[0001] Die Erfindung betrifft eine Trocknungsvorrichtung zur Trocknung von insbesondere
mit Farbe, Lack oder dergleichen beschichteten, langgestreckten Werkstücken im Durchlaufverfahren.
[0002] Langgestreckte Werkstücke insbesondere aus Holz oder Kunststoff werden beispielsweise
nach Herstellung einer Profilierung zumindest teilweise beschichtet. Das Beschichten
erfolgt hierbei durch ein Durchlaufverfahren, bei dem das Werkstück beispielsweise
durch eine Kammer bewegt wird, in der beispielsweise sämtliche Oberflächen, nur einzelne
Kanten etc. insbesondere mit Farbe, Lack oder Ähnlichem beschichtet werden. Eine derartige
Vorrichtung zur Beschichtung langgestreckter Werkstücke im Durchlaufverfahren ist
beispielsweise in
EP 10 162 699 und
EP 11 174 355 beschrieben.
[0003] Unmittelbar nach dem Beschichten, insbesondere einer Kante eines langgestreckten
Werkstücks muss ein Trocknen erfolgen. Hierzu ist es bekannt, unmittelbar anschließend
an die Beschichtungsvorrichtung eine Trocknungsvorrichtung vorzusehen. Das Werkstück
wird ebenfalls im Durchlaufverfahren durch die Trocknungsvorrichtung hindurch transportiert.
Es ist bekannt die Trocknung mit Hilfe von Wärmequellen wie Infrarotleuchten durchzuführen.
Dies ist beispielsweise in
EP 1 144 129 beschrieben.
[0004] Bei derartigen Trocknungsvorrichtungen besteht die Problematik, dass beispielsweise
eine Farb- oder Lackschicht nicht vollständig durchtrocknet, sondern eine trockene,
dichte Haut, eine sogenannte Filmbildung an der Oberfläche entsteht und darunter feuchte
Farbe oder Lack verbleibt. Dies führt beispielsweise zur Blasenbildung im weiteren
Trocknungsverlauf. Wird das Produkt zum Beispiel in Folien verpackt, ist das Restwasser
aus dem Lack später als Wassertropfen im verpackten Produkt zu sehen. Des Weiteren
besteht die Forderung, dass die Durchlaufzeiten gering sind, um die Produktionskosten,
insbesondere den Stromverbrauch, gering zu halten. Besonders kritisch ist die Filmbildung
bei filmbildenden Lacken mit insbesondere einem hohen Festkörperanteil.
[0005] Insbesondere besteht die Forderung, dass durch die Trocknung mehr als 90 %, vorzugsweise
mehr als 92 % des sich im Beschichtungsmaterial befindenden Wassers entfernt werden.
Nur bei entsprechend reduziertem Wasseranteil ist ein Verpacken der langgestreckten
Werkstücke, insbesondere der Glas-Steinwolleplatten möglich, da sich ansonsten Kondensat
bildet.
[0006] Aufgabe der Erfindung ist es, eine Trocknungsvorrichtung zur Trocknung von beschichteten,
langgestreckten Werkstücken im Durchlaufverfahren zu schaffen, mit der ein Durchtrocknen
der Beschichtung bei geringen Durchlaufzeiten erzielt werden kann.
[0007] Die Lösung der Aufgabe erfolgt durch eine Trocknungsvorrichtung gemäß Anspruch 1.
[0008] Die erfindungsgemäße Trocknungsvorrichtung zur Trocknung von beispielsweise mit Farbe,
Lack oder dergleichen beschichteten langgestreckten Werkstücken im Durchlaufverfahren
weist eine Transportvorrichtung zum insbesondere kontinuierlichen Transport des Werkstücks
auf. Insbesondere handelt es sich bei den langgestreckten Werkstücken um Glas-Steinwolleplatten,
sowie Holzfaserplatten.. Die Werkstücke weisen hierbei im Wesentlichen einen rechteckigen
Querschnitt auf, wobei einzelne Kanten und Flächen profiliert sein können. Da die
Trocknungsvorrichtung in besonders bevorzugter Anordnung unmittelbar an eine Beschichtungsvorrichtung
angeschlossen ist, ist es möglich die Werkstücke beispielsweise sogar mit derselben
Transportvorrichtung zunächst durch die Beschichtungsvorrichtung und anschließend
unmittelbar durch die Trocknungsvorrichtung zu bewegen. Die Transportvorrichtung weist
vorzugsweise mehrere Bänder oder Rollen auf, auf denen das langgestreckte Werkstück
zum Transport aufliegt. Gegebenenfalls sind einander gegenüberliegende Bänder und/oder
Rollen vorgesehen, zwischen denen das Werkstück zum Transport angeordnet ist.
