[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Fahrzeug mit einer Vorrichtung zur gelenkigen
Anbindung einer Kupplungsstange an das Fahrzeug, wobei die Vorrichtung umfaßt:
eine vertikal angeordnete Anschlagplatte, die in einem Untergestellbereich des Fahrzeugs
an einem Rohbau des Fahrzeugs befestigt oder von einem Rohbauabschnitt gebildet ist,
wobei die Kupplungsstange derart gelagert ist, dass horizontale Winkelauslenkungen
der Kupplungsstange gegenüber ihrer zentralen Ausgangslage in Längsrichtung des Fahrzeugs
zugelassen sind, und eine an der Anschlagplatte abgestützte zentrale Druckfederanordnung,
die mit der Kupplungsstange derart zusammenwirkt, dass bei einer Winkelauslenkung
der Kupplungsstange gegenüber ihrer Ausgangslage eine exzentrisch wirkende Rückstellkraft
auf die Kupplungsstange ausübbar ist.
[0002] Ein solches Fahrzeug mit einer Vorrichtung zur gelenkigen Anbindung einer Kuppelstange
ist beispielsweise aus der
EP 1 946 988 A1 bekannt. Die dort bei einem Schienenfahrzeug eingesetzte Vorrichtung kann als Stabilisierungsgelenk
bezeichnet werden. Dieses nutzt gezielt eine Nachgiebigkeit von Federanordnungen aus,
die als elastische Gelenke wirken. Dabei ist die Nachgiebigkeit in Längsrichtung des
Fahrzeugs gegeben und dient insbesondere zur Stabilisierung eines Zugverbandes, zu
dem das Fahrzeug gehört, bei Kollisionen.
[0003] Der Einsatz elastischer Gelenke birgt jedoch den Nachteil in sich, dass mögliche
horizontale Schwenkwinkel der Kupplungsstange gegenüber dem Rohbau des Fahrzeugs begrenzt
sind.
[0004] Ausgehend hiervon liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein Fahrzeug mit einer
Vorrichtung zur gelenkigen Anbindung einer Kupplungsstange an das Fahrzeug derart
weiterzuentwickeln, dass größere horizontale Schwenkwinkel realisierbar sind.
[0005] Diese Aufgabe wird bei dem eingangs genannten Fahrzeug dadurch gelöst, dass eine
Zugfederanordnung vorgesehen ist, die am Rohbau des Fahrzeugs abgestützt und über
ein Scharniergelenk mit dem der Anschlagplatte zugeordneten Ende der Kuppelstange
verbunden ist.
[0006] Durch den Einsatz des Scharniergelenks ist es möglich, auch für größere horizontale
Schwenkwinkel der Kupplungsstange definiert über die Druckfederanordnung eine Rückstellkraft
auf die Kupplungsstange auszuüben. Eine Abfederung der Kupplungsstange gegenüber in
Längsrichtung des Fahrzeugs wirkenden Druckkräften geschieht über die zentrale Druckfederanordnung.
Das Scharniergelenk kann einen Zugbügel aufweisen, an dem ein Gelenkbolzen des Scharniergelenks
fixiert ist, der das der Anschlagplatte zugewandte Ende der Kupplungsstange lagert,
wobei der Zugbügel über die Zugfederanordnung mit dem Rohbau des Fahrzeugs verbunden
ist.. Diese Maßnahme gestattet es, eine vertikale Drehachse für das Scharniergelenk
und damit eine Schwenkachse für die Kupplungsstange festzulegen, und zwar durch den
Gelenkbolzen.
[0007] Die Zugfederanordnung kann wenigstens zwei Zugfedern umfassen, die vozugsweise horizontal
symmetrisch zu der Kupplungsstange angeordnet sind. Dadurch ergibt sich eine geeignete
Zugfederung für die Kuppelstange.
[0008] Der Zugbügel kann eine vertikal wirkende Lagerung für das der Anschlagplatte zugewandte
Ende der Kupplungsstange bilden. Dies schafft die gewünschten Bewegungsfreiheitsgrade
für die Bewegung der Kupplungsstange und ermöglicht vorzugsweise rein horizontale
Schewnkbewegungen.
