Technisches Gebiet
[0001] Die Erfindung betrifft ein Durchführelement für ein Gebäudedach, umfassend einen
Hohlkörper mit einer Öffnung und eine Platte mit einem Loch, wobei der Hohlkörper
an einem Ende so mit der Platte verbunden ist, dass die Umrandung der Öffnung des
Hohlkörpers mit dem Rand des Lochs übereinstimmt. Weiter betrifft die Erfindung ein
Verfahren zur Herstellung eines solchen Durchführelements.
Stand der Technik
[0002] Bei Flächen mit geringer Neigung, insbesondere bei Flachdächern, fliesst angesammeltes
Wasser nicht oder nicht schnell genug ab. Es bilden sich Pfützen, die die Fläche belasten
oder schädigen. Aus diesem Grund weisen ebene Flächen häufig Wasserabflusselemente
auf. Solche Abflusselemente umfassen meist eine Platte mit einem Loch und einen senkrecht
zur Platte angebrachten rohrähnlichen Hohlkörper. Dabei kann die Platte trichter-
oder muldenförmig ausgebildet sein, damit das Wasser von der Platte kanalisiert wird
und zum rohrähnlichen Hohlkörper hin geleitet wird und abfliessen kann.
[0003] Die
WO 2005/061815 A1 (Saint-Gobain PAM) offenbart eine solche Vorrichtung, um Regenwasser von einem Flachdach
abzuleiten. Die Vorrichtung umfasst ein Abflussrohr, ein tellerförmiges Auffangelement
mit einem Filter, der das Wasser filtert und in das Abflussrohr leitet und eine Abdeckplatte,
die das Abflussrohr von oben abdeckt. Das Abflussrohr steckt in einer Öffnung des
Auffangelements und ist mit diesem umlaufend verschweisst.
[0004] In der
DE 198 60 160 A1 (W. Vahlbrauk) ist ein Wasserablauf für versiegelte ebene Flächen offenbart. Der Wasserablauf weist
ein lotrechtes Ablaufrohr auf, das in eine ebene Fläche mündet. Die ebene Fläche hat
eine Öffnung mit einem umlaufenden Kragen. Das Ablaufrohr ist stirnseitig mit einer
umlaufenden Schweissnaht auf den Kragen des Ablaufrohrs aufgeschweisst.
[0005] Eine andere Verbindung zwischen Platte und Ablaufrohr zeigt die
CA 2,175,967 A1 (Metalcraft Spinning & Stamping). Der Regenwasserabfluss umfasst eine Platte mit
einer Öffnung und ein Abflussrohr. Ein umlaufender Kragen umschliesst die Öffnung
der Platte. Das Abflussrohr weist an einem Ende ebenfalls einen umlaufenden Kragen
auf, welcher durch Crimpen mit dem Kragen der Platte fest verbunden ist.
[0006] Bekannt sind auch Durchführelemente aus Metall, die neben dem Ableiten von Wasser
zusätzlich als Einfassung für ein aus einem Dach austretendes Rohr verwendet werden
können. Diese Durchführelemente bestehen ebenfalls aus einer Platte mit Loch und einem
Rohr. Das Loch der Platte weist einen umlaufenden Kragen auf. Aus dem Stand der Technik
ist es bekannt, dass das Rohr über den Kragen geschoben ist und mit diesem beispielsweise
durch eine Rollschweissung verbunden ist.
[0007] In der vorliegenden Beschreibung wird der Begriff Durchführelement verwendet. Der
Begriff umfasst zum einen Abflusselemente, Dachwassereinläufe, Dachwasserüberläufe
sowie Notüberläufe und zum anderen ist unter dem Begriff auch eine Rohreinfassung
zu verstehen. Das Durchführelement bezieht sich also einerseits auf Elemente, die
Wasser oder ein sonstiges fliessbares Medium von einem Dach oder einer ebenen Fläche
ableiten. Andererseits kann das Durchführelement dazu verwendet werden, um aus einem
Dach oder einer ebenen Fläche austretende Rohre im Bereich des Austritts einzufassen,
um das Dach oder die ebene Fläche abzudichten.