[0009] Zur Trocknung, insbesondere einer Kante eines beschichteten Werkstücks, ist eine
Wärmequelle zur Erzeugung von Trocknungswärme in einem Trocknungsbereich vorgesehen.
Die Wärmequelle weist vorzugsweise mindestens eine, insbesondere mehrere Infrarotleuchten
auf. Die mindestens eine Infrarotleuchte ist hierbei vorzugsweise parallel zu der
zu trocknenden Werkstückkante angeordnet. Untersuchungen haben gezeigt, dass bisweilen
ein Durchtrocknen bei kurzen Verweilzeiten nicht erzielt wird, weil sich in dem Trocknungsbereich
aufgrund des beim Trocknen der Beschichtung entstehenden Dampfes eine Dampfglocke
bildet, die beispielsweise die zu trocknende Werkstückkante im Trocknungsbereich umgibt.
Dies führt dazu, dass die weitere Trocknung nachteilig beeinflusst wird.
[0010] Erfindungsgemäß ist eine Luftstromerzeugungseinrichtung wie ein Ventilator vorgesehen,
um im Trocknungsbereich diesen Trocknungsdampf durch einen Luftstrom zumindest teilweise
zu entfernen. Der Luftstrom kann hierbei durch Saugen und/oder Blasen erzeugt werden.
Es wurde ferner festgestellt, dass durch diesen Luftstrom gegebenenfalls ein ungewolltes
Kühlen im Trocknungsbereich erfolgt. Diese Temperaturverringerung beeinträchtigt gegebenenfalls
das Trocknen, so dass höhere Verweilzeiten erforderlich wären, die die Herstellungszeit
und -kosten deutlich verlängern würden. Erfindungsgemäß ist daher zusätzlich eine
Steuereinrichtung zur Steuerung der von der Luftstromerzeugungseinrichtung dem Trockenbereich
zu- oder abgeführten Luftmenge vorgesehen. Hierdurch ist es möglich eine exakte Menge
an Dampf aus dem Trocknungsbereich zu entfernen, andererseits aber die Temperaturverringerung
im Trocknungsbereich gering zu halten, so dass bei akzeptablen, kurzen Verweilzeiten
ein Durchtrocknen insbesondere einer Kante eines langgestreckten Werkstücks im Durchlaufverfahren
erzielt werden kann. Zusätzlich zur Regelung oder Steuerung der dem Trocknungsbereich
zu- und/oder abgeführten Luftmenge, kann mit Hilfe der Steuereinrichtung ein Regeln
oder Steuern der Wärmequelle erfolgen.
[0011] Desweiteren ist es bevorzugt mit Hilfe der Steuereinrichtung den Luftstrom zusätzlich
in Abhängigkeit der Vorschubgeschwindigkeit des zu trocknenden Werkstücks anzupassen.
[0012] Vorzugsweise erfolgt mit Hilfe der Steuereinrichtung eine Drehzahlsteuerung eines
oder mehrerer Ventilatoren der Luftstromerzeugungseinrichtung, um dem Trocknungsbereich
Luft zuzuführen und/oder aus dem Trocknungsbereich abzuführen bzw. abzusaugen. Insbesondere
ist hierzu ein Modul wie ein Frequenzumrichter vorgesehen.
[0013] Vorzugsweise weist die Luftstromerzeugungseinrichtung einen Zuführkanal und/oder
einen Abführkanal zum Zu- bzw. Abführen von Luft bzw. Dampf zu bzw. aus dem Trocknungsbereich
auf. Der Zuführ- und/oder Abführkanal erstreckt sich hierbei vorzugsweise in Längsrichtung
des Werkstücks bzw. in Transportrichtung des Werkstücks. Insbesondere ist der Zuführ-
und/oder der Abführkanal parallel zu der zu trocknenden Werkstückkante ausgerichtet.
