[0001] Die Erfindung betrifft ein Bett, insbesondere ein Kranken- und/oder Pflegebett,
[0002] Betten im allgemeinen sowie Kranken- und/oder Pflegebetten im speziellen sind aus
dem Stand der Technik an sich gut bekannt, weshalb es eines druckschriftlichen Nachweises
an dieser Stelle nicht bedarf.
[0003] Betten typischer Bauart verfügen über ein Bettgestell, dass ein Liegeflächenelement
beispielsweise in der Ausgestaltung eines Lattenrosts bereitstellt. Im bestimmungsgemäßen
Verwendungsfall dient das Liegeflächenelement der Aufnahme einer Bettmatratze.
[0004] Kranken- und/oder Pflegebetten verfügen ob ihres besonderen Einsatzgebietes zumeist
über mehrteilig ausgebildete Liegeflächenelemente, die relativ zueinander verschwenkbar
ausgebildet sind. Einer im Bett liegenden Person ist es so gestattet, eine individuellen
Anforderungen gerecht werdende Liege- und/oder Sitzposition einnehmen zu können. Marktüblich
sind Liegeflächenelemente, die aus vier oder fünf Teilen, das heißt Abschnitten bestehen,
die im Bedarfsfall relativ zueinander verschwenkt werden können. Dabei erfolgt die
Verschwenkung vorzugsweise mittels motorischer Antriebe, was den Verwendungskomfort
erhöht.
[0005] Vorbekannte Kranken- und/oder Pflegebetten verfügen zudem typischerweise über Seitengitter.
Diese können im Bedarfsfall aus einer Gebrauchsstellung in eine Nichtgebrauchsstellung
überführt werden und umgekehrt. In der Gebrauchsstellung schützt ein Seitengitter
eine im Bett liegende Person vor einem ungewollten Herausfallen aus dem Bett. In der
Nichtgebrauchsstellung ist das Seitengitter indes in eine solche Position verfahren,
dass ein ungehinderter Einstieg ins Bett gestattet ist.
[0006] Aus dem Stand der Technik ist es ferner bekannt, Kranken- und/oder Pflegebetten mit
Sensoren auszurüsten, die bestimmte Betriebszustände des Bettes detektieren können.
Im Detektionsfall kann dann eine Signalausgabe erfolgen, beispielsweise ein akustischer
Alarm.
[0007] Vorbeschriebene Kranken- und/oder Pflegebetten haben sich im alltäglichen Praxiseinsatz
bewährt. Es besteht gleichwohl Verbesserungsbedarf. Es ist insbesondere anwenderseitig
gewünscht, den Handhabungskomfort sowie die Handhabungssicherheit zu verbessern.
[0008] Es ist deshalb die
Aufgabe der Erfindung, ein neuartiges Bett vorzuschlagen, das bei gleichzeitiger Erhöhung
der Anwendungssicherheit eine verbesserte Handhabung gestattet.
[0009] Zur
Lösung dieser Aufgabe wird mit der Erfindung vorgeschlagen ein Bett, insbesondere ein Kranken-
und/oder Pflegebett, mit einer elektromotorisch betriebenen Funktionskomponente und/oder
einem Betriebszustände detektierenden Sensor sowie einer Steuereinheit, die in kommunikationstechnischer
Verbindung mit der Funktionskomponente und/oder dem Sensor steht, wobei die Steuereinheit
eine Funktionsschnittstelle gemäß dem DECT-Standard bereitstellt.
[0010] Das erfindungsgemäße Bett erlaubt eine Fernwartung sowie eine Fernbedienung. Zu diesem
Zweck ist konstruktiv vorgesehen, dass das Bett mit einer Steuereinheit ausgerüstet
ist, die über eine Funkschnittstelle verfügt. Diese Funkschnittstelle arbeitet nach
dem DECT-Standard, was insbesondere der Betriebssicherheit dient.
[0011] Bettseitig steht die Steuereinheit mit elektromotorisch betriebenen Funktionskomponenten
des Bettes und/oder mit Sensoren in Verbindung, die dazu vorgesehen sind, Betriebszustände
des Bettes zu erfassen. Als elektromotorisch betriebene Funktionskomponenten des Bettes
kommen insbesondere in ihrer Lage verstellbare Liegeflächenelemente, Seitengitter
und/oder dergleichen sowie eine Einrichtung zur Höhenverstellung des Bettes in Frage.
