung des Verstärkungselements verstärkt ist. Beispielsweise wird hierzu der Stoff durch eine textile Bearbeitungsmethode, wie Sticken, Nähen, etc. bearbeitet oder auch mit einem aushärtbaren Stoff beispielsweise nach Art eines Klebstoffs getränkt, welcher nach einem Aushärten den Stoff im Bereich des Lochs verstärkt.

[0026] In bevorzugter Ausgestaltung ist das Sicherungselement insbesondere in seiner Ausgestaltung als Verstärkungselement unmittelbar am Stoff befestigt und insbesondere auf diesen aufgeklebt. Das Sicherungselement ist dabei gemäß einer ersten Ausführungsvariante als eine selbstklebende Folie ausgebildet. Alternativ wird das Sicherungselement mit Hilfe einer Klebefolie, die über das Sicherungselement und den Stoff angebracht wird, auf dem Stoff befestigt. Schließlich besteht auch die Möglichkeit, das Sicherungselement auf den Stoff anderweitig, beispielsweise durch Nähen etc. zu befestigen.

[0027] Um zum einen die Optik der Beschattungsanlage durch die Sicherungselemente möglichst wenig zu stören und zum anderen um das Gewicht des Stoffes nicht unnötigerweise zu erhöhen, ist das Sicherungselement in bevorzugter Ausgestaltung jeweils lokal nur für ein einziges Loch ausgebildet. Ein jeweiliges Sicherungselement ist daher jeweils nur einem einzigen Loch zugeordnet. Insbesondere bei der Ausführungsvariante als Plättchen wird dieses daher um das jeweilige Loch herum angebracht.

[0028] In alternativer Ausgestaltung erstreckt sich das Sicherungselement in Querrichtung über mehrere Löcher und insbesondere über die gesamte Breite des Stoffes. In dieser Ausführungsvariante ist das Sicherungselement beispielsweise als ein (Quer-)Stab oder als eine Querplatte ausgebildet. Diese Ausführungsvariante ist insbesondere bei der Ausgestaltung des Sicherungselements als Distanzelement von Vorteil. Dieses braucht dann jeweils nur lose zwischen den Führungselementen und einer Faltkante des Stoffs eingeführt zu werden. Insbesondere erfolgt bei dieser Ausgestaltung nur ein loses Einführen des Sicherungselements.

[0029] In allen Fällen ist jedoch zweckdienlicherweise vorgesehen, dass in Längsrichtung des Stoffs allenfalls einigen der Löcher ein Sicherungselement zugeordnet ist. Es werden daher bewusst nicht alle Löcher mit einem Sicherungselement versehen. Vielmehr weisen Löcher, denen ein Sicherungselement zugeordnet ist, zu in Längsrichtung benachbarten Löchern mit Sicherungselement bzw. zu einer randseitigen Befestigung des Stoffes an einer Profilschiene vorzugsweise einen Abstand von zumindest mehreren 10 cm und insbesondere von zumindest 40 oder 60 cm auf. Diese Ausgestaltung beruht dabei auf der Erkenntnis, dass bereits einige wenige Sicherungselemente in Längsrichtung verteilt ausreichen, um zuverlässig ein seitliches Abgleiten des Stoffes von den Führungselementen zu verhindern. Das Problem des Abgleitens entsteht erst bei sehr langen Beschattungsanlagen. Bei Beschattungsanlagen mit einer Gesamtlänge beispielsweise bis zu 1 m oder 1,20 m sind bei geeigneter Stoffwahl Sicherungselemente nicht zwingend erforderlich. Bei Beschattungsanlagen mit einer Gesamtlänge der zu beschattenden Fläche (Fensterfläche) im Bereich beispielsweise von 100 bis 150 cm sind daher vorzugsweise lediglich 1 bis 2 Sicherungselemente in Längsrichtung verteilt vorgesehen. Und bei Beschattungsanlagen mit einer Länge im Bereich von 150 bis 200 cm beispielsweise lediglich 2 bis 3 Sicherungselemente. Allgemein ist das zumindest eine Sicherungselement - in Längsrichtung betrachtet - beabstandet von den Profilleisten / einem Stoffrand lediglich in einem mittleren Bereich des Stoffes angebracht.

[0030] Das Sicherungselement ist insbesondere in seiner Ausgestaltung als Distanzelement zweckdienlicherweise mit einer Anlagekante versehen, mit der es in montierter Position an einer Faltkante des Stoffes anliegt. Das Distanzelement stützt sich daher mit der Anlagekante an der Faltkante ab. Die Breite des Sicherungselements ist daher zumindest im Bereich des Lochs an den Abstand zwischen Loch und Faltkante des Stoffs angepasst und entspricht vorzugsweise zumindest in etwa diesem Abstand.

