[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Aufschneidevorrichtung, insbesondere einen
Hochleistungs-Slicer, zum kontinuierlichen Aufschneiden von Produkten, insbesondere
Lebensmittelprodukten, mit wenigstens einer Aufschneideeinheit, welche ein bewegliches
Schneidmesser umfasst, einer Zuführvorrichtung zum mehrspurigen Zuführen der Produkte
zu der Aufschneideeinheit, um von den Produkten Scheiben abzutrennen, und einer Abführvorrichtung
zum Abführen von jeweils wenigstens eine abgetrennte Scheibe umfassenden Portionen
entlang einer Transportrichtung, wobei die Abführvorrichtung einen ersten Abführförderer
und einen dem ersten Abführförderer bezüglich der Transportrichtung nachgeordneten
zweiten Abführförderer aufweist.
[0002] Derartige Aufschneidevorrichtungen werden beispielsweise zum automatischen Aufschneiden
von Wurst- oder Käseprodukten mit hoher Schnittfolge eingesetzt. Pausen oder Unterbrechungen
im Produktstrom, die durch das Beladen der Vorrichtung mit neuen Produktriegeln oder
Produktlaiben entstehen können, sind hierbei nachteilig. Solche Pausen gibt es bei
einem kontinuierlichen Aufschneiden nicht, welches beispielsweise durch wechselweises
Aufschneiden mehrerer Produkte in verschiedenen Förderspuren erzielt werden kann.
[0003] Nach einer Beladung mit einem neuen Produkt muss zunächst der unverwertbare Anschnitt
aus der Abführstrecke ausgeschleust werden, bevor auf der betreffenden Förderspur
wieder normale Portionen abgeführt werden können. Ebenso muss der am Ende eines Produktriegels
oder Produktlaibes vorhandene Produktrest aus der Abführstrecke ausgeschleust werden.
Auch fehlgewichtige Portionen, Schnipsel und dergleichen müssen bisweilen ausgeschleust
werden. Dies kann z. B. mit einem als Wippe ausgestalteten Förderer bewerkstelligt
werden, der bei Bedarf nach unten gekippt wird und dabei das auszuscheidende Produktmaterial
abwirft. Das Vorsehen einer solchen Wippe einschließlich der zugehörigen Steuerung
ist jedoch aufwändig und teuer. Außerdem verlängert sich die Förderstrecke und damit
die Aufstellfläche. Eine andere Möglichkeit zum Ausschleusen besteht darin, den zum
Portionieren vorgesehenen Förderer vorübergehend rückwärts zu betreiben. Der betreffende
Förderer müsste in diesem Fall spurindividuell betreibbar sein, was ebenfalls mit
einem relativ hohen Aufwand verbunden ist.
[0004] Es ist eine Aufgabe der Erfindung, bei einer kontinuierlich arbeitenden Aufschneidevorrichtung
mit einfachen Mitteln ein zuverlässiges Ausschleusen von unverwertbaren Produktteilen
zu ermöglichen, ohne die Effizienz der Anlage zu beeinträchtigen.
[0005] Die Lösung der Aufgabe erfolgt durch eine Aufschneidevorrichtung mit den Merkmalen
des Anspruchs 1.
[0006] Erfindungsgemäß ist zwischen dem ersten Abführförderer und dem zweiten Abführförderer
eine Ausscheideeinrichtung für auszuscheidende abgetrennte Produktteile vorgesehen.
Weiterhin sieht die Erfindung einen Spurvereiniger vor, der dazu ausgebildet ist,
zeitlich nacheinander jeweils von einer Anzahl verschiedener Förderspuren des ersten
Abführförderers nicht auszuscheidende Portionen zu übernehmen und auf dem zweiten
Abführförderer in einer geringeren Anzahl von Spuren zu vereinigen, so dass dort ein
kontinuierlicher Produktstrom vorliegt.
