[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen Abgaswärmeübertrager mit einem Gehäuse,
in welchem ein Rohrbündel mit mehreren Rohren über Rohrböden gehalten ist, gemäß dem
Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Aus der
DE 10 2006 042 936 A1 ist ein gattungsgemäßer Abgaswärmeübertrager mit einem Gehäuse bekannt, in welchem
ein Rohrbündel mit mehreren Rohren über Rohrböden gehalten ist und wobei in den Rohren
ein erster Strömungspfad für Abgas und zwischen den Rohren und dem Gehäuse ein zweiter
Strömungspfad für Kühlmittel verläuft. Zwischen dem Gehäusemantel und dem Wärmeübertrager
ist ein fluiddichter Abschluss des dortigen, das zweite Medium enthaltenden Raumes
vorgesehen, der an zumindest einem Endbereich des Gehäusemantels zumindest ein, eine
axiale Relativbewegung des Wärmeübertragers in Bezug auf den nicht beweglichen Gehäusemantel
durch elastische Verformung zulassendes Dehnungsausgleichselement besitzt. Hierdurch
soll insbesondere die Standfestigkeit erhöht werden können.
[0003] Aus der
DE 15 01 549 A ist ebenfalls ein Wärmeübertrager mit in einem eine Ein- und Auslassöffnung aufweisenden
Mantel angeordneten Rohren bekannt, deren Enden in Querwänden befestigt sind, von
denen eine fest und die andere axial verschiebbar im Mantel angeordnet ist. Die axial
verschiebbare Querwand ist dabei auf einer entsprechenden, mit dem Mantel mindestens
mittelbar verbundenen Lagerstelle gelagert und steht an der Lagerstelle höchsten unter
Zwischenlage eines Schmiermittels an. Die als Schiebesitz ausgebildete Querwand soll
dabei temperaturbedingte Dehnungen kompensieren können.
[0004] Abgaswärmeübertrager werden in modernen Kraftfahrzeugen zur Reduzierung der Stickoxidemission
bereits mannigfaltig eingesetzt und sind aufgrund der vergleichsweise hohen Temperaturen
oftmals aus hochwertigen Werkstoffen, wie beispielsweise Edelstahl, gefertigt. Insbesondere
aus Edelstahl gefertigte Abgaskühler haben einen hohen Materialwert und hohe Fertigungskosten,
weshalb der Wunsch besteht, solche Komponenten wirksam gegenüber temperaturbedingten
Schäden zu schützen, auch wenn sie durch Fehler im Fahrzeug nicht bestimmungsgemäß
betrieben werden. Bei Kühlmittel gekühlten Abgaskühlern besteht beispielsweise ein
hohes Schadensrisiko, sofern ein Fehler im Kühlmittelkreislauf auftritt und der Abgaskühler
nicht mehr ausreichend gekühlt wird. Dies kann beispielsweise auch durch Fehler in
der Ansteuerung oder Ausfälle von Ventilen oder Pumpen verursacht werden, ebenso wie
durch ein Bersten von Schläuchen, Schellen oder Verschraubungen. Werden derartige
Schäden nicht unmittelbar bemerkt, kann es zu sehr hohen Folgeschäden kommen. Besonders
gefährdet hiervon sind aufgrund der hohen umgesetzten Leistung und der geringen thermischen
Trägheit Motorkühlungskomponenten und insbesondere Abgaswärmeübertrager, da diese
sich innerhalb weniger Sekunden bei Kühlmittelunterversorgung stark überhitzen, wodurch
wiederum die Lebensdauer stark eingeschränkt ist. Selbst wenn die Brennkraftmaschine
sehr schnell in einen Notlaufmodus wechselt, kann nicht zuverlässig sichergestellt
werden, dass der Abgaswärmeübertrager unbeschädigt bleibt.
[0005] Bei einem Abfall des Kühlmitteldrucks oder bei einer Unterbrechung der Kühlmittelversorgung
können insbesondere bei Abgaswärmeübertragern mit horizontalem Einbau einzelne Strömungspfade
trockenfallen, wodurch diese Strömungspfade dann vergleichsweise schnell die Abgastemperatur
annehmen, während die noch gekühlten Strömungspfade näher an der Kühlmitteltemperatur
liegen. In einem Wärmeübertragerblock, beispielsweise umfassend ein Rohrbündel, mit
mehreren Rohren, welche längsendseitig in Rohrböden gehalten sind, können sich dadurch
in benachbarten Kanälen Temperaturunterschiede von bis zu mehreren 100° C einstellen,
wodurch sich relative Längenänderungen der einzelnen Rohre von bis zu 3 mm ergeben
können.