Insbesondere erstreckt sich der Zu- und/oder Abführkanal über die gesamte Länge der
Trocknungsvorrichtung.
[0014] Zusätzlich oder anstelle der Drehzahlsteuerung eines oder mehrerer Ventilatoren ist
es auch möglich Drosseleinrichtungen vorzusehen. Derartige Drosseleinrichtungen können
beispielsweise in einer Austrittsöffnung des Zufuhrkanals angeordnet sein. Je nach
Einstellung der Drosseleinrichtung, die beispielsweise mehrere Drosselklappen, lamellenartige
Schlitze oder dergleichen aufweist, kann die dem Trocknungsbereich zugeführte Luftmenge
variiert werden. Eine entsprechende Drosseleinrichtung kann auch in einer Eintrittsöffnung
eines Abführkanals vorgesehen sein. Je nachdem, ob ein Zuführkanal an der Drosseleinrichtung
und/oder ein Abführkanal an der Drosseleinrichtung vorgesehen sein können, ist die
entsprechende Drosseleinrichtung zur Einstellung der dem Trocknungsbereich zu- und/oder
abgeführten Luftmenge mit der Steuereinrichtung verbunden.
[0015] Bei einer bevorzugten Ausführungsform ist der Trocknungsbereich in einer Trocknungskammer
angeordnet bzw. durch die Trocknungskammer ausgebildet. Die Trocknungskammer, die
vorzugsweise einen im Wesentlichen U-förmigen Querschnitt aufweist, ist derart ausgebildet,
dass der zu trocknende Teil des Werkstücks wie beispielsweise eine Werkstückkante
in die Trocknungskammer ragt. Anstelle einer in Richtung des Werkstücks offenen, im
Querschnitt insbesondere U-förmig ausgebildeten, sich in Transportrichtung erstreckenden
Trocknungskammer, kann auch eine das Werkstück vollständig umgebende, langgestreckte
Trocknungskammer mit einer Eintritts- und einer Austrittsöffnung vorgesehen sein.
[0016] In besonders bevorzugter Ausführungsform ist die Trocknungskammer derart ausgebildet,
dass sie eine sich in Längs- bzw. Transportrichtung des Werkstücks erstreckende schlitzförmige
Öffnung aufweist. Durch die Öffnung ragt ein Teil des Werkstücks in die Trocknungskammer
hinein. Das langgestreckte Werkstück wird in Längsrichtung des Schlitzes transportiert.
Des Weiteren ist es bevorzugt, dass diejenige Kammerwand, die die schlitzförmige Öffnung
ausbildet, eine Wärmeisolierplatte aufweist bzw. aus einer Wärmeisolierplatte besteht.
Dies hat den Vorteil, dass die von der Wärmequelle abgegebene hohe Wärme insbesondere
gegenüber der Transportvorrichtung abgeschattet wird. Es erfolgt hierdurch in bevorzugter
Ausführungsform ein Abschatten der Transportvorrichtung hinsichtlich der von der Wärmequelle
abgegebenen Wärme. Hierdurch ist ein Beschädigen der Transportvorrichtung vermieden.
Insbesondere bei der Verwendung von Infrarotstrahlern als Wärmequellen, die insbesondere
im mittleren Infrarotbereich (MIR-Bereich) strahlen, ist eine derartige Abschattung
der Transportvorrichtung vorteilhaft, da anderenfalls die Transportvorrichtung zerstört
oder zumindest beschädigt würde. Es ist daher besonders bevorzugt, dass die Öffnung
nur eine geringfügig größere Höhe aufweist als die Dicke des Werkstücks. Insbesondere
ist die Höhe der Öffnung weniger als 10 mm, insbesondere weniger als 6 mm und besonders
bevorzugt weniger als 4 mm größer als die Dicke des Werkstücks. Es gelangt somit im
Wesentlichen keine Wärme aus der Trocknungskammer in Richtung der Transportvorrichtung.
[0017] In besonders bevorzugter Ausführungsform ist die Transportvorrichtung insbesondere
vollständig außerhalb der Trocknungskammer angeordnet.