[0007] Anstatt also die unverwertbaren Produktteile gezielt in einen Ausschussbereich zu
leiten, werden - gewissermaßen umgekehrt - die verwertbaren Portionen über die Ausscheideeinrichtung
hinweggeführt und somit an dieser vorbeigeleitet. Bei der Ausscheideeinrichtung kann
es sich um eine einfache Abwurföffnung handeln, durch welche die auszuscheidenden
Produktteile hindurchfallen. Es könnte aber auch ein sich z. B. quer zu der Transportrichtung
bewegender Förderer die Ausscheideeinrichtung bilden. Ein solcher Förderer kann die
auf ihn fallenden Produktteile wegfördern, ggf. unter dem Spurvereiniger hindurch,
und z. B. zur Seite hin abwerfen. Die herabfallenden oder abgeworfenen Produktteile
können in einem Ausschussbehälter aufgefangen werden.
[0008] Aufgrund der Anordnung aus Ausscheideeinrichtung und diese überbrückendem Spurvereiniger
ist weder eine aufwändige Wippe noch ein geteilter, stromaufwärts vorgeschalteter
Portionierförderer erforderlich, sodass der Herstellungsaufwand einer erfindungsgemäßen
Aufschneidevorrichtung vergleichsweise gering ist. Außerdem ist der Gesamtaufbau einfach
und die Bauweise kompakt. Auch in hygienischer Hinsicht ist eine Anordnung aus Ausscheideeinrichtung
und diese überbrückendem Spurvereiniger günstig. Insbesondere ist eine erfindungsgemäße
Vorrichtung leicht zu reinigen.
[0009] Der erste Abführförderer kann unmittelbar nach der Aufschneideeinheit und insbesondere
direkt nach dem zugehörigen Schneidmesser angeordnet sein. Dies ist jedoch nicht zwingend
erforderlich. Die Ausscheideeinrichtung kann unmittelbar hinter dem ersten Abführförderer
angeordnet sein, wobei auch dies nicht zwingend erforderlich ist. Beispielsweise könnte
eine Wiegeeinrichtung zwischen dem ersten Abführförderer und der Ausscheideeinrichtung
angeordnet sein. Es ist auch möglich, dass sich die erfindungsgemäße Ausscheideeinrichtung
an einer beliebigen Stelle in einem Fördersystem für Lebensmittelportionen befindet,
an der Produktströme aus mehreren Quellen vereinigt, d.h. zusammengeführt, werden.
Bei den mehreren Quellen kann es sich z.B. um verschiedene Spuren eines einzigen Slicers
oder um verschiedene, z.B. jeweils nur einspurig arbeitende, Slicer handeln.
[0010] Weiterbildungen der Erfindung sind den abhängigen Ansprüchen, der Beschreibung sowie
der beigefügten Zeichnung zu entnehmen.
[0011] Der Spurvereiniger kann einen Umlenkförderer umfassen, dessen Förderbreite um wenigstens
eine Förderspur geringer ist als die Förderbreite aller Förderspuren des ersten Abführförderers
und dessen eingangsseitiges Ende quer zur Transportrichtung um wenigstens eine Förderspur
verschiebbar ist. Dies ermöglicht eine besonders einfache Konstruktion.
[0012] Vorzugsweise erstreckt sich die Ausscheideeinrichtung quer zur Transportrichtung
gesehen zumindest im Wesentlichen über alle Förderspuren des ersten Abführförderers
hinweg. Somit können auf allen Förderspuren des ersten Abführförderers bedarfsweise
Produktreste aus dem Abführstrom ausgeschleust werden.
[0013] Die auf die Transportrichtung bezogene Länge der Ausscheideeinrichtung ist vorzugsweise
größer als die Länge einer Portion. Dies gewährleistet ein zuverlässiges Ausscheiden
ohne "Hängenbleiben". Bei einer Abwurföffnung ist durch die angegebene Länge sichergestellt,
dass für die Flugbahn des Falles ausreichend Platz besteht. Zusätzlich können Abweiselemente
vorgesehen sein, um im eingangsseitigen Bereich auszuscheidende Produktteile nach
unten zu lenken und/oder dort vorhandene Bauteile abzuschirmen.
