[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Wenden von stabförmigen Produkten
der Tabak verarbeitenden Industrie um eine senkrecht zu einer Längsachse der Produkte
ausgerichtete Querachse mit den Merkmalen des Oberbegriffs von Anspruch 1.
[0002] In modernen Herstellmaschinen der Tabak verarbeitenden Industrie mit einer hohen
Produktionskapazität werden die Produkte in mit Unterdruck beaufschlagbaren Mulden
transportiert, welche auf den Mantelflächen von drehbar angetriebenen Trommeln angeordnet
sind. Dazu ist in den Trommeln ein aufwendiges Vakuumluftsystem mit einer zentralen
Zuleitung und verschiedenen Steuerteilen vorgesehen, durch welche die Mulden in Abhängigkeit
von der Drehwinkelstellung der Trommel entweder mit Vakuum zum Halten der Produkte
oder mit geringem Überdruck zum Übergeben bzw. Abführen der Produkte oder zum Reinigen
beaufschlagbar sind. Um die Produktionskapazität weiter zu erhöhen, werden die Produkte
mit doppelt langer Gebrauchslänge hergestellt und dann mittels einer Schneideinrichtung
in zwei einfach lange Produkte geschnitten. Sofern die Produkte einen Filter aufweisen,
werden die Produkte der doppelten Gebrauchslänge mit einem doppeltlangen, mittig zwischen
zwei Tabakstäben angeordneten Filter hergestellt und anschließend mittig durch den
doppelt langen Filter geschnitten, so dass zwei einzelne Produkte einfacher Länge
mit aneinander anliegenden Filtern gebildet werden.
[0003] Aufgrund der Tatsache, dass die Produkte anschließend mit einheitlich ausgerichteten
Filtern weiterverarbeitet werden müssen, müssen die Produkte einer Seite um 180 Grad
um eine senkrecht zu der Längsachse verlaufende Querachse verdreht bzw. gewendet werden.
Ferner müssen die Produkte vor dem Verpacken querachsial in einem Streifen transportiert
werden, dessen Breite der Länge der Produkte entspricht, wozu die Reihe der nicht
gedrehten Produkte gestreckt werden muss, so dass zwischen den Produkten jeweils eine
freie Mulde vorgesehen ist, in die dann jeweils ein gewendetes Produkt der anderen
Reihe aufgenommen wird.
[0004] Zum Wenden der Produkte werden sogenannte Kegelwender verwendet, bei denen die Bahnen
bzw. Reihen von gegenüber liegenden Produkten zunächst auf einer Spreiztrommel aufgespreizt
werden, um sie dann anschließend auf die kegelförmigen Kegelwendetrommeln zu übergeben,
auf denen die Produkte dann eine kegelförmige Bahn beschreiben, um dann bezüglich
des Mundstücks bzw. der Filter gleichgerichtet wieder an eine Trommel übergeben werden
zu können.
[0005] Nachteilig bei derartigen Kegelwendern ist es, dass die Mulden in den Kegelwendern
für einen sicheren Produktionsprozess in Bezug zu der Stablänge der Produkte verkürzt
ausgeführt werden müssen, damit für ein prozesssicheres Übernehmen und Übergeben der
Produkte in dem Übernahme- bzw. Übergabepunkt ein gewisser Drehwinkel der Kegelwendetrommel
genutzt werden kann. Die Übernahme ist dadurch bewusst um ein gewisses Maß "unsauber"
gestaltet, wodurch auf die Produkte nachteilige Querkräfte einwirken können. Diese
Querkräfte können dann zu erhöhten Verlusten an Tabakfasern aufgrund von Kopfausfall
führen, welche nach den Vorgaben der Kunden auf ein geringstmögliches Maß reduziert
werden sollten, da die herausfallenden Tabakfasern in der Summe bei der hohen Produktionskapazität
zu einem inakzeptablen Verlust an Tabak führen und die Maschine verschmutzen. Ferner
muss, sofern die Produkte nicht bereits sauber in einem Streifen aufgereiht sind,
zusätzlich eine Schiebetrommel vorgesehen werden, mittels derer die Produkte nach
dem Wenden zu dem Streifen zusammengeschoben werden. Insgesamt erfordert die Baugruppe
zum Wenden der Produkte mit den Kegelwendern und der erforderlichenfalls vorzusehenden
Schiebetrommel außerdem einen vergleichsweisen großen Bauraum.
[0006] Aus der
EP 1 050 222 B1 ist eine andere Art einer Wendetrommel bekannt, welche an ihrer Radialaußenseite
wenigstens einen Wendeabschnitt aufweist, der seinerseits während der Umlaufbewegung
der Wendetrommel eine Drehbewegung um eine senkrecht zu der Rotationsachse der Wendetrommel
verlaufende Radialachse ausführt. Auf dem Wendeabschnitt sind zwei parallele Muldenreihen
mit jeweils parallel zueinander ausgerichteten Mulden vorgesehen, wobei die Mulden
der beiden Muldenreihen so angeordnet sind, dass die Mulden der einen Muldenreihe
um eine halbe Teilung versetzt zu den Mulden der jeweils anderen Muldenreihe angeordnet
sind. Die Produkte mit den Filtern einer Ausrichtung werden dann in einem ersten Schritt
in einem Übernahmepunkt von einer Trommel in den Mulden der einen Muldenreihe des
Wendeabschnitts der Wendetrommel in einer ersten Ebene übernommen, während die Produkte
mit der jeweils anderen Ausrichtung der Filter von Mulden einer weiteren Übernahmetrommel
in einer zweiten Ebene übernommen werden. Die Ebenen werden jeweils durch die zu den
Drehachsen der Wendetrommel und der Übernahmetrommel senkrechten Schnitte durch die
Mitten der Produkte aufgespannt. Dabei ist die Übernahme der Produkte durch die weitere
Übernahmetrommel durch die Wahl der Drehzahl und der Teilung so gestaltet, dass nur
in jeder zweiten Mulde der Übernahmetrommel ein Produkt aufgenommen wird. Anschließend
wird der Wendeabschnitt der Wendetrommel nach der Übernahme der Produkte mit den in
den Mulden gehaltenen Produkten während der weiteren Umlaufbewegung um die Radialachse
um 180 Grad verdreht, bis die in den Mulden gehaltenen Produkte in der zweiten Ebene
mit zu den in der weiteren Übernahmetrommel gehaltenen Produkten gleichgerichteten
Filtern zu liegen kommen. Anschließend werden die in den Mulden gehaltenen Produkte
in einem Übergabepunkt in die freien Mulden zwischen den an der weiteren Übernahmetrommel
gehaltenen Produkten zu einer Bahn von queraxial geförderten Produkten mit gleichgerichteten
Filtern eingelegt, wobei die Produkte gleich zu dem Streifen mit einer der Länge der
Produkte entsprechenden Breite aufgereiht werden.
[0007] Eine solche Wendetrommel weist den Vorteil auf, dass die Produkte erst auf den Wendeabschnitten
um die Querachse verdreht bzw. gewendet und in einer reinen queraxialen Bewegung in
den Übergabe- und Übernahmepunkten der Wendetrommel übernommen und übergeben werden,
so dass die Übernahme und Übergabe der Produkte erheblich genauer und "sauberer" verwirklicht
werden kann. Insbesondere kann die Übernahme und Übergabe der Produkte mit erheblich
geringeren auf die Produkte einwirkenden Querkräften verwirklicht werden, wodurch
der dabei entstehende Verlust an Tabakfasern und die dadurch bedingte Verunreinigung
der Maschine erheblich reduziert werden können. Dies ist darauf zurückzuführen, dass
die Mulden auf den Wendeabschnitten mit einer Länge ausgeführt werden können, welche
in etwa der Stablänge der Produkte entspricht, so dass die Produkte während der Übernahme
und Übergabe wesentlich besser fixiert sind. Ferner erfordert die Wendetrommel einen
erheblich geringeren Bauraum als die bisher erforderlichen Kegelwender einschließlich
der erforderlichenfalls vorzusehenden Schiebetrommel.
[0008] Da die Produkte, wie oben beschrieben, während des Produktionsprozesses in den mit
Unterdruck beaufschlagbaren Mulden der Wendeabschnitte aufgenommen, anschließend während
der Umlaufbewegung an der Wendetrommel gehalten und schließlich im dem Übergabepunkt
wieder übergeben werden, sind in den Mulden erste Druckluftleitungen vorgesehen, über
welche die Mulden in bestimmten Abschnitten des Drehwinkels der Wendetrommel bzw.
der Wendeabschnitte entweder mit Vakuum oder mit Druckluft beaufschlagt werden.
[0009] Aufgabe der Erfindung ist es, eine Vorrichtung zum Wenden von stabförmigen Produkten
der Tabak verarbeitenden Industrie um eine senkrecht zu einer Längsachse der Produkte
ausgerichtete Querachse mit einer Wendetrommel und wenigstens einem an der Wendetrommel
drehbaren Wendeteil mit einem möglichst einfach aufgebauten und prozesssicheren Druckluft-
bzw. Vakuumsystem zur Beaufschlagung der in die Mulden führenden ersten Druckluftleitungen
mit Druckluft und mit Vakuum bereitzustellen.