[0006] Üblicherweise sind die aus dem Stand der Technik bekannten Abgaswärmeübertrager jedoch
so ausgelegt, dass nur Temperaturunterschiede, die im regulären Betrieb auftreten,
über die Lebensdauer ertragen werden können, so dass bei einer Unterbrechung der Kühlmittelversorgung
bereits nach wenigen Störfällen mit einem Totalausfall gerechnet werden muss. Auch
bei einer gegebenen Möglichkeit, Temperaturdehnungen kompensieren zu können, betreffen
derartige Temperaturen üblicherweise nur eine gleichmäßige Temperaturänderung in allen
Rohren eines Rohrbündels, welche dann beispielsweise in der als Schiebesitz ausgebildeten
zweiten Querwand gehalten sind und damit dort axial verschiebbar gelagert sind. Eine
relative Dehnung der einzelnen Rohre zueinander, beispielsweise bedingt durch ein
Trockenfallen einzelner Rohre durch eine Unterbrechung der Kühlmittelversorgung, kann
nicht ausgeglichen werden.
[0007] Die vorliegende Erfindung beschäftigt sich daher mit dem Problem, für einen Abgaswärmeübertrager
der gattungsgemäßen Art eine verbesserte oder zumindest eine alternative Ausführungsform
anzugeben, welche insbesondere eine höhere Robustheit aufweist.
[0008] Dieses Problem wird erfindungsgemäß durch den Gegenstand des unabhängigen Anspruchs
1 gelöst. Vorteilhafte Ausführungsformen sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche.
[0009] Die vorliegende Erfindung beruht auf dem allgemeinen Gedanken, jedes einzelne Rohr
eines Rohrbündels eines Wärmeübertragerblocks eines Abgaswärmeübertragers separat
axial verschieblich zu lagern, so dass sich selbst einzelne trockengefallene Rohre
sich in Bezug auf noch benachbarte, gekühlte Rohre individuell ausdehnen können, ohne
dass hierdurch der Wärmeübertragerblock Schaden nimmt. Der erfindungsgemäße Abgaswärmeübertrager
besitzt dabei ein Gehäuse, in welchem ein Rohrbündel mit mehreren Rohren über Rohrböden
gehalten ist. In den Rohren selbst ist dabei eine erster Strömungspfad für Abgas vorgesehen,
während ein zweiter Strömungspfad, beispielsweise für Kühlmittel, zwischen den Rohren
und dem Gehäuse verläuft. Die einzelnen Rohre des Rohrbündels sind dabei mit einem
ersten Längsende in einem ersten Rohrboden fest eingebunden, insbesondere verschweißt
oder verlötet. Erfindungsgemäß sind nun die einzelnen Rohre des Rohrbündels im Bereich
eines zweiten Längsendes axial verschieblich in einem als Schiebebodensitz ausgebildeten
zweiten Rohrboden gefangen. Durch das zuletzt genannte erfindungswesentliche Merkmal
ist es möglich, rohrindividuelle und temperaturspezifische Dehnungen kompensieren
zu können und zwar für jedes der Rohre individuell, da jedes dieser Rohre einzeln
axial verschieblich im/am zweiten Rohrboden gefangen bzw. gelagert ist. Dies eröffnet
die große Möglichkeit, das selbst bei einem Trockenfallen und einem damit verbundenen
starken Überhitzen der trockenen gefallenen Rohre, sich diese problemlos stärker ausdehnen
können, als noch benachbarte gekühlte Kanäle (Rohre), ohne dass hierdurch der Wärmeübertragerblock
an sich beschädigt werden würde. Bei einem abschließenden Abkühlen erfolgt ein Rückstellen.
Mit einem solchen erfindungsgemäßen Abgaswärmeübertrager kann die Ausfallsicherheit
und damit die Lebensdauer eines Abgaswärmeübertragers erheblich gesteigert werden.
[0010] Bei einer vorteilhaften Weiterbildung der erfindungsgemäßen Lösung sind die einzelnen
Rohre mittels Spielpassung, Übergangspassung oder mittels Presspassung in dem zweiten
Rohrboden gefangen. Bereits diese Aufzählung lässt erkennen, dass die axial verschiebliche
Lagerung der zweiten Längsenden der Rohre in dem zweiten Rohrboden individuell gestaltet
werden kann, wobei bei einer entsprechenden Presspassung geringere Anforderungen an
eine zusätzlich zur implementierende Dichtung zu stellen sind, als bei einer Spielpassung.
