[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Düse nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1
sowie ein Verfahren zur Herstellung einer Düse nach dem Anspruch 10.
Stand der Technik
[0002] Eine Düse ist eine zumeist röhrenförmige technische Vorrichtung. Düsen werden dort
verwendet, wo eine Umwandlung von Druck in Bewegungsenergie oder eine Umlenkung eines
Gas- oder eines Flüssigkeitsstromes oder eine Mischung von gasförmigen oder flüssigen
Substanzen notwendig ist.
[0003] Das Verwendungs- und Anwendungsgebiet bestimmt bei einer Düse zweckmässig nicht nur
die Ausführungsform, sondern auch die für die Düse zu verwendenden Materialien und
die dafür geeigneten Fertigungs- und Herstellungsverfahren.
[0004] Je nach Ausführungsform, Einsatz- und Verwendungsgebiet einer Düse, kann eine Düse
auf ihrer gesamten Länge den gleichen Flächeninhalt haben, sich erweitern oder verjüngen.
Auch weitere weitaus komplexere Formen sind heutzutage bekannt. Je höher dabei der
Arbeitsdruckbereich und die Präzisionsanforderung an eine Düse sind, desto höher sind
die Anforderungen an das Material der Düse und desto präziser muss auch die Düsengeometrie
sein. Damit steigen sowohl die Material- als auch die Fertigungs- und Montagekosten
einer Düse.
[0005] Für einen niederen Arbeitsdruckbereich bis etwa 450 bar werden oft einteilige Düsen
eingesetzt. Eine einteilige Düse wird heutzutage überwiegend aus speziellen Stählen
durch mechanische Bearbeitungsverfahren gefertigt. Auch gibt es Düsen aus Kunststoff.
Diese werden überwiegend im Spritzgussverfahren hergestellt. Diese Arten von Düsen
sind als Stahl- oder Kegeldüsen bekannt.
[0006] Bei einem höheren Arbeitsdruckbereich ab 500 bar bis in Bereichen von mehreren 1000
bar bis etwa 10000 bar werden zusätzliche Anforderungen an die Präzision gestellt,
wie es beispielsweise die Wasserstrahlschneidtechnologie oder medizinaltechnische
Anwendungen erfordern, so dass mehrteilige Düsen eingesetzt werden.
[0007] Eine mehrteilige Düse besteht heutzutage mindestens aus einem Düseneinsatz, einem
Düsenträger, einem Düsenkörper, einem Fokussierrohr, welches zur Optimierung des Strahls
beiträgt, sowie weiteren Teilen zur Fassung und/oder Klemmung und Montage und/oder
Fixierung des Düseneinsatzes.
[0008] Die Verwendung und die Verwendungsdauer mehrteiliger Düsen sind aufgrund ihres Aufbauprinzips,
des damit verbundenen Herstellungsverfahren und der damit zwingend zu verwendenden
Materialien sehr beschränkt.
[0009] Insbesondere stark korrodierende und/oder abrasive Materialien setzen einer mehrteiligen
Düse stark zu.
[0010] Dies liegt am komplexen mechanischen Aufbau und der Verwendung unterschiedlicher
Materialien. Insbesondere stellen Materialien der Aufbau- und Verbindungstechnik für
die Fassung und/oder Fixierung des Düseneinsatzes einer mehrteiligen Düse einen zentralen
Schwachpunkt dar. Der Düseneinsatz wird entweder mit Klebstoff in den Düsenträger
eingeklebt, mit einer Fassung aus Buntmetall oder Kunststoff auf dem Düsenträger gefasst
oder in einer zweiteiligen hochpräzise gefertigten Stahlfassung in eine pulverförmige
Masse eingebettet und unter hohem Druck miteinander verpresst und verschmolzen und
in den Düsenträger beziehungsweise Düsenkörper eingebettet.
[0011] Nachteilig bei diesen Verfahren ist die mangelnde chemisch als auch physikalisch
Inertheit der verwendeten Materialverbünde für die einzelnen Düsenbauteile wie Düsenkörper
und/oder Düsenträger. Materialverbünde verschiedener Bunt- und/oder Eisenmetallen
sind aufgrund der unterschiedlichen Elektronegativitätspotentiale der einzelnen Metalle
besonders anfällig. Insbesondere weisen Materialien mit einer geringen Vickershärte
eine damit einhergehende geringe Abrasionsbeständigkeit auf.
[0012] Häufig kommt es bei den bekannten Verfahren zur Herstellung mehrteiliger Düsen zu
kleinen druck- und/oder thermisch induzierten Rissen oder sternförmigen Ausbrüchen
beim Düseneinsatz selbst und dadurch bei späterer Druckbelastung zum Bruch des Düseneinsatzes
und in Folge dessen zum Ausfall der Düse. Aufgrund dieser Problematik muss der Nutzer
von Düsen heutzutage eine grössere Anzahl von Düsen gleichen Typs kostenintensiv bevorraten
um einen Maschinenstillstand zu vermeiden.
[0013] Weiter sind bekannte Herstellverfahren für Düsen sehr zeitintensiv. Mit bekannten
Herstellverfahren gefertigte Düsen bedürfen einer Einzelstückprüfung, haben eine hohe
fertigungstechnisch bedingte Auschussrate und sind damit sehr herstellkostenintensiv.
[0014] Die Korrosionsbeständigkeit und die Druckbeständigkeit einer solchen Düse und damit
folglich die resultierende Lebensdauer sind ein wichtiger Aspekt für den Nutzer einer
Düse, da sich für den Nutzer ein direkter und vor allem erheblicher Kostennachteil
ergibt.
[0015] Folglich ist die Nachfrage an besonders einfach herstellbaren, chemisch inerten und
/oder hochkorrosionsbeständigen und/oder hochfesten sowie dichten Düsen mit einer
langen Einsatz- und Nutzungsdauer sowie einer einfachen Handhabung sehr gross.
Aufgabe der Erfindung
[0016] Aufgabe der Erfindung ist es, eine verbesserte Düse sowie ein Verfahren zur Herstellung
einer verbesserten Düse zur Verfügung zu stellen, welche die Nachteile des Standes
der Technik überkommen.
Lösung der Aufgabe
[0017] Zur Lösung der Aufgabe führen die Merkmale nach den beiden unabhängigen Ansprüchen
1 und 10.
