GEBIET DER ERFINDUNG
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Wickeleinrichtung zum Umwickeln eines Körpers
mit einem Wickelband, die mindestens eine Spulenkopf mit wenigstens einer Spule, auf
der ein Wickelband aufgerollt bereitgestellt werden kann, um das Wickelband abzugeben,
und mindestens einen Wickelkopf umfasst, welcher wenigstens eine Zuführeinrichtung
für das Wickelband umfasst, mit der das Wickelband dem zu umwickelnden Körper zugeführt
werden kann. Außerdem betrifft die Erfindung einen entsprechenden Wickelkopf.
STAND DER TECHNIK
[0002] Aus der deutschen Offenlegungsschrift
DE 44 36 651 A1 ist eine Vorrichtung zum Umwickeln eines länglichen Körpers mit einem oder mehreren
Wickelbändern bekannt, welche einen um eine Achse rotierenden Wickelkopf umfasst,
durch welchen der zu umwickelnde längliche Körper, insbesondere ein Kabel oder dergleichen,
axial entlang der Drehachse des Wickelkopfs hindurchläuft. Der Wickelkopf umfasst
eine oder mehrere Bandrollen und mehrere Zuführelemente, die jeweils einem oder mehreren
Wickelbändern auf den Bandrollen zugeordnet sind und ortsfest am Wickelkopf angeordnet
sind. Das zu umwickelnde Wickelband wird von den Bandrollen abgewickelt und über die
Zuführelemente an den zu umwickelnden Körper zugeführt, sodass durch die Drehung des
Wickelkopfs der zu umwickelnde Körper mit dem Wickelband umwickelt wird.
[0003] Ein derartiger Wickelkopf kann auch in einer zylindrischen Grundform mit einer Drehscheibe
zur Anordnung an einer Drehwelle und einem, von der Scheibe beabstandeten Ring zur
Anordnung der Zuführelemente ausgebildet sein, sodass in dem Drehgestell aus Drehscheibe
und beabstandetem Ring ein Aufnahme gebildet ist, in der ein Spulenkopf zur Bereitstellung
von einem oder mehreren Wickelbändern angeordnet werden kann.
[0004] Die deutsche Patentschrift
DD 253700 A1 offenbart ebenfalls eine Vorrichtung zum Umwickeln eines länglichen Körpers mit Bändern,
wobei radial zur Wickelachse des Wickelkopfs mehrere Scheiben zur Aufnahme der Wickelbänder
angeordnet sind und die Bänder über Umlenkrollen dem Auflaufpunkt des Wickelbandes
an dem zu umwickelnden Körper zugeführt werden.
[0005] Aus der österreichischen Patentschrift
AT 59729 E ist eine Vorrichtung zum Heißumwickeln von elektrischen Leitern bekannt, welche einen
äußeren drehfesten Ring umfasst, durch dessen Inneres der zu umwickelnde Körper läuft,
wobei im Innenraum des drehfesten Rings ein drehender Ring angeordnet ist, der mindestens
eine Spule umfasst, an der das Wickelband aufgerollt ist, wobei der zu umwickelnde
Körper eine Translationsbewegung ausführt, sodass im Zusammenwirken mit der Drehbewegung
des inneren Rings ein spiralförmiges Umwickeln des zu umwickelnden Körpers erfolgt.
[0006] Bei der Umwickelung eines sich mit einer Vorschubgeschwindigkeit sich bewegenden
Körpers ist es erforderlich, dass das Wickelband mit einer definierten und auf die
Vorschubgeschwindigkeit des zu umwickelnden Körpers abgestimmten Wickelgeschwindigkeit
um den sich entlang der Drehachse bewegenden Körper gewickelt wird, um eine gewünschte
Wicklung zu erhalten. Gleichzeitig muss die Zufuhr des Wickelbandes durch eine geeignete
Abwicklung des Wickelbandes von einer Spule gewährleistet werden, wobei der Wickeldurchmesser
der Spule und somit die Drehgeschwindigkeit der Spule mit fortlaufender Wicklung um
den Körper und entsprechender Abwicklung von der Spule geändert werden. Darüber hinaus
muss sichergestellt werden, dass das Wickelband unter einer gewissen Zugspannung gehalten
wird, um ein gutes Wickelergebnis zu erzielen. Dabei muss beachtete werden, dass die
Zugspannung nicht zu groß wird, da dünne und empfindliche Bandmaterialien leicht reißen
können.
[0007] Bei hohen Wickelgeschwindigkeiten ergeben sich zudem Einflüsse auf das Wickelband,
die unter anderem durch den sich schnell drehenden Wickelkopf erzeugt werden, wie
z.B. Windlasten, die von dem Wickelkopf erzeugt werden und auf das Wickelband einwirken,
sowie Schwingungen und andere unerwünschte Bewegungen des Wickelbands.
[0008] Entsprechend müssen die Drehgeschwindigkeiten des Wickelkopfs und einer oder mehrerer
Spulen, die das Wickelband bereitstellen, sowie die Vorschubgeschwindigkeit des zu
umwickelnden Körpers gesteuert bzw. geregelt werden, sodass sich der Wickelkopf mit
einer vom Benutzer definierten Drehzahl, z.B. mit einer konstanten Drehzahl oder bei
Bedarf auch mit variierenden Drehzahlen, um den zu umwickelnden Körper dreht, sodass
das Umwickeln entsprechend der genau definierten Drehung des Wickelkopfs, die auf
die Geschwindigkeit der linearen Bewegung des Körpers abgestimmt ist, und unter Berücksichtigung
des abnehmenden Wickeldurchmessers auf der Spule mit einer möglichst konstanten Zugspannung
auf das zu wickelnde Material (Wickelband) erfolgt.
