Beschreibung
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Gerät mit Anzeigemitteln sowie ein Verfahren
zum Bereitstellen wenigstens einer für ein Gerät spezifischen Information.
Stand der Technik
[0002] Bei industriellen Montagearbeiten kommen üblicherweise Handwerkzeuge zum Einsatz,
die einfach und flexibel handhabbar sind. Dabei können in solchen Handwerkzeugen integrierte
Steuerungen und Sensoriken vorgesehen sein, durch die die auszuführende Arbeit, bspw.
das Festdrehen einer Schraube, überwacht oder sogar selbsttätig durchgeführt wird.
Dabei kann bspw. ein spezielles Drehmoment vorgegeben werden.
[0003] Weiterhin können derartige Handwerkzeuge, aber auch andere in einem industriellen,
automatisierten Arbeitsumfeld verwendete Geräte, in ein Netzwerk, bspw. ein Funknetzwerk
eingebunden sein, sodass auf im Handwerkzeug vorliegende Daten zugegriffen werden
kann.
[0004] Nachteilig ist hierbei bislang jedoch, dass bspw. die einem Handwerkzeug zugewiesene
IP-Adresse manuell in ein Auslesegerät, bspw. ein Tablet-Computer oder dergleichen,
eingegeben werden muss, um auf das Handwerkzeug zugreifen zu können. Oftmals ist hier
auch noch eine Sicherheitsabfrage mittels Benutzerkennung und/oder Passwort nötig.
Dieser Vorgang ist langwierig und fehleranfällig, insbesondere weil die nötige IP-Adresse
oftmals nicht sofort bekannt ist.
[0005] Es ist daher wünschenswert, eine einfache und schnelle Möglichkeit für den Zugriff
auf gerätespezifische Informationen bei Handwerkzeugen und dergleichen in automatisierten
Umgebungen zu ermöglichen.
Offenbarung der Erfindung
[0006] Erfindungsgemäß werden ein Gerät und ein Verfahren zum Bereitstellen einer gerätespezifischen
Information mit den Merkmalen der unabhängigen Patentansprüche vorgeschlagen. Vorteilhafte
Ausgestaltungen sind Gegenstand der Unteransprüche sowie der nachfolgenden Beschreibung.
Vorteile der Erfindung
[0007] Ein erfindungsgemäßes Gerät weist Anzeigemittel auf und ist dazu eingerichtet, auf
den Anzeigemitteln einen graphischen Code anzuzeigen, der mittels vom Gerät getrennter
Erfassungsmittel erfassbar ist, und der wenigstens eine für das Gerät spezifische
Information enthält. Auf diese Weise können verschiedene, geräteinterne bzw. gerätespezifische
Informationen schnell und einfach zur Verfügung gestellt werden, so dass sie bspw.
mittels eines Tablet-Computers oder eines Smartphones ausgelesen und verwendet werden
können. Ein Benutzer des Geräts, der bspw. auf das Gerät zugreifen will, um sich darauf
hinterlegte Daten zu beschaffen, muss keine manuellen Eingaben mehr vornehmen und
braucht sich keine gerätespezifischen Informationen, die möglichweise im Laufe der
Zeit wechseln, mehr beschaffen.
[0008] Vorzugsweise umfasst das Gerät ein Werkzeug oder eine Komponente einer automatisierten
Anlage oder Maschine, wie bspw. einer einer Werkzeugmaschine oder einer anderen Bearbeitungsmaschine,
insbesondere eine Steuerung (z.B. speicherprogrammierbaren Steuerung (SPS)), einen
Antrieb (aufweisend einen Elektromotor), einen Sensor oder einen Aktor. Wie eingangs
erwähnt, werden gerade in automatisierten Arbeitsumgebungen Werkzeuge und Maschinen
verwendet, die teilweise elektronisch gesteuert arbeiten und auch Daten während des
Arbeitens erfassen und hinterlegen. Für eine Überprüfung oder ein Auslesen ist dann
bspw. ein schneller und unkomplizierter Zugriff nötig.