Betriebszustände detektierende Sensoren sind insbesondere Sensoren zur Lageerfassung
des Bettes im Raum, zur Erfassung der Höhenstellung eines Bettes, zur Erfassung der
Stellung der Seitengitter, zur Erfassung der Stellung des Liegeflächenelements und/oder
dergleichen. Als weitere Sensoren können Sensoren vorgesehen sein, die als Drucksensoren
ausgebildet einen Belegzustand des Bettes detektieren, die als Temperatur- und/oder
Feuchtigkeitssensoren ausgebildet die Umgebungsatmosphäre detektieren und/oder dergleichen
mehr. Von erfindungswesentlicher Bedeutung ist, dass sämtliche Funktionskomponenten
und/oder Sensoren an eine zentrale Steuereinheit des Bettes angeschlossen sind, über
welche Steuereinheit ein Zugriff auf die einzelnen Funktionskomponenten und/oder Sensoren
gestattet ist.
[0012] Die Steuereinheit selbst verfügt in der schon vorbeschriebenen Weise über eine Funkschnittstelle.
Dies gestattet es, von einer bettentfernten Kontroll- oder Bedieneinheit auf die Steuereinheit
des Bettes und damit auf die daran angeschlossenen Funktionskomponenten und/oder Sensoren
zugreifen zu können. So ist es insbesondere gestattet, von der bettentfernten Kontroll-
und Bedieneinheit Betriebszustände des Bettes überprüfen zu können, beispielsweise
ob ein Seitengitter in bestimmungsgemäßer Gebrauchs- oder Nichtgebrauchsstellung verrastet
ist, ob das Liegeflächenelement die wunschgemäße Position eingenommen hat und/oder
ob das Bett in seiner Stellung im Raum lagegesichert ist. Ferner kann überprüft werden,
ob die Raumtemperatur und/oder die Temperatur einer im Bett liegenden Person innerhalb
vorgebbarer Parameter liegt. Gleiches gilt für andere von entsprechenden Sensoren
detektierbaren Parametern, wie beispielsweise Druck, Feuchte und/oder dergleichen.
[0013] Die Ausgestaltung der Steuereinheit mit einer Funkschnittstelle bietet dabei den
Vorteil, dass das Bett lageunabhängig von einer etwaigen Verkabelung im Raum oder
einem Teil hiervon positioniert werden kann. Dabei liegt ein besonderer Aspekt der
Erfindung darin, dass die Funkschnittstelle nach dem DECT-Standard arbeitet. Zum einen
wird ein störungsfreier Frequenzbereich genutzt, zum anderen ist eine bidirektionale
Kommunikation möglich, was es gestattet, einerseits Betriebsparameter des Bettes abfragen
zu können sowie andererseits eine Fernbedienung des Bettes zu ermöglichen. Dabei bietet
der DECT-Standard im Unterschied zu anderen Funkstandards, wie zum Beispiel WLAN oder
Bluetooth Manipulationssicherheit sowie insbesondere Funktionssicherheit. Insbesondere
die Überlagerung mit anderen Funksignalen führt nicht zu einer Überlastung oder gar
einem Ausfall der Funkstrecke. Es ist somit ein sicherer Datenzugriff aus der Ferne
auf die Steuereinheit des Bettes gestattet.
[0014] Die Funkschnittstelle der Steuereinheit steht bevorzugterweise in Funkverbindung
mit einer Kommunikationsbasis. Diese Kommunikationsbasis ist bettnah ausgebildet.
"Bettnah" im Sinne der Erfindung meint dabei eine solche Entfernung zum Bett, die
noch eine sichere Funkverbindung zwischen der Steuereinheit einerseits und der Kommunikationsbasis
andererseits gestattet.
[0015] Die Kommunikationsbasis steht ihrerseits in kommunikationstechnischer Verbindung
mit einer Kommunikationseinheit. Dabei kommt als kommunikationstechnische Verbindung
insbesondere das öffentliche Telefonnetz in Betracht. Ohne Einrichtung weiterer technischer
Komponenten ist damit eine Kommunikation zwischen der Kommunikationseinheit und der
Kommunikationsbasis gestattet, und zwar bettentfernt. Die Kommunikationseinheit steht
ihrerseits wiederum in kommunikationstechnischer Verbindung mit der schon vorgenannten
Kontroll- und Bedieneinheit. Dies kann mittels Funk geschehen, aber auch kabelgestützt.
Im bestimmungsgemäßen Verwendungsfall kommuniziert die Kontroll- und Bedieneinheit
mithin via der Kommunikationseinheit über das Telefonnetz mit der Kommunikationsbasis,
die ihrerseits in Funkverbindung mit der Funkschnittstelle der Steuereinheit des Bettes
steht.