[0010] Zur Lösung der Aufgabe wird erfindungsgemäß eine Vorrichtung mit den Merkmalen des
Anspruchs 1 vorgeschlagen. Weitere bevorzugte Weiterentwicklungen sind den Unteransprüchen,
den Figuren und der zugehörigen Beschreibung zu entnehmen.
[0011] Gemäß dem Grundgedanken der Erfindung wird zur Lösung der Aufgabe vorgeschlagen,
dass das erste Steuerteil durch einen konzentrisch zu der ersten Drehachse angeordneten
Steuerring und/oder das zweite Steuerteil durch einen konzentrisch zu der zweiten
Drehachse angeordneten Steuerring gebildet sind. Der Vorteil dieser Lösung ist darin
zu sehen, dass die Drehbewegung der Wendetrommel bzw. der Wendeteile dadurch besonders
einfach zur Steuerung der Druckluft- und/oder Vakuumversorgung der ersten und zweiten
Druckluftleitungen genutzt werden kann. Insbesondere kann die Steuerkontur der Steuerteile
dabei durch ein oder mehrere konzentrisch zu der jeweiligen Drehachse der Wendetrommel
oder der Drehachse des Wendteiles ausgerichtete Steuerkurve(n) ausgebildet sein.
[0012] Ferner wird vorgeschlagen, dass eine Mehrzahl von zweiten Druckluftleitungen in der
Wendetrommel vorgesehen sind, welche in eine erste Gruppierung von zweiten Druckluftleitungen
und eine zweite Gruppierung von zweiten Druckluftleitungen unterteilt sind, wobei
die Produkte durch eine Beaufschlagung der ersten Druckluftleitungen mit Vakuum über
die erste Gruppierung der zweiten Druckluftleitungen von einer externen Übergabetrommel
übernehmbar und durch eine Beaufschlagung der ersten Druckluftleitungen über die zweite
Gruppierung der zweiten Druckluftleitungen mit Druckluft an eine externe Übernahmetrommel
übergebbar sind. Durch das Vorsehen der Mehrzahl von zweiten Druckluftleitungen und
das Zusammenfassen der zweiten Druckluftleitungen in der Wendetrommel zu zwei verschiedenen
Gruppierungen kann die Druckluftversorgung insofern vereinfacht werden, da die Druckluft-
und Vakuumversorgung der ersten Druckluftleitungen in den Mulden dadurch zur Übernahme
der Produkte und zur Übergabe der Produkte voneinander getrennt werden kann. Dies
ist insbesondere deshalb von Vorteil, da die Wendeteile zur Verwirklichung des Wendevorganges
mindestens um 180 Grad gegenüber der Wendetrommel verdreht werden müssen, was im Sinne
einer größtmöglichen Produktionskapazität zweckmäßigerweise durch eine kontinuierliche
gleichgerichtete Drehbewegung der Wendeteile verwirklicht ist. Damit die Druckluft
bzw. das Vakuum in den ersten Druckluftleitungen in den Mulden während dieses Bewegungsvorganges
gesteuert werden kann, ist in der Wendetrommel eine komplexe Struktur aus zweiten
Druckluftleitungen vorgesehen, welche durch das Zusammenfassen der zweiten Druckluftleitungen
zu zwei verschiedenen Gruppierungen zur Verwirklichung der Übernahme- und der Übergabebewegung
erheblich vereinfacht werden kann.
[0013] Dabei kann die Struktur der zweiten Druckluftleitungen und die Steuerung der Druckluftversorgung
der ersten Druckluftleitungen insbesondere dadurch vereinfacht werden, indem die erste
Druckluftleitung der Mulde durch das zweite Steuerteil in Abhängigkeit von dem Drehwinkel
des Wendeteils zu der Wendetrommel gesteuert entweder mit den zweiten Druckluftleitungen
der ersten Gruppierung oder mit den zweiten Druckluftleitungen der zweiten Gruppierung
strömungstechnisch verbindbar ist. Das zweite Steuerteil weist demnach eine Steuerkontur
auf, durch welche die Strömungsverbindung zwischen der ersten Druckluftleitung in
der Mulde und den zwei unterschiedlichen Gruppierungen der zweiten Druckluftleitungen
bewusst hergestellt oder getrennt wird.
[0014] Dabei können vorzugsweise zwei erste Steuerteile vorgesehen sein, durch welche die
zweiten Druckluftleitungen der ersten Gruppierung und der zweiten Gruppierung in Abhängigkeit
von dem Drehwinkel des Wendeteils zu der Wendetrommel gesteuert strömungstechnisch
mit der zentralen Druckluft- und/oder Vakuumversorgung verbindbar sind. Durch die
vorgeschlagenen zwei ersten Steuerteile können die beiden Gruppierungen der zweiten
Druckluftleitungen getrennt voneinander mit Druckluft und/oder Vakuum beaufschlagt
werden.
[0015] Weiter wird vorgeschlagen, dass die zwei ersten Steuerteile in diesem Fall jeweils
eine identische Steuerkontur aufweisen und derart angeordnet sind, dass die Steuerkonturen
in Bezug zu der ersten Drehachse um 180 Grad verdreht zueinander angeordnet sind.
Durch die vorgeschlagene Lösung kann das erste der ersten Steuerteile die Druckluft-
und/oder Vakuumversorgung während der Drehbewegung der Wendetrommel um die ersten
180 Grad steuern, während das zweite der ersten Steuerteile die Druckluftversorgung
bzw. Vakuumversorgung während des sich anschließenden Drehwinkels von 180 Grad steuert.
Dabei können die ersten Steuerteile neben der identischen um 180 Grad verdrehten Steuerkontur
selbstverständlich noch zusätzliche Öffnungen zur individuellen Anpassung der Druckluftversorgung
bzw. der Vakuumversorgung der ersten Druckluftleitungen in den speziellen Drehwinkelabschnitten
der Wendetrommel aufweisen.
[0016] Dabei kann ein besonders einfacher konstruktiver Aufbau dadurch verwirklicht werden,
indem eines der zwei ersten Steuerteile an der in Bezug zu der ersten Drehachse vorderen
Seite der Wendetrommel und das zweite der zwei ersten Steuerteile an der in Bezug
zu der ersten Drehachse rückwärtigen Seite der Wendetrommel angeordnet ist. Dadurch
können die zwei Gruppierungen der zweiten Druckluftleitungen von unterschiedlichen
Seiten der Wendetrommel mit Druckluft oder Vakuum beaufschlagt werden, wodurch die
Struktur und die Herstellung der zweiten Druckluftleitungen in der Wendetrommel weiter
vereinfacht werden können. Die vordere und hintere Seite der Wendetrommel können dabei
abgeflacht sein und bevorzugt eine zu der ersten Drehachse senkrechte Fläche aufweisen,
so dass die beiden Steuerteile in Form von jeweils einer flachen Scheibe oder eines
flachen Ringes daran angeordnet werden können. Da die Flächen der Seiten jeweils senkrecht
zu der ersten Drehachse ausgerichtet sind, können die Steuerteile dabei stillstehend
gegenüber der Wendetrommel ausgebildet sein, wobei die Steuerteile dabei bevorzugt
mit einer sehr geringen und konstanten Spaltweite gegenüber der Wendetrommel angeordnet
werden können. Aufgrund dieser geringen Spaltweite kann wiederum ein strömungstechnischer
Kurzschluss verhindert und die Verlustleistung des Druckluft- und Vakuumsystems verringert
werden. Die Druckluft bzw. das Vakuum können dabei sowohl von der axialen Stirnseite
als auch von der radialen Außenseite den Steuerteilen zugeführt werden. Durch die
Anordnung der Steuerteile an der Vorderseite und der Hinterseite kann erstens die
Druckluftführung zur Annahme und zur Abgabe vereinfacht getrennt werden. Außerdem
können die auf die Wendetrommel durch die Druckluft- und Vakuumbeaufschlagung einwirkenden
Kräfteverhältnisse dadurch begünstigt werden, indem sie sich im Idealfall ausgleichen,
wobei die Druckluft bzw. das Vakuum, welches an den beiden Steuerteilen anliegt, dazu
bevorzugt identisch sind.
[0017] Ferner wird vorgeschlagen, dass die Wendetrommel in diesem Fall wenigstens zwei abschnittsweise
voneinander getrennte Druckluftleitungen aufweist, welche die zwei ersten Steuerteile
mit der zentralen Druckluft- und/oder Vakuumversorgung strömungstechnisch verbinden.
