[0001] Die Erfindung betrifft eine Drahtzuführvorrichtung für einen thermischen Spritzbrenner.
[0002] Thermische Spritzbrenner sind aus dem Stand der Technik bekannt und werden zur Beschichtung
von Oberflächen verwendet. Beispielsweise ist das PTWA- (Plasma Transferred Wire Arc
Spraying) oder RSW- (Rotating Single Wire) Verfahren bekannt, durch das in der Automobilindustrie
die Laufflächen von Zylinderbohrungen in Verbrennungskraftmaschinen beschichtet werden.
Hierzu wird dem Spritzbrenner über eine Vorschubvorrichtung ein Draht zugeführt, dessen
Partikel in einem Gasstrom auf die Innenfläche der Zylinder aufgespritzt werden.
[0003] Aus dem Stand der Technik ist es bekannt, den Draht in einem zweigeteilten Bauteil
zu klemmen. Hierbei kommt es durch den hohen Drahtvorschub zu einem starken Verschleiß
und damit zu einem Drahtabrieb. Dieser Abrieb kann sich im Brenner sammeln und somit
Prozessstörungen verursachen. Daher ist es notwendig, das Kontaktstück, in dem der
Draht geklemmt wird, regelmäßig auszutauschen und den Abtrieb im Brenner im entfernen.
[0004] Aufgabe der Erfindung ist es, eine Drahtzuführvorrichtung für einen thermischen Spritzbrenner
bereitzustellen, die ein verbessertes Zuführen des Drahts zum thermischen Spritzbrenner
ermöglicht.
[0005] Die Lösung der Aufgabe erfolgt erfindungsgemäß durch die Merkmale des Anspruchs 1.
[0006] Die erfindungsgemäße Drahtzuführvorrichtung für einen thermischen Spritzbrenner weist
ein Führungselement zum Führen eines Drahts in Richtung des Spritzbrenners auf. Erfindungsgemäß
ist dieses Führungselement drehbar, beispielsweise als Führungsrolle ausgestaltet
und ferner elektrisch leitend ausgebildet. Hierdurch erfolgt ein Leiten eines elektrischen
Stroms von dem Führungselement zum Draht.
[0007] Neben einer mechanischen Führung des Drahts zum Spritzbrenner durch das drehbare
Führungselement dient dieses erfindungsgemäße somit gleichzeitig dem Zuführen von
Strom zum Draht, so dass hierzu nicht ein gesondertes Element vorgesehen werden muss.
Hierzu ist es beispielsweise möglich, das Führungselement zumindest teilweise aus
einem elektrisch leitenden Material auszugestalten.
[0008] Weist das Führungselement beispielsweise eine oder mehrere Führungsrollen auf, so
ist es möglich, sowohl die Führungsrollen als auch deren Achsen, um die die Führungsrollen
rotierbar sind, aus einem elektrisch leitenden Material auszugestalten, so dass es
möglich ist, Strom über eine Zuführleitung, ferner über die Achsen und Führungsrollen,
in Richtung des Drahts zu übertragen.
[0009] Durch die erfindungsgemäße Drahtzuführvorrichtung ist somit eine besonders einfache
und effiziente Zuführung von Draht zu einem thermischen Spritzbrenner ermöglicht.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung weist, verglichen zum Stand der Technik, weniger
Bauteile auf und verursacht weniger Abrieb. Somit ist es seltener notwendig, Bauteile
auszutauschen.
[0010] Vorzugsweise weist die Drahtzuführvorrichtung zwei drehbare Führungselemente auf,
von denen je eines auf jeder Seite des Drahts angeordnet ist, so dass die beiden drehbaren
Führungselemente einander diametral gegenüber angeordnet sind. Anders ausgedrückt,
kann der Draht somit zwischen den beiden Führungselementen angeordnet und durch diese
exakt geführt sein. Hierzu können beispielsweise die Führungselemente in Richtung
des Drahts eine Aussparung aufweisen, deren Form der Außenkontur des Drahts entspricht.
Weist der Draht beispielsweise einen kreiszylindrischen Querschnitt auf, so kann die
Aussparung in den Führungselementen beispielsweise halbkreisförmig nach innen gewölbt
(d. h. konkav) sein.
[0011] Vorzugsweise ist ein Federelement vorgesehen, durch das ein Vorspannen des drehbaren
Führungselementes in Richtung des Drahts erfolgt, so dass durch das Federelement eine
Kraft über das drehbare Führungselement auf den Draht aufgebracht wird. Bei der Ausführungsform
mit zwei Führungselementen können diese somit den Draht zwischen den beiden Führungselementen
festklemmen, so dass dieser stabil in Richtung des Spritzbrenners geführt werden kann.
