[0001] Die Erfindung betrifft eine Halterung für eine Zieleinrichtung auf einem Träger,
insbesondere für ein Zielfernrohr auf einem Lauf einer Waffe, mit einem Basisteil,
welches mit dem Träger verbindbar ist.
Stand der Technik
[0002] Derartige Halterungen sind in vielfältiger Form und Ausführung bekannt und auf dem
Markt. Beispielsweise zeigt die
DE 18 00 937 U ein Zielfernrohr mit einstellbarem Abkommen, wobei das Abkommen mittels einer durch
eine Verstellvorrichtung betätigbaren Kreuzschlittenanordnung in zwei zueinander senkrechten
Richtungen verschiebbar im Zielfernrohr angeordnet ist.
[0003] In der
DE 41 33 932 C2 wird eine Haltevorrichtung für Zielfernrohre mit zwei Konsolen beschrieben, deren
eine einen Schwenkverschluss zum Einklinken und Einschwenken des Zielfernrohrs und
deren andere eine Verriegelung aufweist, welche aus einem mit dem Zielfernrohr verbundenen
Verschlusskörper besteht, der einen Riegel mit Verschlussnase umfasst, der sich mit
Federkraft an einem Prisma anlegt, sobald sich die Zieleinrichtung in der einjustierten
Lage befindet.
[0004] Eine Halterung der o.g. Art zeigt insbesondere die
DE 23 17 755 A1, die aus einer vorderen und einer hinteren Halterung besteht, auf die das Zielfernrohr
mit seinem vorderen und hinteren Zielfernrohrfuss aufgesetzt und befestigt wird, wobei
die vordere Halterung gemeinsam mit der Kimme der offenen Visierung in der Nähe des
Patronenlagers auf einer mit einem Schwalbenschwanz versehenen, sich in Längsrichtung
des Laufes erstreckenden Visierplatte befestigt ist und sich bei einer bevorzugten
Ausführung die hintere Halterung auf dem Verschlusskopf befindet. Die hintere und/oder
die vordere Halterung ist/sind mit Justiereinrichtung/en zum Verändern der Höhen und
der Seitenlage des Zielfernrohrs ausgestattet. Dies hat jedoch den erheblichen Nachteil,
dass die gesamte Längsachse des Zielfernrohrs gekippt wird, wodurch auch die Sichtlinie,
beispielsweise eines Schützen, der dieses Zielfernrohr benutzt bzw. durch die Seele
des Zielfernrohrs hindurch sieht, verändert wird. Auch die Sichtstellung der einzelnen
Prismen bzw. Linsen im Zielfernrohr zueinander wird verändert.
Aufgabe
[0005] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, auf einfache Weise eine Halterung anzubieten,
bei der es zu keiner Änderung der Sichtlinie und der Lage der Prismen bzw. der Linsen
innerhalb der Zieleinrichtung zueinander kommt.
Lösung der Aufgabe
[0006] Zur Lösung der Aufgabe führt, dass dem Basisteil eine Wippe zugeordnet ist, welche
gegenüber dem Basisteil um eine Drehachse drehbar ist.
[0007] Das bedeutet, dass das Zielfernrohr nicht mehr verkantet wird, wie beispielsweise
nach dem Stand der Technik, sondern dass es sich harmonisch bewegt und die Sichtlinie
immer entlang der Längsachse des Zielfernrohrs verläuft. Sie verläuft auch immer durch
den Mittelpunkt der Prismen bzw. Linsen innerhalb des Zielfernrohrs.
[0008] Um diese harmonische Ausgestaltung nochmals zu verbessern, soll die Drehachse etwa
mittig von dem Basisteil und der Wippe vorgesehen sein. So wird auch bei gröberer
Justage die gewünschte Ausrichtung der Seh- bzw. Ziellinie eingehalten. Dabei wird
die Drehachse von einem Drehgelenk gebildet, welches beispielsweise ein einfacher
Bolzen sein kann, der entsprechende Ausnehmungen in Wippe und Basisteil durchsetzt.
Selbstverständlich sind auch kompliziertere Ausgestaltungen möglich und sollen von
der vorliegenden Erfindung umfasst sein.
[0009] Um nun die Justage zu kontrollieren, ist vorgesehen, dass die Wippe mit zumindest
einem von der Drehachse entfernten Finger in eine Ausnehmung in dem Basisteil eingreift
und sich dort gegen ein Widerlager abstützt. Bevorzugt sind jedoch zwei derartige,
weg von der Drehachse verlaufende Finger vorgesehen, die jeweils in entsprechende
Ausnehmungen eingreifen.