Der Vorteil dieser Lösung ist darin zu sehen, dass an der Wendetrommel lediglich ein
Anschluss zum Anschluss an das zentrale Druckluft- oder Vakuumversorgungssystem vorgesehen
sein muss, und dass die Unterteilung des Druckluftsystems durch die zwei Steuerteile
und die zwei Gruppierungen der zweiten Druckluftleitungen zur getrennten Steuerung
des Vakuums in der ersten Druckluftleitung zur Übergabe und zur Übernahme der Produkte
erst in der Wendetrommel erfolgt. Insbesondere können die an den beiden unterschiedlichen
Seiten vorgesehenen Steuerteile dadurch von einer gemeinsamen Seite der Wendetrommel
mit Druckluft beaufschlagt werden, wobei das Steuerteil an der von der Zuführungsseite
abgewandten Seite der Wendetrommel in diesem Fall mittels einer sich durch die Wendetrommel
erstreckenden Druckluftleitung an das zentrale Druckluft- und Vakuumversorgungssystem
angeschlossen ist. Insbesondere kann die Druckluftversorgung dadurch so gestaltet
werden, dass die Lagerung und der Antrieb der Wendetrommel von dem Druckluft- und
Vakuumversorgungssystem getrennt ausgeführt werden können, so dass das Vakuum und
die Druckluft nicht auf die Lagerung und den Antrieb einwirken. Dies ist insbesondere
deshalb von Vorteil, da das in der Lagerung vorgesehene Schmiermittel dadurch nicht
abgesaugt wird.
[0018] Weiter wird vorgeschlagen, dass an dem Wendeteil zwei parallele Muldenreihen mit
jeweils parallel zueinander ausgerichteten Mulden vorgesehen sind, und das zweite
Steuerteil wenigstens zwei Steuerkonturen aufweist, welche derart geformt und angeordnet
sind, dass sie spiegelsymmetrisch zu einer senkrecht zu der ersten Drehachse verlaufenden
Ebene ausgebildet sind. Die zwei parallelen Muldenreihen dienen dazu, dass die Produkte
in einem kontinuierlichen Transportvorgang von den Mulden der einen Muldenreihe in
einer ersten Ausrichtung übernommen und dann nach dem Drehen aus denselben Mulden
der Muldenreihe in einer zweiten Ausrichtung übergeben werden können, während in die
Mulden der zeitgleich in der ersten Ausrichtung angeordneten zweiten parallelen Muldenreihe
gerade Produkte aufgenommen werden. Da die beiden Muldenreihen in der Übergabestellung
bzw. Übernahmestellung parallel zu einer durch die erste Drehachse der Wendetrommel
verlaufenden Ebene angeordnet sind, ist die Steuerkontur des zweiten Steuerteils bevorzugt
spiegelsymmetrisch zu dieser Ebene ausgebildet, wobei geringfügige Zusatzöffnungen
oder Anpassungen der Steuerkontur zur Berücksichtigung der speziellen Bedingungen
zur Übergabe und zur Übernahme der Produkte selbstverständlich vorgesehen sein können.
Sofern die Steuerkontur sogar identisch und spiegelsymmetrisch ausgebildet ist, können
die zweiten Steuerteile auch in zwei verschiedenen Drehwinkelstellungen befestigt
werden.
[0019] Ferner sind die Mulden der einen Muldenreihe bevorzugt versetzt zu den Mulden der
jeweils anderen Muldenreihe angeordnet, so dass die Produkte nicht nur gedreht bzw.
gewendet werden, sondern außerdem in eine versetzte Umfangsstellung gewendet werden
können, so dass sie in der gewendeten Ausrichtung versetzt in die freien Mulden zwischen
zwei besetzten Mulden einer weiteren Übernahmetrommel eingelegt werden können. Dabei
kann der Versatz bevorzugt eine halbe Teilung betragen, so dass die Produkte bei einer
Drehung der Wendeteile um 180 Grad insgesamt um eine ganze Teilung gegenüber der Übernahmestellung
versetzt werden.
[0020] Weiter wird vorgeschlagen, dass in dem Wendeteil wenigstens zwei Gruppierungen von
ersten Druckluftleitungen vorgesehen sind, wobei die ersten Druckluftleitungen der
einen Gruppierung den Mulden einer Muldenreihe und die ersten Druckluftleitungen der
anderen Gruppierung den Mulden der anderen Muldenreihe zugeordnet sind. Die in den
Mulden der jeweiligen Muldenreihe gehaltenen Produkte weisen eine einheitliche Ausrichtung
der Filter auf, indem die Mulden einer Muldenreihe in einer Übernahmestellung des
Wendeteils mit Produkten mit einheitlich ausgerichteten Filtern aufgefüllt werden.
Dazu steht das Wendeteil in der Übernahmestellung für einen bestimmten Drehwinkel
der Wendetrommel gegenüber dieser still, während die Mulden der Muldenreihen mit ihren
Längsachsen parallel zu der ersten Drehachse der Wendetrommel ausgerichtet sind. Die
ersten Druckluftleitungen, welche in die Mulden münden, welche gerade mit Produkten
gefüllt werden, bilden dabei eine Gruppierung, während die ersten Druckluftleitungen,
welche in die Mulden münden, aus denen die Produkte gerade abgegeben werden, die andere
Gruppierung bilden.
[0021] Dabei wird weiter vorgeschlagen, dass die Druckluft bzw. das Vakuum in den ersten
Druckluftleitungen derart gesteuert ist, dass die ersten Druckluftleitungen der Mulden
der in der Übernahmestellung angeordneten Muldenreihe sukzessiv mit Druckluft bzw.
Vakuum beaufschlagbar sind, und die Druckluft bzw. das Vakuum in den ersten Druckluftleitungen
der Mulden der in der Übergabestellung angeordneten Muldenreihe zur Übernahme der
Produkte sukzessiv abschaltbar ist.
[0022] Die Mulden der in der Übernahmestellung befindlichen Muldenreihe werden sukzessiv,
d.h. während der Drehbewegung der Wendetrommel aufeinanderfolgend in dem Übernahmepunkt
mit Druckluft bzw. Vakuum beaufschlagt, so dass die Mulden, in welchen noch keine
Produkte gehalten werden, noch nicht mit Druckluft bzw. Vakuum beaufschlagt werden.
Anschließend werden die ersten Druckluftleitungen während der weiteren Drehbewegung
des Wendeteils permanent mit Druckluft bzw. Vakuum beaufschlagt. Sobald das Wendeteil
die Drehbewegung gegenüber der Wendetrommel abgeschlossen hat und die Produkte um
180 Grad gewendet wurden, befinden sich die Mulden der Muldenreihe in der Übergabestellung.
Während der weiteren Drehbewegung wird die Druckluft bzw. das Vakuum dann in den ersten
Druckluftleitungen in dem Übergabepunkt sukzessiv abgeschaltet, so dass die Mulden,
in denen keine Produkte mehr gehalten sind, nicht mehr mit Druckluft bzw. Vakuum beaufschlagt
werden. Sofern der Übernahmepunkt und der Übergabepunkt in Umfangsrichtung identisch
sind, wird die Druckluft bzw. das Vakuum praktisch zeitgleich in die ersten Druckluftleitungen
zur Übernahme der Produkte zugeschaltet und in den ersten Druckluftleitungen zur Übergabe
der Produkte abgeschaltet. Da das Wendeteil während des Zuschaltens und des Abschaltens
des Vakuums für einen bestimmten Drehwinkel nicht dreht, wird das Zuschalten und das
Abschalten in diesem Fall durch das Beaufschlagen der zweiten Druckluftleitungen durch
die ersten Steuerteile an der Wendetrommel gesteuert, während das zweite Steuerteil
die zweiten Druckluftleitungen mit den jeweiligen ersten Druckluftleitungen verbindet.
[0023] Weiterhin kann das zweite Steuerteil bevorzugt wenigstens zwei Steuerkonturen aufweisen,
wobei eine der Steuerkonturen zur Druckluft- und Vakuumversorgung der ersten Druckluftleitungen
zur Annahme der Produkte und die andere Steuerkontur zur Abgabe der Produkte vorgesehen
ist. Der Vorteil der vorgeschlagenen Lösung ist darin zu sehen, dass das zweite Steuerteil
durch die beiden Steuerkonturen sowohl die Annahme als auch die Abgabe der Produkte
in und aus den Mulden steuert.
[0024] Dabei wird weiter vorgeschlagen, dass auf dem Wendeteil wenigstens zwei durch zwei
getrennte erste Druckluftleitungen mit Druckluft und/oder Vakuum beaufschlagbare Mulden
und/oder in der Wendetrommel wenigstens zwei zweite Druckluftleitungen vorgesehen
sind, und die ersten Druckluftleitungen und/oder die zweiten Druckluftleitungen jeweils
eine Zugangsöffnung aufweisen, welche in einem identischen Abstand in Radialrichtung
zu der zweiten Drehachse des Wendeteils und/oder zu der ersten Drehachse der Wendetrommel
angeordnet sind. Die Zugangsöffnungen der ersten und/oder der zweiten Druckluftleitungen
sind damit auf einem gedachten Ring konzentrisch zu der zweiten Drehachse des Wendeteils
und/oder zu der ersten Drehachse der Wendetrommel angeordnet, und können dadurch sehr
einfach über die ebenfalls konzentrischen Steuerringe mit Druckluft und/oder Vakuum
beaufschlagt werden, wobei die konzentrischen Steuerringe dazu bevorzugt konzentrisch
zu den Drehachsen ausgerichtete Steuerkurven aufweisen können.
