[0001] Die Erfindung betrifft eine Untergrundverlegeeinheit, eine Oberflächenverlegeeinheit,
eine Funktionsstrukturverlegeeinheit, einen Wechselbelag und ein Verfahren zum Bedecken
eines Untergrunds mit einem Wechselbelag.
[0002] Parkett und andere herkömmliche Paneele als Boden- oder Wandbeläge sind relativ aufwendig
in der Verlegung. Auch die Renovierung bzw. der Ersatz von solchen Boden- oder Wandbelägen
erfordert einen hohen Zeit- und Kostenaufwand.
[0003] WO 2012/156192 offenbart eine Oberflächenverlegeeinheit zum Verlegen mit anderen Oberflächenverlegeeinheiten
auf einem Untergrund geschaffen, wobei die Oberflächenverlegeeinheit eine Nutzschicht
und eine direkt an einer Unterseite der Nutzschicht angebrachte Verbindungsstruktur
aufweist, die zum Verbinden mit dem Untergrund eingerichtet ist.
[0004] Es ist eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Montage von Untergrundbelägen
ressourcenschonend, umweltfreundlich, flexibel, mit geringem Aufwand und gleichzeitig
zuverlässig und geschützt vor unerwünschten hohen Eigenspannungen zu ermöglichen.
[0005] Diese Aufgabe wird durch die Gegenstände mit den Merkmalen gemäß den unabhängigen
Patentansprüchen gelöst.
[0006] Gemäß einem Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung ist eine Untergrundverlegeeinheit
zum Verlegen mit anderen, insbesondere gleichartigen, Untergrundverlegeeinheiten zum
Bedecken eines Untergrunds geschaffen, wobei die Untergrundverlegeeinheit eine untergrundseitige
Befestigungsstruktur, die zum Befestigen an dem Untergrund ausgebildet ist, und eine
dem Untergrund abgewandte Steckverbindungsstruktur zum lösbaren Steckverbinden, insbesondere
unter Ausbildung einer Einschnapp-Steckverbindung, mit einer korrespondierend ausgebildeten
Steckverbindungsstruktur einer Oberflächenverlegeeinheit aufweist, die eine Nutzstruktur
aufweist.
[0007] Gemäß noch einem anderen exemplarischen Ausführungsbeispiel der Erfindung ist eine
Oberflächenverlegeeinheit zum Verlegen mit anderen, insbesondere gleichartigen, Oberflächenverlegeeinheiten
auf Untergrundverlegeeinheiten, insbesondere auf Untergrundverlegeeinheiten mit den
oben beschriebenen Merkmalen, zum Bilden eines Wechselbelags bereitgestellt, wobei
die Oberflächenverlegeeinheit eine Nutzstruktur zum Bilden einer freiliegenden Außenfläche
des Wechselbelags, und eine der Nutzstruktur abgewandte Steckverbindungsstruktur zum
lösbaren Steckverbinden, insbesondere unter Ausbildung einer Einschnapp-Steckverbindung,
mit einer korrespondierend ausgebildeten Steckverbindungsstruktur der Untergrundverlegeeinheiten
aufweist, die eine untergrundseitige Befestigungsstruktur aufweisen.
[0008] Gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung ist eine Funktionsstrukturverlegeeinheit
zum Anordnen zwischen einer Untergrundverlegeeinheit, insbesondere mit den oben beschriebenen
Merkmalen, und einer Oberflächenverlegeeinheit, insbesondere mit den oben beschriebenen
Merkmalen, geschaffen, wobei die Funktionsstrukturverlegeeinheit eine oberseitige
Steckverbindungsstruktur, die zum Ausbilden einer oberseitigen lösbaren Steckverbindung,
insbesondere unter Ausbildung einer Einschnapp-Steckverbindung, mit einer korrespondierenden
Steckverbindungsstruktur der Oberflächenverlegeeinheit ausgebildet ist, eine unterseitige
Steckverbindungsstruktur, die zum Ausbilden einer unterseitigen lösbaren Steckverbindung,
insbesondere unter Ausbildung einer Einschnapp-Steckverbindung, mit einer korrespondierenden
Steckverbindungsstruktur der Untergrundverlegeeinheit ausgebildet ist, und eine Funktionsstruktur
zum Bereitstellen einer Zusatzfunktion in einem Wechselbelag aufweist, der gebildet
ist aus der an dem Untergrund befestigten Untergrundverlegeeinheit, der an einer freiliegenden
Oberseite des Wechselbelags freigelegten Oberflächenverlegeeinheit und der dazwischen
angeordneten Funktionsstruktur.
[0009] Gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung ist ein Wechselbelag
zum Bedecken eines Untergrunds bereitgestellt, wobei der Wechselbelag eine Mehrzahl
von Untergrundverlegeeinheiten mit den oben beschriebenen Merkmalen, die gemeinsam
zum, insbesondere im Wesentlichen lückenfreien, Bedecken des Untergrunds ausgebildet
sind, und eine Mehrzahl von Oberflächenverlegeeinheiten mit den oben beschriebenen
Merkmalen, die zum, insbesondere im Wesentlichen lückenfreien, Bedecken der den Untergrund
bedeckenden Untergrundverlegeeinheiten ausgebildet sind, aufweist, wobei die Steckverbindungsstrukturen
der Untergrundverlegeeinheiten und die Steckverbindungsstrukturen der Oberflächenverlegeeinheiten
derart aufeinander angepasst sind, dass sie unter Ausbildung einer lösbaren Steckverbindung,
insbesondere unter Ausbildung einer Einschnapp-Steckverbindung, miteinander in Steckeingriff
bringbar sind.
[0010] Gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung ist ein Verfahren
zum Bedecken eines Untergrunds mit einem Wechselbelag geschaffen, wobei bei dem Verfahren
Befestigungsstrukturen einer Mehrzahl von Untergrundverlegeeinheiten an dem Untergrund
befestigt werden, so dass an einer freiliegenden Oberfläche der verlegten Untergrundverlegeeinheiten
Steckverbindungsstrukturen freiliegen, und lösbare Steckverbindungen, insbesondere
unter Ausbildung einer Einschnapp-Steckverbindung, zwischen den Steckverbindungsstrukturen
der Untergrundverlegeeinheiten und korrespondierend ausgebildeten Steckverbindungsstrukturen
einer Mehrzahl von Oberflächenverlegeeinheiten derart ausgebildet werden, dass an
einer freigelegten Oberfläche des aus den Untergrundverlegeeinheiten und den Oberflächenverlegeeinheiten
gebildeten Wechselbelags eine, insbesondere im Wesentlichen lückenfreie, Anordnung
aus Nutzstrukturen der Oberflächenverlegeeinheiten gebildet ist.
[0011] Im Rahmen dieser Beschreibung kann unter einer "Oberflächenverlegeeinheit" insbesondere
ein Untergrundbelagmodul verstanden werden, dessen Nutzschicht im auf oder über einem
Untergrund verlegten Zustand nach außen hin (ggf. noch bedeckt mit einer optionalen
Schutzbeschichtung, etc.) freigelegt bzw. sichtbar ist. Die Verlegung der Oberflächenverlegeeinheit
kann zum Beispiel mittels einer Steckverbindungsstruktur an der Unterseite der Oberflächenverlegeeinheit
und mittels einer zugehörigen Steckverbindungsstruktur an der Oberseite der mit der
Oberflächenverlegeeinheit verbundenen Untergrundverlegeeinheit erfolgen. Auch ist
es alternativ möglich, die Oberflächenverlegeeinheit mit einem Untergrund, insbesondere
mit einem Gebäudeuntergrund, direkt zu verbinden, zum Beispiel unmittelbar (also ohne
weitere Komponenten dazwischen) auf der Untergrundverlegeeinheit verlegt. Der Begriff
der Oberflächenverlegeeinheit ist so zu verstehen, dass diese auf einem beliebigen
ebenen Untergrund, zum Beispiel einer horizontalen Fläche (insbesondere einer Boden-,
Treppen- oder Deckenfläche), einer geneigten Fläche (insbesondere einer Rampe) oder
einer vertikalen Fläche (insbesondere einer Wandfläche) verlegt werden kann. Die Nutzschicht
oder die Oberflächenverlegeeinheit kann auch einer ebenen Fläche direkt verlegbar
sein.
[0012] Im Rahmen dieser Beschreibung kann unter einer "Untergrundveriegeeinheit" insbesondere
ein Untergrundbelagmodul verstanden werden, das mit einem Untergrund, insbesondere
mit einem Gebäudeuntergrund, direkt verbunden werden kann, zum Beispiel unmittelbar
(also ohne weitere Komponenten dazwischen) auf dem Untergrund verlegt werden kann.
Diese Verlegung kann zum Beispiel mittels einer Befestigungsstruktur an der Unterseite
der Untergrundverlegeeinheit erfolgen. Die Verlegung kann am Boden, auf Treppen, auf
Decken oder auf Wänden erfolgen.
[0013] Im Rahmen dieser Beschreibung kann unter einem "Untergrund" insbesondere jede (zum
Beispiel ebene) Fläche verstanden werden, die mit einem Belag bedeckbar ist. Der Untergrund
kann ein Untergrund eines Gebäudes (zum Beispiel ein Gebäudeboden, eine Gebäudedecke
oder eine Gebäudewand) sein, d.h. ein bauseitiger Untergrund. Es ist aber auch möglich,
als Untergrund eine Treppe oder Stiege (insbesondere horizontale und/oder vertikale
Oberflächen von Treppenstufen) einzusetzen, auf der dann erfindungsgemäße Oberflächenverlegeeinheiten
und/oder Untergrundverlegeeinheiten mit beliebigen im Rahmen dieser Anmeldung beschriebenen
Ausgestaltungen verlegt werden können. Der Untergrund für eine Oberflächenverlegeeinheit
kann aber auch eine Untergrundverlegeeinheit sein, falls zwischen einem bauseitigen
Untergrund und einer Oberflächenverlegeeinheit optional, aber vorteilhaft eine Untergrundverlegeeinheit
zwischengeordnet werden soll. Es bestehen somit diverse Kombinationsmöglichkeiten,
die Oberflächenverlegeeinheiten direkt oder mit Untergrundverlegeeinheiten zu verlegen.
Das Vorsehen einer optionalen aber vorteilhaften Untergrundverlegeeinheit entfaltet
bei zusätzlichem Vorsehen einer ebenfalls optionalen aber vorteilhaft kombinierbaren
Funktionsschicht besonders positive Wirkungen.
[0014] Im Rahmen dieser Beschreibung kann unter einer "Nutzstruktur" insbesondere eine Oberflächenschicht
verstanden werden, auf der oder dem die eigentliche mechanische und/oder chemische
und/oder thermische Beanspruchung auf dem verlegten Boden- oder Wandbelag erfolgt.
Auch ist die Nutzstruktur jene, die im verlegten Zustand für einen Benutzer sichtbar
das Design bzw. die Optik des Belags prägt. Bei Parkett ist dies die Schicht, welche
ein Benutzer als Fußboden benutzt, um darauf zu gehen. Bei Treppenbelegen ist dies
die Schicht, welche die Trittflächen definiert.
[0015] Im Rahmen dieser Beschreibung kann unter einer "Oberseite" einer Schicht oder eines
Elements insbesondere eine solche Hauptfläche dieser Schicht oder dieses Elements
verstanden werden, die bei bestimmungsgemäßer Verlegung dieser Schicht oder dieses
Elements von dem Untergrund abgewandt ist. Entsprechend kann unter einer "Unterseite"
einer Schicht oder eines Elements insbesondere eine solche Hauptfläche dieser Schicht
oder dieses Elements verstanden werden, die bei bestimmungsgemäßer Verlegung dieser
Schicht oder dieses Elements dem Untergrund zugewandt ist.
[0016] Im Rahmen dieser Beschreibung kann unter einem "lösbaren Steckverbinden" zweier Elemente
mittels zwei Steckverbindungsstrukturen insbesondere verstanden werden, dass nach
Ausbilden einer solchen formschlüssigen Verbindung diese durch Aufwenden einer Lösekraft
wieder reversibel und zerstörungsfrei lösbar ist. Durch ein solches zerstörungsfreies
Lösen können die beiden zusammenwirkenden Steckverbindungsstrukturen nach dem Lösen
wiederverwendet werden, insbesondere mindestens zehn Mal wiederverwendet werden, ohne
dass die Verbindungsfunktion darunter leidet oder beeinträchtigt wird. Das Lösen einer
solchen Verbindung kann ohne Einsatz eines Werkzeugs durch einen Benutzer durchgeführt
werden. Für ein solches Lösen kann das Aufwenden eine Lösekraft von weniger als 100
N ausreichend sein. Um ein unerwünschtes Lösen des verlegten Belags zu vermeiden,
sollte die Lösekraft mehr als 20 N betragen. Jedoch können die Kräfte auch andere
Größen aufweisen.
[0017] Gemäß einem exemplarischen Ausführungsbeispiel der Erfindung wird ein Wechselbelag
und dessen aufeinander angepasste Konstituenten (Untergrundverlegeeinheit, Oberflächenverlegeeinheit
und gegebenenfalls Funktionsstrukturverlegeeinheit) bereitgestellt, bei dem ein einfaches,
werkzeugfreies und zerstörungsfreies Auswechseln der nach außen hin in Erscheinung
tretenden Nutzstruktur der Oberflächenverlegeeinheit ermöglicht ist. Zu diesem Zweck
hat es sich als außerordentlich vorteilhaft herausgestellt, eine Steckverbindungsstruktur
an einer Oberseite der verlegten Untergrundverlegeeinheiten mit einer korrespondierend
ausgebildeten Steckverbindungsstruktur an einer Unterseite der Oberflächenverlegeeinheit
vorzusehen, sodass eine stabile Steckverbindung durch bloßes vertikales Absenken und
Aufstecken der Oberflächenverlegeeinheiten auf die auf einem Untergrund bereits verlegten
Untergrundverlegeeinheiten ausgebildet werden kann, ohne dass weitere Montageschritte
erforderlich wären. Aufgrund der Lösbarkeit der Steckverbindung kann mit einem einfachen
Abziehen der (zum Beispiel abgenutzten oder aufgrund einer anderen gewünschten Nutzstruktur
auszuwechselnden) Oberflächenverlegeeinheiten von den Untergrundverlegeeinheiten reversibel
gelöst werden, ohne dass hierbei eine Zerstörung des Wechselbelags, insbesondere der
Untergrundverlegeeinheiten, oder eine aufwendige Demontage erforderlich wäre. Mit
der vorliegenden Erfindung wurde insbesondere herausgefunden, dass durch das Ausbilden
der Steckverbindung zwischen den einander gegenüberliegenden Steckflächen von Oberflächenverlegeeinheit
und Untergrundverlegeeinheit nicht nur eine außerordentlich stabile und dennoch werkzeugfreie
lösbare Verbindung geschaffen ist, sondern dass eine solche Steckverbindung auch hinsichtlich
Fertigbarkeit im industriellen Maßstab und Ausgleichsfähigkeit gegenüber thermischen
Spannungen und anderen mechanischen Spannungen im Inneren des Wechselbelags überaus
günstige Eigenschaften aufweist. In diesem Zusammenhang wird unter "Ausgleichsfähigkeit"
insbesondere die Fähigkeit des Wechselbelags verstanden, bei Auftreten von thermischen
Spannungen und anderen mechanischen Spannungen im Inneren des Wechselbelags in Wechselwirkung
mit den auftretenden Spannungen ausgleichende Dehnungen bzw. Verformungen zu vollführen.
