[0001] Die Erfindung betrifft einen Verbrennungsmotor mit wenigstens in einem Zylinder mit
darin bewegbaren Kolben in einem Motorblock bei dem die Mikrowellen über ein Mikrowellenfenster
in einen Brennraum gelangen, der durch den Kolbenboden und einen Zylinderkopf gebildet
wird.
[0002] Aus der
DE 103 56 916 A1 ist bekannt, in einem Brennraum mittels Mikrowellenenergie einer Raumzündung in einem
Verbrennungsmotor zu erzeugen, um damit die Verbrennung des über ein Kraftstoff-Luft-Gemisches
eingebrachten Kraftstoffs besser zu zünden und zu verbrennen.
[0003] Bei herkömmlichen Motoren wird ein zündfähiges Gemisch in einem kegelförmigen Zylinderkopf
komprimiert und durch eine Zündkerze zur Reaktion/Oxidation gebracht. Dabei breitet
sich die chemische Oxidation kugelförmig von dem Ort der Zündung in Form einer Druck-
und Reaktionsfront (Laminare Brenngangsphase) aus. Die Druckfront bewegt sich schneller
als die Reaktionsfront und erreicht deshalb als erste den Zylinderrand. An diesem
wird sie reflektiert und läuft der Reaktionsfront entgegen. Treffen sich beide Fronten,
kann die Reaktion zum Erliegen kommen, was Wirkungsgradverluste und Schadstoffe zur
Folge hat. Abhilfe schafft das Ersetzen der lokalen Zündung durch eine Raumzündung
mittels Mikrowellen. Vor dem Zünden soll das Gemisch möglichst homogen über das gesamte
Volumen angeregt werden, was eine über den Brennraum verteilte Absorption erfordert.
Dabei spielt die Absorptionsfähigkeit von Mikrowellen, bechrieben durch einen Materialparameter
tanδ(t) und die damit verbundene Eindringtiefe eine wesentliche Rolle.
[0004] Bei der Kompression erfolgt bereits eine druck- und temperaturabhängige Ionisation
des Zündgemisches. Auf Grund dieser Ionisierung bestimmter Treibstoffmoleküle ist
grundsätzlich von Absorptionsraten der Mikrowellen durch das zündfähige Gemisch im
Brennraum auszugehen, die sich jedoch während des Kompressionsvorgangs zeitlich ändern
dürfte.
[0005] Da die beschriebene Homogenität in der Praxis niemals vollständig erreicht werden
kann, soll die Reaktionsfront von außen nach innen laufen. Es ist demnach eine Mikrowelleneinspeisung
zu finden, die im kreiszylindrischen Brennraum eine Feldverteilung generiert, die
längs des gesamten Umfangs homogen und längs des Radius möglichst homogen oder bevorzugt
monoton bei größeren Radien zunimmt. Die Homogenität der Feldverteilung soll vom Absorptionsverhalten
des Gemischs so schwach wie möglich abhängig sein.
[0006] Der Erfindung liegt folglich die Aufgabe zu Grunde, eine möglichst homogene, Zündverteilung
im gesamten Brennraum zu erreichen bzw. lokale Zündkeime mindestens am Randbereich
des Brennraums zu erzeugen.
[0007] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch einen Verbrennungsmotor nach Anspruch 1
gelöst. Weiter vorteilhafte Ausgestaltungen sind den rückbezogenen Unteransprüchen
zu entnehmen.
[0008] Bei dem Verbrennungsmotor werden die Mikrowellen um den Umfang des Brennraumes geführt
und radial über mindestens einen Bereich einer als Mikrowellenfenster wirkende Verbrennungswand
in den Brennraum eingekoppelt. Hierzu kann mindestens ein Teil der Brennraumwand beispielsweise
des Zylinders aus einem geeigneten Material hergestellt sein, das die Funktion des
Mikrowellenfensters für die Einkopplung der Mikrowellen übernimmt aber gleichzeitig
aufgrund seiner Festigkeit und Temperaturstabilität für den Brennraum geeignet ist.
Das kann beispielsweise ein keramisches Material vorzugsweise mit einer Reinheit >99%
sein. Die Mikrowellen können dabei in nur einer Ebene oder auch in verschiedenen Ebenen
gegenläufig oder gleichlaufend um den Brennraum geführt und in diesen über die Brennraumwand
eingekoppelt werden.