[0008] Alle erwähnten Verbindungen der Platte mit dem rohrähnlichen Hohlkörper haben den
Nachteil, dass zwischen Rohr und Platte im Bereich der Verbindung ein Spalt entsteht.
Da das Loch der Platte einen umlaufenden Rand oder Kragen aufweist und das Rohr in
das Loch oder über den Kragen gesteckt wird, entsteht nach dem Schweissen im Bereich
des Randes oder Kragens eine doppelte Wandung. Unerheblich ist dabei, ob das Rohr
in das Loch mit Kragen gesteckt ist oder ob das Rohr über den Kragen gesteckt wird.
In beiden Fällen überlappen sich Kragen der Platte und Wandung des Rohrs, so dass
zwischen den Wandungen ein Spalt entsteht. Bei der
DE 198 60 160 A1 mit dem stirnseitig rundum aufgeschweissten Rohr entsteht an der Innenseite der Fügestelle,
wo keine Schweissnaht ist, ebenfalls ein Spalt zwischen Platte und Rohr. Durch den
beschriebenen Spalt ergibt sich eine unerwünschte Kapillarität. Das heisst, in der
Fügestelle von Rohr und Platte kann sich dauerhaft Wasser ansammeln und Schäden an
den Bauteilen verursachen.
Darstellung der Erfindung
[0009] Aufgabe der Erfindung ist es, eine dem eingangs genannten technischen Gebiets zugehörendes
Fügeverfahren zu schaffen, welches eine Fügestelle zwischen Hohlkörper und Platte
ergibt, bei der sich keine Flüssigkeit ansammeln kann.
[0010] Die Lösung der Aufgabe ist durch die Merkmale der Ansprüche 1 und 7 definiert. In
verfahrensmässiger Hinsicht wird die Aufgabe dadurch gelöst, dass ein Hohlkörper mit
einer Öffnung und eine Platte mit einem Loch zusammengefügt werden, wobei der Hohlkörper
so ausgebildet ist, dass er im Bereich seiner Öffnung formschlüssig in das Loch der
Platte passt. Der Hohlkörper wird auf einer Vorderseite der Platte mit dem Bereich
seiner Öffnung in das Loch gesteckt, bis ein Rand des Hohlkörpers auf einer Rückseite
der Platte hervorsteht. Anschliessend wird der hervorstehende Rand des Hohlkörpers
durch Schweissung mit der Platte verbunden.
[0011] In vorrichtungsmässiger Hinsicht wird die Aufgabe mit einem Durchführelement für
ein Gebäudedach gelöst, welches einen Hohlkörper mit einer Öffnung und eine Platte
mit einem Loch umfasst. Der Hohlkörper ist an einem Ende so mit der Platte verbunden,
dass die Umrandung der Öffnung des Hohlkörpers mit dem Rand des Lochs übereinstimmt
und dass der Hohlkörper und die Platte spaltfrei gefügt sind.
[0012] Die Verwendung des Durchführelements beschränkt sich nicht auf ein Gebäudedach. Das
Durchführelement kann bei allen Flächen zum Einsatz kommen, bei denen ein fliessendes
Medium von einer Fläche abgeleitet werden muss oder bei denen ein aus der Fläche austretendes
Rohr eingefasst werden muss. Die Fläche kann eine beliebige Neigung zur Horizontalen
aufweisen.
[0013] Unter Hohlkörper ist ein Körper zu verstehen, der innen hohl ist und zwei in einer
Längsachse sich gegenüberliegende Öffnungen aufweist. Vorzugsweise hat der Hohlkörper
eine längliche Form. Dabei ist unerheblich, welche Form die Aushöhlung im Querschnitt
zur Längsachse hat. Die Aushöhlung kann im Querschnitt eine runde, viereckige oder
eine sonstige Form aufweisen. Vorzugsweise ist der Hohlkörper ein Rohr.
[0014] Der Hohlkörper hat zwei Enden, die auf der Längsachse liegen und sich dort befinden,
wo die Öffnungen des Hohlkörpers sind.