Durch den formschlüssigen Eingriff der korrespondierenden Steckverbindungsstrukturen
von Oberflächenverlegeeinheit und Untergrundverlegeeinheit kann auch ein seitliches
Koppeln (das heißt ein Koppeln an Längs- und/oder Stirnseiten) der Oberflächenverlegeeinheiten
entbehrlich sein, was den Herstellungs- und Montageaufwand ohne Verlust von mechanischer
Stabilität weiter verbessert.
[0018] Im Weiteren werden zusätzliche exemplarische Ausführungsbeispiele der Untergrundverlegeeinheit,
der Oberflächenverlegeeinheit, der Funktionsstrukturverlegeeinheit, des Wechselbelags
und des Verfahrens beschrieben.
[0019] Gemäß einem Ausführungsbeispiel kann die Befestigungsstruktur der Untergrundverlegeeinheit
eine Klebstoffstruktur oder mindestens ein in den Untergrund einzubringendes Befestigungselement
aufweisen. Als Klebstoffstruktur kann zum Beispiel eine doppelseitige Klebefolie,
ein Heißschmelzkleber etc. verwendet werden, um die Untergrundverlegeeinheiten an
dem Untergrund fest und dauerhaft zu befestigen. Alternativ kann unter Verwendung
von einem oder mehreren Befestigungselementen, wie zum Beispiel Schrauben, Nägeln
oder Nieten, eine Verankerung der Untergrundverlegeeinheiten an dem Untergrund erfolgen.
[0020] Gemäß einem Ausführungsbeispiel kann die Befestigungsstruktur der Untergrundverlegeeinheit
als den Untergrund im Wesentlichen vollflächig bedeckender Körper, insbesondere als
ebene Trägerschicht, ausgebildet sein. Bei einem vollflächigen Befestigen der Unterseite
der Untergrundverlegeeinheiten an dem Untergrund ist ein unerwünschtes Ablösen der
auch beim Wechseln von Oberflächenverlegeeinheiten dauerhaft am Untergrund verbleibenden
Untergrundverlegeeinheiten entbehrlich. Zu diesem Zweck kann es vorteilhaft sein,
auch die Befestigungsstruktur als vollflächigen Körper (das heißt insbesondere durchgehende
Schicht) vorzusehen, um eine große Klebefläche zu ermöglichen. Es hat sich herausgestellt,
dass bei entsprechender Wahl von Materialien und bei der Ausbildung einer solchen
ebenen Trägerschicht mit einer ausreichend geringen Dicke die Befestigungsstruktur
eine gewisse Elastizität bzw. Verbiegbarkeit aufrechterhalten kann, die auch bei thermischen
oder sonstigen mechanischen Spannungen am Untergrund oder innerhalb des Wechselbelags
den Abbau solcher Spannungen ermöglicht, ohne dass die Stabilität der Steckverbindung
zwischen den einzelnen Konstituenten des Wechselbelags dadurch beeinträchtigt wird.
[0021] Gemäß einem Ausführungsbeispiel kann die Steckverbindungsstruktur der Untergrundverlegeeinheit
eine Mehrzahl von Steckverbindungselementen aufweisen, die gegenüber der Befestigungsstruktur
erhaben hervorstehen. Indem derartige Steckverbindungselemente gegenüber der Trägerschicht
nach oben hervorstehen, ist ein Formschluss mit korrespondierenden Steckverbindungselementen
der Oberflächenverlegeeinheiten ermöglicht.
[0022] Alternativ zum Vorsehen von erhaben über der Trägerstruktur hervorstehenden Steckverbindungselementen
ist jedoch bei der Untergrundverlegeeinheit auch das Vorsehen von Steckverbindungselementen
möglich, die als Nuten, Durchgangslöcher oder Aussparungen in der zum Beispiel als
Trägerschicht ausgebildeten Befestigungsstruktur vorgesehen sind.
[0023] Gemäß einem Ausführungsbeispiel können die Steckverbindungselemente der Untergrundverlegeeinheit
einen insbesondere ovalen Schnappring zum Ausbilden einer Einschnapp-Steckverbindung
mit korrespondierenden Blattfederstrukturen der Steckverbindungsstruktur der korrespondierenden
Oberflächenverlegeeinheit aufweisen. Ein Schnappkörper, der als im Wesentlichen rigide
Struktur zum Ausbilden einer Schnappverbindung mit Blattfederstrukturen an der Oberflächenverlegeeinheit
ausgebildet ist, erlaubt es, eine stabile Steckverbindung auszubilden, die gleichzeitig
einfach lösbar ist. Auch kann eine solche Schnappverbindung durch eine lediglich in
einer Hauptoberflächenebene (und nicht senkrecht dazu) der Untergrundverlegeeinheit
bzw. der Oberflächenverlegeeinheit erfolgende Verschiebung von Elementen der Verlegevorrichtung
erfolgen, womit das Ausbilden der Schnappverbindung zu keiner Erhöhung der Bauhöhe
des Wechselbelags führt. Der Schnappkörper kann insbesondere als Schnappring, das
heißt material- und gewichtssparend unter Ausbildung eines Innenlochs, oder als massiver
Schnappkörper, mithin besonders stabil, ausgebildet werden. Natürlich sind gemäß anderen
exemplarischen Ausführungsbeispielen der Erfindung andere Arten von Schnappverbindungen
ebenfalls möglich.
[0024] Gemäß einem Ausführungsbeispiel können die Steckverbindungselemente der Untergrundverlegeeinheit
Positioniernoppen aufweisen, die zum ausgleichsbewegungsermöglichenden Eingreifen
in korrespondierende, insbesondere ovale, Führungsringstrukturen der Steckverbindungsstruktur
der korrespondierenden Oberflächenverlegeeinheit eingerichtet sein können. Die Positioniernoppen
können als punkt- oder stiftförmige Überstände ausgebildet werden, die in Nuten oder
Durchgangslöcher im Inneren von Führungsringstrukturen eingreifen. Dadurch wird, wenn
die Führungsringstrukturen als Langlöcher ausgebildet werden, den Positioniernoppen
die Möglichkeit gegeben, entlang einer vorgebbaren Erstreckungsrichtung solcher Langlöcher
eine geometrische bzw. räumliche Ausgleichsbewegung zu vollführen, wenn es zum Beispiel
aufgrund von Herstellungstoleranzen oder temperaturbedingten mechanischen Spannungen
zu Dimensionierungsschwankungen kommt.
[0025] Gemäß einem bevorzugten exemplarischen Ausführungsbeispiel können die Positioniernoppen
die Blattfederstrukturen mit zugehörigen Schnappelementen so ausrichten, dass der
Schnappkörper unabhängig von einer Verformung und/oder Bewegung innerhalb einer Erstreckungsebene
der Untergrundverlegeeinheit gesichert einrastet. Anders ausgedrückt können die Positioniernoppen
die Blattfederstrukturen mit zugehörigen Schnappelementen so ausrichten, dass die
Schnappkörper unabhängig von einer Verformung/Bewegung in der Fläche gesichert einrasten.
[0026] Gemäß einem Ausführungsbeispiel kann die Untergrundverlegeeinheit ferner Lastaufnahmestrukturen
aufweisen, insbesondere Lastaufnahmerippen, die zwischen den Steckverbindungselementen
angeordnet sind, gegenüber der Befestigungsstruktur erhaben hervorstehen und zum Aufnehmen
von auf die Untergrundverlegeeinheit einwirkenden mechanischen Lasten ausgebildet
sind. Um die Steckverbindungselemente davor zu schützen, bei Ausbildung einer Steckverbindung
mit der korrespondierenden Steckverbindungsstruktur der Oberflächenverlegeeinheit
der Einwirkung übermäßiger Kräfte ausgesetzt zu sein, können in freiliegenden Oberflächenbereichen
der Untergrundverlegeeinheiten die Lastaufnahmestrukturen gebildet werden, welche
eine von Seiten der Oberflächenverlegeeinheit einwirkende mechanische Last durch die
Lastaufnahmestrukturen in den Untergrund einleiten, ohne die Steckverbindungselemente
nennenswert oder übermäßig mechanisch zu belasten. Dabei sind die Lastaufnahmestrukturen
dazu in der Lage, sowohl statische Lasten (zum Beispiel ein Möbelstück, das dauerhaft
auf einem als Bodenbelag ausgebildeten Wechselbelag steht) als auch dynamische Lasten
(zum Beispiel die Trittlast eines Benutzers, der über den als Bodenbelag ausgebildeten
Wechselbelag geht) aufzunehmen.
[0027] Gemäß einem Ausführungsbeispiel der Untergrundverlegeeinheit kann der Schnappring
in einer ersten Erstreckungsrichtung eine größere Dimension aufweisen als in einer
dazu orthogonalen zweiten Erstreckungsrichtung, wobei der Schnappring entlang der
ersten Erstreckungsrichtung zwischen zwei sich entlang der zweiten Erstreckungsrichtung
erstreckenden Lastaufnahmestrukturen angeordnet ist, und wobei der Schnappring entlang
der zweiten Erstreckungsrichtung zwischen zwei Positioniernoppen angeordnet ist. Somit
kann die Ausgleichsbewegung in einer Richtung ermöglicht sein, die senkrecht zu einer
anderen Richtung ist, entlang welcher sich die Lastaufnahmestrukturen erstrecken.
Auf diese Weise kann, insbesondere wenn auf die beschriebene Weise gebildete Steckverbindungseinheitszellen
alternierend in unterschiedlichen Richtungen angeordnet sind, eine effiziente Lastaufnahme
mit einer stabilen und gleichzeitig ausreichend flexiblen Steckverbindungsfunktion
kombiniert werden und dabei die zur Verfügung stehende Oberfläche effizient genutzt
werden.
[0028] Gemäß einem Ausführungsbeispiel kann die Steckverbindungsstruktur der Untergrundverlegeeinheit
als sich, insbesondere zweidimensional, periodisch wiederholendes Raster, insbesondere
mit einem Rastermaß in einem Bereich zwischen 10 mm und 100 mm, von Steckverbindungseinheitszellen
ausgebildet sein. Gemäß dieser besonders bevorzugten Ausgestaltung kann eine Rasterstruktur
bereitgestellt werden, mit der zum einen eine auch untergrundverlegeeinheitsübergreifende
Befestigung von zum Beispiel anders dimensionierten oder anders verlegten Oberflächenverlegeeinheiten
ermöglicht ist. Dies erhöht die Flexibilität eines Benutzers bei der Montage des aus
beliebig kombinierbaren Modulen aufgebauten Wechselbelags. Gleichzeitig führt eine
solche Rasterung zu einer homogenen Lastverteilung und zu einer gleichmäßigen Bereitstellung
einer durch Form und Reibschluss entstehenden Steckverbindungskraft.
[0029] Gemäß einem Ausführungsbeispiel der Untergrundverlegeeinheit kann das Raster durch
eine, insbesondere zweidimensional, alternierende Sequenz der Steckverbindungseinheitszellen
gebildet sein, die sich alternierend in einer ersten Orientierungsrichtung und in
einer dazu orthogonalen zweiten Orientierungsrichtung erstrecken. In besonders vorteilhafter
Weise kann bei dem Raster eine Orientierung einer Steckverbindungseinheitszelle zunächst
in einer ersten Richtung und nachfolgend in einer anderen (zum Beispiel zu der ersten
Richtung orthogonalen) zweiten Richtung erfolgen. Dadurch können die auftretenden
Lasten besser auf die verschiedenen Raumrichtungen verteilt werden. Auch kann durch
eine solche alternierende Sequenz von Steckverbindungseinheitszellen unterschiedlicher
räumlicher Ausrichtungen eine Befestigungswirkung durch in unterschiedlichen Raumrichtungen
einwirkende Steckverbindungskräfte verbessert werden.
[0030] Gemäß einem Ausführungsbeispiel kann eine jeweilige Steckverbindungseinheitszelle
durch eine Anordnung aus Schnappring, Lastaufnahmestrukturen und Positioniernoppen
mit den oben beschriebenen Merkmalen gebildet sein. Durch diese Anordnung kann in
kleinen Dimensionen eine räumliche Anisotropie der Lasteinleitungseigenschaften bzw.
der Ausgleichsbewegungseigenschaften erreicht werden, im großen Maßstab jedoch eine
räumlich isotrope Charakteristik. Anschaulich können sich sowohl die Führungsstrukturen
als auch die Lastaufnahmestrukturen abwechselnd in Längs- bzw. Querrichtung erstrecken.
Auch andere Winkel zwischen den abwechselnden Erstreckungsrichtungen sind möglich.
Ferner ist es möglich, dass sich bei der alternierenden Anordnung mehr als zwei Arten
von Steckverbindungseinheitszellen mit unterschiedlichen Ausrichtungen abwechseln,
zum Beispiel drei oder vier.
[0031] Gemäß einem Ausführungsbeispiel kann die Steckverbindungsstruktur der Untergrundverlegeeinheit
eine Mehrzahl von Steckverbindungselementen aufweisen, die mit den Merkmalen der Steckverbindungselemente,
die unten für die Oberflächenverlegeeinheit beschrieben werden, ausgebildet sind.
Die bislang beschriebenen Ausgestaltungen der Untergrundverlegeeinheit können zum
Beispiel mit einer ebenen Trägerplatte der Befestigungsstruktur kombiniert werden,
von der die genannten Steckverbindungselemente bzw. Lastaufnahmestrukturen dann vertikal
emporstehen. Alternativ dazu können die genannten Steckverbindungselemente (insbesondere
Schnappkörper, Positioniernoppen etc.) bzw. Lastaufnahmestrukturen (zum Beispiel Lastaufnahmerippen)
in eine Rahmenstruktur integriert werden. In dem zuletzt genannten Ausführungsbeispiel
ist eine ebene Trägerplatte oder dergleichen unter Umständen entbehrlich. Auch kann
eine ebene Trägerplatte mit den oben beschriebenen Steckverbindungselementen (Schnappkörper,
Positioniernoppen) bzw. Lastaufnahmestrukturen (insbesondere Lastaufnahmerippen) an
einer ebenen Trägerplatte oder dergleichen auf Seiten der Oberflächenverlegeeinheit
vorgesehen sein, wobei dann die unten beschriebenen und vorzugsweise in einer Rahmenstruktur
zu integrierenden Steckverbindungselemente bzw. Lastaufnahmestrukturen als Teil der
Untergrundverlegeeinheit ausgebildet werden können.