[0025] Die Erfindung wird im Folgenden anhand bevorzugter Ausführungsformen unter Bezugnahme
auf die beigefügten Figuren erläutert. Dabei zeigt
- Fig. 1:
- eine erfindungsgemäße Vorrichtung in Schrägansicht von vorne mit einer zentralen Druckluft-
oder Vakuumversorgung; und
- Fig. 2:
- eine erfindungsgemäße Vorrichtung in Schrägansicht von vorne ohne die zentrale Druckluft-
oder Vakuumversorgung; und
- Fig. 3:
- eine erfindungsgemäße Vorrichtung in Schrägansicht von hinten ohne die zentrale Druckluft-
oder Vakuumversorgung; und
- Fig. 4:
- ein Wendeteil in Sicht auf die Unterseite mit zwei angedeuteten Muldenreihen; und
- Fig. 5:
- eine erfindungsgemäße Vorrichtung in Sicht auf das Wendeteil in der Übergabe- und
Übernahmestellung.
[0026] In der Figur 1 ist eine erfindungsgemäße Vorrichtung 1 zum Wenden von Produkten 30,
in diesem Fall Zigaretten mit Filtern zu erkennen. Die Vorrichtung 1 umfasst als Grundbestandteile
eine Wendetrommel 2 in Form eines würfelförmigen Grundkörpers mit einer zentralen
Druckluft- oder Vakuumversorgung 5, einem Befestigungs- bzw. Steuerflansch 4 und vier
an der Radialaußenseite der Wendetrommel 2 angeordneten Wendeteilen 3. An den Wendeteilen
3 sind jeweils zwei Muldenreihen aus parallel zueinander ausgerichteten Mulden 6 und
7 vorgesehen, welche mittels erster Druckluftleitungen 17 und 18 mit Druckluft und/oder
Vakuum beaufschlagbar sind. Die Wendetrommel 2 ist über eine nicht dargestellte Antriebseinrichtung
drehbar um eine erste Drehachse 33 gegenüber dem stillstehenden Befestigungs- bzw.
Steuerflansch 4 antreibbar. Die Wendeteile 3 sind über eine zweite Antriebseinrichtung,
über Einzelantriebe oder auch gekoppelt über die Antriebseinrichtung der Wendetrommel
2 ebenfalls jeweils drehbar um zweite Drehachsen 34 antreibbar, welche radial und
orthogonal zu der ersten Drehachse 33 ausgerichtet sind.
[0027] Das Wenden oder Drehen der Produkte 30 erfolgt nach dem folgenden Bewegungsablauf:
Zuerst werden die Produkte 30 in der Darstellung mit nach hinten ausgerichteten Filtern
in die Mulden 6 der vorderen Muldenreihe von einer nicht dargestellten Übergabetrommel
eingelegt. Dabei werden die Produkte 30 auf der nicht dargestellten Übergabetrommel
in doppelter Länge mit zueinander ausgerichteten Filtern transportiert, von denen
die Reihe der Produkte mit nach hinten ausgerichteten Filtern in die Mulden 6 der
Wendeteile 3 der Wendetrommel 2 übergeben werden, während die andere Reihe der Produkte
der Übergabetrommel mit nach vorne ausgerichteten Filtern in Mulden einer nicht dargestellten
dritten Übernahmetrommel eingelegt werden und zwar derart, dass nur in jede zweite
Mulde der Übernahmetrommel in Umfangsrichtung jeweils ein Produkt eingelegt wird.
Die Wendetrommel 2 wird zu einer in der Darstellung der Figur 2 im Uhrzeigersinn ausgerichteten
Drehbewegung angetrieben, so dass die in die Mulden 6 eingelegten Produkte 30 im Uhrzeigersinn
abtransportiert und eine neue freie Mulde 6 in die Übernahmeposition bewegt wird.
Während der weiteren Umlaufbewegung der Wendeteile 3 werden diese um 180 Grad um die
zweite Drehachse 34 gedreht, wodurch die in den Mulden 6 gehaltenen Produkte 30 ebenfalls
um ihre orthogonal zu den Längsachsen 32 ausgerichteten Querachsen 31 gedreht werden
und die Zigaretten mit nach vorne ausgerichteten Filtern weiter transportiert werden,
wie anhand der in den Mulden 7 der hinteren Muldenreihe gehaltenen Produkte 30 zu
erkennen ist. Die Mulden 6 der Übernahmestelle bilden dann in der Übergabestelle nach
dem Drehen der Wendeteile 3 die Mulden 7 der hinteren Muldenreihe und umgekehrt. Die
Produkte 30 werden dabei nicht nur in ihrer Ausrichtung gedreht, sondern außerdem
in eine Ebene gedreht, in der die vormals gegenüberliegend angeordnete Reihe von Produkten
geführt ausgerichtet ist, welche bereits in die Mulden der nicht dargestellten Übernahmetrommel
übergeben wurde. Da auf der dritten Übernahmetrommel, wie oben beschrieben, nur jede
zweite Mulde mit einem Produkt belegt ist, werden nun die in den Mulden 7 gehaltenen
Produkte mit nach vorne ausgerichteten Filtern in die freien Mulden der dritten Übernahmetrommel
zwischen die bereits darauf gehaltenen Produkte eingelegt, so dass auf der dritten
Übernahmetrommel schließlich eine lückenlose Reihe von Produkten mit gleichgerichteten
Filtern transportiert wird. Der Vorteil dieser Wendetrommel 2 ist darin zu sehen,
dass die Produkte 30 in den Übernahme- und Übergabepunkten allein durch eine querachsiale
Bewegung übergeben und übernommen werden, so dass die Übergabe und die Übernahme erheblich
genauer und mit weniger Verlusten an Tabakfasern oder Tabakpartikeln verwirklicht
werden kann. Das Wenden oder Drehen der Produkte 30 erfolgt allein auf den Wendeteilen
3 während der Umlaufbewegung der Wendetrommel 2, wobei die Produkte 30 außerdem gleichzeitig
in die Ebene der parallelen Reihe der Produkte gedreht werden, welche von der dritten
Übernahmetrommel bereits übernommen wurden, so dass das bisher teilweise noch erforderliche
achsiale Verschieben der Produkte in die Ebene der nicht verdrehten Produkte nach
dem Drehen bzw. Wenden entfällt. Damit wird durch den ermöglichten Bewegungsablauf
sowohl das Drehen der Produkte zur Änderung der Ausrichtung des Filters als auch das
Aufreihen der Produkte in einen Produktstrom querachsial geförderter Einzelprodukte
mit einer der Länge der Produkte entsprechenden Breite in einem einzigen Bewegungsablauf
verwirklicht.
[0028] In der Figur 2 ist die Wendetrommel 2 ohne die Anschlussleitung der zentralen Druckluft-
und/oder Vakuumversorgung 5 und mit einem demontierten oberen Wendeteil 3 von vorne
zu erkennen, während in der Figur 3 dieselbe Wendetrommel 2 ohne den in der Figur
2 noch vorgesehenen Befestigungs- bzw. Steuerflansch 4 von hinten zu erkennen ist.
An der vorderen Stirnseite und der hinteren Stirnseite der Wendetrommel 2 ist jeweils
ein erstes Steuerteil 8 und 9 in Form eines zu der ersten Drehachse 33 konzentrisch
ausgerichteten Steuerringes vorgesehen. Das erste Steuerteil 9 an der Vorderseite
der Wendetrommel 2 ist durch zwei Einzelringe gebildet, welche in einem Abstand zueinander
angeordnet sind. Ferner weist das erste Steuerteil 9 an der Vorderseite eine Mehrzahl
von Durchtrittsöffnungen und eine Steuerkontur in Form einer Steuerbohne 11 auf, welche
strömungstechnisch durch den Spalt zwischen den Einzelringen mit den Durchtrittsöffnungen
verbunden ist. Die Durchtrittsöffnungen bilden zusammen mit dem Spalt zwischen den
Einzelringen eine Druckluftleitung 13, welche in die Steuerbohne 11 des ersten Steuerteils
9 mündet und mit der zentralen Druckluft- und Vakuumversorgung 5 strömungstechnisch
verbunden ist. Die Steuerbohne 11 wird dadurch unabhängig von der Drehwinkelstellung
der Wendetrommel 2 mit Druckluft bzw. Vakuum beaufschlagt.
