[0001] Die Erfindung betrifft eine Griffvorrichtung für eine Tür, insbesondere Kraftfahrzeugtür,
mit einem Griffelement, das zwischen einer in der Tür zumindest im Wesentlichen versenkten
Ruheposition und einer von der Tür vorstehenden Gebrauchsposition verlagerbar ist,
und mit einer Einrichtung zum Verlagern des Griffelements.
[0002] Ferner betrifft die Erfindung eine Türanordnung für ein Fahrzeug, insbesondere Kraftfahrzeug,
mit einer Tür, die einer Türaußenverkleidung mit einer Griffaussparung aufweist, und
mit einer der Griffaussparung zugeordneten Griffvorrichtung.
[0003] Griffvorrichtungen und Türanordnungen der eingangs genannten Art sind aus dem Stand
der Technik bereits bekannt. Türen von Kraftfahrzeugen weisen üblicherweise einen
Außengriff auf, mittels dessen die Tür aus einer geschlossenen Stellung in eine geöffnete
Stellung aufziehbar ist. Um das Design oder den Strömungswiderstand des Kraftfahrzeugs
zu verbessern, ist es außerdem bekannt, das Griffelement verlagerbar an der Tür anzuordnen,
sodass es in einer Ruhestellung im Wesentlichen bündig mit einer Außenverkleidung
der Tür abschließt und insofern in die Tür versenkt angeordnet ist, und in einer Gebrauchsstellung
aus der versenkten Stellung heraus bewegt ist, sodass es von einem Benutzer greifbar
ist.
[0004] Die Offenlegungsschrift
DE 10 2012 221 169 A1 schlägt hierzu beispielsweise ein linear verfahrbares Griffelement auf, dem ein Aktuator
mit einem Gelenksystem zur Verlagerung zugeordnet ist.
[0005] Aus der Offenlegungsschrift
DE 10 2013 215 896 A1 ist bereits eine Griffvorrichtung bekannt, die ebenfalls ein linear verlagerbares
Griffelement aufweist, wobei zur Verlagerung ein Aktuator mit einer Exzenteranordnung
vorgesehen ist.
[0006] Weiterhin ist aus der Offenlegungsschrift
DE 10 2012 221 184 A1 eine Griffvorrichtung für eine Tür bekannt, welche ein verschwenkbares Griffelement
aufweist.
[0007] Die bekannten Lösungen sehen jeweils eine Einrichtung zum Verlagern des Griffelements
vor, die direkt mechanisch mit dem Griffelement gekoppelt ist, um das Griffelement
in die Ruheposition oder in die Gebrauchsposition zwangsgeführt zu verlagern. Darüber
hinaus sehen die bekannten Lösungen jeweils Griffelemente vor, die eine Öffnung zum
Eingreifen für den Benutzer aufweisen.
[0008] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Griffvorrichtung und eine Türanordnung
zu schaffen, die die Sicherheit gegen Beschädigungen erhöhen und/oder die Nutzbarkeit
des Griffelements verbessern.
[0009] Die der Erfindung zugrunde liegende Aufgabe wird durch eine Griffvorrichtung mit
den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Diese zeichnet sich dadurch aus, dass die Einrichtung
wenigstens ein das Griffelement in die Gebrauchsposition drängendes Federelement und
einen Seilzug aufweist, der einendig mit dem Griffelement und anderendig mit einem
betätigbaren Aktuator verbunden ist, sodass das Griffelement durch Betätigung des
Aktuators entgegen der Kraft des Federelements in die Gebrauchsposition verlagerbar
ist. Das Griffelement ist somit durch Federkraft die Gebrauchsposition und durch den
Seilzug in die Ruheposition verlagerbar. Der Seilzug wirkt somit dem Federelement
entgegen. Die Erfindung hat den Vorteil, dass das Griffelement stets entgegen der
Kraft des Federelements in die Ruheposition verlagerbar ist, ohne dass der Aktuator
hierzu angesteuert/betätigt werden muss. Dadurch kann das Griffelement jederzeit in
die Ruheposition verlagert werden, ohne dass dabei der Aktuator beeinträchtigt wird.
