[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Zuggeschirr zum Ziehen eines Anhängers, insbesondere
eines Anhängers zum Transport von Lasten oder Kindern, mit einem Hüftgurt und einem
daran befestigten Zuggestänge mit einer rechten und einer linken Zugstange, die im
Bereich ihrer in Zugrichtung vorderen Enden mit dem Hüftgurt verbunden und an ihren
in Zugrichtung hinteren Enden mit einem Anhänger verbindbar sind.
[0002] Aus dem Stand der Technik sind verschiedene Zuggeschirre für Fahrradanhänger bekannt.
Unter der Marke Chariot wird ein Ski-Set angeboten, das aus einem Paar an einen Fahrradanhänger
ansteckbaren Ski sowie einem Zuggeschirr besteht. Das Zuggeschirr besteht aus einem
Hüftgurt und einem Paar Teleskopstangen. Die Teleskopstangen können mit ihren in Zugrichtung
hinteren Enden mit der Vorderseite eines Fahrradanhängers verbunden werden. Die Vorderseite
der Zugstangen ist über ein im Wesentlichen horizontal vom Hüftgurt abstehendes Achsstück,
das ein vertikales Verschwenken der Zugstangen ermöglicht, fest an dem Hüftgurt befestigt.
Der Hüftgurt wird um die Hüfte geschnallt. Mit diesem Ski-Set wird einem SkiLangläufer
ermöglicht, beim Langlaufen den dafür mit Skiern ausgerüsteten Fahrradanhänger hinter
sich herzuziehen. Nachteilig an diesem Zuggeschirr ist zum einen, dass es die Beweglichkeit
des Langläufers merklich einschränkt. Außerdem ist der Langläufer insbesondere beim
Anfahren und Bremsen durch den Anhänger starken Lastwechseln ausgesetzt. Außerdem
sind die Nickbewegungen am gezogenen Anhänger vergleichsweise hoch, wodurch insbesondere
der Fahrkomfort für Kinder im Anhänger beeinträchtigt ist.
[0003] Von der Firma Nordic Cab wird ein weiteres Ski-Set mit einem Zuggeschirr angeboten,
das ebenso einen Hüftgurt mit Schulterriemen und ein Paar Teleskopstangen aufweist.
Im Unterschied zu den Teleskopstangen des Ski-Sets der Marke Chariot sind die Teleskopstangen
von Nordic Cab an ihrem in Zugrichtung vorderen Ende mit einem länglichen elastischen
Kunststoffstück ausgebildet, das sich im Wesentlichen in Richtung der Teleskopstange
erstreckt. Das Elastomerstück dient unter anderem der Überbrückung des Unterschieds
zwischen dem horizontalen Abstand der Zugstangen und der Breite des Hüftgurtträgers.
Am vorderen Ende des Elastomerstücks ist ein Karabinerhaken frei verschwenk- und drehbar
angelenkt, der in eine jeweils seitlich am Hüftgurt vorgesehene Metallöse eingehängt
wird. Um zu vermeiden, dass das Elastomerstück im Zugbetrieb allzu sehr am Körper
scheuert, weist der Hüftgurt seitlich zusätzliche Schutzlappen auf. Dennoch kann das
Scheuern als lästig empfunden werden. Zwar sind die Nickbewegungen des gezogenen Anhängers
während der Fahrt gegenüber dem Chariot-Modell vergleichsweise gering, allerdings
sind die Dämpfungseigenschaften bei Lastwechseln von Zug auf Druck, nicht optimal,
nicht zuletzt weil durch den frei in die Metallöse eingesetzten Karabinerhaken bei
Lastwechseln eine ungebremste und ungedämpfte Strecke von mehreren Zentimetern entsteht,
so dass Lastwechsel stoßartig auf den Hüftgurt übertragen werden können. Dies kann
als unangenehm empfunden werden.
[0004] Demgegenüber liegt der vorliegenden Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein Zuggeschirr
bereitzustellen, dessen Tragekomfort im Zugbetrieb deutlich verbessert ist.
[0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß bei einem Zuggeschirr der eingangs genannten Art
mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst, nämlich dadurch, dass am jeweils vorderen
Ende jeder der Zugstangen ein davon quer abstehendes Armstück aus einem elastischen
Material vorgesehen ist, wobei der der Zugstange abgewandte Kopf des Armstücks Befestigungsmittel
zu seiner Verbindung mit dem Hüftgurt aufweist.