[0029] Die zentrale Druckluft- und Vakuumversorgung 5 ist außerdem strömungstechnisch mit
einer zentralen Druckluftleitung 14 verbunden, welche die Wendetrommel 2 zentral durchdringt
und in einer Öffnung 15 an der Rückseite der Wendetrommel 2 endet. An der zentralen
Öffnung 15 sind vier um 90 Grad versetzt zueinander angeordnete radial gerichtete
Kanäle 16 vorgesehen, welche sich bis an den radial äußeren Rand der Wendetrommel
erstrecken. Das erste Steuerteil 8 an der hinteren Stirnseite der Wendetrommel 2 weist
eine Steuerkontur in Form einer radial nach innen offenen Steuerbohne 20 auf, welche
sich über einen Umfangswinkel von ca. 180 Grad erstreckt. Da die radial gerichteten
Kanäle 16 einen Winkelabstand von 90 Grad aufweisen, mündet unabhängig von der Drehwinkelstellung
der Wendetrommel 2 immer wenigstens einer der Kanäle 16 in die Steuerbohne 20, so
dass die Steuerbohne 20 in jeder Stellung der Wendetrommel 2 strömungstechnisch über
die Druckluftleitung 14 mit der zentralen Druckluft- und Vakuumversorgung 5 verbunden
ist. Die beiden Druckluftleitungen 13 und 14 bilden damit eine strömungstechnisch
voneinander getrennte Verbindung der beiden ersten Steuerteile 8 und 9 mit der zentralen
Druckluft- und Vakuumversorgung 5. Dabei münden die beiden Druckluftleitungen 13 und
14 in die zentrale Druckluft- und Vakuumversorgung, so dass sie identisch mit Druckluft
bzw. Vakuum beaufschlagt werden. Ausgehend von der gemeinsamen Druckluft- und Vakuumversorgung
5 bilden die beiden Druckluftleitungen 13 und 14 jeweils eine getrennte strömungstechnische
Verbindung in Form einer Gabelung zu den ersten Steuerteilen 8 und 9.
[0030] Die Steuerbohne 11 des hinteren ersten Steuerteils 8 und die Steuerbohne 20 des vorderen
Steuerteils 9 weisen eine identische Länge in Umfangsrichtung auf und sind in Bezug
zu der ersten Drehachse 33 um 180 Grad verdreht zueinander angeordnet.
[0031] Ferner ist an der Wendetrommel 2 unter jedem der Wendeteile 3 jeweils ein zweites
Steuerteil 10 befestigt, welche in Form von zu den zweiten Drehachsen 34 des jeweiligen
Wendeteiles 3 konzentrischen Steuerringen ausgebildet sind. Die zweiten Steuerteile
10 weisen jeweils eine Steuerkontur aus zwei gegenüberliegenden Gruppen von sechs
Einzelöffnungen 22 und zwei gegenüberliegenden Bohnen 23 auf, welche so geformt und
angeordnet sind, dass sie alle auf demselben Radius in Bezug zu der jeweiligen ersten
Drehachse 34 des darüber angeordneten Wendeteils 3 liegen. Die zweiten Steuerteile
10 sind so angeordnet, dass die beiden Gruppen der Einzelöffnungen 22 symmetrisch
zu einer senkrecht zu der ersten Drehachse 33 der Wendetrommel 2 verlaufenden Ebene
angeordnet sind, d.h. eine Gruppe der Einzelöffnungen 22 ist der Vorderseite der Wendetrommel
2 und die andere Gruppe der Einzelöffnungen 22 der Hinterseite der Wendetrommel 2
zugewandt, wobei die zweite Drehachse 34 genau in der Mittenebene zwischen den Gruppen
der Einzelöffnungen 22 und zwischen den Muldenreihen verläuft. Die Bohnen 23 sind
ebenfalls identisch und symmetrisch zu der zweiten Drehachse 34 bzw. symmetrisch zu
einer durch die erste und die zweite Drehachse 33 und 34 aufgespannten Ebene ausgebildet,
wobei eine der Bohnen 23 mittels eines an der Wendetrommel 2 befestigten Einsatzteils
ausgefüllt ist. Das Einsatzteil dient dabei zum Verschließen der nicht mit Druckluft
bzw. Vakuum beaufschlagten Bohne 23 und außerdem zur Fixierung des Steuerteils 10
in Umfangsrichtung. Die nicht ausgefüllte Bohne 23 bildet einen Teil der Steuerkontur
und ist über Druckluftleitungen 21 mit der zentralen Druckluft- und Vakuumversorgung
5 verbunden. Die Druckluftleitungen 21 können z.B. radial von der zentralen Druckluftleitung
14 abzweigen.
[0032] In der Wendetrommel 2 sind neben den in die freien Bohnen 23 der zweiten Steuerteile
10 mündenden Druckluftleitungen eine erste Gruppierung 36 von zweiten Druckluftleitungen
35 und eine zweite Gruppierung 37 von zweiten Druckluftleitungen 35 vorgesehen. Die
erste Gruppierung 36 der zweiten Druckluftleitungen 35 mündet in Öffnungen an der
Stirnseite der Wendetrommel 2, welche in Bezug zu der ersten Drehachse 33 auf demselben
Radius angeordnet sind wie die Steuerbohne 11 des vorderen ersten Steuerteils 9. Die
zweite Gruppierung 37 der zweiten Druckluftleitungen 35 mündet in Öffnungen, welche
an der Rückseite der Wendetrommel 2 auf demselben Radius in Bezug zu der ersten Drehachse
33 angeordnet sind, wie die Steuerbohne 12. Ferner weisen die beiden Gruppierungen
36 und 37 der zweiten Druckluftleitungen 35 jeweils an der radial Außenseite der Wendetrommel
2 unter den zweiten Steuerteilen 10 angeordnete Öffnungen auf, welche jeweils zu einer
Öffnung einer der Einzelöffnungen 22 der zweiten Steuerteile 10 fluchten. Durch die
vorgeschlagene Lösung werden die zweiten Druckluftleitungen 35 der ersten Gruppierung
36 nur dann mit Druckluft oder Vakuum beaufschlagt, wenn die stirnseitigen Öffnungen
der zweiten Druckluftleitungen 35 während der Drehbewegung der Wendetrommel 2 die
Steuerbohne 11 des vorderen ersten Steuerteils 9 passieren. In gleicher Weise werden
die zweiten Druckluftleitungen 35 der zweiten Gruppierung 37 nur dann mit Druckluft
beaufschlagt, wenn deren stirnseitigen Öffnungen die Steuerbohne 12 des hinteren ersten
Steuerteils 8 passieren.
[0033] In der Figur 5 ist die Wendetrommel 2 in Sicht auf ein Wendeteil 3 zu erkennen, welches
gerade in einer Drehwinkelstellung der Wendetrommel 2 angeordnet ist, in welcher die
Produkte 30 übernommen und übergeben werden. Die Produkte 30 wurden der Übersicht
halber in dieser Darstellung weggelassen. Das Wendeteil 3 ist ferner in der Figur
4 vergrößert zu erkennen. Das Wendeteil 3 weist zwei Muldenreihen aus parallel zueinander
angeordneten Mulden 6 und 7 auf, wobei jede der Muldenreihen sechs Mulden 6.1 bis
6.6 und 7.1 bis 7.6 umfasst. Die Mulden 6 und 7 sind jeweils auf einer zu der ersten
Drehachse 33 koaxialen Kreisbahn mit einem dem Abstand zwischen einer der Mulden 6
oder 7 und der ersten Drehachse 33 der Wendetrommel 2 entsprechenden Radius angeordnet.
Da das Wendeteil 3 selbst in Tellerform als kreisförmiges Plattenteil mit einer konstanten
Dicke und mit einer im Wesentlichen flachen Grundgeometrie ausgeführt ist, sind die
Mulden 6 und 7 so zu der Grundfläche des Wendeteils 3 angeordnet, dass der Abstand
der Mulden 6 und 7 zu der Grundfläche des Wendeteils 3 ausgehend von den mittleren
Mulden 6 und 7 zu den äußeren Mulden 6 und 7 hin abnimmt. Ferner münden in jede der
Mulden 6 und 7 erste Druckluftleitungen 17 und 18, durch welche die Mulden 6 und 7
in Abhängigkeit von der Drehwinkelstellung der Wendetrommel 2 und der Drehwinkelstellung
der Wendeteile 3 mit Vakuum und bedarfsweise mit einem geringen Überdruck beaufschlagt
werden können.
[0034] Die ersten Druckluftleitungen 17 und 18 durchdringen das Wendeteil 3 weiter mit Verbindungsabschnitten
19.1 bis 19.6 bzw. 24.1 bis 24.6 bis zu an der Unterseite des Wendeteils angeordneten
Öffnungen, welche auf einer Kreisbahn um die zweite Drehachse 34 mit einem Radius
angeordnet sind, welcher dem Radius des Kreises entspricht, auf dem die Einzelöffnungen
22 und die Bohnen 23 der zweiten Steuerteile 10 angeordnet sind, so dass die Öffnungen
der ersten Druckluftleitungen 17 und 18 die Einzelöffnungen 22 und die Bohnen 23 der
zweiten Steuerteile 10 während der Drehbewegung der Wendeteile 3 überfahren.
[0035] Die Übernahme der Produkte 30 in die Mulden 6, das Halten der Produkte 30 in denselben
und das Übergeben der Produkte 30 erfolgt durch eine Vakuum- und Druckluftbeaufschlagung
der Mulden 6 und 7, welche durch die Drehbewegung der Wendetrommel 2 und der Wendeteile
3 mittels der ersten und zweiten Steuerteile 8, 9 und 10 gesteuert wird. Dabei wird
die Zuführung der Druckluft bzw. des Vakuums in einem ersten Schritt durch die ersten
Steuerteile 8 und 9 in die zweiten Druckluftleitungen 35 gesteuert. In einem zweiten
Schritt wird die Weiterleitung der Druckluft bzw. des Vakuums aus den zweiten Druckluftleitungen
35 über die zweiten Steuerteile 10 in die ersten Druckluftleitungen 17 und 18 der
Mulden 6 und 7 weitergeleitet. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass die ersten Druckluftleitungen
17 und 18 der Mulden 6 und 7 nur dann mit Druckluft und/oder Vakuum beaufschlagt werden,
wenn die zweiten Druckluftleitungen 35 über die ersten Steuerteile 8 oder 9 strömungstechnisch
mit der zentralen Druckluft- und Vakuumversorgung 5 und die strömungstechnisch verbundenen
zweiten Druckluftleitungen 35 gleichzeitig über eines der zweiten Steuerteile 10 mit
den ersten Druckluftleitungen 17 und 18 strömungstechnisch verbunden sind.