[0031] In zweckdienlicher Ausgestaltung weist das Sicherungselement insbesondere in seiner Ausführungsvariante als Distanzelement auf seiner dem Führungselement zugewandten Seite zumindest eine Haltekerbe auf, in der das Führungselement im montierten Zustand einliegt. Hierdurch ist das Distanzelement speziell bei der Ausführungsvariante, bei der es zwischen Führungselement und Faltkante des Stoffes eingeklemmt ist, gegen ein seitliches Verrutschen in Querrichtung gesichert. Üblicherweise weist eine Beschattungsanlage in Querrichtung verteilt mehrere Führungselemente auf. Üblicherweise sind zwei oder drei Führungselemente über die Breite verteilt angeordnet. Entsprechend weist das Sicherungselement bevorzugt die identische Anzahl an Haltekerben auf, wobei die einzelnen Haltekerben über die Länge des Sicherungselements das gleiche Abstandsraster wie die Führungselemente aufweisen.

[0032] Bei der Ausführungsvariante des Sicherungselements als Verstärkungselement ist dieses in bevorzugten Alternativen ausgebildet:
  • Gemäß einer ersten Ausführungsvariante ist dieses als ein auf den Stoff insbesondere durch Kleben befestigtes Plättchen mit einem Einführschlitz ausgebildet, wobei das Plättchen lediglich einem einzigen Loch zugeordnet ist.
  • Alternativ ist das Verstärkungselement als ein das Loch umgebender Versteifungsring mit einem Einführschlitz ausgebildet. Der Versteifungsring ist dabei am Stoff befestigt und insbesondere als eine geschlitzte Öse ausgebildet. Durch den Einführschlitz lässt sich diese geschlitzte Öse einfach in seitlicher Richtung anbringen.
  • In einer weiteren alternativen Ausgestaltung ist das Verstärkungselement nach Art eines Schrankenelements ausgebildet, welches in Querrichtung neben dem Schlitz am Stoff befestigt ist und sich lose über den Schlitz in Querrichtung erstreckt. Das Schrankenelement ist dabei flexibel, so dass es entweder seitlich bzw. nach oben weggebogen werden kann.


[0033] In seiner Ausgestaltung als Distanzelement ist das Sicherungselement weiterhin vorzugsweise wahlweise in unterschiedlichen bevorzugten Varianten ausgebildet:
  • Gemäß einer ersten Variante ist das Distanzelement als ein Plättchen ausgebildet, welches lose zwischen dem Führungselement und einer Faltkante eingeklemmt und lediglich einem Loch zugeordnet ist.
  • Gemäß einer zweiten Alternative ist das Distanzelement ein sich über mehrere Löcher in Querrichtung erstreckender und lose zwischen dem Führungselement und einer Faltkante angeordneter, insbesondere eingeschobener Stab oder Querplatte ausgebildet.
  • Gemäß einer dritten bevorzugten Variante ist das Distanzelement als eine Wendel ausgebildet, welche um das Führungselement angebracht ist, wobei die Wendel insbesondere lediglich für ein Loch ausgebildet ist und die Wendel weiterhin vorzugsweise einen verdickten Mittenbereich aufweist. Die Wendel wirkt dabei insoweit als Distanzelement, als dass bei einem seitlichen Verrutschen des Stoffes relativ zum Führungselement der Stoff an seiner Vorderseite an der Wendel zum Anliegen kommt, bevor das Führungselement aus dem Schlitz herausrutschen kann.


[0034] Schließlich ist das Sicherungselement in seiner Ausgestaltung als Verdickungselement in bevorzugter Ausgestaltung ausgebildet als eine eigensteife Hülse mit seitlichem Einführschlitz, welcher insbesondere schräg bezüglich der Längsrichtung orientiert ist. Anders als die geschlitzte Öse erstreckt sich daher die Hülse in Längsrichtung auch über die Lochränder der Löcher hinweg und weist beispielsweise eine Länge von 0,5 bis 1 cm auf. Die Hülse weist insbesondere einen Kragen auf, mit dem sie auf einem Lochrand des jeweiligen Lochs zum Aufliegen kommt. Durch die schräge Orientierung des Einführschlitzes ist ein Herausrutschen des Führungselements aus der Hülse zuverlässig vermieden.

[0035] Alternativ zu einer derartigen eigensteifen Hülse wird das Führungselement beispielsweise bereichsweise bandiert, so dass es hierdurch verdickt ist.

