[0001] Die Erfindung betrifft eine Abgabevorrichtung für ein Fluid mit einem Fluidkanal
und einer Kammeranordnung, in der ein Ventilelement bewegbar angeordnet ist, das mit
einer Abgabeöffnung zusammenwirkt.
[0002] Derartige Abgabevorrichtungen dienen beispielsweise der Abgabe von Fluiden, die medizinische
oder kosmetische Wirkstofflösungen enthalten. Die Fluide sollen beispielsweise in
Nase, Mund oder Augen eines Anwenders verbracht werden. Hierzu werden die Fluide durch
den Fluidkanal und die Kammeranordnung zu der Abgabeöffnung transportiert. Das in
der Kammeranordnung bewegbar angeordnete Ventilelement dient der kontrollierten Abgabe
einer vorbestimmten Fluidmenge.
[0003] Zum Zweck der Abgabe einer vorbestimmten Fluidmenge wirkt das Ventilelement mit der
Abgabeöffnung zusammen. In einem geschlossenen Zustand kann das Ventilelement dabei
beispielsweise die Abgabeöffnung gegen ein Austreten des Fluides abdichten. Ein Hub
des Ventilelements überführt dieses in einen geöffneten Zustand. In dem geöffneten
Zustand kann nun eine Fluidmenge aus der Abgabeöffnung austreten.
[0004] Insbesondere bei der Verwendung der Abgabevorrichtung als "Tropfer" ergibt sich dabei
jedoch folgendes Problem. Ein lediglich geringfügiger Hub des Ventilelements hat zur
Folge, dass das Fluid unter hoher Geschwindigkeit aus der Abgabeöffnung heraustritt.
Dies ist einer kontrollierten und vorbestimmten tropfenförmigen Abgabe des Fluid abträglich.
Insbesondere eine Verwendung der Abgabevorrichtung für Augentropfen käme hier nicht
in Betracht.
[0005] Die Verwendung für medizinische Fluide stellt eine weitere Anforderung an die Abgabevorrichtung.
Hier muss eine Kontamination des Fluides durch Fremdstoffe zwischen dem Ventilelement
und der Abgabeöffnung möglichst vermieden werden. Eine derartige Kontamination darf
sich insbesondere nicht in den Fluidkanal fortsetzen. Die Abgabevorrichtung würde
hierdurch unbrauchbar für die Verwendung für medizinische Fluide.
[0006] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Abgabevorrichtung für ein Fluid
bereitzustellen, die eine kontaminationsarme und tropfenförmige Abgabe des Fluides
ermöglicht.
[0007] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe bei einer Abgabevorrichtung der eingangs genannten
Art dadurch gelöst, dass die Kammeranordnung mindestens ein Dichtelement aufweist,
das über einen ersten vorbestimmten Hub des Ventilelements gegenüber dem Ventilelement
abdichtet.
[0008] Eine Betätigung des Ventilelements hat nunmehr nicht zur Folge, dass das Fluid bereits
bei einem geringfügigen Hub des Ventilelements aus der Abgabeöffnung austreten kann.
Damit wird das Fluid auch nicht in der geringfügigen Öffnung des Ventilelements beschleunigt.
Über den gesamten ersten Hub sorgt das Dichtelement dafür, dass das Fluid das Ventilelement
nicht passieren kann. Folglich kommt es durch den ersten vorbestimmten Hub zur Ansammlung
einer gewissen Fluidmenge in Fluidkanal und Kammeranordnung. Es kann ebenso vermieden
werden, dass sich Kontaminationen über das Ventilelement hinaus in die Kammeranordnung
oder den Fluidkanal fortsetzen.
[0009] Dabei ist bevorzugt, dass das Dichtelement über den ersten Hub einen Flüssigkeitspfad
von der Kammeranordnung zu der Abgabeöffnung verschließt. Der Fluidkanal mündet in
die Kammeranordnung. Der Weg des Fluides durch den Fluidkanal setzt sich in dem Flüssigkeitspfad
in der Kammeranordnung fort. Dieser Flüssigkeitspfad wird durch das Dichtelement über
den ersten Hub des Ventilelements unterbrochen. Die Unterbrechung des Flüssigkeitspfads
führt dazu, dass das Fluid in der Kammeranordnung zurückgehalten wird. Es kommt zu
einer Ansammlung einer gewissen Fluidmenge in der Kammeranordnung, die jedoch nicht
zur Abgabeöffnung vordringen kann.