[0018] Die Wärmequelle, die vorzugsweise mehrere Infrarotleuchten aufweist, kann derart
ausgebildet sein, dass mehrere Infrarotleuchten oder andere Wärmequellen das Werkstück
umgeben. Bei einer Trocknungsvorrichtung zur Trocknung einer Werkstückkante ist die
Wärmequelle vorzugsweise derart innerhalb der Trocknungskammer angeordnet, dass sie
dem zu trocknenden Bereich des Werkstücks wie der Werkstückkante gegenüberliegt und
vorzugsweise parallel zu dieser verläuft bzw. sich in Transportrichtung erstreckt.
[0019] Bei einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist insbesondere im Trocknungsbereich
des Weiteren ein Feuchtigkeitssensor vorgesehen, der mit der Steuereinrichtung verbunden
ist. Ein oder mehrere Feuchtigkeitssensoren können den Feuchtigkeitsgrad messen und
sind vorzugsweise in dem mindestens einen Abführkanal vorgesehen. Durch die Messung
der Feuchtigkeit im Trocknungsbereich und in der abgeführten Luft kann eine Regelung
der dem Trocknungsbereich zu- und/oder abgeführten Luftmenge insbesondere über Regelung
von Ventilatordrehzahlen und/oder Steuerungen von Drosseleinrichtungen erzielt werden.
Alternativ oder zusätzlich kann auch eine Regelung der durch die Wärmequellen zugeführten
Wärmemenge erfolgen.
[0020] In einer weiteren Ausführungsform ist eine Erwärmungseinrichtung zur Erwärmung der
dem Trocknungsbereich zugeführten Luft vorgesehen. Hierdurch ist es möglich, trotz
des Abführens von Dampf aus dem Trocknungsbereich das hierdurch hervorgerufene Absenken
der Temperatur im Trocknungsbereich zu verringern oder sogar ein Absenken vollständig
zu vermeiden.
[0021] Mit Hilfe der erfindungsgemäßen Trocknungsvorrichtung ist es insbesondere möglich,
Schichtdicken von 500 bis 1000 µm vollständig zu trocknen bzw. eine Durchtrocknung
zu erzielen. Dies kann im Durchlaufverfahren innerhalb von 20 bis 30 Sekunden erfolgen.
Hierbei wird durch die Wärmequelle an der zu trocknenden Oberfläche eine Temperatur
von 30°C - 80°C erzeugt. Insbesondere werden hierzu als Wärmequellen Infrarotleuchten
verwendet.
[0022] Als Lampe werden vorzugsweise Mittelwellen-IR-Strahler mit einer Wellenlänge von
insbesondere 3-50 µm eingesetzt. Diese weisen eine Oberflächentemperatur von 850°C
- 900°C auf. Es ist daher bevorzugt die Strahler in einem Abstand von 3 cm - 4 cm
zu dem zu trocknenden Bereich anzuordnen, um insbesondere ein Beschädigen der Oberfläche
zu vermeiden.
[0023] Üblicherweise beträgt die Vorschubgeschwindigkeit des langgestreckten Werkstücks
in der Trockeneinrichtung mindestens 20 m/min. Es sind jedoch auch Vorschubgeschwindigkeiten
von mehr als 50m/min, insbesondere mehr als 100 m/min möglich. Mit Hilfe der erfindungsgemäßen
Trocknungseinrichtung kann eine zuverlässige und auch schnelle Trocknung erfolgen.
Dies ist insbesondere aus wirtschaftlichen Gründen vorteilhaft, da je Meter Trocknungslänge
eine Energieaufnahme der Lampen von 6 kWh - 12 kWh, gegebenenfalls sogar bis zu 20
kWh, erfolgt.
[0024] Bei einer besonders bevorzugten Weiterbildung der Erfindung ist in dem zugeführten
Luftstrom, insbesondere in dem Zuführkanal, eine Befeuchtungseinrichtung vorgesehen.
Hierdurch kann die dem Trocknungsbereich zugeführte Luft befeuchtet werden. Hierdurch
ist in dieser bevorzugten Ausführungsform ein sehr exaktes Einstellen der im Trocknungsbereich
herrschenden Luftfeuchtigkeit möglich, sodass eine äußerst hohe Qualität erzielt werden
kann. Insbesondere ist die Befeuchtungseinrichtung mit der Steuereinrichtung verbunden,
sodass die Befeuchtungseinrichtung insbesondere in Abhängigkeit von einer im Trocknungsbereich
von einem Sensor ermittelten Feuchtigkeit geregelt werden kann. Hierdurch ist die
Gefahr der Blasenbildung insbesondere auch bei dicken Schichten von insbesondere filmbildenden
Lacken erheblich verringert.