[0018] Eine erfindungsgemässe Düse besteht aus einem Düseneinsatz und einen den Düseneinsatz
zumindest teilweise umschliessenden und/oder umhüllenden Düsenkörper.
[0019] Im Sinne der Erfindung sind für Aufnahme oder Einbringung einer Düse in eine Funktionseinrichtung
wie ein Hochdruckreiniger oder eine Wasserstrahlschneideanlage oder eine Dosier- oder
Mischvorrichtung, die dafür an eine Düse notwendigerweise angeformten funktionalen
Geometrieelemente wie ein Dichtkegel oder eine Dichtfläche, ein aussenliegendes Gewinde,
oder eine Schulter, einen Absatz oder eine sonstige funktionale Aufnahmen, eine Haltevorrichtung
oder ein Dichtelement als Stand der Technik, mit inbegriffen und mit Ausnahme von
schraffierten Freiflächen wie beispielsweise in den Figuren 7 bis 10 angedeutet, nicht
näher ausgeführt.
[0020] Eine erfindungsgemässe Düse eignet sich insbesondere nicht nur für den Gebrauch bei
einer Umwandlung von Druck in Bewegungsenergie oder einer Umlenkung eines Gas-oder
eines Flüssigkeitsstromes oder einer Mischung von gasförmigen oder flüssigen Substanzen
sondern auch für eine Mischung von flüssigen mit festen Partikeln versehene Substanz
wie es bei abrasiven Suspensionen mit einem Feststoffanteil bis zu 80% der Fall ist.
[0021] In typischen Ausführungsbeispielen ist der Düseneinsatz rotationssymmetrisch um eine
zentrisch gelagerte Symmetrieachse ausgebildet. Vorzugsweise ist der Düseneinsatz
zylinder- oder hohlzylinderförmig ausgebildet. Dies hat den Vorteil, dass aufbelastete
Kräfte sich orthogonal zur Symmetrieachse des zylinderförmigen Düseneinsatzes radial
gleichmässig verteilen.
[0022] In typischen Ausführungsbeispielen ist in dem Düseneinsatz mindestens eine Bohrung,
wirkend als Düsenbohrung, eingelassen. Die Anwendung der Düse bestimmt dabei die Anzahl
und Form der Bohrungen. Im Falle einer einzigen Bohrung ist diese idealerweise mittig
zentriert und verläuft entlang einer Symmetrieachse. In diesem Fall ist der Düseneinsatz
als rotationssymmetrischer Hohlzylinder ausgeformt.
[0023] In typischen Ausführungsbeispielen sind auch mehrere Bohrungen je nach Einsatz- und/oder
Anforderung an das Strahlprofil oder die Strahleigenschaften der Düse mit einer beliebigen
Verteilung auf dem Düseneinsatz, mit einem beliebigen Abstand zueinander und parallel
verlaufend zur Symmetrieachse, möglich.
[0024] In typischen Ausführungsbeispielen eines Düseneinsatzes einer erfindungsgemässen
Düse beläuft sich dessen Dicke je nach gefordertem Anwendungsbereich und nötiger Strahlpräzision
im Bereich von etwa 100 Mikrometer bis einige Millimeter.
[0025] In typischen Ausführungsbeispielen eines Düseneinsatzes einer erfindungsgemässen
Düse ist dieser ein rotationssymmetrischer Körper wie beispielsweise eine Scheibe,
ein Zylinder, eine mittig zentriert durchbrochene Scheibe oder ein Hohlzylinder oder
je nach Anzahl der Bohrungen eine mehrfach durchbrochene Scheibe mit zwei zueinander
parallelen kreisförmigen Stirnflächen und einer umlaufenden Mantelfläche.
[0026] Im Falle einer besonders kostengünstigen Fertigungsweise von Düseneinsätzen für eine
erfindungsgemässe Düse sind auch rechteckförmige Düseneinsätze mit zwei zueinander
parallelen rechteckigen Stirnflächen und einer umlaufenden Mantelfläche im Sinne der
Erfindung möglich.
[0027] In typischen Ausführungsbeispielen einer erfindungsgemässen Düse ist der Düseneinsatz
aus einem harten, verschleissfesten Material gefertigt. Als Werkstoff kommt idealerweise
ein Material wie Saphir, Rubin, Diamant, Keramik wie beispielsweise Zirkoniumoxid,
oder Hartmetall oder beispielsweise gehärteter Stahl zur Verwendung. Äusserst harte
Materialien wie Saphir, Rubin, Diamant, Keramik eignen sich besonders für Anwendungen
im Hochdruckbereich. Die Werkstoffhärte (gemessen nach dem Härteprüfverfahren nach
Vickers und beschrieben in der DIN EN ISO 6507) eines solchen Materials liegt hier
Bereich von 250 HV für einen rostbeständigen Stahl Typ 1.4305, zwischen 1300 HV für
Zirkoniumoxid bis 2500 HV für Saphir und bis 10.060 HV für Diamant.
[0028] In typischen Ausführungsbeispielen einer erfindungsgemässen Düse ist der Düseneinsatz
bevorzugt aus Saphir, Rubin, Diamant, Keramik oder Hartmetall gefertigt. Auch sind
Düseneinsätze aus Materialien auf der Basis von Diamantstrukturen wie beispielsweise
ADNR (Aggregierte Diamant-Nanoröhrchen) oder BN (Bornitrid) im Rahmen der Erfindung
möglich.
[0029] In typischen Ausführungsbeispielen einer erfindungsgemässen Düse ist der Düsenkörper
zweiteilig und besteht demzufolge aus zwei Düsenkörperhälften, zwischen welchen ein
Düseneinsatz, eingebracht ist und von dem aus zwei Hälften bestehenden Düsenkörper
zumindest teilweise umschlossen und/oder umhüllt ist.
[0030] In typischen Ausführungsbeispielen ist die erste Düsenkörperhälfte erfindungsgemäss
als ein Düsenträger mit einer mittig zentrierten Bohrung entlang einer Symmetrieachse
RA ausgebildet. Der Düsenträger ist mit einer als Aufnahme für den Düseneinsatz dienenden
Kavität mit einer Tiefe T und eine die Kavität umlaufende Nut mit einer Tiefe t, welche
einen die Kavität umlaufenden Spannsteg mit zwei parallel zueinander verlaufenden
Mantelflächen ausbildet, versehen. Die Tiefe T der Kavität ist idealerweise kleiner
als die Tiefe t der umlaufenden Nut.
