(19)
(11) EP 3 067 173 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
14.09.2016  Patentblatt  2016/37

(21) Anmeldenummer: 16159366.0

(22) Anmeldetag:  09.03.2016
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
B26D 7/18(2006.01)
B26D 7/32(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
BA ME
Benannte Validierungsstaaten:
MA MD

(30) Priorität: 12.03.2015 DE 102015103648

(71) Anmelder: Weber Maschinenbau GmbH Breidenbach
35236 Breidenbach (DE)

(72) Erfinder:
  • SCHMEISER, Jörg
    87487 Wiggensbach (DE)

(74) Vertreter: Manitz, Finsterwald & Partner GbR 
Martin-Greif-Strasse 1
80336 München
80336 München (DE)

   


(54) AUFSCHNEIDEVORRICHTUNG


(57) Eine Aufschneidevorrichtung zum kontinuierlichen Aufschneiden von Produkten umfasst eine Aufschneideeinheit mit einem beweglichen Schneidmesser, eine Zuführvorrichtung zum mehrspurigen Zuführen der Produkte zu der Aufschneideeinheit, um von den Produkten Scheiben abzutrennen, und eine Abführvorrichtung zum Abführen von Portionen aus abgetrennten Scheiben entlang einer Transportrichtung. Die Abführvorrichtung weist einen ersten Abführförderer und einen dem ersten Abführförderer bezüglich der Transportrichtung nachgeordneten zweiten Abführförderer auf. Die Aufschneidevorrichtung umfasst eine zwischen dem ersten Abführförderer und dem zweiten Abführförderer vorgesehene Ausscheideeinrichtung für auszuscheidende abgetrennte Produktteile, und einen Spurvereiniger, der dazu ausgebildet ist, zeitlich nacheinander jeweils von einer Anzahl verschiedener Förderspuren des ersten Abführförderers nicht auszuscheidende Portionen zu übernehmen und auf dem zweiten Abführförderer in einer geringeren Anzahl von Spuren zu vereinigen.


Beschreibung


[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Aufschneidevorrichtung, insbesondere einen Hochleistungs-Slicer, zum kontinuierlichen Aufschneiden von Produkten, insbesondere Lebensmittelprodukten, mit wenigstens einer Aufschneideeinheit, welche ein bewegliches Schneidmesser umfasst, einer Zuführvorrichtung zum mehrspurigen Zuführen der Produkte zu der Aufschneideeinheit, um von den Produkten Scheiben abzutrennen, und einer Abführvorrichtung zum Abführen von jeweils wenigstens eine abgetrennte Scheibe umfassenden Portionen entlang einer Transportrichtung, wobei die Abführvorrichtung einen ersten Abführförderer und einen dem ersten Abführförderer bezüglich der Transportrichtung nachgeordneten zweiten Abführförderer aufweist.

[0002] Derartige Aufschneidevorrichtungen werden beispielsweise zum automatischen Aufschneiden von Wurst- oder Käseprodukten mit hoher Schnittfolge eingesetzt. Pausen oder Unterbrechungen im Produktstrom, die durch das Beladen der Vorrichtung mit neuen Produktriegeln oder Produktlaiben entstehen können, sind hierbei nachteilig. Solche Pausen gibt es bei einem kontinuierlichen Aufschneiden nicht, welches beispielsweise durch wechselweises Aufschneiden mehrerer Produkte in verschiedenen Förderspuren erzielt werden kann.

[0003] Nach einer Beladung mit einem neuen Produkt muss zunächst der unverwertbare Anschnitt aus der Abführstrecke ausgeschleust werden, bevor auf der betreffenden Förderspur wieder normale Portionen abgeführt werden können. Ebenso muss der am Ende eines Produktriegels oder Produktlaibes vorhandene Produktrest aus der Abführstrecke ausgeschleust werden. Auch fehlgewichtige Portionen, Schnipsel und dergleichen müssen bisweilen ausgeschleust werden. Dies kann z. B. mit einem als Wippe ausgestalteten Förderer bewerkstelligt werden, der bei Bedarf nach unten gekippt wird und dabei das auszuscheidende Produktmaterial abwirft. Das Vorsehen einer solchen Wippe einschließlich der zugehörigen Steuerung ist jedoch aufwändig und teuer. Außerdem verlängert sich die Förderstrecke und damit die Aufstellfläche. Eine andere Möglichkeit zum Ausschleusen besteht darin, den zum Portionieren vorgesehenen Förderer vorübergehend rückwärts zu betreiben. Der betreffende Förderer müsste in diesem Fall spurindividuell betreibbar sein, was ebenfalls mit einem relativ hohen Aufwand verbunden ist.