Lediglich der Seilzug verliert dann beim Verlagen des Griffelements in die Ruheposition
seine Spannung. Sobald eine von außen auf das Griffelement einwirkende Kraft, die
das Griffelement entgegen der Federkraft in die Ruheposition verlagert, wegfällt,
drängt das Federelement das Griffelement wieder zurück in die Gebrauchsposition. Dadurch,
dass das Griffelement unabhängig von dem Aktuator in die Ruheposition verlagerbar
ist, ergeben sich weitere Gestaltungsmöglichkeiten, die die Benutzung des Griffelements
verbessern. Dadurch, dass das Griffelement jederzeit in die Ruheposition unabhängig
von dem Aktuator verlagerbar ist, wird eine Beschädigung des Aktuators durch den Benutzer
sicher vermieden. Alternativ oder zusätzlich ist erfindungsgemäß vorgesehen, dass
das Griffelement kreisbogenförmig ausgebildet und um eine Mittelachse der Kreisbogenform
der Ventile verschwenkbar gelagert ist. Durch die kreisbogenförmige Ausbildung und
die verschwenkbare Lagerung ergibt sich eine rotatorische Bewegung des Griffelements.
Durch die Kreisbogenform wird erreicht, dass nur eine schmale Aussparung, die nur
geringfügig größer als der Querschnitt des Griffelements ausgebildet sein muss, in
einer Verkleidung der Tür notwendig ist. Darüber hinaus bietet der Griff aufgrund
seiner Krümmung in der Gebrauchsposition eine für den Benutzer vorteilhafte Angriffsfläche
zum Aufziehen der Tür, da er den Griff einfach hintergreifen kann. Der Griff selbst
benötigt dazu keine Aussparung, sodass sich der Griff in der Gebrauchsposition auch
designtechnisch von herkömmlichen Griffelementen unterscheiden kann.
[0010] Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass dem Griffelement
eine Entriegelungsvorrichtung zum Entriegeln der Tür zugeordnet ist, sodass der Benutzer
auf einfache Art und Weise die Tür bei Bedarf entriegeln kann. Die Griffvorrichtung
weist somit Mittel zum Entriegeln der Tür beispielsweise von einem Rahmen einer Kraftfahrzeugkarosserie
auf. Die Tür weist zweckmäßigerweise ein Schloss auf, mittels dessen die Tür in ihrer
geschlossenen Stellung an der Kraftfahrzeugkarosserie verriegelbar ist. Durch das
Vorsehen einer Entriegelungsvorrichtung an dem Griffelement kann der Benutzer auf
einfache Art und Weise das Schloss mittels der Entriegelungsvorrichtung entriegeln.
Insbesondere ist die Entriegelungsvorrichtung derart ausgebildet, dass der Benutzer
das Griffelement und die Entriegelungsvorrichtung mit derselben Hand betätigen/bedienen
kann.
[0011] Weiterhin ist bevorzugt vorgesehen, dass die Entriegelungsvorrichtung einen Betätigungshebel
aufweist, der zum Betätigen der Entriegelungsvorrichtung durch das Griffelement verlagerbar
ist, wenn dieses von einem Benutzer von der Gebrauchsstellung in Richtung der Ruhestellung
verlagert wird. Hierdurch ergibt sich der Vorteil, dass die Tür auf einfache Art und
Weise dadurch zu entriegeln ist, dass das Griffelement in Richtung der Ruheposition
verlagert, also in die Tür hinein versenkt wird. Da diese Bewegung unabhängig von
einer Ansteuerung des Aktuators, wie oben bereits erläutert, erfolgt, kann ein Benutzer
jederzeit durch Beaufschlagen des Griffelements mit einer entsprechenden Kraft die
Entriegelung der Tür herbeiführen.
[0012] Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass an dem
Griffelement ein Schlitten angeordnet ist, der zwischen einer Freigabestellung und
einer Mitnahmestellung verschiebbar ist, wobei der Schlitten bei einem Verlagern des
Griffelements in Richtung der Ruhestellung in der Mitnahmestellung gegen den Betätigungshebel
zu dessen Verlagerung und in der Freigabestellung an dem Betätigungshebel vorbei geführt
wird. Diese Ausführungsform bietet den Vorteil, dass in Abhängigkeit von der Stellung
des Schlittens eine Verlagerung des Griffelements in die Ruheposition zu einem Endriegeln
führt oder nicht. In der Mitnahmestellung führt der Bewegungsweg des Schlittens an
dem Griffelement gegen den Betätigungshebel, sodass der Schlitten auf den Betätigungshebel
trifft und diesen bei einem Weiterverlagern des Griffelements in die Ruheposition
mitnimmt und dadurch die Entriegelungsvorrichtung betätigt. Befindet sich der Schlitten
in der Freigabestellung, so führt der Bewegungsweg des Schlittens an dem Betätigungshebel
vorbei, sodass dieser nicht mitgenommen und somit die Entriegelungsvorrichtung auch
nicht betätigt wird.