OFFENBARUNG DER ERFINDUNG
AUFGABE DER ERFINDUNG
[0009] Demgemäß liegt die Aufgabe der vorliegenden Erfindung darin, eine Wickeleinrichtung
bereitzustellen, mit der ein Wickelband bei der Umwickelung eines Körpers mit genau
definierter Wickelgeschwindigkeit und geringer Belastung des Wickelbandes effizient
gewickelt werden kann, wobei eine gewünschte Wicklung exakt erzielbar sein soll.
TECHNISCHE LÖSUNG
[0010] Diese Aufgabe wird durch einen Wickelkopf mit den Merkmalen des Anspruchs 1 und einer
Wickeleinrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs 13 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen
sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche.
[0011] Die Erfindung schlägt eine Wickeleinrichtung vor, die mindestens einen Spulenkopf
mit mindestens einer Spule aufweist, um ein Wickelband bereitzustellen. Außerdem umfasst
die Wickeleinrichtung einen Wickelkopf, der mindestens eine Zuführeinrichtung umfasst,
die das zu wickelnde Wickelband von dem Spulenkopf erhält und das Wickelband zum Wickelpunkt
oder Auflaufpunkt auf dem zu umwickelnden Körper führt. Der Wickelkopf weist ein Drehgestell
auf, an dem die mindestens eine Zuführeinrichtung angeordnet ist und der eine zylindrische
Grundform aufweist und einen Aufnahmeraum definiert, in dem der Spulenkopf koaxial
zum Wickelkopf angeordnet ist. Spulenkopf und Wickelkopf können sich unabhängig voneinander
um die gleiche Drehachse drehen, entlang der der zu umwickelnde Körper angeordnet
ist und entlang der sich der zu umwickelnde Körper relativ zum Spulenkopf und Wickelkopf
bewegen kann. Hierzu wird der zu umwickelnde Körper durch zentrale Öffnungen im Spulenkopf
und Wickelkopf geführt.
[0012] Als Wickelband können sämtliche geeigneten Stoffe verwendet werden, wie Fäden, Fasern,
Bänder, Seile und Drähte, die aus unterschiedlichen Materialien, wie Glas, Kunststoffen
und dergleichen gebildet sein können. Der Wickeleinrichtung gemäß der vorliegenden
Erfindung kann vorzugsweise für das Umwickeln von Drähten mit Isoliermaterialien,
beispielsweise Glasfaserfäden, Isolierfolien oder Ähnlichem, verwendet, wobei der
zu umwickelnde Körper außerdem ein Seil oder eine Kunststofffaser sein kann.
[0013] Die Zuführeinrichtung kann verschiedene Führungselemente und/oder Umlenkelemente,
Rollen und dergleichen umfassen. Am Wickelkopf sind geeignete Befestigungselemente
zur Anordnung von Komponenten der Zuführeinrichtung, wie Umlenkrollen oder Führungselemente
ausgebildet.
[0014] Unter unabhängiger Drehung von Spulenkopf und Wickelkopf ist zu verstehen, dass sich
Spulenkopf und Wickelkopf sowohl alleine als auch zusammen und jeweils mit unterschiedlichen
oder gleichen Drehgeschwindigkeiten bewegen können.
[0015] Die zylindrische Grundform des Drehgestells des Wickelkopfs ist durch die zwei Stirnseiten
und die Mantelfläche eines Zylinders definiert, wobei der Zylinder als abstrakte geometrische
Form zu verstehen ist und nicht durch einen konkreten Körper ausgebildet ist.
[0016] Allerdings weist das Drehgestell des Wickelkopfs erfindungsgemäß eine Mantelflächenwand
auf, die sich flächig und zumindest teilweise entlang der Mantelfläche der zylindrischen
Grundform des Drehgestells erstreckt. Durch die Mantelflächenwand wird eine aerodynamisch
optimierte Form des Drehgestells erreicht, die der Erzeugung von verwirbelten Luftmassen
bei hohen Drehgeschwindigkeiten entgegenwirkt und damit die Windlast und die Schwingungen
des Wickelbandes reduziert.
[0017] Die Mantelflächenwand kann sich in axialer Richtung über die gesamte Länge zwischen
den Stirnseiten erstrecken, an denen das Drehgestell zum einen eine Drehscheibe zur
Anordnung an einer Drehwelle aufweist und an der gegenüberliegenden Stirnseite offen
ist und/oder eine Stirnseitenwand umfasst. Darüber hinaus erstreckt sich die Mantelflächenwand
in Umfangsrichtung entlang der Mantelfläche der zylindrischen Grundform über einen
oder mehrere Teile des Umfangs oder entlang des gesamten Umfangs. Vorteilhafterweise
erstreckt sich die Mantelflächenwand zumindest über eine Strecke, die größer ist als
die axiale Dimension, also den Abstand der Stirnseiten.
[0018] Die Mantelflächenwand kann mit der Drehscheibe und/oder der Stirnseitenwand einstückig
ausgebildet sein.
[0019] An der Drehscheibe können Verbindungselemente, wie Gewindelöcher oder dergleichen,
vorgesehen sein, um das Drehgestell mit einer Drehwelle zu verbinden.
[0020] Vorzugsweise kann die Mantelflächenwand möglichst geschlossen ausgebildet sein, also
entlang der gesamten Umfangsrichtung eine geschlossene Wand bilden. Allerdings kann
es zur Montage des Spulenkopfs im Inneren des Wickelkopf und/oder des Wickelbands
an der Zuführeinrichtung vorteilhaft sein, Öffnungen in der Mantelflächenwand vorzusehen.
Öffnungen in der Mantelflächenwand können darüber hinaus auch dazu dienen, das Wickelband
zu überwachen, beispielsweise mit Sensoren, die auch Kameras und/oder Beleuchtungseinrichtungen,
wie Stroboskope einschließen können. Diese als Sensoröffnungen bezeichneten Öffnungen
können insbesondere schlitzförmig mit der Schlitzlängsachse in Umfangsrichtung der
Mantelflächenwand ausgebildet sein, um eine möglichst lange Erfassung des Wickelkopfinneren
durch einen Sensor während der Drehung des Wickelkopfs zu ermöglichen.