Das Durchführen der einzelnen Rohre durch im zweiten Rohrboden angeordnete Öffnungen
mittels Spielpassung erlaubt selbstverständlich nur ein sehr geringes Spiel.
[0011] Zweckmäßig ist auf der dem ersten Rohrboden abgewandten Seite des zweiten Rohrbodens
eine Dichtung zum Abdichten der einzelnen Rohre gegenüber dem zweiten Rohrboden angeordnet.
Diese Dichtung weist komplementär zu den Öffnungen im zweiten Rohrboden ausgebildete
Öffnungen auf, durch welche die einzelnen Rohre gesteckt sind. Um die Abdichtung des
zweiten Strömungspfades zu gewährleisten, kann auch zusätzlich noch ein dritter Rohrboden
vorgesehen sein, in welchem die einzelnen Rohre mit ihren zweiten Längsenden ebenfalls
axial verschieblich gefangen sind, wobei die zuvor erwähnte Dichtung zwischen dem
zweiten und dritten Rohrboden eingeklemmt und darüber hinaus der zweite und der dritte
Rohrboden miteinander verbunden sind. Die Dichtung kann dabei als dauerelastische
und hochtemperaturverträgliche Dichtung ausgebildet sein, wobei der zweite Schiebesitzboden,
das heißt im vorliegenden Fall der dritte Rohrboden, die zwischen dem zweiten und
dem dritten Rohrboden angeordnete Dichtung fixiert, so dass diese nicht durch Vibration
oder Gasdruck verschoben werden kann.
[0012] Zweckmäßig ist die Dichtung als Elastomerflachdichtung mit komplementär zu den Rohren
ausgebildeten Öffnungen ausgebildet. Diese Öffnungen können dabei gestanzt oder bereits
bei der Herstellung der Elastomerdichtungen in der Form vorgesehen sein. Um eine Flächenpressung
zwischen Rohren und Dichtungen zu erreichen bzw. zu verstärken, können die Öffnungen
eine Presspassung der Rohre vorsehen. Dabei kann die Form der Öffnungen abgerundet,
ähnlich wie bei einem O-Ring, gestaltet sein. Alternativ können auch die Flachseiten
der Dichtung zwischen den Rohren nach außen gewölbt sein, so dass sich durch die Verpressung
zwischen den beiden Schiebesitzböden, das heißt zwischen dem zweiten und dem dritten
Rohrboden, eine Abdichtung zu den einzelnen Rohren ergibt. Statt der Dichtungen selbst,
können selbstverständlich auch die Rohrböden diese Wölbungen besitzen.
[0013] Bei einer alternativen Ausführungsform der erfindungsgemäßen Lösung ist die Dichtung
als Flüssigdichtung, insbesondere aus Silikon, ausgebildet. Eine derartige Flüssigdichtung
wird bei der Herstellung in vertikaler Position auf die Rückseite des zweiten Rohrbodens
zwischen die Rohre gegossen und härtet dort aus. Dabei müssen die Viskosität des noch
flüssigen Dichtmaterials und die Passung des zweiten Rohrbodens sicherstellen, dass
das Dichtmaterial nicht vor dem Aushärten durch Ringspalte zwischen den Öffnungen
und den Rohren fließen kann. Auch in diesem Fall ist ein dritter Rohrboden wünschenswert,
um die Dichtung gegen Innendruck zu sichern. Um eine dauerhafte Anpressung sicherstellen
zu können, kann der dritte Rohrboden wiederum Wölbungen aufweisen, insbesondere ringförmig
um die Öffnung geführte Wölbungen. Auch kann es sinnvoll sein, den Raum zwischen den
beiden Rohrböden nicht vollständig mit Dichtmaterial der Dichtung aufzufüllen, so
dass eine Überpressung und damit eine Beschädigung der Dichtung vermieden werden kann.
Die zuvor erwähnten Rohrböden, das heißt der zweite und der dritte Rohrboden, können
auch ein gemeinsames Bauteil sein, in das die Dichtung vorab oder nachträglich eingebracht
wird.
[0014] Bei einer weiteren alternativen Ausführungsform der erfindungsgemäßen Lösung kann
die Dichtung als Membranboden ausgebildet sein. Eine solche als Membranboden ausgebildete
Dichtung kann mit dem zweiten Rohrboden verbunden oder separat zu diesem angeordnet
sein, insbesondere sofern sie hinsichtlich ihrer Steifigkeit ausreichende Werte besitzt.