Vorzugsweise ist die Kraft, die durch jedes Federelement und Führungselement auf den
Draht aufgebracht wird, der Kraft des jeweils anderen Feder- und Führungselements
entgegengesetzt, so dass sich die Kräfte vorzugsweise gegenseitig aufheben.
[0012] Bei der durch das drehbare Führungselement auf den Draht aufgebrachten Kraft handelt
es sich vorzugsweise um eine Normalkraft, d. h. einer Kraft senkrecht zur Längsrichtung
des Drahtes.
[0013] In einer bevorzugten Ausführungsform ist das drehbare Führungselement durch eine
Antriebsvorrichtung antreibbar, so dass durch das drehbare Führungselement ein aktives
Vorschieben des Drahtes in Richtung des Spritzbrenners erfolgt. Hierdurch ist es möglich,
den Abrieb des Drahtes weiterhin zu reduzieren.
[0014] In einer bevorzugten Ausführungsform ist das drehbare Führungselement eine Führungsrolle.
Vorzugsweise ist an jeder Seite des Drahts jeweils eine Führungsrolle angeordnet.
[0015] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform weist das drehbare Führungselement
ein Führungsband oder eine Führungskette auf, die entlang des Umfangs von zwei Führungsrollen
geführt werden. Anders ausgedrückt, sind auf jeder Seite des Drahtes mindestens zwei
Führungsrollen angeordnet, um die herum ein Führungsband oder eine Führungskette geführt
wird. Die Führungsrollen weisen vorzugsweise den gleichen Radius auf. Ihre Rotationsachsen
sind vorzugsweise im gleichen Abstand zur Längsrichtung des Drahts angeordnet. Ein
Teil der Führungskette oder des Führungsbands verläuft somit parallel zur Längsrichtung
des Drahts und dient somit der Führung des Drahts. Dieser Teil der Führungskette oder
des Führungsbands liegt somit am Band an und führt diesen in Richtung des Spritzbrenners.
[0016] Im Folgenden werden bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung anhand von Figuren
erläutert.
[0017] Es zeigen:
- Figur 1a
- eine Seitenansicht einer ersten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Drahtzuführvorrichtung,
- Figur 1b
- eine Draufsicht einer ersten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Drahtzuführvorrichtung,
- Figur 2
- eine Seitenansicht einer zweiten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Drahtzuführvorrichtung.
[0018] Der untere Teil der Figur 1a zeigt einen aus dem Stand der Technik bekannten Spritzbrenner
11, durch den ein Spritzstrahl erzeugt wird, der als Spritzschicht 24 auf das Werkstück
26 aufgetragen wird. Dem thermischen Spritzbrenner 11 wird als Spritzwerkstoff der
Draht 14 zugeführt.
[0019] Dies erfolgt erfindungsgemäß durch die Drahtzuführvorrichtung 10, die im oberen Teil
der Figur 1a dargestellt ist. Diese weist zwei als Führungsrollen ausgebildete Führungselemente
12a, 12b auf, die um jeweils eine Achse 18a, 18b rotierbar sind. Diese beiden Achsen
werden durch jeweils eine Feder 16a, 16b in Richtung des Drahts 14 vorgespannt. Sie
können an eine Haltvorrichtung 28, beispielsweise eine Halteschiene, angebracht sein,
an der auch eine Stromzuführleitung 30 elektrisch angeschlossen ist. Über diese erfolgt
ein Zuführen eines elektrischen Stroms, vorzugsweise über die elektrisch leitenden
Achsen 18a, 18b und die elektrisch leitenden Führungsrollen 112a, 12b zum Draht 14.
Dadurch ist es nicht mehr notwendig, weitere Elemente zum Zuführen eines elektrischen
Stroms zum Draht 14 vorzusehen.
[0020] In Figur 1b ist die gleiche Ausführungsform der erfindungsgemäßen Drahtzuführvorrichtung
in eine Ansicht von oben dargestellt. Hier ist erkennbar, wie die beiden Achsen 18a,
18b durch die Federn 16a, 16b in Richtung des Drahts 14 vorgespannt werden, so dass
der Draht 14 zwischen den beiden Rollen 12a, 12b eingeklemmt wird. Hierdurch ist es
möglich, den Draht 14 stabil und sicher zu halten und in Richtung des Spritzbrenners
11 zu führen, ohne dass ein großer Drahtabrieb entsteht. Zur Führung des Drahtes ist
es bevorzugt, dass die Führungselemente 12a, 12b entlang ihres Umfangs eine konkave
Aussparung aufweisen, die insbesondere im Querschnitt halbkreisförmig ausgebildet
ist. Die Kontur dieser konkaven Aussparung 28a, 28b entspricht im Wesentlichen der
Außenkontur des Drahts 14, so dass dieser sicher in der jeweiligen Aussparung geführt
werden kann.