[0021] Die Anzahl der Öffnungen kann vorzugsweise begrenzt sein, beispielsweise auf weniger
oder gleich 5 Öffnungen, insbesondere weniger oder gleich 4, vorzugsweise weniger
oder gleich 3 Öffnungen, und zwar bezogen auf die gesamte Mantelfläche.
[0022] Zwei Öffnungen können vorzugsweise einander gegenüberliegend ausgebildet sein, und
zwar jeweils im Bereich der Positionen von Umlenkrollen, um zwei Wickelbänder getrennt
voneinander sowohl an der einen als auch der anderen Seite an den Umlenkrollen anordnen
zu können, wobei entweder zwei Bänder oder nur ein Band vorgesehen sein können. Jedes
Wickelband kann von dem zentral angeordneten Spulenkopf nach außen in den Bereich
der Mantelflächenwand und dann nach vorne in den Bereich der Stirnseite geführt werden,
um dort von Führungselementen auf den zu umwickelnden Körper geführt zu werden.
[0023] Die Öffnungen können auch möglichst klein gehalten werden, um die geschlossene Form
des Wickelkopfs so wenig wie möglich zu beeinträchtigen.
[0024] Somit kann die Mantelflächenwand mindestens 50 % der Mantelfläche, vorzugsweise mindestens
60 % der Mantelfläche, vorzugsweise mindestens 75 % der Mantelfläche und höchst vorzugsweise
mindestens 85 % der Mantelfläche bedecken.
[0025] Die Öffnungen können durch Abdeckungen verschließbar sein, um eine möglichst geschlossene
Umfangsfläche zu schaffen.
[0026] Die Abdeckungen von Sensoröffnungen, über die das Innere des Wickelkopfs und insbesondere
das Wickelband mit Sensoren oder Kameras überwacht werden kann, können für die von
dem Sensor verwendete Strahlung transparent ausgebildet sein und auch dauerhaft in
der Mantelflächenwand verankert sein. In einem einfachen Fall kann es sich um eine
lichtdurchlässige Abdeckung handeln, um mit einer Kamera das Wickelband beobachten
zu können und/oder mit einer Beleuchtungseinrichtung eine geeignete Beleuchtung vornehmen
zu können.
[0027] Das Drehgestell kann an der der Drehscheibe gegenüberliegende Stirnseite weitgehend
offen ausgebildet sei. Zur weiteren Verbesserung der Strömungsmechanik bzw. Aerodynamik
kann die stirnseitige Öffnung eine Stirnseitenwand in Form eines Ringflansches aufweisen,
der am äußeren Rand der stirnseitigen Öffnung angeordnet sein kann. Darüber hinaus
ist es auch möglich, dass auch die der Drehscheibe gegenüberliegende Stirnseite über
einen Flansch hinaus weitgehend geschlossen ausgebildet wird, z.B. mittels eines abnehmbaren
Deckels oder mehrerer Deckelteile, wie Deckelhälften, um auch hier eine möglichst
geschlossene Oberfläche zu schaffen, sodass Windverwirbelungen weitgehend vermieden
werden können. Damit können bei dem Wickelkopf sämtliche Seiten mit der Drehscheibe,
der Mantelfläche und der Stirnseite bis auf unbedingt erforderliche Öffnungen verschlossen
ausgebildet sein.
[0028] Nach einem weiteren Aspekt der Erfindung, für den selbstständig und in Kombination
mit anderen Aspekten der Erfindung Schutz begehrt wird, kann der Wickelkopf bzw. das
Drehgestell zumindest teilweise aus einem Leichtbauwerkstoff gebildet sein, um die
auftretenden Kräfte bei der Rotation und die Trägheitsmomente für die Geschwindigkeitsteuerung
bzw. - regelung klein zu halten bzw. zu erniedrigen, insbesondere wenn nach dem vorangegangenen
Aspekt der Erfindung eine nahezu geschlossene Hülle des Wickelkopfs ausgebildet wird.
[0029] Gleichzeitig muss aber eine ausreichende Festigkeit sichergestellt werden, sodass
insbesondere Werkstoffe mit einer hohen spezifischen Festigkeit in Frage kommen, beispielsweise
mit spezifischen Festigkeiten größer oder gleich 50 Nm/g, insbesondere größer oder
gleich 75 Nm/g, vorzugsweise größer oder gleich 150 Nm/g.
[0030] Als Leichtbauwerkstoff können faserverstärkte Kunststoffe eingesetzt werden, wie
kohlefaserverstärkte Kunststoffe, die auch unter der Abkürzung Karbon bekannt sind.
Dabei kann der Wickelkopf bzw. das Drehgestell oder Teile davon aus verschiedenen,
laminierten Faserlagen oder - matten gebildet sein, wobei die Faserlagen oder - matten
in der Ausrichtung der Fasern variieren können, um ein möglichst homogenes Werkstoffverhalten
zu erzeugen. Darüber hinaus ist es auch möglich, die Fasern in bestimmte Richtungen
orientiert anzuordnen, um beispielsweise besonderen Belastungen Rechnung zu tragen.
[0031] Das Drehgestell kann zu einem großen Teil aus dem Leichtbauwerkstoff gebildet sein,
insbesondere zu mehr als 50 Vol.%, insbesondere mehr als 70 Vol.%, vorzugsweise mehr
als 80 Vol.%. Insbesondere die Befestigungselemente für die Zuführeinrichtung oder
deren Komponenten und/oder die Verbindungselemente zur Drehwelle können aus einem
anderen Werkstoff, z.B. Stahl gebildet sein.