[0013] Bevorzugt ist vorgesehen, dass dem Schlitten wenigstens eine Vorspannfeder zugeordnet
ist, welche den Schlitten in die Mitnahmestellung drängt. Dadurch wird sichergestellt,
dass im Normalfall die Entriegelungsvorrichtung bei einem Verlagern des Griffelements
in die Ruheposition betätigt und eine Tür entriegelt wird. Zweckmäßigerweise weist
die Entriegelungsvorrichtung Mittel auf, die ein Verlagern des Schlittens in die Freigabestellung
gewährleisten, wenn eine Entriegelung der Tür beim Bewegen des Griffelements in die
Ruheposition nicht gewünscht ist. Das ist beispielsweise dann der Fall, wenn das Griffelement
in die Tür versenkt werden soll, nachdem die Tür geschlossen wurde.
[0014] Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass der Seilzug
einendig an dem Schlitten befestigt ist und der Vorspannfeder entgegenwirkt. Die zuvor
genannten Mittel werden also vorliegend dadurch realisiert, dass der Seilzug den Schlitten
mitbetätigt. Wird der Aktuator angesteuert, um das Griffelement in die Ruheposition
zu verlagern, so zieht der Seilzug den Schlitten entgegen die Vorspannkraft der Vorspannfeder,
sodass der Schlitten in die Freigabestellung bewegt wird. Sobald die Vorspannfeder
nicht weiter komprimierbar ist und der Seilzug weiter durch den Aktuator gezogen oder
aufgerollt wird, wird über den Schlitten und den Seilzug das gesamte Griffelement
entgegen der Kraft des Federelements in die Ruheposition verlagert, wobei aufgrund
dessen, dass sich der Schlitten in der Freigabestellung befindet, die Tür dabei nicht
entriegelt wird. Auf diese Art und Weise wird eine Griffvorrichtung mit einem verlagerbaren
Griffelement bereitgestellt, das sowohl zum Entriegeln der Tür als auch ohne Türentriegelung
in die versenkte Ruheposition verlagerbar ist.
[0015] Weiterhin ist bevorzugt vorgesehen, dass die Griffvorrichtung einen Endanschlag aufweist,
bis zu welchem das Griffelement maximal durch das Federelement verlagerbar ist. Das
Griffelement ist somit aus der Tür bis zu dem Endanschlag ausfahrbar. Da das Ausfahren
beziehungsweise das Bewegen des Griffelements in die Gebrauchsposition durch Ansteuerung
des Aktuators erfolgt, indem dieser den Seilzug nicht zieht, sondern über eine vorbestimmte
Länge freigibt (abrollt), wird der Seilzug entspannt, sobald das Griffelement den
Endanschlag erreicht hat. Wird der Seilzug also durch den Aktuator weiter entspannt,
als es für das Erreichen des Endanschlags notwendig ist, so wird gemäß der oben beschriebenen
Ausführungsform außerdem der Schlitten durch die Vorspannfeder in die Mitnahmestellung
gedrängt und das Griffelement steht zum Entriegeln der Tür zur Verfügung. Durch den
Endanschlag wird also auf einfache Art und Weise ein Entspannen des Seilzugs ermöglicht,
das ein Entspannen der Vorspannfeder zulässt.