[0010] Hierzu ist es vorteilhaft, dass das Dichtelement bei einem Hub des Ventilelements,
der größer als der erste Hub ist, den Flüssigkeitspfad freigibt. Nachdem sich eine
gewisse Fluidmenge in der Kammeranordnung angesammelt hat, überschreitet der Hub des
Ventilelements den ersten Hub. Das Dichtelement dichtet nun nicht mehr gegenüber dem
Ventilelement ab. Der Flüssigkeitspfad für das Fluid wird freigegeben. Das Fluid kann
nun über den Flüssigkeitspfad zur Abgabeöffnung transportiert werden. Die Fluidmenge
kann in Form eines Tropfens abgegeben werden.
[0011] Es ist bevorzugt, dass das Ventilelement einen Raum, insbesondere mindestens eine
Nut, aufweist, der einen Teil des Flüssigkeitspfades bildet. Das Fluid wird entlang
des Ventilelements auf dem Flüssigkeitspfad von der Kammeranordnung zur Abgabeöffnung
transportiert. Der Raum wird jedoch erst dann freigegeben, wenn der Hub des Ventilelements
den ersten vorbestimmten Hub überschritten hat. Hierdurch ist sichergestellt, dass
das Fluid nicht einen engen Flüssigkeitspfad passieren muss. Somit kann eine ungewollte
Beschleunigung des Fluides beim Passieren des Ventilelements vermieden werden. Eine
kontrollierte Abgabe des Fluides wird ermöglicht. Ein unkontrolliertes Herausspritzen
des Fluides aus der Abgabeöffnung wird vermieden. Der Raum, der einen Teil des Flüssigkeitspfades
bildet, kann insbesondere als mindestens eine Nut ausgebildet sein. Ein kontrollierter
Transport des Fluides ist möglich. Ein Eindringen größerer Fremdstoffpartikel kann
vermieden werden. Eine Kontamination des Flüssigkeitspfades kann somit gering gehalten
werden.
[0012] Es ist bevorzugt, dass die Kammeranordnung eine Ventilkammer und eine Düsenkammer
aufweist, wobei das Dichtelement die Düsenkammer gegenüber der Ventilkammer abdichtet.
Es wird eine räumliche Unterteilung der Kammeranordnung erreicht. In der Ventilkammer
kommt es über den ersten vorbestimmten Hub des Ventilelements zur Ansammlung von Fluid.
Das Fluid kann aufgrund des Dichtelements über den ersten Hub des Ventilelements die
Ventilkammer nicht verlassen. Sobald der Hub des Ventilelements den ersten Hub jedoch
überschreitet, wird der Flüssigkeitspfad freigegeben. Das Fluid kann von der Ventilkammer
in die Düsenkammer transportiert werden. Es ist durch die räumliche Trennung von Ventilkammer
und Düsenkammer eine weitere Barriere gegen das Eindringen von Fremdstoffen geschaffen.
Die Kontamination der Abgabevorrichtung kann gering gehalten werden.
[0013] Hierbei ist bevorzugt, dass zwischen Ventilkammer und Düsenkammer ein Ventilsitz
angeordnet ist, in dem das Ventilelement bewegbar angeordnet ist, und der das Dichtelement
aufweist. Der Ventilsitz dient einerseits der räumlichen Abtrennung zwischen Ventilkammer
und Düsenkammer. Andererseits dient er der Aufnahme des Ventilelements. Der Ventilsitz
weist nun vorteilhafter Weise auch das Dichtelement auf; dieses kann beispielsweise
zwischen dem Ventilelement und dem Ventilsitz angeordnet sein. Es ist möglich, Ventilsitz
und Dichtelement einstückig auszuführen. Der Flüssigkeitspfad ist zwischen Dichtelement
beziehungsweise Ventilsitz und Ventilelement angeordnet.