[0031] In typischen Ausführungsbeispielen einer erfindungsgemässen Düse ist der Düsenträger
bevorzugt aus einem hoch korrosionsbeständigem und/oder hartem metallischen Material
oder auch ein keramischer Werkstoff höherer Vickershärte und chemischer Inertheit
im Sinne der Erfindung gefertigt. Auch ist ein synthetischer Werkstoff wie beispielsweise
ein Komposit oder ein gesintertes Material im Rahmen der Erfindung möglich.
[0032] In typischen Ausführungsbeispielen ist die zweite Düsenkörperhälfte erfindungsgemäss
als ein Spannelement ausgebildet. Das Spannelement weist dabei eine in die Nut des
Düsenträgers einfügbare Ausformung mit zwei weiteren Mantelflächen auf. Die Querschnittsgeometrie
des Spannelements ist idealerweise rechteckig mit radialer Kantenabrundung, welche
ein Einlaufen in die Nut vereinfachen.
[0033] In typischen Ausführungsbeispielen einer erfindungsgemässen Düse ist das Spannelement
bevorzugt aus einem hoch korrosionsbeständigem und/oder hartem metallischen Material
oder auch ein keramischer Werkstoff höherer Vickershärte und chemischer Inertheit
im Sinne der Erfindung gefertigt. Auch ist ein synthetischer Werkstoff wie beispielsweise
ein Komposit oder ein gesintertertes Material im Rahmen der Erfindung möglich.
[0034] In typischen Ausführungsbeispielen sind sowohl Düsenträger als auch Spannelement
einer erfindungsgemässen Düse aus dem gleichen Material gefertigt. Elemente unterschiedlicher
Materialien haben als Materialverbund den Nachteil, dass sie aufgrund der verschiedenen
Elektronegativitätspotentiale der einzelnen Materialien, eine sehr geringe Inertheit
haben. Bei Versuchen hat sich gezeigt, dass eine Düse aus Elementen gleichen Materials
eine bessere Korrosions- und/oder Abrasionsbeständigkeit und damit eine hohe Inertheit
insbesondere gegenüber deionisiertem Wasser oder andern flüssigen Medien mit abrasiven,
sauren oder basischen Zusätzen hat.
[0035] In typischen Ausführungsbeispielen sind sowohl Düsenträger als auch Spannelement
einer erfindungsgemässen Düse aus Buntmetall oder anderen minderwertigen metallischen
oder synthetischen Werkstoffen für besonders einfache und günstige Ausführungen für
Düsen gefertigt.
[0036] In typischen Ausführungsbeispielen sind sowohl Düsenträger als auch Spannelement
einer erfindungsgemässen Düse aus einer Keramik wie Zirkoniumoxid oder einer ähnlich
geeigneten technischen Keramik mit einer hohen ackungsdichte. Idealerweise kann auch
der Düseneinsatz selbst aus derselben Keramik hergestellt sein. Damit wird eine besonders
vorteilhafte chemische Inertheit und zudem eine mechanisch äusserst belastbare Düse
dem Nutzer zur Verfügung gestellt.
[0037] In typischen Ausführungsbeispielen für eine erfindungsgemässe Düse ist sowohl eine
einseitig an dem Querschnittsprofil des Spannelements angebrachte Einlaufschräge als
auch eine beidseitige Einlaufschräge möglich.
[0038] Weiter verfügt das Spannelement einer erfindungsgemässen Düse über eine Seitenwand
als Mantelfläche, welche als koaxiale Zylinderfläche für eine Presspassung wirkt.
[0039] In typischen Ausführungsbeispielen einer erfindungsgemässen Düse weist die Ausformung
derart ein Übermass zu der Nut auf, dass bei einem Zusammenfügen des Spannelementes
mit dem Düsenträger der Spannsteg des Düsenkörpers durch das Übermass so verspannt
und/oder verformt wird, dass sich eine form- und/oder kraftschlüssig wirkende dichte
Presspassung zwischen den jeweils aneinander liegenden Paaren von Seitenwänden beziehungsweise
Mantelflächen beziehungsweise koaxiale Zylinderflächen von Spannelement und Spannsteg
des Düsenträgers mit dem Düseneinsatz ausbildet.
[0040] In typischen Ausführungsbeispielen einer erfindungsgemässen Düse wirkt die Presspassung
form- und/oder kraftschlüssig aufgrund einer von aussen eingebrachten Einpresskraft
zum Zusammenfügen des Spannelements mit dem Düsenträger und der durch das Übermass
induzierten plastischen Verformung des Spannstegs durch das Eingreifen des Spannelements
in die eingelassene Nut.
[0041] In typischen Ausführungsbeispielen einer erfindungsgemässen Düse wirkt die Presspassung
derart form- und/oder kraftschlüssig, dass sie eine dichte Verbindung zwischen den
jeweils aneinander liegenden Paaren von Seitenwänden beziehungsweise Mantelflächen
beziehungsweise koaxiale Zylinderflächen von Spannelement und Spannsteg des Düsenträgers
mit dem Düseneinsatz ausbildet.
[0042] In typischen Ausführungsbeispielen einer erfindungsgemässen Düse hat sich ein Verhältnis
der Tiefe T der Kavität zur Tiefe t der umlaufenden Nut von t ≥ 2T als besonders vorteilhaft
erwiesen.
[0043] Im Sinne der Erfindung gilt es dabei das Übermass derart zu dimensionieren, dass
es innerhalb der Fertigungstoleranzen nach Klasse 6 bis 8 nach DIN ISO 286 liegt und
eine plastische Verformung des Spannstegs, welche innerhalb eines Bereich bis zur
oberen Streckgrenze R
eH liegt.
[0044] Weiter hat es sich als besonders vorteilhaft erwiesen, wenn die Breite des Spannstegs
in Funktion der oberen Streckgrenze R
eH ermittelt wird. Die Breite ist damit gegeben als Funktion f(R
eH) beziehungsweise Funktion f(R
p,0,2).