[0016] An die Kontroll- und Bedieneinheit können in vorteilhafter Weise eine Vielzahl von
Schnittstellen kommunikationstechnisch angeschlossen werden. Die Kontroll- und Bedieneinheit
kann insofern als zentrale Kommunikationseinrichtung genutzt werden, die über das
Telefonnetz wahlweise mit den daran angeschlossenen Steuereinheiten in Verbindung
treten kann. Mittels der Kontroll- und Bedieneinheit können mithin eine Vielzahl von
Betten überwacht und im Bedarfsfall fernbedient werden.
[0017] Mit der Erfindung wird deshalb auch vorgeschlagen ein System zur Fernabfrage und
-übermittlung von Betriebszuständen eines Bettes und/oder zur Fernbedienung desselben,
mit einer bettseitigen Steuereinheit, die in kommunikationstechnische Verbindung mit
einer Funktionskomponente und/oder einem Sensor des Bettes steht und ihrerseits eine
in Funkverbindung mit einer Kommunikationsbasis stehende Funkschnittstelle gemäß dem
DECT-Standard bereitstellt, sowie mit einer bettentfernten Kontroll- und Bedieneinheit,
die mittels einer Kommunikationseinheit mit der Kommunikationsbasis über ein Telefonnetz
in kommunikationstechnischer Verbindung steht.
[0018] Das vorbeschriebene System kann insbesondere in der häuslichen Pflege Anwendung finden.
Räumlich voneinander getrennte Betten können mittels des erfindungsgemäßen Systems
von zentraler Stelle aus überwacht, kontrolliert und gegebenenfalls bedient werden.
So lässt sich insbesondere von zentraler Stelle aus nachvollziehen, ob sich ein daran
kommunikationstechnisch angeschlossenes Bett in einem verwendungsfertigen und einwandfreien
Zustand befindet. So kann insbesondere festgestellt werden, ob sich bei einem belegten
Bett die Bettseitengitter in Gebrauchsstellung befinden oder nicht. Es lässt sich
ferner detektieren, ob eine im Bett liegende Person gegebenenfalls der Hilfe bedarf,
in welchem Fall von der zentralen Kontroll- und Bedieneinheit eine entsprechende Benachrichtigung
an die dafür zuständige Stelle, Behörde oder Person ergeht.
[0019] Das Bett kann gemäß einem weiteren Merkmal der Erfindung über Kommunikationseinheiten,
wie zum Beispiel Notrufsender oder dergleichen verfügen, die im Bedienungsfall zu
einer sofortigen Alarmanzeige bei der zentralen Kontroll- und Bedieneinheit führen.
[0020] Das erfindungsgemäße System verschafft mithin einer kranken und/oder pflegebedürftigen
Person die Möglichkeit, sich in häuslicher Umgebung aufhalten zu können, auf die einem
Krankenhaus und/oder einem Pflegeheim vorhandenen Kontroll- und/oder Prüfsysteme insbesondere
zur Überwachung der eigenen Gesundheit aber nicht verzichten zu müssen. Hilfspersonal
kann nach entsprechender Sensierung mittels der zentralen Kontroll- und Bedieneinheit
benachrichtigt werden beziehungsweise es können durch Ansteuerung der motorisch betriebenen
Funktionskomponenten des Bettes auch Sofortmaßnahmen mittels der Kontroll- und Bedieneinheit
eingeleitet werden, wie zum Beispiel eine Aufrechtstellung oder Absenkung des Liegeflächenelements,
ein Auf- oder Absenken der Seitengitter und/oder des Bettes.
[0021] Die Steuereinheit des erfindungsgemäßen Bettes stellt bevorzugter Weise eine Vielzahl
von frei zuschaltbaren Funktionen zur Verfügung. Diese können je nach Verwenderwunsch
wahlweise frei geschaltet oder gesperrt werden. Je nach verwenderseitig gewünschtem
Handhabungs- und/oder Sicherheitskomfort können demnach über die nach der erfindungsgemäßen
Ausgestaltung mögliche Fernwartung Funktionalitäten durch Freischaltung ermöglicht
beziehungsweise durch Sperrung eingeschränkt werden.
[0022] Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung
anhand der Figuren. Dabei zeigen:
- Fig. 1
- in schematischer Darstellung ein erfindungsgemäßes Bett sowie ein erfindungsgemäßes
System und
- Fig. 2
- in schematischer Darstellung eine Mehrzahl von eine gemeinsame Kontroll- und Bedieneinheit
aufweisende Systeme nach der Erfindung.