[0015] Die Vorderseite der Platte ist die Fläche der Platte, von deren Seite der Hohlkörper
in das Loch geschoben wird. Die Rückseite der Platte ist die Fläche der Platte, auf
der der Hohlkörper beim Durchschieben wieder austritt. Wird das Durchführelement als
Abflusselement verwendet, liegt die Platte mit der Vorderseite auf dem Dach oder einer
Fläche auf und die Rückseite weist nach oben. Wird hingegen das Durchführelement als
Rohreinfassung eingesetzt, liegt die Platte mit der Rückseite auf dem Dach auf.
[0016] Durch das Schmelzen des hervorstehenden Randes des Hohlkörpers ergibt sich eine stoffschlüssige
Verbindung zwischen Hohlkörper und Platte mit einer nur einwandigen Fügestelle. Die
innere Wandung des Lochs ist vollständig stoffschlüssig mit dem Hohlkörper verbunden,
so dass Hohlkörper und Platte komplett spaltfrei gefügt sind. Somit kann keine Kapillarwirkung
entstehen und es kann sich keine Flüssigkeit ansammeln.
[0017] Wie erwähnt lässt sich das Durchführelement auch als Rohreinfassung einsetzen. Aus
einem Dach oder einer ebenen Fläche austretende Rohre, insbesondere Abluftrohre, lassen
sich mit dem Durchführelement einfassen. Die Platte des Durchführelements liegt in
diesem Fall auf dem Dach oder der Fläche auf, der Hohlkörper des Durchführelements
umgibt das Abluftrohr im Bereich des Austritts des Rohrs aus dem Dach oder der Fläche.
So kann der Bereich um das Abluftrohr abgedichtet werden und es wird verhindert, das
Flüssigkeit oder Schmutz in die Gebäudeöffnung gelangt, durch die das Abluftrohr führt.
[0018] Bevorzugt sind Hohlkörper und Platte stoffschlüssig, insbesondere durch eine Schweissung,
miteinander verbunden. Durch die stoffschlüssige Verbindung bilden Platte und Hohlkörper
eine stabile und steife Einheit.
[0019] Mit Vorteil steht der Hohlkörper vor dem Schweissen auf der Rückseite der Platte
zwischen 0.1 mm und 5 mm hervor, bevorzugt ist der Hohlkörper 0.5 mm bis 1.5 mm hervorstehend.
[0020] Dabei bedeutet hervorstehend, dass ein Teil des Hohlkörpers nach dem Einschieben
in die Platte, auf der Rückseite der Platte heraus ragt. Die Länge des hervorstehenden
Randes definiert die zu schmelzende Materialmenge für die Schweissverbindung. Der
hervorstehende Rand dient als Schweisszugabe.
[0021] Mit Vorteil wird der hervorstehende Rand des Hohlkörpers beim Verschweissen mit der
Platte mindestens zu 75% weggeschmolzen. Im bevorzugten Fall ist der Rand vollständig
weggeschmolzen, so dass der Hohlkörper bündig mit der Rückseite der Platte abschliesst
und kein Rand mehr über die Platte hinaus ragt.
[0022] Bei einer ersten Ausführungsform weist die Platte nur ein Loch, ohne Kragen auf.
Bei einer zweiten Ausführungsform weist die Platte einen um das Loch umlaufenden Kragen
auf, und dieser Kragen wird vorzugsweise vollständig zusammen mit dem Rand des Hohlkörpers
weggeschmolzen.
[0023] Weggeschmolzen bedeutet, dass der hervorstehende Rand beim Schweissvorgang so geschmolzen
wird, dass das geschmolzene Material den Spalt zwischen Hohlkörper und Platte vollständig
ausfüllt und Hohlkörper und Platte stoffschlüssig miteinander verbindet. Ist der Rand
vollständig geschmolzen, steht kein Rand mehr hervor und die Platte kann ohne Abstand
auf einer Fläche aufliegen.
[0024] Alternativ kann der Rand des Hohlkörpers oder der Kragen der Platte nur zu einem
Teil oder überhaupt nicht weggeschmolzen werden beim Verschweissen.
[0025] Vorzugsweise werden der Hohlkörper und die Platte vor dem kompletten Verschweissen
vorgängig punktuell verschweisst.