[0025] Insbesondere ist der Trocknungsvorrichtung unmittelbar eine Beschichtungsvorrichtung
nachgeordnet. Hierbei handelt es sich beispielsweise um eine Beschichtungsvorrichtung
wie sie in
EP 10 162 699 oder
EP 11 174 355 beschrieben ist.
[0026] Nachfolgend wird die Erfindung anhand einer bevorzugten Ausführungsform unter Bezugnahme
auf die Zeichnung näher erläutert.
[0027] Die Figur zeigt eine schematische Schnittansicht einer bevorzugten Ausführungsform
einer Trocknungsvorrichtung gemäß der Erfindung.
[0028] Zur Trocknung von beschichteten langgestreckten Werkstücken im Durchlaufverfahren
weist eine Transportvorrichtung im dargestellten Ausführungsbeispiel zwei schematisch
dargestellte Transportrollen 10 auf. Zwischen den beiden Transportrollen 10 ist ein
langgestrecktes Werkstück 12, wie zum Beispiel ein Brett, angeordnet und wird durch
die Transportrollen 10 senkrecht zur Zeichenebene in Richtung eines Pfeils 14 transportiert.
Im dargestellten Ausführungsbeispiel ist beispielsweise eine Kante 16 des Werkstücks
12 in der der Trocknungsvorrichtung vorgelagerten Beschichtungsvorrichtung mit Lack,
Farbe oder dergleichen beschichtet worden. Zur Trocknung ist eine Wärmequelle insbesondere
eine oder mehrere Infrarotlampen 18 vorgesehen. Diese verlaufen im dargestellten Ausführungsbeispiel
parallel zu der beschichteten Kante bzw. Seitenfläche 16 des Werkstücks 12. Die Wärmequelle
18 ist in einem Gehäuse 20 der Trocknungsvorrichtung angeordnet. Dieses weist im dargestellten
Ausführungsbeispiel einen U-förmigen Querschnitt auf, wobei die zu trocknende Fläche
16 in das Gehäuse 20 ragt.
[0029] Durch die Trocknungswärme entsteht in einem Trocknungsbereich 22 durch das Trocknen
des Lacks oder der Farbe Trocknungsdampf. Zum Abführen des Trocknungsdampfes wird
im Ausführungsbeispiel dem Trocknungsbereich 22 über einen Zuführkanal 24 Luft in
Richtung eines Pfeils 26 zugeführt. Der sich ebenfalls in Längsrichtung oder Transportrichtung
14 erstreckende Zuführkanal weist einen oder mehrere Luftstromerzeugungseinrichtungen
wie Ventilatoren 28 auf. Zur Regelung der dem Trocknungsbereich 22 zugeführten Luftmenge
ist der mindestens eine Ventilator 28 mit einer Steuereinrichtung 30 verbunden. Ferner
kann zum Vorwärmen der zugeführten Luft in dem Zuführkanal 24 eine Wärmequelle 32
vorgesehen sein, die vorzugsweise ebenfalls über die Steuereinrichtung regelbar ist.
[0030] Des Weiteren kann im Bereich einer Austrittsöffnung 34 des Zuführkanals 24 eine Drosseleinrichtung
36 vorgesehen sein. Im dargestellten Ausführungsbeispiel ist diese als in Richtung
eines Pfeils 38 schwenkbare Drosselkappe dargestellt. Durch die Drosselklappe 36 kann
nicht nur ein Drosseln der zugeführten Luftmenge, sondern auch ein Umlenken erfolgen.
Die Stellung der Drosselklappe kann vorzugsweise wiederum mit Hilfe der Steuereinrichtung
gesteuert werden.