[0032] Die erfindungsgemäße Wickeleinrichtung verwendet somit zwei gleichzeitig rotierende
Köpfe, nämlich den Wickelkopf und den Spulenkopf, wobei der Wickelkopf als Leichtbaukopf,
insbesondere Karbonkopf ausgebildet ist und/oder einen möglichst geschlossenen Umfang
aufweist, sodass die Struktur des Wickelkopfs strömungsmechanisch optimiert ist und
das zu wickelnde Material mit einer möglichst geringen Windlast beaufschlagt wird,
wodurch Schwingungen des Wickelbands und höhere Abwickelwiderstände vermieden werden
können und somit die Genauigkeit des Wickelvorgangs zunimmt.
[0033] Ein weiterer Vorteil des erfindungsgemäßen Wickelkopfs besteht darin, dass durch
das geringe Gewicht des Wickelkopfs, welcher aus einem leichten Material gefertigt
ist, geringere Rotationskräfte beziehungsweise Drehmomente zu beherrschen sind, sodass
die Nachregelung der Drehgeschwindigkeit während des Umwickelns eine geringere Leistung
erfordert und somit Energie eingespart werden kann und außerdem mit höheren Drehgeschwindigkeiten
gearbeitet werden kann, sodass die Produktivität des Wickelvorgangs steigt.
KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
[0034] Die beigefügten Zeichnungen zeigen in rein schematischer Weise in
- Fig. 1
- eine seitliche Darstellung einer erfindungsgemäßen Wickeleinrichtung,
- Fig. 2
- eine perspektivische Ansicht eines Wickelkopfs gemäß der vorliegenden Erfindung ohne
Bauteile der Zuführeinrichtung und in
- Fig. 3
- eine perspektivische Ansicht eines Wickelkopfs gemäß der vorliegenden Erfindung mit
Bauteilen der Zuführeinrichtung.
AUSFÜHRUNGSBEISPIELE
[0035] Weitere Vorteile, Kennzeichen und Merkmale der vorliegenden Erfindung werden bei
der nachfolgenden detaillierten Darstellung der Ausführungsbeispiele deutlich, wobei
die Erfindung nicht auf diese Ausführungsbeispiele beschränkt ist.
[0036] Figur 1 zeigt eine rein schematische Seitendarstellung einer Wickeleinrichtung, bei
der teilweise verdeckte Bauteile gestrichelt dargestellt sind. Die Wickeleinrichtung
umfasst eine Drehwelle 60, einen Wickelkopf 1, einen Spulenkopf 70 und eine Transporteinrichtung
61, mit der der zu umwickelnde Körper 50 durch den Spulenkopf 70 und den Wickelkopf
1 entlang der gemeinsamen Drehachse gezogen werden kann. Auf dem Spulenkopf 70 ist
eine Wicklung 53 des Wickelbandes 51 angeordnet, die abgewickelt werden kann, wobei
das Wickelband 51 zu einer Umlenkrolle 80 geführt wird, die in oder im Bereich der
Mantelflächenwand 2 und/oder an den Stirnseiten 3, 4 gelagert ist. Von der Umlenkrolle
wird das Wickelband 51 zur Stirnseite 3 und einem dort angeordneten Führungselement
81 geleitet, welches das Wickelband 51 auf den zu umwickelnden Körper 50 zwingt, sodass
er zu einem gewickelten Körper 52 wird. Zur Führung des Wickelbands, welches aus unterschiedlichsten
Materialien gebildet sein kann, können sämtliche geeigneten Führungselemente und/oder
Umlenkelemente eingesetzt werden, wie Gleitführungen aus keramikbeschichteten Ösen
und dergleichen.
[0037] In der Fig. 1 sind zwei Öffnungen 8, 9 des Wickelkopfs 1 gezeigt, wobei durch die
Montageöffnung 8 ein Teil des Spulenkopfs 70 und eine Umlenkrolle 80 der Zuführungseinrichtung
sowie das Wickelband 51 zu sehen sind.
[0038] Die Öffnung 9 ist eine Sensoröffnung, über die der Sensor 63, der mit einer Steuerungs
- und/oder Regelungseinrichtung 62 der Wickeleinrichtung verbunden ist, die Situation
des Wickelbands 51 innerhalb des Wickelkopfs erfassen kann, z.B. den Durchmesser des
noch auf dem Spulenkopf aufgewickelten Bandes oder dergleichen.
[0039] Die Fig. 2 und 3 zeigen jeweils eine perspektivische Ansicht eines Wickelkopfs 1
gemäß der vorliegenden Erfindung ohne bzw. mit Bauteilen der Zuführeinrichtung, wie
er in der Wickeleinrichtung der Fig. 1 eingesetzt werden kann.
[0040] Der Wickelkopf 1 weist eine zylindrische Grundform mit einer Mantelflächenwand 2
und zwei einander gegenüberliegenden Stirnseiten 3, 4 auf. An der einen Stirnseite
3 ist eine Stirnseitenwand 30 in Form eines Ringflansches ausgebildet. In der Stirnseitenwand
30 sind verschiedene Befestigungselemente in Form von Befestigungsbohrungen 31, 32,
33 angeordnet, um ein Führungselement der Zuführeinrichtung zu befestigen.
[0041] Die Stirnseite 4 weist eine Drehscheibe 40 mit einem Verbindungselement 43 zur Verbindung
mit einer Drehwelle auf. Das Verbindungselement ist durch eine metallische Grundplatte
43, beispielsweise aus Stahl oder Aluminium, gebildet, welche eine zentrale Durchgangsbohrung
44 umfasst, wobei die Drehscheibe 40 mehrere Anschlussstücke 41,42 aufweist, an denen
wahlweise verschiedene Anbauteile, wie Gewichte, Wuchtscheiben oder dergleichen, befestigt
werden können.