[0004] Es ist eine Aufgabe der Erfindung, bei einer kontinuierlich arbeitenden Aufschneidevorrichtung mit einfachen Mitteln ein zuverlässiges Ausschleusen von unverwertbaren Produktteilen zu ermöglichen, ohne die Effizienz der Anlage zu beeinträchtigen.

[0005] Die Lösung der Aufgabe erfolgt durch eine Aufschneidevorrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs 1.

[0006] Erfindungsgemäß ist zwischen dem ersten Abführförderer und dem zweiten Abführförderer eine Ausscheideeinrichtung für auszuscheidende abgetrennte Produktteile vorgesehen. Weiterhin sieht die Erfindung einen Spurvereiniger vor, der dazu ausgebildet ist, zeitlich nacheinander jeweils von einer Anzahl verschiedener Förderspuren des ersten Abführförderers nicht auszuscheidende Portionen zu übernehmen und auf dem zweiten Abführförderer in einer geringeren Anzahl von Spuren zu vereinigen, so dass dort ein kontinuierlicher Produktstrom vorliegt.

[0007] Anstatt also die unverwertbaren Produktteile gezielt in einen Ausschussbereich zu leiten, werden - gewissermaßen umgekehrt - die verwertbaren Portionen über die Ausscheideeinrichtung hinweggeführt und somit an dieser vorbeigeleitet. Bei der Ausscheideeinrichtung kann es sich um eine einfache Abwurföffnung handeln, durch welche die auszuscheidenden Produktteile hindurchfallen. Es könnte aber auch ein sich z. B. quer zu der Transportrichtung bewegender Förderer die Ausscheideeinrichtung bilden. Ein solcher Förderer kann die auf ihn fallenden Produktteile wegfördern, ggf. unter dem Spurvereiniger hindurch, und z. B. zur Seite hin abwerfen. Die herabfallenden oder abgeworfenen Produktteile können in einem Ausschussbehälter aufgefangen werden.

[0008] Aufgrund der Anordnung aus Ausscheideeinrichtung und diese überbrückendem Spurvereiniger ist weder eine aufwändige Wippe noch ein geteilter, stromaufwärts vorgeschalteter Portionierförderer erforderlich, sodass der Herstellungsaufwand einer erfindungsgemäßen Aufschneidevorrichtung vergleichsweise gering ist. Außerdem ist der Gesamtaufbau einfach und die Bauweise kompakt. Auch in hygienischer Hinsicht ist eine Anordnung aus Ausscheideeinrichtung und diese überbrückendem Spurvereiniger günstig. Insbesondere ist eine erfindungsgemäße Vorrichtung leicht zu reinigen.

[0009] Der erste Abführförderer kann unmittelbar nach der Aufschneideeinheit und insbesondere direkt nach dem zugehörigen Schneidmesser angeordnet sein. Dies ist jedoch nicht zwingend erforderlich. Die Ausscheideeinrichtung kann unmittelbar hinter dem ersten Abführförderer angeordnet sein, wobei auch dies nicht zwingend erforderlich ist. Beispielsweise könnte eine Wiegeeinrichtung zwischen dem ersten Abführförderer und der Ausscheideeinrichtung angeordnet sein. Es ist auch möglich, dass sich die erfindungsgemäße Ausscheideeinrichtung an einer beliebigen Stelle in einem Fördersystem für Lebensmittelportionen befindet, an der Produktströme aus mehreren Quellen vereinigt, d.h. zusammengeführt, werden. Bei den mehreren Quellen kann es sich z.B. um verschiedene Spuren eines einzigen Slicers oder um verschiedene, z.B. jeweils nur einspurig arbeitende, Slicer handeln.

[0010] Weiterbildungen der Erfindung sind den abhängigen Ansprüchen, der Beschreibung sowie der beigefügten Zeichnung zu entnehmen.