[0009] Die Mikrowellen werden über mindestens einen am Umfang des Brennraumes angeordneten
Hohlleiterringraum mit mindestens einer zu dem Brennraum gerichteten Austrittsöffnung
in den Brennraum eingeleitet. Die Mikrowellen werden dazu in einem für die optimalen
Wellenleitung unter Vermeidung von Modensprüngen und Reflektionen in einem Hohlleiterringraum
geführt, dessen Querschnitt rechteckig mit der speziellen Variante quadratisch, rund
oder oval ausgebildet werden kann. Vorzugsweise ist der Querschnitt quadratisch, um
Überschlage im Hohlleiterringraum zu vermeiden. Die Mikrowellen können am Ende des
Hohlleiterringraumes unter einem Winkel in den Brennraum geleitet werden, um Reflektionen
der bereits um den Brennraum gelaufenen Mikrowellen am Ende des Hohlleiteringraums
zurück zu einer Mikrowellenquelle zu vermeiden oder zumindest weitgehend abzuschwächen.
Die Mikrowellen werden mit einer Frequenz von 25 GHz bis 90 GHz, vorzugsweise 36 GHz,
eingeleitet, da es sich gezeigt hat, dass bei diesen Frequenzen die gewünschte Raumzündung
in dem Brennraum erfolgt. Auch können die Mikrowellen in Impulspaketen eingeleitet
werden, wobei vorzugsweise die Impulspakete auch nach einer bereits erfolgten Zündung
eines Kraftstoff-Luft-Gemisches aufrechterhalten werden. Damit wird die Zündung des
Kraftstoff-Luft-Gemisches optimiert und auch bereits erfolgter Zündung und sich möglicherweise
schon vergrößerndem Brennraum weiter die Verbrennung des Kraftstoff-Luft-Gemisches
angeregt.
[0010] Bei dem erfindungsgemäßen Verbrennungsmotor weist der Brennraum wenigstens bereichsweise
eine als Mikrowellenfenster wirkende Brennraumwand auf, die durch eine Wandschicht
aus einem vorzugsweise keramischen Material oder einem anderen festen für Mikrowellen
durchlässigen Werkstoff gebildet ist, in der mindestens ein umlaufender Hohlleiterringraum
mit mindestens einer Eintrittsöffnung für die Mikrowelle angeordnet ist, und die mindestens
eine Austrittsöffnung für die in dem Hohlleiterringraum der Wandschicht geführten
Mikrowelle aufweist. Der Hohlleiterringraum wird bei der Herstellung der Wandschicht,
die zweckmäßigerweise die Form einer Hülse aufweist, gebildet und weit zwangsläufig
metallische Wände auf. Dazu kann entweder ein vorgefertigter metallischer Hohlleiterringraum
mit entsprechender Eintrittsöffnung und mindestens einer Austrittsöffnung verwendet
werden oder der Hohlleiterringraum durch Einlegen und Aufbringen von metallischen
Flächen in und auf der Wandschicht gestaltet werden. Bei der letzteren Ausgestaltung
ist der Hohlleiterringraum - entgegen seine Bezeichnung - nicht hohl, also als Freiraum
ausgebildet, sondern zwischen den metallischen Wänden befindet sich das Material der
keramischen Wandschicht als Dielektrikum. Dennoch wirkt der Hohlleiterringraum bezogen
auf die darin geführten Mikrowellen als Hohlleiter.
[0011] Vorzugsweise ist der Hohlleiterringraum in radialer und axialer Richtung der Wandschicht
durch metallische Flächen gebildet wird, wobei die dem Brennraum zu-gewandte Fläche
mindestens eine Öffnung für den Austritt und die dem Motorblock zugewandte Fläche
eine Öffnung für den Eintritt von Mikrowellen aufweist. Die metallischen Flächen können
durch metallische eingelegte Streifen oder auch, zumindest an den radialen Wänden
der Wandschicht, durch außen aufgebrachte metallische Beschichtungen gebildet sein.
Auf der Motorblockseite kann auch der metallische Motorblock die metallische Fläche
übernehmen. Zweckmäßigerweise wird der Hohlleiterringraum mindestens in axialer Richtung
der Wandschicht durch metallische Streifen begrenzt. Dadurch kann bei der Herstellung
der Wandschicht aus beispielsweise keramischen Material in der Rohform vor dem Brennen
der Hohlleiterringraum zumindest in axialer Richtung vorbereitet werden. In radialer
Richtung können metallische Streifen eingelegt oder nachträglich mindestens auf die
Brennraumwand als metallische Schicht aufgebracht werden.