[0042] Gemäß Fig. 2 und 3 weist die Mantelflächenwand 2 des Wickelkopfs 1 vier Öffnungen
8a, 8b, 9 und 10 auf, wobei der Flächenanteil und die Anzahl der Öffnungen möglichst
gering sind. Zwei Öffnungen 8a, 8b sind einander gegenüberliegend jeweils an den Positionen
der Umlenkrollen 80 ausgebildet sind, wobei das obere und untere Ende der Umlenkrollen
80 jeweils in den Befestigungsbohrungen 31 der Stirnseitenwand 30 und der Drehscheibe
40 befestigt werden können und die Umlenkrollen 80 längs zu den beiden Öffnungen 8a,
8b verlaufen, sodass das Wickelband ausgehend von dem Spulenkopf einfach um die Umlenkrollen
80 gespannt werden kann und sowohl an der einen als auch der anderen Seite über die
Umlenkrollen 80 von der Mitte nach außen und nach vorne geführt werden kann. Die Öffnungen
8a, 8b sind dabei länglich und quer zur Umfangsrichtung ausgebildet.
[0043] Anstelle der Umlenkrollen 80 können auch andere Führungselemente an den Öffnungen
8a, 8b angeordnet werden.
[0044] Des Weiteren ist unterhalb der Befestigungsbohrungen 32 und 33 eine weitere Öffnung
9 ausgebildet, wobei eine Halterung 90 an den Befestigungsbohrungen 33 befestigt ist.
[0045] An der Halterung 90 ist ein Umlenkelement 91 mittig in der Öffnung 9 angeordnet,
um damit das Wickelband von den Umlenkrollen 80 zur Wickelführung 11der Zuführeinrichtung
nach vorne und außen umzulenken.
[0046] Neben dem Umlenkelement 91 kann ein Sensor (nicht gezeigt) an der Halterung 90 angeordnet
sein, um damit den Abwickelvorgang an dem Spulenkopf und den Lauf des Wickelbandes
zu überwachen.
[0047] Das Umlenkelement 91 oder ein entsprechende Sensor können winkel- und/oder höhenverstellbar
an der Halterung 90 in der Öffnung 9 angebracht sein.
[0048] Darüber hinaus können weitere Komponenten der Zuführeinrichtung an der Halterung
90 angeordnet sein.
[0049] Gegenüber der Öffnung 9 ist eine schlitzförmige Sensoröffnung 10 an der Mantelflächenwand
2 mit der Längsachse längs zur Umfangsrichtung ausgebildet. Durch die Sensoröffnung
10 kann wenigstens ein Sensor (nicht gezeigt) den Innenraum 6 des Wickelkopfs 1 und
den Bandlauf des Wickelbands überwachen.
[0050] Die Öffnungen 8a, 8b, 9 und 10 können bei Bedarf nach Möglichkeit mit Abdeckungen
(nicht gezeigt), welche an den Öffnungen 8a, 8b, 9 und 10 befestigt werden, verschlossen
werden, sodass eine möglichst geschlossene Mantelflächenwand 2 entsteht.
[0051] Für die Sensoröffnungen 10 kann einer transparenten Abdeckung vorgesehen werden,
die für die Strahlung, die der Sensor erfasst, transparent ist.
[0052] An der Stirnseitenwand 30 ist eine Wickelführung 11 an den Befestigungsbohrungen
32 befestigt, wobei die Wickelführung 11 ein Wickelelement 111 und mehrere Führungsrollen
112,113 umfasst. Darüber hinaus kann die Wickelführung 11 eine Haftvermittlereinheit
(nicht gezeigt) beinhalten, welche die Haftung des Wickelbands an dem zu umwickelnden
Körper verbessert, beispielsweise ein Heißluftgebläse.
[0053] Die Wickelführung 11 des in Fig. 3 gezeigten Ausführungsbeispiels weist zwei Stege
auf, die sich über die Stirnseite erstrecken und das Wickelelement 111 und die Führungsrollen
112,113 tragen. Im gezeigten Ausführungsbeispiel sind die Führungsrollen 112,113 über
seitliche Halter oberhalb der Stege angeordnet. Im Sinne einer weiteren Reduzierung
von Quellen für Windverwirbelungen kann die Wickelführung auch so ausgebildet sein,
dass die Führungsrollen 112,113 direkt in den Stegen angeordnet sind, um die überstehenden
Halter und Führungsrollen 112,113 zu vermeiden und die Führungsrollen 112,113 kompakt
zwischen den Stegen aufzunehmen.
[0054] Die Wickelführung 11 ist an der Stirnseitenwand 30 befestigt, wobei die Stirnseitenwand
30 einstückig mit der Mantelflächenwand 2 ausgebildet ist.
[0055] Ebenso kann die Drehscheibe 40 mit der metallischen Grundplatte 43 einstückig mit
der Mantelflächenwand 2 des Wickelkopfs verbunden sein.
[0056] Der Wickelkopf 1 mit Drehscheibe 40, Mantelflächenwand 2 und Stirnseitenwand 30 kann
aus kohlefaserverstärktem Kunststoff gebildet werden, welcher ein niedriges Gewicht
bei hoher Festigkeit aufweist. Die Befestigungsbohrungen 31, 32, 33 und/oder die Anschlussstücke
41, 42 und/oder das Verbindungselement 43 können als metallische Bauteile ausgeführt
sein und in den kohlefaserverstärkten Kunststoff einlaminiert werden.