[0045] Im Sinne der Erfindung ist die Streckgrenze, ein Bereich zwischen der unteren und
der oberen Streckgrenze R
eL und R
eH, eine Werkstoffgrösse, die diejenige mechanische Spannung bezeichnet, bis zu der
ein Werkstoff bei einachsiger und momentenfreier Zugbeanspruchung keine dauerhafte
plastische Verformung zeigt. Bei Unterschreiten des Wertes bzw. des Wertebereichs
kehrt das Material nach Entlastung elastisch in seine ursprüngliche Form zurück. Es
erfolgt eine elastische Dehnung unterhalb der oberen Streckgrenze R
eH.
[0046] Bei Überschreiten der Streckgrenze verbleibt dagegen eine Formveränderung, welches
eine Verformung und/oder Deformierung des Spannelements zur Folge hätte. Weiter würde
nach dem Überschreiten der Streckgrenze die geforderte Spannkraft auf die Mantelfläche
des Düseneinsatzes reduziert werden und die Funktion der Düse damit nicht mehr gewährleistet
sein.
[0047] Bei technischen Werkstoffen wird oftmals statt der oberen Streckgrenze R
eH in der Regel die 0,2-%-Dehngrenze R
p,0,2, dem Fachmann auch als Elastizitätsgrenze oder Dehngrenze oder Ersatzstreckgrenze
bekannt, angegeben. Die Elastizitätsgrenze R
p,0,2 lässt sich im Gegenzug zur oberen Streckgrenze R
eH immer eindeutig aus dem Nennspannungs-Totaldehnungs-Diagramm ermitteln. Die 0,2-%-Dehngrenze
R
p,0,2 ist als die einachsige mechanische Spannung definiert, bei der die auf die Anfangslänge
der Probe bezogene bleibende Dehnung nach Entlastung genau 0,2 % beträgt.
[0048] Die im Sinne der Erfindung zugrundeliegenden Diagramme zur Ermittlung der Werkstoffgrösse
der Streckgrenze für die Dimensionierung der Breite y sind in Figur 12 als schematisches
Spannungs/Dehnungs-Diagramm mit ausgeprägter Streckgrenze eines geeigneten Werkstoffes
für eine erfindungsgemässe Düse sowie in Figur 13 als schematisches Spannungs/Dehnungs-Diagramm
mit kontinuierlichem Fließbeginn und eingetragener 0,2 %-Dehngrenze eines geeigneten
Werkstoffes für eine erfindungsgemässe Düse, dargestellt.
[0049] Im Rahmen der Erfindung sollen sowohl R
p,0,2 als auch R
eH äquivalent verwendbar sein und lassen sich im Rahmen der Erfindung als obere Grenzwerte
zur Dimensionierung des Übermasses heranziehen.
[0050] Im Sinne der Erfindung gilt es daher, Spannelement, Nut, Steg und Kavität und insbesondere
das Übermass des Spannelements zum Durchmesser beziehungsweise Radius des Düseneinsatzes
derart zueinander abzustimmen und zu dimensionieren, dass beim Zusammenfügen des Düsenträgers
mit dem Spannelement, der Steg derart verspannt wird, dass die Spannung als Pressfügungskraft
auf den Düseneinsatz wirkt und bei Entlastung eine plastische Verformung kleiner als
0,2% aufgetreten ist.
[0051] Durch diese Dimensionierung der Masse und Toleranzen) beziehungsweise des Übermasses
der Elemente Spannelement, Nut, Spannsteg und Kavität als Funktion der oberen Streckgrenze
ReH entsteht im Sinne der Erfindung eine besonders vorteilhafte form- und/oder kraftschlüssige
Verbindung zwischen dem Spannsteg und dem Düseneinsatz durch ein Ineinandergreifen
des ausgeformten Spannelements des Düsenkörpers und der in den Düsenträger eingelassenen
Nut welche auf den Spannsteg wirkt.
[0052] Eine erfindungsgemässe Düse wird mit den nachfolgenden Fertigungsschritten sehr einfach
und kostengünstig unter Verwendungssauschluss eines Dicht- und/-oder Klebstoffs, bevorzugt
vollautomatisiert, gefertigt.
[0053] Fertigungsschritte:
- Loses Einlegen eines Düseneinsatzes in eine Kavität eines Düsenträgers. Dabei wirkt
der Düsenträger als eine erste Düsenkörperhälfte. Die Kavität hat eine Tiefe t und
um die Kavität ist eine Nut mit einer Tiefe T eingearbeitet. Zwischen der Nut und
der Kavität wird dadurch ein Steg ausgeformt.
- Loses Aufsetzen einer zweiten Düsenkörperhälfte. Die zweite Düsenkörperhälfte wirkt
als Spannelement und hat eine Ausformung mit einer Höhe, die der Tiefe der Nut entspricht
um so in die Nut eingreifen zu können.
- Kraftbewirktes form- und/oder kraftschlüssiges Zusammenfügen durch Aufpressen der
zweiten Düsenkörperhälfte auf die erste Düsenkörperhälfte sodass sich eine form- und/oder
kraftschlüssige Presspassung ausbildet.
[0054] Diese Fertigungsschritte haben dabei gegenüber dem Stand der Technik die Vorteile,
dass der Düseneinsatz durch die Pressfügung zunächst ausgerichtet, also zentriert
wird um dann einen Form- und/oder Kraftschluss mit dem Düsenträger auszubilden.
[0055] Bruchausschuss wie er bei Handhabungs- und/oder Fertigungsfehlern, insbesondere beim
Düseneinsatz nach dem Stand der Technik, auftritt, wird dadurch vermieden werden.
[0056] Weiter entfällt die Notwendigkeit eines Niederhalters während des Pressfügevorgangs
für den Düseneinsatz, da der Düseneinsatz lose in die Kavität einlegbar ist und nur
durch gleichmässig radial verteilt und orthogonal auf die Mantelfläche des Düseneinsatzes
wirkende Kräfte zur Schaffung der form- und/oder kraftschlüssigen Verbindung mit dem
Spannsteg beaufschlagt wird.
[0057] Weiter kann das Spannelement mit einer Versiegelung beliebiger Art überzogen und/oder
versiegelt werden, sodass keine druckaufbeschlagene Flüssigkeit zwischen der äusseren
Mantelfläche des Spannelements und der Nut in die Nut selbst eindringen kann.
[0058] In typischen Ausführungsbeispielen einer erfindungsgemässen Düse wird diese Versiegelung
mittels Schweissen bewirkt. Auch sind andere thermische Verbindungsverfahren möglich.