[0009] Vorteilhafterweise umfasst das Gerät ein Handwerkzeug, insbesondere ein selbstmessendes
und/oder auswertendes Handwerkzeug, insbesondere mit integrierter Werkzeugsteuerung.
Dabei kann es sich insbesondere um Schraub, Niet- oder Stanzgeräte handeln. Besonders
bei Handwerkzeugen ist es oft der Fall, dass zwar Daten beim Arbeiten erfasst und
hinterlegt meist ein externes Auslesegerät mit entsprechend großem Display, bspw.
ein Tablet-Computer, erforderlich. Der Zugriff auf solche Handwerkzeuge kann durch
eine Anzeige eines erfassbaren graphischen Codes deutlich schneller erfolgen.
[0010] Es ist von Vorteil, wenn die Anzeigemittel graphische Anzeigemittel, insbesondere
ein Display aufweisen. Damit können bspw. neben dem graphischen Code auch andere Informationen
wie bspw. zu erledigende Aufgaben oder Arbeitsabläufe dargestellt werden.
[0011] Vorzugsweise ist das Gerät dazu eingerichtet, mit einer Dateninfrastruktureinrichtung
verbunden zu werden. Damit kann bspw. mittels eines Auslesegeräts, das ebenfalls mit
der Dateninfrastruktureinrichtung, bspw. einem Intranet oder auch dem Internet, verbunden
ist, nach dem Auslesen der gerätespezifischen Information schnell auf das Gerät zugreifen.
[0012] Vorzugsweise umfasst der graphische Code einen QR-Code oder einen Strichcode. Bei
diesen Codes handelt es sich um einfach darstellbare und gleichzeitig optisch zuverlässig
erfassbare bzw. lesbare Codes.
[0013] Vorteilhafterweise umfasst die wenigstens eine für das Gerät spezifische Information
einen Gerätezustand, eine IP-Adresse, eine Seriennummer, eine Statusinformation und/oder
eine Benutzerberechtigung. Während bei einem Gerätezustand oder einer Statusinformation
bspw. eine Information über das Gerät selbst, bspw. deren Betriebsdauer, eine Einsatzbereitschaft
oder mögliche Verschleißerscheinungen mitgeteilt werden können, kann über die IP-Adresse
ein Zugriff auf eine geräteinterne Datenverwaltung, bspw. über einen Webbrowser, erfolgen,
um Daten auszulesen. Über eine Seriennummer kann bspw. eine Identifikation oder eine
Sperrung des Geräts erfolgen.
[0014] Es ist von Vorteil, wenn der graphische Code auf den Anzeigemitteln dauerhaft und/oder
auf Anforderung angezeigt wird. Damit können die Anzeigemittel, je nach Erfordernis,
bspw. nur für den Code oder aber auch anderweitig verwendet werden. Um den Code auf
den Anzeigemitteln anzuzeigen, können bspw. Bedientasten am Gerät verwendet werden.
[0015] Ein erfindungsgemäßes Verfahren dient zum Bereitstellen wenigstens einer für ein
Gerät spezifischen Information, wobei die wenigstens eine Information in einen graphischen
Code codiert wird, und wobei der graphische Code auf Anzeigemitteln des Geräts derart
angezeigt wird, dass der graphische Code mittels vom Gerät getrennter Erfassungsmittel
erfassbar ist.
[0016] Vorzugsweise wird der graphische Code mittels vom Gerät getrennter Erfassungsmittel,
die in einer Recheneinheit, insbesondere einer mobilen Recheneinheit, vorzugsweise
eines Smart-Devices wie eines Tablet-Computers oder eines Smartphones, angeordnet
sind, erfasst und in der Recheneinheit verarbeitet.
[0017] Vorteilhafterweise wird mittels der Recheneinheit auf das Gerät zugegriffen.
[0018] Besonders vorteilhaft ist es, wenn das Gerät für ein erfindungsgemäßes Verfahren
ein erfindungsgemäßes Gerät umfasst.
[0019] Bezüglich der Vorteile eines erfindungsgemäßen Verfahrens sei zur Vermeidung von
Wiederholungen auf die obigen Ausführungen zum erfindungsgemäßen Gerät verwiesen.