[0057] Die Funktion der Wickeleinrichtung wird nachfolgend beschrieben. Ein Wickelkopf 1
ist axial drehbar an einer Drehwelle gelagert. Ein Spulenkopf, auf dem das zu wickelnde
Material (Wickelband), beispielsweise ein Isoliermaterial, aufgewickelt ist, befindet
sich axial mittig und drehbar in dem Wickelkopf 1, wobei der Spulenkopf 70 unabhängig
von dem Wickelkopf 1 gedreht wird. Der zu umwickelnde Körper 50 wird zentral durch
die Drehachse des Spulenkopfs 70 und des Wickelkopfs 1 sowie durch die Wickelführung
11 hindurchgeführt. Der zu umwickelnde Körper 50 wird somit linear entlang der zentralen
Achse der Wickeleinrichtung bewegt und führt somit eine Translationsbewegung relativ
zur Wickeleinrichtung aus. Gleichzeitig dreht sich der Spulenkopf 70 und der Wickelkopf
1, sodass das auf dem Spulenkopf 70 aufgewickelte Material abgewickelt wird und über
die Umlenkrollen 80 und/oder ähnliche Führungselemente nach vorne und außen geführt
wird, sodass das Wickelband 51 von den Führungsrollen 113 der Wickelführung 11 aufgenommen
werden kann. Da sich der Wickelkopf 1 dreht, bewegt sich die Wickelführung 11 für
das Wickelband um den zu umwickelnden Körper, sodass das Wickelband den sich axial
bewegenden Körper durch das Zusammenwirken der Translationsbewegung des Körpers und
der Drehbewegung des Wickelkopfs umwickelt.
Beispiel 1: Stromverbrauch in Abhängigkeit von der Drehzahl
[0058] Ein herkömmlicher Wickelkopf aus Metall und der erfindungsgemäße Wickelkopf, der
als Karbonkopf ausgebildet ist, werden in eine horizontale Anlage eingebaut, d.h eine
Anlage, in der der zu umwickelnde Körper horizontal vorliegt bzw. bewegt wird. In
beiden Wickelköpfen wird dasselbe Wickelband (PTFE Natur 230 µm*10 gesintert) verwendet.
Beide Antriebsmotoren sind gleich.
[0059] Im ersten Versuchsaufbau sind die Steigung (6 mm) der Wicklung und die Bandspannung
(5 N) konstant. Tabelle 1 zeigt den Stromverbrauch in Abhängigkeit von der Drehzahl,
wobei der Karbonkopf mit dem gleichen Motor, derselben Steigung und Bandspannung weniger
Strom in Abhängigkeit von der Drehzahl verbraucht.
Tabelle 1
| Stromverbrauch für Metallkopf (A) |
Stromverbrauch für Karbonkopf (A) |
Vergleich in % |
Vorschubgeschwindigkeit des Körpers (m/min) |
Drehgeschwindigkeit des Wickelkopfs (U/min) |
| 1,2 |
1,1 |
91,67 |
2 |
333 |
| 1,4 |
1,3 |
92,86 |
3 |
500 |
| 1,6 |
1,4 |
87,5 |
4 |
666 |
| 1,9 |
1,6 |
84,21 |
5 |
833 |
| 2,2 |
1,7 |
80,95 |
6 |
1000 |
| 2,5 |
-1,8 |
72 |
7 |
1166 |
| 2,8 |
2 |
71,43 |
8 |
1333 |
[0060] In einem zweiten Versuchsaufbau werden die Bandspannung (5 N) und die Vorschubgeschwindigkeit
(3 m/min) konstant gehalten. Gemäß den Ergebnissen aus Tabelle 2 verbraucht der Karbonkopf
gleich viel bzw. weniger Strom in Abhängigkeit von der Drehzahl.
Tabelle 2
| Stromverbrauch für Metallkopf (A) |
Stromverbrauch für Karbonkopf (A) |
Vergleich in % |
Steigung (mm) |
Drehgeschwindigkeit des Wickeleinrichtungs (U/min) |
| 1,2 |
1,2 |
100 |
7 |
426 |
| 1,3 |
1,2 |
92,31 |
6,5 |
461 |
| 1,4 |
1,3 |
92,85 |
6 |
500 |
| 1,4 |
1,3 |
92,85 |
55,5 |
545 |
| 1,4 |
1,3 |
92,85 |
5 |
600 |
| 1,7 |
1,4 |
82,35 |
4 |
750 |
| 2,1 |
1,6 |
76,19 |
3 |
1000 |
Beispiel 2: Maximale Drehzahl
[0061] Ein herkömmlicher Wickelkopf aus Metall und der erfindungsgemäße Karbonkopf werden
in eine horizontale Anlage eingebaut. In beiden Wickelköpfen wird dasselbe Wickelband
(PTFE ungesintert 0,05 x 6) verwendet. Die Antriebsmotoren sind gleich. Mit dem Karbonkopf
ist es möglich das Material bis zu einer Drehzahl von 1800 U/min zu wickeln, während
der herkömmliche Wickelkopf aus Metall nur bis ca. 450 U/min betrieben werden kann,
da das Band bei höheren Drehzahlen reißt. Somit ermöglicht es der erfindungsgemäße
Karbonkopf dünne Bänder mit einer höheren Drehzahl zu wickeln.
Beispiel 3: Leistungsverbrauch bei verschiedenen Motoren
[0062] Ein herkömmlicher Wickelkopf aus Metall und der erfindungsgemäße Karbonkopf werden
in eine horizontale Anlage eingebaut. In beiden Wickelköpfen wird dasselbe Wickelband
(PTFE ungesintert 0,05 x 6) verwendet. Der Antriebsmotor am Karbonkopf hat eine Leistung
von 2,3 kW, der am herkömmlichen Wickelkopf aus Metall hat 6,9 kW.
[0063] In einem Versuchsaufbau werden die Bandspannung (2 N) und die Steigung (3 mm) konstant
gehalten. Die Anlage verbraucht im Stillstand 0,2 kW. Diese sind in Tabelle 3 nicht
abgezogen.
[0064] In einem weiteren Versuchsaufbau (Tabelle 4) sind die Vorschubgeschwindigkeit (2
m/min) und die Zugkraft (1,5 N) konstant.
[0065] Es folgt, dass der erfindungsgemäße Wickeleinrichtung mit einem Karbonkopf bei einer
gewünschten Geschwindigkeit weniger Leistung als der Metallkopf verbraucht, während
der Leistungsverbrauch des erfindungsgemäßen Karbonkopfs bei der Beschleunigung auf
die gewünschte Geschwindigkeit gleich oder geringer als für den Metallkopf ist.