In diesem Fall wäre somit die Dichtfunktion vom zweiten Rohrboden entkoppelt und von
der als Membranboden ausgebildeten Dichtung übernommen.
[0015] Weitere wichtige Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen,
aus den Zeichnungen und aus der zugehörigen Figurenbeschreibung anhand der Zeichnungen.
[0016] Es versteht sich, dass die vorstehend genannten und die nachstehend noch zu erläuternden
Merkmale nicht nur in der jeweils angegebenen Kombination, sondern auch in anderen
Kombinationen oder in Alleinstellung verwendbar sind, ohne den Rahmen der vorliegenden
Erfindung zu verlassen.
[0017] Bevorzugte Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in den Zeichnungen dargestellt
und werden in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert, wobei sich gleiche Bezugszeichen
auf gleiche oder ähnliche oder funktional gleiche Komponenten beziehen.
[0018] Es zeigen, jeweils schematisch,
- Fig. 1
- eine Längsschnittdarstellung durch einen erfindungsgemäßen Abgaswärmeübertrager,
- Fig. 2
- eine Querschnittdarstellung durch einen erfindungsgemäßen Abgaswärmeübertrager,
- Fig. 3
- eine Dichtung für einen zweiten Rohrboden eines erfindungsgemäßen Wärmeübertragers,
- Fig. 4
- eine Darstellung wie in Fig. 1, jedoch nur im Bereich eines zweiten Längsendes der
Rohre des Rohrbündels, wobei die Rohre in dem zweiten Rohrboden axial verschieblich
gelagert sind und ein dritter Rohrboden, der als Membranboden ausgebildet ist, vorgesehen
ist,
- Fig. 5
- eine Darstellung wie in Fig. 4, jedoch mit zwischen dem zweiten und dritten Rohrboden
mit Faltbälgen ausgestatteten Rohren,
- Fig. 6
- eine Schnittdarstellung durch eine mögliche Ausführungsform einer Dichtung,
- Fig. 7
- eine Schnittdarstellung durch einen zweiten Rohrboden mit einzelnen Dichtungen, die
in einer Nut der Öffnungen des zweiten Rohrbodens gehalten sind.
[0019] Entsprechend den Fig. 1,4 und 5 weist ein erfindungsgemäßer Abgaswärmeübertrager
1 ein Gehäuse 2 auf, in welchem ein Rohrbündel 3 mit mehreren Rohren 4 über Rohrböden
5, 6 gehalten ist. Eingangsseitig ist dabei ein erster Rohrboden 5 vorgesehen, wogegen
ausgangsseitig ein zweiter Rohrboden 6 vorgesehen ist. In den Rohren 4 verläuft dabei
ein erster Strömungspfad für Abgas 7, während zwischen den Rohren 4 und dem Gehäuse
2 ein zweiter Strömungspfad für Kühlmittel 8 verläuft. Die einzelnen Rohre 4 des Rohrbündels
3 sind dabei mit einem ersten Längsende in dem ersten Rohrboden 5 fest eingebunden,
insbesondere verschweißt oder verlötet. Im Bereich eines zweiten Längsendes sind die
einzelnen Rohre 4 des Rohrbündels 3 axial verschieblich in dem als Schiebesitzboden
ausgebildeten zweiten Rohrboden 6 gefangen, das heißt gelagert. Hierdurch ist es möglich,
dass selbst bei einer Unterbrechung der Kühlmittelversorgung und dem Trockenfallen
einzelner Rohre 4, sich diese unabhängig von benachbarten und noch von Kühlmittel
8 durchflossenen Rohren in Längsrichtung ausdehnen können, da sich diese erstmals
in Längsrichtung unabhängig von den anderen Rohren 4 im zweiten Rohrboden 6 verstellen
können. Der erste Rohrboden 5 und der zweite Rohrboden 6 sind dabei fest mit dem Gehäuse
2 verbunden, beispielsweise verlötet oder verschweißt.