[0026] Mit punktuellem Verschweissen ist ein Heften vor dem eigentlichen Schweissvorgang
zu verstehen. Durch das Heften sind Hohlkörper und Platte provisorisch miteinander
verbunden. Das erleichtert die definitive Verschweissung, da Hohlkörper und Platte
in Position gehalten werden.
[0027] Bevorzugt ist die Schweissung eine Wolfram-Inertgasschweissung (WIG).
[0028] Bei der WIG-Schweissung wird nicht mit einer abschmelzenden Elektrode gearbeitet.
Die Zugabe von Schweisszusatz und Stromstärke sind entkoppelt. Damit kann der Schweissstrom
optimal auf die Schweissung abgestimmt werden und es muss nur so viel Schweisszusatz
zugegeben werden, wie erforderlich ist.
[0029] Alternativ dazu besteht auch die Möglichkeit, dass ein anderes Schweissverfahren,
beispielsweise ein Schweissverfahren mit einer abschmelzenden Elektrode, zur Anwendung
kommt.
[0030] Vorzugsweise wird bei der Verschweissung von Hohlkörper und Platte kein zusätzliches
Material zugegeben. Als Schweisszusatz dient also der hervorstehende Rand des Hohlkörpers.
Das vereinfacht die Schweissung und ermöglicht eine kostengünstige Fertigung.
[0031] Bei der Ausführung, bei der die Platte einen um das Loch umlaufenden Kragen aufweist,
dient dieser Kragen zusammen mit dem Rand des Hohlkörpers als Schweisszusatz.
[0032] Alternativ kann bei der Schweissung zusätzlich zum abgeschmolzenen Rand Schweisszusatz
zugegeben werden.
[0033] In einer bevorzugten Ausführungsform ist der Hohlkörper ein Rohr und das Loch der
Platte hat eine kreisrunde Form.
[0034] Durch die runde Form können Hohlkörper und Platte mit einer Rundschweissung in einem
Arbeitsschritt miteinander verbunden werden. Das erlaubt, die Fertigung in Hinblick
auf Zeit und Kosten zu optimieren. Wird das Durchführelement als Rohreinfassung verwendet,
passt das Durchführelement mit der runden Form schlüssig an die einzufassenden Rohre.
[0035] Alternativ dazu können der Querschnitt des Hohlkörpers und das Loch der Platte eine
beliebige Form, beispielsweise eine viereckige Form, aufweisen.
[0036] Vorzugsweise hat die Platte eine plane, rechteckige Gestalt.
[0037] Alternativ dazu kann die Platte auch eine beliebige Ausformung aufweisen. Mit Vorteil
hat die Platte eine ebene Gestalt. Sie kann aber auch in Richtung Loch trichter- oder
muldenförmig ausgestaltet sein. Das hat den Vorteil, dass das abzuführende Medium
in Richtung Loch geführt wird.
[0038] In einer anderen Ausführung kann die Platte einen um das Loch umlaufenden Kragen
aufweisen. Die Höhe dieses Kragens entspricht vorzugsweise der Höhe des hervorstehenden
Randes des Hohlkörpers.
[0039] Ferner kann die Platte in einer anderen Ausführungsform zusätzlich zur Fläche mit
dem Loch einen angewinkelten Teil aufweisen. Dieser Teil steht vorzugsweise in einem
Winkel zwischen 80 bis 90 Grad zur Fläche mit dem Loch.
[0040] Bevorzugt sind Hohlkörper und Platte aus Kupfer oder Chromstahl gefertigt.
[0041] Kupfer und Chromstahl haben den Vorteil, dass sie korrosionsbeständig sind. Hohlkörper
und Platte können jedoch auch aus einem beliebigen schweissbaren Material gefertigt
sein. Vorzugsweise beträgt die Blechdicke 0.5 mm bis 1.5 mm.