[0014] Eine Ausführungsform der Erfindung sieht vor, dass der Spurvereiniger als Multiriemen-Förderer
mit einer Mehrzahl von einzelnen Förderriemen ausgebildet ist. Die Förderriemen sind
hierbei vorzugsweise als Rundriemen ausgeführt. Dies ermöglicht eine vorgegebene Verschränkung
auf relativ geringer Streckenlänge.
[0015] Gemäß einer weiteren Ausführungsform der Erfindung umfasst der Spurvereiniger eine
feststehende ausgangsseitige Umlenkrolle und eine quer zur Transportrichtung verschiebbare
Antriebsrolle. Die Antriebsrolle kann insbesondere hülsenartig ausgeführt und drehfest,
aber verschiebbar auf einer rotierend antreibbaren Trägerwelle gelagert sein. Für
eine antriebswirksame Verbindung kann die Antriebsrolle formschlüssig mit der Trägerwelle
in Eingriff stehen, z. B. über ein Polygonprofil. Eine solche hülsenartige Antriebsrolle
kann mittels einer, insbesondere pneumatischen, Stellvorrichtung in Querrichtung verstellbar
sein. Prinzipiell ist eine Umkehrung in dem Sinne denkbar, dass sich ausgangsseitig
die Antriebsrolle befindet und die eingangsseitige Umlenkrolle quer zur Transportrichtung
verstellbar ist.
[0016] Gemäß einer speziellen Ausgestaltung der Erfindung weist der erste Abführförderer
zwei, drei oder vier Förderspuren auf, während der zweite Abführförderer lediglich
eine einzige Förderspur aufweist, auf der ein kontinuierlicher Produktstrom mit so
genannten Gut-Portionen, also mit Solleigenschaften aufweisenden Portionen, einem
nachfolgenden Verarbeitungsprozess, insbesondere einer Verpackungsmaschine, zugeführt
wird. Diese Konstellationen decken viele praktisch bedeutsame Anwendungen ab. Vorzugsweise
ist der zweite Abführförderer bezüglich der eingangsseitigen Förderbreite mittig angeordnet.
[0017] Die Erfindung betrifft auch ein Verfahren zum kontinuierlichen Aufschneiden von Produkten,
insbesondere Lebensmittelprodukten, wobei die Produkte mehrspurig wenigstens einer
Aufschneideeinheit mit einem beweglichen Schneidmesser zugeführt werden, um von den
Produkten Scheiben abzutrennen, und jeweils wenigstens eine abgetrennte Scheibe umfassende
Portionen entlang einer Transportrichtung auf einem ersten Abführförderer und einem
dem ersten Abführförderer bezüglich der Transportrichtung nachgeordneten zweiten Abführförderer
abgeführt werden.
[0018] Erfindungsgemäß ist vorgesehen, dass auszuscheidende abgetrennte Produktteile einer
zwischen dem ersten Abführförderer und dem zweiten Abführförderer befindlichen Ausscheideeinrichtung
zugeführt werden, und dass zeitlich nacheinander jeweils von einer Anzahl verschiedener
Förderspuren des ersten Abführförderers nicht auszuscheidende Portionen übernommen
und auf dem zweiten Abführförderer in einer geringeren Anzahl von Spuren vereinigt
werden.
[0019] Dadurch kann verhindert werden, dass durch das Ausscheiden unverwertbarer Produktteile
Unterbrechungen im Produktfluss auftreten.
[0020] Bevorzugt wird während des Aufschneidens eines ersten Produkts auf einer der Spuren
eine andere Spur mit einem zweiten oder weiteren Produkt beladen, wobei ein unverwertbarer
Produktanfang des zweiten oder weiteren Produkts abgetrennt wird, bevor das erste
Produkt vollständig aufgeschnitten ist.
[0021] Insbesondere kann vorgesehen sein, dass der Produktanfang des zweiten oder weiteren
Produkts mittels des Schneidmessers in unverwertbare Anschnittteile aufgeschnitten
wird, wobei mit dem Aufschneiden des Produktanfangs genau dann begonnen wird, wenn
der verwertbare Produktrest des ersten Produkts gerade noch zum Abtrennen derjenigen
Anzahl von Scheiben ausreicht, die einer vorgegebenen Anzahl von unverwertbaren Anschnittteilen
des zweiten oder weiteren Produkts entspricht.