[0032] Gemäß einem Ausführungsbeispiel kann die Untergrundverlegeeinheit und/oder die Oberflächenverlegeeinheit
als Gussstruktur (insbesondere Druckgussstruktur oder Spritzgussstruktur), als Frässtruktur
oder als generativ aufgebaute Struktur (insbesondere eine 3D-Druckstruktur oder eine
Lasersinterstruktur) ausgebildet sein. Besonders bevorzugt ist das Ausbilden der Untergrundverlegeeinheit
als Gussstruktur, um eine kostengünstige Fertigung im industriellen Maßstab zu ermöglichen.
Auch ist eine solche Technologie zur Fertigung der Steckverbindung mit Materialien
kompatibel, die bei guter mechanischer Robustheit auch die Elastizität bzw. Flexibilität
bieten, um auftretende mechanische Spannungen auszugleichen.
[0033] Gemäß einem Ausführungsbeispiel kann die Untergrundverlegeeinheit und/oder die Oberflächenverlegeeinheit
als einstückiger und/oder einstoffiger Körper ausgebildet sein. Beim Ausbilden der
jeweiligen Verlegevorrichtung als einstückiger Körper ist eine Fertigung mit geringem
Aufwand möglich, da das Ausbilden von Verbindungen zwischen Einzelkomponenten der
Verlegevorrichtung entbehrlich ist. Die Einstoffigkeit der Verlegevorrichtung hat
neben der einfachen Fertigbarkeit den Vorteil, dass Materialbrücken und damit zusammenhängende
unerwünschte Effekte (zum Beispiel unterschiedliche thermische Ausdehnungskoeffizienten,
die zum Ausbilden von mechanischen Spannungen im Betrieb führen können) vermieden
werden können.
[0034] Gemäß einem Ausführungsbeispiel kann die Untergrundverlegeeinheit und/oder die Oberflächenverlegeeinheit
Kunststoff, Metall und/oder Holz-Kunststoff-Verbundwerkstoff aufweisen oder daraus
bestehen. Polymerwerkstoffe (d.h. Werkstoffe aus synthetischem Kunststoff und/oder
aus abgewandelten Naturpolymeren), Metall (wie Aluminium) und Holz-Kunststoff-Verbundwerkstoffe
(wood plastic composites) verbinden jeweils eine kostengünstige Fertigbarkeit mit
einer hohen mechanischen Robustheit und einer guten Elastizität.
[0035] Gemäß einem Ausführungsbeispiel kann die Untergrundverlegeeinheit und/oder die Oberflächenverlegeeinheit
jeweils eine vertikale Dicke in einem Bereich zwischen 0,5 mm und 10 mm, insbesondere
zwischen 1 mm und 3 mm, haben. Somit können die gewünschten Stabilitätseigenschaften
bei äußerst geringer Baumhöhe, mithin materialsparend und kompakt, bereitgestellt
werden.
[0036] Gemäß einem Ausführungsbeispiel kann die Untergrundverlegeeinheit eine seitliche
Kopplungsstruktur aufweisen, insbesondere mindestens eine Schwalbenschwanzstruktur,
die in zumindest einem Randbereich der Untergrundverlegeeinheit vorgesehen sein kann,
und die zum Koppeln mit einer korrespondierenden seitlichen Kopplungsstruktur einer
anderen, insbesondere gleichartigen, Untergrundverlegeeinheit ausgebildet sein kann.
Als besonders vorteilhaft herausgestellt hat sich eine fünffache Fixierung, insbesondere
zweifach in x-Richtung, einfach in y-Richtung und zweifach in z-Richtung. Dabei bezeichnen
x und y zueinander orthogonale Richtungen in einer Verlegeebene und z eine zu x und
y orthogonale Richtung senkrecht zur Verlegeebene. Eine solche Fixierung kann zum
Beispiel hakenartig ausgebildet sein. Durch seitliches Verbinden der Untergrundverlegeeinheiten
zum Beispiel an einer Stirnseite und/oder an einer Längsseite kann selbst bei Versagen
der Befestigungsstruktur an der dem Untergrund zugewandten Fläche der Untergrundverlegeeinheiten
eine Verbindung der Untergrundverlegeeinheiten untereinander aufrechterhalten bleiben.
Eine funktionell geometrische Fehlverlegung der Untergrundverlegeeinheiten kann durch
an entsprechenden Positionen vorgesehene Kopplungsstrukturen vorteilhaft mechanisch
verunmöglicht werden.
[0037] Gemäß einem Ausführungsbeispiel kann die Befestigungsstruktur der Untergrundverlegeeinheit
ausgebildet sein, die Untergrundverlegeeinheit an dem Untergrund punktförmig, linienförmig
oder vollflächig zu befestigen. Ein Vollverkleben sorgt für eine besonders gute und
zuverlässige Befestigung. Ein punktweises Verkleben erlaubt eine besonders hohe Flexibilität,
Elastizität und Ausgleichsbewegungsfähigkeit. Eine linienhafte Verklebung bzw. Befestigung
schafft einen Ausgleich zwischen den beiden beschriebenen Grenzfällen.
[0038] Gemäß einem Ausführungsbeispiel kann die Untergrundverlegeeinheit eine Funktionsstruktur
(d.h. eine Struktur, die eine zusätzliche Funktion in den Wechselbelag integriert)
zwischen der Steckverbindungsstruktur und der Befestigungsstruktur aufweisen. Somit
ist es vorteilhaft möglich, eine gewünschte Zusatzfunktion des Wechselbelags untergrundverlegeseitig
vorzusehen. Bei einem Auswechseln der Oberflächenverlegeeinheiten (zum Beispiel bei
Abnutzung der Nutzstruktur oder um eine andere Nutzstruktur vorzusehen) ist daher
eine Auswechslung der Funktionsstruktur entbehrlich. Dies ist ressourcenschonend und
reduziert den Verlegeaufwand selbst in einem Szenario, in dem eine Zusatzfunktion
gewünscht wird. Eine Funktionsschicht kann vorteilhaft mit nach unten und oben ausgerichteten
und an Untergrund und Oberflächen angepassten Steckverbindungen ausgestattet sein.
[0039] Gemäß einem Ausführungsbeispiel kann die Funktionsstruktur als Heizeinrichtung (zum
Heizen des Wechselbelags), Kühleinrichtung (zum Kühlen des Wechselbelags), Schalldämpfeinrichtung
(zum Dämpfen von Trittschall), Sensoreinrichtung (zum Beispiel zum Detektieren eines
Begehens des Wechselbelags durch einen Benutzer, beispielsweise im Rahmen einer Alarmanlage),
Aktuatoreinrichtung und/oder mechanische Verstärkungseinrichtung (zum Erhöhen der
Stabilität des Wechselbelags) ausgebildet sein. Allerdings sind andere Funktionsstrukturen
ebenfalls möglich, zum Beispiel generative und/oder rekuperative Elemente.
[0040] Gemäß einem Ausführungsbeispiel kann die Nutzstruktur der Oberflächenverlegeeinheit
aus einer Gruppe ausgewählt sein, die besteht aus einer Holz aufweisenden Schicht,
einer aus Holz bestehenden Schicht, einer Steinschicht, einer Keramikschicht, einem
Teppich, einer Fliesenschicht und einer Kunststoffschicht. Somit ist gemäß einer ersten
Ausführungsform die Nutzstruktur starr bzw. rigide (wie im Falle von Holz, Stein,
Fliesen etc.), und in einer anderen Ausführungsform nachgiebig oder elastisch (wie
zum Beispiel im Fall von Teppich oder bestimmten Kunststoffen). Es hat sich herausgestellt,
dass das Ausbilden von Steckverbindungen mit all diesen Nutzstrukturen kompatibel
ist. Auch Kork, Stoff, Gewebe, Metallplatten, Kunstrasen und Glas sind mögliche Materialien
für die Nutzstruktur gemäß exemplarischen Ausführungsbeispielen der Erfindung. Auch
Hybridlösungen aus mehreren Materialien und/oder Kombinationen aus mehreren der genannten
und anderen Materialien sind möglich.
[0041] Gemäß einem Ausführungsbeispiel kann die Nutzstruktur eine Dicke in einem Bereich
zwischen 0,5 mm und 4 mm aufweisen. Bei glatten bzw. festen Belägen (insbesondere
Holz, Weichbeläge, Keramik) kann die Nutzstruktur eine Dicke in einem Bereich zwischen
0,5 mm und 2 mm aufweisen. Bei Teppichen hingegen kann die Nutzstruktur eine höhere
Dicke von bis zu 4 mm aufweisen. Die Dicke der Nutzstruktur kann vorteilhaft sehr
viel geringer als bei herkömmlichen Untergrundbelägen ausgebildet werden, da bei Abnutzung
der Nutzstruktur die Oberflächenverlegeeinheit einfach durch eine andere Oberflächenverlegeeinheit
ausgetauscht werden kann, ohne dass ein nennenswerter Montageaufwand anfällt. Dies
führt zu einer Einsparung von Ressourcen und ist mit einem erheblich geringeren Arbeitsaufwand
möglich, als dies zum Beispiel beim herkömmlichen Austauschen von Parkett bzw. anderer
Bodenbeläge nötig ist.
[0042] Gemäß einem Ausführungsbeispiel kann die Steckverbindungsstruktur der Oberflächenverlegeeinheit
mittels einer Befestigungsstruktur, insbesondere mittels einer Klebstoffstruktur und/oder
mindestens eines in die Nutzstruktur einzubringenden Befestigungselements, an der
Nutzstruktur befestigbar oder befestigt sein. Als Klebstoff kann zum Beispiel doppelseitiges
Klebeband oder ein Heißschmelzkleber verwendet werden. Auch das Befestigen von Nutzstruktur
und Steckverbindungsstruktur mittels Befestigungselementen wie Schrauben, Nägeln und/oder
Nieten ist möglich.
[0043] Gemäß einem Ausführungsbeispiel kann die Befestigungsstruktur der Oberflächenverlegeeinheit
ausgebildet sein, die Steckverbindungsstruktur an der Nutzstruktur punktförmig, linienförmig
oder vollflächig zu befestigen, insbesondere unter Aufrechterhaltung einer, weiter
insbesondere elastischen, Ausgleichsbewegungsfähigkeit der Steckverbindungsstruktur.
Bei einer vollflächigen Verbindung ist eine besonders gute Befestigungswirkung erreichbar.
Bevorzugt ist allerdings eine nur teilweise Verbindung einer der gegenüberliegenden
Oberflächen von Befestigungsstruktur und Nutzstruktur, wie dies bei einer punkt- oder
linienförmigen Befestigung der Fall ist. Eine solche Befestigung, zum Beispiel nur
entlang bestimmter Abschnitte einer Rahmenstruktur der Steckverbindungsstruktur der
Oberflächenverlegeeinheit, erhält eine mechanische Ausgleichsbewegungsfähigkeit aufrecht
und erlaubt es den (üblicherweise aus unterschiedlichen Materialien hergestellten)
Nutz- und Steckverbindungsstrukturen bei Auftreten von temperaturbedingten Spannungen
eine Ausgleichsbewegung durchzuführen. Auch zum Ausgleich von herstellungsbedingten
Toleranzen ist die Maßnahme vorteilhaft.
[0044] Gemäß einem Ausführungsbeispiel kann die Steckverbindungsstruktur der Oberflächenverlegeeinheit
als aus miteinander verbundenen, insbesondere elastischen, Stegen bestehende Rahmenstruktur
mit einer Mehrzahl von darin integrierten Steckverbindungselementen ausgebildet sein.
Das Ausbilden der Steckverbindungsstruktur aus stegartigen Rahmenelementen führt zu
einer leichtgewichtigen und ressourcensparenden Oberflächenverlegeeinheit, die dennoch
eine ausreichende mechanische Festigkeit hat, um eine zuverlässige Steckverbindung
mit der Untergrundverlegeeinheit auszubilden.
[0045] Gemäß einem Ausführungsbeispiel können die Steckverbindungselemente der Oberflächenverlegeeinheit
(insbesondere zwei einander gegenüberliegende) Blattfederstrukturen aufweisen, die
zum Ausbilden einer Einschnapp-Steckverbindung mit einem (insbesondere ovalen) Schnappring
der Steckverbindungsstruktur der korrespondierenden Untergrundverlegeeinheit eingerichtet
sind. Die Blattfederstrukturen können insbesondere durch zwei einander gegenüberliegende
Stege der Rahmenstruktur ausgebildet werden, die beim Einführen des Schnappkörpers
der Untergrundverlegeeinheit zwischen die beiden Blattfederstrukturen nach außen wegfedern
und dabei eine den Schnappkörper in Eingriff nehmende Klemmkraft generieren. Zum vereinfachten
Einführen des Schnappkörpers in den materialfreien Bereich zwischen den einander gegenüberliegenden
Blattfederstrukturen kann der Schnappkörper und/oder können die Blattfederstrukturen
mit entsprechenden Einlaufschrägen versehen werden, die das Einführen kraftsparend
und intuitiv bewerkstelligen. Diese Einlaufschrägen können auch die Verdrängungsbewegung
der Blattfederstrukturen beim Ausbilden der Schnapp- bzw. Steckverbindung auf die
Hauptebene des ausgebildeten Wechselbelags beschränken, so dass die Steckverbindung
vorteilhaft zu keiner Erhöhung der Bauhöhe führt.
[0046] Gemäß einem Ausführungsbeispiel können die Steckverbindungselemente der Oberflächenverlegeeinheit
(insbesondere ovale) Führungsringstrukturen aufweisen, die zum ausgleichsbewegungsermöglichenden
Aufnehmen von korrespondierenden Positioniernoppen der Steckverbindungsstruktur der
korrespondierenden Untergrundverlegeeinheit eingerichtet sind. Die Führungsringstrukturen
können durch einen umfänglich geschlossenen Begrenzungssteg gebildet sein, in deren
Inneren eine geradlinige oder gekrümmte Führung für die Positioniernoppen gebildet
sein kann. Vorzugsweise erlaubt eine solche Führungsstruktur die Bewegung der Positioniernoppen
in einer jeweiligen Vorzugsrichtung.
[0047] Gemäß einem Ausführungsbeispiel der Oberflächenverlegeeinheit können die Blattfederstrukturen
zum Federn in einer Federrichtung ausgebildet sein, die orthogonal zu einer Ausgleichsbewegungsrichtung
der Führungsringstrukturen angeordnet ist. Dies immobilisiert den Wechselbelag in
einer Wirkrichtung der Blattfedern und erlaubt eine Ausgleichsbewegung senkrecht dazu.