[0042] Aus der nachfolgenden Detailbeschreibung und der Gesamtheit der Patentansprüche ergeben
sich weitere vorteilhafte Ausführungsformen und Merkmalskombinationen der Erfindung.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0043] Die zur Erläuterung des Ausführungsbeispiels verwendeten Zeichnungen zeigen:
- Fig. 1
- eine Draufsicht einer Platte mit einem Loch,
- Fig. 2a
- eine Seitenansicht der Platte aus Fig. 1 und einem runden Stutzen,
- Fig. 2b
- eine Seitenansicht der Platte und des Stutzens aus Fig. 2a, wobei der Stutzen von
einer Vorderseite der Platte in das Loch der Platte gesteckt ist und auf einer Rückseite
der Platte hervorsteht,
- Fig. 2c
- eine Seitenansicht der Platte und des Stutzens aus Fig. 2b, wobei der überstehende
Rand des Stutzens geschmolzen ist und Platte und Stutzen miteinander verschweisst
sind und ein erfindungsgemässes Durchführelement bilden,
- Fig. 3
- eine Seitenansicht einer möglichen Einbauvariante, bei der das Durchführelement als
Wassereinlauf dient,
- Fig. 4
- eine Seitenansicht einer weiteren Einbauvariante, bei der das Durchführelement als
Rohreinfassung dient,
- Fig. 5
- eine Seitenansicht einer Ausführungsvariante des Durchführelements mit einem schrägen
Stutzen und einer angewinkelten Platte.
[0044] Grundsätzlich sind in den Figuren gleiche Teile mit gleichen Bezugszeichen versehen.
Wege zur Ausführung der Erfindung
[0045] Figur 1 zeigt eine Platte 1 aus Kupfer in einer rechteckigen Ausführung mit einem
durchgehenden Loch 3 in der Mitte. Die Dicke der Platte 1 gemäss Ausführungsbeispiel
beträgt 0.8 mm. Die Platte 1 kann zusätzlich Löcher für Befestigungsschrauben an den
Ecken aufweisen.
[0046] Die Figuren 2a bis 2c stellen das erfindungsgemässe Verfahren zum Verbinden von einem
Hohlkörper und einer Platte 1 dar. In der gezeigten Ausführung hat die Platte 1 eine
ebene Gestalt mit einer Vorderseite 4 und einer Rückseite 5. Die Vorderseite 4 ist
die Seite, von der der Hohlköper in das Loch 3 eingeführt wird. Der Hohlkörper ist
bei der beschriebenen Ausführung ein länglicher Stutzen 2 mit einer runden Form im
Querschnitt zur Längsachse. Die Dicke der Wandung des Stutzens entspricht etwa der
Dicke der Platte 1. Der Aussendurchmesser des Stutzens 2 ist 0.1 mm kleiner als der
Durchmesser des Lochs 3, so dass der Stutzen 2 schlüssig in das Loch 3 passt. Der
Stutzen 2 ist ebenfalls aus Kupfer gefertigt.
[0047] In einem ersten Schritt, gezeigt in Figur 2a, wird der Stutzen 2 in das Loch 3 der
Platte 1 eingeführt, so dass die Längsachse des Stutzens 2 senkrecht zur Vorderseite
4 der Platte 1 steht. Der Stutzen 2 wird dabei von der Vorderseite 4 der Platte durch
das Loch 3 geschoben, bis ein Rand 6 von 0.5 mm bis 1.5 mm des Stutzens 2 auf der
Rückseite 5 der Platte 1 hervorsteht, dargestellt in Figur 2b.
[0048] In einem nächsten Schritt werden Stutzen 2 und Platte 1 geheftet. Das heisst, Stutzen
2 und Platte 1 werden am Umfang des Stutzens 2 punktuell miteinander verschweisst.
Das erleichtert das anschliessende definitive Verschweissen, da Stutzen 2 und Platte
1 durch die Punktschweissungen provisorisch verbunden sind und somit in Position gehalten
werden. Die Punktschweissungen können manuell oder auch automatisiert hergestellt
werden.