[0022] Dadurch kann erreicht werden, dass auf einer Spur der letzte Anschnittteil abgetrennt
wird, während gleichzeitig auf einer anderen Spur die letzte verwertbare Scheibe und/oder
die letzte Scheibe einer Portion abgetrennt wird, insbesondere einer Portion, die
durch die letzte abgetrennte Scheibe gerade vervollständigt wird. Wenn das erste Produkt
aufgebraucht ist oder aus anderen Gründen nicht weiter aufgeschnitten werden soll,
kann also sofort und ohne Unterbrechung mit dem Weiterschneiden auf der anderen Spur
begonnen werden.
[0023] Wenn andernfalls mit dem Abtrennen der Anschnittteile zu früh begonnen würde, ergäbe
sich die Notwendigkeit eines unerwünschten Zurückziehens des neu bereitgestellten
Produkts vom Schneidmesser insbesondere zwecks Vermeidung einer Schnipselbildung.
[0024] Generell schafft also die Erfindung die Möglichkeit, dass trotz des mehrspurigen
Arbeitens mit jeder Schneidbewegung des Messers, d.h. mit jedem Messerdurchgang oder
mit jeder Messerumdrehung, insgesamt immer nur genau eine verwertbare Scheibe abgetrennt
wird und somit zu keinem Zeitpunkt ein Messerdurchgang oder eine Messerumdrehung erfolgt,
mit dem bzw. der gleichzeitig mehrere verwertbare Scheiben abgetrennt werden, mit
dem ausschließlich ein auszuscheidender Produktteil abgetrennt wird, oder mit dem
überhaupt nichts abgetrennt wird, das Messer also "ins Leere geht". Ein gleichzeitiges
Abtrennen einer verwertbaren Scheibe auf einer der Spuren und eines auszuscheidenden
Produktteils auf einer anderen der Spuren ist dagegen erfindungsgemäß möglich und
gerade besonders vorteilhaft im Sinne eines kontinuierlichen Aufschneidens durch Spurvereinigung
mit der Möglichkeit einer gleichzeitigen Entsorgung von Anschnitt.
[0025] Die Erfindung wird im Folgenden beispielhaft unter Bezugnahme auf die Zeichnung beschrieben
und zeigt in einer einzigen Figur eine vereinfachte Draufsicht auf eine erfindungsgemäße
Aufschneidevorrichtung.
[0026] In der Figur ist eine Aufschneidevorrichtung 11 in Form eines Hochleistungs-Slicers
vereinfacht dargestellt. Die Aufschneidevorrichtung 11 umfasst eine nicht eigens gezeigte
Zuführvorrichtung, welche zum zweispurigen Zuführen von Lebensmittelprodukten 15,
wie zum Beispiel Wurstriegeln oder Käselaiben, ausgebildet ist. Mittels der Zuführvorrichtung
werden die Produkte 15 einer Aufschneideeinheit 16 zugestellt, wobei ein sich in einer
Schneidebene S rotierend und/oder umlaufend bewegendes, nicht gezeigtes Schneidmesser
der Aufschneideeinheit 16 fortlaufend Scheiben von den Produkten 15 abtrennt. Die
Zuführvorrichtung kann eine Beladevorrichtung aufweisen, die zur Aufnahme der Produkte
15 ausgebildet und zwischen einer Beladestellung und einer Zuführstellung verstellbar
ist.
[0027] Die Aufschneidevorrichtung 11 ist zum kontinuierlichen Aufschneiden von Produkten
15 ausgebildet, das heißt sie ist dafür ausgelegt, einen vollständig kontinuierlichen
Produktstrom ohne Beladungsunterbrechungen und dergleichen den Durchsatz reduzierenden
Situationen zu erzeugen. Weiterhin ist die Aufschneidevorrichtung 11 dazu ausgebildet,
ein Zurückziehen der Produkte 15 vom Schneidmesser zwecks Verhinderung einer Schnipselbildung
zu vermeiden.