[0016] Weiterhin ist bevorzugt vorgesehen, dass der Schlitten zumindest im Wesentlichen
senkrecht zur Verlagerungsrichtung des Griffelements verschiebbar ist. Dadurch lässt
sich der Schlitten besonders einfach in eine Mitnahmestellung verlagern, in welcher
der Betätigungshebel betätigbar ist. Darüber hinaus wird dadurch erreicht, dass die
Kräfte, die durch den Seilzug auf den Schlitten ausgeübt werden, um das Griffelement
in die Ruheposition zu verlagern, nicht nur über die Vorspannfeder in das Griffelement
eingeleitet werden, sondern auch durch die Lagerung des Schlittens senkrecht zu dessen
Verschieberichtung. Dadurch wird ein Überanspruchen der Vorspannfeder vermieden und
die Lebensdauer der Griffvorrichtung verbessert.
[0017] Die der Erfindung zugrundeliegende Aufgabe wird außerdem durch die Türanordnung mit
den Merkmalen des Anspruchs 9 gelöst. Diese zeichnet sich durch die erfindungsgemäße
Griffvorrichtung aus. Es ergeben sich hierdurch die oben bereits genannten Vorteile.
Weitere Merkmale und Vorteile ergeben sich aus dem zuvor Beschriebenen sowie aus den
Ansprüchen.
[0018] Im Folgenden soll die Erfindung anhand der Zeichnung näher erläutert werden. Dazu
zeigen
- Figuren 1A und 1B
- eine Türanordnung mit einer Griffvorrichtung in einer vereinfachten Darstellung,
- Figur 2
- die Griffvorrichtung einer perspektivischen Darstellung und
- Figuren 3A und 3B
- eine Detailansicht der Griffvorrichtung in unterschiedlichen Betriebszuständen.
[0019] Figuren 1A und 1 B zeigen eine Türanordnung 1 eines hier nicht näher dargestellten
Kraftfahrzeugs. Die Türanordnung 1 weist eine Tür 2 auf, von der nur ein Abschnitt
einer Außenverkleidung 3 dargestellt ist. Die Außenverkleidung 3 weist eine im Wesentlichen
rechteckförmige Griffaussparung 4 auf. Hinter der Außenverkleidung 3, also in der
Tür 2, ist weiterhin eine Griffvorrichtung 5 angeordnet, die ein verlagerbares Griffelement
6 aufweist, dessen Querschnitt im Wesentlichen der Kontur der Griffaussparung 4 entspricht,
sodass das Griffelement 6 durch die Griffaussparung 4 aus der Tür 2 heraus verlagerbar
ist. Figur 1A zeigt das Griffelement 6 in einer Ruheposition, in welcher eine Stirnseite
7 des Griffelements 6 zumindest im Wesentlichen bündig mit der Außenverkleidung 3
abschließt, sodass sich das Griffelement 6 in seiner Ruheposition in das Design der
Außenverkleidung 2 einfügt. Figur 1 B zeigt das Griffelement 6 in einer Gebrauchsposition,
in welcher es durch die Griffaussparung 4 aus dem Innenraum der Tür 2 heraus verlagert
ist, sodass es von der Außenverkleidung 3 vorsteht und zur Benutzung zur Verfügung
steht. Wie in Figur 1 B bereits ersichtlich, weist das Griffelement 6 im Längsschnitt
beziehungsweise in Bewegungsrichtung gesehen eine Kreisbogenform auf, sodass es vom
Benutzer außerhalb der Tür 2 leicht greifbar und nutzbar ist. Im Unterschied zu herkömmlichen
Griffelementen weist das Griffelement 6 dabei vorliegend bevorzugt eine durchgehende
Grifffläche auf, beziehungsweise wird von einem durchbruchfreien Element gebildet.
Das Griffelement 6 ist vorzugsweise außenseitig schalenartig aus Aluminium gefertigt
und innenseitig mit einem gummiartigen Kunststoff, insbesondere mit einer griffigen
Oberfläche versehen, die das Bedienen des Griffelements 6 für den Benutzer erleichtert.
[0020] Figur 2 zeigt in einer perspektivischen Darstellung die Griffvorrichtung 5 mit dem
Griffelement 6. Die Griffvorrichtung 5 weist einen Haltebügel 8 auf, der an der Innenseite
der Außenverkleidung 3 der Tür 2 oder an einem Rahmenteil der Tür 2 befestigbar beziehungsweise
befestigt ist. Der Haltebügel 8 ist rahmenförmig ausgebildet und trägt das Griffelement
6 sowie eine Einrichtung 9, die zum Verlagern des Griffelements 6 dient. Das Griffelement
6 weist an seinem der Stirnseite 7 abgewandten Ende einen Tragabschnitt 10 auf, der
radial von dem kreisbogenförmigen Griffelement 6 in Richtung der Mittelachse der Kreisbogenform
absteht. Der Tragabschnitt 10 erstreckt sich dabei bis zur Mittelachse der Kreisbogenform.