Tabelle 3
| Leistungsverbrauch für Metallkopf (kW) |
Leistungsverbrauch für Karbonkopf (kW) |
Vergleich in % |
Vorschubgeschwindigkeit des Körpers (m/min) |
Drehgeschwindigkeit des Wickelkopfs (U/min) |
| Bei Geschwin digkeit |
Bei Beschleunigung |
Bei Geschwin digkeit |
Bei Beschleunigung |
Bei Geschwin digkeit |
Bei Beschleunigung |
| 0,6 |
bis 0,6 |
0,3 |
bis 0,6 |
50 |
100 |
1 |
333 |
| 0,6-0,7 |
bis 0,9 |
0,5-0,6 |
bis 0,7 |
85,71 |
77,78 |
2 |
667 |
| 0,8 |
bis 1,1 |
0,6-0,7 |
bis 0,8 |
87,5 |
72,73 |
3 |
1000 |
| 1 |
bis 1,4 |
0,7-0,8 |
bis 1 |
80 |
71,43 |
4 |
1333 |
| 1,3 |
bis 1,7 |
0,9-1 |
bis 1,3 |
76,92 |
76,47 |
5 |
1667 |
| 1,7 |
bis 2,3 |
1,1-1,2 |
bis 1,9 |
70,59 |
82,61 |
6 |
2000 |
Tabelle 4
| Metallkopf |
Karbonkopf |
Steigung (mm) |
Drehgeschwindigkeit des Wickelkopfs (U/min) |
| Strom (A) |
Leistung bei Geschwindigkeit (kW) |
Leistung bei Beschleunigung (kW) |
Strom (A) |
Leistung bei Geschwi ndigkeit (kW) |
Leistung bei Beschleunigung (kW) |
| 0,7 |
0,6 |
0,5-0,6 |
1 |
0,5 |
0,4-0,5 |
6 |
333 |
| 0,7 |
0,6 |
0,5-0,6 |
1 |
0,6 |
0,5-0,6 |
5,5 |
364 |
| 0,7 |
0,6 |
0,6-0,7 |
1,1 |
0,5 |
0,5 |
5 |
400 |
| 0,8 |
0,6 |
0,6 |
1,1 |
0,5 |
0,5-0,6 |
4,5 |
444 |
| 0,9 |
0,6 |
0,6-0,7 |
1,2 |
0,5 |
0,5 |
4 |
500 |
| 0,9-1 |
0,7 |
0,6-0,7 |
1,3 |
0,5 |
0,5-0,6 |
3,5 |
571 |
| 1,1 |
0,7 |
0,7-0,8 |
1,4 |
0,6 |
0,5-0,6 |
3 |
667 |
| 1,3 |
0,8 |
0,8 |
1,5 |
0,6 |
0,6 |
2,5 |
800 |
| 1,6 |
0,8 |
0,8-0,9 |
1,8 |
0,6 |
0,6 |
2 |
1000 |
| 2,3 |
1 |
0,9-1,2 |
2,3 |
0,8 |
0,7 |
1,5 |
1333 |
[0066] Damit ist ersichtlich, dass der erfindungsgemäße Wickelkopf aus kohlefaserverstärktem
Kunststoff (Karbonkopf) sowohl hinsichtlich der erzielbaren Wickelgeschwindigkeit
als auch hinsichtlich des Energieverbrauchs und der Anpassung der Wickelgeschwindigkeit
bisherigen Wickelköpfen überlegen ist.
[0067] Obwohl die Erfindung anhand der Ausführungsbeispiele detailliert beschrieben worden
ist, ist für den Fachmann ersichtlich, dass die Erfindung nicht auf diese Ausführungsbeispiele
beschränkt ist, sondern dass vielmehr Abweichungen in der Art möglich sind, dass einzelne
Merkmale weggelassen oder andersartige Kombinationen von Merkmalen verwirklicht werden,
solange der Schutzbereich der beigefügten Ansprüche nicht verlassen wird. Die vorliegende
Offenbarung schließt sämtliche Kombinationen der einzelnen Merkmale mit ein.
BEZUGSZEICHENLISTE
[0068]
- 1
- Wickelkopf
- 2
- Mantelflächenwand
- 3
- erste Stirnseite
- 30
- Stirnseitenwand
- 31, 32, 33
- Befestigungsbohrungen
- 4
- zweite Stirnseite
- 40
- Drehscheibe
- 41,42
- Anschlussstücke
- 43
- Verbindungselement, metallische Grundplatte
- 44
- zentrale Öffnung
- 50
- zu umwickelnder Körper
- 51
- Wickelband
- 52
- umwickelter Körper
- 53
- Wicklung
- 6
- Innen - bzw. Aufnahmeraum des Wickelkopfs
- 60
- Drehwelle
- 61
- Transporteinrichtung
- 62
- Steuer - und/oder Regelungseinrichtung
- 63
- Sensor
- 70
- Spulenkopf
- 8a, 8b
- Öffnungen
- 80
- Umlenkrolle
- 9
- Öffnung
- 90
- Halterung
- 91
- Umlenkelement
- 10
- Sensoröffnung
- 11
- Wickelführung
- 111
- Führungselement für den zu umwickelnden Körper
- 112
- Führungsrolle
- 113
- Umlenkrolle der Wickelführung
1. Wickelkopf für eine Wickeleinrichtung, insbesondere eine Wickeleinrichtung nach einem
der Ansprüche 13 bis 15, mit einem Drehgestell (2,30,40) und mindestens einem Befestigungselement
für eine Zuführeinrichtung für das Wickelband, welches an dem Drehgestell angeordnet
werden kann, wobei das Drehgestell eine zylindrische Grundform mit zwei Stirnseiten
(3,4) und einer zwischen den Stirnseiten definierten Mantelfläche aufweist und einen
Aufnahmeraum (6) ausbildet, in dem ein Spulenkopf angeordnet werden kann, wobei das
mindestens eine Befestigungselement für eine Zuführeinrichtung im Bereich der Mantelfläche
und/oder einer Stirnseite (3) angeordnet ist und an der gegenüberliegenden Stirnseite
(4) des Drehgestells (2,30,40) mindestens ein Verbindungselement (43) zur drehfesten
Befestigung des Drehgestells (2,30,40) an einer Drehwelle angeordnet ist,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Drehgestell (2,30,40) zumindest teilweise aus einem Leichtbauwerkstoff mit einer
spezifischen Festigkeit größer oder gleich 50 Nm/g, vorzugsweise größer oder gleich
75 Nm/g, insbesondere größer oder gleich 150 nm/g und/oder zumindest teilweise aus
einem faserverstärkten Kunststoff gebildet ist.
