[0001] Die vorliegende Patentanmeldung nimmt die Prioritäten der deutschen Patentanmeldungen
DE 10 2015 204 920.5 und
DE 10 2015 214 419.4 in Anspruch, deren Inhalte durch Bezugnahme hierin aufgenommen wird.
[0002] Die Erfindung betrifft eine Faltschachtel sowie ein Set umfassend zwei derartige
Faltschachteln.
[0003] Die
EP 2 058 235 A1 offenbart eine Faltschachtel, bei der Seitenwände Zusatzelemente aufweisen, wobei
die Zusatzelemente umgeklappt und an den Seitenwänden und/oder einer Bodenwand eingepresst
sein können. Dafür ist ein Übermaß der Zusatzelemente erforderlich, das insbesondere
zu einem Auswölben der Zusatzelemente führen kann.
[0004] Die
DE 20 2012 007 171 U1 offenbart ein Krempeltray aus faltbarem Material, bei dem Seitenwände Innenblenden
aufweisen, die mit Rastnasen in dafür vorgesehenen Durchstanzungen im Boden der Faltschachtel
verriegelt werden. Die Durchstanzungen beeinträchtigen insbesondere den ästhetischen
Gesamteindruck des Krempeltrays negativ.
[0005] Gemäß der
DE 20 2014 101 469.1 sind zur Verriegelung der Innenblende für Rastnasen an einer Bodenwand und/oder Seitenwänden
sacklochartige Ausnehmungen vorgesehen. Der optische Gesamteindruck ist dadurch verbessert.
[0006] Es ist die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Faltschachtel für höchste ästhetische
Ansprüche zu verbessern.
[0007] Diese Aufgabe ist erfindungsgemäß gelöst durch eine Faltschachtel mit den im Anspruch
1 angegebenen Merkmalen.
[0008] Erfindungsgemäß wurde erkannt, dass eine Verriegelungseinheit mit mindestens einer
strukturelastischen Verriegelungslippe das Verriegeln einer Innenblende in einer räumlichen
Anordnung einer Faltschachtel erleichtert. Aufgrund der Strukturflexibilität der Verriegelungslippe
kann diese flexibel klemmend an einer Bodenwand der Faltschachtel und/oder an benachbarten
Seitenwänden der Faltschachtel verriegelt angeordnet werden. Dadurch, dass die Verrieglungslippe
die verriegelte Anordnung der Innenblende ermöglicht, ist die Innenblende in der verriegelten
Anordnung spannungsfrei und insbesondere nicht deformiert oder ausgewölbt. Das bedeutet,
dass insbesondere die verriegelte Anordnung ausschließlich durch die Verriegelungslippe
gewährleistet wird. Die Innenblende hat allein eine optische, insbesondere abdeckende
Funktion. Erfindungsgemäß wurde also erkannt, dass eine Funktionstrennung derart möglich
ist, dass die Verriegelungslippe ausschließlich eine Verriegelungsfunktion und die
Innenblende ausschließlich eine optisch verblendende Funktion erfüllt. Insbesondere
weist die Innenblende selbst, also ohne Verriegelungseinheit, kein Übermaß auf. Die
Fläche der Innenblende ohne Verriegelungseinheit ist kleiner als die Fläche der korrespondierenden
Seitenwand. Insbesondere ist die Verriegelungslippe gegenüber der vergleichsweise
starren Innenblende flexibel verformbar. Es ist möglich, die Innenblende an der Bodenwand
und/oder den benachbarten Seitenwänden klemmend anzuordnen, ohne dass in Folge eines
geometrischen Übermaßes die Faltschachtel ausbeult. Insbesondere ist es entbehrlich,
sacklochartige oder durchgängige Ausnehmungen für Rastnasen zu schaffen. Die Herstellung
eines Faltzuschnitts der Faltschachtel ist vereinfacht. Zudem bleiben die Bodenwand
und/oder die Seitenwände unversehrt, insbesondere eine Außenflächen der Bodenwand
und/oder der Seitenwände. Der ästhetische Gesamteindruck der Faltschachtel ist zusätzlich
verbessert. Die Strukturflexibilität der Verriegelungslippe ergibt sich insbesondere
aus der Geometrie der Verriegelungslippe, die insbesondere eine reversible Beweglichkeit
und/oder Deformierbarkeit, insbesondere gegenüber der Innenblende, die vergleichsweise
starr gegenüber der Verriegelungslippe ist, ermöglicht. Die Verriegelungseinheit kann
mehrere, insbesondere drei, Verriegelungslippen aufweisen. Die Seitenwände sind jeweils
schwenkbar an der Bodenwand angelenkt. Die Innenblende ist an einer Seitenwand schwenkbar
angelenkt. Die Innenblende deckt die Innenseite der Seitenwand ab. Die Innenblende
gewährleistet einen optisch ansprechenden Gesamteindruck der Faltschachtel in der
räumlichen Anordnung. Die Faltschachtel ist durch Schwenken der Seitenwände in an
sich bekannter Form zwischen einer flächigen Anordnung und einer räumlichen Anordnung
veränderlich anordenbar.
[0009] Eine Faltschachtel, bei der die Verriegelungslippe stirnseitig an der Innenblende
angeordnet ist, ermöglicht ein vereinfachtes Verriegeln.
[0010] Eine Faltschachtel, bei der die Verriegelungslippe integral an der Innenblende ausgeführt
ist, ist mit reduziertem Aufwand zu fertigen. Insbesondere sind zusätzliche Elemente
und/oder Materialien für die Herstellung der Verriegelungslippe nicht erforderlich.