[0028] Zum Abführen der abgetrennten Scheiben in Form von Portionen 20 entlang einer Transportrichtung
T ist eine Abführvorrichtung 17 vorgesehen, welche einen zweispurigen Eingangsförderer
19 und einen diesem bezüglich der Transportrichtung T nachgeordneten, einspurigen
Ausgangsförderer 21 aufweist. Der Eingangsförderer 19 und der Ausgangsförderer 21
sind bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel jeweils als Bandförderer ausgebildet.
Weiterhin bildet der Eingangsförderer 19 einen Portionierförderer und der Ausgangsförderer
21 ist einer Verpackungsmaschine vorgeschaltet, wobei dies jedoch nicht zwingend so
vorgesehen sein muss. Prinzipiell kann eine Portion 20 eine einzelne Scheibe oder
eine Anordnung aus mehreren, z. B. gestapelten, geschindelten oder rundgelegten Scheiben
umfassen.
[0029] Zwischen dem Eingangsförderer 19 und dem Ausgangsförderer 21 befindet sich eine Ausscheideeinrichtung
25 für auszuscheidende abgetrennte Produktteile 27. Bei den auszuscheidenden abgetrennten
Produktteilen 27 kann es sich um unverwertbare Reste, Anschnittscheiben, Endstücke,
Fehlportionen, Schnipsel oder dergleichen handeln. Die dargestellte Ausführungsform
sieht eine einfache Abwurföffnung als Ausscheideeinrichtung 25 vor. Unter der Ausscheideeinrichtung
25 kann ein, vorzugsweise entnehmbarer, Ausschussbehälter angeordnet sein, was in
der Figur jedoch nicht dargestellt ist.
[0030] Die Ausscheideeinrichtung 25 erstreckt sich quer zur Transportrichtung T gesehen
über beide Förderspuren des Eingangsförderers 19 hinweg und ist in der Transportrichtung
T gesehen länger als eine Portion 20.
[0031] Ein einspuriger, ebenfalls zwischen dem Eingangsförderer 19 und dem Ausgangsförderer
21 angeordneter Spurvereiniger 29 überbrückt die Ausscheideeinrichtung 25 und dient
dem Überführen nicht auszuscheidender Portionen 20 von dem Eingangsförderer 19 auf
den Ausgangsförderer 21. Der Spurvereiniger 29 ist hier als Umlenkförderer ausgeführt
und umfasst eine Anordnung von mehreren einzelnen Rundriemen 31, die um eine Antriebsrolle
33 sowie eine Umlenkrolle 35 geführt sind. Während die Umlenkrolle 35 feststehend
ist und wie dargestellt mit dem Ausgangsförderer 21 fluchtet, ist die Antriebsrolle
33 quer zur Transportrichtung T verschiebbar, wie in Fig. 1 durch den Doppelpfeil
angegeben ist. Speziell ist die Antriebsrolle 33 hülsenartig ausgeführt und drehfest,
aber verschiebbar auf einer rotierend antreibbaren Trägerwelle 39 gelagert. Die antriebswirksame
Verbindung zwischen der hülsenartigen Antriebsrolle 33 und der Trägerwelle 39 kann
durch Formschluss hergestellt sein, z. B. durch ein Polygonprofil. Zum gesteuerten
Bewegen der Antriebsrolle 33 ist eine, z. B. pneumatische, Stellvorrichtung 41 vorgesehen.
Zur besseren Sichtbarkeit des Spurvereinigers 29 sind die Portionen 20 transparent
dargestellt. Durch Verstellen der Antriebsrolle 33 können wahlweise Portionen 20 auf
der ersten oder der zweiten Förderspur des Eingangsförderers 19 dem Ausgangsförderer
21 zugeleitet werden.