[0012] Gemäß einer Ausbildung der Erfindung wird vorteilhafterweise der Hohlleiterringraum
in radialer Richtung der Wandschicht wenigstens teilweise durch eine auf die jeweilige
Wand (Brennraumwand bzw. radiale Außenwand), mindestens jedoch die Brennraumwand,
aufgebrachte, eingebrachte oder dotierte metallische Schicht begrenzt. Hierzu wird
eine dünne metallische Schicht (mindestens 3 µm) auf die Brennraumwand aufgebracht,
um zu verhindern, dass die Mikrowellen an unerwünschten Stellen in den Brennraum gelangen
bzw. wahlweise um den Hohlleiterringraum nach außen abzugrenzen. Dort, wo Austrittsöffnungen
für die Mikrowellen gewünscht sind, wird die metallische Schicht auf der Brennraumwand
und dort, wo eine Eintrittsöffnung gewünscht ist, wird die Schicht auf der radialen
Außenwand weggeätzt.
[0013] Vorteilhafterweise ist zur Vermeidung der Reflektionen am Ende des Hohlleiterringraumes
eine unter einem Winkel zu dem Hohlleiterringraum angeordnete Wand und eine Austrittsöffnung
in Richtung Brennraumwand angeordnet. Dabei kann vorzugsweise die unter einem Winkel
angeordnete Wand metallisch ausgebildet sein und vorzugsweise gleichzeitig mit der
anderen Seite an die Eintrittsöffnung angrenzen.
[0014] Der Verbrennungsmotor kann zwischen Hohlleiterringraum und Brennraumwand einen umlaufenden
Spalt, einen zwischen Hohlleiterringraum und Brennraumwand umlaufenden, sich mit der
Länge des Weges der Mikrowelle im Hohlleiterringraum vergrößernder Spalt oder, besonders
bevorzugt eine Vielzahl von senkrecht zur Fortpflanzungsrichtung der Mikrowelle zwischen
Hohlleiterringraum und Brennraumwand angeordnete Spalte, oder einer Kombination daraus
aufweisen. Diese Maßnahmen dienen dazu, Mikrowellenenergie in ausreichender Menge
an möglichst vielen Stellen in dem Brennraum zukonzentrieren, um dort durch eine Vielzahl
von Zündkeimen eine Raumzündung in dem Brennraum zu erzeugen. Grundsätzlich können
die Spalte vorzugsweise sich mit der Länge des Weges der Mikrowelle im Hohlleiterringraum
verändern.
[0015] Grundsätzlich kann auch ein weiterer, vorzugsweise identischer, Hohleiterringraum
im Anschluss an den anderen Hohleiterringraum vorgesehen sein, der beispielsweise
mit den Austrittsöffnungen gegenüber den Austrittsöffnungen des anderen Hohlleiterringraumes
versetzt angeordnet ist und der eine entgegensetzt angeordnete Zuführung aufweist.
Auch können in dem Brennraum, insbesondere im Zylinderkopf noch zusätzlich Spitzen
zur lokalen Feldüberhöhung und Erzeugung von Zündkeimen vorgesehen sein. Sofern erforderlich
kann auch mindestens eine zusätzliche Mikrowellenzündkerze gemäß der parallelen Anmeldung
EP 15157298.9 in dem Zylinderkopf angeordnet sein.
[0016] Der mathematischen Beschreibung der Einkopplung liegt ein Zylinderkoordinatensystem
r, ϕ,
z zu Grunde. In einem kreiszylindrischen elektrisch leitfähig abgegrenzten Raum gehorcht
die Verteilung der elektromagnetischen Wellen längs des Umfangs Sinus- bzw Cosinusfunktionen
und längs des Radius Zylinderfunktionen, auch Besselfunktionen genannt. Je nach Orientierung
der Feldlinien werden die zugehörigen Eigenmoden T E
mn bzw T M
mn Moden genannt. Dabei entspricht der erste Index m der Anzahl der azimutalen, der
zweite Index n der Anzahl der radialen Maxima. Moden mit hohem azimutalem und niedrigem
radialem Index werden Whispering Gallery Moden (WGM) genannt. Ihre Leistung oszilliert
im Wesentlichen am Rand des Hohlzylinders. Mit steigendem radialem Index verlagert
sich die oszillierende Leistung ins Innere des Brennraums.