[0031] Im dargestellten Ausführungsbeispiel ist dem Zuführungskanal 24 gegenüberliegend
ein Abführkanal 40 vorgesehen. Der Abführkanal 40 ist ähnlich dem Zuführkanal 24 aufgebaut
und weist ebenfalls eine Luftstromerzeugungseinrichtung mit beispielsweise mehreren
Ventilatoren 42 auf, um Luft in Richtung eines Pfeils 44 aus dem Trocknungsbereich
22 abzusaugen. Die insbesondere mehreren Ventilatoren 42 sind zur Regelung wiederum
mit der Steuereinrichtung 30 verbunden.
[0032] Ferner kann im Bereich einer Eintrittsöffnung 46 des Abführkanals 40 wiederum eine
Drosseleinrichtung 48 wie eine Drosselklappe vorgesehen sein, die in Richtung eines
Pfeils 50 schwenkbar ist. Die Stellung der Drosseleinrichtung 48 kann wiederum über
die Steuereinrichtung 30 gesteuert werden.
[0033] Des Weiteren ist es bevorzugt im Trocknungsbereich 22 einen Feuchtigkeitssensor 52
vorzusehen. Dieser ist wiederum mit der Steuereinrichtung 30 verbunden.
[0034] Desweiteren ist in einer besonders bevorzugten Ausführungsform in dem Zuführkanal
24 eine Luft-Befeuchtungseinrichtung 54 vorgesehen. Diese ist vorzugsweise mit der
Steuereinrichtung 30 verbunden. Hierdurch kann verhindert werden, dass die obere Schicht
eines Lacks zu schnell trocknet. Eine Filmbildung ist hiermit vermieden, sodass das
Wasser aus dem Lack zur Trocknung der Lackschicht gelangt.
[0035] Eine in Richtung der Transportvorrichtung 10, die insbesondere mehrere Bänder und
Rollen aufweist, weisende Kammerwand 56 ist vorzugsweise aus einer Wärmeisolierplatte
hergestellt. Hierdurch ist sichergestellt, dass die von der insbesondere als IR-Leuchte
ausgebildete Wärmequelle 18 abgegebene Wärmestrahlung nicht oder nur zu einem geringen
Anteil die Transportvorrichtung 10 erwärmt. Hierdurch ist ein Beschädigen der Transportvorrichtung
10 vermieden. Die beiden Kammerwände bzw. Wärmeisolierplatten 56 erstrecken sich ebenfalls
in Längsrichtung 14 und dienen als eine Blende. Die beiden Kammerwände 56 bilden eine
Öffnung 58 aus. Die Öffnung 58 weist eine Höhe H auf, die dem Abstand der beiden Kammerwände
56 entspricht. Die Höhe H ist geringfügig größer als die Dicke d des langgestreckten
Werkstücks 12. Insofern ist zwischen der Öffnung 58 und dem Werkstück 12 beidseitig
nur ein geringer Spalt ausgebildet.
[0036] Bei einer weiteren bevorzugten Weiterbildung der Erfindung sind mehrere Trocknungseinrichtungen,
insbesondere entsprechend der vorstehend beschriebenen unterschiedlichen Ausführungsformen
und besonders bevorzugt entsprechend der in der Figur dargestellten Ausführungsform,
hintereinander angeordnet. Je Trocknungsvorrichtung ist es möglich, die einzelnen
Parameter mit Hilfe einer entsprechenden Steuereinrichtung unterschiedlich einzustellen
bzw. zu regeln. Es ist hierbei selbstverständlich möglich eine gemeinsame Steuerungsvorrichtung
für die einzelnen Trocknungsvorrichtungen vorzusehen, um diese aufeinander abzustimmen.
1. Trocknungsvorrichtung zur Trocknung von beschichteten langestreckten Werkstücken im
Durchlaufverfahren, mit
einer Transportvorrichtung (10) zum insbesondere kontinuierlichen Transport von Werkstücken
(12),
einer Wärmequelle (18) zur Erzeugung von Trocknungswärme in einem Trocknungsbereich
(22),
einer Luftstromerzeugungseinrichtung (28, 42) zum Entfernen von Trocknungsdampf aus
dem und/oder zum Zuführen von Feuchtigkeit in den Trocknungsbereich (22) durch einen
Luftstrom und
einer Steuereinrichtung (30) zur Steuerung der von der Luftstromerzeugungseinrichtung
(28, 42) dem Trocknungsbereich zu- und/oder abgeführten Luftmenge.
2. Trocknungsvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Trocknungsbereich (22) in einer Trocknungskammer (20) angeordnet ist, in die
der zu trocknende Teil des Werkstücks (12) ragt.
3. Trocknungsvorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Trocknungsbereich (22) die Trocknungskammer (20) einen im Wesentlichen U-förmigen
Querschnitt aufweist.
4. Trocknungsvorrichtung nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Trocknungskammer (20) eine sich in Transportrichtung (14) erstreckende schlitzförmige
Öffnung (58) aufweist, durch die der zu trocknende Teil (16) des Werkstücks (12) ragt.
5. Trocknungsvorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass eine die schlitzförmige Öffnung (58) aufweisende Kammerwand (56) Wärmeisolierplatten
aufweist.
6. Trocknungsvorrichtung nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Öffnung (58) eine geringfügig größere Höhe (H) als die Dicke (d) des Werkstücks
(12) aufweist, wobei die Höhe (H) vorzugsweise weniger als 10 mm, insbesondere weniger
als 6 mm und besonders bevorzugt weniger als 4 mm größer ist als die Dicke (d).
7. Trocknungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Luftstromerzeugungseinrichtung mindestens einen Ventilator (28, 42) aufweist,
der zur Drehzahlsteuerung mit der Steuereinrichtung (30) verbunden ist, wobei die
Steuereinrichtung (30) vorzugsweise ein Modul zur Drehzahlsteuerung des mindestens
einen Ventilators (28, 42), insbesondere einen Frequenzkontroller aufweist.
8. Trocknungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Luftstromerzeugungseinrichtung (28, 42) einen Zuführkanal (24) und/oder einen
Abführkanal (40) zum Zu- und/oder Abführen von Luft und/oder Trocknungsdampf aufweist
bzw. mit diesem verbunden ist.
9. Trocknungsvorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass in einer Austrittsöffnung (34) des Zuführkanals (24) eine Drosseleinrichtung (36)
zur Einstellung der dem Trocknungsbereich (22) zugeführten Luftmenge vorgesehen ist
und/oder in einer Eintrittsöffnung (46) des Abführkanals (40) eine Drosseleinrichtung
(48) zur Einstellung der aus dem Trocknungsbereich (22) abgeführten Luft- und/oder
Dampfmenge vorgesehen ist.
10. Trocknungsvorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Drosseleinrichtung (36) des Zuführkanals (24) und/oder die Drosseleinrichtung
(48) des Abführkanals (40) zur Einstellung der dem Trocknungsbereich zu- und/oder
abgeführten Luft- und/oder Dampfmenge mit der Steuereinrichtung (30) verbunden ist.
11. Trocknungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass in der Trocknungskammer (20) insbesondere dem zu trocknenden Teil (16) des Werkstücks
(12) gegenüberliegend die Wärmequelle (18) angeordnet ist und/oder sich die Wärmequelle
(18) in Transportrichtung (14) des Werkstücks (12) erstreckt.
12. Trocknungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Wärmequelle (18) mindestens eine insbesondere mittelwellige Infrarotleuchte aufweist.
13. Trocknungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die zu- und/oder abgeführte Luftmenge insbesondere über die Drehzahl der Ventilatoren
(28, 42) und/oder die mindestens eine Drosseleinrichtung (36, 48) derart gesteuert
ist, dass ein vollständiges Trocknen der Beschichtung erzielt wird.
14. Trocknungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass insbesondere im Trocknungsbereich (22) ein mit der Steuereinrichtung (30) verbundener
Feuchtigkeitssensor (52) vorgesehen ist, wobei die dem Trocknungsbereich (22) zu-
und/oder abgeführte Luftmenge vorzugsweise in Abhängigkeit der vom Feuchtigkeitssensor
(52) ermittelten Feuchtigkeit durch die Steuereinrichtung (30) geregelt wird.
15. Trocknungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass insbesondere im Zuführkanal (24) eine LuftBefeuchtungseinrichtung (54) vorgesehen
ist, die vorzugsweise mit der Steuereinrichtung (30) zur Steuerung/Regelung verbunden
ist.
16. Trocknungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass die Transportvorrichtung (10) insbesondere vollständig außerhalb der Trockenkammer
(22) angeordnet ist.