[0036] Die Produkte 30 werden durch die Mulden 6 der in der Darstellung der Figur 4 vorderen
Muldenreihe übernommen und durch die hintere Muldenreihe mit den Mulden 7 übergeben.
Dabei sind die Mulden 6 und 7 während der Übernahme und der Übergabe und über einen
bestimmten Drehwinkel davor und danach parallel zu der ersten Drehachse 33 ausgerichtet,
so dass die Mulden 6 und 7 und die darin gehaltenen Produkte 30 während dieser Ausrichtung
in einer ausschließlich queraxialen Bewegung bewegt werden. In dieser Stellung des
Wendeteils 3 fluchten die an der Unterseite des Wendeteils 3 angeordneten Öffnungen
der Verbindungsabschnitte 19.1 bis 19.6 und 24.1 bis 24.6 der ersten Druckluftleitungen
17 und 18 mit den gegenüberliegenden Einzelöffnungen 22 des zweiten Steuerteils 10,
so dass die ersten Druckluftleitungen 17 der Mulden 6 der vorderen Muldenreihe mit
der ersten vorderen Gruppierung 36 der zweiten Druckluftleitungen 35 und die ersten
Druckluftleitungen 18 der hinteren Muldenreihe mit der zweiten hinteren Gruppierung
37 der zweiten Druckluftleitungen 35 strömungstechnisch verbunden sind. Zur Steuerung
des Vakuums in die Mulden 6 der vorderen Muldenreihe während der Übernahme der Produkte
30 dreht die Wendetrommel 2 mit den Öffnungen der zweiten Druckluftleitungen 35 gegenüber
dem feststehenden ersten Steuerteil 9. Sobald die Öffnung einer der zweiten Druckluftleitungen
35 der ersten Gruppierung 36 zur Überdeckung mit der Steuerbohne 11 gelangt, wird
die mit dieser strömungstechnisch verbundene erste Druckluftleitung 17 mit Vakuum
beaufschlagt. Wie in der Figur 4 zu erkennen ist, handelt es sich hierbei um die Öffnung
des Verbindungsabschnittes 19.3, so dass die Mulde 6.3 mit Vakuum beaufschlagt wird
und dadurch ein Produkt 30 angesaugt wird. Die Öffnungen der Verbindungsabschnitte
19.4, 19.5 und 19.6 sind noch durch das erste Steuerteil 9 abgedeckt, so dass die
Mulden 6.4, 6.5 und 6.6 noch nicht mit Vakuum beaufschlagt werden, wodurch die Verlustleistung
des Vakuumsystem verringert werden kann. Wird die Wendetrommel 2 in der in Figur 5
gezeigten Stellung gedanklich weiter im Uhrzeigersinn um die erste Drehachse 33 gedreht,
so gelangt als nächstes die Öffnung der nachfolgenden zweiten Druckluftleitung 35
zur Überdeckung mit der Steuerbohne 11, welche mit dem Verbindungsabschnitt 19.4 strömungstechnisch
verbunden ist, so dass die Mulde 6.4 mit Vakuum beaufschlagt wird und in der Übernahmestellung
ein Produkt 30 in die Mulde 6.4 aufgenommen wird. In ähnlicher Weise erfolgt die Übergabe
der Produkte 30 aus den Mulden 7 der hinteren Muldenreihe, indem die Öffnungen der
zweiten hinteren Gruppierung 37 der zweiten Druckluftleitungen 35, wie in der Fig.
3 zu erkennen ist, die Steuerbohne 12 bis zu einer bestimmten Drehwinkelstellung überlappen
und dadurch mit Vakuum beaufschlagt werden. Dies sind die Mulden 7.1, 7.2, 7.3 und
7.4 in der Figur 4, so dass die darin gehaltenen Produkte 30 angesaugt werden. Die
Öffnungen der zweiten Druckluftleitungen 35, welche strömungstechnisch mit den Verbindungsabschnitten
24.5 und 24.6 der ersten Druckluftleitungen 18 der Mulden 7.5 und 7.6 in Verbindung
stehen, sind bereits soweit gegenüber den hinteren ersten Steuerteil 8 verdreht, dass
sie von diesem verschlossen sind und infolge dessen nicht mehr mit Vakuum beaufschlagt
werden. Dies ist insofern sinnvoll, da die Produkte 30 aus diesen Mulden 7 bereits
abgeben wurden. Wird die Wendetrommel 2 gedanklich aus dieser Stellung im Uhrzeigersinn
weitergedreht, so wird als nächstes die Strömungsverbindung zu der Mulde 7.4 aufgehoben,
indem die zugehörige Öffnung der zweiten Druckluftleitung 35 von dem hinteren ersten
Steuerteil 8 verschlossen wird.
[0037] Die Produkte werden so während der Drehbewegung der Wendetrommel 2 von den Mulden
6 der vorderen Muldenreihe übernommen und aus den Mulden 7 der hinteren Muldenreihe
übergeben. Da die Wendeteile 3 während der Umlaufbewegung der Wendetrommel 2 jeweils
um 180 Grad gedreht werden, bilden die Mulden 6 der vorderen Muldenreihe nach einer
Umdrehung der Wendetrommel 2 die Mulden 7 der hinteren Muldenreihe und umgekehrt,
wobei die Produkte 30 in den Mulden 6 der vorderen Muldenreihe mit nach hinten ausgerichtetem
Filter und in den Mulden 7 der hinteren Muldenreihe nach dem Drehen mit nach vorne
ausgerichtetem Filter gehalten werden.
[0038] Nach dem Übernehmen der Produkte 30 in den Mulden 6 der vorderen Muldenreihe wird
das Wendeteil 3 während der weiteren Drehbewegung der Wendetrommel 2 mittels der Antriebseinrichtung
um die zweite Drehachse 34 ebenfalls im Uhrzeigersinn gegenüber der Wendetrommel 2
verdreht, wobei der Drehvorgang erst ca. nach einer Viertelumdrehung der Wendetrommel
2 nach der Übernahme der Produkte beginnt. Während dieses Drehvorganges der Wendetrommel
2 münden die Öffnungen der ersten Gruppierung 36 der zweiten Druckluftleitungen 35
in die Steuerbohne 11 bis zu einem Drehwinkel von ca. 180 Grad nach dem Übernahmepunkt,
so dass die erste Gruppierung 36 der zweiten Druckluftleitungen 35 und damit die vordere
Gruppe der Einzelöffnungen 22 an dem zweiten Steuerteil 10 mit Vakuum beaufschlagt
werden. Dadurch werden die ersten Druckluftleitungen 17 der Mulden 6 bis zum Beginn
der Drehbewegung des Wendeteils 3 unverändert mit Vakuum beaufschlagt und die darin
angeordneten Produkte 30 gehalten. Während der sich anschließenden Drehbewegung des
Wendeteils 3 überfahren die Öffnungen der Verbindungsabschnitte 19.1 bis 19.6 die
Einzelöffnungen 22, wobei es wichtig ist, dass die ersten Druckluftleitungen 17 auch
während dieser Bewegung permanent mit Vakuum beaufschlagt werden. Dies kann z.B. dadurch
verwirklicht sein, indem die Abstände der Einzelöffnungen 33 kleiner als die Weite
der Öffnungen der Verbindungsabschnitte 19.1 bis 19.6 in Umfangsrichtung bemessen
sind. Alternativ können die Öffnungen der Verbindungsabschnitte 19.1 bis 19.6 auch
länglich und in Bezug zu der Radialrichtung des Wendeteils 3 schräggerichtet sein,
wobei in diesem Fall, die Einzelöffnungen 22 auch eine radial nach außen zunehmende
Weite in Umfangsrichtung aufweisen können. Die Öffnung des Verbindungsabschnitts 19.6,
welche in der Übernahmestellung der Bohne 23 am nächsten ist, wird durch das Verdrehen
des Wendeteils 3 zur Überdeckung mit der Bohne 23 gebracht und anschließend durch
diese mit Vakuum beaufschlagt, wobei anschließend die Öffnungen der nächsten Verbindungsabschnitte
19.5 bis 19.1 sukzessive zur Überdeckung mit der Bohne 23 gebracht und in gleicher
Weise durch die Bohne 23 mit Vakuum beaufschlagt werden. Während der weiteren Drehbewegung
des Wendeteils 3 werden die Öffnungen 19.1 bis 19.6 sukzessive aus der Bohne 23 herausbewegt
und gelangen anschließend zur Überdeckung mit den hinteren Einzelöffnungen 22 des
zweiten Steuerteils 10, welche wiederum strömungstechnisch mit den zweiten Druckluftleitungen
35 der hinteren zweiten Gruppierung 37 in Verbindung stehen. Die hinteren Einzelöffnungen
22 des zweiten Steuerteils 10 werden in Abhängigkeit von dem Drehwinkel der Wendetrommel
2 dann mit Vakuum beaufschlagt, wenn die Öffnungen der zweiten Druckluftleitungen
35 der hinteren zweiten Gruppierung 37 die Steuerbohne 12 des zweiten ersten Steuerteils
8 an der Hinterseite der Wendetrommel 2 überdecken, wie in der Figur 3 zu erkennen
ist. Dabei werden durch die Form der Steuerbohne 12 nur die Einzelöffnungen 22 und
die damit strömungstechnisch verbundenen ersten Druckluftleitungen 17 der Mulden 6,
welche in der Übergabestellung als Mulden 7 und erste Druckluftleitungen 18 bezeichnet
sind, bis zu der Übergabestellung mit Vakuum beaufschlagt. Dies sind in der Darstellung
der Figur 4 die Mulden 7.1, 7.2, 7.3 und 7.4.