[0017] Die Überlagerung zweier um π/(2m) azimutal und zeitlich versetzter sonst gleicher
Moden führt zu einer rotierenden Mode. Diese sind in der Literatur durchaus bekannt.
Mathematisch drückt man eine azimutal stehende Mode durch zwei gegeneinander rotierende
Moden aus durch die Gleichung:

[0018] Für den Fall m = 0 hat man eine azimutal konstante Verteilung.
[0019] Ähnliches gilt in radialer Richtung: Die radial stehende Wellen beschreibende Besselfunktion
kann in ein- und auswärts propagierende Hankelfunktionen zerlegt werden:

wobei kr die radial Wellenzahl ist. Eine Feldverteilung proportional zu

beschreibt eine Mode deren Leistung spiralförmig nach innen propagiert. Die zugehörigen
Phasenfronten werden dabei mit sinkendem Radius immer steiler.
[0020] Erfindungsgemäß wird eine längs des Umfangs möglichst homogene Zündung, wahlweise
im Außenbereich des Zylinders, oder im ganzen Volumen dadurch erreicht, dass entweder
gezielt eine rotierende Whispering Gallery Mode oder eine Volumenmode im Brennraum
angeregt wird. Dazu wird ein Speisewellenleiter, vorzugsweise Rechteckwellenleiter,
in Form des Hohlleiterringraumes um den Brennraum gewunden. Aus der Theorie ist bekannt,
dass die Hohlleiterwellenlänge seiner Moden durch die transversalen geometrischen
Abmessungen verändert werden kann. Der Speisewellenleiter und der zylindrische Brennraum
werden daher in einer Ausführungsform durch periodische Öffnungen über die als Mikrowellenfenster
wirkenden Brennraumwand miteinander verbunden, wodurch Leistung vom Wellenleiter in
den Brennraum gekoppelt wird. Wird nun die Periode p der Öffnungen so gewählt, dass

wobei k
l die axiale Wellenzahl der Mode im gewundenen Wellenleiter ist, so wird gezielt eine
T E
0n Mode im Brennraum angeregt. Diese hätte im Idealfall kreisförmig nach innen laufende
Phasenfronten mit konstanter Amplitude. Die eingespeiste Leistung erreicht auf direktem
Weg die gegenüber liegende Wand und kann dort bereits in den gewundenen Speisewellenleiter
zurück gekoppelt werden. Die zurückgelegte Weglänge im Brennraum entspricht somit
dessen Durchmesser. Bei schlechter Absorption des Zündgemischs wird ein beachtlicher
Teil der Leistung in den Speisewellenleiter zurück gekoppelt und zur Mikrowellenquelle
reflektiert.
[0021] Aus diesem Grund wird erfindungsgemäß alternativ eine leicht abweichende Periode
der Öffnungen gewählt. Dadurch werden die Phasenfronten geneigt. Die Leistung propagiert
spiralförmig in den Brennraum, was eine hohe Weglänge und damit eine von tanδ weitgehend
unabhängige Absorption der Mikrowellenleistung ermöglicht. Die Breite der Öffnungen
wird so variiert, dass die in den Brennraum eingekoppelte Leistung längs des Umfangs
konstant ist.
[0022] Wie bereits beschrieben, neigen sich die Flächen konstanter Phase umso stärker zum
Radius je kleiner der Radius wird. Es gibt einen Radius, bei dem die Leistung nur
noch in azimutaler Richtung propagiert. Das führt zu einen feldfreien Bereich im Inneren
des Brennraums. Dieser ist dann vorteilhaft, wenn in der Mitte des Brennraums die
Brennstoffkonzentration gering ist. Die angeregten Moden entsprechen den bereits erwähnten
Whispering Gallery Moden. Diese Kopplung wird besonders effizient erreicht, wenn die
Wellenlänge im gewundenen Wellenleiter gegenüber der Freiraumwellenlänge verkürzt
wird. Dazu wird der Wellenleiter mit einem nicht absorbierenden Dielektrikum gefüllt.
[0023] Es lassen sich starke Feldüberhöhungen am Rand bei gleichzeitiger vergleichsweise
schwächerer Anregung des Feldes in der Mitte erzielen, indem die die Periode der Einkopplung
derart gewählt wird, dass eine Kopplung sowohl in eine Volumenmode als auch eine WGM
stattfindet. Es ergibt sich dadurch eine Feldüberhöhung an den Randbereichen.