[0011] Der Spurvereiniger kann einen Umlenkförderer umfassen, dessen Förderbreite um wenigstens eine Förderspur geringer ist als die Förderbreite aller Förderspuren des ersten Abführförderers und dessen eingangsseitiges Ende quer zur Transportrichtung um wenigstens eine Förderspur verschiebbar ist. Dies ermöglicht eine besonders einfache Konstruktion.

[0012] Vorzugsweise erstreckt sich die Ausscheideeinrichtung quer zur Transportrichtung gesehen zumindest im Wesentlichen über alle Förderspuren des ersten Abführförderers hinweg. Somit können auf allen Förderspuren des ersten Abführförderers bedarfsweise Produktreste aus dem Abführstrom ausgeschleust werden.

[0013] Die auf die Transportrichtung bezogene Länge der Ausscheideeinrichtung ist vorzugsweise größer als die Länge einer Portion. Dies gewährleistet ein zuverlässiges Ausscheiden ohne "Hängenbleiben". Bei einer Abwurföffnung ist durch die angegebene Länge sichergestellt, dass für die Flugbahn des Falles ausreichend Platz besteht. Zusätzlich können Abweiselemente vorgesehen sein, um im eingangsseitigen Bereich auszuscheidende Produktteile nach unten zu lenken und/oder dort vorhandene Bauteile abzuschirmen.

[0014] Eine Ausführungsform der Erfindung sieht vor, dass der Spurvereiniger als Multiriemen-Förderer mit einer Mehrzahl von einzelnen Förderriemen ausgebildet ist. Die Förderriemen sind hierbei vorzugsweise als Rundriemen ausgeführt. Dies ermöglicht eine vorgegebene Verschränkung auf relativ geringer Streckenlänge.

[0015] Gemäß einer weiteren Ausführungsform der Erfindung umfasst der Spurvereiniger eine feststehende ausgangsseitige Umlenkrolle und eine quer zur Transportrichtung verschiebbare Antriebsrolle. Die Antriebsrolle kann insbesondere hülsenartig ausgeführt und drehfest, aber verschiebbar auf einer rotierend antreibbaren Trägerwelle gelagert sein. Für eine antriebswirksame Verbindung kann die Antriebsrolle formschlüssig mit der Trägerwelle in Eingriff stehen, z. B. über ein Polygonprofil. Eine solche hülsenartige Antriebsrolle kann mittels einer, insbesondere pneumatischen, Stellvorrichtung in Querrichtung verstellbar sein. Prinzipiell ist eine Umkehrung in dem Sinne denkbar, dass sich ausgangsseitig die Antriebsrolle befindet und die eingangsseitige Umlenkrolle quer zur Transportrichtung verstellbar ist.

[0016] Gemäß einer speziellen Ausgestaltung der Erfindung weist der erste Abführförderer zwei, drei oder vier Förderspuren auf, während der zweite Abführförderer lediglich eine einzige Förderspur aufweist, auf der ein kontinuierlicher Produktstrom mit so genannten Gut-Portionen, also mit Solleigenschaften aufweisenden Portionen, einem nachfolgenden Verarbeitungsprozess, insbesondere einer Verpackungsmaschine, zugeführt wird. Diese Konstellationen decken viele praktisch bedeutsame Anwendungen ab. Vorzugsweise ist der zweite Abführförderer bezüglich der eingangsseitigen Förderbreite mittig angeordnet.

[0017] Die Erfindung betrifft auch ein Verfahren zum kontinuierlichen Aufschneiden von Produkten, insbesondere Lebensmittelprodukten, wobei die Produkte mehrspurig wenigstens einer Aufschneideeinheit mit einem beweglichen Schneidmesser zugeführt werden, um von den Produkten Scheiben abzutrennen, und jeweils wenigstens eine abgetrennte Scheibe umfassende Portionen entlang einer Transportrichtung auf einem ersten Abführförderer und einem dem ersten Abführförderer bezüglich der Transportrichtung nachgeordneten zweiten Abführförderer abgeführt werden.

[0018] Erfindungsgemäß ist vorgesehen, dass auszuscheidende abgetrennte Produktteile einer zwischen dem ersten Abführförderer und dem zweiten Abführförderer befindlichen Ausscheideeinrichtung zugeführt werden, und dass zeitlich nacheinander jeweils von einer Anzahl verschiedener Förderspuren des ersten Abführförderers nicht auszuscheidende Portionen übernommen und auf dem zweiten Abführförderer in einer geringeren Anzahl von Spuren vereinigt werden.