[0010] Die Widerlager sind dabei so ausgestaltet, dass sie sich gegenläufig zueinander bewegen.
Wenn somit ein Finger tiefer in die Ausnehmung eingreift, fährt der andere Finger
weiter aus der Ausnehmung heraus.
[0011] Als Widerlager können alle möglichen Druckspeicher in Betracht kommen. Bevorzugt
wird allerdings aus Gründen der Fixierung ein mechanisches Widerlager, wie beispielsweise
Madenschrauben.
[0012] Wo die Ausnehmungen im Basisteil vorgesehen sind, spielt nur eine untergeordnete
Bedeutung. Bevorzugt werden sie in Lagerböcken angeordnet, mit denen auch das Basisteil
auf dem Träger, insbesondere auf dem Lauf einer Waffe festgelegt wird.
Figurenbeschreibung
[0013] Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung bevorzugter Ausführungsbeispiele sowie anhand der Zeichnung; diese zeigt
in
Figur 1 eine Draufsicht auf eine teilweise aufgebrochen dargestellte erfindungsgemässe
Halterung für ein Zielfernrohr;
Figur 2 eine Seitenansicht der erfindungsgemässen Halterung nach Figur 1;
Figur 3 eine Rückansicht der Halterung gemäss Figur 2;
Figur 4 einen Querschnitt durch ein weiteres Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemässen
Halterung für ein Zielfernrohr;
Figur 5 einen Schnitt durch die Halterung gemäss Figur 4 entlang Linie V-V;
Figur 6 einen teilweise gebrochen dargestellten Ausschnitt der Halterung gemäss Figur
1 im vorderen Bereich;
Figur 7 einen Schnitt durch die Halterung gemäss Figur 1 entlang Linie VII-VII;
Figur 8 einen Schnitt durch die Halterung gemäss Figur 1 entlang Linie VIII-VIII.
[0014] Gemäss Figur 1 ist ein Zielfernrohr 1 in eine erfindungsgemässe Halterung 2 eingesetzt.
Dabei weist die Halterung 2 ein Basisteil 3 auf, dem eine Wippe 4 zugeordnet ist.
Diese Wippe 4 trägt zwei Halbschalen 5.1 und 5.2, in die das Zielfernrohr 1 eingelegt
ist. Festgelegt wird danach das Zielfernrohr 1 durch zwei Halbschalen 6.1 und 6.2,
wobei die Halbschalen 6.1 und 6.2 nach dem Einlegen des Zielfernrohr 1 mit den Schalen
5.1 und 5.2 verbunden werden.
[0015] Das Basisteil 3 weist zwei Lagerböcke 7.1 und 7.2 auf, die über einen Mittelstreifen
8 miteinander verbunden sind. Jeder Lagerbock 7.1 und 7.2 bildet nach unten eine in
der Breite veränderbare Klammer 9.1 bzw. 9.2 aus, mit denen die Halterung 2 beispielsweise
auf einer Schienenführung eines Gewehrlaufes festgelegt werden kann.
[0016] Erfindungsgemäss bilden das Basisteil 3 und die Wippe 4 miteinander ein Drehgelenk
10 aus, dessen Mittelpunkt 11 eine Drehachse ausbildet. Das Drehgelenk 10 kann der
Einfachheit halber durch einen Drehbolzen 12 gebildet werden, der entsprechende Augen
13 in Wippe 4 und Basisteil 3 durchsetzt.
[0017] Des weiteren besitzt die Wippe 4 beidseits des Drehgelenks 10 jeweils einen Finger
14.1 bzw. 14.2, mit denen sie in eine jeweilige Ausnehmung 15.1 bzw. 15.2 eingreift.
Zumindest ein Teil dieser Ausnehmung 15 ist als Gewindebohrung ausgebildet, in die
eine Madenschraube 16.1 bzw. 16.2 eingesetzt ist.
[0018] Die Funktionsweise der vorliegenden Erfindung ist folgende:
In Gebrauchslage bilden Basisteil 3 und Wippe 4 die Halterung 2 aus, durch die das
Zielfernrohr 1 gehalten wird. Die gesamte Anordnung ist dann beispielsweise auf einen
Gewehrlauf aufgesetzt, wobei die Klammern 9.1 und 9.2 die Halterung 2 auf dem Gewehrlauf
festlegen.