[0036] In bevorzugter Weiterbildung ist weiterhin vorgesehen, dass das Sicherungselement am Führungselement reibend anliegt, derart, dass ein ungewolltes Verrutschen des Stoffs relativ zum Führungselement vermieden ist. Unter reibend anliegend wird hierbei verstanden, dass eine gewisse Reibkraft ausgeübt wird, so dass insbesondere bei größeren Beschattungsanlagen der Stoff nicht durch sein Eigengewicht entlang der Führungselemente nach unten rutscht, so dass die gewünschte Lamellen- und Faltoptik erhalten bleibt. Gleichzeitig muss aber weiterhin eine Verstellbewegung möglich sein, um die normale Bedienung der Beschattungsanlage zu gewährleisten, bei der ja eine Relativverschiebung zwischen Loch und Führungselement gewährleistet sein muss. Auch für diesen Zweck ist in Längsrichtung ein einziges oder sind nur wenige Sicherungselemente ausreichend.

[0037] Die Aufgabe wird weiterhin gelöst durch ein Sicherungselement für einen solchen zuvor beschriebenen austauschbaren Stoff, wobei das Sicherungselement gegen ein unbeabsichtigtes Herausrutschen des Führungselements aus den Löchern des Stoffs ausgebildet ist. Das Sicherungselement ist dabei insbesondere als ein Nachrüstelement für bestehende Beschattungsanlagen ausgebildet und auch für eine nachträgliche Montage geeignet. Die im Hinblick auf die Beschattungsanlage und den austauschbaren Stoff angeführten Vorteile und bevorzugten Ausgestaltungen sind sinngemäß auch auf das Sicherungselement als solches zu übertragen.

[0038] Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nachfolgend anhand der Figuren näher erläutert. Diese zeigen teilweise in vereinfachten Darstellungen:
Fig. 1
eine ausschnittsweise perspektivische Darstellung einer als Plissee-Anlage ausgebildeten Beschattungsanlage mit einem austauschbaren geschlitzten Stoff und einem Sicherungselement,
Fig. 2
den in der Fig. 1 mit einem Kreis gekennzeichneten Bereich in einer vergrößerten Darstellung,
Fig. 3
eine Darstellung des Sicherungselements gemäß den Fig. 1 und 2, welches als Plättchen mit einem Einführschlitz ausgebildet ist,
Fig. 4A,4B,4C
unterschiedliche Ausführungsvarianten des in Fig. 3 dargestellten Plättchens im Bereich des Einführschlitzes,
Fig. 5A
eine ausschnittsweise perspektivische Darstellung einer Beschattungsanlage mit einem als Schrankenelement ausgebildeten Sicherungselement,
Fig. 5B
den in der Fig. 5A mit einem Kreis gekennzeichneten Bereich in vergrößerter Darstellung,
Fig. 6A
eine ausschnittsweise Darstellung einer Beschattungsanlage mit als geschlitzte Ösen ausgebildeten Sicherungselementen,
Fig. 6B
eine vergrößerte Darstellung im Bereich der geschlitzten Öse,
Fig. 7A,7B,7C
verschiedene Ansichten der geschlitzten Öse,
Fig. 8A
eine ausschnittsweise Ansicht einer Beschattungsanlage mit einem plättchenförmigen Distanzelement,
Fig. 8B
den in der Fig. 8A mit einem Kreis gekennzeichneten Bereich in einer vergrößerten Darstellung,
Fig. 9A
eine ausschnittsweise Ansicht einer Beschattungsanlage mit einem Querstab als Distanzelement,
Fig. 9B
den in Fig. 9A mit einem Kreis gekennzeichneten Bereich in vergrößerter Darstellung,
Fig. 10A
eine ausschnittsweise Darstellung einer Beschattungsanlage mit einem als Wendel ausgebildeten Sicherungselement,
Fig. 10B
den in Fig. 10A mit einem Kreis gekennzeichneten Bereich in vergrößerter Darstellung,
Fig. 11A
eine ausschnittsweise Darstellung einer Beschattungsanlage mit einem als geschlitzte Hülse ausgebildeten Sicherungselement sowie
Fig. 11B
den in Fig. 11A mit einem Kreis gekennzeichnete Bereich in vergrößerter Darstellung.


[0039] In den Figuren sind gleich wirkende Teile mit den gleichen Bezugszeichen versehen.

[0040] In Fig. 1 ist eine als Plissee-Anlage ausgebildete Beschattungsanlage 2 ausschnittsweise dargestellt. Eine derartige Beschattungsanlage 2 weist üblicherweise zwei Profilschienen 4 auf, von denen in Fig. 1 lediglich die untere Profilschiene 4 dargestellt ist. Zwischen den beiden Profilschienen ist ein insbesondere gefalteter Stoff 6 angeordnet. Der Stoff 6 ist dabei in etwa ziehharmonikaartig gefaltet, so dass einzelne sich in einer Querrichtung 8 erstreckende Stofflamellen 10 ausgebildet sind, die jeweils wechselweise über eine Faltkante 12 miteinander verbunden sind. Die unterste sowie die oberste Stofflamelle 10 ist dabei jeweils an der jeweiligen Profilschiene 4 befestigt. Beispielsweise erfolgt dies nach Art eines Klettverschlusses oder auch mit Hilfe eines seitlich eingeführten sogenannten Keders.