[0048] Gemäß einem Ausführungsbeispiel kann die Steckverbindungsstruktur der Oberflächenverlegeeinheit
als sich, insbesondere zweidimensional, periodisch wiederholendes Raster, insbesondere
mit einem Rastermaß in einem Bereich zwischen 10 mm und 100 mm, von Steckverbindungseinheitszellen
ausgebildet sein. Besonders vorteilhaft kann die Rasterung zu einer flexiblen Verlegbarkeit
unterschiedlich dimensionierter oder miteinander randseitig nicht zwingend fluchtender
Oberflächenverlegeeinheiten und Untergrundverlegeeinheiten dienen. Dadurch kann ein
modulares System mit einer universellen Kombinatorik zwischen Oberflächenverlegeeinheiten
und Untergrundverlegeeinheiten bereitgestellt werden.
[0049] Gemäß einem Ausführungsbeispiel kann das Raster der Oberflächenverlegeeinheit durch
eine, insbesondere zweidimensional, alternierende Sequenz der Steckverbindungseinheitszellen
gebildet sein, die sich alternierend in einer ersten Orientierungsrichtung und in
einer dazu orthogonalen zweiten Orientierungsrichtung erstrecken.
[0050] Gemäß einem Ausführungsbeispiel der Oberflächenverlegeeinheit kann eine jeweilige
Steckverbindungseinheitszelle durch eine Anordnung aus Blattfederstrukturen und Führungsringstrukturen
mit den oben beschriebenen Merkmalen gebildet sein. Wie bereits oben für die Untergrundverlegeeinheiten
beschrieben, führt das alternierende Anordnen der Steckverbindungseinheitszellen zu
einer insgesamt gleichmäßigeren Lastverteilung und Steckverbindungskraft. Wie bereits
oben angesprochen, sind die Ausgestaltungen mit einer ebenen Trägerplatte und/oder
mit Steckverbindungselementen wie Steckkörper oder Positioniernoppen bzw. zugehörigen
Lastaufnahmestrukturen (insbesondere Lastaufnahmenoppen) auch bei der Befestigungsstruktur
der Oberflächenverlegeeinheiten implementierbar.
[0051] Es sollte jedoch angemerkt werden, dass bevorzugt eine ebene Trägerplatte mit erhaben
vorstehenden Steckverbindungselementen bzw. Lastaufnahmestrukturen an der Untergrundverlegeeinheit
vorgesehen werden kann, während an der Oberflächenverlegeeinheit vorzugsweise eine
Rahmenstruktur vorgesehen wird. Dies hat folgenden Grund: Das Vorsehen einer geschlossenen
Trägerschicht vereinfacht das Immobilisieren der Unterseite der Untergrundverlegeeinheiten
an dem Untergrund. Gleichzeitig erlaubt das rahmenartige Vorsehen der Steckverbindungsstruktur
an der Nutzstruktur der Oberflächenverlegeeinheit, dass eine besonders wirksame Ausgleichsbewegung
zwischen diesen beiden Komponenten ermöglicht ist. Auch ist das materialsparende Vorsehen
der rahmenartigen Steckverbindungsstruktur an der als Verschleißteil oder Wechselkomponente
ausbildbaren Oberflächenverlegeeinheit besonders ressourcensparend.
[0052] Gemäß einem alternativen Ausführungsbeispiel kann die Steckverbindungsstruktur der
Oberflächenverlegeeinheit eine Mehrzahl von Steckverbindungselementen aufweisen, die
mit den Merkmalen der Steckverbindungselemente der Untergrundverlegeeinheit mit den
oben beschriebenen Merkmalen ausgebildet ist.
[0053] Gemäß einem Ausführungsbeispiel kann die Oberflächenverlegeeinheit eine Funktionsstruktur
aufweisen, die in die Nutzstruktur integriert sein kann, insbesondere ausgebildet
als Abriebschutzschicht. Zum Beispiel kann eine solche Abriebschutzschicht an einer
außenseitigen Oberfläche des Wechselbelags angebracht werden, beispielsweise ausgebildet
als Lack- oder Versiegelungsschicht.
[0054] Gemäß einem bevorzugten Ausführungsbeispiel kann die Nutzstruktur eine steckverbindungsstrukturseitige
(insbesondere eine mit der Steckverbindungsstruktur der Oberflächenverlegeeinheit
verbundene) Trägerstruktur und eine darauf aufgebrachte außenseitige (insbesondere
freiliegende) Nutzbeschichtung aufweisen. Zum Beispiel kann die Trägerstruktur eine
Dicke in einem Bereich zwischen 1 mm und 3 mm (häufig unter 2 mm) aufweisen und als
Trägerschicht ausgebildet sein. Diese Trägerschicht kann dazu dienen, dass eine Beschichtung
auf ihr aufgebracht wird (zum Beispiel darauf abgeschieden oder darauf aufgeklebt
wird). Zum Beispiel kann die Trägerstruktur aus einem Faserverbundstoff, wie zum Beispiel
einer zementgebundenen Glasfaserplatte, ausgebildet sein. Dies hat Vorteile: Zum einen
ist ein solcher Faserverbundstoff ausreichend robust, um zum Beispiel eine dünne Holzfurnierschicht
(beispielsweise mit einer Dicke in einem Bereich zwischen 0,5 mm und 1,5 mm) als Nutzbeschichtung
zu stabilisieren. Zum anderen hat sich Faserverbundstoff als geeignet herausgestellt,
mit keramischem Material (beispielsweise mit einer Dicke in einem Bereich zwischen
0,5 mm und 3 mm) als Nutzbeschichtung beschichtet zu werden. Faserverbundstoff (besonders
eine zementgebundene Glasfaserstruktur) ist nämlich ausreichend temperaturstabil,
um den hohen Temperaturen, die beim keramischen Beschichten auftreten, standzuhalten.
Durch Implementieren des Konzepts von Trägerstruktur und Nutzbeschichtung können erfindungsgemäße
Oberflächenverlegeeinheiten vorteilhaft auch für keramische Oberflächen zugänglich
gemacht werden. Die Nutzstruktur soll insbesondere die Optik bzw. das Design der jeweiligen
Belagsart vermitteln. Dazu sind dementsprechen geringe Stärken vorteilhaft. Gemäß
einer Weiterbildung der Erfindung wird eine universelle Trägerplatte bereitgestellt
(für die verschiedenste Materialien eingesetzt werden können), die zum Ausbilden der
Nutzstruktur zwischen Nutzschicht und Steckverbindungsstruktur positioniert werden
kann. Diese Trägerplatte hat einerseits den Vorteil, eine Stabilisierungsunterstützung
zu bieten (insbesondere für Holz) und andererseits ein Substrat zu offerieren, auf
welchem mechanisch empfindliche Beläge (insbesondere eine keramische Beschichtung)
aufgebracht werden können.
[0055] Gemäß einem Ausführungsbeispiel kann der Wechselbelag ferner eine Mehrzahl von Funktionsstrukturverlegeeinheiten
mit den oben beschriebenen Merkmalen aufweisen, zum vertikalen Anordnen zwischen der
Mehrzahl von Untergrundverlegeeinheiten und der Mehrzahl von Oberflächenverlegeeinheiten
unter Ausbildung von Steckverbindungen an beiden einander gegenüberliegenden Oberflächen
der Funktionsstrukturverlegeeinheiten. Somit kann bei dem Wechselbelag wahlweise eine
direkte Verbindung zwischen der Steckverbindungsstruktur der Untergrundverlegeeinheiten
und der Steckverbindungsstruktur der Oberflächenverlegeeinheiten vorgenommen werden
oder ein sandwichartiges Anordnen von Funktionsstrukturverlegeeinheiten zwischen Untergrundverlegeeinheiten
und Oberflächenverlegeeinheiten. Mit den Untergrundverlegeeinheiten, den Oberflächenverlegeeinheiten
und den Funktionsstrukturverlegeeinheiten ist somit ein modulares Baukastensystem
geschaffen, aus dem sich ein Benutzer eine gewünschte Kombination von Funktionselementen
und Nutzstrukturelementen zusammenstellen kann.
[0056] Gemäß einem exemplarischen Ausführungsbeispiel ist auch das Ausbilden von mehreren
Funktionsstrukturen bzw. Funktionsstrukturverlegeeinheiten übereinander möglich.
[0057] Gemäß einem Ausführungsbeispiel können die Steckverbindungsstrukturen der Oberflächenverlegeeinheiten
und die Steckverbindungsstrukturen der Untergrundverlegeeinheiten derart aufeinander
angepasst sein, dass beim Ausbilden einer lösbaren Steckverbindung ein Einschnappen
zwischen der Steckverbindungsstrukturen erfolgt, insbesondere ausschließlich in einer
Ebene, die parallel zu der Nutzstruktur angeordnet ist. Dadurch ist das Ausbilden
einer stabilen Schnappverbindung ohne Erhöhung der Bauhöhe des Wechselbelags ermöglicht.
[0058] Gemäß einem Ausführungsbeispiel können die Steckverbindungstrukturen der Oberflächenverlegeeinheiten
eine höhere Biegesteifigkeit aufweisen als die Steckverbindungstrukturen der Untergrundverlegeeinheiten.
Dadurch ist sichergestellt, dass insbesondere untergrundseitig eine Ausgleichsbewegung
im Falle herstellungsbedingter Toleranzen oder thermischer Mismatches ermöglicht ist.
Vorteilhaft kann eine höhere Biegesteifigkeit auf Seiten der Oberflächenverlegeeinheit
durch eine gleichzeitig leichtgewichtige und ressourcensparende Rahmenstruktur erreicht
werden, wohingegen eine geringere Biegesteifigkeit mit einer für die Untergrundverlegeeinheit
besonders vorteilhaften vollflächigen, vergleichsweise dünnen Trägerschicht erreicht
werden kann.
[0059] Gemäß einem Ausführungsbeispiel kann das Verfahren ferner ein Abnehmen der Oberflächenverlegeeinheiten
von den Untergrundverlegeeinheiten und nachfolgend Ausbilden von lösbaren Steckverbindungen
zwischen den verlegten Untergrundverlegeeinheiten und anderen Oberflächenverlegeeinheiten
aufweisen, insbesondere anderen Oberflächenverlegeeinheiten mit einer anderen Nutzstruktur.
Ein solches Auswechseln von Oberflächenverlegeeinheiten kann insbesondere werkzeugfrei
und zerstörungsfrei erfolgen, zum Beispiel wenn die Nutzstruktur der Oberflächenverlegeeinheiten
abgenutzt ist oder eine andere Nutzstruktur von einem Benutzer gewünscht wird.
[0060] Sowohl die Oberflächenverlegeeinheiten als auch die Untergrundverlegeeinheiten können
in praktisch beliebigen Formaten hergestellt werden. Dies umfasst insbesondere jede
viereckige Konfiguration, weiter insbesondere rechteckige Anordnungen. Aber auch andere
Formen, wie zum Beispiel andere Polygone (zum Beispiel Hexagone), sind möglich.
[0061] Gemäß einem Ausführungsbeispiel können die korrespondierenden Steckverbindungsstrukturen
zum lösbaren, insbesondere zum mit manueller Muskelkraft lösbaren und/oder werkzeugfrei
lösbaren, Verbinden mit der jeweils zugehörigen Untergrundverlege-, Oberflächenverlege-
und/oder Funktionsstrukturverlegeeinheit eingerichtet sein. Dadurch kann es ohne Vorsehen
eines separaten Werkzeugs oder ohne zerstörende Behandlung ermöglicht werden, die
Nutzschicht (zum Beispiel samt einem Teil der Verbindungsstruktur oder samt der gesamten
Verbindungsstruktur) abzunehmen und bedarfsweise durch eine andere zu ersetzen.
[0062] Gemäß exemplarischen Ausführungsbeispielen ist es auch möglich, dass eine spezielle
Gerätschaft zur Montage bzw. Demontage eingesetzt wird (zum Beispiel Hitze, Strahlung,
mechanische Hilfe). Auch der Einsatz von elektrischen Demontagehilfen ist möglich.
[0063] Gemäß einem Ausführungsbeispiel kann eine flächige Verbindung (vollflächig, Streifen,
etc.) auf dem Untergrund (Wand, Decke, Boden etc.) erfolgen. So ist eine Zweischicht-,
Dreischicht- oder Massivholzparkettverlegeeinheit auf Untergrund (zum Beispiel Estrich,
Holzboden, Fliesen, Laminat, PVC-Belag, Teppiche etc.) möglich. Die Verbindung erfolgt
dabei vollflächig oder streifig auf das Gegenstück.
[0064] Gemäß noch einem anderen Ausführungsbeispiel der Erfindung kann eine Deckschicht
aus Massivholz auf einen Untergrund (zum Beispiel Estrich, Holzboden, Fliesen, Laminat,
PVC-Belag, Teppich, etc.) aufgebracht werden. Die mitgelieferte Verbindungskomponente
kann zum Beispiel vollflächig auf den Untergrund (Estrich, Holzboden, Fliesen, Laminat,
PVC-Belag, Teppich, etc.) aufgebracht werden.
[0065] Es ist eine Breiten- und Seitenverbindung zwischen Deckschicht zu Deckschicht möglich.
Solche Verbindungen können sowohl bei der Ausführung auf werkseitig hergestelltem
Unterbau sowie bei der Verbindung der Deckschicht auf dem Untergrund entsprechend
ausgebildet werden.
[0066] Die Nutzschicht kann als Decklage fungieren und zum Beispiel einmal abgeschliffen
werden. Dies kann zum Beispiel auch durch Impulse (Strom, Wärme, Bimetall-Effekt oder
anderes) bewirkt werden. Somit kann die Möglichkeit des zum Beispiel einmaligen Abschleifens
der Nutzschicht mit der Möglichkeit des einfachen Austauschs der gesamten Oberflächenverlegeeinheit
zur weiter verbesserten Ressourcennutzung kombiniert werden.
[0067] Anstelle des separaten Vorsehens einer Stabilitätsschicht (Massivholzschicht) und
einer Gegenzugsfurniere (dünne Holzschicht) können diese auch einstückig ausgebildet
werden. Die Nutzschichtdicke kann auf einen Nutzungszyklus hin reduziert werden, so
dass es einem Benutzer zum Beispiel möglich wird, alle fünf Jahre einen neuen Holzboden
zu haben, ohne dass ein sehr großer Verlegeaufwand nötig wird.
[0068] Europäische Holzarten, die zu Oberflächenverlegeeinheiten oder Untergrundverlegeeinheiten
verarbeitet werden können, sind Eiche, Buche, Ahorn, Birke, Nussbaum, Kirsche, Esche,
Olive, Akazie, Ulme, Apfelbaum, Birnbaum und Edelkastanie. Außereuropäische Holzarten,
die zum Beispiel zu Oberflächenverlegeeinheiten oder Untergrundverlegeeinheiten verarbeitet
werden können, sind Merbau, Wenge, Teak oder Mahagoni.
[0069] Als Vollholz, aus dem Oberflächenverlegeeinheiten und/oder Untergrundverlegeeinheiten
vollständig oder teilweise gebildet sein können, können Holzerzeugnisse bezeichnet
werden, deren Querschnitte aus einem Baumstamm herausgearbeitet und optional spanabhebend
(Bohren, Fräsen, Hobeln, etc.) weiterverarbeitet wurden. Das Gefüge des Holzes wird,
anders als bei Brettschichtholz und Holzwerkstoffen, nicht mechanisch oder mechanischchemisch
verändert. Allerdings ist ein Räuchern und/oder Dämpfen des Werkstoffs möglich. Auch
eine Verbindung von verschiedenen Werkstoffen ist möglich.