Dort ist der Tragabschnitt 10 auf einem Bolzen oder einer Welle 11 drehbar gelagert,
welche in dem Haltebügel 8 gelagert ist. Dadurch ist das Griffelement 6 entlang der
Kreisbahn bewegbar, die der Kreisbogenform des Griffelements 6 entspricht.
[0021] Die Einrichtung 9 weist zwei Federelemente 12 auf, die als Spreizfedern ausgebildet
sind und ebenfalls auf der Welle 11 angeordnet sind. Die Federelemente 12 sind dabei
als Drahtfedern ausgebildet, die auf die Welle 11 aufgewickelt sind und jeweils zwei
freie Federbeine 12', 12" aufweisen, von denen eines an dem Tragabschnitt 10 und das
andere an dem Haltebügel 8 anliegt, wobei die Federelemente 12 dadurch das Griffelement
6 mit einer Federkraft beaufschlagen, welche das Griffelement 6 um die Welle 11 beziehungsweise
um die Mittelachse der Kreisbogenform herum in Richtung der Gebrauchsposition, wie
sie in Figur 1 B gezeigt ist drängt. Das Griffelement 6 ist dabei bis zu einem Anschlag
gegen den Haltebügel 8 in seine Gebrauchsposition verschwenkbar, sodass die Federelemente
12 das Griffelement 6 nicht über die Gebrauchsposition hinaus verschwenken können.
Zweckmäßigerweise sind die Federelemente 12 derart ausgebildet, dass sie stets vorgespannt
zwischen Tragabschnitt 10 und Haltebügel 8 sind.
[0022] Die Einrichtung 9 weist weiterhin einen Aktuator 13 auf, der vorliegend als Elektromotor
ausgebildet ist. Auf der Abtriebswelle des Elektromotors ist eine Wickelscheibe 14
angeordnet, die durch Ansteuerung des Elektromotors 13 gedreht wird. An der Wickelscheibe
14 ist ein Ende eines Seilzugs 15 befestigt, sodass durch Betätigen des Aktuators
13 der Seilzug 15 auf der Wickelscheibe 14 aufrollbar oder von dieser abrollbar ist.
Das andere Ende des Seilzugs 15 ist mit dem Griffelement 6 verbunden. Wird der Aktuator
13 angesteuert, um den Seilzug 15 aufzurollen, so wird das Griffelement 6 durch den
Seilzug 15 entgegen der Kraft der Federelemente 12 in die Ruheposition verschwenkt,
in welcher die Stirnseite 7 mit der Außenverkleidung 3 der Tür 2 bündig abschließt.
Wird der Aktuator 13 angesteuert, um den Seilzug 15 abzurollen, also Seil freizugeben,
so bewegen die Federelemente 12 das Griffelement 6 bis an den die Gebrauchsposition
definierenden Anschlag an dem Haltebügel 8. Durch das Ansteuern des Aktuators 13 kann
somit das Griffelement 6 in jede beliebige Stellung zwischen Gebrauchsposition und
Ruheposition verbracht werden. Darüber hinaus kann ein Benutzer das Griffelement 6
jederzeit in die Tür hinein verschwenken oder verlagern, ohne dass dabei der Aktuator
13 belastet wird. Vielmehr würde dies nur dazu führen, dass der Seilzug 15 entspannt
wird. Der Benutzer 6 muss lediglich die Kraft der Federelemente 12 überwinden. Bei
einer Fehlbetätigung des Griffelements wird somit beispielsweise der Aktuator 13 vor
Beschädigungen geschützt und darüber hinaus kann das Griffelement 6 einfach in die
Ruheposition verlagert werden, um beispielsweise den Benutzer oder das Griffelement
6 selbst vor Beschädigungen zu schützen.