[0006] Mit dem erfindungsgemäßen Zuggeschirr ist es möglich, die Zugstangen deutlich unterhalb
des Hüftgurtes zu führen und damit unterhalb der Hüfte zu führen. Dadurch ist die
Bewegungsfreiheit des Trägers bedeutend weniger eingeschränkt, als es bei den vorbekannten
Zuggeschirren der Fall ist. Außerdem wird durch das quer zur Zugrichtung verlaufende
elastische Armstück erreicht, dass durch die Zugstange auf den Hüftgurt und damit
auf den Träger des Hüftgurts wirkende Lastwechsel besonders effektiv gedämpft werden,
da das Armstück anders als bei dem Elastomerstück der Firma Nordic Cap nicht gestreckt
und gestaucht wird, sondern sich bei Lastwechseln im Wesentlichen quer zur Zugrichtung
verformen kann.
[0007] Als Zugstangen sind wie bei den vorbekannten Zuggeschirren insbesondere Teleskopstangen
verwendbar. Sie haben den Vorteil, dass ihre Länge an den Verwendungszweck angepasst
werden kann. Beispielsweise kann eine größere Länge eingestellt werden, um den nötigen
Bewegungsfreiraum bei Verwendung des Zuggeschirrs zum Ziehen eines Anhängers beim
Ski-Langlauf zu schaffen, oder die Zugstangen können verkürzt werden, um das Zuggeschirr
beim Wandern zu verwenden, da für die Beine des Trägers nicht so viel Bewegungsfreiraum
benötigt wird. Eine kürzere Länge der Zugstangen hat zwangsläufig den Vorteil, dass
das Gespann aus Ziehendem und Anhänger kürzer und damit wendiger wird. Teleskopstangen
müssen aber nicht verwendet werden, einfache Stangen, die gegebenenfalls zusammensteckbar
und wieder voneinander lösbar sind, reichen vollkommen aus.
[0008] Die Zugstangen können aus einer Vielzahl geeigneter Werkstoffe, insbesondere als
Rohr, hergestellt sein. Üblicherweise wird man die Zugstangen im Rahmen einer Abwägung
aus Kosten und Gewicht derzeit aus einem Aluminiumrohrmaterial herstellen.
[0009] Die Zugstangen müssen nicht zwingend gerade sein. Sie können insbesondere in ihrem
in Zugrichtung hinteren Bereich auch gekrümmt oder gekröpft sein, um einen etwaigen
Breitenunterschied zwischen den Aufnahmen für die hinteren Enden der Zugstangen und
dem Abstand der Zugstangen an ihren vorderen Enden, der im Wesentlichen etwas breiter
als ein durchschnittlicher Hüftgurtträger sein sollte, auszugleichen.
[0010] Vorzugsweise schließt jedes der Armstücke mit dem Abschnitt der Zugstange, an dem
es befestigt ist, einen Winkel von zwischen 60 und 120° ein. Das Armstück kann insbesondere
senkrecht von der Zugstange abstehen, oder aber gegenüber der Zugstange in Zugrichtung
nach vorne oder auch nach hinten geneigt sein. Es kann auch in Zugrichtung nach vorn
oder hinten gekrümmt sein. Unter dem Winkel wird der Winkel zwischen einer zentralen
Achse des Armstücks verstanden, die mittig durch den Befestigungspunkt des Armstücks
am Hüftgurt und an der armstückseitigen Oberfläche der Zugstange durch die Mitte des
Abschnitts (gesehen in Richtung der Zugstange) verläuft, mit dem das Armstück die
Zugstange umgreift oder zumindest an der Zugstange anliegt.
[0011] In einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung weist jede der Zugstangen
ein in Zugrichtung vorderes Rohrstück auf, an dem das Armstück befestigt ist und das
lösbar mit dem Rest der Zugstange verbunden ist. Eine lösbare Verbindung kann beispielsweise
mit einfachen oder paarweise gegenüberliegenden, federnd gelagerten Rastköpfen am
Rohrstück sein, die in entsprechende Aufnahmen im Rohr der Zugstange, in das es eingesetzt
wird, eingreift.
[0012] Vorzugsweise ist jedes der Armstücke aus Gummi oder einem Gummi enthaltenden Verbundwerkstoff
gebildet. Gummi ist elastisch und weist selbst bei unterschiedlichen Temperaturen
und hoher Dauerbelastung eine hohe Haltbarkeit auf.