[0014] Es ist ebenso bevorzugt, dass der Flüssigkeitspfad in die Düsenkammer mündet, wobei
die Düsenkammer die Abgabeöffnung aufweist. Das Fluid wird über den Flüssigkeitspfad
transportiert. Dabei passiert die Fluidmenge, die sich in der Düsenkammer angesammelt
hat, zunächst den Raum des Ventilelements. Nachdem das Ventilelement so passiert worden
ist, setzt sich der Transport des Fluides über den Flüssigkeitspfad in die Düsenkammer
fort. Die Düsenkammer weist dabei ein größeres Volumen als der Raum auf. Beim Transport
des Fluides von der Ventilkammer in den Raum wurde das Fluid beschleunigt. Das Volumen
des Raums ist kleiner als das Volumen der Ventilkammer. Beim Austritt des Fluides
aus dem Raum in die Düsenkammer wird das Fluid durch Expansion in das Volumen der
Düsenkammer abgebremst. Die so in die Düsenkammer gelangte Fluidmenge kann sodann
kontrolliert aus der Abgabeöffnung austreten. Hierzu weist die Düsenkammer die Abgabeöffnung
auf. Eine tropfenförmige Abgabe des Fluides wird ermöglicht.
[0015] Auch ist bevorzugt, dass das Dichtelement als mindestens eine Dichtlippe ausgebildet
ist, und über den ersten Hub an dem Ventilelement anliegt. Es kommt zu einer fluiddichten
Anlage zwischen Dichtelement und Ventilelement. Es wird eine zuverlässige Abdichtung
zwischen Dichtelement und Ventilelement sowie zwischen Ventilkammer und Düsenkammer
erreicht. Bei einem Hub des Ventilelements, der größer als der erste Hub ist, endet
die Anlage des Dichtelements an dem Ventilelement. Der Raum tritt zwischen Dichtelement
und Ventilelement. Somit ist eine Durchgangsöffnung zwischen Ventilkammer und Düsenkammer
eröffnet. Die in der Ventilkammer angesammelte Fluidmenge kann das Dichtelement passieren
und in den Raum eintreten. Das Fluid wird von der Ventilkammer in die Düsenkammer
und schließlich zur Abgabeöffnung transportiert.
[0016] Nicht zuletzt ist bevorzugt, dass das Ventilelement über einen zweiten vorbestimmten
Hub des Ventilelements die Abgabeöffnung abdichtet, wobei das Dichtelement über den
zweiten Hub den Flüssigkeitspfad von der Kammeranordnung zu der Abgabeöffnung verschließt.
Das Ventilelement wirkt also derartig mit der Abgabeöffnung zusammen, dass es diese
in einem geschlossenen Zustand abdichtet. Das Ventilelement ist also zumindest teilweise
in der Düsenkammer aufgenommen. In einem geschlossenen Zustand des Ventilelements
lässt sich so das Eindringen von Fremdstoffen in die Düsenkammer vermeiden. Eine Kontamination
der Abgabevorrichtung wird vermieden. Bei einem Hub des Ventilelements, der größer
ist als der zweite Hub, gibt das Ventilelement die Abgabeöffnung frei. In der Düsenkammer
befindliches Fluid kann durch die Abgabeöffnung austreten. In diesem Zustand soll
jedoch ein Austreten des Fluides durch die Abgabeöffnung noch vermieden werden. Zu
diesem Zweck verschließt das Dichtelement über den zweiten Hub den Flüssigkeitspfad
von der Kammeranordnung zur Abgabeöffnung. Es kann kein Fluid von der Ventilkammer
in die Düsenkammer gelangen. Sobald der Hub des Ventilelements jedoch den ersten vorbestimmten
Hub überschritten hat, gibt das Dichtelement den Flüssigkeitspfad zwischen Ventilkammer
und Düsenkammer frei. Nun ist eine kontrollierte und tropfenförmige Abgabe des Fluides
möglich.
[0017] Hierbei ist bevorzugt, dass der erste Hub ein Vielfaches des zweiten Hubs bildet.
Hierdurch wird zum einen erreicht, dass sich eine zur Tropfenbildung ausreichende
Fluidmenge in der Ventilkammer ansammeln kann. Zum anderen wird sichergestellt, dass
die Abgabeöffnung von dem Ventilelement vollständig freigegeben ist. Hierdurch kann
der Transport des Fluides durch eine enge Öffnung zwischen Ventilelement und Abgabeöffnung
vermieden werden. Eine Beschleunigung des Fluides während der Abgabe wird vermieden.
Eine tropfenförmige Abgabe des Fluides wird ermöglicht.