[0019] Zur Justage des Zielfernrohrs wird nun die Wippe 4 um die Drehachse 11 gedreht, was
dadurch geschieht, dass beispielsweise die Madenschraube 16.1 etwas aus der Ausnehmung
15.1 geschraubt und die Madenschraube 16.2 tiefer in die Ausnehmung 15.2 eingeschraubt
wird. Hierdurch erfolgt das Drehen der Wippe 4 im Drehgelenk 10 und damit ein Verstellen
des Zielfernrohrs 1 in einer senkrechten Ebene, die durch die Längsachse des Zielfernrohrs
1 verläuft.
[0020] Das weitere Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemässen Halterung für ein Zielfernrohr
gemäss den Figuren 4 bis 8 unterscheidet sich von dem oben beschriebenen Ausführungsbeispiel
vor allem durch die Anordnung eines Justierrades 20. Dieses Justierrad 20 sitzt zwischen
dem hinteren Lagerbock 7.1.1 und der Wippe 4.1, wobei ein Abstand zwischen der Wippe
4.1 und dem Lagerbock 7.1.1 im Bereich einer Berührungsfläche 21 veränderbar ist.
D.h., ein relativer Abstand zwischen der Wippe 4.1 und dem Lagerbock 7.1.1 wird verändert
und damit das Zielfernrohr hinten angehoben.
[0021] Nach unten ragt von dem Justierrad 20 ein Bolzen 22 ab, der in einem Drehlager 23
aufgenommen ist. Diesem Drehlager 23 sind gemäss Figur 6 zwei Fixierschrauben 24.1
und 24.2 zugeordnet, mit denen das Drehlager festgelegt werden kann.
[0022] Von der Wippe 4.1 her greift eine Schraube 25 mit einem Gewindeabschnitt 26 in ein
entsprechendes, nicht näher gekennzeichnetes Innengewinde in dem Justierrad 20 ein,
so dass beim Drehen des Justierrades 20 der Gewindeabschnitt 26 nach oben verlagerbar
ist.
[0023] In diesem gezeigten Ausführungsbeispiel ist das Drehgelenk 10.1 und der dazugehörige
Drehbolzen 12.1 Richtung dem vorderen Lagerbock 7.1.2 verlagert, was aber für die
vorliegende Erfindung nur eine untergeordnete Rolle spielt. Hierdurch kann lediglich
im Verhältnis zueinander im hinteren Bereich ein höheres Mass an Anhebung der Wippe
4.1 durchgeführt werden, ohne dass im vorderen Bereich zu viel Abstand eingehalten
werden muss. Dieser Abstand zwischen der Wippe 4.1 und dem vorderen Lagerbock 7.1.2
ist bei 27 erkennbar. Dabei wird die Wippe 4.1 gegenüber dem vorderen Lagerbock 7.1.2
durch einen Querbolzen 28 so gelagert, dass die Wippe 4.1 diesen Abstand überbrücken
kann. Das bedeutet, dass die Wippe 4.1 langlochartig an dem Querbolzen 28 gelagert
ist. Der Querbolzen besteht aus zwei Schrauben, mittels denen das geringfügige "Spiel"
zwischen den Bauteilen durch Festziehen dieser Schrauben eliminiert werden kann.
[0024] Die Funktionsweise dieses Ausführungsbeispiels ist folgende:
[0025] Soll das Zielfernrohr im Feld auf eine andere Entfernung eingestellt werden, so dreht
der Schütze an dem Justierrad 20. Hierdurch wird der Gewindeabschnitt 26 entweder
weiter in das Justierrad 20 eingeschraubt oder aus dem Justierrad 20 herausgeschraubt.
Die Bewegung wird über das Drehgelenk 10.1 auf den hinteren Teil der Wippe übertragen,
die im entsprechenden, notwendigen Umfang sich gegenüber dem Querbolzen 28 bzw. den
Schrauben, welche diesen Querbolzen bilden, verschiebt.
[0026] Beim Bewegen des Gewindeabschnitts 26 ist natürlich möglich, dass auch das Justierrad
20 in geringfügigem Umfang kippt. Damit es hier nicht zu einem Verklemmen kommt, ist
das Justierrad über den Bolzen 22 in dem Drehlager 23 gefangen, so dass der Bolzen
22 im notwendigen Umfang kippen kann. Das Drehlager 23 kann, wenn gewünscht, durch
die Fixierschrauben 24.1 und 24.2 festgelegt werden.