[0011] Eine Faltschachtel, bei der die Verriegelungslippe eine Stirnfläche der Innenblende
aufweist, die zumindest abschnittsweise gegenüber einer Innenfläche und/oder gegenüber
einer Außenfläche der Innenblende geneigt angeordnet ist, ermöglicht eine besonders
effektive Realisierung der Strukturflexibilität. Die geneigte Anordnung der Stirnfläche
kann unkompliziert durch ein Anschrägen der Stirnseite der Innenblende erfolgen. Eine
derart abgeschrägte Stirnfläche ist bei der Herstellung einer Faltschachtel maschinell
und insbesondere automatisiert erzeugbar. Insbesondere ist die Innenblende der Stirnseite
angefast, um die Stirnfläche der Verriegelungslippe auszubilden. Eine Strukturflexibilität
der Verriegelungslippe ist beispielsweise auch dadurch möglich, dass die Stirnfläche
abschnittsweise gestuft, also treppenförmig und/oder gekrümmt ausgeführt ist.
[0012] Besonders vorteilhaft ist es, wenn die Stirnfläche zwischen der Innenfläche und der
Außenfläche durchgängig geneigt angeordnet ist. Die Verriegelungslippe weist eine
senkrecht zu einer Lippenlängsachse orientierte dreieckförmige Querschnittsform auf.
Die Fertigung der Verriegelungslippe ist dadurch vereinfacht. Ein Neigungswinkel beträgt
insbesondere 45°. Es sind auch andere Neigungswinkel möglich.
[0013] Eine Faltschachtel, bei der die Innenfläche größer ist als die Außenfläche, ist der
ästhetisch Gesamteindruck zusätzlich verbessert. Die größere Innenfläche ist dem Innenraum
der Faltschachtel in der räumlichen Anordnung zugewandt angeordnet. Darüber hinaus
ist die Verriegelung aufgrund der Strukturflexibilität der Verriegelungslippe gewährleistet.
[0014] Eine Faltschachtel, bei der die Verriegelungslippe sich entlang einer Außenkante
der Innenblende erstreckt, wobei die Verriegelungslippenlänge mindestens 80% einer
Außenkantenlänge beträgt, ermöglicht eine unkomplizierte Fertigung der Verriegelungslippe.
Insbesondere ist es nicht erforderlich, mehrere entlang der Außenkante beabstandet
angeordnete Rastnasen vorzusehen. Die Verriegelungslippenlänge beträgt insbesondere
mindestens 85%, insbesondere mindestens 90%, insbesondere mindestens 95%, insbesondere
mindestens 98% der Außenkantenlänge. Insbesondere sind Verriegelungslippenlänge und
Außenkantenlänge identisch. Das bedeutet, dass sich die Verriegelungslippe entlang
der gesamten Außenkante der Innenblende erstreckt. Die Fertigung der Verriegelungslippe
ist vereinfacht. Die Verriegelungswirkung aufgrund der elastischen Klemmwirkung der
Verriegelungslippe ist gesteigert.
[0015] Eine Faltschachtel mit einem zwischen der Bodenwand und jeweils einer Seitenwand
angeordneten Schwenkgelenk mit einer Nut ermöglicht eine unkomplizierte, einstückige,
integrale Anlenkung der Seitenwand an der Bodenwand. Ein Faltzuschnitt der Faltschachtel
kann zumindest hinsichtlich der Verbindung von Bodenwand mit Seitenwand einstückig
ausgeführt sein. Die Nut bildet eine Vertiefung in Materialdickenrichtung des Faltzuschnitts.
Die Nut kann insbesondere als Falz oder Filmscharnier ausgeführt sein. Die Nut ist
im Wesentlichen rillenförmig.
[0016] Eine Faltschachtel mit einer Trennfuge, die zwischen zwei benachbarten Seitenwänden
in der räumlichen Anordnung der Faltschachtel resultiert, erweitert die Möglichkeiten
der Verriegelung der Innenblende. Insbesondere ist die Trennfuge durch eine zumindest
abschnittsweise beabstandete Anordnung von einander zugewandten Stirnseiten benachbarter
Seitenflächen ausgeführt.
[0017] Eine Faltschachtel, bei der die Verriegelungslippe zum verriegelten Anordnen der
Innenblende mit dem Schwenkgelenk und/oder mit der Trennfuge zusammenwirkt, ermöglicht
eine verbesserte Klemmwirkung. Insbesondere ist die Verriegelungslippe in der Nut
und/oder in der Trennfuge anordenbar. Die Nut und/oder die Trennfuge bilden eine Ausnehmung,
in die die Verriegelungslippe einrasten kann. Der wesentliche Vorteil gegenüber Ausnehmungen
aus dem Stand der Technik besteht darin, dass die Nut des Schwenkgelenks und die Trennfuge
bei der Faltschachtel ohnehin aufgrund des Faltmechanismus vorgesehen sind. Es ist
entbehrlich, zusätzliche Ausnehmungen vorzusehen.
[0018] Eine Faltschachtel mit einem einteilig ausgeführten Faltzuschnitt ist unkompliziert
herstellbar. Insbesondere deshalb, da an der Stirnfläche der Innenblende stirnseitig
vorstehende Rastnasen entbehrlich sind, kann ein Faltzuschnitt, der für gehobene Ansprüche
beispielsweise mit einer äußeren Dekorschicht versehen ist, unkompliziert mit der
Dekorschicht versehen werden. Die Dekorschicht kann insbesondere maschinell und automatisiert
an den durchgängigen Außenkanten des einteiligen Faltzuschnitts umgeklappt und befestigt
werden. Innenblenden mit Rastnasen ermöglichen eine derart maschinelle Veredelung
mit einer äußeren Dekorschicht nicht. In diesem Fall ist eine mindestens zweiteilige
Ausführung eines Faltzuschnitts erforderlich, die hier entbehrlich ist.