[0018] Die Erfindung wird im Folgenden anhand eines bevorzugten Ausführungsbeispiels in
Verbindung mit den Zeichnungen beschrieben. Hierin zeigen:
- Fig. 1
- eine Abgabevorrichtung für ein Fluid mit einem Ventilelement in einem geschlossenen
Zustand,
- Fig. 2
- eine Detailansicht einer Kammeranordnung der Abgabevorrichtung für ein Fluid mit dem
Ventilelement im geschlossenen Zustand,
- Fig. 3
- eine Abgabevorrichtung für ein Fluid mit dem Ventilelement in einem geöffneten Zustand,
- Fig. 4
- eine Detailansicht der Kammeranordnung der Abgabevorrichtung für ein Fluid mit dem
Ventilelement in einem geöffneten Zustand.
[0019] Fig. 1 zeigt eine Abgabevorrichtung 1 für ein Fluid. Die Abgabevorrichtung 1 weist
ein Kopfbasisteil 2 auf, das auf einem Snap-On 3 angeordnet ist. Ein Kegel 4 erstreckt
sich vom Kopfbasisteil 2 in eine Axialrichtung durch den Snap-On 3 in ein Gehäuse
5. Der Kegel 4 wirkt im Gehäuse 5 mit einer Gehäusefeder 6 zusammen. Der Kegel 4 weist
einen Fluidkanal 7 auf. Der Fluidkanal 7 erstreckt sich in der Axialrichtung in Richtung
auf das Kopfbasisteil 2.
[0020] Der Fluidkanal 7 setzt sich im Kopfbasisteil 2 in einen Linerkanal 8 fort. Dieser
Linerkanal 8 ist zwischen dem Kopfbasisteil 2 und einem Liner 9 angeordnet.
[0021] Der Linerkanal 8 mündet in eine Kammeranordnung 10. Diese Kammeranordnung 10 weist
eine Ventilkammer 11 auf. Ein Raum 12 lässt dabei einen Flüssigkeitspfad von der Ventilkammer
11 zu einer Düsenkammer 13 frei. Die Düsenkammer 13 weist eine Abgabeöffnung 14 auf.
Die Abgabeöffnung 14 ist in Form einer Kalotte 15 ausgebildet.
[0022] In der Kammeranordnung 10 ist ein Ventilelement 16 angeordnet. Dieses weist in der
Ventilkammer 11 eine erste Dichtlippe 17 auf. An einem der ersten Dichtlippe 17 gegenüberliegenden
Ende des Ventilelements 16, ist das Ventilelement 16 in Form eines Zylinders 18 ausgebildet.
Die Ventilkammer 11 wird durch die erste Dichtlippe 17 in zwei Bereiche unterteilt.
Der Flüssigkeitspfad des Linerkanals 8 setzt sich in einen ersten Bereich der Ventilkammer
11 fort. Dieser erste Bereich der Ventilkammer 11 ist mittels der ersten Dichtlippe
17 von einem zweiten Bereich der Ventilkammer 11 räumlich getrennt. Der zweite Bereich
der Ventilkammer 11 weist eine Kopffeder 19 auf.
[0023] Zwischen Ventilkammer 11 und Düsenkammer 13 ist ein Ventilsitz 20 angeordnet. Dieser
Ventilsitz 20 weist mindestens eine Krone 21 auf. Die Krone 21 ist am Übergang vom
Linerkanal 8 zur Ventilkammer 11 angeordnet. Weiterhin weist der Ventilsitz 20 ein
Dichtelement 22 auf.
[0024] Die soeben beschriebene Ausführungsform der Abgabevorrichtung 1 ist in den Fig. 1
bis 4 dargestellt. Identische Merkmale sind dabei mit identischen Bezugszeichen versehen.
Fig. 1 stellt dabei einen Zustand der Abgabevorrichtung 1 dar, in dem das Ventilelement
16 in einem geschlossenen Zustand angeordnet ist. Fig. 3 hingegen zeigt dieselbe Abgabevorrichtung
1, in der das Ventilelement 16 in einem geöffneten Zustand angeordnet ist.
[0025] Eine Funktionsweise der Abgabevorrichtung 1 soll nun anhand der Fig. 2 und 4 näher
erläutert werden.