[0021] Eine zweite Ausführungsform der erfindungsgemäßen Drahtzuführvorrichtung 10 ist in
Figur 2 dargestellt. Hier weist jedes Führungselement eine Führungskette 20a, 20b
auf, die durch jeweils zwei Führungsrollen 22a, 22a' und 22b, 22b' auf jeder Seite
des Drahts 14 geführt wird. Die Führungsrollen weisen entlang ihres Umfangs eine Außenverzahnung
auf, die in Ausnehmungen der Kette eingreift.
[0022] In allen Ausführungsformen der erfindungsgemäßen Drahtzuführvorrichtung können die
Führungselemente aktiv angetrieben sein, so dass durch sie ein aktives Vorschieben
des Drahtes in Richtung des Spritzbrenners erfolgt. Alternativ ist es möglich, eine
separate Vorschubvorrichtung für den Draht vorzusehen, so dass die Führungselemente
lediglich über den Drahtvorschub angetrieben werden und somit lediglich der Führung
des Drahtes zum Spritzbrenner 11 dienen. Auch in dieser Ausführungsform kann ein reduzierter
Drahtabrieb erreicht werden, da sich die Führungselemente mit dem Draht mit drehen
und der Draht somit nicht an den Führungselementen entlang reibt.
[0023] In der Ausführungsform gemäß Figur 2 sind die Führungsrollen 22a, 22a' um die Achsen
18a, 18a' rotierbar. Diese weisen einen identischen Abstand zur Längsrichtung des
Drahts 14 auf. Ebenso sind die Rollen 22b, 22b' um die Achsen 18b, 18b' rotierbar.
Diese weisen ebenfalls einen identischen Abstand zur Längsrichtung des Drahtes 14
auf. Auch diese Achsen können in Richtung des Drahts 14 durch ein Federelement vorgespannt
sein, so dass der Draht 14 zwischen den drehbaren Führungsketten oder Führungsbändern
eingeklemmt und somit stabil geführt werden kann. Die Ausführungsform gemäß Figur
2 bietet gemäß der Ausführungsform gemäß 1a und 1b den Vorteil, dass der Draht 14
über eine längere Strecke durch die Führungselemente 12a, 12b geführt wird und somit
eine stabilere und exaktere Führung möglich ist.
1. Drahtzuführvorrichtung (10) für einen thermischen Spritzbrenner, mit einem drehbaren
Führungselement (12a, 12b) zum Führen eines Drahts (14) in Richtung des Spritzbrenners
(11), dadurch gekennzeichnet, dass das drehbaren Führungselement (12a, 12b) elektrisch leitend ausgebildet ist und hierdurch
ein Leiten eines elektrischen Stroms von dem Führungselement (12a, 12b) zum Draht
(14) erfolgt.
2. Drahtzuführvorrichtung (10) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Drahtzuführvorrichtung (10) zwei drehbare Führungselemente (12a, 12b) aufweist,
von denen je eines auf jeder Seite des Drahts (14) angeordnet ist, so dass die beiden
drehbaren Führungselemente (12a, 12b) einander diametral gegenüber angeordnet sind.
3. Drahtzuführvorrichtung (10) nach Anspruch 1 oder 2, gekennzeichnet durch ein Federelement (16a, 16b), durch das ein Vorspannen des drehbaren Führungselements (12a, 12b) in Richtung des Drahts
(14) erfolgt, so dass durch das Federelement (16a, 16b) eine Kraft über das drehbare Führungselement (12a, 12b)
auf den Draht (14) aufgebracht wird.
4. Drahtzuführvorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Kraft, die durch das Federelement (16a, 16b) über das drehbare Führungselement
(12a, 12b) auf den Draht aufgebracht wird, eine Normalkraft ist.
5. Drahtzuführvorrichtung (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das drehbare Führungselement (12a, 12b) durch eine Antriebsvorrichtung antreibbar
ist, so dass durch das drehbare Führungselement (12a, 12b) ein aktives Vorschieben
des Drahtes (14) in Richtung des Spritzbrenners (11) erfolgt.
6. Drahtzuführvorrichtung (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das drehbare Führungselement (12a, 12b) eine Führungsrolle ist.
7. Drahtzuführvorrichtung (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das drehbare Führungselement (12a, 12b) ein Führungsband oder eine Führungskette
(20a, 20b) aufweist, die entlang des Umfangs von zwei Führungsrollen (22a, 22a', 22b,
22b') geführt werden und an ihrer zum Draht (14) zugewandten Seite an diesem Anliegen
und den Draht (14) so in Richtung des Spritzbrenners (11) führen.