[0019] Eine Faltschachtel mit einer Deckelwand ist in der räumlichen Anordnung in einem
geschlossenen Zustand ausführbar. In der räumlichen Anordnung ist die Deckelwand der
Bodenwand gegenüberliegend anordenbar. Eine derartige Faltschachtel bildet einen geschlossenen
Behälter.
[0020] Eine Faltschachtel mit einer Schließwand ermöglicht ein Verschließen der geschlossenen
Faltschachtel in der räumlichen Anordnung. Dazu ist die Schließwand insbesondere gelenkig
an der Deckelwand befestigt. Die Schließwand kann insbesondere mit einer Seitenwand,
insbesondere die der Seitenwand, an der die Deckelwand gelenkig angeordnet ist, gegenüberliegt,
verschließend angeordnet sein. So kann die Schließwand ein äußeres oder integriertes
Schließelement wie beispielsweise ein Permanentmagnet, eine Haken-Ösen-Verbindung
in Form eines Klettverschlusses oder ein Schnürband sein. Entsprechend weist die korrespondierende
Seitenwand ein korrespondierendes Schließ-Gegenelement auf, das mit dem Schließelement
zusammenwirkt.
[0021] Ein Set mit zwei offenen Faltschachteln kann ein schließbares Behältnis bilden. Beispielsweise
kann eine erste Faltschachtel als Grundkörper ausgeführt sein, auf das eine zweite
Faltschachtel in Form eines Stülpdeckels aufgesetzt werden kann. Dazu entspricht die
lichte Weite der zweiten Faltschachtel, also des Stülpdeckels, im Wesentlichen dem
Außendurchmesser der ersten Faltschachtel, also des Grundkörpers. Vorteilhaft ist
es, wenn die lichte Weite des Stülpdeckels etwas geringer ist als der Außendurchmesser
des Grundkörpers. Der Stülpdeckel ist dann klemmend und am Grundkörper gehalten. Ein
unbeabsichtigtes Verlieren des Stülpdeckels ist verhindert.
[0022] Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen, zusätzliche Merkmale und Einzelheiten der Erfindung
ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen anhand der
Zeichnung. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine perspektivische Ansicht eines Faltzuschnitts für eine Faltschachtel gemäß einer
ersten Ausführungsform mit Deckelwand,
- Fig. 2
- eine Ansicht der Faltschachtel gemäß Fig. 1 mit aufgeklappter Innenblende,
- Fig. 3
- eine räumliche Darstellung eines Zwischenschritts beim Überführen von der flächigen
Anordnung in die räumliche Anordnung der Faltschachtel gemäß Fig. 1,
- Fig. 4
- eine perspektivische Darstellung der Faltschachtel gemäß Fig. 1 in der räumlichen
Anordnung, in der die Innenblenden verriegelt sind,
- Fig. 5
- eine vergrößerte Detailansicht einer Schnittdarstellung gemäß Linie V-V in Fig. 4,
- Fig. 6
- eine Fig. 1 entsprechende Darstellung einer Faltschachtel gemäß einer weiteren Ausführungsform,
- Fig. 7
- eine Fig. 4 entsprechende Darstellung der Faltschachtel gemäß Fig. 6 ,
- Fig. 8
- ein Set umfassend die Faltschachtel gemäß Fig. 7 mit einer weiteren Faltschachtel
als Stülpdeckel,
- Fig. 9
- eine Fig. 6 entsprechende Darstellung einer Faltschachtel gemäß einer weiteren Ausführungsform,
- Fig. 10
- eine Fig. 3 entsprechende Darstellung zum Überführen der flächigen Anordnung in die
räumliche Anordnung der Faltschachtel gemäß Fig. 9,
- Fig. 11
- eine Fig. 5 entsprechende Schnittdarstellung der Faltschachtel gemäß Fig. 9 in der
räumlichen Anordnung,
- Fig. 12
- eine Fig. 11 entsprechende Schnittdarstellung einer Faltschachtel gemäß einer weiteren
Ausführungsform und
- Fig. 13
- eine Fig. 12 entsprechende Schnittdarstellung einer Faltschachtel gemäß einer weiteren
Ausführungsform.
[0023] Eine in Fig. 1 bis 5 dargestellte Faltschachtel 1 ist zwischen einer flächigen Anordnung
gemäß Fig. 1 und einer räumlichen Anordnung gemäß Fig. 4 veränderlich anordenbar.
In der flächigen Anordnung weist die Faltschachtel 1 eine Länge L
f und eine Breite B
f auf, die deutlich größer sind als die Höhe der Faltschachtel 1 in der flächigen Anordnung.
Die Höhe der Faltschachtel 1 entspricht in der flächigen Anordnung in etwa der Materialdicke
der Faltschachtel 1.
[0024] Die Faltschachtel 1 umfasst einen einteiligen Faltzuschnitt 2. Mittig an dem Faltzuschnitt
2 ist eine Bodenwand 3 angeordnet. Die Bodenwand 3 weist eine rechteckige Kontur auf.
An zwei gegenüberliegenden Kanten der Rechteckkontur ist jeweils eine Seitenwand 4
schwenkbar angelenkt. Die beiden Seitenwände 4 sind an dem senkrecht zu einer Längsrichtung
5 orientierten Kanten der rechteckförmigen Kontur der Bodenwand 3 angeordnet. Die
Seitenwände 4 sind jeweils schwenkbar an der Bodenwand 3 angelenkt. Dazu ist zwischen
der jeweiligen Seitenwand 4 und der Bodenwand 3 ein erstes Schwenkgelenk 6 angeordnet.