[0026] Zur Abgabe des Fluides bewegt ein Anwender das Kopfbasisteil 2 in der Axialrichtung
auf den Snap-On 3 zu. Hierdurch wird der Kegel 4 im inneren des Gehäuses 5 entgegen
der Federkraft der Gehäusefeder 6 bewegt. Dabei verringert sich das Volumen in einer
Pumpkammer des Gehäuses 5. Die Pumpkammer wird durch den die Gehäusefeder 6 umgebenden
Raum gebildet. Durch einen Hub des Kegels 4 innerhalb der Pumpkammer wird die geförderte
Fluidmenge bestimmt. Hierdurch wird die Dosierung einer vorbestimmten Fluidmenge ermöglicht.
Durch den entstehenden Überdruck wird das Fluid aus der Pumpkammer in den Fluidkanal
7 verdrängt. Das Fluid wird in einer Axialrichtung entlang des Fluidkanals 7 transportiert.
Der Transport des Fluides setzt sich im Liner 9 durch den Linerkanal 8 fort. An einem
axialen Ende des Linerkanals 8 passiert das Fluid schließlich die Krone 21 und gelangt
in die Ventilkammer 11.
[0027] Es kommt zu einer gewissen Fluidansammlung in der Ventilkammer 11. Je mehr Fluid
sich in der Ventilkammer 11 ansammelt, desto größer wird der Druck des Fluides auf
das Ventilelement 16. Die Ventilkammer 11 ist dabei mittels der ersten Dichtlippe
17 gegenüber dem Bereich der Ventilkammer 11 abgedichtet, in dem die Kopffeder 19
angeordnet ist. Weiterhin ist die Ventilkammer 11 mittels des Dichtelements 22 gegenüber
der Düsenkammer 13 abgedichtet. Das sich in der Ventilkammer 11 sammelnde Fluid verdrängt
somit das Ventilelement 16 entgegen der Federkraft der Kopffeder 19.
[0028] Bevor die Verdrängung des Ventilelements 16 entgegen der Federkraft der Kopffeder
19 stattfindet, dichtet der Zylinder 18 die Abgabeöffnung 14 ab. Diese Abdichtung
wird beispielsweise über einen Formschluss erreicht. Die Möglichkeit einer Kontamination
der Düsenkammer 13 kann vermieden werden.
[0029] Das in die Ventilkammer 11 eintretende Fluid verdrängt nun das Ventilelement 16 entgegen
der Federkraft der Kopffeder 19. Hieraus resultiert ein Hub des Ventilelements 16.
Nach einem zweiten Hub des Ventilelements 16 gibt der Zylinder 18 die Abgabeöffnung
14 frei. Zu diesem Zeitpunkt liegt das Dichtelement 22 jedoch noch fluiddicht am Ventilelement
16 an. Das in der Ventilkammer 11 befindliche Fluid kann nicht in den Raum 12 eintreten.
Der Raum12 ist hier als Nut in dem Ventilelement 16 ausgebildet. Der Hub des Ventilelements
16 setzt sich fort, bis das Dichtelement 22 den Raum 12 erreicht. Das Ventilelement
16 hat nunmehr einen ersten Hub zurückgelegt. Während dieses ersten Hubs dichtet das
Dichtelement 22 gegenüber dem Ventilelement 16 ab.
[0030] Sobald der Hub des Ventilelements 16 den ersten vorbestimmten Hub überschreitet,
kommt es zu einer Überlappung des Dichtelements 22 mit dem Raum 12. Das Dichtelement
22 gibt nunmehr einen Flüssigkeitspfad in den Raum 12 frei. Das in der Ventilkammer
11 befindliche Fluid kann in den Raum 12 eintreten. Das Fluid wird durch den Raum
12 in die Düsenkammer 13 transportiert. Im gezeigten Ausführungsbeispiel ist der erste
Hub als ein Vielfaches des zweiten Hubs ausgebildet. Hierdurch wird erreicht, dass
der Zylinder 18 nach einem Hub, der größer als der erste Hub ist, die Abgabeöffnung
14 vollständig freigegeben hat.
[0031] Das Volumen der Ventilkammer 11 ist größer als das Volumen des Raums 12. Hierdurch
wird das Fluid bei Eintritt in den Raum 12 beschleunigt. Diese Beschleunigung ist
unerwünscht, da eine kontrollierte tropfenförmige Abgabe des Fluides gewollt ist.
Aus diesem Grunde weist die Düsenkammer 13 ein größeres Volumen als der Raum 12 auf.