[0020] Weitere Vorteile und Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus der Beschreibung
und der beiliegenden Zeichnung.
[0021] Es versteht sich, dass die vorstehend genannten und die nachfolgend noch zu erläuternden
Merkmale nicht nur in der jeweils angegebenen Kombination, sondern auch in anderen
Kombinationen oder in Alleinstellung verwendbar sind, ohne den Rahmen der vorliegenden
Erfindung zu verlassen.
[0022] Die Erfindung ist anhand eines Ausführungsbeispiels in der Zeichnung schematisch
dargestellt und wird im Folgenden unter Bezugnahme auf die Zeichnung ausführlich beschrieben.
Figurenbeschreibung
[0023]
- Figur 1
- zeigt ein eine Schnittansicht eines erfindungsgemäßen Geräts in einer bevorzugten
Ausführungsform.
- Figur 2
- zeigt eine Draufsicht eines erfindungsgemäßen Geräts in einer bevorzugten Ausführungsform.
- Figur 3
- zeigt ein erfindungsgemäßes Gerät in einer bevorzugten Ausführungsform mit einer mobilen
Recheneinheit zum Auslesen einer gerätespezifischen Information.
Detaillierte Beschreibung der Zeichnung
[0024] In Figur 1 ist in einer Schnittansicht ein als Schraubgerät bzw. Schrauber ausgebildetes
Gerät 100 dargestellt, das zur Durchführung von Schraubaufgaben dient. Der Schrauber
100 umfasst einen Winkelkopf 101 sowie ein Gehäuse 118, an dem ein Akku 109 angeordnet
ist. Das Gehäuse 118 umfasst eine Messwelle 102 inkl. zugehöriger Elektronik, ein
Getriebe 103, einen Motor 104 und einen Winkelgeber 105. Weiterhin sind ein Pufferkondensator
106 mit zugehöriger Zuleitung 116 und eine Antriebselektronik 108 mit einer Zuleitung
107 zum Motor 104 vorgesehen.
[0025] Weiterhin ist im Gehäuse 118 eine Steuer- und Anzeigeneinheit 111 angeordnet, welche
wiederum als Display ausgebildete Anzeigemittel 112, ein Tasten- bzw. Bedienfeld 113,
ein Funkmodul 114 sowie eine Steuerelektronik 115 umfasst. Über das Funkmodul 114
kann der Schrauber 100 in eine übergeordnete Dateninfrastruktureinrichtung, bspw.
ein Intranet, eingebunden werden.
[0026] In Figur 2 ist erneut der Schrauber 100, hier in einer Draufsicht, dargestellt. Insbesondere
sind in dieser Ansicht das Display 112 und das Bedienfeld 113 zu sehen. Auf dem Display
112 ist beispielhaft ein graphischer Code 130 in Form eines QR-Codes dargestellt.
Dieser QR-Code 120 beinhaltet dabei in codierter Form eine für den Schrauber 100 spezifische
Information. Bei dieser Information kann es sich bspw. um eine IP-Adresse handeln,
mit welcher der Schrauber 100 über das Funkmodul 114 aktuell in ein Intranet eingebunden
ist.
[0027] An dieser Stelle sei erwähnt, dass auf dem Display 112 neben dem QR-Code 130 auch
andere Informationen wie bspw. aktuelle Aufgaben oder Arbeitsabläufe, die mit dem
Schrauber 100 durchgeführt werden sollen, angezeigt werden können. Um den QR-Code
130 anzuzeigen, kann bspw. ein Tastendruck oder eine bestimmte Tastenkombination auf
dem Bedienfeld 113 erforderlich sein.
[0028] In Figur 3 ist der Schrauber 100 mit auf dem Display 112 angezeigtem QR-Code 130
dargestellt. Weiterhin ist eine als mobile Recheneinheit ausgebildete Recheneinheit
140 gezeigt, welche Erfassungsmittel aufweist, mittels welcher der QR-Code erfasst
werden kann, dargestellt. Bspw. kann es sich bei der mobilen Recheneinheit 140 um
einen Tablet-Computer mit einer Kamera handeln, auf dem eine geeignete Anwendung (sog.