[0041] Die Profilschienen 4 zusammen mit dem zwischen ihnen befestigten Stoff 6 lassen sich in der montierten Endposition entlang von üblicherweise zumindest zwei Führungselementen 16 in einer Längsrichtung 14 entlang der zu beschattenden Fläche verschieben. Im Ausführungsbeispiel ist das Führungselement 16 als eine Führungsschnur, auch als Spannschnur bezeichnet, ausgebildet. Diese ist jeweils an einem unteren Rand und einem oberen Rand der zu beschattenden Fläche, beispielsweise eine Glasleiste, mit Hilfe eines sogenannten Schnurspanners 18 befestigt.

[0042] Das Führungselement 16 ist durch den Stoff 6, und zwar durch die einzelnen Stofflamellen 10, durch Löcher 20 in Längsrichtung 14 lose hindurchgeführt. Die Löcher 20 fluchten in Längsrichtung 14 zueinander.

[0043] Der Stoff 6 ist als ein austauschbarer Stoff ausgebildet. Er lässt sich in seitlicher Richtung 22, also senkrecht zur Querrichtung sowie senkrecht zur Längsrichtung 14 und damit in Richtung einer Flächennormalen der zu beschattenden Fläche von den Führungselementen 16 lösen. Hierzu sind in den Stoff 6 eine Vielzahl von Schlitzen 24 eingebracht, die jeweils ausgehend von den einzelnen Löchern 20 sich in seitlicher Richtung 22 zu einer hier als Rückseite 26 bezeichneten Seite des Stoffes 6 erstrecken. Die gegenüberliegende Seite wird als Vorderseite 28 bezeichnet. Die Rückseite 26 ist insbesondere die Fensterseite und die Vorderseite 28 die Raumseite. Das Austauschen des Stoffes 6 erfolgt hierbei derart, dass die Schlitze 24 aufgrund der Elastizität des Stoffes 6 aufgebogen werden, so dass das Führungselement 16 durch die Schlitze 24 seitlich nach außen geführt werden kann.

[0044] Bei größeren Beschattungsanlagen beispielsweise mit einer Länge in Längsrichtung 14 von mehr als 120 cm kann dabei das Problem auftreten, dass die Führungselemente 16 beispielsweise bei einer Luftbewegung etc. selbsttätig aus den Schlitzen 24 herausrutschen.

[0045] Um dies zu verhindern, ist bei der Beschattungsanlage 2 nunmehr eine gewisse Anzahl von Sicherungselementen angeordnet, die ein solches ungewolltes seitliches Herausrutschen verhindern.

[0046] Die nachfolgend beschriebenen Sicherungselemente lassen sich dabei grundsätzlich in drei Grundtypen unterscheiden, nämlich Verstärkungselemente 30, Distanzelemente 32 sowie Verdickungselemente 34. Die Grundfunktion dieser Sicherungselemente 30,32,34 besteht darin, dass sie die erforderliche Kraft zum seitlichen Abnehmen des Stoffes von den Führungselementen 16 zumindest erhöhen, so dass die beim normalen Betrieb auftretenden Kräfte nicht mehr für ein ungewolltes seitliches Herausgleiten ausreichen. Alternativ wird durch die Ausgestaltung des jeweiligen Sicherungselements, insbesondere in der Ausgestaltung als Distanzelement 32, ein seitliches Herausrutschen vollständig verhindert und es ist erst nach einer Entfernung des Distanzelements 32 möglich. Das Sicherungselement wirkt hierbei als ein Sperrelement, welches den Schlitz 24 sperrt und erst nach einem Entfernen oder zumindest Verschieben / Verdrehen des Sicherungselements den Schlitz 24 wieder freigibt.

[0047] In Längsrichtung 14 betrachtet sind dabei nur an einigen wenigen Löchern 20 Sicherungselemente 30,32,34 angebracht. Ein Abstand a zwischen einem Sicherungselement 30,32,34 zu einem in Längsrichtung 14 benachbarten Sicherungselement 30,32,34 bzw. zu einer Profilschiene 4 beträgt dabei vorzugsweise mehr als 40 cm und insbesondere mehr als 60 cm und liegt beispielsweise bei 80 cm. Der Abstand a wird hierbei gemessen bei maximal vorgesehenem Auszug des Stoffes 6 in Längsrichtung 14.