[0023] Die Griffvorrichtung 5 weist weiterhin eine Entriegelungsvorrichtung 16 auf, mittels
welcher das Griffelement 6 zum Entriegeln der Tür 2 genutzt werden kann. Wie üblich
weist die Tür 2 ein Schloss auf, mittels dessen es an einem Türrahmen des Kraftfahrzeugs
arretierbar ist. Mittels der Entriegelungsvorrichtung 16 ist das Schloss entriegelbar,
sodass die Tür 2 von dem Benutzer aufgezogen werden kann. Die Entriegelungsvorrichtung
16 weist dazu einen Betätigungshebel 17 auf, der ebenfalls auf der Welle 11 verschwenkbar
gelagert ist. Der Betätigungshebel 17 ist mit einem weiteren Seilzug 18 verbunden,
der dem Schloss der Tür 2 zugeordnet ist, sodass durch Verlagern des Betätigungshebels
17 um die Schwenkachse der Seilzug 18 gespannt und dadurch das Schloss entriegelt
wird.
[0024] Figuren 3A und 3B zeigen eine Detailansicht der Entriegelungsvorrichtung 16. An dem
Griffelement 6 beziehungsweise an dem Tragabschnitt 10 ist etwa auf Höhe des Griffelements
6 eine Umlenkung 19 für den Seilzug 15 angeordnet, wie auch schon in Figur 2 gezeigt.
Der Seilzug 15 ist um die Umlenkung 19 herumgeführt, sodass er anschließend zumindest
im Wesentlichen radial zu dem Griffelement 6 beziehungsweise parallel zu dem Tragabschnitt
10 verläuft. Das Ende des Seilzugs 15 ist an einem Schlitten 20 befestigt, der an
dem Tragabschnitt 10 verlagerbar beziehungsweise verschiebbar angeordnet ist. Dabei
ist der Schlitten 20 vorliegend parallel zu dem Tragabschnitt 10 beziehungsweise radial
zur Kreisbogenform des Griffelements 6 verschiebbar. Der Schlitten 20 ist dazu in
einer Schlittenführung 21 an dem Tragabschnitt 10 gehalten. In der Schlittenführung
21 sind außerdem zwei Vorspannfedern 22 angeordnet, die vorliegend als Schraubenfedern
ausgebildet sind, und den Schlitten 20 in Richtung der Schwenkachse des Griffelements
6 drängen, wie durch einen Pfeil 23 angedeutet. Dabei drängen die Vorspannfedern 22
den Schlitten 20 bis zu einer durch einen Anschlag 24 der Schlittenführung 21 definierten
Mitnahmestellung.
[0025] In der Mitnahmestellung befindet sich der Schlitten 20 auf einer Bewegungsbahn des
Griffelements 6, in welcher ein freies Ende 25 des Betätigungshebels 17 liegt. Wird
das Griffelement 6 nun in Richtung der Ruheposition durch den Benutzer verschwenkt,
trifft der Schlitten 20 auf das Ende 25 des Betätigungshebels 17 und nimmt diesen
zur Betätigung beziehungsweise Entriegelung des Schlosses der Tür 2 mit.
[0026] Wird das Griffelement 6 durch den Aktuator 13 in die Ruheposition verschwenkt, so
zieht der Seilzug 15 den Schlitten 20 zunächst entgegen der Federkraft der Vorspannfedern
22 (entgegen der Richtung des Pfeils 23) in eine Freigabestellung, wie sie in Figur
3B gezeigt ist. In der Freigabestellung befindet sich das Mitnahmeelement außerhalb
der Bewegungsbahn, in welcher es auf das freie Ende 25 des Betätigungshebels 17 treffen
würde, sodass es bei einem Verlagern des Griffelements 6 in die Ruheposition an dem
freien Ende 25 und damit an dem Betätigungshebel 17 vorgeführt wird, wie in Figur
3B gezeigt. Weil die Vorspannfedern 22 durch den Seilzug 15 weiter vorgespannt und
der Schlitten 20 in die Freigabestellung verschoben wurde, zieht der Seilzug 15 über
die Umlenkung 19 das Griffelement 6 in Richtung der Ruheposition, wobei der Schlitten
20 an dem Betätigungshebel 17 vorbeigeführt wird und dadurch das Griffelement 6 in
die Ruheposition verbracht/verschwenkt wird, ohne dass das Schloss der Tür entriegelt
wird.