In typischen Ausführungsbeispielen einer erfindungsgemässen Düse wird diese Versiegelung
mittels einer Abdeckung, beispielsweise einem Lot, einem Lack oder einer für eine
druckfeste Versiegelung geeigneten anderweitigen Schicht wie beispielsweise einer
Beschichtung bewirkt.
Figurenbeschreibung
[0059] Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung eines bevorzugten Ausführungsbeispiels sowie anhand der Figuren; diese
zeigen in
Figur 1a eine schematische Darstellung eines Querschnitts einer erfindungsgemässen
Düse;
Figur 1b einen vergrösserten Ausschnitt einer schematischen Darstellung eines Querschnitts
einer erfindungsgemässen Düse;
Figur 2 eine schematische Darstellung eines Querschnitts einer erfindungsgemässen
zusammengefügten Düse;
Figur 3 eine schematische Darstellung eines Querschnitts eines weiteren Ausführungsbeispiels
einer erfindungsgemässen Düse;
Figur 4 eine schematische Darstellung eines Querschnitts eines weiteren Ausführungsbeispiels
einer erfindungsgemässen zusammengefügten Düse;
Figur 5 eine schematische Darstellung eines Querschnitts eines weiteren Ausführungsbeispiels
einer erfindungsgemässen Düse;
Figur 6 eine schematische Darstellung eines Querschnitts eines weiteren Ausführungsbeispiels
einer erfindungsgemässen zusammengefügten Düse;
Figur 7 bis Figur 10 schematische Darstellungen eines Querschnitts unterschiedlicher
Ausführungsbeispiele von Spannelementen einer erfindungsgemässen Düse;
Figur 11 eine schematische Darstellung eines Düseneinsatzes
Figur 12 schematische Darstellung eines Spannungs-Dehnungs-Diagramms
Figur 13 schematische Darstellung eines Nennspannungs-Totaldehnungs-Diagramms
Ausführungsbeispiels
[0060] Figur 1a zeigt eine erfindungsgemässe Düse 1, bestehend aus einem Düsenträger 3 mit
einer zentrierten Bohrung 30, einem Düseneinsatz 2 mit einer zentrierten Bohrung 20
sowie einem zumindest im Bereich des Radius R2 um die Symmetrieachse RA rotationssymmetrisch
ausgeformten Spannelement 4. Die Bohrung 20 und die Bohrung 30 befinden sich mittig
zentriert auf der Symmetrieachse RA.
[0061] Das Spannelement 4 hat ein Querschnittsprofil 40 mit einer Höhe a und einer Breite
b abzüglich eines keilförmigen Flächenabschnitts einer nichteingezeichneten Fase 47.
Die Breite b ergibt sich aus der Differenz der Radien R2 und R1. Eine als Einlaufschräge
dienende, in das Spannelement 4 eingearbeitete, Fase 47 ist in der Detailansicht der
Figur 1b dargestellt. Vorzugsweise werden die Radien R1 und R2 in Abhängigkeit des
Durchmessers des Düseneinsatzes bestimmt. Vorzugsweise beträgt die Höhe a zwischen
0,0. mm und 2 mm. Vorzugsweise beträgt die Breite b zwischen 0,1 mm und 1 mm.
[0062] Weiter hat das Spannelement 4 eine der Symmetrieachse RA zugewandte und somit innenumlaufende
Mantelfläche 45 und eine der Symmetrieachse abgewandte und damit aussenumlaufende
Mantelfläche 46.
[0063] Der Düsenträger 3 hat eine eingelassene ringförmige Nut 32 mit der Tiefe t sowie
eine zylinderförmige Kavität 31. Die Tiefe T der Kavität 31 steht hier zur Tiefe t
der umlaufenden Nut 32 in einem Verhältnis von t ≥ 2T. Vorzugsweise beträgt die Tiefe
t der umlaufenden Nut 32 zwischen XX und XX und die Tiefe T der Kavität 31 infolgedessen
zwischen XX und XX.
[0064] Die Nut 32 mit der Tiefe t formt zusammen mit der Kavität 31 mit der Tiefe T einen
Spannsteg 33 mit der Breite y aus. Vorzugsweise ergibt sich die Breite als Funktion
der Streckgrenze des verwendeten Materials unter Zuhilfenahme von Diagrammen wie in
Figur 12 und Figur 13 dargestellt und im Rahmen der Erfindung offenbart. Typischerweise
weisst die Breite y eine Wert zwischen dem 0,2 und 0,5-fachen Wert des Durchmessers
der Kavität 31 auf.
[0065] Weiter verfügt die der Nut 32 zugewandte Seite der Querschnittsfläche des Spannstegs
33 über ein Übermass 34 mit einer Breite zwischen 0,005 bis 0,03mm. Vorzugsweise beträgt
die Breite x zwischen XX und XX und bestimmt sich als Funktion der Streckgrenze.
[0066] Weiter hat die Nut 32 eine Breite, welche sich aus der Differenz der der Breite b
des Spannelements 4 und der Breite x des Übermass 34 des Spannstegs 33 ergibt.
[0067] Der Spannsteg 33 verfügt über eine der Symmetrieachse RA zugewandte und damit innenumlaufende
Mantelfläche 36 (ersichtlich in Figur 1b) und eine der Symmetrieachse abgewandte und
damit aussenumlaufende Mantelfläche 35.
[0068] Der Düseneinsatz 2 befindet lose in den Düsenträger 2 eingelegt und das Spannelement
4 ist entlang der Symmetrieachse RA auf den Düsenträger 3 zuführbar positioniert.
[0069] Figur 1b zeigt einen Detailausschnitt des Düsenträgers 3 mit lose eingelegtem Düseneinsatz
2 und einem in geeigneter Weise zuführbar positionierten Spannelement 4 aus Figur
1a.
[0070] Das Spannelement 4 hat ein Querschnittsprofil 40 mit einer Höhe a und einer Breite
b. Die Breite b ergibt sich aus der Differenz der Radien R2 und R1. Die Radien R1
und R2 bestimmen sich je nach Düsengeometrie entsprechend.
[0071] Weiter ist in diesem Detailauschnitt die als Einlaufschräge dienende in das Spannelement
4 eingearbeitet Fase 47, welche durch den Winkel α und der Höhe c ausgebildet ist,
dargestellt. Vorzugsweise beträgt der Winkel α zwischen 2° und 25°. Vorzugsweise weisst
die Höhe c einen Wert zwischen dem 0,1 und 0,5 -fachen Wert der Tiefe t auf.