[0013] In einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung hat der Querschnitt des Armstücks
in Zugrichtung eine größere Ausdehnung als senkrecht zur Zugrichtung. Dies hat den
Vorteil, dass das Armstück in Zugrichtung, in der die größeren Kräfte auftreten, deutlich
steifer als quer zur Zugrichtung ist. So können die Kräfte in Zugrichtung optimal
gedämpft werden. Allerdings ist auch die Ausdehnung des Querschnitts des Armstücks
quer zur Zugrichtung vorzugsweise so groß bemessen, dass sich das Armstück nicht oder
allenfalls wenig zum Körper hin durchbiegt und ebenso nicht oder allenfalls wenig
aufgrund der daran angreifenden Kräfte tordiert.
[0014] Der Querschnitt des Armstücks kann über seine Länge konstant sein. Es hat sich aber
als vorteilhaft erwiesen, wenn sich der Querschnitt des Armstücks insbesondere in
seiner Ausdehnung in Zugrichtung zum Kopf hin verjüngt. Hierdurch wird das Armstück
zum Kopf hin in Zugrichtung verformbarer.
[0015] Im Kopf jedes Armstücks kann in einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ein Durchgangsloch
quer zur Zugrichtung vorgesehen sein, mit dem der Kopf auf ein am Hüftgurt befestigtes,
quer davon abstehendes Achsstück aufsteckbar ist und insbesondere mittels einer Schraub-
oder Rastverbindung festsetzbar und wieder davon lösbar ist. Diese Ausführungsform
ist einfach, ermöglicht eine sichere Verbindung, und das Armstück ist ohne eine Weglose
um die Achse herum drehbar am Hüftgurt befestigt.
[0016] Alternativ hierzu kann der Kopf jedes Armstücks über eine Steckschnalle mit dem Hüftgurt
verbunden sein. Dabei kann das eine Schnallenstück über einen kurzen Gurt mittels
einer Niete am Hüftgurt befestigt sein, wobei es eine gute Rotationsfreiheit hat.
Das Schnallengegenstück kann beispielsweise ebenso mit einem Gurt mithilfe einer oder
mehrerer Nieten oder Schrauben am Armstück befestigt werden.
[0017] Im Bereich der Befestigung der Armstücke am Hüftgurt kann der Hüftgurt auf seiner
dem Benutzer zugewandten Innenseite gepolstert und/oder verstärkt sein. Vorzugsweise
kann hierfür beispielsweise eine Elastomer-Platte verwendet werden, die sich optimal
an die Körperform des Trägers anpassen kann.
[0018] Vorzugsweise weist der Hüftgurt Mittel zum Verkürzen oder Verlängern seines Rückenteils
auf, wobei hier unter Rückenteil der Teil des Gurtes verstanden wird, der, wenn er
von einem Nutzer angelegt wurde, entlang des Rückens des Nutzers verläuft. Als besonders
praktisches Mittel zum Verkürzen oder Verlängern des Rückenteils des Hüftgurts hat
sich ein Druckknopfsystem erwiesen, mit dem zum Verkürzen des Rückenteils Schlaufen
unterschiedlicher Länge erzeugt werden können.
[0019] Der Tragekomfort des Zuggeschirrs kann erheblich mit mindestens einem am Hüftgurt
befestigten Schultergurt erhöht werden. Durch einen Schultergurt bzw. ein Paar von
Schultergurten können die von dem Anhänger über die Zugstangen auf den Hüftgurt aufgebrachten
vertikalen Lasten vergleichsweise gleichmäßig auf die Hüfte und die Schulter(n) des
Nutzers verteilt werden.
[0020] Um das Handling des erfindungsgemäßen Zuggeschirrs weiter zu vereinfachen und komfortabler
zu gestalten, kann am zugstangenseitigen Teil jedes Armstücks ein insbesondere die
Zugstange umschließender Handgriff ausgebildet sein. So kann der Nutzer die Zugstangen
an den Handgriffen bequem halten, beispielsweise wenn er die Zugstangen anheben möchte,
um sie mit dem Hüftgurt zu verbinden. Auch beim Wandern können die Handgriffe hilfreich
sein, weil der Nutzer wahlweise seine Hände an den Handgriffen abstützen kann oder
aber den Anhänger gezielt mit den Händen führen kann. Auch können die Zugstangen während
des Wanderns oder Laufens an den Handgriffen angehoben werden, um so die Hüfte und
oder die Schultern zu entlasten.