[0070] Bei mehrschichtigen Untergrundverlegeeinheiten kommen als Träger auch Holzwerkstoffe
zum Einsatz. Holzwerkstoffe können Werkstoffe sein, die durch Zerkleinern von Holz
und anschließendes Zusammenfügen der Strukturelemente erzeugt werden. Größe und Form
der Holzpartikel entscheiden über die Art des Holzwerkstoffes und seine Eigenschaften.
Die Holzpartikel können ohne oder mit Bindemitteln oder mechanischen Verbindungen
miteinander verbunden sein.
[0071] Parkett, das aus Oberflächenverlegeeinheiten und/oder Untergrundverlegeeinheiten
gebildet ist, kann zum Beispiel als Massivparkett oder Mehrschichtparkett ausgebildet
sein. Massivparkett kann insbesondere aus Massivholzstücken aufgebaut sein, die erfindungsgemäß
mit Steckverbindungsstrukturen versehen sein können. Massivparkett kann roh verlegt
und dann mit einer Parkettschleifmaschine abgeschliffen werden. Anschließend kann
eine Oberflächenbehandlung mit Parkettlack, Fußbodenöl oder Wachs erfolgen. Mehrschichtparkett
kann Zweischichtparkett oder Dreischichtparkett sein. Die sichtbare Oberflächenschicht
aus der jeweils prägenden Holzart kann zum Beispiel 0,5 mm bis 2 mm, oder bis 4 mm
dick und auf einer oder mehreren Trägerschichten aus billigerem Nadelholz oder auf
eine Trägerplatte aus Holzwerkstoff geklebt sein.
[0072] Gemäß einem exemplarischen Ausführungsbeispiel ist ein Wechselbelag oder Untergrundbelag
bereitgestellt, der ein Wechselbelagelement (auch Oberflächenverlegeeinheit genannt)
und ein Grundbelagelement (auch Untergrundverlegeeinheit genannt) aufweist, wobei
das eine auf das andere aufgesteckt werden kann und beide durch eine definierte Kraft
wieder voneinander gelöst werden können. Das Grundbelagelement bzw. die Untergrundverlegeeinheit
wird fest mit dem Untergrund verbunden. Das Wechselbelagelement bzw. die Oberflächenverlegeeinheit
ist lösbar aufsteckbar. Es erfolgt vorzugsweise keine schwimmende Verlegung des Grundbelagelements.
Die Verlegung erfolgt vorzugsweise orthotrop, eine schräge Verlegung ist nicht zwingend
erforderlich. Das Steckraster kann zum Beispiel 10 mm bzw. 20 mm betragen. Das Grundbelagelement
soll begehbar sein.
[0073] Dies ermöglicht ein Aufstecken ohne Werkzeug, wobei die Demontage mit oder ohne Werkzeug
erfolgen kann. Die Steckverbindung (oder auch Teile davon) soll unlösbar mit der Nutzschicht
bzw. dem Unterbau verbunden sein. Die Bauhöhe des Wechselbelagelements inklusive des
Grundbelagelements kann zum Beispiel zwischen 4 mm und 6 mm betragen. Die einzelnen
Elemente des Wechselbelagelements bzw. des Grundbelagelements können zum Beispiel
eine Breite von 200 mm bis 600 mm und eine Länge von 600 mm bis 1500 mm haben.
[0074] Die Positionierbarkeit von Grundbelagelementen und Wechselbelagelementen aneinander
kann zum Beispiel unter Verwendung von einzelnen Stiften, Noppen und/oder Rippen erfolgen,
die vorstehen und in das Gegenstück eintauchen können. Dies erlaubt eine einfache
Geometrie und kann vorzugsweise mit Einlaufschrägen realisiert werden. Es kann ein
entsprechendes Raster mit Stiften, Noppen bzw. Rippen gebildet werden. Die Anschlagfläche
bzw. Anschlaglinie kann als eigenes Element am Wechselbelag vorgesehen sein. Ferner
kann am Umfang ein Führungselement angebracht sein. Die Positionierung kann rein optisch
erfolgen. Es ist auch möglich, ein Werkzeug als Positionierhilfe einzusetzen.
[0075] Zum Zusammenstecken können einzelne Stifte, Noppen bzw. Rippen vorgesehen werden,
die entsprechend eines Rasters angeordnet werden können. Es ist ein Stecken ohne Position
(zum Beispiel Schaum) möglich. Flächige Steckelemente können verwendet werden. Zum
Beispiel bei Fugen eines Keramikbelags können auch flächige Steckelemente eingesetzt
werden. Solche Fugen können mittels Mehrkomponentenspritzguss zusammen mit der Steckverbindung
mit der Nutzschicht hergestellt werden. Derartige Fugen können eine Dichtfunktion
wahrnehmen. Partielle Steckelemente an den Wechselbelagelementen sind möglich, zum
Beispiel umlaufend. Es ist auch das Ausbilden einer Ringsteckverbindung unter Verwendung
von Buchse und Hülse möglich. Auch können Liniensteckelemente, Schiebeelemente und/oder
Drehelemente (zum Beispiel Bajonett) eingesetzt werden.
[0076] Zur vertikalen Fixierung ist es möglich, einen Reibschluss, Haken (zum Beispiel zum
Ausbilden einer formschlüssigen Verbindung, insbesondere unter Verwendung eines Hinterschnitts)
oder ein seitlich bewegtes Schiebeelement einzusetzen. Auch Drehelemente (zum Beispiel
Bajonett) oder gefederte Bolzen können eingesetzt werden. Es ist ferner möglich, Elastomerelemente
vorzusehen. Auch eine Ringschnappverbindung, eine Linienschnappverbindung bzw. ein
Fügemittel (zum Beispiel Haftmittel) in einem Spalt sind möglich. Ferner ist eine
Fixierung mittels Unterdrucks möglich (insbesondere bewegungsinduziert, beispielsweise
unter Verwendung von Saugnäpfen).
[0077] Ferner kann vorteilhaft eine Anpassung der Längenänderungen bei Temperaturänderungen
ermöglicht werden. Um einen entsprechenden Toleranzausgleich zu ermöglichen, ist eine
Nachgiebigkeit (plastische Deformation) der beteiligten Verbindungselemente möglich.
Auch können Elastomerelemente (hart und/oder weich) eingesetzt werden. Federelemente,
eine Schiebeverbindung bzw. das Vorsehen einer Fugenmasse bei Keramikbelägen ist ebenfalls
möglich.
[0078] Zur Klimaanpassung sind toleranzausgleichende Bauteile in dem Grundbelagelement und
dem Wechselbelagelement möglich.
[0079] Um eine Demontage zu ermöglichen, ist zum Beispiel ein Abheben des Wechselbelagelements
mittels eines Saugers eines Hebewerkzeugs, eines Zugankers (insbesondere lösbar),
eines Zugankers (zerstörend), eines Hubelements (zum Beispiel einer Zugschnur) oder
ein manuelles Abheben ohne Werkzeug (zum Beispiel nach Lockern mit vorgelagertem Prozessschritt)
möglich. Auch ein Einblasen von Luft zur Unterstützung der Demontage ist möglich,
wobei ein Luftpolster das jeweilige Element abheben kann.
[0080] Die Belastungsaufnahme kann derart erfolgen, dass die Belastung vertikal nach unten
unter Druck abgeleitet wird. Hierfür sollten die Auflageflächen ausreichend dimensioniert
werden. Es ist auch möglich, eine durchgehende Krafteinleitung über ein System von
Nutzschicht zum Unterbau zu ermöglichen. Die horizontale Belastung kann durch Schubkräfte
abgeleitet werden. Steckelemente können ineinander eingreifend vorgesehen werden.
Die Kraftübertragung kann auch mittels Reibung erfolgen.
[0081] Bei der Auswahl der Elemente zum Bewerkstelligen der Steckverbindung kann eine Positionierung
zueinander durch Stifte, Noppen und/oder Rippen im Raster ermöglicht werden. Ein Zusammenstecken
(insbesondere Fügen) kann durch Stifte, Noppen und/oder Rippen bewerkstelligt werden,
die im Raster angeordnet werden können. Ferner kann eine Fixierung vertikal (je Element)
durch Haken mit Formschluss und Hinterschnitt vorgenommen werden. Die laterale Fixierung
(je Element) kann durch Stifte, Noppen und/oder Rippen vorgenommen werden, die ebenfalls
im Raster angeordnet sein können. Es kann ein Ausgleich der Fertigungs- und Montagetoleranzen
durch nachgiebige Federelemente vorgesehen werden.
[0082] Ferner ist eine Anpassung der Längenänderungen bei Temperaturänderungen und Feuchtigkeitsschwankungen
(Klimaeinfluss) durch nachgiebige Federelemente ermöglicht. Das Lösen der Wechselbelagelemente
(Demontage) kann derart erfolgen, dass die vertikale und horizontale Belastung gut
aufgenommen werden kann.
[0083] Gemäß exemplarischen Ausführungsbeispielen der Erfindung sind unterschiedliche Verlegekombinationen
der Oberflächenverlegeeinheiten, Untergrundverlegeeinheiten und Funktionsstrukturverlegeeinheiten
möglich. Insbesondere ist eine Längsverlegung, eine Querverlegung, eine Schrägverlegung,
etc. möglich.
[0084] Im Folgenden werden exemplarische Ausführungsbeispiele der vorliegenden Erfindung
mit Verweis auf die folgenden Figuren detailliert beschrieben.
Figur 1 zeigt eine Querschnittsansicht eines Wechselbelags gemäß einem exemplarischen
Ausführungsbeispiel der Erfindung.
Figur 2 zeigt eine Querschnittsansicht eines Wechselbelags gemäß einem anderen exemplarischen
Ausführungsbeispiel der Erfindung.
Figur 3 zeigt eine Querschnittsansicht eines Wechselbelags gemäß noch einem anderen
exemplarischen Ausführungsbeispiel der Erfindung.
Figur 4 zeigt eine Querschnittsansicht eines Wechselbelags gemäß einem weiteren exemplarischen
Ausführungsbeispiel der Erfindung.
Figur 5 zeigt eine räumliche Ansicht von Komponenten eines Wechselbelags gemäß einem
exemplarischen Ausführungsbeispiel der Erfindung.
Figur 6 bis Figur 9 zeigen zusammenwirkende Steckverbindungsstrukturen von Oberflächenverlegeeinheiten
und Untergrundverlegeeinheiten von Wechselbelägen gemäß exemplarischen Ausführungsbeispielen
der Erfindung.
Figur 10 zeigt eine Draufsicht und Figur 11 zeigt eine räumliche Ansicht einer Steckverbindungstruktur
einer Untergrundverlegeeinheit gemäß einem exemplarischen Ausführungsbeispiel der
Erfindung
Figur 12 zeigt einen Teil eines Wechselbelags gemäß einem exemplarischen Ausführungsbeispiel
der Erfindung.
Figur 13 zeigt eine Detailansicht und Figur 14 zeigt eine Übersicht einer Steckverbindung
zwischen einer Steckverbindungstruktur einer Untergrundverlegeeinheit und einer korrespondierenden
Steckverbindungstruktur einer Oberflächenverlegeeinheit gemäß einem exemplarischen
Ausführungsbeispiel der Erfindung.
Figur 15 zeigt eine Draufsicht und Figur 16 zeigt eine räumliche Ansicht einer Steckverbindungstruktur
einer Untergrundverlegeeinheit gemäß noch einem anderen exemplarischen Ausführungsbeispiel
der Erfindung.
Figur 17 zeigt eine Draufsicht einer Steckverbindung zwischen einer Steckverbindungsstruktur
einer Oberflächenverlegeeinheit und einer Steckverbindungsstruktur einer Untergrundverlegeeinheit
gemäß einem exemplarischen Ausführungsbeispiel der Erfindung.
Figur 18 zeigt eine räumliche Ansicht einer Steckverbindungstruktur einer Oberflächenverlegeeinheit
gemäß einem exemplarischen Ausführungsbeispiel der Erfindung.
Figur 19 bis Figur 21 zeigen unterschiedliche räumliche Ansichten einer Steckverbindung
aus einer Steckverbindungstruktur einer Untergrundverlegeeinheit und einer Steckverbindungsstruktur
einer korrespondierenden Oberflächenverlegeeinheit gemäß einem exemplarischen Ausführungsbeispiel
der Erfindung.
Figur 22 zeigt eine räumliche Ansicht und eine Querschnittsansicht einer Steckverbindung
aus einer Steckverbindungstruktur einer Untergrundverlegeeinheit und einer Steckverbindungsstruktur
einer korrespondierenden Oberflächenverlegeeinheit gemäß einem exemplarischen Ausführungsbeispiel
der Erfindung.
Figur 23 zeigt eine Steckverbindungseinheitszelle einer Steckverbindungsstruktur einer
Oberflächenverlegeeinheit gemäß einem exemplarischen Ausführungsbeispiel der Erfindung.
Figur 24 zeigt eine Detailansicht einer Steckverbindung eines Wechselbelags gemäß
einem exemplarischen Ausgangsbeispiel der Erfindung.
[0085] Gleiche oder ähnliche Komponenten in unterschiedlichen Figuren sind mit gleichen
Bezugsziffern versehen.
[0086] Es ist anzumerken, dass für alle der gezeigten und beschriebenen Figuren und Ausführungsbeispiele
gilt, dass eine erste Steckverbindungsstruktur einer Oberflächenverlegeeinheit und
eine korrespondierende zweite Steckverbindungsstruktur einer Untergrundverlegeeinheit
ausgetauscht werden können, d.h. dass die erste Steckverbindungsstruktur alternativ
an der Untergrundverlegeeinheit vorgesehen sein kann und die zweite Steckverbindungsstruktur
an der Oberflächenverlegeeinheit.
[0087] Figur 1 zeigt eine Querschnittsansicht eines Wechselbelags 150 gemäß einem exemplarischen
Ausführungsbeispiel der Erfindung.
[0088] Der Wechselbelag 150 dient zum Belegen bzw. Bedecken eines Untergrunds 102 und ist
aus einer Mehrzahl von Untergrundverlegeeinheiten 100 und einer Mehrzahl von Oberflächenverlegeeinheiten
110 aufgebaut. Die Untergrundverlegeeinheiten 100 bilden eine untergrundnahe erste
Belagschicht und bedecken gemeinsam im Wesentlichen lückenfrei den Untergrund 102.
Die Oberflächenverlegeeinheiten 110 bilden eine oberflächennahe zweite Belagschicht
und bedecken gemeinsam im Wesentlichen lückenfrei die erste Belagschicht aus den den
Untergrund 102 bedeckenden Untergrundverlegeeinheiten 100.