[0048] Unterschiedliche Ausführungsvarianten der als Verstärkungselemente 30 ausgebildeten Sicherungselemente werden nachfolgend anhand der Fig. 1 bis 7 beschrieben. Unterschiedliche Ausführungsvarianten des Distanzelements 32 werden anhand der Fig. 8 bis 10 beschrieben und eine Ausführungsvariante des Verdickungselements 34 wird anhand der Fig. 11 beschrieben.

[0049] Das in den Fig. 1 bis 4 dargestellte Verstärkungselement 30 ist als ein lokal einem einzigen Loch 20 zugeordnetes dünnes Plättchen 30a ausgebildet. Dieses ist auf der Stofflamelle 10 befestigt. Hierzu ist das Plättchen 30a beispielsweise selbstklebend ausgebildet und entsprechend aufgeklebt. Das Plättchen 30a weist ein Führungsloch 36 auf, welches deckungsgleich mit dem Loch 20 ist. Ausgehend vom Führungsloch 36 erstreckt sich ein Einführschlitz 38 in seitlicher Richtung 22. Auch der Einführschlitz 38 ist vorzugsweise deckungsgleich mit dem Schlitz 24. Im Ausführungsbeispiel ist das Plättchen 30a vorzugsweise nach Art eines Kreissegments ausgebildet. Es ist bevorzugt zur Rückseite 26 hin gebogen ausgebildet und weist zur Vorderseite 28 hin, also zu einer Faltkante 12 hin, eine geradlinig verlaufende Kante auf. In diese Kante ist eine Kerbe 40 eingebracht, und zwar bevorzugt gegenüberliegend zum Einführschlitz 38. Die Kerbe 40 ermöglicht ein definiertes Aufbiegen des Plättchens 30a, so dass der Einführschlitz 38 aufgebogen wird, um bei einer gewünschten Montage/Demontage das Führungselement 16 durch den Einführschlitz 38 hindurchführen zu können.

[0050] Der Einführschlitz 38 weist - unabhängig von der speziellen Ausgestaltung des Sicherungselements - dabei allgemein eine Schlitzbreite b1 auf, die kleiner als eine Breite b2 des Führungselements 16 ist. Im Ausführungsbeispiel der Fig. 1 bis 3 weist dabei das Plättchen 30a einen gezackt verlaufenden Einführschlitz 38 auf, wobei die einzelnen Randbereiche 42, die den Schlitz begrenzen, unmittelbar aneinander anliegen, so dass in diesem Fall die Schlitzbreite b1 null ist. Durch den gezackten Verlauf sind einzelne Abschnitte der Randbereiche 42 in seitlicher Richtung 22 betrachtet zueinander überlappend angeordnet. Das Plättchen 30a weist vorzugsweise eine Dicke d im Bereich von 0,5 bis 2 mm auf. Insbesondere ist es als transparentes Kunststoffplättchen ausgebildet.

[0051] In der Fig. 4A - 4C sind Varianten des Plättchens 30a abgebildet, wobei in den Fig. 4B und 4C unterschiedliche Varianten von sich überlappenden Randbereichen 42 dargestellt sind. Gemäß der Fig. 4B überlappen sich die benachbarten Randbereiche 42 in Längsrichtung 14 betrachtet. Dies ist zumindest bereichsweise auch in Fig. 4C der Fall, wobei hier die einzelnen Kanten der Randbereiche 42 nicht parallel wie in der Ausgestaltung nach Fig. 4B sondern schräg orientiert zueinander verlaufen, so dass zur Rückseite 26 hin eine V-förmige Kerbe ausgebildet ist.

[0052] In den Fig. 5A,5B ist das Verstärkungselement 30 durch zwei Schrankenelemente 30B gebildet. Diese sind dabei jeweils als sich in Querrichtung 8 erstreckende, beispielsweise stäbchenförmige Elemente ausgebildet, die an einem Fußbereich 43 neben dem Schlitz 24 am Stoff 6 befestigt sind und mit einem Freiende sich über den Schlitz 24 nach Art einer Schranke erstrecken. Die Befestigung des Fußbereichs 43 erfolgt beispielsweise durch Kleben, wobei der Fußbereich 43 insbesondere selbstklebend und beispielsweise mit einem Klebefilm ausgebildet ist. Die Freienden können dabei zur Montage/Demontage des Stoffs 6 weggebogen werden, so dass der Schlitz 24 freigegeben wird. Hierzu sind die einzelnen Schrankenelemente in geeigneter Weise selbst elastisch oder zumindest elastisch oder gelenkig am Stoff befestigt.