[0072] Weiter hat das Spannelement 4 eine der Symmetrieachse RA zugewandte und damit innenumlaufende
Mantelfläche 45 und eine der Symmetrieachse abgewandte und damit nicht eingezeichnete
aussenumlaufende Mantelfläche 46.
[0073] Der Düsenträger 3 hat eine eingelassene ringförmige Nut 32, welche einseitig, nämlich
zu der Symmetrieachse RA zugewandte Seite, begrenzt und damit stufenförmig ist. Die
Nut 32 hat eine Tiefe t.
[0074] Weiter hat der Düsenträger 3 eine zylinderförmige Kavität 31. Die Tiefe T der Kavität
31 steht hier zu der Tiefe t der umlaufenden Nut 32 in einem Verhältnis von t ≥ 2T.
[0075] Die Nut 32 mit der Tiefe t formt zusammen mit der Kavität 31 mit der Tiefe T einen
Spannsteg 33 aus.
[0076] Weiter verfügt die der Nut 32 zugewandte Seiten der Querschnittsfläche des Spannstegs
33 über ein Übermass 34 mit einer Breite x.
[0077] Weiter hat die Nut 32 eine Breite, welche sich aus der Differenz der Breite b des
Spannelements 4 und der Breite x des Übermass 34 des Spannstegs 33 ergibt.
[0078] Der Spannsteg 33 verfügt über eine der Symmetrieachse RA zugewandte und damit innenumlaufende
Mantelfläche 36 und eine der Symmetrieachse abgewandte und damit aussenumlaufende
Mantelfläche 35.
[0079] Der Düseneinsatz 2 befindet lose in den Düsenträger 2 eingelegt und das Spannelement
4 ist entlang der Symmetrieachse RA auf den Düsenträger 3 zuführbar positioniert.
[0080] Weiter hat der Düseneinsatz 2 eine der Symmetrieachse RA abgewandte und damit aussenumlaufende
Mantelfläche 23 welche der der Symmetrieachse RA zugewandte und damit innenumlaufende
Mantelfläche 36 des Spannstegs 33 gegenüberliegt.
[0081] Weiter hat das Spannelement 4 eine der Symmetrieachse RA zugewandte und damit innenumlaufende
Mantelfläche 45 und eine der Symmetrieachse abgewandte und damit aussenumlaufende,
nichteingezeichnete Mantelfläche 46.
[0082] Figur 2 zeigt ein Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemässen Düse 1, bestehend
aus dem Düseneinsatz 2, dem Düsenträger 3 und den Spannelement 4 nach dem Zusammenfügen.
[0083] Der Düsenträger 3 hat eine nur einseitig, nämlich der Symmetrieachse RA zugewandten
Seite, begrenzte und damit stufenförmig ausgebildete Nut 32.
[0084] Die Mantelflächen 45 und 35 sowie die Mantelflächen 36 und 23 sind kraft-und/oder
formschlüssige miteinander verbunden und haben den Düseneinsatz 2 mit der Bohrung
20 zudem zentriert zur Symmetrieachse RA ausgerichtet.
[0085] Figur 3 zeigt ein Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemässen Düse 1, bestehend
aus dem Düseneinsatz 2, dem Düsenträger 3 und den Spannelement 4 mit lose eingelegtem
Düseneinsatz 2 und einem in geeigneter Weise zuführbar positionierten Spannelement
4.
[0086] Das Spannelement 4 hat das Querschnittsprofil 40 mit einer aus Gründen der Übersichtlichkeit
nicht eingezeichneten Einlaufschräge und Bemassungen.
[0087] Weiter hat das Spannelement 4 eine der Symmetrieachse RA zugewandte und damit innenumlaufende
Mantelfläche 45 und eine der Symmetrieachse abgewandte und damit aussenumlaufenden
Mantelfläche 46.
[0088] Der Düsenträger 3 verfügt über eine eingelassene ringförmige Nut 32 mit der Tiefe
t sowie einer rotationssymmetrischen kreisförmigen Kavität 31. Die Tiefe T der Kavität
31 steht hier zur Tiefe t der umlaufenden Nut 32 in einem Verhältnis von t ≥ 2T.
[0089] Weiter verfügt die der Nut 32 zugewandte Seite der Querschnittsfläche des Spannstegs
33 über ein wie in Figur 1b dargestelltes Übermass 34 mit einer Breite x.
[0090] Weiter hat die Nut 32 eine Breite, welche sich aus der Differenz der der Breite b
des Spannelements 4 und der Breite x des Übermass 34 des Spannstegs 33 ergibt.
[0091] Der Düseneinsatz 2 mit der Bohrung 20 befindet lose in den Düsenträger 2 eingelegt
und das Spannelement 4 ist entlang der Symmetrieachse RA auf den Düsenträger 3 zuführbar
positioniert.
[0092] Weiter hat der Düseneinsatz 2 eine der Symmetrieachse RA abgewandte und damit aussenumlaufende
Mantelfläche 23 welche der der Symmetrieachse RA zugewandte und damit innenumlaufende
Mantelfläche 36 des Spannstegs 33 gegenüberliegt.
[0093] Figur 4 zeigt ein Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemässen Düse 1, bestehend
aus dem Düseneinsatz 2, dem Düsenträger 3 und den Spannelement 4 nach dem Zusammenfügen.
[0094] Die Mantelflächen 45 und 35 sowie die Mantelflächen 36 und 23 sind kraft-und/oder
formschlüssig miteinander verbunden und haben den Düseneinsatz 2 mit der Bohrung 20
zudem zentriert zur Symmetrieachse RA ausgerichtet und ist dadurch im Sinne der Erfindung
dicht gefasst. Aus Gründen der Übersichtlichkeit wurden die jeweils einzeln und in
Summe wirkenden Kräfte und/oder Kraftvektoren, welche typisch für eine Presspassung
und Verformung im elastischen Bereich unterhalb der Streckgrenze sind, nicht eingezeichnet.
[0095] Figur 5 zeigt ein Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemässen Düse 1, bestehend
aus dem Düseneinsatz 2, dem Düsenträger 3 und den Spannelement 4 mit lose eingelegtem
Düseneinsatz 2 und einem in geeigneter Weise zuführbar positionierten Spannelement
4.