[0089] Die untereinander gleichartigen Untergrundverlegeeinheiten 100 weisen jeweils eine
untergrundseitige Befestigungsstruktur 104 auf, die zum Befestigen an dem Untergrund
102 ausgebildet ist. Ferner weist jede der Untergrundverlegeeinheiten 100 eine dem
Untergrund 102 abgewandte Steckverbindungsstruktur 106 zum lösbaren Steckverbinden,
unter Ausbildung einer Einschnapp-Steckverbindung, mit einer korrespondierend ausgebildeten
Steckverbindungsstruktur 108 einer zugehörigen Oberflächenverlegeeinheit 110 auf.
[0090] Jede der untereinander gleichartigen Oberflächenverlegeeinheiten 110 weist eine Nutzstruktur
112 auf, die eine freiliegende Außenfläche des Wechselbelags 150 bildet. Ferner hat
jede der Oberflächenverlegeeinheiten 110 eine der Nutzstruktur 112 abgewandte Steckverbindungsstruktur
108 zum lösbaren Steckverbinden, unter Ausbildung der Einschnapp-Steckverbindung,
mit einer korrespondierenden der Steckverbindungsstrukturen 106 der zugehörigen Untergrundverlegeeinheit
100.
[0091] Die Steckverbindungsstrukturen 106 der Untergrundverlegeeinheiten 100 und die Steckverbindungsstrukturen
108 der Oberflächenverlegeeinheiten 110 sind, wie in Figur 1 gezeigt, derart aufeinander
angepasst (d.h. so dimensioniert und geformt), dass sie unter Ausbildung einer von
Hand lösbaren Einschnapp-Steckverbindung miteinander in formschlüssigen Steckeingriff
bringbar sind. In diesem Zustand befinden sie sich gemäß Figur 1.
[0092] Die Befestigungsstruktur 104 weist gemäß Figur 1 eine vollflächige, durchgehende
Klebstoffschicht an der Unterseite einer ebenen Trägerschicht auf.
[0093] Die Steckverbindungsstruktur 106 weist eine Mehrzahl von Steckverbindungselementen
114 auf, die gegenüber der Befestigungsstruktur 104 erhaben hervorstehen, um einen
Formschluss mit Steckverbindungselementen 116 der Steckverbindungsstruktur 108 ausformen
zu können.
[0094] Die Untergrundverlegeeinheiten 100 können als mittels Spritzgießens kostengünstig
hergestellter Körper aus Kunststoff ausgebildet werden, an deren Unterseite die Klebeschicht
angebracht werden kann.
[0095] Eine vertikale Dicke d der Untergrundverlegeeinheiten 100 kann zum Beispiel 2,5 mm
betragen.
[0096] Jede der Untergrundverlegeeinheiten 100 weist an einander gegenüberliegenden Endabschnitten
Komponenten einer Kopplungsstruktur 118 auf, die zum formschlüssigen Koppeln mit einer
korrespondierenden, benachbarten Kopplungsstruktur 118 einer anderen gleichartigen
Untergrundverlegeeinheit 100 ausgebildet ist. Dadurch können seitlich aneinandergrenzende
Untergrundverlegeeinheiten 100 miteinander mechanisch gekoppelt werden. Die Kopplungsstruktur
118 kann gemäß einem exemplarischen Ausführungsbeispiel nur in der Untergrundverlegeeinheit
100 eingeformt sein, da die Oberflächenverlegeeinheit 110 bei der vertikalen Demontage
nicht verschoben wird. Beispiele für die Ausgestaltung der Kopplungsstruktur 118 sind
in Figur 5, Figur 15 bis Figur 17, Figur 19, Figur 20 und Figur 22 zu sehen.
[0097] Bei jeder der Oberflächenverlegeeinheiten 110 kann die Nutzstruktur 112 Massivholz
aufweisen oder daraus bestehen, wenn als Wechselbelag 150 Wechselparkett verlegt werden
soll. Die als gleichmäßig dicke Schicht ausgebildete Nutzstruktur 112 kann eine Dicke
D von zum Beispiel 2 mm haben. Eine vertikale Dicke B der gesamten Oberflächenverlegeeinheit
110 kann zum Beispiel 3 mm betragen. Die als Nutzschicht ausgebildete Nutzstruktur
112 kann selbststabilisierend ausgebildet sein.
[0098] Die Steckverbindungsstruktur 108 kann mittels einer zum Beispiel als Klebstoffschicht
ausgebildeten Befestigungsstruktur 120 an der Nutzstruktur 112 befestigt sein. Die
Befestigungsstruktur 120 dient dazu, die Steckverbindungsstruktur 108 an der Nutzstruktur
112 vollflächig zu befestigen. Ungeachtet der Befestigung soll den einzelnen Komponenten
der Oberflächenverlegeeinheit 110 aber die Möglichkeit belassen werden, eine elastische
Ausgleichsbewegung dieser Komponenten zueinander zuzulassen, zum Beispiel zum Ausgleich
von thermische Spannungen. Die Befestigungsstruktur 120 kann stabilisierungsunterstützend
wirken.
[0099] Figur 1 zeigt ferner schematisch, dass eine optionale Bodenheizung 130 in dem Untergrund
102 implementiert werden kann, der zum Beispiel aus Estrich gebildet sein kann.
[0100] Darüber hinaus ist gemäß Figur 1 eine Funktionsstruktur 202 in der Nutzstruktur 112
integriert. Diese Funktionsstruktur 202 kann zum Beispiel eine Lackierung sein, welche
eine freiliegende Oberfläche der Nutzstruktur 112 vor mechanischen Beschädigungen
schützt. Die Funktionsstruktur 202 dient somit als Abriebschutzschicht.
[0101] Die in Figur 1 nur schematisch gezeigte und unten näher beschriebene Steckverbindungsstruktur
108 dient als Tragschicht mit Steckverbindungsfähigkeit und ist ebenfalls selbststabilisierend.
Die Steckverbindungsstruktur 106 dient als Grundelement mit Steckverbindungsfähigkeit
und ist selbststabilisierend. Die Befestigungsstruktur 104 ist als Verbindungsschicht
ausgebildet und fungiert als Grundelement zum Untergrund 102. Der Untergrund 102 kann
zum Beispiel Estrich oder ein vorhandener Bodenbelag sein.
[0102] Figur 2 zeigt eine Querschnittsansicht eines Wechselbelags 150 gemäß einem anderen exemplarischen
Ausführungsbeispiel der Erfindung.
[0103] Zusätzlich zu den Komponenten des Wechselbelags 150 gemäß Figur 1 ist bei dem Wechselbelag
150 gemäß Figur 2 eine weitere Funktionsstruktur 200 zwischen der Steckverbindungsstruktur
106 und der Befestigungsstruktur 104 angeordnet. Die Funktionsstruktur 200, die in
der Steckverbindungsstruktur 106 der Untergrundverlegeeinheit 100 integriert bzw.
eingebettet ist, kann zum Beispiel eine Sensorfolie sein. Alternativ kann die Funktionsstruktur
200 eine Fußbodenheizung, einer Fußbodenkühlung, eine Trittschalldämpfung oder eine
mechanische Verstärkungseinrichtung sein.
[0104] Zusätzlich zu dem Wechselbelag 150 gemäß Figur 1 ist bei dem Wechselbelag 150 gemäß
Figur 2 eine Ausgleichsschicht 144 vorgesehen. Ferner ist eine Verbindungsschicht
142 zwischen der Ausgleichsschicht 144 und dem Untergrund 102 bereitgestellt. Mit
Bezugszeichen 142 und 144 ist somit ein Ausgleichsbelag zwischen Untergrund 102 und
Wechselbelag 150 realisiert.
[0105] Figur 3 zeigt eine Querschnittsansicht eines Wechselbelags 150 gemäß noch einem anderen exemplarischen
Ausführungsbeispiel der Erfindung.
[0106] Der Wechselbelag 150 gemäß Figur 4 enthält zusätzlich zu dem Wechselbelag 150 gemäß
Figur 1 eine Mehrzahl von Funktionsstrukturverlegeeinheiten 300, die zwischen der
Mehrzahl von Untergrundverlegeeinheiten 100 und der Mehrzahl von Oberflächenverlegeeinheiten
110 zwischengesteckt sind. Dies erfolgt unter Ausbildung von Steckverbindungen an
beiden einander gegenüberliegenden Oberflächen der Funktionsstrukturverlegeeinheiten
300, nämlich oberseitig mit den Oberflächenverlegeeinheiten 110 und unterseitig mit
den Untergrundverlegeeinheiten 100. Zu diesem Zweck enthält jede der Funktionsstrukturverlegeeinheiten
300 eine oberseitige Steckverbindungsstruktur 302 zum Ausbilden einer oberseitigen
lösbaren Einschnapp-Steckverbindung mit einer korrespondierenden Steckverbindungsstruktur
108 der Oberflächenverlegeeinheit 110 und eine unterseitige Steckverbindungsstruktur
304 zum Ausbilden einer unterseitigen lösbaren Einschnapp-Steckverbindung mit einer
korrespondierenden Steckverbindungsstruktur 106 der Untergrundverlegeeinheit 100.
Eine Funktionsstruktur 306 dient zum Bereitstellen einer Zusatzfunktion in dem Wechselbelag
150, zum Beispiel eine Trittschalldämpfung.
[0107] Der Wechselbelag gemäß Figur 3 unterscheidet sich von dem Wechselbelag 150 gemäß
Figur 1 durch das zusätzliche Vorsehen eines Funktionsbelags in Form der Funktionsstruktur
302. Diese kann selektiv zwischen Untergrundverlegeeinheit 100 und Oberflächenverlegeeinheit
110 eingelegt werden oder optional auch mit einer der Untergrundverlegeeinheiten 100
oder der Oberflächenverlegeeinheiten 110 dauerhaft verbunden werden (zum Beispiel
verklebt werden).
[0108] Figur 4 zeigt eine Querschnittsansicht eines Wechselbelags 150 gemäß einem weiteren exemplarischen
Ausführungsbeispiel der Erfindung.
[0109] Der Wechselbelag 150 gemäß Figur 4 unterscheidet sich von Figur 3 durch das zusätzliche
Vorsehen eines Ausgleichsbelags 142, 144, vergleiche Figur 2.
[0110] Figur 5 zeigt eine räumliche Ansicht von Komponenten eines Wechselbelags 150 gemäß einem
exemplarischen Ausführungsbeispiel der Erfindung.
[0111] Gemäß Figur 5 ist die Steckverbindungsstruktur 106 der Untergrundverlegeeinheit 100
als aus miteinander verbundenen elastischen Stegen bestehende Rahmenstruktur 500 mit
einer Mehrzahl von darin integrierten Steckverbindungselementen 114 ausgebildet. In
die Rahmenstruktur 500 sind auch Längs- und Querfederelemente integriert, wobei die
Eckbereiche der Rahmenstruktur 500 mechanische Stabilität verleihen. Die Steckverbindungselemente
114 weisen zwei einander gegenüberliegende Blattfederstrukturen 502 auf, die zum Ausbilden
einer Einschnapp-Steckverbindung mit einem ovalen Schnappkörper 600 (siehe Figur 6)
der Steckverbindungsstruktur 108 der korrespondierenden Oberflächenverlegeeinheit
100 eingerichtet ist. Die Steckverbindungselemente 114 weisen darüber hinaus ovale
Führungsringstrukturen 504 auf, die zum ausgleichsbewegungsermöglichenden Aufnehmen
von korrespondierenden Positioniernoppen 604 der Steckverbindungsstruktur 108 der
korrespondierenden Oberflächenverlegeeinheit 100 eingerichtet ist (siehe Figur 6).
Die Blattfederstrukturen 502 sind zum Federn in einer Federrichtung ausgebildet, die
orthogonal zu einer Ausgleichsbewegungsrichtung der Führungsringstrukturen 504 angeordnet
ist.
[0112] Die Steckverbindungsstruktur 106 ist (wie die in Figur 5 nicht im Detail erkennbare
Steckverbindungsstruktur 108) als sich zweidimensional (d.h. in Längs- und Querrichtung)
periodisch wiederholendes Raster von Steckverbindungseinheitszellen 510 ausgebildet
ist. Das Raster ist durch eine in beiden Dimensionen alternierende Sequenz der Steckverbindungseinheitszellen
510 gebildet, die sich alternierend in einer ersten Orientierungsrichtung (Blattfederstrukturen
502 links-rechts) und in einer dazu orthogonalen zweiten Orientierungsrichtung (Blattfederstrukturen
502 oben-unten) erstrecken. Eine jeweilige Steckverbindungseinheitszelle 510 ist jeweils
durch eine Anordnung aus zwei einander gegenüberliegenden Blattfederstrukturen 502
und zwei einander gegenüberliegenden Führungsringstrukturen 504 gebildet.
[0113] Obwohl gemäß Figur 5 die Steckverbindungsstruktur 108 der Oberflächenverlegeeinheit
110 als ebene Trägerplatte mit daran erhaben vorstehenden Steckverbindungselementen
(nicht gezeigt in Figur 5) sowie die Steckverbindungsstruktur 106 der Untergrundverlegeeinheit
110 als Rahmenstruktur ausgebildet ist, können in einem anderen Ausführungsbeispiel
die Steckverbindungsstrukturen 106 und 108 auch ausgetauscht werden, das heißt die
ebene Trägerplatte mit erhaben hervorstehenden Steckverbindungselementen als Teil
der Untergrundverlegeeinheit 100 und die rahmenartige Steckverbindungsstruktur 106
als Teil der Oberflächenverlegeeinheit 110 vorgesehen werden.
[0114] Figur 6 bis Figur 9 zeigen zusammenwirkende Steckverbindungsstrukturen 108 von Oberflächenverlegeeinheiten
110 und Steckverbindungstrukturen 106 von Untergrundverlegeeinheiten 100 von Wechselbelägen
150 gemäß exemplarischen Ausführungsbeispielen der Erfindung. Dabei bilden gemäß Figur
6 bis Figur 9 im Unterschied zu Figur 5 die rahmenartige Anordnung die Steckverbindungsstruktur
108 der Oberflächenverlegeeinheit 110 und die plattenartige Anordnung die Steckverbindungsstruktur
106 der Untergrundverlegeeinheiten 100.