[0020] Die einzelnen Rohre 4 können dabei mittels Spielpassung, Übergangspassung oder mittels
Presspassung in dem zweiten Rohrboden 6 gefangen sein. Betrachtet man die Fig. 1 näher,
so kann man erkennen, dass auf der dem ersten Rohrboden 5 abgewandten Seite des zweiten
Rohrboden 6 eine Dichtung 9 (vgl. auch Fig. 3 und 6) zum Abdichten der einzelnen Rohre
4 gegenüber dem zweiten Rohrboden 6 angeordnet ist. Diese Dichtung 9 ist vorzugsweise
zwischen dem zweiten Rohrboden 6 und einem dritten Rohrboden 10 angeordnet, wobei
in dem dritten Rohrboden 10 die einzelnen Rohre 4 ebenfalls axial verschieblich gefangen
sind. Die Dichtung 9 kann darüber hinaus zwischen den beiden Rohrböden 6 und 10 eingeklemmt
werden, wodurch sie sich dichtend an die Rohre 4 anlegt. Die Dichtung 9 selbst kann
beispielsweise als Elastomerflachdichtung mit komplementär zu den Rohren 4 ausgebildeten
Öffnungen 11 ausgebildet sein, wobei die Öffnungen 11 beispielsweise mittels eines
entsprechenden Stanzwerkzeugs aus einer Flachdichtung ausgestanzt oder aber bereits
beim Gießen der Dichtung 9 mit hergestellt werden. Hierzu ist dann ein entsprechendes
Spritzguss oder Gießwerkzeug erforderlich.
[0021] Die zweiten Längsenden der einzelnen Rohre 4 sind dabei in den Öffnungen 11 der Dichtung
9 mittels ebenfalls einer Presspassung gehalten. Die Öffnungen 11 der Dichtung 9 können
darüber hinaus einen erhabenen Rand 12 (vgl. insbesondere die Fig. 3 und 6) aufweisen,
wobei ein solcher erhabener Öffnungsrand 13 auch im Bereich von Öffnungen 11' des
zweiten oder dritten Rohrbodens 6, 10 vorgesehen sein können.
[0022] Generell kann die Dichtung 9 als Elastomerflachdichtung ausgebildet sein, die - wie
vorher erwähnt - den Rohren 4 entsprechende Öffnungen 11 besitzt. Alternativ hierzu
kann die Dichtung 9 als Flüssigdichtung, beispielsweise aus Silikon, hergestellt werden,
wobei bei der Herstellung die Flüssigdichtung in vertikaler Position, das heißt bei
vertikal ausgerichteten Rohren 4 auf den zweiten Rohrboden 6 zwischen die Rohre 4
gegossen wird und dort aushärtet. Dabei müssen die Viskosität des noch flüssigen Dichtmaterials
und die Passung des Rohrbodens 6 sicherstellen, dass das Dichtmaterial nicht vor dem
Aushärten durch Spalte zwischen den Rohren 4 und den Öffnungen 11' im zweiten Rohrboden
6 fließen kann. Um eine dauerhafte Anpressung sicherzustellen, kann auch hier ein
dritter Rohrboden 10 erforderlich sein, der die Dichtung 9 gegen Innendruck sichert.
Um eine dauerhafte Anpressung sicherstellen zu können, kann der dritte Rohrboden 10
ebenfalls Wölbungen 12' aufweisen, wobei es darüber hinaus sinnvoll sein kann, den
Raum zwischen den beiden Rohrböden 6 und 10 nicht vollständig mit der Dichtung 9 aufzufüllen,
so dass eine Überpressung und damit eine Beschädigung der Dichtung 9 vermieden werden
kann.
[0023] Generell kann die Dichtung 9 auch als Membranboden 13 ausgebildet sein, wie dies
bei einer Ausführungsvariante gemäß der Fig. 4 dargestellt ist. Ebenso ist denkbar,
dass die Dichtung 9 im Bereich eines dritten Rohrbodens 10 realisiert ist, welcher
jedoch gemäß der Fig. 5 nicht als Schiebesitz für die Rohre 4 ausgebildet ist, sondern
mit welchem die Rohre 4 über individuelle Faltenbälge 14 verbunden sind. In dem dritten
Rohrboden 10 wiederum sind die Rohre 4 fest und damit dicht eingebunden, insbesondere
eingeschweißt oder eingelötet. Um einen vordefinierten Abstand des dritten Rohrbodens
10 vom zweiten Rohrboden 6 gewährleisten zu können, kann eines der Rohre 4, hier das
Rohr 4a, durchgehend, das heißt ohne Faltenbalg 14 ausgebildet sein. Trotz dieser
Kopplung des Rohres 4a mit dem dritten Rohrboden 10 und am anderen Längsende mit dem
ersten Rohrboden 5 an eine individuelle Längenänderung jeden einzelnen Rohres 4, 4a
gewährleistet werden.