[0019] Dadurch kann verhindert werden, dass durch das Ausscheiden unverwertbarer Produktteile Unterbrechungen im Produktfluss auftreten.

[0020] Bevorzugt wird während des Aufschneidens eines ersten Produkts auf einer der Spuren eine andere Spur mit einem zweiten oder weiteren Produkt beladen, wobei ein unverwertbarer Produktanfang des zweiten oder weiteren Produkts abgetrennt wird, bevor das erste Produkt vollständig aufgeschnitten ist.

[0021] Insbesondere kann vorgesehen sein, dass der Produktanfang des zweiten oder weiteren Produkts mittels des Schneidmessers in unverwertbare Anschnittteile aufgeschnitten wird, wobei mit dem Aufschneiden des Produktanfangs genau dann begonnen wird, wenn der verwertbare Produktrest des ersten Produkts gerade noch zum Abtrennen derjenigen Anzahl von Scheiben ausreicht, die einer vorgegebenen Anzahl von unverwertbaren Anschnittteilen des zweiten oder weiteren Produkts entspricht.

[0022] Dadurch kann erreicht werden, dass auf einer Spur der letzte Anschnittteil abgetrennt wird, während gleichzeitig auf einer anderen Spur die letzte verwertbare Scheibe und/oder die letzte Scheibe einer Portion abgetrennt wird, insbesondere einer Portion, die durch die letzte abgetrennte Scheibe gerade vervollständigt wird. Wenn das erste Produkt aufgebraucht ist oder aus anderen Gründen nicht weiter aufgeschnitten werden soll, kann also sofort und ohne Unterbrechung mit dem Weiterschneiden auf der anderen Spur begonnen werden.

[0023] Wenn andernfalls mit dem Abtrennen der Anschnittteile zu früh begonnen würde, ergäbe sich die Notwendigkeit eines unerwünschten Zurückziehens des neu bereitgestellten Produkts vom Schneidmesser insbesondere zwecks Vermeidung einer Schnipselbildung.

[0024] Generell schafft also die Erfindung die Möglichkeit, dass trotz des mehrspurigen Arbeitens mit jeder Schneidbewegung des Messers, d.h. mit jedem Messerdurchgang oder mit jeder Messerumdrehung, insgesamt immer nur genau eine verwertbare Scheibe abgetrennt wird und somit zu keinem Zeitpunkt ein Messerdurchgang oder eine Messerumdrehung erfolgt, mit dem bzw. der gleichzeitig mehrere verwertbare Scheiben abgetrennt werden, mit dem ausschließlich ein auszuscheidender Produktteil abgetrennt wird, oder mit dem überhaupt nichts abgetrennt wird, das Messer also "ins Leere geht". Ein gleichzeitiges Abtrennen einer verwertbaren Scheibe auf einer der Spuren und eines auszuscheidenden Produktteils auf einer anderen der Spuren ist dagegen erfindungsgemäß möglich und gerade besonders vorteilhaft im Sinne eines kontinuierlichen Aufschneidens durch Spurvereinigung mit der Möglichkeit einer gleichzeitigen Entsorgung von Anschnitt.

[0025] Die Erfindung wird im Folgenden beispielhaft unter Bezugnahme auf die Zeichnung beschrieben und zeigt in einer einzigen Figur eine vereinfachte Draufsicht auf eine erfindungsgemäße Aufschneidevorrichtung.

[0026] In der Figur ist eine Aufschneidevorrichtung 11 in Form eines Hochleistungs-Slicers vereinfacht dargestellt. Die Aufschneidevorrichtung 11 umfasst eine nicht eigens gezeigte Zuführvorrichtung, welche zum zweispurigen Zuführen von Lebensmittelprodukten 15, wie zum Beispiel Wurstriegeln oder Käselaiben, ausgebildet ist. Mittels der Zuführvorrichtung werden die Produkte 15 einer Aufschneideeinheit 16 zugestellt, wobei ein sich in einer Schneidebene S rotierend und/oder umlaufend bewegendes, nicht gezeigtes Schneidmesser der Aufschneideeinheit 16 fortlaufend Scheiben von den Produkten 15 abtrennt. Die Zuführvorrichtung kann eine Beladevorrichtung aufweisen, die zur Aufnahme der Produkte 15 ausgebildet und zwischen einer Beladestellung und einer Zuführstellung verstellbar ist.