Das erste Schwenkgelenk 6 umfasst eine Nut. Über jeweils ein zweites Schwenkgelenk
7 ist an den Seitenwänden 4 jeweils eine Innenblende 8 angelenkt. Gemäß dem gezeigten
Ausführungsbeispiel sind an den beiden Seitenwänden 4 jeweils eine Innenblende 8 schwenkbar
angelenkt. Es ist auch denkbar, dass nur an einer der beiden Seitenwände 4 eine Innenblende
8 angelenkt ist. Die Seitenwände 4 sind jeweils identisch ausgebildet. Die Seitenwände
4 weisen eine rechteckförmige Kontur auf, wobei deren Breite identisch ist zu der
Breite der Bodenwand 3. Insgesamt hat der Faltzuschnitt 2 entlang der Längsrichtung
5 eine konstante Breite. Die Innenblenden 8 sind im Wesentlichen identisch ausgeführt.
Die Innenblenden 8 haben eine rechteckförmige Kontur. Die Kontur der Innenblende 8
ist insbesondere im Wesentlichen identisch zu der Kontur der Seitenwand 4, an die
die Innenblende 8 schwenkbar angelenkt ist.
[0025] Die Innenblende 8 kann entlang der Längsrichtung 5, also insbesondere senkrecht zur
Schwenkachse des zweiten Schwenkgelenks 7, eine Innenblendenhöhe aufweisen, die größer
ist als die Seitenwandhöhe. In der räumlichen Anordnung, in der die Innenblende 8
gegenüber der Seitenwand 4 umgeschlagen ist, kann die Innenblende 8 aufgrund des geometrischen
Übermaßes an den Innenseiten der Faltschachtel 1, insbesondere der Bodenwand 3 und/oder
den benachbarten Seitenwänden, geklemmt werden.
[0026] Die Kontur und insbesondere die Längenverhältnisse der Außenkanten von Bodenwand,
Seitenwänden und/oder Innenblenden kann auch anders festgelegt werden. Es ist klar,
dass durch die Festlegung der Geometrie von Bodenwand und Seitenwänden die Geometrie
der Faltschachtel 1 in der räumlichen Anordnung festgelegt ist. Die Bodenwand 3 kann
beispielsweise eine dreieckförmige, fünfeckförmige, sechseckförmige, achteckförmige
oder andersartig gestaltete Kontur aufweisen.
[0027] Das erste Schwenkgelenk 6 und das zweite Schwenkgelenk 7 sind an der Seitenwand 4
gegenüberliegend angeordnet. Die ersten und zweiten Schwenkgelenke 6, 7 sind in dem
Faltzuschnitt 2 insbesondere durch Falzen oder Rillen hergestellt. An einer freien
Stirnseite 9, die an der Innenblende 8 dem zweiten Schwenkgelenk 7 gegenüberliegend
angeordnet ist, ist eine Verriegelungslippe 10 integral an der Innenblende 8 ausgeführt.
[0028] Die Verriegelungslippe 10, die im Weiteren noch näher erläutert wird, ist an der
Innenblende 8 stirnseitig angeordnet.
[0029] Die Verriegelungslippe 10 erstreckt sich entlang einer Außenkante der Stirnseite
9 der Innenblende 8. Die Verriegelungslippe 10 ist genauso lang wie die Außenkante
der Stirnseite 9. Eine Verriegelungslippenlänge L
1 ist gleich lang wie eine Außenkantenlänge L
2. Wesentlich ist, dass sich die Verriegelungslippenlänge L
1 entlang eines Großteils der Aßenkantenlänge L
2 erstreckt und insbesondere mindestens 80% der Außenkantenlänge L
2 beträgt. Gemäß dem gezeigten Ausführungsbeispiel sind Verriegelungslippenlänge L
1 und Außenkantenlänge L
2 genauso groß wie die Breite B
f des Faltzuschnitts 2 in der flächigen Anordnung.
[0030] Der Faltzuschnitt 2 kann aus einem einschichtigen Material, insbesondere Kartonage
oder Karton hergestellt sein. Der Faltzuschnitt 2 kann auch mehrlagig ausgeführt sein,
insbesondere zweilagig. Die verschiedenen Lagen können aus unterschiedlichen Materialien
ausgeführt sein. Die verschiedenen Lagen können verschiedene Materialdicken aufweisen.
Es ist beispielsweise denkbar, dass eine in Fig. 1 sichtbare, obere Innenlage eine
größere Dicke aufweist wie eine in Fig. 1 nicht sichtbare, untere Außenlage. Die Außenlage
ist in der räumlichen Anordnung der Faltschachtel 1 sichtbar. Die Außenlage muss höchsten
ästhetischen Ansprüchen genügen.
[0031] An der in Fig. 1 rechts dargestellten Seitenwand 4 ist mittels eines dritten Schwenkgelenks
11 eine Deckelwand 12 schwenkbar angelenkt. Das dritte Schwenkgelenk 11 fällt gemäß
der gezeigten Ausführungsform mit dem zweiten Schwenkgelenk 7 zusammen. Die beiden
Schwenkgelenke 7, 11 sind integral ausgeführt und bilden ein einheitliches Schwenkgelenk,
um das die Innenblende 8 und die Deckelwand 12 gemeinsam schwenkbar an der Seitenwand
4 angelenkt sind. Die Innenblende 8 ist unabhängig von der Deckelwand 12 mit der Seitenwand
4 schwenkbar verbunden. Gemäß der Anordnung in Fig. 1 ist die Innenblende 8 liegend
auf der Deckelwand 12 angeordnet. Die Deckelwand 12 in Fig. 1 ist deshalb nur teilweise
zu sehen. Über ein viertes Schwenkgelenk 13 ist an der Deckelwand 12 eine Schließwand
14 schwenkbar angelenkt. In der Schließwand 14 ist ein Schließelement 15 in Form eines
kreisscheibenförmigen Magnets eingebettet. Der Magnet ist von außerhalb nicht sichtbar
und deshalb gestrichelt gekennzeichnet. Das Schließelement 15 kann auch außenliegend
an der Schließwand 14 angeordnet sein.