[0024] Die Anregung der Felder am Rand des Brennraums lässt sich auch zeitlich steuern.
Zunächst wird eine Frequenz gewählt, bei der vom Speisewellenleiter in die den gesamten
Brennraum anregende Volumenmode gekoppelt wird. Die Frequenz kann anschließend so
geändert werden, dass in eine zündende WGM eingekoppelt wird.
[0025] An Ende des gewunden Wellenleiters kann eine die Polarisation drehende 45 Grad geneigte
Platte eingebracht oder dotiert werden. Die das Ende des gewundenen Leiters erreichende
Mikrowellenleistung wird dann in einer gedrehten Polarisation reflektiert. Die in
der 90° gedrehten Polarisation in den Brennraum eingekoppelte Leistung interferiert
dann nicht mit der in Vorwärtsrichtung eingekoppelten Leistung.
[0026] Die Erfindung erlaubt somit genaue Steuerung des Beginns einer Raumzündung eines
Kraftstoff-Luft-Gemisches in einem Brennraum, so dass eine optimale schadstoffarme
Verbrennung des Kraftstoffes mit einem gegenüber herkömmlichen Hubkolben-Verbrennungsmotoren
erhöhten Wirkungsgrad erreicht wird. Dies wird u.a. auch dadurch erreicht, dass die
Mikrowellen bezüglich einer Kurbelwelle winkelgradgesteuert eingeleitet werden, so
dass eine genaue Steuerung der Zündung durchgeführt werden kann. Generell ermöglicht
die Erfindung die sichere Zündung von mageren Kraftstoff-Luft-Gemische, was eine zusätzliche
Anreicherung zum Zünden nicht erforderlich macht und zu einem geringeren Treibstoffverbrauch
führt. Schadstoffe und deren Entstehung können durch die Verbrennungstemperatur und
durch das Mischungsverhältnis von Luft und Treibstoff geregelt werden. Die Verbrennung
gemäß der Erfindung läuft schneller ab als bei herkömmlichen Zündungen. Dies hat eine
"kältere" Verbrennung zur Folge, so dass der Wirkungsgrad steigt. Weiterhin sind prinzipiell
bei kälteren Verbrennungsabläufen geringere Schadstoffemissionen erzielbar. Durch
die kältere Verbrennung wird die Konzentration von NO in den Abgasen reduziert. Durch
die Raumzündung Ist der Brennvorgang im Unterschied zur herkömmlichen Verbrennung
deutlich weniger auf den Brennfortschritt in Form von Diffusionsflammen angewiesen.
Damit werden weitere Wärmeverluste vermieden und eine Effizienzsteigerung erreicht.
Eine Aufheizphase des Brennraums und der Luft im Oxidationsbereich ist bei der dieser
Verbrennung nicht gegeben.
[0027] Nachfolgend wird die Erfindung anhand schematischer Übersichtsskizzen näher erläutert.
Weitere Merkmale der Erfindung ergeben sich aus der folgenden Beschreibung der Erfindung
in Verbindung mit den Ansprüchen und der beigefügten Zeichnung. Die einzige Ausführungsform
wird in verschieden Ansichten und Schnittdarstellen dargestellt. Es zeigen
- Figur A
- einen Ausschnitt eines Verbrennungsmotors in einer Draufsicht ohne Zylinderkopf;
- Figur B
- eine Schnittdarstellung entlang der Linie A-A des Ausschnitts von Figur A mit Zylinderkopf;
- Figur C
- eine Vergrößerung der Einzelheit X in Figur B; und
- Figur D
- eine Schnittdarstellung entlang der Linie B-B von Figur B.
[0028] Die einzelnen Figuren werden nachfolgend gemeinsam beschrieben, da es sich lediglich
um ein Ausführungsbeispiel mit verschiedenen Darstellungen handelt. Die Figuren zeigen
in schematischer Darstellung den Ausschnitt eines Verbrennungsmotors 1 mit einem Zylinderkopf
2 und einem Motorblock 3. In dem Motorblock 3 befindet sich ein Zylinder 4 mit einem
darin beweglichen Kolben 5 und einem oberhalb des Zylinders 4 teilweise im Zylinderkopf
2 befindlichen Brennraum 6 zwischen dem Kolbenboden 5' und dem Zylinderkopf 2. In
den Brennraum 6 mündet ein schematisch angedeuteter Einlass 7 für das Kraftstoff-LuftGemisch.