[0009] Die Vorrichtung zur gelenkigen Anbindung einer Kupplungsstange kann einen Berührkörper
aufweisen, der zwischen dem der Anschlagplatte zugewandten Ende der Kupplungsstange
und der zentralen Druckfederanordnung angeordnet ist und mit einem Berührabschnitt
der Anschlagplatte derart zusammenwirkt, dass bei einer Winkelauslenkung der Kupplungsstange
gegenüber ihrer Ausgangslage eine exzentrisch wirkende Rückstellkraft auf die Kupplungsstange
ausübbar ist. Bei dieser Ausführungsform erfährt die Kupplungsstange sowohl durch
die zentrale Druckfederanordnung als auch über der Berührkörper exzentrisch wirkende
Rückstellkräfte.
[0010] Alternativ ist es auch möglich, dass das der Anschlagplatte zugewandte Ende der Kupplungsstange
unmittelbar an der zentralen Druckfederanordnung anliegt. Auch kann der Berührkörper
fest mit dem Ende der Kupplungsstange verbunden sein. In diesem Fall müßte die Druckfederanordnung
allerdings sämtlichen Winkelbewegungen der Kupplungsstange folgen. Bevorzugt besitzt
daher der Berührkörper lediglich Berührflächen zur Stirnseite der Kupplungsstange.
[0011] Der Gelenkbolzen verläuft bevorzugt durch eine vertikal verlaufende Durchgangsbohrung
des Berührkörpers hindurch. In dieser Weise kann Bauraumkonflikten zwischen dem Scharniergelenk
und dem Berührkörper begegnet werden.
[0012] Die vertikal verlaufende Durchgangsbohrung des Berührkörpers ist vorzugsweise derart
bemessen ist, dass der Gelenkbolzen horizontales Spiel hat.
[0013] Der Berührkörper kann zwischen einem oberen und einem unteren horizontalen Abschnitt
des Zugbügels in das der Anschlagplatte zugewandte Ende der Kuppelstange gesetzt sein.
Dadurch ergibt sich eine kompakte Bauweise im Bereich des Scharniergelenks.
[0014] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachfolgend unter Bezugnahme auf die Zeichnungen
noch näher erläutert. Es zeigen:
- Figur 1
- eine Ansicht von oben auf eine Vorrichtung zur gelenkigen Anbindung einer Kupplungsstange
an ein Fahrzeug in einer ersten Ausführungsform,
- Figur 2
- eine vertikale Längsschnittansicht der Vorrichtung von Figur 1 entlang einer Ebene
II-II in Fig. 1,
- Figur 3
- eine Ansicht auf eine Hälfte der Kupplungsstange mit Blickrichtung zur Fahrzeugmitte,
- Figur 4
- eine horizontale Längsschnittansicht der Vorrichtung von Figur 1 entlang einer Ebene
IV-IV in Figur 3,
- Figur 5
- eine Längsschnittsansicht der Vorrichtung von Figur 1 mit ausgelenkter Kupplungsstange
in derselben Ebene wie Figur 4 und
- Figur 6
- eine horizontale Längsschnittansicht einer Vorrichtung zur gelenkigen Anbindung einer
Kupplungsstange an ein Fahrzeug gemäß einer zweiten Ausführungsform in derselben Ebene
wie Figuren 4 und 5.
[0015] Die Figuren 1 bis 4 zeigen sämtlich Ansichten einer Vorrichtung zur gelenkigen Anbindung
einer Kupplungsstange 1 an einen Rohbau eines Fahrzeugs, insbesondere Schienenfahrzeugs.
Dabei nimmt die Kupplungsstange 1 eine Ausgangsposition ein, bei der sie weder Zug-
noch Druckkräften in Längsrichtung des Fahrzeugs (der Kupplungsstange 1) ausgesetzt
ist. Die Kupplungsstange 1 ist letztlich an einer Anschlagplatte 2 des Fahrzeugrohbaus
abgestützt. Dabei kann die Anschlagplatte 2 von einem plattenförmigen Abschnitt des
Rohbaus selbst gebildet sein. Alternativ ist die Anschlagplatte 2 als Flansch ausgebildet,
der mit dem Rohbau des Fahrzeugs beispielsweise verschraubt ist. Seitlich der Kupplungsstange
1 gehen von der Anschlagplatte 2 zwei symmetrisch angeordnete Zugstangen 3 aus, die
entweder (Figur 3) über die Anschlagplatte 2 mit dem Rohbau verschraubt sind oder
(Figur 6) durch den Rohbau hindurch reichen und an einer rückwertigen Anlagefläche
4 angreifen.