2. Wickelkopf nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
dadurch gekennzeichnet, dass
das Drehgestell (2,30,40) eine Mantelflächenwand (2) aufweist, welche sich flächig
entlang der Mantelfläche erstreckt.
3. Wickelkopf nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
sich die Mantelflächenwand (2) in axialer Richtung zwischen den Stirnseiten (3,4)
und quer dazu in Umfangsrichtung erstreckt, wobei die Erstreckung der Mantelflächenwand
in Umfangsrichtung größer ist als in axialer Richtung ist.
4. Wickelkopf nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
sich die Mantelflächenwand (2) mit Ausnahme von weniger oder gleich 5, vorzugsweise
weniger oder gleich 4, insbesondere weniger oder gleich 3 Öffnungen umlaufend über
die gesamte Mantelfläche erstreckt.
5. Wickelkopf nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Mantelflächenwand (2) mehr als 50 % der Mantelfläche, insbesondere mehr als 60
% der Mantelfläche, vorzugsweise mehr als 75 % der Mantelfläche und höchst vorzugsweise
mehr als 85 % der Mantelfläche bedeckt.
6. Wickelkopf nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Drehgestell (2,30,40) eine Stirnseitenwand (30) umfasst, die an der Stirnseite
(3) mit dem Befestigungsmittel für die Zuführeinrichtung angeordnet ist,
wobei die Stirnseitenwand insbesondere als Ringflansch ausgebildet ist.
7. Wickelkopf nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Drehgestell (2,30,40) zumindest teilweise aus kohlefaserverstärktem Kunststoff
gebildet ist.
8. Wickelkopf nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Drehgestell eine Drehscheibe (40), eine Mantelflächenwand (2) und/oder eine Stirnseitenwand
(30) aufweist, die vorzugsweise einstückig ausgebildet sind.
9. Wickelkopf nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Drehgestell (2,30,40) mindestens zu 50 Vol.-%, vorzugsweise wenigstens 70 Vol.-%,
insbesondere wenigstens 80 Vol.-% aus einem Leichtbauwerkstoff oder einem faserverstärkten
Kunststoff gebildet ist.
10. Wickelkopf nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Verbindungselement (43) eine metallische Grundplatte, vorzugsweise aus Stahl oder
Aluminium, zur Anbringung an der Drehwelle umfasst und/oder das Befestigungselement
ein metallisches Anschlussstück (31,32,33) umfasst,
wobei insbesondere metallische Grundplatte und/oder Anschlussstück in das Drehgestell
eingegossen sind.
11. Wickelkopf nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
mindestens eine Öffnung (8a,8b,9) der Mantelflächenwand (2), vorzugsweise zwei gegenüber
liegende Öffnungen im Bereich der Anordnung eines Befestigungselements (31,32,33)
für die Zuführeinrichtung angeordnet sind und/oder mindestens eine vorzugsweise schlitzförmige
Öffnung (10) für den Zugang eines Sensorelements zum Inneren des Wickelkopfes in der
Mantelflächenwand angeordnet ist.
12. Wickelkopf nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Wickelkopf Abdeckungen, insbesondere Abdeckungen für die Öffnungen (8a, 8b, 9,
10) aufweist, die für von Sensorelementen zu erfassende und/oder abzugebende Strahlung
transparent sind, so dass die Öffnungen durch Abdeckungen verschließbar sind.
13. Wickeleinrichtung zum Umwickeln eines Körpers (50) mit einem Wickelband (51), die
mindestens eine Spulenkopf (70) mit wenigstens einer Spule, auf der ein Wickelband
aufgerollt bereitgestellt werden kann, um das Wickelband abzugeben, und mindestens
einen Wickelkopf (1) umfasst, welcher wenigstens eine Zuführeinrichtung (80,91,11)
für das Wickelband umfasst,
wobei Spulenkopf (70) und Wickelkopf (1) koaxial zueinander angeordnet sind und der
Spulenkopf im Wickelkopf aufgenommen ist, und wobei Spulenkopf und Wickelkopf unabhängig
voneinander um eine gemeinsame Achse drehbar sind, sodass ein entlang der Drehachse
angeordneter Körper mit dem Wickelband umwickelt werden kann,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Wickelkopf (1) ein Wickelkopf nach einem der vorhergehenden Ansprüche ist.
14. Wickeleinrichtung nach Anspruch 13,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Wickeleinrichtung weiterhin eine Führungseinrichtung (61) für den zu umwickelnden
Körper aufweist, mit welcher der zu umwickelnde Körper entlang der Drehachse durch
zentrale Durchführöffnungen des Wickelkopf und des Spulenkopfs geführt wird.
15. Wickeleinrichtung nach Anspruch 13 oder 14,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Wickeleinrichtung mindestens einen Sensor (63) zur Überwachung des Wickelbandes
aufweist, der vorzugsweise außerhalb des Wickelkopfs (1) angeordnet ist.