Nicht dargestellt sind Auslässe für das Abgas, die in dem Fachmann bekannte übliche
Art und Weise ausgebildet sein können. Der schematisch angedeutete Zylinderkopf 2
mit einem zentralen Einlass 7 für das Kraftstoff-LuftGemisch kann selbstverständlich
auch zusätzlich noch Zündkerzen oder Auslässe für die Abgase aufweisen. In dem Zylinder
4 ist eine zusätzliche Innenwand 8 vorgesehen, die aus einem Material besteht, das
für die Funktion eines Mikrowellenfensters geeignet ist. Dies kann beispielsweise
ein keramisches Material, vorzugsweise mit einer hohen Reinheit, oder ein anderes
geeignetes mikrowellendurchlässiges, abrasionsfestes Material sein.
[0029] Die Brennraumwand 8 wird durch eine in dem Zylinder 4 angeordnete Wandschicht in
Form einer hülsenförmigen Laufbuchse 9 aus einem keramischen Material gebildet, in
deren Wand ein Hohlleiterringraum 10 angeordnet ist. Der Hohlleiterringraum 10 ist
mit einer Zuführung 13 für die Mikrowellen verbunden, die außerhalb des Motorblockes
3 an eine nicht dargestellte Energiequelle anschließbar ist und deren dem Hohlleiterringraum
10 zugewandtes Ende die Eintrittsöffnung 11 in den Hohlleiterringraum 10 für die Mikrowellen
bildet. In der Wand der Laufbuchse 9 wird der Hohlleiterringraum 10 in axialer Richtung
durch vor dem Sintern eingelegte Metallstreifen 14 (kann auch dotiert werden) auf.
Zusätzlich ist eine schräg gestellte Trennwand 16 an der Mündung der Zuführung 13
in dem Hohlleiterringraum 10 angeordnet, die der Umlenkung der einlaufenden Mikrowelle
in den Hohlleiterringraum 10 und nach dem Umlauf durch den Hohlleiterringraum 10 in
den Brennraum 6 dient. Zusätzlich werden damit Rückreflektionen der Mikrowelle vermieden.
Die radialen Wände des Hohleiterringraumes 10 werden an der radialen Außenwand der
Laufbuchse 9 durch die metallische Wand 17 des Motorblockes 3 und an der Brennraumwand
8 durch eine in üblichen Verfahren aufgebrachte Metallschicht 15 gebildet. Diese Metallschicht
15 wird an den Stellen, an denen die Mikrowellen austreten sollen, weggeätzt. In dem
Ausführungsbeispiel sind eine Vielzahl von Austrittsöffnungen 12 in Form von Spalten
dargestellt, die sich gleichmäßig über die Länge des Hohlleiterringraumes 10 verteilen.
Dadurch findet eine Einkopplung der Mikrowellenenergie in der vorstehend beschriebenen
Form statt.
[0030] Die Teile des Motors, wie Motorblock, Zylinderkopf etc. sind aus einem dafür geläufig
verwendeten Material, üblicherweise Metall, wobei das Material entsprechend dem Einsatz
ausgewählt werden kann. Die Begrenzung für die Mikrowellen in den dargestellten Hohlleiterringräumen
ist metallisch, wobei auch zusätzlich noch Maßnahmen getroffen werden können, um die
Leitfähigkeit zu optimieren, beispielsweise durch Oberflächenbeschichtung mit einem
hoch elektrisch leitfähigen Material.
1. Verbrennungsmotor (1) mit wenigstens in einem Zylinder (4) mit darin bewegbaren Kolben
(5) in einem Motorblock (3) bei dem die Mikrowellen über ein Mikrowellenfenster in
einen Brennraum (6) gelangen, der durch den Kolbenboden (5') und einem Zylinderkopf
(2) gebildet wird, dadurch gekennzeichnet, dass der Brennraum (6) wenigstens bereichsweise eine als Mikrowellenfenster wirkenden
Brennraumwand (8) aufweist, die durch eine Wandschicht (9) aus einem keramischen Material
gebildet ist, in der mindestens ein umlaufender Hohlleiterringraum (10) mit mindestens
einer Eintrittsöffnung (11) für die Mikrowelle angeordnet ist, und die mindestens
eine Austrittsöffnung (12) für die in dem Hohlleiterringraum (10) der Wandschicht
(9) geführten Mikrowelle aufweist.