[0016] Ein horizontal angeordneter Zugbügel 5 ist im Bereich des der Anschlagplatte 2 zugewandten
Endes der Kupplungsstange 1 angeordnet und weist einen oberen flachen Abschnitt 6
und einen unteren flachen Abschnitt 7 auf, die beide ebenfalls horizontal verlaufen.
[0017] Die Zugstangen 3 sind jeweils auf einer Seite der Kupplungsstange 1 in einem Abstand
zu ihr angeordnet. Die seitlichen Enden des Zugbügels 5 sind auf einen Innenabschnitt
8 der jeweiligen Zugstange 3 aufgesteckt und über jeweilige Federelemente 9 gegenüber
auf die Kupplungsstange 1 wirkenden Längszugkräften elastisch gelagert.
[0018] Wie Figur 2 zu entnehmen ist, schließt sich in der dargestellten Ausgangsposition
der Kupplungsstange 1 an ihrem der Anschlagplatte 2 zugewandten Ende ein Berührkörper
10 an, der mit stirnseitigen, exzentrisch liegenden Berührflächen 11 der Kupplungsstange
1 zusammenwirkt. Der Berührkörper 10 liegt auf einer der Anschlagplatte 2 zugeordneten
Seite an einer zentral angeordneten Druckfederanordnung 12 an, die im dargestellten
Ausführungsbeispiel von einem einzelnen Federelement gebildet ist. Das ringförmige
Federelement ist dazu geeignet, bei einer Winkelauslenkung der Kupplungsstange 1 und
damit einhergehenden Auslenkung des Berührkörpers 10 auf letzteren eine Rückstellkraft
auszuüben, die auf die Kupplungsstange 1 übertragen wird und dafür sorgt, dass sie
in ihre Ausgangsposition zurückgedrückt wird.
[0019] Der Berührkörper 10 ist zwischen dem oberen 6 und dem unteren horizontalen Abschnitt
7 des Zugbügels 5 in das der Anschlagplatte 2 zugewandte Ende der Kupplungsstange
1 gesetzt. Diese zeigt an diesem Ende einen Aufnahmeraum für den Berührkörper 10.
[0020] Der Zugbügel 5 ist Teil eines Scharniergelenks 13, mit dem horizontale Winkelbewegungen
der Kupplungsstange 1 zugelassen werden. Dabei wird eine Achse des Scharniergelenks
13 durch einen Gelenkbolzen 14 festgelegt, dessen oberes und unteres Ende jeweils
an dem zugeordneten oberen 6 oder unteren Abschnitt 7 des Zugbügels 5 befestigt ist.
Der Gelenkbolzen 14 lagert das der Anschlagplatte 2 zugewandte Ende der Kupplungsstange
1.
[0021] Wie aus Figur 2 hervorgeht, verläuft der Gelenkbolzen 14 durch eine Durchgangsbohrung
15 in dem Berührkörper 10 hindurch. Dabei ist die Durchgangsbohrung 15 horizontal
so bemessen, dass der Gelenkbolzen 14 in der horizontalen Querschnittsebene der Durchgangsbohrung
15 mit Spiel gelagert ist.
Aus Figur 5 geht nunmehr die Position der beteiligten Komponenten für den Fall hervor,
dass die Kupplungsstange 1 aufgrund einer einwirkenden Längsdruckkraft eine horizontale
Winkelauslenkung erfahren hat. Dann löst sich der in Figur 5 untere, hintere Abschnitt
des Berührkörpers 10 von seiner zugeordneten Berührfläche 11 an der Kupplungsstange
1, so dass an dieser Stelle keine Kraftübertragung zwischen dem Berührkörper 10 und
der Kupplungsstange 1 stattfindet. Auf der gegenüberliegenden Seite, d. h. in Figur
5 der obere Bereich des Berührkörpers 10, liegt der exzentrisch gelegene Abschnitt
des Berührkörpers 10 unmittelbar zur Kraftübertragung an seiner zugeordneten Berührfläche
11 an der Kupplungsstange 1 an. Da die Kupplungsstange 1 eine Längsdruckkraft erfahren
hat, ist sie gemeinsam mit dem Berührkörper 10 in Richtung der Anschlagplatte 2 gedrückt
worden Wie ebenfalls in Figur 5 zu sehen ist, schlägt der der Anschlagplatte 2 zugewandte
Rand des Berührkörpers 10 an einem Berührabschnitt 16 der Anschlagplatte 2 an, wobei
die Druckfederanordnung 12 komprimiert wird. Durch den ebenfalls exzentrischen Anschlag
des Berührkörpers 10 an der Anschlagplatte 2 wird über den Berührkörper 10 eine Rückstellkraft
auf die Kupplungsstange 1 übertragen, welche sie in Richtung ihrer Ausgangsposition
bewegt.
1. Fahrzeug mit einer Vorrichtung zur gelenkigen Anbindung einer Kupplungsstange (1)
an das Fahrzeug, wobei die Vorrichtung umfaßt:
eine vertikal angeordnete Anschlagplatte (2), die in einem Untergestellbereich des
Fahrzeugs an einem Rohbau des Fahrzeugs befestigt oder von einem Rohbauabschnitt gebildet
ist, wobei die Kupplungsstange (1) derart gelagert ist, dass horizontale Winkelauslenkungen
der Kupplungsstange (1) gegenüber ihrer zentralen Ausgangslage in Längsrichtung des
Fahrzeugs zugelassen sind, und
eine an der Anschlagplatte (2) abgestützte zentrale Druckfederanordnung (12), die
mit der Kupplungsstange (1) derart zusammenwirkt, dass bei einer Winkelauslenkung
der Kupplungsstange (1) gegenüber ihrer Ausgangslage eine exzentrisch wirkende Rückstellkraft
auf die Kupplungsstange (1) ausübbar ist,
dadurch gekennzeichnet, dass
eine Zugfederanordnung (4) vorgesehen ist, die am Rohbau des Fahrzeugs abgestützt
und über ein Scharniergelenk (13) mit dem der Anschlagplatte (2) zugeordneten Ende
der Kuppelstange (1) verbunden ist.
2. Fahrzeug nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Scharniergelenk (13) einen Zugbügel (5) aufweist, an dem ein Gelenkbolzen (14)
des Scharniergelenks (13) fixiert ist" der das der Anschlagplatte (2) zugewandte Ende
der Kupplungsstange (1) lagert, wobei der Zugbügel (5) über die Zugfederanordnung
(4) mit dem Rohbau des Fahrzeugs verbunden ist.
3. Fahrzeug nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Zugfederanordnung (9) wenigstens zwei Zugfedern umfasst, die symmetrisch zu der
Kupplungsstange (1) angeordnet sind.
4. Fahrzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Zugbügel (5) eine vertikal wirkende Lagerung für das der Anschlagplatte (2) zugewandte
Ende der Kupplungsstange (1) bildet.
5. Fahrzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Vorrichtung zur gelenkigen Anbindung einer Kupplungsstange (1) einen Berührkörper
(10) aufweist, der zwischen dem der Anschlagplatte (2) zugewandten Ende der Kupplungsstange
(1) und der zentralen Druckfederanordnung (12) angeordnet ist und mit einem Berührabschnitt
(16) der Anschlagplatte (2) derart zusammenwirkt, dass bei einer Winkelauslenkung
der Kupplungsstange (1) gegenüber ihrer Ausgangslage eine exzentrisch wirkende Rückstellkraft
auf die Kupplungsstange (1) ausübbar ist.
6. Fahrzeug nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Gelenkbolzen (14) durch eine vertikal verlaufende Durchgangsbohrung (15) des Berührkörpers
(10) hindurch verläuft.
7. Fahrzeug nach einem der Ansprüche 5 oder 6,
dadurch gekennzeichnet, dass
die vertikal verlaufende Durchgangsbohrung (15) des Berührkörpers (10) derart bemessen
ist, dass der Gelenkbolzen (14) horizontales Spiel hat.
8. Fahrzeug nach einem der Ansprüche 5 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Berührkörper (10) zwischen einem oberen (6) und einem unteren horizontalen Abschnitt
(7) des Zugbügels (5) in das der Anschlagplatte (2) zugewandte Ende der Kuppelstange
(1) gesetzt ist.