[0027] Die vorteilhafte Griffvorrichtung 5 bietet somit ein Griffelement 6, das sowohl zum
Aufziehen der Tür 2 als auch zum Entriegeln des Schlosses der Tür 2 von einem Benutzer
betätigbar ist. Sowohl zum Entriegeln der Tür als auch zum Verbringen des Griffelements
6 in die Ruheposition wird das Griffelement 6 in Richtung der Ruheposition bewegt.
Wird es von dem Benutzer 6 bewegt, ohne dass der Aktuator 13 angesteuert wird, so
nimmt der Schlitten 20 den Betätigungshebel 17 mit und das Schloss beziehungsweise
die Tür 2 wird entriegelt. Wird das Griffelement 6 durch den Aktuator 13 in die Ruheposition
verschwenkt, so wird der Schlitten 20 in die Freigabestellung verfahren und das Griffelement
6 ohne eine Betätigung der Entriegelung in die Ruheposition verbracht.
[0028] Wird der Aktuator 13 angesteuert, um das Griffelement 6 in die Gebrauchsposition
zu verschwenken, so wird er zweckmäßigerweise derart angesteuert, dass das Griffelement
6 bis an den Anschlag in die Gebrauchsposition durch die Federelemente 12 verschwenkt
wird, und dass weiterhin der Schlitten 20 durch die Vorspannfedern 22 in die Mitnahmestellung
verschoben wird. Dadurch ist gewährleistet, dass nach dem Verbringen des Griffelements
6 in die Gebrauchsstellung, der Benutzer durch Verschieben des Griffelements 6 in
die Ruheposition die Tür entriegelt wird. In der Gebrauchsposition ist somit der Seilzug
15 vorzugsweise entspannt. Insbesondere wird in der Gebrauchsposition durch das Griffelement
6 ein Anschlagssensor betätigt, der der Ansteuerung des Aktuators die Griffposition
ermittelt. Der Aktuator dreht dann die Wickelscheibe beziehungsweise die Seilbinde
noch etwas weiter, gibt somit den Seilzug 15 noch etwas weiter frei, wodurch der Schlitten
20 in die Mitnahmestellung durch die Vorspannfedern 22 bewegt wird. Beim Erreichen
der Ruheposition wird durch das Griffelement 6 vorzugsweise ein weiterer Anschlagsensor
betätigt, der der Ansteuerung des Signals zum Stoppen und optional zum Betätigen einer
Motorbremse gibt. Die Ansteuerung des Aktuators 13 erfolgt beispielsweise durch Betätigung
einer Zentralverriegelung des Kraftfahrzeugs. Insbesondere weist der Aktuator eine
Motorbremse auf, die bei Betätigung der Zentralverriegelung gelöst wird, und die im
Ruhezustand ohne Aufbringen weiterer Energie den Seilzug 15 in seiner gespannten Stellung
hält.
[0029] Um den Betätigungshebel 17 nach seiner Betätigung wieder in seine Ausgangsstellung
zu verbringen, ist diesem zweckmäßigerweise ein Federelement 26 zugeordnet, das beispielsweise
als Zugfeder ausgebildet und einerseits an dem Betätigungshebel 17 und andererseits
an dem Haltebügel 8 befestigt ist.
[0030] Die Bereitstellung und Rückstellung des Griffelements 6 sowie die Betätigung der
Entriegelungsvorrichtung 16 erfolgen somit über eine rotatorische Bewegung des Griffelements
6. Die schmale Austrittskontur des Griffelements 6 reduziert den nötigen Eingriff
in die Türgeometrie und bietet vorteilhafte Gestaltungsfreiheiten bezüglich der Positionierung
der Griffvorrichtung 5 und insbesondere des Griffelements 6 an der Tür 2. Vorzugsweise
weist die Stirnseite 7 des Griffelements 6 außerdem eine austauschbare Blende 27 auf,
um das Griffelement 6 in seiner Ruheposition vorteilhaft in das Design der Außenverkleidung
3 einfügen zu können. Dadurch ist das Griffelement 6 mittels der Blende 27 designtechnisch
an unterschiedliche Oberflächenverläufe und/oder Farben der Außenverkleidung der Tür
anpassbar.