[0115] Gemäß Figur 6 bis Figur 9 sind die Steckverbindungsstrukturen 108 der Oberflächenverlegeeinheiten
110 und die Steckverbindungsstrukturen 106 der Untergrundverlegeeinheiten 110 derart
aufeinander angepasst, dass beim Ausbilden einer lösbaren Steckverbindung ein Einschnappen
zwischen den Steckverbindungsstrukturen 106, 108 erfolgt, und zwar ausschließlich
in einer Ebene, die parallel zu der Nutzstruktur 112 angeordnet ist. Die Steckverbindungselemente
114 der Untergrundverlegeeinheit 100 haben einen Schnappkörper 600 zum Ausbilden einer
Einschnapp-Steckverbindung mit korrespondierenden Blattfederstrukturen 502 der Steckverbindungsstruktur
108 der korrespondierenden Oberflächenverlegeeinheit 110. Die Steckverbindungselemente
114 der Untergrundverlegeeinheiten 100 weisen Positioniernoppen 604 auf, die zum ausgleichsbewegungsermöglichenden
Eingreifen in korrespondierende Führungsringstrukturen 504 der Steckverbindungsstruktur
108 der korrespondierenden Oberflächenverlegeeinheit 110 eingerichtet sind. Wie in
Figur 6 bis Figur 9 zu erkennen ist, hat der Schnappkörper 600 in einer ersten Erstreckungsrichtung
eine größere Dimension als in einer dazu orthogonalen zweiten Erstreckungsrichtung,
d.h. ist asymmetrisch angeordnet. Der Schnappkörper 600 ist gemäß Figur 9 zwischen
zwei Positioniernoppen 604 angeordnet.
[0116] Gemäß Figur 6 können die Positioniernoppen 604 die Blattfederstrukturen 502 mit zugehörigen
Schnappelementen so ausrichten, dass die Schnappkörper 600 unabhängig von einer Verformung/Bewegung
in der Fläche gesichert einrasten.
[0117] In Figur 6 bis Figur 9 ist mit Pfeilen angedeutet, in welchen Richtungen die unterschiedlichen
Abschnitte der gezeigten Strukturen in der Lage sind, unter Temperaturveränderung
oder zum Ausgleich von herstellungsbedingten Toleranzen Ausgleichsbewegungen vornehmen
zu können.
[0118] Figur 10 zeigt eine Draufsicht und
Figur 11 zeigt eine räumliche Ansicht einer Steckverbindungstruktur 106 einer Untergrundverlegeeinheit
100 gemäß einem exemplarischen Ausführungsbeispiel der Erfindung.
[0119] Figur 10 und Figur 11 zeigt somit einen Grundbelag, das heißt eine Untergrundverlegeeinheit
100, mit integrierten Elementen. Die Segmentgröße kann zum Beispiel 25 mm x 25 mm
betragen. Das Rastermaß (d.h. die Größe einer Steckverbindungseinheitszelle 510) kann
zum Beispiel 50 mm x 50 mm betragen. Ein Modul, d.h. eine Untergrundverlegeeinheit
100, kann eine Größe von zum Beispiel 300 mm x 150 mm aufweisen und eine Höhe von
3 mm haben.
[0120] Gemäß Figur 10 und Figur 11 ist der Raster als Rahmen gebildet, wobei Positionierelemente,
Fixierelemente, Längs- und Querfederelemente sowie Maßnahmen zum Toleranzausgleich
vorgesehen sind.
[0121] Figur 12 zeigt einen Teil eines Wechselbelags 150 gemäß einem exemplarischen Ausführungsbeispiel
der Erfindung. Bezugnehmend auf Figur 12 ist auf die Kontaktfläche zu den Befestigungsstrukturen
104 und 120 hinzuweisen.
[0122] Figur 13 zeigt eine Detailansicht und
Figur 14 zeigt eine Übersicht einer Steckverbindung zwischen einer Steckverbindungstruktur
106 einer Untergrundverlegeeinheit 100 und einer korrespondierenden Steckverbindungstruktur
108 einer Oberflächenverlegeeinheit 110 gemäß einem exemplarischen Ausführungsbeispiel
der Erfindung.
[0123] Gemäß Figur 12 bis Figur 14 ist eine Kombination aus einer Untergrundverlegeeinheit
100 (auch als Grundbelagelement bezeichnet) und einer Oberflächenverlegeeinheit 110
(auch als Wechselbelagelement bezeichnet) gezeigt. Die Positionierung erfolgt über
einen Positionierstift 1300. Die Fixierung erfolgt über einen Schnapphaken 1302. Der
Toleranzausgleich erfolgt über gefederte Verbindungselemente. Schnapphaken 1302 und
Positionierstift 1300 sind im fixen Abstand angeordnet.
[0124] Figur 15 zeigt eine Draufsicht und
Figur 16 zeigt eine räumliche Ansicht einer Steckverbindungstruktur 106 einer Untergrundverlegeeinheit
gemäß noch einem anderen exemplarischen Ausführungsbeispiel der Erfindung
[0125] Figur 15 und Figur 16 zeigen eine Untergrundverlegeeinheit 100 (auch als Grundbelagelement
bezeichnet) mit integrierten Elementen. Gemäß diesem Ausführungsbeispiel sind stabilisierende
Ringelemente 1500 in Ecken einzelner Steckverbindungseinheitszellen 510 vorgesehen.
Langlöcher sind als Führungsringstrukturen 504 für zwei Positionierstifte bzw. Positioniernoppen
604 einer Oberflächenverlegeeinheit 110 (nicht gezeigt in Figur 15 und Figur 16) gebildet.
Darüber hinaus sind gefederte Leisten als Blattfederstrukturen 502 für Schnapphaken
als Schnappkörper 600 (nicht gezeigt in Figur 15 und Figur 16) vorgesehen. Ein Toleranzausgleich
erfolgt über gefederte Verbindungselemente in Form von Rahmenstreben 1504. Die Rahmenstreben
1504 sind Teil der Rahmenstruktur 500. T-Elemente für die Fixierung der Module im
Flächenverbund können ebenfalls vorgesehen werden. Gemäß dem gezeigten Ausführungsbeispiel
kann das Rastermaß (das heißt die Größe einer Steckverbindungseinheitszelle 510) zum
Beispiel 50 mm x 50 mm sein, wobei das Modul (das heißt die gesamte Untergrundverlegeeinheit
100) eine Größe von 600 mm x 200 mm und eine Höhe von 3 mm haben kann.
[0126] Figur 17 zeigt eine Draufsicht einer Steckverbindung zwischen einer Steckverbindungsstruktur
108 einer Oberflächenverlegeeinheit 110 und einer Steckverbindungsstruktur 106 einer
Untergrundverlegeeinheit 100 gemäß einem exemplarischen Ausführungsbeispiel der Erfindung.
Die Schnappkörper 600 und die Positioniernoppen 604 sind so konstruiert, dass sie
vertikale Lasten aufnehmen können.
[0127] Gemäß Figur 17 ist der Schnappkörper 600 der Steckverbindungstruktur 108 entlang
einer ersten (gemäß Figur 17 horizontalen) Erstreckungsrichtung zwischen zwei sich
entlang einer zweiten (gemäß Figur 17 vertikalen) Erstreckungsrichtung erstreckenden
rippenförmigen und langgestreckten Lastaufnahmestrukturen 1700 angeordnet. Die Lastaufnahmestrukturen
1700 stehen gegenüber einer ebenen Basisplatte 1702 der Oberflächenverlegeeinheit
110 erhaben hervor und sind zum Aufnehmen von auf die Oberflächenverlegeeinheit 110
einwirkenden mechanischen Lasten ausgebildet.
[0128] Figur 18 zeigt eine räumliche Ansicht einer Steckverbindungstruktur 108 einer Oberflächenverlegeeinheit
110 gemäß einem exemplarischen Ausführungsbeispiel der Erfindung.
[0129] Die Steckverbindungsstruktur 108 ist als sich zweidimensional periodisch wiederholendes
Raster mit einem Rastermaß in einem Bereich zwischen 10 mm und 100 mm von Steckverbindungseinheitszellen
510 ausgebildet. Genauer gesagt ist das Raster durch eine zweidimensional alternierende
Sequenz der Steckverbindungseinheitszellen 510 gebildet, die sich alternierend in
einer ersten Orientierungsrichtung und in einer dazu orthogonalen zweiten Orientierungsrichtung
erstrecken. Anders ausgedrückt sind benachbarte Steckverbindungseinheitszellen 510
gegeneinander um 90° verdreht. Jede der Steckverbindungseinheitszellen 510 ist durch
eine Anordnung aus einem als Schnappring ausgebildeten Schnappkörper 600, zwei zueinander
parallele Lastaufnahmerippen als Lastaufnahmestrukturen 1700 und ein Paar von holzylindrischen
Positioniernoppen 604 gebildet.
[0130] Gemäß Figur 17 und Figur 18 ist eine Oberflächenverlegeeinheit 110 (auch als Wechselbelagelement
bezeichnet) mit funktionellen Elementen dargestellt. Die Plattendicke beträgt in diesem
Fall 1 mm. Es sind zwei Positionierstifte als Positioniernoppen 604 und ein Schnappkörper
600 als Schnappdornelement vorgesehen. Dieser Schnapphaken und die Positionierstifte
sind im fixen Abstand angeordnet. Es sind jeweils zwei Längsrippen pro Steckverbindungseinheitszelle
510 für die Aufnahme einer vertikalen Belastung gebildet.
[0131] Figur 19, Figur 20 und
Figur 21 zeigen unterschiedliche räumliche Ansichten einer Steckverbindung aus einer Steckverbindungstruktur
106 einer Untergrundverlegeeinheit 100 und einer Steckverbindungsstruktur 108 einer
korrespondierenden Oberflächenverlegeeinheit 110 gemäß einem exemplarischen Ausführungsbeispiel
der Erfindung. Figur 19 bis Figur 21 zeigen somit eine Kombination einer Oberflächenverlegeeinheit
110 (auch als Wechselbelagelement bezeichnet) und einer Untergrundverlegeeinheit 100
(auch als Grundbelagelement bezeichnet). Bei dem gezeigten Ausführungsbeispiel sind
die Komponenten als Spritzgussteile vorgesehen. Die Spritzgussformen können ohne Schieber
ausgebildet werden.
[0132] Figur 22 zeigt eine räumliche Ansicht und eine Querschnittsansicht einer Steckverbindung aus
einer Steckverbindungstruktur 106 einer Untergrundverlegeeinheit 100 und einer Steckverbindungsstruktur
108 einer korrespondierenden Oberflächenverlegeeinheit 110 gemäß einem exemplarischen
Ausführungsbeispiel der Erfindung. Figur 22 zeigt eine Querschnittsansicht nach Ausbilden
einer Schnappverbindung, wobei eine Bauhöhe L=4 mm darstellt. In Figur 22 sind auch
Einlaufschrägen sowie die planare Ausbildung der Schnappverbindung erkennbar, was
zu einer geringen Bauhöhe führt.
[0133] Figur 23 zeigt eine Steckverbindungseinheitszelle 510 einer Steckverbindungstruktur 108 einer
Oberflächenverlegeeinheit 110 gemäß einem exemplarischen Ausführungsbeispiel der Erfindung.
Figur 24 zeigt eine Detailansicht einer Steckverbindung eines Wechselbelags 150 gemäß einem
exemplarischen Ausgangsbeispiel der Erfindung. Figur 23 und Figur 24 zeigen ein Wechselbodenbelagsystem
mit einem Rastermaß von 25 x 25 mm. Vier Positionierstifte bzw. Positioniernoppen
604 und ein doppelwirkender Schnappdorn als Schnappkörper 600 sind je Steckverbindungseinheitszelle
510 vorgesehen. Schnapphaken und Positionierstifte sind geometrisch optimiert. Ringelemente
(siehe Bezugszeichen 1500) in den Ecken sind als Abstützelemente ausgeführt. In Figur
23 ist dargestellt, dass durch einen Schnappkörper 600 entsprechend Figur 24, der
in zwei Richtungen wirkt, das Rastermaß halbiert werden kann. Die dargestellten Blattfederstrukturen
502 sind beispielhaft um 90° gedreht. Entsprechende Positioniernoppen 604 können vorteilhaft
vierfach ausgeführt werden.
[0134] Es ist darauf hinzuweisen, dass bei allen Ausführungsbeispielen gemäß Figur 5 bis
Figur 24 die jeweilige Steckverbindungsstruktur 106 alternativ als Steckverbindungstruktur
der Oberflächenverlegeeinheit 110 sowie die jeweilige Steckverbindungsstruktur 108
alternativ als Steckverbindungstruktur der Untergrundverlegeeinheit 100 ausgeführt
sein kann. Anders ausgedrückt können die Steckverbindungsstrukturen 106 und 108 vertauscht
werden.
[0135] Ergänzend ist darauf hinzuweisen, dass "aufweisend" keine anderen Elemente oder Schritte
ausschließt und "eine" oder "ein" keine Vielzahl ausschließt. Ferner sei darauf hingewiesen,
dass Merkmale oder Schritte, die mit Verweis auf eines der obigen Ausführungsbeispiele
beschrieben worden sind, auch in Kombination mit anderen Merkmalen oder Schritten
anderer oben beschriebener Ausführungsbeispiele verwendet werden können. Bezugszeichen
in den Ansprüchen sind nicht als Einschränkung anzusehen.
Bezugszeichenliste:
[0136]
- 100
- Untergrundverlegeeinheit
- 102
- Untergrund
- 104
- Befestigungsstruktur
- 106
- Steckverbindungsstruktur
- 108
- Steckverbindungsstruktur
- 110
- Oberflächenverlegeeinheit
- 112
- Nutzstruktur
- 114
- Steckverbindungselemente
- 116
- Steckverbindungselemente
- 118
- Kopplungsstruktur
- 120
- Befestigungsstruktur
- 130
- Bodenheizung
- 142
- Verbindungsschicht
- 144
- Ausgleichsschicht
- 150
- Wechselbelag
- 200
- Funktionsstruktur
- 202
- Funktionsstruktur
- 300
- Funktionsstrukturverlegeeinheit
- 302
- Steckverbindungsstruktur
- 304
- Steckverbindungsstruktur
- 306
- Funktionsstruktur
- 500
- Rahmenstruktur
- 502
- Blattfederstrukturen
- 504
- Führungsringstrukturen
- 510
- Steckverbindungseinheitszellen
- 600
- Schnappkörper
- 604
- Positioniernoppen
- 1300
- Positionierstift
- 1302
- Schnapphaken
- 1500
- Ringelemente
- 1504
- Rahmenstreben
- 1700
- Lastaufnahmestrukturen
- 1702
- Basisplatte
1. Untergrundverlegeeinheit (100) zum Verlegen mit anderen, insbesondere gleichartigen,
Untergrundverlegeeinheiten (100) zum Bedecken eines Untergrunds (102), wobei die Untergrundverlegeeinheit
(100) aufweist:
eine untergrundseitige Befestigungsstruktur (104), die zum Befestigen an dem Untergrund
(102) ausgebildet ist;
eine dem Untergrund (102) abgewandte Steckverbindungsstruktur (106) zum lösbaren Steckverbinden,
insbesondere unter Ausbildung einer Einschnapp-Steckverbindung, mit einer korrespondierend
ausgebildeten Steckverbindungsstruktur (108) einer Oberflächenverlegeeinheit (110),
die eine Nutzstruktur (112) aufweist, insbesondere einer Oberflächenverlegeeinheit
(110) gemäß einem der Ansprüche 6 oder 7,
ferner aufweisend zumindest eines der folgenden Merkmale:
die Steckverbindungsstruktur (106) weist eine Mehrzahl von Steckverbindungselementen
(114) auf, die gegenüber der Befestigungsstruktur (104) erhaben hervorstehen und die
Steckverbindungselemente (114) weisen Positioniernoppen (604) auf, die zum ausgleichsbewegungsermöglichenden
Eingreifen in korrespondierende, insbesondere ovale, Führungsringstrukturen (504)
der Steckverbindungsstruktur (108) der korrespondierenden Oberflächenverlegeeinheit
(110) eingerichtet sind;
die Steckverbindungsstruktur (106) ist als sich, insbesondere zweidimensional, periodisch
wiederholendes Raster, insbesondere mit einem Rastermaß in einem Bereich zwischen
10 mm und 100 mm, von Steckverbindungseinheitszellen (510) ausgebildet und das Raster
ist durch eine, insbesondere zweidimensional, alternierende Sequenz der Steckverbindungseinheitszellen
(510) gebildet, die sich alternierend in einer ersten Orientierungsrichtung und in
einer dazu orthogonalen zweiten Orientierungsrichtung erstrecken.