Bezugszeichenliste
| 1 |
Zielfernrohr |
34 |
|
67 |
|
| 2 |
Halterung |
35 |
|
68 |
|
| 3 |
Basisteil |
36 |
|
69 |
|
| 4 |
Wippe |
37 |
|
70 |
|
| 5 |
Schale |
38 |
|
71 |
|
| 6 |
Halbschale |
39 |
|
72 |
|
| 7 |
Lagerbock |
40 |
|
73 |
|
| 8 |
Mittelstreifen |
41 |
|
74 |
|
| 9 |
Klammer |
42 |
|
75 |
|
| 10 |
Drehgelenk |
43 |
|
76 |
|
| 11 |
Drehachse |
44 |
|
77 |
|
| 12 |
Drehbolzen |
45 |
|
78 |
|
| 13 |
Auge |
46 |
|
79 |
|
| 14 |
Finger |
47 |
|
|
|
| 15 |
Ausnehmung |
48 |
|
|
|
| 16 |
Madenschraube |
49 |
|
|
|
| 17 |
|
50 |
|
|
|
| 18 |
|
51 |
|
|
|
| 19 |
|
52 |
|
|
|
| 20 |
Justierrad |
53 |
|
|
|
| 21 |
Berührungsfläche |
54 |
|
|
|
| 22 |
Bolzen |
55 |
|
|
|
| 23 |
Drehlager |
56 |
|
|
|
| 24 |
Fixierschrauben |
57 |
|
|
|
| 25 |
Schraube |
58 |
|
|
|
| 26 |
Gewebeabschnitt |
59 |
|
|
|
| 27 |
Abstand |
60 |
|
|
|
| 28 |
Querbolzen |
61 |
|
|
|
| 29 |
|
62 |
|
|
|
| 30 |
|
63 |
|
|
|
| 31 |
|
64 |
|
|
|
| 32 |
|
65 |
|
|
|
| 33 |
|
66 |
|
|
|
1. Halterung für eine Zieleinrichtung auf einem Träger, insbesondere für ein Zielfernrohr
(1) auf einem Lauf einer Waffe, mit einem Basisteil (3), welches mit dem Träger verbindbar
ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass dem Basisteil (3) eine Wippe (4) zugeordnet ist, welche gegenüber dem Basisteil (3)
um eine Drehachse (11) drehbar ist.
2. Halterung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Drehachse (11) etwa mittig von dem Basisteil (3) und der Wippe (4) vorgesehen
ist.
3. Halterung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Drehachse (11) durch einen Bolzen (12) gebildet ist, der das Basisteil (3) und
die Wippe (4) zumindest teilweise durchsetzt.
4. Halterung nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Wippe (4) mit zumindest einem von der Drehachse (11) entfernten Finger (14.1)
in eine Ausnehmung (15.1) in dem Basisteil (3) eingreift und sich dort gegen ein Widerlager
(16.1) abstützt.
5. Halterung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Wippe (4) mit zumindest einem weiteren Finger (14.2) andererseits der Drehachse
(11) in eine weitere Ausnehmung (15.2) in dem Basisteil (3) eingreift und sich dort
gegen ein Widerlager (16.2) abstützt.
6. Halterung nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest eines der Widerlager (16.1,16.2) eine Madenschraube ist und die entsprechende
Ausnehmung (15.1,15.2) zumindest teilweise als Gewindebohrung ausgebildet ist.
7. Halterung nach wenigstens einem der Ansprüche 3 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Ausnehmungen (15.1,15.2) in Lagerböcken (7.1,7.2) vorgesehen sind, welche zur
Verbindung mit dem Träger dienen, wobei die Lagerböcke (7.1,7.2) durch einen Mittelstreifen
(8) miteinander verbunden sind, in dem auch die Drehachse (11) vorgesehen ist.
8. Halterung nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Wippe (4) zumindest eine Schale (5.1,5.2) zur Aufnahme der Zieleinrichtung (1)
aufweist.
9. Halterung nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Wippe (4) beidseits der Drehachse (11) jeweils eine Schale (5.1,5.2) zur Aufnahme
der Zieleinrichtung (1) aufweist, wobei auf jede Schale (5.1,5.2) eine Halbschale
(6.1,6.2) aufsetzbar ist, sodass die Zieleinrichtung (1) von Schale (5.1,5.2) und
Halbschale (6.1,6.2) umfasst ist.
10. Halterung nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an Basisteil (3) und/oder Wippe (4) eine Libelle vorgesehen ist.