[0032] An den Innenblenden 8 ist jeweils eine angeklebte Papierlasche 16 als Entriegelungselement
angeklebt. Die Papierlasche 16 steht an der freien Stirnseite 9 über. Die Papierlasche
16 dient zum Lösen der Innenblende 8 aus einer verriegelten Anordnung.
[0033] An den in Längsrichtung 5 orientierten Außenkanten der Bodenwand 3 ist jeweils über
ein fünftes Schwenkgelenk 17 eine Seitenwand 18 angelenkt. Die Seitenwände 18 sind
identisch ausgeführt. Die Seitenwände 18 weisen eine rechteckförmige Kontur auf. Ein
mittiger Abschnitt der Seitenwand 18 ist rechteckförmig ausgeführt und über das fünfte
Schwenkelement 17 unmittelbar mit der Bodenwand 3 verbunden. An dem mittigen Abschnitt
schließen sich in Längsrichtung 5 beidseitig etwa quadratische Faltabschnitte 20 an.
Der Faltabschnitt 20 ist über ein sechstes Schwenkgelenk 21 mit dem mittigen Abschnitt
19 schwenkbar verbunden. Der quadratische Faltabschnitt 20 ist entlang einer diagonalen
Biegelinie 22 gebogen, wobei die nach unten gebogene Lasche mit einer Rückseite an
der jeweils korrespondierenden Seitenwand 4 angeklebt ist. Dadurch ergibt sich beim
Aufstellen der in Längsrichtung 5 angeordneten Seitenwände 4 ein automatisches Aufklappen
der über die angeklebten Laschen der Faltabschnitte 20 angelenkten Seitenwände 18,
wie es in der
DE 20 2014 101 469.1 beschrieben ist, worauf - auch hinsichtlich des grundsätzlichen Aufbaus der Faltschachtel
1 - hiermit verwiesen wird.
[0034] Ein derartiges Zwischenstadium des Verschwenkens der Seitenwände 4, 18 ist in Fig.
3 dargestellt. Aus der abgeschlossenen räumlichen Anordnung der Faltschachtel 1 ergibt
sich, dass die Deckelwand 12 der Bodenwand 3 gegenüberliegend angeordnet ist. In dieser
Anordnung ist die Faltschachtel 1 an einer oberen Öffnung mittels der Deckelwand 12
verschlossen. Ein unbeabsichtigtes Öffnen der Deckelwand 12 ist durch ein Verschließen
mittels der Schließwand 14 und dem darin eingebetteten Schließelement 5 an der gegenüberliegenden
Seitenwand 4 möglich.
[0035] Nachfolgend wird anhand von Fig. 5 die Ausgestaltung der Verriegelungslippe 10 näher
erläutert. Die Verriegelungslippe 10 ist gemäß dieser Ausführungsform als geneigt
angeordnete Stirnfläche 23 ausgeführt. Die Stirnfläche ist zwischen einer der Seitenwand
4 zugewandten Außenfläche 24 und einer dem Innenraum, also für einen Betrachter sichtbaren
Innenfläche 25 der Innenblende 8 geneigt. Gemäß dem gezeigten Ausführungsbeispiel
beträgt der Neigungswinkel ungefähr 45°. Der Neigungswinkel kann auch anders ausgeführt
sein. Die Verriegelungslippe 10 ist derart ausgeführt, dass ein freies Ende, das zum
Anliegen an der Bodenwand 3 und/oder an einer der benachbarten Seitenwände 4 vorgesehen
ist, verjüngend ausgeführt ist. Diese Verjüngung, die eine Reduzierung der Querschnittsfläche
in einer Ebene senkrecht zur Ausdehnungsrichtung der Verriegelungslippe 10 bedeutet,
bewirkt eine Strukturflexibilität und insbesondere eine Strukturelastizität. Die Verriegelungslippe
10 kann in Folge der klemmenden Verriegelung geringfügig deformiert werden und beispielsweise
mit der längeren Außenkante der Verriegelungslippe 10 im Bereich der Innenfläche 25
nach außen geknickt bzw. gebogen sein. In diesem Fall kann die Innenfläche 25 zu der
Seitenwand 4 hin gebogen bzw. geknickt sein. Aufgrund der Strukturflexibilität und
Strukturelastizität der Verriegelungslippe 10 ist gewährleistet, dass allein die Verriegelungslippe
10 deformiert wird. Die Innenblende 8 bleibt undeformiert. Dadurch ist eine verbesserte
Verriegelung der Innenblende 8 gewährleistet.
[0036] In Fig. 5 ist aus Darstellungsgründen der mit der Rückseite an der Seitenwand 4 angeklebte
Faltabschnitt 20 nicht dargestellt.
[0037] Die Innenfläche 25 ist größer als die Außenfläche 24. Die Innenfläche 25 liegt mit
der in der räumlichen Anordnung unten liegenden Verriegelungslippe 10 linienförmig,
insbesondere entlang der Gesamtlänge der Außenkante, an der Bodenwand 3 und/oder an
der jeweils benachbarten Seitenwand 18 an. Für einen Betrachter ergibt sich eine geschlossen
anliegende Oberfläche. Insbesondere sind keine Ritzen oder unbeabsichtigte Hohlräume
sichtbar. Aufgrund der linienhaften Anlage ist die Verriegelung zuverlässig.
[0038] Insbesondere ist die Innenfläche 25 größer als die Innenseite der Bodenwand 3. Insbesondere
ist die Außenfläche 24 kleiner als die Bodenwand 3. Die Innenblendenhöhe, die der
Innenflächenhöhe entspricht, ist größer als die Seitenwandhöhe der Seitenwand 4. Insbesondere
beträgt die Innenblendenhöhe mindestens 102% der Seitenwandhöhe, insbesondere mindestens
105% und insbesondere mindestens 110%. Insbesondere entspricht das Übermaß der Höhe
der Verriegelungslippe 10.