[0027] Die Aufschneidevorrichtung 11 ist zum kontinuierlichen Aufschneiden von Produkten 15 ausgebildet, das heißt sie ist dafür ausgelegt, einen vollständig kontinuierlichen Produktstrom ohne Beladungsunterbrechungen und dergleichen den Durchsatz reduzierenden Situationen zu erzeugen. Weiterhin ist die Aufschneidevorrichtung 11 dazu ausgebildet, ein Zurückziehen der Produkte 15 vom Schneidmesser zwecks Verhinderung einer Schnipselbildung zu vermeiden.

[0028] Zum Abführen der abgetrennten Scheiben in Form von Portionen 20 entlang einer Transportrichtung T ist eine Abführvorrichtung 17 vorgesehen, welche einen zweispurigen Eingangsförderer 19 und einen diesem bezüglich der Transportrichtung T nachgeordneten, einspurigen Ausgangsförderer 21 aufweist. Der Eingangsförderer 19 und der Ausgangsförderer 21 sind bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel jeweils als Bandförderer ausgebildet. Weiterhin bildet der Eingangsförderer 19 einen Portionierförderer und der Ausgangsförderer 21 ist einer Verpackungsmaschine vorgeschaltet, wobei dies jedoch nicht zwingend so vorgesehen sein muss. Prinzipiell kann eine Portion 20 eine einzelne Scheibe oder eine Anordnung aus mehreren, z. B. gestapelten, geschindelten oder rundgelegten Scheiben umfassen.

[0029] Zwischen dem Eingangsförderer 19 und dem Ausgangsförderer 21 befindet sich eine Ausscheideeinrichtung 25 für auszuscheidende abgetrennte Produktteile 27. Bei den auszuscheidenden abgetrennten Produktteilen 27 kann es sich um unverwertbare Reste, Anschnittscheiben, Endstücke, Fehlportionen, Schnipsel oder dergleichen handeln. Die dargestellte Ausführungsform sieht eine einfache Abwurföffnung als Ausscheideeinrichtung 25 vor. Unter der Ausscheideeinrichtung 25 kann ein, vorzugsweise entnehmbarer, Ausschussbehälter angeordnet sein, was in der Figur jedoch nicht dargestellt ist.

[0030] Die Ausscheideeinrichtung 25 erstreckt sich quer zur Transportrichtung T gesehen über beide Förderspuren des Eingangsförderers 19 hinweg und ist in der Transportrichtung T gesehen länger als eine Portion 20.

[0031] Ein einspuriger, ebenfalls zwischen dem Eingangsförderer 19 und dem Ausgangsförderer 21 angeordneter Spurvereiniger 29 überbrückt die Ausscheideeinrichtung 25 und dient dem Überführen nicht auszuscheidender Portionen 20 von dem Eingangsförderer 19 auf den Ausgangsförderer 21. Der Spurvereiniger 29 ist hier als Umlenkförderer ausgeführt und umfasst eine Anordnung von mehreren einzelnen Rundriemen 31, die um eine Antriebsrolle 33 sowie eine Umlenkrolle 35 geführt sind. Während die Umlenkrolle 35 feststehend ist und wie dargestellt mit dem Ausgangsförderer 21 fluchtet, ist die Antriebsrolle 33 quer zur Transportrichtung T verschiebbar, wie in Fig. 1 durch den Doppelpfeil angegeben ist. Speziell ist die Antriebsrolle 33 hülsenartig ausgeführt und drehfest, aber verschiebbar auf einer rotierend antreibbaren Trägerwelle 39 gelagert. Die antriebswirksame Verbindung zwischen der hülsenartigen Antriebsrolle 33 und der Trägerwelle 39 kann durch Formschluss hergestellt sein, z. B. durch ein Polygonprofil. Zum gesteuerten Bewegen der Antriebsrolle 33 ist eine, z. B. pneumatische, Stellvorrichtung 41 vorgesehen. Zur besseren Sichtbarkeit des Spurvereinigers 29 sind die Portionen 20 transparent dargestellt. Durch Verstellen der Antriebsrolle 33 können wahlweise Portionen 20 auf der ersten oder der zweiten Förderspur des Eingangsförderers 19 dem Ausgangsförderer 21 zugeleitet werden.