[0021] Im Folgenden wird die Erfindung anhand von Figuren, die bevorzugte Ausführungsbeispiele
zeigen, näher erläutert.
[0022] Es zeigen:
- Fig.1
- eine Aufsicht auf einen Fahrradanhänger mit Zugstangen eines erfindungsgemäßen Zuggeschirrs;
- Fig. 2
- eine Seitenansicht des in Fig. 1 dargestellten Fahrradanhängers samt Zugstange;
- Fig. 3
- eine Seitenansicht eines Teils der in Fig. 1 gezeigten Zugstange;
- Fig. 4
- eine Aufsicht auf die in Fig. 3 dargestellte Zugstange;
- Fig. 5a
- eine Seitenansicht eines Armstücks des in Fig. 1 gezeigten erfindungsgemäßen Zuggeschirrs;
- Fig. 5b, 5c und 5d
- Querschnitte des in Fig. 5a gezeigten Armstücks;
- Fig. 6
- einen Hüftgurt in einer ersten erfindungsgemäßen Ausführungsform;
- Fig. 7a und 7b
- einen Teilaspekt des in Fig. 6 dargestellten Hüftgurts;
- Fig. 8
- einen Hüftgurt in einer zweiten erfindungsgemäßen Ausführungsform; und
- Fig. 9
- eine Ausführungsform einer Verbindung von Armstück und Hüftgurt.
[0023] In den Figuren 1 und 2 ist das Rahmengestell 1 eines Multifunktions-Fahrradanhängers
gezeigt. An seiner Vorderseite sind zwei Zugstangen 2, 3 befestigt. Zur Befestigung
sind die Zugstangen mit ihrem in Zugrichtung hinteren Ende in Aufnahmen 4 eingesetzt,
die auch zum Aufnehmen von Gabelarmen für ein zentrales Vorderrad gedacht sind. Am
vorderen Ende der Zugstangen sind Armstücke 5, 6 vorgesehen, über die die Zugstangen
mit einem hier nicht dargestellten Hüftgurt verbunden werden.
[0024] Die Zugstangen 2, 3 bestehen jeweils aus vier Rohrstücken 2
1, 2
2, 2
3, 2
4, 3
1, 3
2, 3
3, 3
4. Die einzelnen Rohrstücke einer Zugstange sind ineinander steckbar und werden über
federnd gelagerte Rastköpfe und hierfür vorgesehene Rastkopfaufnahmen in den Rohren
miteinander befestigt.
[0025] Die hinteren Rohrstücke 2
1, 3
1 weisen, wie insbesondere auch in den Figuren 3 und 4 zu sehen ist, einen gekrümmten
Abschnitt auf, in dem sie in der Horizontalen leicht nach außen abgewinkelt sind.
Darüber hinaus ist die Zugstange 2, 3 an dieser Stelle auch in der Vertikalen leicht
abgewinkelt. Wie insbesondere in Figur 1 zu sehen ist, sind die Aufnahmen 4 für die
Gabelarme des Fahrradanhängers 1 derart, dass die darin eingesetzten Zugstangen 2,
3 zunächst aufeinander zu laufen. Die Krümmung in der Horizontalen ist derart gewählt,
dass der Abstand der Zugstangen an ihren vorderen Enden für eine Person ausreichend
breit ist, die Krümmung in der Vertikalen so, dass die Zugstangen 2, 3 bei waagerecht
stehendem Fahrradanhänger mit ihren vorderen Enden etwa auf Höhe etwas unterhalb der
Hüfte einer typischen Person sind.
[0026] Das in den Figuren 3 und 4 gezeigte, am hinteren Ende des hinteren Rohrstücks 3
1 angeordnete, quer zu seiner Längsrichtung verlaufende Achsstück 7 dient zum Positionieren
und Arretieren des Rohrstücks in der Gabelaufnahme 4, das Loch 8 zum Sicherstellen,
dass die Zugstangen nicht vertauscht eingesetzt werden.