[0096] Das Spannelement 4 hat ein Querschnittsprofil 44 mit einer aus Gründen der Übersichtlichkeit
nicht eingezeichneten Einlaufschräge und Bemassungen.
[0097] Weiter hat das Spannelement 4 eine der Symmetrieachse RA zugewandte und damit innenumlaufende
Mantelfläche 45 und eine der Symmetrieachse abgewandte und damit aussenumlaufenden
Mantelfläche 46.
[0098] Weiter hat das Spannelement 4 einen konusförmigen Zuführraum 9 und eine Kavität 8.
[0099] Der Düsenträger 3 verfügt über eine eingelassene ringförmige Nut 32 mit der Tiefe
t sowie einer rotationssymmetrischen kreisförmigen Kavität 31. Die Tiefe T der Kavität
31 steht hier zur Tiefe t der umlaufenden Nut 32 in einem Verhältnis von t ≥ 2T.
[0100] Weiter verfügt die der Nut 32 zugewandte Seite der Querschnittsfläche des Spannstegs
33 über ein wie in Figur 1b dargestelltes Übermass 34 mit einer Breite x.
[0101] Weiter hat die Nut 32 eine Breite, welche sich aus der Differenz der der Breite b
des Spannelements 4 und der Breite x des Übermass 34 des Spannstegs 33 ergibt.
[0102] Der Düseneinsatz 2 mit der Bohrung 20 befindet lose in den Düsenträger 2 eingelegt
und das Spannelement 4 ist entlang der Symmetrieachse RA auf den Düsenträger 3 zuführbar
positioniert.
[0103] Weiter hat der Düseneinsatz 2 eine der Symmetrieachse RA abgewandten und damit aussenumlaufende
Mantelfläche 23 welche der der Symmetrieachse RA zugewandten und damit innenumlaufende
Mantelfläche 36 des Spannstegs 33 gegenüberliegt.
[0104] Figur 6 zeigt ein Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemässen Düse 1, bestehend
aus dem Düseneinsatz 2, dem Düsenträger 3 und dem Spannelement 4 nach dem Zusammenfügen.
[0105] Die Mantelflächen 45 und 35 sowie die Mantelflächen 36 und 23 sind kraft-und/oder
formschlüssig miteinander verbunden und haben den Düseneinsatz 2 mit der Bohrung 20
zudem zentriert zur Symmetrieachse RA ausgerichtet und ist dadurch im Sinne der Erfindung
dicht gefasst. Aus Gründen der Übersichtlichkeit wurden die jeweils einzeln und in
Summe wirkenden Kräfte und/oder Kraftvektoren, welche typisch für eine Presspassung
und Verformung im elastischen Bereich unterhalb der Streckgrenze sind, nicht eingezeichnet.
[0106] Die Figuren 7 bis 10 zeigen unterschiedliche Ausführungsbeispiele von Querschnittsprofilen
40 bis 43 des Spannelements 4.
[0107] Figur 7 zeigt als Ausführungsbeispiel des Spannelementes 4 einen Ring mit einem rechteckigen
Querschnittsprofil 40 mit einer Höhe a und einer Breite b auf.
[0108] Figur 8 zeigt ein Spannelement 4 mit einem rechteckigen Querschnittsprofil mit einer
Höhe a und eine Breite b auf. Vorzugsweise wird ein solches Querschnittsprofil bei
einem Spannelement wie in Figur 5 und Figur 7 abgebildet, verwendet.
[0109] Das Querschnittsprofil 42 der Figur 9 weist eine Abrundung und damit im Volumen eine
gewölbte Oberfläche auf. Vorzugsweise weist das Querschnittsprofil 42 einen Radius
R von 0,2 mm bis 1 mm auf. Dadurch ergibt sich der Vorteil, dass sich das Spannelement
4 in Kontakt mit dem Düsenträger 3 als Ganzes einfacher über der Nut 32 justieren
lässt und ein Einlaufen des Querschnittsprofils 42 in die Nut 32 vereinfacht. Auch
lässt sich somit bei der Pressfügung ein ungewolltes Verkanten verhindern. Vorzugsweise
wird ein solches Querschnittsprofil bei einem Spannelement wie in Figur 5 und Figur
7 abgebildet, verwendet.
[0110] Das Querschnittsprofil 43 der Figur 10 entspricht im Wesentlichen dem Querschnittsprofil
41 der Figur 8 mit der Höhe a und der Breite b. Allerdings sind die Kanten des Querschnittsprofils
43 jeweils mit einer Fase 48 und 49 mit der Höhe c, dem Winkel α und dem Abstand d
zueinander, versehen. Vorzugsweise weisst die Höhe c einen Wert zwischen 10% bis 50%
des Wertes der Höhe a auf. Vorzugsweise beträgt der Winkel α zwischen 2° und 20°.
Vorzugsweise unterschreitet der Wert der Breite d nicht die Hälfte des Wertes der
Breite b, sodass gilt d ≥ b/2.
[0111] Die Fase 48 und 49 dienen jeweils als Einlaufschrägen. Dadurch ergibt sich der Vorteil,
dass sich das Querschnittsprofil 43 in Kontakt mit dem Düsenträger 3 als Ganzes einfacher
über der Nut 32 justieren lässt und ein Einlaufen des Querschnittsprofils 43 in die
Nut 32 vereinfacht wird. Auch lässt sich somit beim Zusammenfügen des Querschnittsprofils
43 mit dem Düsenträger 3 ein ungewolltes Verkanten verhindern.
[0112] Zusätzlich lässt sich durch Variation des Winkel α eine als Einlaufschräge wirkende
Fase 48 und/oder 49 und deren Wirkung mit dem Übermass 34 des Spannsteg 33 gemäss
der Figur 1b und/oder Figur 10 derart gezielt einstellen, so dass im Sinne der Erfindung
bei dem Zusammenfügen des Spannelementes 43 mit dem Düsenträger 3 der Spannsteg durch
das Übermass 34 so verspannt und/oder verformt wird, dass sich eine form- und/oder
kraftschlüssig wirkende Presspassung mit dem Düseneinsatz 2 ausbildet.
[0113] Vorzugsweise wird ein solches Querschnittsprofil bei einem Spannelement wie in Figur
5 und/oder Figur 7 abgebildet, verwendet.