[0053] Bei der Ausführungsvariante gemäß den Fig. 6A,6B ist das Verstärkungselement 30 als eine geschlitzte Öse 30c ausgebildet, welche einen Lochrand eines jeweiligen Lochs 20 umgibt. Die geschlitzte Öse 30c weist wiederum einen Einführschlitz 38 auf, so dass sie auch nachträglich angebracht werden kann. Die geschlitzte Öse 30c kann dabei lose am Loch 30 befestigt sein oder auch mit diesem reibschlüssig beispielsweise durch Vernieten befestigt sein. Bei einer losen Anordnung besteht die Möglichkeit, die Öse 30c relativ zu verdrehen, so dass - anders als in Fig. 6B dargestellt - der Einführschlitz 38 nicht mit dem Schlitz 24 fluchtet, sondern seitlich versetzt ist. In der Fig. 6A sind diese beiden Ausführungsvarianten beispielhaft dargestellt, wobei in der oberen Stofflamelle 10 eine um 90° verdrehte Öse 30c dargestellt ist. Bei der Öse 30c handelt es sich insgesamt um ein ringförmiges Element, wie es insbesondere in den Fig. 7A bis 7C dargestellt ist. Dieses weist neben dem Einführschlitz 38 und dem Führungsloch 36 eine umlaufende Nut 44 auf, in die der Lochrand umlaufend eingreift.

[0054] Das in den Fig. 8A,8B dargestellte Distanzelement 32 ist ebenfalls als ein Plättchen 32a ausgebildet, welches lediglich einem einzelnen Loch 20 zugeordnet ist. Es weist ebenfalls eine in etwa kreissegmentartige Form auf und besitzt ebenfalls ein Führungsloch 36 sowie einen Einführschlitz 38, wie auch das Plättchen 30a, welches als Verstärkungselement 30 ausgebildet ist. Das als Distanzelement ausgebildete Plättchen 32a weist zur Rückseite 26 hin eine Anlagekante 46 auf, mit der es an einer jeweiligen Faltkante 12 im montierten Zustand anliegt. Das Plättchen 32a liegt dabei beispielsweise lose ein und ist daher zwischen Führungselement 16 und Faltkante 12 quasi eingeklemmt. Alternativ kann das Plättchen 32a auch am Stoff 6 befestigt sein. Durch das Distanzelement 32 wird allgemein verhindert, dass der Stoff 6 von der Rückseite 26 her in seitlicher Richtung 22 sich in Richtung zum Führungselement 16 bewegen kann. Dadurch ist effektiv ein Herausrutschen des Führungselements 16 durch den Schlitz 24 vermieden.

[0055] Bei der Ausführungsvariante gemäß den Fig. 9A,9B ist das Distanzelement 32 als ein Querstab 32b ausgebildet, welcher in Querrichtung 8 lose zwischen das Führungselement 16 und der Faltkante 12 eingeschoben wird. Der Querstab 32b weist dabei einen und vorzugsweise mehrere Haltekerben 48 auf, in der im montierten Zustand das Führungselement 16 einliegt. Dadurch ist der Querstab 32b in Querrichtung fixiert.

[0056] Bei der Ausführungsvariante gemäß den Fig. 10A,10B ist das Distanzelement 32 als eine Wendel 32c ausgebildet, also als ein wendelförmig gebogener Stab beispielsweise aus Kunststoff oder auch aus Metall. Die Wendel 32c weist einen verdickten Mittenbereich 50 auf, von dem die Wendel 32c sich vorzugsweise beidseitig zum Führungselement 16 hin verjüngt. Die Wendel 32c ist dabei zwischen zwei benachbarten Stofflamellen 10 eingebracht und kann infolge insbesondere des verdickten Mittenbereichs 50 nicht durch die Löcher 20 rutschen. Die Wendel 32c lässt sich durch einfaches Aufdrehen am Führungselement 16 befestigen.

[0057] Die Distanzelemente 32 sind - im Unterschied zu den Verstärkungselementen 30 an der Vorderseite 28 angebracht. Die Verstärkungselemente 30 sind demgegenüber an der Rückseite 26 angebracht.

[0058] Schließlich ist in der Ausführungsvariante gemäß den Fig. 11A,11B das Sicherungselement als Verdickungselement 34 ausgebildet. Bei der gezeigten Ausführungsvariante handelt es sich dabei um eine Hülse 34a, welche um das Führungselement 16 angebracht ist und dieses dadurch verdickt. Die Hülse 34a weist einen Einführschlitz 38 auf, welcher im Ausführungsbeispiel vorzugsweise schräg zur Längsrichtung 14 und damit zum Führungselement 16 verläuft. Weiterhin weist die Hülse 34 einen Kragen 52 auf, mit dem sie am Lochrand aufliegt. Zur Montage und Demontage wird die Hülse 34a zunächst seitlich an das Führungselement 16 herangeführt und kann dann anschließend in das jeweilige Loch 20 gleiten. Durch den schräggestellten Einführschlitz 38 ist in der montierten Position ein Herausrutschen des Führungselements 16 zuverlässig vermieden.