2. Untergrundverlegeeinheit (100) gemäß Anspruch 1, wobei die Steckverbindungselemente
(114) einen insbesondere ovalen Schnappkörper (600), insbesondere Schnappring, zum
Ausbilden einer Einschnapp-Steckverbindung mit korrespondierenden Blattfederstrukturen
(502) der Steckverbindungsstruktur (108) der korrespondierenden Oberflächenverlegeeinheit
(110) aufweist.
3. Untergrundverlegeeinheit (100) gemäß Anspruch 1 oder 2, aufweisend zumindest eines
der folgenden Merkmale:
wobei die Positioniernoppen (604) eingerichtet sind, um die Blattfederstrukturen (502)
mit zugehörigen Schnappelementen so auszurichten, dass der Schnappkörper (600) unabhängig
von einer Verformung und/oder Bewegung innerhalb einer Erstreckungsebene der Untergrundverlegeeinheit
(100) gesichert einrastet;
ferner aufweisend Lastaufnahmestrukturen (1700), insbesondere Lastaufnahmerippen,
die zwischen den Steckverbindungselementen (104) angeordnet sind, gegenüber der Befestigungsstruktur
(104) erhaben hervorstehen und zum Aufnehmen von auf die Untergrundverlegeeinheit
(100) einwirkenden mechanischen Lasten ausgebildet sind.
4. Untergrundverlegeeinheit (100) gemäß Ansprüchen 2 oder 3,
wobei der Schnappkörper (600), insbesondere Schnappring, in einer ersten Erstreckungsrichtung
eine größere Dimension aufweist als in einer dazu orthogonalen zweiten Erstreckungsrichtung;
wobei der Schnappkörper (600), insbesondere Schnappring, entlang der ersten Erstreckungsrichtung
zwischen zwei sich entlang der zweiten Erstreckungsrichtung erstreckenden Lastaufnahmestrukturen
(1700) angeordnet ist;
wobei der Schnappkörper (600), insbesondere Schnappring, entlang der zweiten Erstreckungsrichtung
zwischen zwei Positioniernoppen (604) angeordnet ist.
5. Untergrundverlegeeinheit (100) gemäß Ansprüchen 1 bis 4, aufweisend zumindest eines
der folgenden Merkmale:
wobei eine jeweilige Steckverbindungseinheitszelle (510) durch eine Anordnung aus
Schnappkörper (600), insbesondere Schnappring, Lastaufnahmestrukturen (1700) und Positioniernoppen
(604) gemäß Anspruch 3 gebildet ist;
aufweisend eine vertikale Dicke in einem Bereich zwischen 0,5 mm und 10 mm, insbesondere
zwischen 1 mm und 3 mm;
aufweisend eine Kopplungsstruktur (118), insbesondere Schwalbenschwanzstrukturen oder
eine Kopplungsstruktur zur Fixierung entlang fünf unterschiedlicher Raumrichtungen,
in zumindest einem Randbereich der Untergrundverlegeeinheit (100), die zum Koppeln
mit einer korrespondierenden Kopplungsstruktur (118) einer anderen, insbesondere gleichartigen,
Untergrundverlegeeinheit (100) ausgebildet ist;
wobei die Befestigungsstruktur (104) ausgebildet ist, die Untergrundverlegeeinheit
(100) an dem Untergrund (102) punktförmig, linienförmig oder vollflächig zu befestigen;
aufweisend eine Funktionsstruktur (200) zwischen der Steckverbindungsstruktur (106)
und der Befestigungsstruktur (104).
6. Oberflächenverlegeeinheit (110) zum Verlegen mit anderen, insbesondere gleichartigen,
Oberflächenverlegeeinheiten (110) auf Untergrundverlegeeinheiten (100), insbesondere
auf Untergrundverlegeeinheiten (100) gemäß einem der Ansprüche 1 bis 5, zum Bilden
eines Wechselbelags (150), wobei die Oberflächenverlegeeinheit (110) aufweist:
eine Nutzstruktur (112), die eine freiliegende Außenfläche des Wechselbelags (150)
bildet;
eine der Nutzstruktur (112) abgewandte Steckverbindungsstruktur (108) zum lösbaren
Steckverbinden, insbesondere unter Ausbildung einer Einschnapp-Steckverbindung, mit
einer korrespondierend ausgebildeten Steckverbindungsstruktur (106) der Untergrundverlegeeinheiten
(100), die eine untergrundseitige Befestigungsstruktur (104) aufweisen,
ferner aufweisend zumindest eines der folgenden Merkmale:
die Steckverbindungsstruktur (108) ist als aus miteinander verbundenen, insbesondere
elastischen, Stegen bestehende Rahmenstruktur (500) mit einer Mehrzahl von darin integrierten
Steckverbindungselementen (116) ausgebildet und die Steckverbindungselemente (116)
weisen, insbesondere ovale, Führungsringstrukturen (504) auf, die zum ausgleichsbewegungsermöglichenden
Aufnehmen von korrespondierenden Positioniernoppen (604) der Steckverbindungsstruktur
(106) der korrespondierenden Untergrundverlegeeinheit (100) eingerichtet sind;
die Steckverbindungsstruktur (108) ist als sich, insbesondere zweidimensional, periodisch
wiederholendes Raster, insbesondere mit einem Rastermaß in einem Bereich zwischen
10 mm und 100 mm, von Steckverbindungseinheitszellen (510) ausgebildet und das Raster
ist durch eine, insbesondere zweidimensional, alternierende Sequenz der Steckverbindungseinheitszellen
(510) gebildet, die sich alternierend in einer ersten Orientierungsrichtung und in
einer dazu orthogonalen zweiten Orientierungsrichtung erstrecken.
7. Oberflächenverlegeeinheit (110) gemäß Anspruch 6, aufweisend zumindest eines der folgenden
Merkmale:
wobei die Nutzstruktur (112) eine Dicke in einem Bereich zwischen 0,5 mm und 10 mm,
insbesondere zwischen 1 mm und 3 mm, aufweist;
wobei die Steckverbindungselemente (116), insbesondere zwei einander gegenüberliegende,
Blattfederstrukturen (502) aufweisen, die zum Ausbilden einer Einschnapp-Steckverbindung
mit einem insbesondere ovalen Schnappkörper (600), insbesondere Schnappring, der Steckverbindungsstruktur
(106) der korrespondierenden Untergrundverlegeeinheit (100) eingerichtet ist, wobei
insbesondere die Blattfederstrukturen (502) zum Federn in einer Federrichtung ausgebildet
sind, die im Wesentlichen orthogonal zu einer Ausgleichsbewegungsrichtung der Führungsringstrukturen
(504) angeordnet ist;
wobei eine jeweilige Steckverbindungseinheitszelle (510) durch eine Anordnung aus
Blattfederstrukturen (502) und Führungsringstrukturen (504) gebildet ist;
aufweisend eine vertikale Dicke in einem Bereich zwischen 1 mm und 10 mm, insbesondere
zwischen 2 mm und 6 mm;
aufweisend eine Funktionsstruktur (202), die in die Nutzstruktur (112) integriert
ist, insbesondere ausgebildet als Abriebschutzschicht;
wobei die Nutzstruktur (112) eine steckverbindungsstrukturseitige Trägerstruktur und
eine darauf aufgebrachte außenseitige Nutzbeschichtung aufweist.
8. Funktionsstrukturverlegeeinheit (300) zum Anordnen zwischen einer Untergrundverlegeeinheit
(100), insbesondere gemäß einem der Ansprüche 1 bis 5, und einer Oberflächenverlegeeinheit
(110), insbesondere gemäß einem der Ansprüche 6 oder 7, wobei die Funktionsstrukturverlegeeinheit
(300) aufweist:
eine oberseitige Steckverbindungsstruktur (302), die zum Ausbilden einer oberseitigen
lösbaren Steckverbindung, insbesondere unter Ausbildung einer Einschnapp-Steckverbindung,
mit einer korrespondierenden Steckverbindungsstruktur (108) der Oberflächenverlegeeinheit
(110) ausgebildet ist;
eine unterseitige Steckverbindungsstruktur (304), die zum Ausbilden einer unterseitigen
lösbaren Steckverbindung, insbesondere unter Ausbildung einer Einschnapp-Steckverbindung,
mit einer korrespondierenden Steckverbindungsstruktur (106) der Untergrundverlegeeinheit
(100) ausgebildet ist;
eine Funktionsstruktur (306) zum Bereitstellen einer Zusatzfunktion in einem Wechselbelag
(150), der gebildet ist aus der an dem Untergrund (102) befestigten Untergrundverlegeeinheit
(100), der an einer freiliegenden Oberseite des Wechselbelags (150) freigelegten Oberflächenverlegeeinheit
(110) und der dazwischen angeordneten Funktionsstruktur (306).
9. Wechselbelag (150) zum Bedecken eines Untergrunds (102), wobei der Wechselbelag (150)
aufweist:
eine Mehrzahl von Untergrundverlegeeinheiten (100) gemäß einem der Ansprüche 1 bis
5, die gemeinsam zum, insbesondere im Wesentlichen lückenfreien, Bedecken des Untergrunds
(102) ausgebildet sind;
eine Mehrzahl von Oberflächenverlegeeinheiten (110) gemäß einem der Ansprüche 6 oder
7, die zum, insbesondere im Wesentlichen lückenfreien, Bedecken der den Untergrund
(102) bedeckenden Untergrundverlegeeinheiten (100) ausgebildet sind;
wobei die Steckverbindungsstrukturen (106) der Untergrundverlegeeinheiten (100) und
die Steckverbindungsstrukturen (108) der Oberflächenverlegeeinheiten (110) derart
aufeinander angepasst sind, dass sie unter Ausbildung einer lösbaren Steckverbindung,
insbesondere unter Ausbildung einer Einschnapp-Steckverbindung, miteinander in Steckeingriff
bringbar sind.
10. Wechselbelag (150) gemäß Anspruch 9, ferner aufweisend eine Mehrzahl von Funktionsstrukturverlegeeinheiten
(300) gemäß Anspruch 8 zum Anordnen zwischen der Mehrzahl von Untergrundverlegeeinheiten
(100) und der Mehrzahl von Oberflächenverlegeeinheiten (110) unter Ausbildung von
Steckverbindungen an beiden einander gegenüberliegenden Oberflächen der Funktionsstrukturverlegeeinheiten
(300).
11. Wechselbelag (150) gemäß Anspruch 9 oder 10, wobei die Steckverbindungsstrukturen
(108) der Oberflächenverlegeeinheiten (110) und die Steckverbindungsstrukturen (106)
der Untergrundverlegeeinheiten (110) derart aufeinander angepasst sind, dass beim
Ausbilden einer lösbaren Steckverbindung ein Einschnappen zwischen der Steckverbindungsstrukturen
(106, 108) erfolgt, insbesondere ausschließlich in einer Ebene, die parallel zu der
Nutzstruktur (112) angeordnet ist.
12. Wechselbelag (150) gemäß einem der Ansprüche 9 bis 11, wobei die Steckverbindungstrukturen
(108) der Oberflächenverlegeeinheiten (110) eine höhere Biegesteifigkeit aufweisen
als die Steckverbindungstrukturen (106) der Untergrundverlegeeinheiten (100).
13. Verfahren zum Bedecken eines Untergrunds (102) mit einem Wechselbelag (150), wobei
das Verfahren aufweist:
Befestigen von Befestigungsstrukturen (104) einer Mehrzahl von Untergrundverlegeeinheiten
(100) an dem Untergrund (102), so dass an einer freiliegenden Oberfläche der verlegten
Untergrundverlegeeinheiten (100) Steckverbindungsstrukturen (106) freiliegen;
Ausbilden von lösbaren Steckverbindungen, insbesondere unter Ausbildung einer Einschnapp-Steckverbindung,
zwischen den Steckverbindungsstrukturen (106) der Untergrundverlegeeinheiten (100)
und korrespondierend ausgebildeten Steckverbindungsstrukturen (108) einer Mehrzahl
von Oberflächenverlegeeinheiten (110) derart, dass an einer freigelegten Oberfläche
des aus den Untergrundverlegeeinheiten (100) und den Oberflächenverlegeeinheiten (110)
gebildeten Wechselbelags (150) eine, insbesondere im Wesentlichen lückenfreie, Anordnung
aus Nutzstrukturen (112) der Oberflächenverlegeeinheiten (110) gebildet ist,
wobei die Steckverbindungsstruktur (106) eine Mehrzahl von Steckverbindungselementen
(114) aufweist, die gegenüber der Befestigungsstruktur (104) erhaben hervorstehen
und wobei die Steckverbindungselemente (114) Positioniernoppen (604) aufweisen, die
zum ausgleichsbewegungsermöglichenden Eingreifen in korrespondierende, insbesondere
ovale, Führungsringstrukturen (504) der Steckverbindungsstruktur (108) der korrespondierenden
Oberflächenverlegeeinheit (110) eingerichtet sind; und/oder
wobei die Steckverbindungsstruktur (106) als sich, insbesondere zweidimensional, periodisch
wiederholendes Raster, insbesondere mit einem Rastermaß in einem Bereich zwischen
10 mm und 100 mm, von Steckverbindungseinheitszellen (510) ausgebildet ist, und wobei
das Raster durch eine, insbesondere zweidimensional, alternierende Sequenz der Steckverbindungseinheitszellen
(510) gebildet ist, die sich alternierend in einer ersten Orientierungsrichtung und
in einer dazu orthogonalen zweiten Orientierungsrichtung erstrecken.
14. Verfahren gemäß Anspruch 13, ferner aufweisend Abnehmen der Oberflächenverlegeeinheiten
(110) von den Untergrundverlegeeinheiten (100) und nachfolgend Ausbilden von lösbaren
Steckverbindungen zwischen den verlegten Untergrundverlegeeinheiten (100) und anderen
Oberflächenverlegeeinheiten (110), insbesondere anderen Oberflächenverlegeeinheiten
(110) mit einer anderen Nutzstruktur (112).