App) ausgeführt wird bzw. werden kann, um mit der im Tablet-Computer integrierten
Kamera den QR-Code 130 auszulesen und zu verarbeiten.
[0029] Bspw. kann, wenn der QR-Code 130 eine IP-Adresse, mit der der Schrauber über den
Access-Point 150 in ein Intranet eingebunden ist, enthält, mit dem Tablet-Computer
140, der bspw. ebenfalls über den Access-Point 150 in das Intranet eingebunden ist,
direkt auf den Schrauber 100 bzw. darauf gespeicherte Daten zugreifen. Dies kann bspw.
mit einer geeigneten Browser-Anwendung erfolgen. Eine manuelle Eingabe der IP-Adresse
ist nicht mehr nötig.
[0030] Die auf der Erfindung basierenden Geräte, insbesondere Schrauber und andere Handwerkzeuge
der Anmelderin umfassen weiterhin insbesondere alle nötigen Details zur Realisierung
von sicherheitskritischen Verschraubungen wie Ergebnis-Speicherung, Ergebnisausgabe
und Ergebnisdokumentation. Auf solche Daten, aber auch andere gerätespezifische Daten
kann bspw. durch Erfassung des QR-Codes einfach und schnell zugegriffen werden.
1. Gerät (100) mit Anzeigemitteln (112), das dazu eingerichtet ist, auf den Anzeigemitteln
(112) einen graphischen Code (130) anzuzeigen, der mittels vom Gerät (100) getrennter
Erfassungsmittel erfassbar ist, und der wenigstens eine für das Gerät (100) spezifische
Information enthält.
2. Gerät (100) nach Anspruch 1, wobei das Gerät (100) ein Werkzeug oder eine Komponente
einer automatisierten Anlage oder Maschine, insbesondere eine Steuerung, einen Antrieb,
einen Sensor oder einen Aktor umfasst.
3. Gerät (100) nach Anspruch 1, wobei das Gerät ein Handwerkzeug, insbesondere ein selbstmessendes
und/oder auswertendes Handwerkzeug, insbesondere mit integrierter Werkzeugsteuerung
umfasst.
4. Gerät (100) nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei die Anzeigemittel (112) graphische
Anzeigemittel, insbesondere ein Display aufweisen.
5. Gerät (100) nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei das Gerät (100) dazu eingerichtet
ist, mit einer Dateninfrastruktureinrichtung verbunden zu werden.
6. Gerät (100) nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei der graphische Code (130)
einen QR-Code oder einen Strichcode umfasst.
7. Gerät (100) nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei die wenigstens eine für das
Gerät (100) spezifische Information einen Gerätezustand, eine IP-Adresse, eine Seriennummer,
eine Statusinformation und/oder eine Benutzerberechtigung umfasst.
8. Gerät (100) nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei der graphische Code (100)
auf den Anzeigemitteln (112) dauerhaft und/oder auf Anforderung angezeigt wird.
9. Verfahren zum Bereitstellen wenigstens einer für ein Gerät (100) spezifischen Information,
wobei die wenigstens eine Information in einen graphischen Code (130) codiert wird,
und wobei der graphische Code (130) auf Anzeigemitteln (112) des Geräts (100) derart
angezeigt wird, dass der graphische Code (130) mittels vom Gerät (100) getrennter
Erfassungsmittel erfassbar ist.
10. Verfahren nach Anspruch 9, wobei der graphische Code (130) mittels vom Gerät (100)
getrennter Erfassungsmittel, die in einer Recheneinheit (140), insbesondere einer
mobilen Recheneinheit, angeordnet sind, erfasst und in der Recheneinheit (140) verarbeitet
wird.
11. Verfahren nach Anspruch 10, wobei mittels der Recheneinheit (140) auf das Gerät (100)
zugegriffen wird.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 9 bis 11, wobei das Gerät (100) ein Gerät (100)
nach einem der Ansprüche 1 bis 8 umfasst.