[0032] Falls während des Betriebs der Aufschneidevorrichtung 11 ein Ausscheiden unverwertbarer Produktteile 27 gewünscht ist, wird die Antriebsrolle 33 derart positioniert, dass sie sich im Bereich der von den Produktteilen 27 entfernten Förderspur befindet. Die Produktteile 27 werden dann von dem Eingangsförderer 19 zu der Ausscheideeinrichtung 25 gefördert und fallen in die Abwurföffnung. Während dieses Prozesses kann gleichzeitig auf der anderen Spur ein Weiterfördern von Portionen 20 erfolgen, so dass im Ergebnis ein kontinuierlicher Produktstrom auf dem Ausgangsförderer 21 erzeugt wird, insofern also die beiden eingangsseitigen Spuren auf dem Ausgangsförderer 21 in nur einer einzigen Spur vereinigt werden.

[0033] Wenn die Aufschneidevorrichtung 11 auf einer Spur mit einem neuen Produkt 15 beladen wird, wird mit dem Aufschneiden dessen Produktanfangs in Anschnittteile bei Bedarf gewartet. Das Erzeugen von Anschnittteilen wird insbesondere vielmehr erst dann begonnen, wenn der Produktrest des ersten Produkts gerade noch zur Erzeugung derjenigen Scheibenzahl zum Erzeugen oder Vervollständigen einer Portion ausreicht, die einer vorgegebenen Zahl von unverwertbaren Anschnittteilen des neuen Produkts 15 entspricht.

[0034] Der Aufschneidevorrichtung 11 ist eine in Fig. 1 nicht gezeigte Steuereinrichtung zugeordnet, welche den Betriebsablauf und insbesondere das zeitliche Zusammenspiel der einzelnen Komponenten steuert.

[0035] Bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel ist die Aufschneidevorrichtung 11 als einzelner Mehrspur-Slicer ausgebildet. Alternativ könnte die Aufschneidevorrichtung auch mehrere voneinander unabhängige Aufschneideeinheiten 16 einschließlich entsprechender Produktzuführungen, also z. B. auch mehrere nebeneinander befindliche (z.B. jeweils lediglich einspurig arbeitende Slicer, die also nicht mehrere Produkte gleichzeitig bearbeiten können) umfassen und auf diese Weise ein mehrspuriges Aufschneiden ermöglichen.

[0036] Eine alternative Ausführungsform der Erfindung sieht vor, dass der Eingangsförderer 19 drei oder vier Förderspuren aufweist. Weiterhin kann bei Bedarf auch der Spurvereiniger 29 mehrspurig ausgeführt sein. Es ist aber wünschenswert, dass die Förderbreite des Spurvereinigers 29 um wenigstens eine Förderspur geringer ist als die Förderbreite aller Förderspuren des Eingangsförderers 19.

Bezugszeichenliste



[0037] 
11
Aufschneidevorrichtung
15
Produkt
16
Aufschneideeinheit
17
Abführvorrichtung
19
Eingangsförderer
20
Portion
21
Ausgangsförderer
25
Ausscheideeinrichtung
27
Produktteile
29
Spurvereiniger
31
Rundriemen
33
Antriebsrolle
35
Umlenkrolle
39
Trägerwelle
41
Stellvorrichtung
S
Schneidebene
T
Transportrichtung



Ansprüche

1. Aufschneidevorrichtung (11), insbesondere Hochleistungs-Slicer, zum kontinuierlichen Aufschneiden von Produkten (15), insbesondere Lebensmittelprodukten, mit
wenigstens einer Aufschneideeinheit (16), welche ein bewegliches Schneidmesser umfasst,
einer Zuführvorrichtung zum mehrspurigen Zuführen der Produkte (15) zu der Aufschneideeinheit (16), um von den Produkten (15) Scheiben abzutrennen, und
einer Abführvorrichtung (17) zum Abführen von jeweils wenigstens eine abgetrennte Scheibe umfassenden Portionen (20) entlang einer Transportrichtung (T), wobei die Abführvorrichtung (17) einen ersten Abführförderer (19) und einen dem ersten Abführförderer (19) bezüglich der Transportrichtung (T) nachgeordneten zweiten Abführförderer (21) aufweist,
gekennzeichnet durch
eine zwischen dem ersten Abführförderer (19) und dem zweiten Abführförderer (21) vorgesehene Ausscheideeinrichtung (25) für auszuscheidende abgetrennte Produktteile (27), und
einen Spurvereiniger (29), der dazu ausgebildet ist, zeitlich nacheinander jeweils von einer Anzahl verschiedener Förderspuren des ersten Abführförderers (19) nicht auszuscheidende Portionen (20) zu übernehmen und auf dem zweiten Abführförderer (21) in einer geringeren Anzahl von Spuren zu vereinigen.
 
2. Aufschneidevorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Spurvereiniger (29) einen Umlenkförderer umfasst, dessen Förderbreite um wenigstens eine Förderspur geringer ist als die Förderbreite aller Förderspuren des ersten Abführförderers (19) und dessen eingangsseitiges Ende quer zur Transportrichtung (T) um wenigstens eine Förderspur verschiebbar ist.
 
3. Aufschneidevorrichtung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
sich die Ausscheideeinrichtung (25) quer zur Transportrichtung (T) gesehen zumindest im Wesentlichen über alle Förderspuren des ersten Abführförderers (19) hinweg erstreckt.
 
4. Aufschneidevorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass

die auf die Transportrichtung (T) bezogene Länge der Ausscheideeinrichtung (25) größer ist als die Länge einer Portion (20).
 
5. Aufschneidevorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, dass

der Spurvereiniger (29) als Multiriemen-Förderer mit einer Mehrzahl von einzelnen Förderriemen (31) ausgebildet ist.
 
6. Aufschneidevorrichtung nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Spurvereiniger (29) eine feststehende ausgangsseitige Umlenkrolle (35) und eine quer zur Transportrichtung (T) verschiebbare Antriebsrolle (33) umfasst.
 
7. Aufschneidevorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
der erste Abführförderer (19) zwei, drei oder vier Förderspuren aufweist und der zweite Abführförderer (21) lediglich eine einzige Förderspur aufweist.
 
8. Verfahren zum kontinuierlichen Aufschneiden von Produkten (15), insbesondere Lebensmittelprodukten, wobei
die Produkte (15) mehrspurig wenigstens einer Aufschneideeinheit (16) mit einem beweglichen Schneidmesser zugeführt werden, um von den Produkten (15) Scheiben abzutrennen, und
jeweils wenigstens eine abgetrennte Scheibe umfassende Portionen (20) entlang einer Transportrichtung (T) auf einem ersten Abführförderer (19) und einem dem ersten Abführförderer (19) bezüglich der Transportrichtung (T) nachgeordneten zweiten Abführförderer (21) abgeführt werden,
dadurch gekennzeichnet, dass
auszuscheidende abgetrennte Produktteile (27) einer zwischen dem ersten Abführförderer (19) und dem zweiten Abführförderer (21) befindlichen Ausscheideeinrichtung (25) zugeführt werden, und
zeitlich nacheinander jeweils von einer Anzahl verschiedener Förderspuren des ersten Abführförderers (19) nicht auszuscheidende Portionen (20) übernommen und auf dem zweiten Abführförderer (21) in einer geringeren Anzahl von Spuren vereinigt werden.
 
9. Verfahren nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet, dass
während des Aufschneidens eines ersten Produkts (15) auf einer der Spuren eine andere Spur mit einem zweiten oder weiteren Produkt (15) beladen wird, wobei ein unverwertbarer Produktanfang des zweiten oder weiteren Produkts (15) abgetrennt wird, bevor das erste Produkt (15) vollständig aufgeschnitten ist.
 
10. Verfahren nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Produktanfang des zweiten oder weiteren Produkts (15) mittels des Schneidmessers in unverwertbare Anschnittteile aufgeschnitten wird, wobei mit dem Aufschneiden des Produktanfangs genau dann begonnen wird, wenn der verwertbare Produktrest des ersten Produkts (15) gerade noch zum Abtrennen derjenigen Anzahl von Scheiben ausreicht, die einer vorgegebenen Anzahl von unverwertbaren Anschnittteilen des zweiten oder weiteren Produkts (15) entspricht.
 




Zeichnung







Recherchenbericht









Recherchenbericht