[0039] Wenn die Verriegelungslippe 10 an einer der benachbarten Seitenwand 8 zugewandten
Seitenkante angeordnet ist, kann die Innenblende 8 ein Breitenübermaß gegenüber der
Bodenwand 3 aufweisen.
[0040] Die Verriegelungslippe könnte beispielsweise auch dadurch ausgeführt sein, dass die
Stirnfläche einfach oder mehrfach gestuft ausgeführt ist. Zwischen der Innenfläche
25 und der Außenfläche 24 ist auch ein nichtlinearer Verlauf der Stirnfläche 23 denkbar.
Beispielsweise könnte die Stirnfläche 23 gekrümmt, insbesondere konkav oder konvex
zwischen der Innenfläche 25 und der Außenfläche 24 ausgeführt sein.
[0041] Gemäß einem nicht gezeigten Ausführungsbeispiel ist es auch denkbar, das erste Schwenkgelenk
derart breit auszuführen, dass die Verriegelungslippe mit einem Anliegebereich in
der Nut des ersten Schwenkgelenks anordenbar ist. Die Verriegelungslippe ist dadurch
zusätzlich gehalten. Zusätzlich oder alternativ ist es möglich, die Biegelinie zwischen
der Seitenwand und der Seitenwand, insbesondere im Bereich des sechsten Schwenkgelenk,
derart auszuführen, dass die an einer seitlichen Kante der Innenblende angeordnete
Verriegelungslippe in eine Trennfuge des sechsten Schwenkgelenks eingreifen kann.
[0042] Nachfolgend wird anhand von Fig. 6 bis 8 eine weitere Ausführungsform der Erfindung
beschrieben. Identische Teile erhalten dieselben Bezugszeichen wie bei der ersten
Ausführungsform, auf deren Beschreibung hiermit verwiesen wird. Konstruktiv unterschiedliche,
jedoch funktionell gleichartige Teile erhalten dieselben Bezugszeichen mit einem nachgestellten
a.
[0043] Der wesentliche Unterschied gegenüber der ersten Ausführungsform besteht darin, dass
die Faltschachtel 1 a keine Deckelwand mit daran schwenkbar angelenkter Schließwand
aufweist. Entsprechend ist die Länge des Faltzuschnitts 2a gegenüber der ersten Ausführungsform
reduziert. Insbesondere ist der Aufwand für die Herstellung des Faltzuschnitts 2a
reduziert. Ein zusätzliches Ankleben der Deckelwand ist entbehrlich. Ein aus dem Faltzuschnitt
2a hergestellter Grundkörper der Faltschachtel 1 a ist in Fig. 7 perspektivisch dargestellt.
Anstelle eines einteilig angeschwenkten Deckels kann auf den Grundkörper der Faltschachtel
1 a eine weitere erfindungsgemäße Faltschachtel 26 als Stülpdeckel aufgesetzt werden.
Ein derartiges Set aus einer ersten Faltschachtel 1 a als Grundkörper und einer zweiten
Faltschachtel 26 als Stülpdeckel ist in Fig. 8 dargestellt.
[0044] Nachfolgend wird anhand von Fig. 9 bis 11 eine weitere Ausführungsform der Erfindung
beschrieben. Identische Teile erhalten dieselben Bezugszeichen wie bei den beiden
ersten Ausführungsformen, auf deren Beschreibung hiermit verwiesen wird. Konstruktiv
unterschiedliche, jedoch funktionell gleichartige Teile erhalten dieselben Bezugszeichen
mit einem nachgestellten b.
[0045] Der wesentliche Unterschied gegenüber den ersten beiden Ausführungsformen besteht
darin, dass die Verriegelungslippe 10b derart ausgeführt ist, dass die Innenfläche
25b kleiner ist als die Außenfläche 24b. Das bedeutet, dass die Stirnfläche 23b dem
von der Faltschachtel 1b gebildeten Behälterinnenraum zugewandt ausgeführt ist. Dadurch
ist ein verriegelndes Eingreifen in die zwischen der Seitenwand 4b und der Bodenwand
3b angeordnete Nut des ersten Schwenkgelenks 6 erleichtert. Die Innenblende 8b ist
im Übrigen identisch zu den Innenblenden der vorherigen Ausführungsbeispiele ausgeführt.
Die Innenblende 8b ist spiegelsymmetrisch gegenüber der Seitenwand 4b angeordnet.
[0046] Die Verriegelung der Innenblende 8b an der Nut des ersten Schwenkgelenks 6 ist verbessert.
Die Innenblende 8b ist zuverlässig gehalten. Ein unbeabsichtigtes Aufklappen der Innenblende
8b ist vermieden. Die Herstellung der Nut des ersten Schwenkgelenks 6 kann beispielsweise
durch Ausfräsen des flächigen Zuschnitts der Faltschachtel 1b erfolgen.
Trotzdem ist ein optisch störendes Entriegelungselement in Form einer Papierlasche
16 entbehrlich. Aufgrund der angeschrägten Ausführung der Verriegelungslippe 10b kann
die Innenblende 8b mit der Verriegelungslippe 10b aus der Nut des ersten Schwenkgelenks
6 durch Druck von außen auf die Seitenwand 4b herausgedrückt werden.
[0047] Anhand von Fig. 10 ist die Überfühning der Faltschachtel 1b nochmals perspektivisch
dargestellt. Mittels der Pfeile 27 ist eine Klapprichtung angedeutet, entlang der
die Innenblenden 8b um das zweite Schwenkgelenk 7 auf die Innenseite der Seitenwand
4b geklappt werden müssen.
[0048] Der flächige Zuschnitt der Faltschachtel 1b ist in Fig. 9 gezeigt.