[0039] Während der weiteren Drehbewegung der Wendetrommel 2 werden die Mulden 7 der hinteren
Muldenreihe nicht mehr mit Vakuum beaufschlagt, bis sie wieder die Übernahmestellung
erreicht haben, welche durch die Stellung der Mulde 6.3 in der Figur 4 zu erkennen
ist.
[0040] Dabei kann es grundsätzlich ausreichend sein, wenn die Vakuumbeaufschlagung der Mulden
6 und 7 während der Drehbewegung der Wendetrommel in sehr kleinen Winkelabschnitten
für wenige Millisekunden unterbrochen wird, sofern sich Vakuum in dieser Zeitspanne
nicht abbaut und insoweit ausreichend ist, um die Produkte 30 in den Mulden 6 zu halten.
Ferner kann die Übergabe der Produkte 30 dadurch begünstigt werden, indem die Mulden
7 in der Übergabestellung für eine sehr geringe Zeitspanne mit Überdruck beaufschlagt
werden, wodurch erstens das Vakuum aktiv ausgeglichen wird und zweitens das Abgeben
der Produkte 30 aktiv unterstützt wird.
[0041] Der Vorteil der erfindungsgemäßen Druckluft- und Vakuumversorgung ist darin zu sehen,
dass die Mulden 6 und 7 dadurch prozesssicher während des Wendevorganges von der Übernahmestellung
bis zu der Übergabestellung mit Vakuum und sofern erforderlich auch mit Überdruck
beaufschlagt werden, wodurch wiederum die Produkte 30 prozesssicher transportiert
werden. Dabei ist es von besonderem Vorteil, dass das Druckluft- bzw. Vakuumversorgungssystem
in zwei Zweige unterteilt ist, welche durch eine gemeinsame zentrale Druckluft- und
Vakuumversorgung 5 beaufschlagt werden. Die beiden Zweige der Druckluft- und Vakuumversorgung
5 werden dadurch gebildet, indem das Vakuum und die Druckluft an einer Seite dem vorderen
ersten Steuerteil 9 und durch die zentrale Druckluftleitung 14 durch die Wendetrommel
2 hindurch dem hinteren ersten Steuerteil 8 in zwei voneinander getrennten Leitungen
zugeführt wird. Ausgehend von den beiden ersten Steuerteilen 8 und 9 wird die Druckluft
bzw. das Vakuum dann weiter über die individuell ausgelegten Steuerbohnen 11 und 12
der beiden ersten Steuerteile 8 und 9 in eine der Gruppierungen 36 oder 37 der zweiten
Druckluftleitungen 35 weitergeleitet, wodurch die vorderen oder hinteren Einzelöffnungen
22 der zweiten Steuerteile 10 ab oder bis zu einem bestimmten Drehwinkel der Wendetrommel
2 mit Vakuum oder Druckluft beaufschlagt werden. Das Beaufschlagen der in die Mulden
6 und 7 führenden ersten Druckluftleitungen 17 und 18 erfolgt dann durch die Drehbewegung
der Wendeteile 3, so dass die ersten Druckluftleitungen 17 und 18 in einer doppelten
Abhängigkeit von dem Drehwinkel der Wendetrommel 2 und dem Drehwinkel der Wendeteile
3 zu der Wendetrommel 2 mit Vakuum oder Druckluft beaufschlagt werden.
[0042] Der Anschluss der zentralen Druckluft- und Vakuumversorgung 5 ist dabei bevorzugt
an der freien Vorderseite der Wendetrommel 2 vorgesehen, so dass die Lagerung und
der Antrieb der Wendetrommel 2 an der Hinterseite der Wendetrommel 2 bzw. an der Seite
des Befestigungs- bzw. Steuerflansches 4 vorgesehen werden können, wodurch der konstruktive
Aufbau der Wendetrommel 2 vereinfacht werden kann. Insbesondere ergibt sich dadurch
der Vorteil, dass die Lagerung und der Antrieb der Wendetrommel 2 pneumatisch von
der Druckluft- und Vakuumversorgung 5 getrennt werden können, so dass die Lagerung
und der Antrieb nicht durch die zu erzeugenden Druckdifferenzen beaufschlagt werden.
Dies ist insbesondere deshalb von Vorteil, da die vorzugsweise fettfreie Lagerung
dadurch nicht belastet wird. Sofern in der Lagerung doch Festschmierstoffe wie z.B.
zähfließende Fette vorgesehen sind, kann dadurch verhindert werden, dass der Festschmierstoff
durch das Vakuum nicht aus den Lagerstellen abgesaugt wird.
[0043] Ferner sind zwischen den Steuerteilen 8, 9 und 10 und der angrenzenden Fläche der
Wendeteile 3 und der Wendetrommel 2 grundsätzlich keine gesonderten Dichtungen vorgesehen,
die Dichtung ist allein durch die sehr geringe Spaltweite verwirklicht. Aus diesem
Grunde ist es wichtig, dass durch die Druckluft- und Vakuumversorgung 5 möglichst
keine asymmetrischen Kräfte auf die Bauteile der Wendetrommel 2 ausgeübt werden, damit
die vorgegebenen Spaltweiten möglichst eingehalten werden.
[0044] In dem Ausführungsbeispiel wurden die ersten und zweiten Steuerteile 8, 9 und 10
jeweils durch eine feststehende Steuerkontur gebildet, welche die Druck- und Vakuumbeaufschlagung
der ersten Druckluftleitungen 17, 18 und der zweiten Druckluftleitungen 35 durch ihre
Formgebung steuern. Dazu kann die Steuerkontur zur Verwirklichung einer andersartigen
Steuerung des Vakuums auch eine von der dargestellten Steuerbohne abweichende Form
aufweisen. Ferner können die Steuerteile 8, 9 und 10 auch als mechanisch oder elektromechanisch
steuerbare Ventile ausgebildet sind.
[0045] Die Wendetrommel 2 ist in dieser Ausführungsform als achteckiger Würfel mit sechs
im Wesentlichen gleichgroßen Flächen gebildet, an dessen vorderen und hinteren Seite
jeweils ein gegenüber diesem feststehendes erstes Steuerteil 8 und 9 angeordnet ist.
An den vier radial äußeren Flächen ist jeweils zwischen den Wendeteilen 3 und der
Wendetrommel 2 ein gegenüber dem drehenden Wendeteil 3 feststehendes zweites Steuerteil
10 vorgesehen. Die ersten Druckluftleitungen 17 und 18 in den Mulden werden während
der Umlaufbewegung beginnend mit dem Durchlaufen des Übernahmepunktes mit Vakuum beaufschlagt.
In dieser Stellung steht das jeweilige Wendeteil 3 still. Die in die Mulden 6 mündenden
ersten Druckluftleitungen 17 werden ausgehend von der zentralen Druckluft- und Vakuumversorgung
5 über die Druckluftleitung 13 durch die Steuerbohne 11 des vorderen ersten Steuerteils
9 durch die zweiten Druckluftleitungen 35 über die in der Darstellung der Figur 2
vorderen Einzelöffnungen 22 beim Durchlaufen des Übernahmepunktes sukzessive mit Vakuum
beaufschlagt. Anschließend während der weiteren Drehbewegung um einen Drehwinkel von
ca. 20 Grad werden die ersten Druckluftleitungen weiter über die Einzelöffnungen 22
beaufschlagt, wozu diese z.B. eine schräggerichtete Form aufweisen können, damit die
ersten Druckluftleitungen 17 während dieses Drehwinkels immer wenigstens mit einer
der Einzelöffnungen 22 strömungstechnisch verbunden sind. Während des sich anschließenden
Drehwinkels werden die ersten Druckluftleitungen 17 weiter über die offene Steuerbohne
23 des zweiten Steuerteils 10 mit Vakuum beaufschlagt während dessen die zweiten Druckluftleitungen
35 weiter über die Bohne 11 strömungstechnisch mit der zentralen Druckluft- und Vakuumversorgung
verbunden sind. Nach einem Drehwinkel der Wendetrommel 2 von ca. 180 Grad werden die
zweiten Druckluftleitungen 35 in der Wendetrommel 2 nicht mehr über die Bohne 11 des
vorderen Steuerteils 9 mit Vakuum beaufschlagt, sondern stattdessen über die in der
Figur 3 zu erkennende Bohne 12 des hinteren Steuerteils 8, welche ihrerseits über
die zentrale Druckluftleitung 14 und die Kanäle 16 strömungstechnisch mit der zentralen
Druckluft- und Vakuumversorgung 5 verbunden ist. Die Druckluft wird dann in identischer
Weise wie bei der Übernahme nur in umgekehrter Abfolge zur Übergabe der Produkte in
den Druckluftleitungen 18 abgeschaltet. Bei den ersten Druckluftleitungen 17 und 18
handelt es sich um dieselben Druckluftleitungen, die unterschiedlichen Bezugszeichen
kennzeichnen nur die in der Übernahmestellung angeordneten ersten Druckluftleitungen
17 und die in der Übergabestellung angeordneten ersten Druckluftleitungen 18.