[0027] Die Figuren 5a bis 5d zeigen ein Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Armstücks
5. Es weist einen zugstangenseitigen Abschnitt 12, einen Kopf 13 und einen dazwischen
liegenden Steg 14 auf. Der zugstangenseitige Abschnitt 12 umschließt das vordere Ende
des vorderen Rohrstücks 2
4 der Zugstange 2. Der in Zugrichtung sich nach hinten versetzt an dem zugstangenseitigen
Abschnitt 12 anschließende Steg 14 ist leicht nach vorn gekippt. Seine Symmetrieachse
15 schließt mit der Achse 16 des vorderen Zugstangenabschnitts einen Winkel α von
etwa 100° ein. Der Steg 14 hat, wie sich aus den Schnittansichten A-A und B-B der
Figuren 5b und 5c sowie dem Längsschnitt 5d ergibt, einen sich zum Kopf 13 hin verjüngenden
Querschnitt, wobei der nahezu rechteckige Querschnitt in Zugrichtung eine größere
Ausdehnung hat als quer dazu, und wobei die Dicke des Stegs 14 über seine Höhe im
Wesentlichen konstant bleibt.
[0028] Der Steg 14 des Armstücks 5 ist in Richtung quer zur Zugrichtung in etwa um 10° zum
Träger hin nach innen geneigt. Der Kopf 13 ist verjüngt ausgebildet, so dass er unter
Einwirkung vergleichsweise geringer Kräfte abwinkeln kann und in Gebrauchsposition
im Wesentlichen senkrecht steht. Der Kopf 13 weist ein Durchgangsloch 17 auf, das
als Aufnahme für ein Achsstück eines Hüftgurts dient, wie er beispielsweise mit Bezugnahme
auf die Figuren 8 und 99 beschrieben ist.
[0029] Ist der vordere Teil des zugstangenseitigen Abschnitts 12 lang genug, kann er als
Handgriff dienen und gegebenenfalls hierfür ergonomisch ausgeformt sein.
[0030] In Figur 6 ist ein für ein erfindungsgemäßes Zuggeschirr geeigneter Hüftgurt 21 dargestellt.
Er weist einen zentrales Rückenabschnitt 22 auf, an den sich zu beiden Seiten jeweils
ein Gurt 23, 24 anschließt. An den freien Enden der Gurte 23, 24 sind Schließen 25,
26 vorgesehen. Der Gurt weist abschnittsweise eine Umhüllung 27, 28 auf, die auf ihrer
Innenseite gepolstert und ebenso wie die Gurte 23, 24 mit dem Rückenabschnitt 22 verbunden
sind. An jeder der Umhüllungen 27, 28 ist jeweils ein Steckschnallenelement 29, 30
befestigt, das dazu vorgesehen ist, mit einem am Kopf eines Armstücks befestigten
Schnallenelement zur Befestigung des Armstücks am Hüftgurt zusammenzuwirken.
[0031] Am Rückenabschnitt 22 des Hüftgurts 21 sind ein Paar Druckknopfelemente 31 übereinander
angeordnet, die mit auf einer Seite hiervon in gleichmäßigen Abständen angeordneten
Druckknopfelementpaaren 32, 33, 34, 35 zusammenwirken können. Wie den Figuren 7a und
7b zu entnehmen ist, kann durch das Aufdrücken der Druckknopfelemente 31 auf die Druckknopfelemente
32, 33, 34 oder 35 im Rückenstück 22 eine Schlaufe 36 gebildet werden, um den Umfang
des Hüftgurtes einzustellen.
[0032] Der in Figur 8 dargestellte Hüftgurt 40 unterscheidet sich von dem in Figur 6 dargestellten
Hüftgurt dadurch, dass jeder der Gurte 41, 42 anstelle von Steckschnallenelementen
jeweils eine Öse 43, 44 zur Aufnahme eines Achsstücks zur Befestigung des Kopfs eines
Armstücks aufweist. Außerdem unterscheidet sich der in Figur 8 dargestellte Hüftgurt
von dem in Figur 6 dargestellten darin, dass an seiner Oberkante Gurtösen 45 - 48
zur Befestigung von hier nicht dargestellten Schultergurten vorgesehen sind.
[0033] Figur 9 zeigt eine Verbindung zwischen dem in Figur 8 dargestellten Hüftgurt und
dem in Figur 5 dargestellten Armstück. Das Achsstück ist hier als Niete 51 ausgebildet,
es kann aber ebenso gut beispielsweise mit einer Schraube und einer darauf aufgesetzten
Mutter ausgeführt sein. Die Niete 51 oder Schraube ist durch die Öse 43 hindurchgeführt,
wobei die Öse 43 zwischen zwei Unterlegscheiben 52, 53 sitzt.