[0023] Fig. 1 lässt in rein schematischer Darstellung in Form eines Blockdiagramms ein Bett
1 erkennen. Dies verfügt über nicht näher dargestellte Funktionskomponenten 2 sowie
Sensoren 3. Als Funktionskomponenten 2 seien beispielsweise eine zur Höhenverstellung
des Bettes vorgesehene Hubeinrichtung, ein Liegeflächenelement beziehungsweise dessen
Abschnitte, eine Seitengitteranordnung und/oder dergleichen genannt. Sensoren 3 können
beispielsweise Drucksensoren, Feuchtigkeitssensoren, Temperatursensoren und/oder dergleichen
sein.
[0024] Das Bett 1 verfügt desweiteren über eine Steuereinheit 4. Die bettseitigen Funktionskomponenten
2 und Sensoren 3 stehen in kommunikationstechnischer Verbindung 5 mit der Steuereinheit
4. Diese kommunikationstechnische Verbindung 5 kann beispielsweise kabelgestützt ausgebildet
sein. Mittels der Steuereinheit 4 erfolgt ein Datenzugriff auf die daran angeschlossenen
Funktionskomponenten 2 und Sensoren 3, wobei entweder eine Zustands- oder Parameterabfrage
im Sinne eines Downlinks oder eine Fernbedienung im Sinnes eines Uplinks möglich sind.
[0025] Die Steuereinheit 4 verfügt ihrerseits über ein Funkschnittstelle 4. Erfindungsgemäß
handelt es sich dabei um eine Funkschnittstelle 4, die nach dem DECT-Standard arbeitet,
das heißt im Frequenzbereich zwischen 1,88 GHz und 1,93 GHz.
[0026] Die Funkschnittstelle 6 steht in Funkverbindung 7 mit einer Kommunikationsbasis 8.
Diese ist bettnah ausgebildet, was im Sinne der Erfindung meint, dass die räumliche
Nähe von Kommunikationsbasis 8 und Bett 1 derart gewählt ist, dass eine dauerhaft
sichere Funkverbindung zwischen Steuereinheit 4 und Kommunikationsbasis 8 gewährleistet
ist.
[0027] Die Kommunikationsbasis 8 steht via einem Telefonnetz 10 mit einer Kommunikationseinheit
9 in Verbindung, die wiederum in Kommunikationstechnischer Verbindung mit einer Kontroll-
und Bedieneinheit 12 steht, welche kommunikationstechnische Verbindung eine Funkverbindung
11 sein kann, vorzugsweise nach dem DECT-Standard.
[0028] Im bestimmungsgemäßen Verwendungsfall kann über die vorbeschriebene Kommunikationsstrecke
über die Kontroll- und Bedieneinheit 12 eine Fernabfrage und -übermittlung von Betriebszuständen
des Bettes 1 und/oder eine Fernbedienung des Bettes 1 erfolgen. Das so bereitgestellte
System 13 gestattet es, von außerhalb auf das Bett 1 kommunikationstechnisch zuzugreifen.
Zudem ist es gestattet, eine zentrale Kontroll- und Bedieneinheit 12 bereitzustellen,
an die eine Vielzahl von Betten 1 angeschlossen ist, wie dies die Darstellung nach
Figur 2 beispielhaft zeigt.
[0029] Figur 2 ist anhand des gezeigten Ausführungsbeispiels zu entnehmen, dass vier Betten
1 an eine gemeinsame, zentrale Kontroll- und Bedieneinheit 12 kommunikationstechnisch
angeschlossen sind. Jedes der einzelnen Betten 1 kann hinsichtlich seines Betriebszustandes
fernabgefragt beziehungsweise fernbedient werden. Das erfindungsgemäße System gestattet
es mithin, Betten 1 dezentral in bestimmungsgemäßer Weise zu verwenden, gleichwohl
aber eine zentrale Kontroll-, Überwachungs- und Bedienfunktion sicherzustellen. Damit
eignet sich das erfindungsgemäße System insbesondere im Anwendungsbereich der häuslichen
Pflege.
Bezugszeichen
[0030]
- 1
- Bett
- 2
- Funktionskomponente
- 3
- Sensor
- 4
- Steuereinheit
- 5
- kommunikationstechnische Verbindung
- 6
- Funkschnittstelle
- 7
- Funkverbindung
- 8
- Kommunikationsbasis
- 9
- Kommunikationseinheit
- 10
- Telefonnetz
- 11
- Funkverbindung
- 12
- Kontroll- und Bedieneinheit
- 13
- System