1. Vorrichtung (1) zum Wenden von stabförmigen Produkten (30) der Tabak verarbeitenden
Industrie um eine senkrecht zu einer Längsachse (32) der Produkte ausgerichtete Querachse
(31) mit
- einer um eine erste Drehachse (33) drehbar antreibbaren Wendetrommel (2), und
- wenigstens einem in Bezug zu der ersten Drehachse (33) radial außen an der Wendetrommel
(2) angeordneten Wendeteil (3), welches wenigstens eine über wenigstens eine erste
Druckluftleitung (17,18) mit Vakuum und/oder Druckluft beaufschlagbare Mulde (6,7)
aufweist und um eine senkrecht zu der ersten Drehachse (33) ausgerichtete zweite Drehachse
(34) gegenüber der Wendetrommel (2) drehbar antreibbar ist, wobei
- eine zentrale Druckluft- und/oder Vakuumversorgung (5) vorgesehen ist, und
- an der Wendetrommel (2) wenigstens eine zweite Druckluftleitung (35) vorgesehen
ist, wobei
- ein gegenüber der Wendetrommel (2) feststehendes erstes Steuerteil (8,9), und
- an der Wendetrommel (2) ein gegenüber dem Wendeteil (3) feststehendes zweites Steuerteil
(10) vorgesehen sind, und
- die zweite Druckluftleitung (35) in der Wendetrommel (2) durch das erste Steuerteil
(8,9) in Abhängigkeit von dem Drehwinkel der Wendetrommel (2) gesteuert mit der zentralen
Druckluft- und/oder Vakuumversorgung (5) strömungstechnisch verbindbar ist, und
- die erste Druckluftleitung (17,18) in der Mulde (6,7) des Wendeteils (3) durch das
zweite Steuerteil (10) in Abhängigkeit von dem Drehwinkel des Wendeteils (3) zu der
Wendetrommel (2) gesteuert strömungstechnisch mit den zweiten Druckluftleitungen (35)
in der Wendetrommel (2) verbindbar ist,
dadurch gekennzeichnet, dass
- das erste Steuerteil (8,9) durch einen konzentrisch zu der ersten Drehachse (33)
angeordneten Steuerring und/oder das zweite Steuerteil (10) durch einen konzentrisch
zu der zweiten Drehachse (34) angeordneten Steuerring gebildet ist.
2. Vorrichtung (1) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
- eine Mehrzahl von zweiten Druckluftleitungen (35) in der Wendetrommel (2) vorgesehen
sind, welche in eine erste Gruppierung (36) von zweiten Druckluftleitungen (35) und
eine zweite Gruppierung (37) von zweiten Druckluftleitungen (35) unterteilt sind,
wobei
- die Produkte durch eine Beaufschlagung der ersten Druckluftleitungen (17,18) mit
Vakuum über die erste Gruppierung (36) der zweiten Druckluftleitungen (35) von einer
externen Übergabetrommel übernehmbar und durch eine Beaufschlagung der ersten Druckluftleitungen
(17,18) über die zweite Gruppierung (37) der zweiten Druckluftleitungen (35) mit Druckluft
an eine externe Übernahmetrommel übergebbar sind.
3. Vorrichtung (1) nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
- die erste Druckluftleitung (17,18) der Mulde (6,7) durch das zweite Steuerteil (10)
in Abhängigkeit von dem Drehwinkel des Wendeteils (3) zu der Wendetrommel (2) gesteuert,
mit den zweiten Druckluftleitungen (35) der ersten Gruppierung (36) oder der zweiten
Gruppierung (37) strömungstechnisch verbindbar ist.
4. Vorrichtung (1) nach einem der Ansprüche 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet, dass
- zwei erste Steuerteile (8,9) vorgesehen sind, durch welche die zweiten Druckluftleitungen
(35) der ersten Gruppierung (36) und der zweiten Gruppierung (37) in Abhängigkeit
von dem Drehwinkel des Wendeteils (3) zu der Wendetrommel (2) gesteuert, strömungstechnisch
mit der zentralen Druckluft- und/oder Vakuumversorgung (5) verbindbar sind.
5. Vorrichtung (1) nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet, dass
- die zwei ersten Steuerteile (8,9) jeweils eine identische Steuerkontur aufweisen
und derart angeordnet sind, dass die Steuerkonturen in Bezug zu der ersten Drehachse
(33) um 180 Grad verdreht zueinander angeordnet sind.
6. Vorrichtung (1) nach einem der Ansprüche 4 oder 5,
dadurch gekennzeichnet, dass
- eines der zwei ersten Steuerteile (8,9) an der in Bezug zu der ersten Drehachse
(33) vorderen Seite der Wendetrommel (2) und das zweite der zwei ersten Steuerteile
(8,9) an der in Bezug zu der ersten Drehachse (33) rückwärtigen Seite der Wendetrommel
(2) angeordnet ist.
7. Vorrichtung (1) nach einem der Ansprüche 2 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, dass
- die Wendetrommel (2) wenigstens zwei wenigstens abschnittsweise voneinander getrennte
Druckluftleitungen (13,14) aufweist, durch welche die zwei Gruppierungen (36,37) der
zweiten Druckluftleitungen (35) getrennt voneinander mit der zentralen Druckluft-
und/oder Vakuumversorgung (5) strömungstechnisch verbindbar sind.
8. Vorrichtung (1) nach einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
- an dem Wendeteil (3) zwei parallele Muldenreihen mit jeweils parallel zueinander
ausgerichteten Mulden (6,7) vorgesehen sind.
9. Vorrichtung (1) nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet, dass
- die Mulden (6,7) der einen Muldenreihe versetzt zu den Mulden (6,7) der jeweils
anderen Muldenreihe angeordnet sind.
10. Vorrichtung (1) nach einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
- in dem Wendeteil (3) wenigstens zwei Gruppierungen von ersten Druckluftleitungen
(17,18) vorgesehen sind, wobei die ersten Druckluftleitungen (17,18) der einen Gruppierung
den Mulden (6,7) einer Muldenreihe und die ersten Druckluftleitungen (17,18) der anderen
Gruppierung den Mulden (6,7) der anderen Muldenreihe zugeordnet sind.
11. Vorrichtung (1) nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet, dass
- die Druckluft bzw. das Vakuum in den ersten Druckluftleitungen (17,18) derart gesteuert
ist, dass
- die ersten Druckluftleitungen (17,18) der Mulden (6,7) der in der Übernahmestellung
angeordneten Muldenreihe sukzessiv mit Druckluft bzw. Vakuum beaufschlagbar sind,
und
- die Druckluft bzw. das Vakuum in den ersten Druckluftleitungen (17,18) der Mulden
(6,7) der in der Übergabestellung angeordneten Muldenreihe zur Übernahme der Produkte
(30) sukzessiv abschaltbar ist.
12. Vorrichtung (1) nach einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
- das zweite Steuerteil (10) wenigstens zwei Steuerkonturen aufweist, wobei eine der
Steuerkonturen die Druckluft- und Vakuumversorgung der ersten Druckluftleitungen (17)
zur Annahme der Produkte (30) und die andere Steuerkontur zur Abgabe der Produkte
(30) vorgesehen ist.
13. Vorrichtung nach einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
- auf dem Wendeteil (3) wenigstens zwei durch zwei getrennte erste Druckluftleitungen
(17,18) mit Druckluft und/oder Vakuum beaufschlagbare Mulden (6,7) und/oder in der
Wendetrommel (2) wenigstens zwei zweite Druckluftleitungen (35) vorgesehen sind, und
- die ersten Druckluftleitungen (17,18) jeweils eine Zugangsöffnung aufweisen, welche
in einem identischen Abstand in Radialrichtung zu der zweiten Drehachse (34) des Wendeteils
(3) und/oder
- die zweiten Druckluftleitungen (35) jeweils eine Zugangsöffnung aufweisen, welche
in einem identischen Abstand zu der ersten Drehachse (33) der Wendetrommel (2) angeordnet
sind.