Gemäß einer weiteren, nicht dargestellten Ausführungsform ist es möglich, die Innenblende
8b gemäß Fig. 11 derart anzuordnen, dass die Stirnfläche 23b der Seitenwand 4 zugewandt
ist. Die Stirnfläche 23b ist dann dem Innenraum der Faltschachtel 1b abgewandt. Eine
derartige Ausführungsform gewährleistet eine besonders stabile Ausführung der Verriegelung.
Ein unbeabsichtigtes Öffnen aus der räumlichen Anordnung gemäß Fig. 11 in eine flächige
Anordnung ist dann nicht mehr möglich. Es ist ausgeschlossen, dass die Innenblende
8b unbeabsichtigt verschwenkt wird.
[0049] Nachfolgend wird anhand von Fig. 12 eine weitere Ausführungsform der Erfindung beschrieben.
Identische Teile erhalten dieselben Bezugszeichen wie bei den vorherigen Ausführungsformen
auf deren Beschreibung hiermit verwiesen wird. Konstruktiv unterschiedliche, jedoch
funktionell gleichartige Teile erhalten dieselben Bezugszeichen mit einem nachgestellten
c.
[0050] Das in Fig. 12 gezeigte Ausführungsbeispiel entspricht im Wesentlichen dem Ausführungsbeispiel
gemäß Fig. 9 bis 11. Der wesentliche Unterschied besteht darin, dass die Bodenwand
3c einen Verstärkungsboden 28 aufweist. Die Verriegelungslippe 10c ist in der Nut
des ersten Schwenkgelenks 6 angeordnet. Die Stirnfläche 23c ist dem Behälterinnenraum
und insbesondere der Bodenwand 3c und dem Verstärkungsboden 28 zugewandt. Ein Öffnen
der Faltschachtel 1 c von der in Fig. 12 gezeigten räumlichen Anordnung in eine flächige
Anordnung ist möglich. Für das Öffnen der räumlichen Anordnung ist es erforderlich,
die Innenblende 8c gemäß Fig. 12 gegen den Uhrzeigersinn zu schwenken und mit der
Stirnfläche 23c an der Bodenwand 3c und dem Verstärkungsboden 28 vorbeizuführen. Dabei
kann die Stirnfläche 23c den Verstärkungsboden 28 und gegebenenfalls die Bodenwand
3c berühren. Dadurch ist ein Widerstand, insbesondere gegen unbeabsichtigtes Öffnen
gegeben. Um das Öffnen zu erleichtern, kann im unteren Bereich der Innenblende 8c
ein Zugband oder ein anderes Lösemittel zum Lösen der Innenblende 8c aus der verriegelten
Anordnung vorgesehen sein.
[0051] Der Verstärkungsboden 28 ist insbesondere nachträglich auf die Bodenwand 3c aufgeklebt.
Insbesondere ist der Verstärkungsboden 28 vollflächig mit der Bodenwand 3c verklebt.
Dadurch wird eine Bodenstruktur 3c, 28 mit erhöhter Wandstärke gebildet. Die Bodenstruktur
3c, 28 ist besonders stabil ausgeführt. Insbesondere ist die Wandstärke der Bodenstruktur
3c, 28 größer als die Wandstärke der Seitenwand 4c und/oder der Innenblende 8c. der
Zuschnitt für die Faltschachtel 1 c ist unaufwändig herstellbar. Es kann insbesondere
ein flächiger Zuschnitt wie in Fig. 9 gezeigt verwendet werden, wobei nachträglich
der Verstärkungsboden 28 aufgeklebt wird. Ein derartiges Herstellungsverfahren ist
besonders ressourcenschonend. Insbesondere ist es nicht erforderlich, die Wandstärke
der Seitenwand 4c oder der Innenblende 8c gegenüber der Bodenwand 3c zu reduzieren.
[0052] Der Verstärkungsboden 28 kann aus einem besonders steifen und widerstandsfähigen
Material wie beispielsweise Kunststoff oder Metall sein. Selbstverständlich kann der
Verstärkungsboden 28 aus Papier, Pappe oder Karton hergestellt sein. Die Dicke des
Verstärkungsbodens 28 beträgt etwa 20 % der Wandstärke der Bodenwand 3c. Das bedeutet,
dass die Bodenstruktur 3c, 28 eine Dicke aufweist, die mindestens 120 % der Wandstärke
der Bodenwand 3 beträgt. Es ist auch denkbar, dass der Verstärkungsboden 28 eine Dicke
aufweist, die mindestens 30 %, insbesondere mindestens 40 % und insbesondere mindestens
50 % der Wandstärke der Bodenwand 3c aufweist.
[0053] Nachfolgend wird anhand von Fig. 13 eine weitere Ausführungsform der Erfindung beschrieben.
Identische Teile erhalten dieselben Bezugszeichen wie bei den vorstehend beschriebenen
Ausführungsformen, auf deren Beschreibung hiermit verwiesen wird. Konstruktiv unterschiedliche,
jedoch funktionell gleichartige Teile erhalten dieselben Bezugszeichen mit einem nachgestellten
d.
[0054] Der wesentliche Unterschied gegenüber dem Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 13 besteht
darin, dass die Stirnfläche 23d der Seitenwand 4d zugewandt ist. Das bedeutet, dass
die Innenfläche 25d größer ist als die Außenfläche 24d. Insbesondere ist die Verriegelungslippe
10d innerhalb der Nut des ersten Schwenkelements 6 angeordnet. Ein Überstandsabschnitt
29 der Innenfläche 25d ist stirnseitig der Bodenwand 3 und dem Verstärkungsboden 28
zugewandt. Ein Schwenken der Seitenwand 8d gemäß Fig. 13 gegen den Uhrzeigersinn zu
dem Behälterinnenraum hin ist nicht möglich. Die Faltschachtel 1d ist besonders robust
und stabil ausgeführt.