[0031] Dadurch, dass die Federelemente 12 stets gespannt sind, ist das Griffelement 6 stets
bestrebt, in die Gebrauchsposition zu verfahren. Der Aktuator 13 hat dabei nur eine
dämpfende und regulierende Funktion. Die Federelemente 12 geben dem Benutzer darüber
hinaus bei einer Betätigung der Griffelements 6 zum Entriegeln der Tür eine Gegenkraft
als Feedback, die die Betätigung der Entriegelung erspüren lässt.
[0032] Alternativ zu dem hier dargestellten Ausführungsbeispiel ist es auch denkbar, dass
Griffelement 6 translatorisch zu verlagern beziehungsweise zu verschieben. Anstelle
eines Elektromotors könnte der Aktuator 13 auch einen hydraulischen oder pneumatischen
Antrieb aufweisen. Auch könnte der Aktuator direkt an der Schwenkachse beziehungsweise
der Welle 11 angreifen. Anstelle der Schwenklagerung auf der Welle 11 wäre es auch
denkbar, das Griffelement 6 durch Führungsschienen zu führen beziehungsweise zu lagern,
die ebenfalls kreisbogenförmig ausgebildet und an dem Haltbügel 8 angeordnet sind.
1. Griffvorrichtung (5) für eine Tür (2), insbesondere Kraftfahrzeugtür, mit einem Griffelement
(6), das zwischen einer in der Tür (2) zumindest im Wesentlichen versenkten Ruheposition
und einer von der Tür (2) vorstehenden Gebrauchsposition verlagerbar ist, und mit
einer Einrichtung (9) zum Verlagern des Griffelements (6), dadurch gekennzeichnet, dass die Einrichtung (9) wenigstens ein das Griffelement (6) in die Gebrauchsposition
drängendes Federelement (12) und einen Seilzug (15) aufweist, der einendig mit dem
Griffelement (6) und anderendig mit einem betätigbaren Aktuator (13) verbunden ist,
sodass das Griffelement (6) durch Betätigung des Aktuators (13) entgegen der Kraft
des Federelements (12) in die Gebrauchsposition verlagerbar ist, und/oder dass das
Griffelement (6) kreisbogenförmig ausgebildet und um eine Mittelachse der Kreisbogenform
verschwenkbar gelagert ist.
2. Griffvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass dem Griffelement (6) eine Entriegelungsvorrichtung (16) zum Entriegeln der Tür (2)
zugeordnet ist.
3. Griffvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Entriegelungsvorrichtung (16) einen Betätigungshebel (17) aufweist, der zum Betätigen
der Entriegelungsvorrichtung (16) durch das Griffelement (6) verlagerbar ist, wenn
dieses von der Gebrauchsstellung in Richtung der Ruhestellung verlagert wird.
4. Griffvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an dem Griffelement (6) ein Schlitten (20) angeordnet ist, der zwischen einer Freigabestellung
und einer Mitnahmestellung verschiebbar ist, wobei der Schlitten (20) bei einem Verlagern
des Griffelements (6) in Richtung der Ruhestellung in der Mitnahmestellung gegen den
Betätigungshebel (17) zu dessen Verlagerung und in der Freigabeposition an dem Betätigungshebel
vorbei geführt wird.
5. Griffvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass dem Schlitten (20) wenigstens eine Vorspannfeder (22) zugeordnet ist, welche den
Schlitten (20) in die Mitnahmestellung drängt.
6. Griffvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Seilzug (15) einendig an dem Schlitten (20) befestigt ist und der Vorspannfeder
(22) entgegenwirkt.
7. Griffvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch einen Endanschlag, bis zu welchem das Griffelement (6) maximal durch das Federelement (12) verlagerbar ist.
8. Griffvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Schlitten (20) zumindest im Wesentlichen senkrecht zur Verlagerungsrichtung des
Griffelements (6) verschiebbar ist.
9. Türanordnung (1) für ein Fahrzeug, insbesondere Kraftfahrzeug, mit einer Tür (2),
die eine Türaußenverkleidung (3) mit einer Griffaussparung (4) aufweist, und mit einer
der Griffaussparung (4) zugeordneten Griffvorrichtung (5), gekennzeichnet durch die Ausbildung der Griffvorrichtung (5) nach einem der Ansprüche 1 bis 8.