[0114] Figur 11 zeigt typisches Ausführungsbeispiels eines zylinderförmigen Düseneinsatzes
2 in Form eines Hohlzylinders mit einem Radius R3 und einer Höhe h sowie mit einer
ersten Stirnfläche 21 und eine zweiten Stirnfläche, welche parallel zueinander stehen.
Weiter wird der Hohlzylinder durch die Bohrung 20 und die umlaufende Mantelfläche
23 ausgebildet. Im Falle eines Düseneinsatzes aus Saphir beträgt die Höhe h typischerweise
zwischen 100 µm und 1'000 µm. Der Radius R3 bestimmt sich entsprechend je nach Düsengeometrie.
[0115] Figur 12 zeigt ein schematisches Spannungs-/Dehnungs-Diagramm mit ausgeprägter Streckgrenze
eines geeigneten Werkstoffes für eine erfindungsgemässe Düse.
[0116] Figur 13 zeigt ein schematisches Spannungs-/Dehnungs-Diagramm mit kontinuierlichem
Fliessbeginn und eingetragener 0,2 %-Dehngrenze eines geeigneten Werkstoffes für eine
erfindungsgemässe Düse.
Bezugszeichenliste
| 1 |
Düse |
34 |
Übermass |
A |
Bruchdehnung |
| 2 |
Düseneinsatz |
35 |
Mantelfläche |
AL |
Lüdersdehnung |
| 3 |
Düsenträger |
36 |
Mantelfläche |
Ag |
Gleichmassdehnung |
| 4 |
Spannelement |
37 |
|
Rm |
Zugfestigkeit |
| 5 |
Düsenöffnung |
38 |
|
Re |
Streckgrenze |
| 6 |
Düsenkörper |
39 |
|
Rp,0,2 |
Dehngrenze mit 0,2% plastischer Verformung |
| 7 |
|
40 |
Querschnittsprofil |
ReH |
Obere Streckgrenze |
| 8 |
Kavität |
41 |
Querschnittsprofil |
ReL |
Untere Streckgrenze |
| 9 |
Zuführraum |
42 |
Querschnittsprofil |
σ |
Spannung |
| 10 |
|
43 |
Querschnittsprofil |
E |
Dehnung |
| 11 |
|
44 |
Querschnittsprofil |
ESB |
Einschnürbereich |
| 12 |
|
45 |
Mantelfläche |
BR |
Bruch |
| 13 |
|
46 |
Mantelfläche |
|
|
| 14 |
|
47 |
Fase |
|
|
| 15 |
|
48 |
Fase |
|
|
| 16 |
|
49 |
Fase |
|
|
| 17 |
|
50 |
|
|
|
| 18 |
|
51 |
|
|
|
| 19 |
|
52 |
|
RA |
Symmetrieachse |
| 20 |
Bohrung |
53 |
|
R |
Radius |
| 21 |
Stirnfläche |
54 |
|
a |
Höhe |
| 22 |
Stirnfläche |
55 |
|
b |
Breite |
| 23 |
Mantelfläche |
56 |
|
c |
Höhe |
| 24 |
|
57 |
|
d |
Breite |
| 25 |
|
58 |
|
α |
Winkel |
| 26 |
|
59 |
|
T |
Tiefe |
| 27 |
|
60 |
|
t |
Tiefe |
| 28 |
|
61 |
|
R1 |
Radius |
| 29 |
|
62 |
|
R2 |
Radius |
| 30 |
Bohrung |
63 |
|
x |
Breite |
| 31 |
Kavität |
64 |
|
y |
Breite |
| 32 |
Nut |
65 |
|
h |
Höhe |
| 33 |
Spannsteg |
66 |
|
|
|
1. Düse (1) umfassend
- einen Düseneinsatz (2);
- einen Düsenträger (3) mit einer als Aufnahme für den Düseneinsatz (2) dienenden
Kavität (31) mit einer Tiefe T und eine die Kavität (31) umlaufende Nut (32) mit einer
Tiefe t, welche einen die Kavität (32) umlaufenden Spannsteg (33) ausbildet;
- einem Spannelement (4) mit einer in die Nut (32) einfügbaren Ausformung.
2. Düse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Tiefe T der Kavität (31) kleiner ist als die Tiefe t der umlaufenden Nut (32).
3. Düse nach einem der Ansprüche 1 und/oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass für die Tiefe T der Kavität (31) ein Verhältnis zur Tiefe t der umlaufenden Nut (32)
von t ≥ 2T ist.
4. Düse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Düseneinsatz (2) eine koaxiale Zylindermantelfläche /umlaufende Mantelfläche
(23) aufweist.
5. Düse nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Ausformung derart ein Übermass zu der Nut aufweist, dass nach einem Zusammenfügen
des Spannelementes mit dem Düsenträger der Spannsteg durch das Übermass so verspannt
und/oder verformt ist, dass eine form-und/oder kraftschlüssig wirkende dichte Presspassung
mit dem Düseneinsatz ausgebildet ist.
6. Düse nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Verformung des Spannstegs im elastischen Verformungsbereich des Materials und/oder
innerhalb eines Wertebereichs kleiner als die obere Streckgrenze ReH des Materials ist.
7. Düse nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass für die Verformung des Spannstegs ein Wert kleiner der Elastizitätsgrenze Rp,0,2 des Materials gilt.
8. Düse nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Düsenträger und das Spannelement je eine Düsenkörperhälfte bilden und zusammengefügt
einen Düsenkörper ausbilden.
9. Düse nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Spannelement (4) aus dem gleichen Material wie der Düsenträger (3) ist und das
Material ein metallischer oder keramischer oder polymerer Werkstoff ist.
10. Verfahren zur Herstellung einer Düse, umfassend
- loses Einlegen eines Düseneinsatzes in eine, in eine als Düsenträger wirkende erste
Düsenkörperhälfte eingearbeitete Kavität einer Tiefe t mit einem, durch eine die Kavität
umlaufende in den Düsenträger eingearbeitete Nut einer Tiefe T, ausgeformten Steg;
- loses Aufsetzen einer als Spannelement wirkender mit einer in die Nut eingreifenden
Ausformung einer der Tiefe T entsprechender Höhe zweiten Düsenkörperhälfte;
- kraftbewirktes form- und/oder kraftschlüssiges Zusammenfügen durch Aufpressen der
zweiten Düsenkörperhälfte auf die erste Düsenkörperhälfte sodass sich eine form- und/oder
kraftschlüssige dichte Presspassung ausbildet.