[0034] Zwischen der Unterlegscheibe 53 und einer weiteren Unterlegscheibe 54 ist eine auf
dem Nietbolzen bzw. dem Schraubenbolzen sitzende Hülse 55 angeordnet, die durch das
Durchgangsloch 17 im Kopf 13 des Armstücks 5, 6 geführt ist. Die Länge der Niete 51
ist so bemessen, dass der Kopf 13 des Armstücks 5, 6 und die Öse 43 des Hüftgurts
40 darauf mit leichtem seitlichen Spiel sitzen, so dass sie frei um das Achsstück
herum verschwenkbar sind.
1. Zuggeschirr zum Ziehen eines Anhängers(1), insbesondere eines Anhängers zum Transport
von Lasten oder Kindern, mit einem Hüftgurt (21, 40) und einem daran befestigten Zuggestänge
mit einer rechten und einer linken Zugstange (2, 3), die im Bereich ihrer in Zugrichtung
vorderen Enden mit dem Hüftgurt (21, 40) verbunden und an ihren in Zugrichtung hinteren
Enden mit dem Anhänger (1) verbindbar sind, dadurch gekennzeichnet, dass am jeweils vorderen Ende jeder der Zugstangen ein davon quer abstehendes Armstück
(5, 6) aus einem elastischen Material vorgesehen ist, wobei der der Zugstange (2,
3) abgewandte Kopf (13) des Armstücks (5, 6) Befestigungsmittel zu seiner Verbindung
mit dem Hüftgurt (21, 40) aufweist.
2. Zuggeschirr nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass jedes der Armstücke (5, 6) mit dem Abschnitt der Zugstange (2, 3), an dem es befestigt
ist, einen Winkel (α) von zwischen 60 und 120° einschließt.
3. Zuggeschirr nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass jede der Zugstangen (2, 3) ein in Zugrichtung vorderes Rohrstück (24, 34) aufweist, an dem das Armstück (5, 6) befestigt ist und das lösbar mit dem Rest der
Zugstange verbunden ist.
4. Zuggeschirr nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass jedes der Armstücke (5, 6) aus Gummi oder einem Gummi enthaltenden Verbundwerkstoff
gebildet ist.
5. Zuggeschirr nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Querschnitt des Armstücks (5, 6) in Zugrichtung eine größere Ausdehnung hat als
senkrecht zur Zugrichtung.
6. Zuggeschirr nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sich der Querschnitt des Armstücks (5, 6) insbesondere in seiner Ausdehnung in Zugrichtung
zum Kopf (13) hin verjüngt.
7. Zuggeschirr nach einem der vorherstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Armstück (5, 6) quer zur Zugrichtung zum Kopf (13) hin gekrümmt ist.
8. Zuggeschirr nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass im Kopf (13) jedes Armstücks (5, 6) ein Durchgangsloch (17) quer zur Zugrichtung
vorgesehen ist, mit dem der Kopf (13) auf ein am Hüftgurt (40) befestigtes, quer davon
abstehendes Achsstück (51) aufsteckbar ist und insbesondere mittels einer Schraub-
oder Rastverbindung festsetzbar und wieder davon lösbar ist.
9. Zuggeschirr nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Kopf jedes Armstücks über eine Steckschnalle (29, 30) mit dem Hüftgurt (21) verbunden
ist.
10. Zuggeschirr nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Hüftgurt (21, 40) im Bereich der Befestigung der Armstücke (5, 6) auf seiner
dem Benutzer zugewandten Innenseite gepolstert und/oder verstärkt ist.
11. Zuggeschirr nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Hüftgurt (21, 40) Mittel zum Verkürzen oder Verlängern seines Rückenteils, insbesondere
ein Druckknopfsystem (31-35) zum Erzeugen von Schlaufen unterschiedlicher Länge, aufweist.
12. Zuggeschirr nach einem der vorstehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch mindestens einen am Hüftgurt (40) befestigten Schultergurt.
13. Zuggeschirr nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass am zugstangenseitigen Teil jedes Armstücks ein insbesondere die Zugstange (2, 3)
umschließender Handgriff ausgebildet ist.