[0049] Bei einer anschliessenden Rundschweissung wird der hervorstehende Rand 6 des Stutzens
2 vollständig geschmolzen. Die Rundschweissung wird mit einer Wolfram-Inertgasschweissung
(WIG) ausgeführt. Als Schutzgase dienen beispielsweise das Formiergas 10 und Varigon
® Helium 30 S. Die Stromstärke für die Schweissung des Kupfers beträgt 80 A bei einer
Schweissgeschwindigkeit von 5 Grad pro Sekunde. Als Schweisszusatz dient der geschmolzene
hervorstehende Rand 6. Für die Schweissung muss damit kein zusätzliches Material zugegeben
werden. Nach der Verschweissung ist der Rand 6 des Stutzens 2 vollständig geschmolzen
und es steht kein Teil des Stutzens 2 mehr aus der Rückseite 5 hervor, wie in Figur
2c gezeigt.
[0050] Bei der Rundschweissung wird der Spalt zwischen Aussenseite des Stutzens 2 und Innenwandung
des Lochs 3 der Platte 1 mit dem geschmolzenen Material gefüllt, so dass der Stutzen
2 und die Platte 1 vollständig stoffschlüssig miteinander verbunden sind.
[0051] Das bietet den Vorteil, dass die Fügestelle spaltfrei ist. Im Unterschied zu bekannten
Fügeverfahren für Platte und Hohlkörper kann bei der erfindungsgemässen Lösung keine
Kapillarität entstehen. Es kann sich somit kein Wasser im Bereich der Fügestelle ansammeln
und Schäden an den Bauteilen verursachen.
[0052] Nach dem Schweissen bilden Stutzen 2 und Platte 1 ein erfindungsgemässes Durchführelement
7, ersichtlich in Figur 2c. Die Platte 1 liegt auf der Vorderseite 4 auf dem Dach
auf und das Durchführelement kann mit der Platte 1 am Dach befestigt werden. Der Stutzen
2 kanalisiert das abfliessende Wasser so, dass es von anschliessenden Abflussrohren
weiter abgeführt werden kann. Wird das Durchführelement 7 als Rohreinfassung verwendet,
kann es ebenfalls mit der Platte 1 auf dem Dach montiert werden. In diesem Fall liegt
die Rückseite 5 der Platte 1 auf dem Dach auf und der Stutzen 2 zeigt nach oben und
fasst ein Rohr, z. B. ein Abluftrohr, ein, wobei die Öffnung im Dach durch das Durchführelement
7 abgedeckt ist.
[0053] Die Figur 3 zeigt eine mögliche Einbauvariante des Durchführelements 7 als Dachwasserablauf.
Die Platte 1 liegt auf dem Dach 9 auf und der Stutzen 2 ragt in eine Öffnung hinein.
Regenwasser gelangt über die Platte 1 zum Stutzen 2, wo es beispielsweise durch Anschlussrohre
8 weiter abgeführt wird.
[0054] Die Figur 4 zeigt eine weitere Einbauvariante, bei der das Durchführelement 7 als
Rohreinfassung benutzt wird. Die Platte 1 des Durchführelements 7 liegt auf dem Dach
9 auf. Das aus dem Dach 9 austretende Rohr 10, beispielsweise ein Lüftungsrohr, wird
vom Stutzen 2 umfasst. Damit ist die Öffnung 11 im Dach 9 abgedeckt und das Durchführelement
7 verhindert ein Eindringen von Schmutz und Wasser in die Öffnung 11.
[0055] Die Figur 5 zeigt eine andere Ausführung eines Durchführelements 107. Die Längsachse
eines Stutzens 102 steht schräg mit einem Winkel von beispielsweise 85° zu einer Platte
101. Die Platte 101 weist einen Bereich auf, der in einem rechten Winkel zu dem Bereich
der Platte 101 steht, wo der Stutzen 102 angeschlossen ist. Das Durchführelement 107
kann in dieser Ausführung gleichzeitig an einer horizontalen Fläche und an einer vertikalen
Wand befestigt werden.
[0056] In einer anderen Ausführung ist das Durchführelement 7, 107 aus Chromstahl, beispielsweise
aus Chromnickelstahl 18/8 gefertigt. Die Schweissung des Chromstahls kann ebenfalls
durch WIG-Schweissung erfolgen. Der Schweissstrom beträgt dann 40 A bei einer Rundschweissgeschwindigkeit
von 5 Grad pro Sekunde. Als Schutzgase dienen beispielsweise Formiergas 10 und Hydrargon
® 2.