[0024] Bei einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform, wie diese gemäß der Fig. 7 dargestellt
ist, weist der zweite Rohrboden 6 in jeder Öffnung 11' eine Nut 15 mit einer darin
angeordneten Ringdichtung 16 auf, wodurch ebenfalls eine dichte Verbindung zwischen
dem Rohr 4 und dem zweiten Rohrboden 6 ermöglicht, gleichzeitig jedoch aber auch eine
Längendehnung erlaubt werden.
[0025] Bei dem erfindungsgemäßen Abgaswärmeübertrager 1 ist es erstmals möglich, einzelne
Rohre 4 eines Rohrbündels 3 individuell hinsichtlich thermischer Längsdehnungen zu
lagern und dadurch Beschädigungen, die beispielsweise durch ein Trockenfallen einzelner
Rohre 4 und verbunden damit ein starkes Erhitzen derselben erfolgen, zu vermeiden.
1. Abgaswärmeübertrager (1) mit einem Gehäuse (2), in welchem ein Rohrbündel (3) mit
mehreren Rohren (4) über Rohrböden (5,6) gehalten ist, wobei in den Rohren (4) ein
erster Strömungspfad für Abgas (7) und zwischen den Rohren (4) und dem Gehäuse (2)
ein zweiter Strömungspfad für Kühlmittel (8) verläuft und wobei die einzelnen Rohre
(4) des Rohrbündels (3) mit einem ersten Längsende in dem ersten Rohrboden (5) fest
eingebunden, insbesondere verschweißt oder verlötetet, sind,
dadurch gekennzeichnet,
dass die einzelnen Rohre (4) des Rohrbündels (3) im Bereich eines zweiten Längsendes axial
verschieblich in einem als Schiebesitzboden ausgebildeten zweiten Rohrboden (6) gefangen
sind.
2. Abgaswärmeübertrager nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
die einzelnen Rohre (4) mittels Spielpassung, Übergangspassung oder mittels Presspassung
in Öffnungen (11') des zweiten Rohrbodens (6) gefangen sind.
3. Abgaswärmeübertrager nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
auf der dem ersten Rohrboden (5) abgewandten Seite des zweiten Rohrbodens (6) eine
Dichtung (9) zum Abdichten der einzelnen Rohre (4) gegenüber dem zweiten Rohrboden
(6) angeordnet ist.
4. Abgaswärmeübertrager nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet, dass
ein dritter Rohrboden (10) vorgesehen ist, in welchem die einzelnen Rohre (4) mit
ihren zweiten Längsenden in Öffnungen (11 ") axial verschieblich gefangen sind, wobei
die Dichtung (9) zwischen dem zweiten Rohrboden (6) und dem dritten Rohrboden (10)
eingeklemmt und der zweite und dritte Rohrboden (6,10) miteinander verbunden sind.
5. Abgaswärmeübertrager nach Anspruch 3 oder 4,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Dichtung (9) als Elastomerflachdichtung mit komplementär zu den Rohren (4) ausgebildeten
Öffnungen (11) ausgebildet ist.
6. Abgaswärmeübertrager nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet, dass
die zweiten Längsenden der Rohre (4) in den Öffnungen (11) der Dichtung (9) mittels
Presspassung gehalten sind.
7. Abgaswärmeübertrager nach Anspruch 5 oder 6,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Öffnungen (11) der Dichtung (9) einen erhabenen Rand (12) aufweisen.
8. Abgaswärmeübertrager nach Anspruch 3 oder 4,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Dichtung (9) als Flüssigdichtung, insbesondere aus Silikon, ausgebildet ist.
9. Abgaswärmeübertrager nach einem der Ansprüche 3 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, dass
der zweite Rohrboden (6) und/oder der dritte Rohrboden (10) im Bereich der Öffnungen
(11') einen erhabenen, insbesondere einen gewölbten, Öffnungsrand (12') aufweist.
10. Abgaswärmeübertrager nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
ein dritter Rohrboden (10) vorgesehen ist, in welchem die einzelnen Rohre (4) mit
ihren zweiten Längsenden in Öffnungen (11 ") fest eingebunden sind, wobei die Rohre
(4) zwischen dem zweiten Rohrboden (6) und dem dritten Rohrboden (10) einen Faltenbalg
(14) zur Kompensation von Längsdehnungen aufweisen.
11. Abgaswärmeübertrager nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
der zweite Rohrboden (6) in jeder Öffnung (11') eine Nut (15) mit einer darin angeordneten
Ringdichtung (16) aufweist.
12. Abgaswärmeübertrager nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Dichtung (9) als Membranboden (13) ausgebildet ist.