Bezugszeichenliste



[0059] 
2
Beschattungsanlage
4
Profilschiene
6
Stoff
8
Querrichtung
10
Stofflamelle
12
Faltkante
14
Längsrichtung
16
Führungselement
18
Schnurspanner
20
Loch
22
seitliche Richtung
24
Schlitz
26
Rückseite
28
Vorderseite
30
Verstärkungselement
30a
Plättchen
30b
Schrankenelement
30c
geschlitzte Öse
32
Distanzelement
32a
Plättchen
32b
Querstab
32c
Wendel
34
Verdickungselement
34a
Hülse
36
Führungsloch
38
Einführschlitz
40
Kerbe
42
Randbereich
43
Fußbereich
44
Nut
46
Anlagekante
48
Haltekerbe
50
Mittenbereich
52
Kragen
a
Abstand
b1
Schlitzbreite
b2
Breite Führungselement
d
Dicke



Ansprüche

1. Austauschbarer Stoff (6) für ein Beschattungsanlage (2), sowie Beschattungsanlage (2), insbesondere Plissee-Anlage mit einem solchen austauschbaren Stoff (6), wobei der Stoff (6) insbesondere ein zickzackförmig gefalteter Stoff (6) ist, der sich in einer Längsrichtung (14) und einer Querrichtung (8) erstreckt und in Längsrichtung (14) mehrere zueinander fluchtende Löcher (20) aufweist zur Durchführung eines sich in Längsrichtung (14) erstreckenden Führungselements (16) und der weiterhin zu einer Rückseite (26) offene Schlitze (24) aufweist, wobei die Schlitze (24) jeweils von den Löchern (20) ausgehen, so dass die Führungselemente (16) seitlich über die Schlitze (24) in bzw. aus den Löchern (20) ein- und ausgeführt werden können,
dadurch gekennzeichnet,
dass im Bereich einiger der Löcher (20) ein Sicherungselement (30,32,34) gegen ein unbeabsichtigtes seitliches Herausrutschen der Führungselemente (16) aus den Löchern (20) angeordnet ist.
 
2. Austauschbarer Stoff (6) sowie Beschattungsanlage (2) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Sicherungselement (30,32,34) wahlweise als Verstärkungselement (30), als Distanzelement (32) oder als Verdickungselement (34) ausgebildet ist, wobei

- das Verstärkungselement (30) im Bereich des Lochs (20) auf den Stoff (6) aufgebracht ist und diesen versteift, so dass ein Aufbiegen des Schlitzes (24) zumindest erschwert ist und

- das Distanzelement (32) im Bereich des Lochs (20) zwischen dem Führungselement (16) und dem Stoff (6) eingefügt ist, so dass ein seitliches Versetzen des Stoffes (6) relativ zu dem Führungselement (16) zur Vermeidung eines unbeabsichtigten seitlichen Herausrutschens aus den Löchern (20) verhindert ist,

- das Verdickungselement (34) im Bereich des Lochs (20) das Führungselement (16) umgibt, so dass hierdurch das Führungselement (16) verdickt ist und ein unbeabsichtigtes seitliches Herausrutschen aus den Löchern verhindert ist, wobei das Verdickungselement (34) insbesondere durch seitliches Heranführen an dem Führungselement (16) befestigbar ist.


 
3. Austauschbarer Stoff (6) sowie Beschattungsanlage (2) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Sicherungselement (30,32,34) selbst ein Führungsloch (36) aufweist, durch das das Führungselement (16) im montierten Zustand lose geführt ist.
 
4. Austauschbarer Stoff (6) sowie Beschattungsanlage (2) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Sicherungselement (30,32,34) das jeweilige Führungselement (16) umgibt und durch seitliches Heranführen um das Führungselement (16) anbringbar ist und hierzu insbesondere einen seitlichen Einführungsschlitz (38) zum seitlichen Einführen des Führungselements (16) aufweist.
 
5. Austauschbarer Stoff (6) sowie Beschattungsanlage (2) nach dem vorhergehenden Anspruch,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Einführungsschlitz (38) elastisch aufbiegbar ist.
 
6. Austauschbarer Stoff (6) sowie Beschattungsanlage (2) nach einem der beiden vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Einführungsschlitz (38)

- begrenzt ist durch in Längsrichtung (14) überlappende Randbereiche (42)

- begrenzt ist durch aneinanderstoßende Randbereiche (42)

- begrenzt ist durch Randbereiche (42) die sich in seitlicher Richtung (22) überlappen, so dass ein labyrinthartiger oder gezackter Einführschlitz (38) ausgebildet ist

- eine Schlitzbreite (b1) kleiner der Breite (b2) des Führungselements (16) aufweist.