[0057] Zusammenfassend ist festzustellen, dass ein Verfahren zur Verbindung von einem Hohlkörper
und einer Platte geschaffen wird, dass eine spaltfreie Fügestelle ermöglicht, bei
der sich kein Wasser ansammeln kann.
1. Verfahren zur Herstellung eines Durchführelements (7) für ein Gebäudedach, dadurch gekennzeichnet, dass ein Hohlkörper (2) mit einer Öffnung und eine Platte (1) mit einem Loch (3) zusammengefügt
werden, wobei der Hohlkörper (2) so ausgebildet ist, dass er im Bereich seiner Öffnung
formschlüssig in das Loch (3) der Platte (1) passt, wobei der Hohlkörper (2) auf einer
Vorderseite (4) der Platte (1) mit dem Bereich seiner Öffnung in das Loch (3) gesteckt
wird, bis ein Rand (6) des Hohlkörpers (2) auf einer Rückseite (5) der Platte (1)
hervorsteht und anschliessend der hervorstehende Rand (6) des Hohlkörpers (2) durch
Schweissung mit der Platte (1) verbunden wird.
2. Verfahren zur Herstellung eines Durchführelements (7) nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, dass der Hohlkörper (2) auf der Rückseite (5) der Platte (1) zwischen 0.1 mm und 5 mm
hervorsteht, bevorzugt steht der Hohlkörper (2) 0.5 mm bis 1.5 mm hervor.
3. Verfahren zur Herstellung eines Durchführelements (7) nach Anspruch 1 oder 2 dadurch gekennzeichnet, dass der hervorstehende Rand (6) des Hohlkörpers (2) beim Verschweissen mit der Platte
(1) mindestens zu 75% weggeschmolzen wird, vorzugsweise dass der Rand (6) vollständig
weggeschmolzen wird, so dass der Hohlkörper (2) bündig mit der Rückseite (5) der Platte
(1) abschliesst und kein Rand (6) mehr über die Platte (1) hinaus ragt.
4. Verfahren zur Herstellung eines Durchführelements (7) nach einem der Ansprüche 1 bis
3 dadurch gekennzeichnet, dass der Hohlkörper (2) und die Platte (1) vor dem kompletten Verschweissen vorgängig
punktuell verschweisst werden.
5. Verfahren zur Herstellung eines Durchführelements (7) nach einem der Ansprüche 1 bis
4 dadurch gekennzeichnet, dass die Schweissung eine Wolfram-Inertgasschweissung (WIG) ist.
6. Verfahren zur Herstellung eines Durchführelements (7) nach einem der Ansprüche 1 bis
5 dadurch gekennzeichnet, dass bei der Verschweissung von Hohlkörper (2) und Platte (1) kein zusätzliches Material
zugegeben wird.
7. Durchführelement für ein Gebäudedach, umfassend einen Hohlkörper (2) mit einer Öffnung
und eine Platte (1) mit einem Loch (3), wobei der Hohlkörper (2) an einem Ende so
mit der Platte (1) verbunden ist, dass die Umrandung der Öffnung des Hohlkörpers (2)
mit dem Rand des Lochs (3) übereinstimmt
dadurch gekennzeichnet, dass der Hohlkörper (2) und die Platte (1) spaltfrei gefügt sind.
8. Durchführelement nach Anspruch 7 dadurch gekennzeichnet, dass Hohlkörper (2) und Platte (1) stoffschlüssig, insbesondere durch eine Schweissung,
miteinander verbunden sind.
9. Durchführelement nach Anspruch 7 oder 8 dadurch gekennzeichnet, dass der Hohlkörper (2) ein Rohr ist und das Loch (3) der Platte (1) eine kreisrunde Form
hat.
10. Durchführelement nach einem der Ansprüche 7 bis 9 dadurch gekennzeichnet, dass die Platte (1) eine plane, rechteckige Gestalt aufweist.
11. Durchführelement nach einem der Ansprüche 7 bis 10 dadurch gekennzeichnet, dass Hohlkörper (2) und Platte (1) aus Kupfer oder Chromstahl gefertigt sind.