2. Verbrennungsmotor (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Hohlleiterringraum (10) in radialer und axialer Richtung der Wandschicht (9)
durch metallische Flächen (14, 15) gebildet wird, wobei die dem Brennraum (6) zugewandte
Fläche mindestens eine Öffnung (15) für den Austritt und die dem Motorblock (3) zugewandte
Fläche eine Öffnung (11) für den Eintritt von Mikrowellen aufweist.
3. Verbrennungsmotor (1) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Hohlleiterringraum (10) mindestens in axialer Richtung der Wandschicht (9) durch
metallische Streifen (14) begrenzt wird.
4. Verbrennungsmotor (1) nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Hohlleiterringraum (10) mindestens in radialer Richtung der Wandschicht (9) wenigstens
teilweise durch eine auf die jeweilige Wandschicht (8) aufgebrachte metallische Schicht
(15) begrenzt wird.
5. Verbrennungsmotor (1) nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass am Ende des Hohlleiterringraumes (10) eine unter einem Winkel zu dem Hohlleiterringraum
(10) angeordnete Wand (16) und eine Austrittsöffnung (12) in Richtung Brennraum (6)
angeordnet ist.
6. Verbrennungsmotor (1) nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die unter einem Winkel angeordnete Wand (16) metallisch ausgebildet ist und vorzugsweise
gleichzeitig mit der anderen Seite an die Eintrittsöffnung (11) angrenzt.
7. Verbrennungsmotor (1) nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen Hohlleiterringraum (10) und Brennraumwand (8) eine Vielzahl von senkrecht
zur Fortpflanzungsrichtung der Mikrowelle zwischen Hohlleiterringraum (10) und Brennraumwand
(8) angeordnete Spalte (12) ausgebildet sind.
Geänderte Patentansprüche gemäss Regel 137(2) EPÜ.
1. Verbrennungsmotor (1) mit wenigstens einem Zylinder (4) mit darin bewegbaren Kolben
(5) in einem Motorblock (3) bei dem die Mikrowellen über ein Mikrowellenfenster in
einen Brennraum (6) gelangen, der durch den Kolbenboden (5') und einem Zylinderkopf
(2) gebildet wird, wobei der Brennraum (6) wenigstens bereichsweise eine als Mikrowellenfenster
wirkende Brennraumwand (8) aufweist, die aus einem keramischen Material gebildet ist,
in der mindestens ein umlaufender Hohlleiterringraum (10) mit mindestens einer Eintrittsöffnung
(11) für die Mikrowelle angeordnet ist, und die mindestens eine Austrittsöffnung (12)
für die in dem Hohlleiterringraum (10) geführte Mikrowelle aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass der Hohlleiterringraum (10) in Form einer in dem Motorblock (3) angeordneten hülsenförmigen
Laufbuchse (9) ausgebildet ist und durch eingelegte und/oder aufgebrachte metallische
Flächen (14) in axialer Richtung der Laufbuchse (9) und durch eine wenigstens teilweise
auf die Laufbuchse (9) aufgebrachte metallische Schicht (15) in radialer Richtung
der Laufbuchse (9) begrenzt ist.
2. Verbrennungsmotor (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass sich im Bereich der Eintrittsöffnung (11) am Ende des Hohlleiterringraumes (10) eine
unter einem Winkel zu dem Hohlleiterringraum (10) angeordnete Wand (16) befindet,
die der Umlenkung der einlaufenden Mikrowelle in den Hohlleiterringraum (10) und nach
dem Umlauf durch den Hohlleiterringraum (10) in den Brennraum (6) durch eine Austrittsöffnung
(12) dient.
3. Verbrennungsmotor (1) nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die unter einem Winkel angeordnete Wand (16) metallisch ausgebildet ist und vorzugsweise
gleichzeitig mit der anderen Seite an die Eintrittsöffnung (11) angrenzt.
4. Verbrennungsmotor (1) nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen Hohlleiterringraum (10) und Brennraumwand (8) eine Vielzahl von senkrecht
zur Fortpflanzungsrichtung der Mikrowelle zwischen Hohlleiterringraum (10) und Brennraumwand
(8) angeordnete Spalte (12) ausgebildet sind.
5. Verbrennungsmotor (1) nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass im Motoblock (3) eine Zuführung (13) für die Mikrowelle angeordnet ist, die mit der
Eintrittsöffnung (11) in den Hohlleiterringraum (10) mündet.