Auch ist die Düsenkammer 13 in der Transportrichtung des Fluides nach dem Raum 12
angeordnet. Das in dem Raum 12 beschleunigte Fluid kann somit in der Düsenkammer 13
expandieren. Hierdurch wird das Fluid abgebremst. Die Düsenkammer 13 weist dann die
Abgabeöffnung 14 auf. Das Fluid kann aus der Abgabeöffnung 14 entlang der Kalotte
15 tropfenförmig austreten.
[0032] Zum einen wird hierdurch die tropfenförmige Abgabe des Fluides durch die Abgabevorrichtung
1 ermöglicht. Zum anderen kann eine Kontamination der Abgabevorrichtung 1 mit Fremdstoffen
weitgehend vermieden werden.
[0033] Die Kontamination der Abgabevorrichtung 1 wird einerseits durch die Abdichtung der
Abgabeöffnung 14 mittels des Zylinders 18 in einem geschlossenen Zustand des Ventilelements
16 erreicht. Weiterhin dient die räumliche Trennung von Düsenkammer 13 und Ventilkammer
11 durch den Ventilsitz 20 diesem Zweck. Das Dichtelement 22 verhindert bei einem
Hub, der geringer als der erste Hub ist, ein Eindringen von Fremdstoffen von der Düsenkammer
13 in die Ventilkammer 11. Bei einem Hub, der größer ist als der erste Hub, gibt das
Dichtelement 22 den Flüssigkeitspfad frei. Fluid aus der Ventilkammer 11 tritt sodann
in den Raum 12 und anschließend in die Düsenkammer 13 ein. Möglicherweise in der Düsenkammer
13 befindliche Fremdstoffe werden somit ausgewaschen. Sie können nicht entgegen der
Fluidströmung durch den Raum 12 in die Ventilkammer 11 gelangen. Eine Kontamination
der Abgabevorrichtung 1 kann somit weitgehend vermieden werden.
1. Abgabevorrichtung (1) für ein Fluid mit einem Fluidkanal (7) und einer Kammeranordnung
(10), in der ein Ventilelement (16) bewegbar angeordnet ist, das mit einer Abgabeöffnung
(14) zusammenwirkt, dadurch gekennzeichnet, dass die Kammeranordnung (10) mindestens ein Dichtelement (22) aufweist, das über einen
ersten vorbestimmten Hub des Ventilelements (16) gegenüber dem Ventilelement (16)
abdichtet.
2. Abgabevorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Dichtelement (22) über den ersten Hub einen Flüssigkeitspfad von der Kammeranordnung
(10) zu der Abgabeöffnung (14) verschließt.
3. Abgabevorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Dichtelement (22) bei einem Hub des Ventilelements (16), der größer als der erste
Hub ist, den Flüssigkeitspfad freigibt.
4. Abgabevorrichtung nach einem der Ansprüche 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Ventilelement (16) einen Raum (12), insbesondere mindestens eine Nut, aufweist,
der einen Teil des Flüssigkeitspfades bildet.
5. Abgabevorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Kammeranordnung (10) eine Ventilkammer (11) und eine Düsenkammer (13) aufweist,
wobei das Dichtelement (22) die Düsenkammer (13) gegenüber der Ventilkammer (11) abdichtet.
6. Abgabevorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen Ventilkammer (11) und Düsenkammer (13) ein Ventilsitz (20) angeordnet ist,
in dem das Ventilelement (16) bewegbar angeordnet ist, und der das Dichtelement (22)
aufweist.
7. Abgabevorrichtung nach einem der Ansprüche 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Flüssigkeitspfad in die Düsenkammer (13) mündet, wobei die Düsenkammer (13) die
Abgabeöffnung (14) aufweist.
8. Abgabevorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Dichtelement (22) als mindestens eine Dichtlippe ausgebildet ist, und über den
ersten Hub an dem Ventilelement (16) anliegt.
9. Abgabevorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Ventilelement (16) über einen zweiten vorbestimmten Hub des Ventilelements (16)
die Abgabeöffnung (14) abdichtet, wobei das Dichtelement (22) über den zweiten Hub
den Flüssigkeitspfad von der Kammeranordnung (10) zu der Abgabeöffnung (14) verschließt.
10. Abgabevorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Hub ein Vielfaches des zweiten Hubs bildet.