[0032] Falls während des Betriebs der Aufschneidevorrichtung 11 ein Ausscheiden unverwertbarer
Produktteile 27 gewünscht ist, wird die Antriebsrolle 33 derart positioniert, dass
sie sich im Bereich der von den Produktteilen 27 entfernten Förderspur befindet. Die
Produktteile 27 werden dann von dem Eingangsförderer 19 zu der Ausscheideeinrichtung
25 gefördert und fallen in die Abwurföffnung. Während dieses Prozesses kann gleichzeitig
auf der anderen Spur ein Weiterfördern von Portionen 20 erfolgen, so dass im Ergebnis
ein kontinuierlicher Produktstrom auf dem Ausgangsförderer 21 erzeugt wird, insofern
also die beiden eingangsseitigen Spuren auf dem Ausgangsförderer 21 in nur einer einzigen
Spur vereinigt werden.
[0033] Wenn die Aufschneidevorrichtung 11 auf einer Spur mit einem neuen Produkt 15 beladen
wird, wird mit dem Aufschneiden dessen Produktanfangs in Anschnittteile bei Bedarf
gewartet. Das Erzeugen von Anschnittteilen wird insbesondere vielmehr erst dann begonnen,
wenn der Produktrest des ersten Produkts gerade noch zur Erzeugung derjenigen Scheibenzahl
zum Erzeugen oder Vervollständigen einer Portion ausreicht, die einer vorgegebenen
Zahl von unverwertbaren Anschnittteilen des neuen Produkts 15 entspricht.
[0034] Der Aufschneidevorrichtung 11 ist eine in Fig. 1 nicht gezeigte Steuereinrichtung
zugeordnet, welche den Betriebsablauf und insbesondere das zeitliche Zusammenspiel
der einzelnen Komponenten steuert.
[0035] Bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel ist die Aufschneidevorrichtung 11 als einzelner
Mehrspur-Slicer ausgebildet. Alternativ könnte die Aufschneidevorrichtung auch mehrere
voneinander unabhängige Aufschneideeinheiten 16 einschließlich entsprechender Produktzuführungen,
also z. B. auch mehrere nebeneinander befindliche (z.B. jeweils lediglich einspurig
arbeitende Slicer, die also nicht mehrere Produkte gleichzeitig bearbeiten können)
umfassen und auf diese Weise ein mehrspuriges Aufschneiden ermöglichen.
[0036] Eine alternative Ausführungsform der Erfindung sieht vor, dass der Eingangsförderer
19 drei oder vier Förderspuren aufweist. Weiterhin kann bei Bedarf auch der Spurvereiniger
29 mehrspurig ausgeführt sein. Es ist aber wünschenswert, dass die Förderbreite des
Spurvereinigers 29 um wenigstens eine Förderspur geringer ist als die Förderbreite
aller Förderspuren des Eingangsförderers 19.
Bezugszeichenliste
[0037]
- 11
- Aufschneidevorrichtung
- 15
- Produkt
- 16
- Aufschneideeinheit
- 17
- Abführvorrichtung
- 19
- Eingangsförderer
- 20
- Portion
- 21
- Ausgangsförderer
- 25
- Ausscheideeinrichtung
- 27
- Produktteile
- 29
- Spurvereiniger
- 31
- Rundriemen
- 33
- Antriebsrolle
- 35
- Umlenkrolle
- 39
- Trägerwelle
- 41
- Stellvorrichtung
- S
- Schneidebene
- T
- Transportrichtung
1. Aufschneidevorrichtung (11), insbesondere Hochleistungs-Slicer, zum kontinuierlichen
Aufschneiden von Produkten (15), insbesondere Lebensmittelprodukten, mit
wenigstens einer Aufschneideeinheit (16), welche ein bewegliches Schneidmesser umfasst,
einer Zuführvorrichtung zum mehrspurigen Zuführen der Produkte (15) zu der Aufschneideeinheit
(16), um von den Produkten (15) Scheiben abzutrennen, und
einer Abführvorrichtung (17) zum Abführen von jeweils wenigstens eine abgetrennte
Scheibe umfassenden Portionen (20) entlang einer Transportrichtung (T), wobei die
Abführvorrichtung (17) einen ersten Abführförderer (19) und einen dem ersten Abführförderer
(19) bezüglich der Transportrichtung (T) nachgeordneten zweiten Abführförderer (21)
aufweist,
gekennzeichnet durch
eine zwischen dem ersten Abführförderer (19) und dem zweiten Abführförderer (21) vorgesehene
Ausscheideeinrichtung (25) für auszuscheidende abgetrennte Produktteile (27), und
einen Spurvereiniger (29), der dazu ausgebildet ist, zeitlich nacheinander jeweils
von einer Anzahl verschiedener Förderspuren des ersten Abführförderers (19) nicht
auszuscheidende Portionen (20) zu übernehmen und auf dem zweiten Abführförderer (21)
in einer geringeren Anzahl von Spuren zu vereinigen.
2. Aufschneidevorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Spurvereiniger (29) einen Umlenkförderer umfasst, dessen Förderbreite um wenigstens
eine Förderspur geringer ist als die Förderbreite aller Förderspuren des ersten Abführförderers
(19) und dessen eingangsseitiges Ende quer zur Transportrichtung (T) um wenigstens
eine Förderspur verschiebbar ist.
3. Aufschneidevorrichtung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
sich die Ausscheideeinrichtung (25) quer zur Transportrichtung (T) gesehen zumindest
im Wesentlichen über alle Förderspuren des ersten Abführförderers (19) hinweg erstreckt.
4. Aufschneidevorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die auf die Transportrichtung (T) bezogene Länge der Ausscheideeinrichtung (25) größer
ist als die Länge einer Portion (20).
5. Aufschneidevorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Spurvereiniger (29) als Multiriemen-Förderer mit einer Mehrzahl von einzelnen
Förderriemen (31) ausgebildet ist.
6. Aufschneidevorrichtung nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Spurvereiniger (29) eine feststehende ausgangsseitige Umlenkrolle (35) und eine
quer zur Transportrichtung (T) verschiebbare Antriebsrolle (33) umfasst.
7. Aufschneidevorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
der erste Abführförderer (19) zwei, drei oder vier Förderspuren aufweist und der zweite
Abführförderer (21) lediglich eine einzige Förderspur aufweist.
8. Verfahren zum kontinuierlichen Aufschneiden von Produkten (15), insbesondere Lebensmittelprodukten,
wobei
die Produkte (15) mehrspurig wenigstens einer Aufschneideeinheit (16) mit einem beweglichen
Schneidmesser zugeführt werden, um von den Produkten (15) Scheiben abzutrennen, und
jeweils wenigstens eine abgetrennte Scheibe umfassende Portionen (20) entlang einer
Transportrichtung (T) auf einem ersten Abführförderer (19) und einem dem ersten Abführförderer
(19) bezüglich der Transportrichtung (T) nachgeordneten zweiten Abführförderer (21)
abgeführt werden,
dadurch gekennzeichnet, dass
auszuscheidende abgetrennte Produktteile (27) einer zwischen dem ersten Abführförderer
(19) und dem zweiten Abführförderer (21) befindlichen Ausscheideeinrichtung (25) zugeführt
werden, und
zeitlich nacheinander jeweils von einer Anzahl verschiedener Förderspuren des ersten
Abführförderers (19) nicht auszuscheidende Portionen (20) übernommen und auf dem zweiten
Abführförderer (21) in einer geringeren Anzahl von Spuren vereinigt werden.
9. Verfahren nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet, dass
während des Aufschneidens eines ersten Produkts (15) auf einer der Spuren eine andere
Spur mit einem zweiten oder weiteren Produkt (15) beladen wird, wobei ein unverwertbarer
Produktanfang des zweiten oder weiteren Produkts (15) abgetrennt wird, bevor das erste
Produkt (15) vollständig aufgeschnitten ist.
10. Verfahren nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Produktanfang des zweiten oder weiteren Produkts (15) mittels des Schneidmessers
in unverwertbare Anschnittteile aufgeschnitten wird, wobei mit dem Aufschneiden des
Produktanfangs genau dann begonnen wird, wenn der verwertbare Produktrest des ersten
Produkts (15) gerade noch zum Abtrennen derjenigen Anzahl von Scheiben ausreicht,
die einer vorgegebenen Anzahl von unverwertbaren Anschnittteilen des zweiten oder
weiteren Produkts (15) entspricht.