1. Faltschachtel (1; 1a; 1b; 1c; 1d) umfassend eine Bodenwand (3; 3b; 3c; 3d), mehrere
jeweils schwenkbar an der Bodenwand (3; 3b; 3c; 3d) angelenkte Seitenwände (4, 18;
4b, 18; 4c, 18; 4d, 18) und eine an einer der Seitenwände (4, 18; 4b, 18; 4c, 18;
4d) schwenkbar angelenkte Innenblende (8; 8b; 8c; 8d) mit einer Verriegelungseinheit,
wobei
a. die Faltschachtel (1; 1a; 1b; 1c; 1d) durch Schwenken der Seitenwände (4, 18; 4b,
18; 4c, 18; 4d, 18) zwischen einer flächigen Anordnung und einer räumlichen Anordnung
veränderlich anordenbar ist,
b. in der räumlichen Anordnung die Innenblende (8; 8b; 8c; 8d) an benachbarten Seitenwänden
(18) und/oder an der Bodenwand (3; 3b; 3c; 3d) mittels der Verriegelungseinheit verriegelt
anordenbar ist,
c. die Verriegelungseinheit mindestens eine strukturelastische Verriegelungslippe
(10; 10b; 10c; 10d) umfasst.
2. Faltschachtel (1; 1a; 1b; 1c; 1d) gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Verriegelungslippe (10; 10b; 10c; 10d) stirnseitig an der Innenblende (8; 8b;
8c; 8d) angeordnet ist.
3. Faltschachtel (1; 1a; 1b; 1c; 1d) gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Verriegelungslippe (10; 10b; 10c; 10d) integral an der Innenblende (8; 8b; 8c;
8d) ausgeführt ist.
4. Faltschachtel (1; 1a; 1b; 1c; 1d) gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Verriegelungslippe (10; 10b; 10c; 10d) eine Stirnfläche (23; 23b; 23c; 23d) der
Innenblende (8; 8b; 8c; 8d) aufweist, die zumindest abschnittsweise gegenüber einer
Innenfläche (25; 25b; 25c; 25d) und/oder gegenüber einer Außenfläche (24; 24b; 24c;
24d) der Innenblende (8; 8b; 8c; 8d) geneigt angeordnet ist.
5. Faltschachtel (1; 1a; 1b; 1c; 1d) gemäß Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Stirnfläche (23; 23b; 23c; 23d) zwischen der Innenfläche (25; 25b; 25c; 25d)
und der Außenfläche (24; 24b; 24c; 24d) durchgängig geneigt angeordnet ist.
6. Faltschachtel (1; 1a; 1b; 1c; 1d) gemäß Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Innenfläche (25; 25b; 25c; 25d) größer ist als die Außenfläche (24; 24b; 24c;
24d).
7. Faltschachtel (1; 1a; 1b; 1c; 1d) gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Verriegelungslippe (10; 10b; 10c; 10d) sich entlang einer Außenkante der Innenblende
(8; 8b; 8c; 8d) erstreckt, wobei eine Verriegelungslippenlänge (L1) mindestens 80% einer Außenkantenlänge (L2) beträgt, wobei insbesondere L1 ≥ 0,85 · L2, insbesondere L1 ≥ 0,9 · L2, insbesondere L1 ≥ 0,95 · L2, insbesondere L1 ≥ 0,98 · L2 und insbesondere L1 = L2 gilt.
8. Faltschachtel (1; 1a; 1b; 1c; 1d) gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch ein zwischen der Bodenwand (3; 3b; 3c; 3d) und jeweils einer Seitenwand (4, 18; 4b,
18; 4c, 18; 4d, 18) angeordnetes Schwenkgelenk (6, 17) mit einer Nut, die insbesondere
als Falz oder Filmscharnier ausgeführt ist.
9. Faltschachtel (1; 1a; 1b; 1c; 1d) gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch eine Trennfuge zwischen zwei benachbarten Seitenwänden (4, 18; 4b, 18; 4c, 18; 4d,
18) in der räumlichen Anordnung, wobei die Trennfuge insbesondere durch eine zumindest abschnittsweise beabstandete Anordnung von einander zugewandten Stirnseiten
benachbarter Seitenflächen (4, 18; 4b, 18; 4c, 18; 4d, 18) ausgeführt ist.
10. Faltschachtel (1; 1a; 1b; 1c; 1d) gemäß Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Verriegelungslippe (10; 10b; 10c; 10d) zum verriegelten Anordnen der Innenblende
(8; 8b; 8c; 8d) mit dem Schwenkgelenk (6, 17) und/oder der Trennfuge zusammenwirkt,
wobei die Verriegelungslippe (10; 10b; 10c; 10d) insbesondere in der Nut und/oder
in der Trennfuge anordenbar ist.
11. Faltschachtel (1; 1a; 1b; 1c; 1d) einem der vorstehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch einen einteilig ausgeführten Faltzuschnitt (2; 2a).
12. Faltschachtel (1; 1a 1b; 1c; 1d) gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch eine Deckelwand (12), die in der räumlichen Anordnung der Bodenwand (3; 3b; 3c; 3d)
gegenüberliegend angeordnet ist.
13. Faltschachtel (1; 1a; 1b; 1c; 1d) gemäß Anspruch 12, gekennzeichnet durch eine Schließwand (14), die in der räumlichen Anordnung insbesondere an einer Seitenwand
(4; 4b; 4c; 4d) verschließend anliegt.
14. Set umfassend eine, insbesondere als Grundkörper ausgeführte, erste Faltschachtel
(1a; 1b; 1c; 1d) gemäß einem der Ansprüche 1 bis 11 und eine, insbesondere als zu
dem Grundkörper korrespondierender Stülpdeckel ausgeführte, zweite Faltschachtel (26)
gemäß einem der Ansprüche 1 bis 11.