 
7. Austauschbarer Stoff (6) sowie Beschattungsanlage (2) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Sicherungselement (30,32) plättchenförmig ausgebildet ist.
 
8. Austauschbarer Stoff (6) sowie Beschattungsanlage (2) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Sicherungselement (30,32,34), insbesondere das Verstärkungselement (30) am Stoff (6) befestigt, insbesondere aufgeklebt ist.
 
9. Austauschbarer Stoff (6) sowie Beschattungsanlage (2)
dadurch gekennzeichnet,
dass das Sicherungselement (30,32,34) jeweils lokal nur für ein einziges Loch (20) ausgebildet ist oder alternativ sich in Querrichtung (8) über mehrere Löcher (20) erstreckt und hierzu insbesondere als ein Querstab (32b) oder als eine Querplatte ausgebildet ist
 
10. Austauschbarer Stoff (6) sowie Beschattungsanlage (2) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass in Längsrichtung (14) des Stoffes (6) allenfalls einigen der Löcher (20) ein Sicherungselement (30,32,34) zugeordnet ist und Löcher (20), denen ein Sicherungselement (30,32,34) zugeordnet ist, bevorzugt einen Abstand (a) zueinander oder zu einer randseitigen Befestigung des Stoffes (6) von mehreren 10 cm, insbesondere von zumindest 40 oder 60 cm aufweisen, wobei das Sicherungselement (30, 32, 34) insbesondere lediglich in einem mittleren Bereich angebracht ist.
 
11. Austauschbarer Stoff (6) sowie Beschattungsanlage (2) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Sicherungselement (32,34) eine Anlagekante (46) aufweist, mit der es an einer Faltenkante (12) des Stoffes (6) anliegt
 
12. Austauschbarer Stoff (6) sowie Beschattungsanlage (2) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Sicherungselement (32), insbesondere das Distanzelement (32) auf seiner dem Führungselement (16) zugewandten Seite zumindest eine Haltekerbe (48) aufweist, in der das Führungselement (16) im montierten Zustand einliegt.
 
13. Austauschbarer Stoff (6) sowie Beschattungsanlage (2) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Sicherungselement (30,32,34) in einer Ausgestaltung als Verstärkungselement (30) wahlweise ausgebildet ist als

- ein auf den Stoff (6) insbesondere durch Kleben befestigtes Plättchen (30a) mit einem Einführschlitz (38), wobei das Plättchen (30a) lediglich einem Loch (20) zugeordnet ist,

- ein das Loch (20) umgebender Versteifungsring mit einem Einführschlitz (38), der am Stoff (6) befestigt ist, wobei der Versteifungsring insbesondere als geschlitzte Öse (30c) ausgebildet ist,

- zumindest ein flexibles Schrankenelement (30b), welches am Stoff (6) befestigt ist und sich über den Schlitz (24) erstreckt

- das Sicherungselement (30,32,34) in einer Ausgestaltung als Distanzelement (32) wahlweise ausgebildet ist als

- ein Plättchen (32a), welches insbesondere lose zwischen dem Führungselement (16) und einer Faltkante (12) eingeklemmt ist und lediglich einem Loch (20) zugeordnet ist,

- ein sich über mehrere Löcher (20) in Querrichtung (8) erstreckender, lose zwischen dem Führungselement (16) und einer Faltkante (12) angeordneter Querstab (32b) oder Querplatte,

- eine Wendel (32c) ausgebildet ist, die um das Führungselement (16) angebracht ist, wobei die Wendel (32c) insbesondere lediglich für ein Loch (20) ausgebildet ist und weiterhin die Wendel (32c) vorzugsweise einen verdickten Mittenbereich (50) aufweist,

- das Sicherungselement (30,32,34) in einer Ausgestaltung als Verdickungselement (34) ausgebildet ist als

- eine eigensteife Hülse (34a) mit seitlichem Einführschlitz (38), welcher insbesondere schräg bezüglich der Längsrichtung (14) orientiert ist.


 
14. Austauschbarer Stoff (6) sowie Beschattungsanlage (2) nach einer der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Sicherungselement (30,32,34) an dem Führungselement (16) reibend anliegt, so dass ein ungewolltes Verrutschen des Stoffes (6) relativ zum Führungselement (16) verhindert ist.
 
15. Sicherungselement (30,32,34) für einen austauschbaren Stoff (6) nach einem der Ansprüche 1 bis 14, wobei das Sicherungselement (30,32,34) gegen ein unbeabsichtigtes Herausrutschen eines Führungselements (16) aus Löchern (20) des Stoffes (6) ausgebildet ist.
 




Zeichnung
















Recherchenbericht









Recherchenbericht




Angeführte Verweise

IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



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In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente